Lost Fairytales [RPG]

Lost Fairytales [RPG]

180 Antworten [Letzter Beitrag]
Benutzerbild
Offline
Beigetreten: 23.07.2010
Beiträge: 33137
Blutstropfen: 101806
Lost Fairytales [RPG]

Dieses RPG ist dem Gedankengut von Sweedel und Angelbird entsprungen, angelehnt an die Meisterwerke aus dem Hause Disney, Pixar & Dreamworks (♥). Steckis, Fragen & Sonstiges gehen bitte an uns in einer gemeinsamen PN :3


Story

Es war einmal vor langer Zeit in den entlegensten Winkeln der verschiedenen Märchenwelten, wo die Königinnen und Könige, Prinzessinnen und Prinzen, Diebe, Hexen, Zauberer, Feen, Zwerge und all die anderen Wesen ihr Leben lebten. Sie verwalteten ihre Königreiche, gingen ihren Aufgaben nach und bestritten Kämpfe und Kriege - so wie es ihre Geschichte vorsah. So wurde Dornröschen wachgeküsst, Elsa regiert ihr Königreich, Merida entscheidet sich gegen eine Vermählung, Peter Pan besiegt Captain Hook und all die anderen Märchenfiguren erfüllen ihr Schicksal, immer und immer wieder, weil es so geschrieben steht.
Doch in einem längst vergessenen Teil einer Märchenwelt, dorthin wo all jene verbannt werden, die in einer Geschichte keinen Platz mehr haben, die nicht gehört werden und keine Stunde des Ruhmes oder des Glanzes erhalten haben, manifestierte sich ein Wesen. Es zog all die Energie aus den Verbannten und Vergessenen, sodass eine ganz neue, dunkle Macht geboren wurde: Obscuritas.

Obscuritas ist eine finstere Gestalt, dessen Ziel nur darin liegt, all das Glück in den verschiedenen Märchenwelten zu zerstören. Ursprünglich wollte er alle Figuren, die für die Geschichten so wichtig waren beseitigen, sie einfach von der Bildfläche ausradieren, doch als er seine gesamte Macht auf die Welten los ließ, stellte sich heraus, dass diese unbändige Energie zu stark war, um sie kontrollieren zu können. Obscuritas selbst wurde bei der Energieexplosion mitgerissen und was am Ende passierte, war anders als geplant.
Anstatt die Märchenfiguren auszulöschen, verschmolzen alle Welten miteinander zu einer einzigen und die einzelnen Figuren wurden aus ihrer vertrauten Umgebung gerissen und irgendwo anders hingeschickt. Zwar hängen die Welten nun zusammen, aber das weiß keiner und so kann es sein, dass Arielle plötzlich im Nimmerland erwacht, dass Belle ihre Augen in Rapunzels Turm aufschlägt oder dass Rumpelstilzchen sein Bewusstsein im Reich der Menschen wiederfindet.

Obscuritas selbst wird sein Versagen natürlich bewusst, aber da er der Einzige ist, der weiß was vor sich geht, ist er auch der Einzige, der allen helfen kann - zumindest tut er so - und das nutzt er für seine Machenschaften aus indem er alles lenkt wie er es möchte. Und da er sehr mächtig ist, besitzt er starke Fähigkeiten - unter anderem auch die Gestalt von anderen anzunehmen, sich unsichtbar zu machen und die Schatten an sich zu binden. Denn er verfolgt nur einen Plan: die Fäden der Märchenwelten selbst in die Hand zu nehmen. (Obscuritas wird nicht von jemandem verkörpert, sondern kann selbst eingebracht werden)

Was wird nun geschehen?
Die Märchen wie wir sie kennen, existieren nicht mehr. All die Traumpaare, die sich gefunden haben und all die Geschichten, die geschrieben wurden, gehören der Vergangenheit an. Veränderungen, die gemacht wurden und Zauber, die gesprochen wurden, sind ungeschehen und nie passiert. (Arielle hat keine Beine, das Biest ist kein Mensch, Maleficent lebt usw.) Keiner weiß, zu wem oder wohin er gehört, noch wie er zurück finden soll. Jede Figur steht am Anfang ihrer Geschichte und startet ganz neu.
Wird Obscuritas mit seinem Plan erfolgreich sein? Werden neue Märchen geschrieben werden oder werden die Märchenwelten wieder getrennt? Wie kommen die Figuren zurück und vor allem: was passiert, wenn sich die falschen Märchen miteinander vermischen?
All das liegt nun in unserer Hand.


Die neue Märchenwelt

Die neue Märchenwelt setzt sich aus allen Ländern und Orten der Märchen zusammen. Ihr könnt sie euch wie einen riesigen Kontinent vorstellen, bei dem die Länder aneinander liegen - das heißt z.B.: Arendelle grenzt nun an Agrabah, was wiederum an die neue Welt grenzt, die in Pocahontas beschrieben ist. Die einzelnen Märchenländer bleiben in ihrer Zeit und haben sich nicht verändert. (Ihr könnt selbstständig entscheiden in welches Land ihr als Nächstes stolpert.)
Da die Märchenfiguren durch die neue Märchenwelt wandern, überqueren sie auch die Schnittstellen, dort wo ein Land auf ein anderes trifft. Aber um in eine andere Geschichte übertreten zu können, muss man die richtige Tür finden. Die Länder sind von eigenen Kraftfeldern umgeben, die an ein verschwommenes Spiegelbild erinnern. Mann kann nicht hindurch sehen, demnach weiß man auch nie was sich hinter der Grenze befindet. Die so genannten Türen, sind Stellen an denen man durch das Kraftfeld durchgehen kann - überall anders ist es wie eine Mauer. Sie sind durch einen goldenen, verschnörkelten Rahmen gekennzeichnet - fast wie der Spiegel aus Schneewittchen.

Was Zauberei und Magie angeht, so ist sie in all jenen Ländern vorhanden, in denen es sie auch in den Märchen gibt. Sollte aber die gute Fee zum Beispiel in einem Ort erwachen in dem es eigentlich keine Magie gibt, so kann sie dennoch Zauber wirken, allerdings nicht so stark wie in anderen magie-geprägten Ländern. Deshalb können sich Figuren auch nicht einfach in ein anderes Land zaubern - das wird von dem Kraftfeld blockiert. Genauso wie der Osterhase aus “Die Wächter des Lichts” z.B.: nicht plötzlich durch ein Loch in eine andere Welt reisen kann. Die Länder sind nur durch die Spiegeltüren betretbar.

Da eure Figuren aus unterschiedlichen Zeiten und Orten stammen, müssen sie sich an die Gegebenheiten des jeweiligen Landes anpassen, denn sonst kann es natürlich auch schnell passieren, dass man sie einsperrt. So muss z.B.: Flynn Ryder in der Welt von Aladdin aufpassen, was er trägt und lernen dass Stehlen schnell mit dem Tod bestraft werden kann.

Wichtigste Infos auf einen Blick
  • Jede Märchenfigur gibt es nur einmal.
  • Jede Märchenfigur ist möglich, sofern es sich umsetzen lässt.
  • Keine der Märchenfiguren weiß, was passiert ist!
  • Ihr könnt gute und böse Figuren natürlich aufeinander treffen lassen.
  • Es ist auch möglich, dass sich Figuren aus den gleichen Märchen treffen.
  • Ihr könnt Freundschaften entstehen lassen (zum Bsp.: zwischen Pocahontas & Jasmin aus Aladdin) und dann auch eure Schreibpartner wechseln.
  • Zu dritt schreiben ist hier gut möglich, auch vorübergehend wenn zum Beispiel Olaf mit Anna (aus der Eiskönigin) auf die böse Königin treffen oder wer auch immer. (Reihenfolge ausmachen, damit ihr einen Überblick habt)
  • Natürlich könnt ihr auch andere Märchenfiguren einbauen, aber wenn die Figur besetzt ist - also wenn ein User den Charakter hat und ihr schreibt nicht mit dem - solltet ihr darauf achten wie stark ihr ihn einbaut! Cameo-Auftritte sind also erlaubt, aber bitte nicht ständig einbeziehen.
  • Die einzelnen Märchenländer sind von einem Kraftfeld umgeben, das keinen hindurchlässt, außer man findet die Spiegeltür, die ins nächste Land führt. Das Kraftfeld ist eine Art verschwommener Spiegel, der die Welt reflektiert, in der man ist. Man sieht also nicht, was dahinter liegt.
  • Alle Orte und Länder sehen so aus, wie in den Märchen - deshalb variieren auch die Zeitalter.
  • Obscuritas kann selbstverständlich eingebracht werden, aber er verfolgt nur einen Plan: die Märchenwelt an sich zu reißen und seine eigenen Geschichten zu schreiben, deren Happy End bestimmt nicht so geschrieben sind, wie es einst waren.

Steckivorlage

Name in HoN: (Wie ihr in HoN heißt)
Charaktername: (Wie soll eure Figur heißen? Nachnamen sind nicht unbedingt nötig. (Achtung: Bei Figuren, die nicht benannt werden, also immer als "die böse Stiefschwester" oder ähnlich bezeichnet werden, dürft ihr euch etwas ausdenken. Beachtet aber, dass eine böse Stiefschwester nicht unbedingt "Jenny" heißt. Ihr dürft natürlich auch gern mal nachforschen, ob es vielleicht doch irgendwie, irgendwo mal einen Namen gab.)
Aussehen: (mit Link → bitte kein Anime/Zeichnungen/etc. Bei vielen Märchenfiguren gibt es gute Cosplay-Bilder, deshalb solltet ihr bevorzugt diese verwenden. Aber wenn ihr wirklich keines findet, das euch gefällt, könnt ihr ein Bild nehmen, von dem ihr findet es passt gut zu der Figur, jedoch solltet ihr der Vorlage so ähnlich wie möglich bleiben.)
Charakter: (Was zeichnet eure Figur aus? Welche Merkmale prägen ihre Persönlichkeit? Denkt bitte daran, euch auch ein bisschen an eurer Vorlage zu orientieren und sie nicht völlig außer Acht zu lassen. So wird zum Beispiel eine ruhige und wissbegierige Belle nicht auf einmal total vorlaut und tollkühn, so wie umgekehrt Rapunzels absolute Lieblingsbeschäftigung nicht zwangsläufig lesen ist. Bitte nicht nur einzelne Worte sondern zumindest drei bis vier Sätze. Außerdem gibt es keine perfekten Charaktere, jeder Mensch hat Ecken und Kanten.)
Interessen: (Was mag oder tut eure Figur gern? Und was kann sie nicht ab?)
Geschichte: (Hier ist nicht primär wichtig, wie das Märchen verlaufen ist, aber ihr könnt natürlich solche Dinge wie Beruf, sozialer Stand usw. einfließen lassen. Viel interessanter ist aber: Wo erwachte eure Figur? Was hat sie bereits erlebt? Wie ist es ihr ergangen? Wen hat sie schon getroffen? [Achtung! Bitte erwähnt nur wen ihr getroffen habt und schreibt nicht, dass ihr ständig mit der Figur unterwegs seid - das könnte für denjenigen unangenehm sein, der die Figur tatsächlich selbst schreibt. Cameo-Auftritte sind aber vollkommen ok!] Achtet darauf, dass es mit dem Charakter zusammenpasst. Be creative!)
Besonderheiten: (Hat euer Charakter körperliche Merkmale wie Narben, die ihn besonders auszeichnen? Hat er Ticks oder Talente? Irgendwelche Vorlieben? Eine Lieblingsfarbe oder eine Schwäche für Schokolade? Hier kommt alles hin, was euch noch wichtig erscheint. (Achtung: Wir befinden uns in der Disney-Welt, also gibt es keine Tattoos und Piercings, außer sie sind abgesprochen und haben einen stimmigen, sinnvollen Grund)


Mitglieder & Figuren

Hier wird eine Liste aller Mitglieder & der Charaktere stehen, die wir versuchen stets aktuell zu halten. Die Steckbriefe findet ihr wie gewöhnlich in der Gruppe.

Sweedel
» Flynn Ryder/Eugene Fitzherbert
» Jackson ‚Jack Frost‘ Overland
» Captain Hook

Angelbird
» Rapunzel
» Elsa von Arendelle
» Arielle

Satan.
» Merida von DunBroch
» Hades
» Eric

Skyfall
» Terence, "Ter" oder "T"

Harmony.
» Lady Amalthea/Das Einhorn

Sonnentänzerin
» Scarlett „alias Rote Königin“

Susilicious
» Megara

Nijana.
» Aurora


Regeln

Es gelten die allgemeinen RPG-Regeln.

  • Steckbriefe an Angelbird und Sweedel in einer gemeinsamen PN. Es wird erst geschrieben, wenn wir unser Okay gegeben haben.
  • Es wird in Ich-Form und Vergangenheit geschrieben.
  • Bei der Wahl eurer Postingpartner sind euch keine Grenzen gesetzt. So muss Schneewittchen sich zum Beispiel nicht mit ihrem Traumprinzen zufrieden geben, sondern kann gerne auch Bekanntschaft mit Arielles Prinzen Eric machen, wenn ihr das möchtet.
  • Gesprochenes in Gänsefüßchen „...“
    Gedachtes entweder kursiv oder so //...//
    Alles was nicht zum RPG gehört in Klammern (…) […] {…}
  • Kein Streit und keine Beleidigungen außerhalb des RPGs. Wir bitten um einen friedlichen und respektvollen Umgang miteinander.
  • Keine Ein-Satz-Posts! Bitte schreibt mehr als vier Sätze, sonst kommt nie eine richtige Story in Gang. Außerdem ist es wichtig, dass ihr auf Rechtschreibung und Grammatik achtet. Natürlich passieren Fehler, doch es ist mühsam, wenn jedes Wort einen Rechtschreibfehler enthält und man raten muss, was der andere sagen will.
  • Tod, Schwangerschaft oder Hochzeit sind prinzipiell erstmal verboten und müssen immer mit uns abgesprochen werden und gut begründet sein.
  • Bitte schreibt regelmäßig (mindestens zwei Mal die Woche wäre schön) und meldet euch ab, wenn ihr mal länger abwesend seid und aus welchen Gründen auch immer eine Weile nicht schreiben könnt.
  • Bei Regelverstoß folgt eine einmalige Verwarnung, wenn sich nichts ändert steht es uns frei Leute vom RPG auszuschließen. Dasselbe gilt für zu lange Abwesenheit.

Diskussion

Beigetreten: 31.07.2012
Beiträge: 28986
Blutstropfen: 85002

Maleficent
Ich war also griesgrämig? Das war ja eine ganze neue Feststellung. Wie wäre er wohl gelaunt, wenn man ihm das wertvollste nehmen würde, was er hätte? So wie er sich bis jetzt benommen hatte, wären das wohl auch bei ihm die Flügel. Er jammerte herum und machte ein elendiges Theater, weil er einen Flügel gebrochen hatte. Das heilte wieder und danach konnte er wieder so viel herumfliegen wie er wollte. Aber ich hatte meine Flügel für immer verloren und er hatte lediglich einen Riss in diesen. Er hatte keine Ahnung, was mir widerfahren war, also sollte er wohl besser sein vorlautes Mundwerk zurückhalten. Sonst konnte er wohl wirklich bald alleine laufen. Auch wenn mir die Glöckchen gehörig auf den Nerv gegangen waren, so würde ich sie nun doch bevorzugen, als diesen vorlauten, kleinen Mistkerl reden zu hören. Als er dann noch anfing von Fairness zu reden, wünschte ich mir die Glöckchen definitiv zurück. "Daran hättest du halt eher denken sollen, bevor du verrätst, was du bist", antwortete ich mit einem kleinen Schulterzucken. Das spielte mir nicht so eine wichtige Rolle. Er hatte mir eine Antwort gegeben, aber das hiess nicht, dass ich mich verpflichten würde, eine Antwort zu geben. So war das auf keinen Fall. Er würde mich doch sowieso nur auslachen, wenn er erfahren würde, dass ich eine Fee war. Eine Fee hatte Flügel und die hatte ich nun leider Gottes nicht mehr. Er würde es mir ja sowieso nicht glauben und würde meinen, dass ich ihn verarschen wurde. Er hatte gesagt, dass ich nicht in einer von ihren Mythologien vorkomme, aber da kam sicher eine Fee vor - auch wenn ich nicht mehr wie eine aussah. "Dann verrätst du ihn halt nicht", erwiderte ich gelangweilt und verdrehte die Augen. "Dann bist du halt für mich weiterhin der kleine Kerl", fügte ich hinzu. Ich wandte den Blick ab und lief ihn durch die Landschaft gleiten. Ja, hier gefiel es mir definitiv besser als in der letzten Welt. Ich lief weiter und hielt natürlich weiterhin Ausschau nach dem Raben. Ich wollte nur Diaval finden. Er war die viel angenehmere Gesellschaft wie dieser Kerl, der auf meiner Schulter sass.

Faith falls hard on our shoulders, but legends never die.

Benutzerbild
Offline
Beigetreten: 20.03.2012
Beiträge: 20976
Blutstropfen: 61516

Terence
"Wenn ich keine Ahnung habe?", fragte ich geschockt und fasste mir an die Brust, während ich sie von der Seite musterte. "Na ja, ich bin nun fast zwei Tage mit dir unterwegs und es ist ein Fakt, dass du ziemlich mies zu jedem Wesen warst, das dir begegnet ist. Es ist also keine Ahnung, dass du griesgrämig bist, sondern eine Feststellung." So war es nun einmal. Ich schloss es ja nicht aus irgendwelchen heiklen Vermutungen, sondern ich hatte es gesehen und festgestellt. Es war ein Fakt, dass sie mies drauf war und das an allen anderen ausließ. Zumindest bisher. Sie konnte mir ja gern das Gegenteil beweisen, doch ich glaubte, dass sie das nicht schaffen würde. Nettigkeit war vielleicht einfach nicht ihr Ding, meines dafür umso mehr. Wir Elfen waren eben einfach nett. So lag es in unserer Natur. Vielleicht waren es auch die zwei schwarzen Hörner an ihrer Stirn, die so viel Hasse sammelten und in ihr Herz pumpten. Woher sollte ich das schon wissen oder verstehen? Ich legte den Kopf schief und rutschte auf ihrer Schulter ein Stück nach außen, um sie besser ansehen zu können. Ja, so ein Wesen wie sie hatte ich noch nie gesehen und scheinbar würde ich wohl auch nie mehr darüber erfahren, denn sie blockierte - nicht allzu geschickt - ab. Wollte sie mir nicht verraten, was sie war? Immerhin wusste sie doch nun, was ich war. "Ist das fair? Du weißt was ich bin und willst mir nicht sagen, was du bist? Wieso sollte ich dir dann auch noch meinen Namen verraten. Nein, nein, nein, so läuft das nicht. Informationsaustausch beruht auf Gegenseitigkeit.", erklärte ich ihr und verschränkte die Arme. Ich glaubte schon jetzt zu bemerken, dass es wesentlich einfacher gewesen war, als sie noch nicht verstanden hatte, was ich gesagt hatte. Wir waren einfach viel zu verschieden. (Sorry ._.)

Beigetreten: 31.07.2012
Beiträge: 28986
Blutstropfen: 85002

Maleficent
Ich wusste nicht, wieso ich höflich zu ihm sein sollte. Er hatte ja nicht gerade besonders schön über mich geredet. Dann musste ich auch nicht freundlich zu ihm sein. Vermutlich hatte er bereits schon die ganze Zeit so über mich geredet, während ich nur die Glöckchen gehört hatte. Ich hob eine Augenbraue. Was sollte ich? Meditieren? War das sein Ernst? Es war nicht so, als wäre ich von Anfang an böse gewesen. Ich war mal eine gute Fee gewesen. Sogar eine sehr gute. Ich hatte die Moore beschützt und meinen Job mit Bravour erledigt. Ich hatte sogar einen einigermassen guten Draht zu Menschen gehabt - bis dieser alles kaputt gemacht hatte. "Halt doch einfach deine Klappe, wenn du keine Ahnung hast", gab ich zurück. Bei ihm war vielleicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Überraschung: bei mir war das garantiert nicht so. Ich war unfreundlich und unhöflich. Alleine Diaval hatte meinen Respekt verdient. Er war stets treu zu mir gewesen und dafür wurde er auch belohnt. Der kleine Elb zog die Aufmerksamkeit wieder auf sich, als ich seine Worte hörte. Natürlich spielte das eine Rolle! Ich wollte wissen, was er alles über mich gesagt hatte. Sonst könnte ich ihn gleich mit den Fingern von meiner Schulter hinunterschnippen. Ich fragte mich, ob er mit diesem goldenen Staub, den er mit sich trug, mich wirklich fliegen lassen könnte. Aber er war zu geizig, als dass er noch mehr damit rausrücken würde. Er hatte gesagt, er hätte nicht mehr besonders viel davon. Ich glaubte einfach, dass er alles für sich behalten möchte. Noch ein weiterer Grund, ihn nicht zu mögen. Ich wollte wieder fliegen. Aber ohne Flügel war das nicht gerade einfach. Nein, es war sogar unmöglich und das hatte ich schon lange gemerkt. Ich hatte den Verlust meiner Flügel immer noch nicht überwunden und vermutlich würde ich das auch nie tun. Wie würde er sich wohl fühlen, wenn man seine Flügel abschneiden würde? Dann hatte er nicht nur einen gebrochenen Flügel, sondern er hatte gar keine mehr. Er konnte sich das vermutlich noch nicht einmal vorstellen. Ich schnalzte leicht mit der Zunge und sah ihn dann halt wieder an. Nicht alle Feen hatten Hörner. Aber woran das lag, konnte ich selbst nicht erklären. "Tja, dann siehst du halt sowas wohl zum ersten Mal", sagte ich, ohne ihm die Frage zu beantworten, was ich denn nun war. Er konnte ja raten, wenn er es unbedingt wissen wollte. "Wie ist dein Name?", fragte ich ihn stattdessen, um das ganze auf ein anderes Thema zu bringen. Er würde danach nur dumme Fragen stellen, wenn er herausfinden würde, dass ich eine Fee wäre. So viele Fragen, die ich alle nicht beantworten wollte.

Faith falls hard on our shoulders, but legends never die.

Benutzerbild
Offline
Beigetreten: 20.03.2012
Beiträge: 20976
Blutstropfen: 61516

Terence
Oh da war sie ja wieder. Die unglaublich unhöfliche, egoistische Frau, die ich getroffen hatte. Sie hatte mich geschlagen, mir meinen Flügel gebrochen und mir dann die Schuld zugeschoben und das tat sie immer noch. Jetzt keifte sie mich auch schon wieder an und ich seufzte genervt. Himmel, sie war aber auch wirklich anstrengend! Was konnte ich denn dafür, dass sie nur das Glöckchenklingeln hörte? Immerhin hatte ich ja nichts daran geändert oder es so entschieden. Wenn, dann lag es ja wohl an ihr. Was war sie denn für ein seltsames, magisches Wesen, wenn sie mich mal hörte und mal nicht? "Wie kann jemand wie du nur so viel Dunkelheit und Hass in sich tragen? Ist ja anstrengend... Vielleicht solltest du mal meditieren. Vielleicht wirst du so deine Wut auf alles und jeden los." Immerhin hatte ich ihr ja nun wirklich nichts getan. Im Gegenteil, ich hatte sie zu einer Wasserquelle und zu diesem Spiegel hier geführt. Was wollte sie denn noch, damit sie mich nicht mehr ankeifte? "Spielt das eine Rolle? Du hast mich ja eh nicht gehört... Hm... war jedenfalls leichter, als du mich noch nicht verstanden hast.", seufzte ich und lehnte mich zurück, stützte meine Hände auf und ließ mich weiter von ihr tragen. Was blieb mir auch anderes übrig? Mein Flügel war zwar nun einigermaßen stabilisiert und mit Feenglanz behandelt, aber das ließ ihn auch nicht magisch wieder zusammenwachsen. Ich würde eine Weile nicht fliegen können. Hofften wir einfach, dass ich bald bei Rapunzel war, denn dort musste ich das auch nicht. Außerdem konnte ich es nicht erwarten meinen miesepetrigen Reisebegleiter hier loszuwerden - und sie mich wohl ebenfalls. "Und ich habe noch nie eine Frau mit zwei schwarzen Hörnern gesehen, aber über euch gibt es auch keine Mythologien..." Über Elfen eben schon. Davon hatte ja nun wirklich jeder schon gehört, aber von... gehörnten Frauen? Das war einfach nur seltsam.

Beigetreten: 31.07.2012
Beiträge: 28986
Blutstropfen: 85002

Maleficent
Der Kleine wollte tatsächlich Wiedergutmachung von mir. Das ich nicht lache! Er hatte echt keine Ahnung, mit wem er es hier zu tun hatte. Aber ja, ich verstand ihn und seine Worte waren gerade nicht besonders höflich gewesen. Wollte er ernsthaft, dass ich ihn noch weiter trug? Das entschied einzig und alleine ich und das wusste er. Immerhin hätte er keine Chance gegen mich, so klein wie der Kerl war. Für ihn war es doch überall gefährlich. Ob er nun flog oder am Boden lief, spielte doch keine Rolle. Auch in der Luft konnte ein Vogel ihn für ein Insekt halten und im nächsten Moment wäre er gefressen worden. Dabei war es vermutlich gar nicht so appetitlich für den Vogel, wie wenn er ein echtes Insekt erwischt hätte. Ich rieb mir über die Stirn und sah wieder zu ihm. "Ja, verstehen oder bist du etwa zu beschränkt um das zu verstehen? Ich höre deine Stimme und nicht mehr diese elendig nervigen Glöckchen", versuchte ich ihm das ganze klarzumachen. Vielleicht wollte er ja auch einfach nicht wahr haben, dass ich ihn gerade auf frischer Tat ertappt hatte. "Hast du vorher schon solche Sachen gesagt?", fühlte ich ihm gleich auf den Zahn und sah ihn fragend an. Wenn das so gewesen wäre, dann sollte er besser gleich mit der Sprache rausrücken. Ich hätte bei seinen Worten am liebsten mit den Schultern gezuckt, aber dann wäre er wohl runter gefallen. Also liess ich es sein. "Wenn du unbedingt willst, dann bleib doch da oben sitzen", erwiderte ich gleichgültig. Es nahm mich gerade sehr viel mehr Wunder, was er denn nun war. Ich hob eine Augenbraue. Er war ein Elb. So klein war ein Elb? Er war ja aber auch wirklich winzig. "Na ja, ich habe noch nie so ein kleines Wesen wie dich gesehen", sagte ich und musterte ihn. Die anderen Feen waren auch nicht so klein. Es waren nicht alle so gross wie ich, aber dafür hatte ich auch grössere Aufgaben bekommen. Es war meine Aufgabe, die Moore zu beschützen und das konnte ich nicht tun, wenn ich nicht dort war. "Gehen wir weiter", sagte ich mehr zu mir selbst als zu ihm und lief wieder los. Ich musste Diaval finden und dann wieder zurück in die Moore gehen. Dann würde ich auch nicht mehr einem Elb begegnen.

Faith falls hard on our shoulders, but legends never die.

Benutzerbild
Offline
Beigetreten: 20.03.2012
Beiträge: 20976
Blutstropfen: 61516

Terence
Sie verstand mich ja eh nicht. Wieso sollte ich also überhaupt etwas sagen? Wieso aber sollte ich auch noch höflich sein? Sie hatte mir meinen Flügel gebrochen - zwar ausversehen - aber ich hatte keine einzige kleine Entschuldigung gehört. Stattdessen sagte sie sogar noch, dass es meine eigene Schuld gewesen war. Ich hätte es ihr ja nicht einmal übel genommen. Ich war nicht mal sauer auf sie, ein kleines Wesen wie mich konnte man schnell mal übersehen, allerdings fühlte ein normaler Mensch sich dann dennoch ein wenig schuldig und entschuldigte sich, auch wenn er es nicht mit Absicht getan hatte. Sie aber... sie schob die Schuld auf mich und keifte mich noch an. Natürlich passte mir das nicht und ich war ein wenig sauer deswegen. Immer noch, auch wenn ich wusste, dass von ihr nichts Derartiges mehr kommen würde. Ich zuckte zusammen, als sie den Kopf drehte und auf meine Worte antwortete. Na ja, oder eher gesagt: Sie fragte wieso sie mich verstand. Moment... Sie hatte das verstanden?! Wirklich? Wieso hörte sie mich denn genau dann, wenn ich etwas sagte, das sie mir übel nehmen würde? Sie war immerhin verdammt leicht reizbar! Super... "Verstehen? Du... hörst, was ich sage?", fragte ich nochmal nach. Das war seltsam. Seit ich aus dem Nimmerland gerissen worden war, hatte ich mich mit niemandem mehr vernünftig unterhalten können. Wie konnte das also sein? Stirnrunzelnd schob ich mich zurück auf den Hintern und hielt mich an ihrem Mantel fest. "Na ja, du hast mir den Flügel gebrochen und ich habe dich zum Wasser geführt. Alles, was du tun musst sind 3 Gramm mehr Gewicht zu tragen. Ich finde es ist schon fair, wenn du mich wenigstens in Sicherheit bringst, wo ich das ohne zu fliegen nicht mehr selbst tun kann." Das machte zwar weder die Schmerzen, noch die Sache an sich wieder gut, aber sie hatte ja nicht einmal vor sich zu entschuldigen, geschweige denn etwas wieder gut zu machen. Oh aber sie konnte mich fragen, was ich war, huh? Ihre Neugierde zu stillen war dann wieder vollkommen okay! "Ich bin winzig, ich habe Flügel... Ich bin ein Elb, das sieht man doch." Selbst wenn sie noch nie eine Elfe gesehen hatte, musste sie doch wissen, was eine war. Immerhin kannte man doch wohl zumindest die Mythologien über Elben und Elfen, egal in welcher Welt man lebte, oder?

Beigetreten: 31.07.2012
Beiträge: 28986
Blutstropfen: 85002

Maleficent
Ich wusste nicht, in was für eine Welt wir denn nun kommen würden. Der Kleine, der auf meiner Schulter sass, war anscheinend schon einmal hier gewesen. Er hatte ja eigentlich gar nicht zurück wollen, wenn ich das richtig interpretiert hatte. Aber es war anscheinend immer noch besser wie riesige Massen von Schnee. Wir kamen bei dem Spiegel an. Ich fand es immer ein sehr komisches Gefühl, wenn man durch diese Spiegel ging. Ich hatte es zwar erst einmal gemacht, aber das hatte mir eigentlich auch gereicht. Ich seufzte leise auf und duckte mich dann ein bisschen, bevor ich durch den Spiegel ging. Auf der anderen Seite sah ich mich zuerst einmal aufmerksam um, um zu sehen, was es hier alles gab. Es sah jedenfalls schon viel besser aus wie die Welt, die wir gerade hinter uns gelassen hatten. Ich drehte meinen Kopf verwundert zu ihm um, als ich nicht mehr die Glöckchen hörte sondern seine Stimme! "Wieso kann ich dich plötzlich verstehen?", fragte ich leicht verwirrt. Aber wie hatte er denn gerade mit mir gesprochen? Ich konnte auch wieder zurückgehen und ihn dort lassen, wo ich ihn gefunden hatte. Dann konnte er den ganzen Weg nochmals zurücklegen - aber zu Fuss. "Ich schulde dir gar nichts, Kleiner", erwiderte ich mit kühler Stimme. Er hatte hoffentlich selbst gemerkt, das das nicht gerade angebracht gewesen war. Natürlich wog er nicht viel, aber er konnte sich ja trotzdem glücklich schätzen, dass ich ihn überhaupt mitgenommen hatte und ihn nicht schon von meiner Schulter geschubst hatte. Er wusste ja, wie kaltblütig ich sein konnte. Er sollte wohl besser nicht noch einmal mit mir so reden. "Also.. was bist du?", fragte ich ihn. Daa war wohl die Frage, die mich am meisten neugierig gemacht hatte. Ich verstand zwar immer noch nicht, wieso ich ihn plötzlich verstehen konnte, aber das war ja gerade nebensächlich. Hauptsache ich konnte mich nun gerade einigermassen anständig mit ihm unterhalten. Diese Glöckchen waren mir aber auch grausam auf den Keks gegangen. Ich wollte wissen, was er war und woher er kam. So jemand wie ihn hatte ich noch nie angetroffen und vor allem nahm mich dieser Staub Wunder, mit dem man fliegen konnte. Ja, ich hatte noch ein paar Fragen.

Faith falls hard on our shoulders, but legends never die.

Benutzerbild
Offline
Beigetreten: 20.03.2012
Beiträge: 20976
Blutstropfen: 61516

Terence
Wir waren da! Wir waren endlich zurück bei diesem Spiegel, der ins Wunderland führte. Die Welt dort war wirklich verrückt. Es gab sprechende Tiere, Magier und gruselige Wälder. Ich war mir nicht so wirklich sicher, was alles zu der Welt gehörte und was angespült worden war, als alle Welten auseinandergerissen worden waren, aber ich war mir sicher, dass diese Welt Magie enthielt - so wie meine. Bisher hatte ich noch nicht begriffen wie genau das lief. Ich war ein magisches Wesen, deshalb verstanden mich die Menschen nicht. Bisher hatte ich mit anderen magischen Tieren oder Wesen sehr gut sprechen können und ich war mir sicher, dass die Frau mit den Hörnern, auf deren Schulter ich saß, auch magisch war. Bloß verstand sie mich nicht. Es fehlte eine letzte Konstante, die die Gleichung aufgehen ließ. Ich verstand das alles noch nicht, aber es war logisch, dass ein magisches Wesen sich nur mit anderen magischen Wesen unterhalten konnte, wenn beide sich in einer magischen Welt befanden. Bloß war ich an diesem Punkt noch nicht angelangt. Ich glaubte, dass sie mich einfach generell nicht verstehen konnte. Wer wusste schon, vielleicht war sie ja doch nicht magisch. Fragen konnte ich sie ja nicht. Ich hielt mich an ihr fest, als sie sich duckte und durch den Spiegel lief. Da waren wir also. Im Wunderland. Ich müsste jetzt nur noch Rapunzel finden und dann hätte ich einen sicheren Ort, an dem ich auf Tink warten konnte. Sie würde mich sicher suchen kommen! Na ja, aber zuerst musste ich wohl bis zu Rapunzel kommen... Als mich die Frau fragte, ob ich sie weiter als Mitfahrgelegenheit nutzen wollte, glaubte ich schon, dass sie mich loswerden wollte. "Es war mit Flügeln schon schwer genug nicht zertrampelt zu werden. Hier oben ist es wesentlich sicherer und irgendwie schuldest du mir ja auch noch etwas. Ich wieg ja nicht viel." Ich ging davon aus, dass sie mich nicht hörte. Deswegen war ich auch so dreist all das zu sagen. Sonst hätte ich sie vermutlich darum gebeten länger hier sitzen zu dürfen, da ich ja wusste wie sprunghaft und aggressiv diese Frau werden konnte.

Beigetreten: 31.07.2012
Beiträge: 28986
Blutstropfen: 85002

Maleficent
Wir redeten kein Wort miteinander. Wie denn auch? Wir konnten uns ja nicht besonders gut miteinander unterhalten. Er konnte mich nichts fragen, weil ich ihn nicht verstand und ich konnte ihm nur Fragen stellen, die er mit Ja und Nein beantworten konnte. Es war aber auch mehr als ärgerlich, wenn man nur immer diese verdammten Glöckchen hörte. Würde sich das jemals ändern oder hatte er sich noch gar nie mit anderen unterhalten? Ich wusste ja nicht, wie lange er schon unterwegs war, aber das müsste schon eine Weile her sein. Auf einmal hörte ich aber aufgeregte Glöckchen. Es war das einzige Geräusch, welches ich gerade hörte. Er kletterte auf mir oben herum und ich sah dann genau das, was er mir vermutlich zeigen wollte. Ich sah den Spiegel und ging mit ihm darauf zu. Ich drehte den Kopf kurz zu ihm. "Bereit?", fragte ich kurz zu ihm, aber das hielt mich nicht lange auf. Ich duckte mich ein bisschen und ging dann mit ihm durch den Spiegel hindurch. Es war ein sehr komisches Gefühl, wenn man da hindurch lief. Ich konnte es nicht beschreiben. Ich holte tief Luft und stiess sie auf der anderen Seite wieder aus. Ich seufzte leise auf und sah dann wieder zu dem kleinen Kerl auf meiner Schulter. "Und jetzt willst du mich weiterhin als Mitfahrgelegenheit nutzen?", fragte ich ihn und liess den Blick über die Landschaft schweifen. Es sah besser definitiv besser aus. Ich hatte zwar keine Ahnung, wo wir hier waren. Aber vielleicht wäre Diaval ja hier irgendwo. Wenn ich ihn gefunden hatten, mussten wir nur noch den Weg zurück in die Moore finden. So schwer sollte das ja eigentlich gar nicht sein. Das Blöde war nur, dass ich nicht wusste, wo er denn nun war. Es gab so viele Welten, von denen ich bisher noch nichts gewusst hatte und das war gar nicht das, was ich hatte sehen wollen. Ich wollte nur in meine geliebte Moore zurück. Ich lief los, obwohl der Kleine noch auf meiner Schulter sass. Er konnte mich ja irgendwie anstupsen oder wieder seine Glöckchen ertönen lassen. Dann würde ich schon irgendwie auf ihn aufmerksam werden. Fliegen konnte er ja momentan noch nicht. Dabei hätte ich absolut nichts dagegen, wenn er mich mal fliegen lassen würde. Nur zu gerne würde ich dieses Gefühl noch einmal erleben.

Faith falls hard on our shoulders, but legends never die.

Benutzerbild
Offline
Beigetreten: 20.03.2012
Beiträge: 20976
Blutstropfen: 61516

Terence
Es wäre ein enorm weiter Weg für mich geworden bis zum Spiegel zurück zu laufen. Ich war drei Tage marschiert, bis ich bei der Frau mit den Hörnern angekommen war. Sie hatte mir immer noch nicht ihren Namen verraten. Na ja, vermutlich weil sie meinen auch nicht kannte, aber ich konnte ihn ihr ja auch schlecht sagen. Ich könnte in höchstens in den San malen und das müsste ich groß genug machen, damit sie es auch ohne Lupe lesen konnte. Gott, es ging mir auf die Nerven. Ich wollte einfach nur wieder zurück zu Rapunzel und zurück in die seltsame Welt, in der wir beide festgesteckt hatten. Das Wunderland hatte man es genannt. Ein wenig seltsam war es schon gewesen, aber dort war ich wenigstens sicher gewesen. Mit der Hilfe der großen Frau hier würde es auch schneller gehen. Wo ich drei Tage lief, lief sie nur wenige Stunden. Ich konnte den Spiegel sogar schon sehen und stellte mich auf ihrer Schulter hin, lehnte mich nach vorn und hielt mich an ihrem Hals fest. Wir waren fast da. Nur noch wenige Schritte trennten mich von Rapunzel und einem sicheren Ort, an dem ich auf Tink warten konnte - hoffentlich suchte sie mich auch und fand mich irgendwann. Aufgeregt zeigte ich in Richtung des Spiegels. "Da! Da, komm, ein wenig schneller!", rief ich aufgeregt. Ich wollte einfach nur zurück. Bei Rapunzel war es bisher am sichersten gewesen. Ich wollte bloß von hier weg. Hier wäre ich beinahe von Waschbären und Raben gefressen worden. Ungeduldig kletterte ich wieder über ihre Schulter und hielt mich an ihrem Oberarm fest, um besser sehen zu können. Himmel, ich konnte nicht glauben gleich in Sicherheit zu sein. Leider dachte ich gerade überhaup nicht dran, dass auch Rapunzel längst weg sein konnte. Das Glück war eben schon lange nicht mehr auf meiner Seite gewesen. So sehr ich mich auch freute zurück zu kommen, ich würde nichts finden.

Beigetreten: 31.07.2012
Beiträge: 28986
Blutstropfen: 85002

Maleficent
Wir hatten wohl sowas wie einen Deal, auch wenn er den ersten Deal nicht angenommen hatte. Er hatte ihn abgelehnt und wollte von mir weg kommen. Trotzdem hatte er sich dann an mich gehängt, weil er vermutlich einfach keine andere Wahl gehabt hätte, ausser er wollte in einem Schneckentempo vorwärts kommen. Er war überhaupt nicht angetan von der Landschaft voller Schnee. Ansonsten hätte er sich wohl nicht dazu bereit erklärt, dass er wieder zurück gehen wollte. Aber er konnte mir zeigen, wo das Wasser war und wo der andere Spiegel war. Denn es sah ganz danach aus, als wäre Diaval hier nicht. Wenn also Diaval nicht hier war, dann hatte ich hier nichts mehr verloren. Ausserdem hatte ich definitiv keine Lust, wieder auf einen solchen Idioten zu treffen wie vorhin gerade. Mit Menschen konnte ich einfach nichts mehr anfangen. Er hatte mich versucht zu töten, also wieso hätte ich denn sein Leben verschonen sollen? Der kleine Mann setzte sich auf meiner Hand hin und steuerte mich zu dem Bach. Nach kürzester Zeit hörte ich das leise Plätschern des Baches selbst. Ich setzte mich hin und legte meine Hand vorsichtig in das Gras, damit er von dieser hinunterkommen konnte. Ich wollte mir gar nicht vorstellen, wie es sich anfühlen musste, wenn man so klein war. Ich nahm ein paar Schlucke von dem Wasser. Es war schön kühl und ich genoss es, wie das Wasser meinen Hals hinunter rann. Ich hoffte nur, dass die Landschaft ein bisschen mehr zu bieten hatte als diese hier. Er kam wieder zu mir zurück und ich hielt ihm meine Hand hin, damit er wieder auf mich hinauf klettern konnte. Ich spürte sein Gewicht nur ganz leicht. Er kletterte an meinem Arm hoch und verweilte dann auf meiner Schulter, wobei er mir die weitere Richtung zeigte. Ich hätte gerne ein bisschen mehr darüber erfahren, was für ein Wesen er war oder von wo er kam. Aber ich hörte nur diese verdammten Glöckchen und das half mir nicht gerade wirklich. Ich konnte mich mit ihm nicht wirklich unterhalten ausser mit langweiligen Ja- und Nein-Fragen. Also lief ich einfach los und lief in diese Richtung, die er mir angegeben hatte. Er schien sich hier ja ziemlich gut zurecht zu finden. In seiner Grösse brauchte er wohl nicht besonders viel zu essen oder was weiss ich. In dieser Sache hatte er wohl hier gerade das Los gezogen. Ich seufzte leise auf. Ich wollte einfach in den Mooren sein und Diaval wieder bei mir haben. Aber es war leider nicht so leicht, wie sich das sagen liess.

Faith falls hard on our shoulders, but legends never die.

Benutzerbild
Offline
Beigetreten: 20.03.2012
Beiträge: 20976
Blutstropfen: 61516

Terence
Ich konnte mir gut vorstellen, dass es ihr nicht passte, dass sie mich herumtragen musste. Ich wog keine drei Gramm und sie bemerkte das ja nicht einmal, aber es ging um ihren Stolz. Sie hatte den Typen beinahe erwürgt, weil er mit Magie nicht vertraut war und aus Angst heraus gehandelt hatte. Ja, es war falsches Verhalten gewesen, aber sie hatte doch extrem hart durchgegriffen. Sie war ein Wesen, das wohl nicht viel von Wärme und Mitgefühlverstand. Das hatte sie auch bewiesen, als sie mich weggeschlagen und auf meinen gebrochenen Flügel hin nur die Schultern gezuckt hatte. Dass sie mich jetzt also herumtrug, war wohl das Mindeste! Vor allem, da ich ihr ja immerhin zeigte, wo das Wasser war! Ich würde sie nur als Mitfahrgelegenheit nutzen. Bis wir zurück bei Rapunzel waren, könnte sie mir als Untersatz dienen, aber danach? Sie war so gemein, ich glaubte nicht, dass ich danach noch wesentlich viel mit ihr zu tun haben wollte. Ich setzte mich auf ihre Hand, da sie ziemlich ruckelig war, wenn sie sich bewegte, und zeigte ihr die Richtung, in die sie gehen sollte. Tatsächlich setzte sie mich sogar recht sanft auf dem Boden ab, als wir angekommen waren. Auch ich näherte mich dem Bach, der für wohl den Tod bedeuten konnte, wenn ich hineinfiel. Ich ging zum Ufer, schöpfte mit meinen Händen etwas Wasser und trank ebenfalls. Ich aß noch ein wenig von der Rinde und dann war ich satt. In der Natur würden wie Feen und Elfen wohl nie Probleme haben zu überleben – zumindest wenn man die Raubvögel und anderen Tiere ausließ. Ich lief durch das hohe Gras zurück zu ihr und nickte. Je schneller wir weiterkamen, desto eher waren wir einander wieder los und ich wäre bei Rapunzel in Sicherheit. Ich kletterte also wieder auf ihre Hand, erklomm ihren Mantel und grub meine Finger dann in den Stoff an ihrer Schulter, sodass ich sicher saß. Wieder zeigte ich ihr die Richtung. Immerhin kam ich vom Spiegel und sie wollte dorthin. Wir würden zusammenarbeiten und dann beide etwas davon haben.

Beigetreten: 31.07.2012
Beiträge: 28986
Blutstropfen: 85002

Maleficent
Die Beeren war ganz okay. Es war zwar kein besonders üppiges Frühstück, aber das würde schon reichen. Vielleicht würden wir auf dem Weg noch an irgendwelchen Früchten vorbei laufen. Dann konnte ich immer noch etwas davon essen. Wichtiger war jetzt auf jeden Fall, dass ich endlich etwas trinken konnte. Ich seufzte leise und ging zu dem kleinen Mann zurück, der irgendwas ass. Ich wollte gar nicht wissen, was es war, denn es sah nicht gerade besonders appetitlich aus. Hauptsache er hatte etwas zu essen und ich müsste mich nicht darum kümmern. Er setzte sich sofort in Bewegung, als ich ihn danach gefragt hatte. Gut. Vielleicht hatte er ja inzwischen kapiert, dass er mir besser gehorchen sollte, allerdings glaubte ich das dann doch nicht. Ich streckte ihm meine Hand hin, auf der er dann auch schon Platz nahm. Er streckte seine dünnen Arme aus und zeigte mir, in welche Richtung ich gehen sollte. Nach kurzer Zeit hörte ich dann aber auch schon das Plätschern. Ich könnte ihn aber nicht einfach so von meiner Hand schubsen. Wir kamen am Bach an und ich kniete mich hinunter, damit er von meiner Hand gehen konnte. Nachdem ich beide Hände wieder frei hatte, formte ich sie zusammen als wäre sie eine Schüssel und tauchte sie in das kühle Wasser hinein. Als meine Hände gefühlt waren, führte ich diese an meinen Mund und goss das Wasser in meinen Mund hinein. Das wiederholte ich noch ein paarmal, bis ich wirklich genug getrunken hatte. Ich seufzte leicht und liess mich in das weiche Gras sinken. Das Wasser hatte wirklich gut getan. Noch besser wäre es aber, wenn es hier mal regnen würde. Der Boden würde sich dann auch wieder viel wohler fühlen. "Wollen wir weiter?", fragte ich ihn und sah zu ihm hinunter. Diaval war nicht hier, also hatte ich hier nichts mehr verloren. Ich wollte Diaval finden und zurück in die Moore gehen. Mehr wollte ich nicht. Der Kleine neben mir hatte es sich ja inzwischen auch anders überlegt und wollte lieber nicht in den Schnee, sondern lieber zurück. Ich wollte ihn fragen, was das andere für eine Welt war, aber ich würde leider kein Wort verstehen. Also konnte ich mir diese Frage auch gleich ersparen.

Faith falls hard on our shoulders, but legends never die.

Benutzerbild
Offline
Beigetreten: 20.03.2012
Beiträge: 20976
Blutstropfen: 61516

Terence
Eine Weile sah ich ihr von hier unten zu, doch dann kümmerte ich mich auch um mich selbst. Sie schien ja relativ gut klarzukommen und Essen zu finden. Sie sah auch nicht aus wie der typische Mensch, der in der Großstadt lebte und nur Pizza bestellte - ja, ein klein wenig hatte ich von den Menschen bereits gelernt, da ich in der Bücherei immer viel gelesen hatte. Wir hatten dort immer einige Bücher über die Menschen gehabt, aber nie hatte eine der Zeichnungen so ausgesehen wie sie hier. Die Menschen hatten keine Hörner und sie trugen vor allem Schuhe und liefen nicht barfuß durch den Wald. Sicher war sie auch wesentlich stärker als ein normaler Mensch. Immerhin hatte sie den breitschutrigen Mann mit Leichtigkeit hochgehoben und gewürgt. Sie kam schon allein klar. Das war sie ja seit Wochen schon, genauso wie ich. Sie kam also sicher allein klar. Ich könnte ihr auch keine besonders guten Tipps geben. Sie aß vermutlich nicht Baumrinde, Honig und Tautropfen, so wie ich. Also machte ich mich erstmal auf die Suche nach meinem eigenen Frühstück, wozu sich der Baum, unter dem wir übernachtet hatten, sehr gut eignete. Ich holte einen kleinen Spachtel aus meiner Tasche und schabte etwas von der Rinde ab, die ich aß wie Menschen zum Beispiel Salzstangen. Ich packte sogar ein wenig in die Tasche mit ein und lief dann wieder zu den Wurzeln, auf die ich mich setzte, bis sie zurück kam. Sie hatte ein paar Beeren gefunden. Wirklich sättigend sah das allerdings nicht aus. Ob sie wusste, was sie hier essen konnte und was nicht? Sollte ich ihr vielleicht doch helfen? Immerhin waren Elfen sehr hilfsbereit - auch wenn sie sich das eigentlich nicht verdient hatte. Allerdings brauchte sie Wasser, da hatte sie Recht. Ich nickte und kletterte von den Wurzeln herunter und zu ihr auf die Hand, damit sie mich direkt mitnahm, wenn ich ihr den Weg zeigte. Ich streckte also einfach den Arm aus und ließ sie folgen. Der Bach war für sie ja nun wirklich nicht weit weg und sicher sollte sie auch bald das Plätschern des Wassers hören.

Beigetreten: 31.07.2012
Beiträge: 28986
Blutstropfen: 85002

Maleficent
Ich hätte wohl noch ein bisschen länger geschlafen, wenn ich nicht solchen Hunger gehabt hätte. Ich hatte schon viel zu lange nichts mehr gegessen, dabei hatte ich doch solchen Hunger. Vom Durst mussten wir gar nicht reden. Meine Kehle fühlte sich trocken an. Ich war mir sicher, dass der Kleine wusste, wo es Wasser gab. Er war immerhin schon hier gewesen. Aber er schlief noch und wenn ich ihn weckte, würde ich ihn nur noch aus Versehen an die gegenüberliegende Wurzel werfen. Er war mir einfach zu fein und ich wollte ihn nicht mehr als nötig anfassen. Sonst würde ich ihm nur noch den anderem Flügel brechen und auf sein Jammern hatte ich keine Lust. Also kletterte ich hervor und begab mich auf die Suche nach Nahrung. Irgendwas würde ich ja wohl schon finden, immerhin ernährte ich mich sonst auch von der Natur. In den Mooren war das aber nie ein Problem gewesen. Da hatte es von allem mehr als genug gegeben. Aber hier? Ich kannte mich hier nicht aus. Ich fand ein paar Beeren und pflückte diese, bevor ich mich weiter umsah. Ich ass ein paar von den Beeren und sie füllten wenigstens etwas von meinem Magen. Ich drehte mich um und sah zu unserem Unterschlupf, als ich den Kleinen sah, der inzwischen wohl auch aufgewacht war. Ich nahm noch ein paar von den Beeren und ging dann auf ihn zu. Er war wirklich winzig im Vergleich zu mir. Da war es fast schon ein Wunder, dass er überhaupt überlebt hatte bis jetzt. Ich setzte mich neben ihn hin und nahm eine weitere Beere in den Mund, während ich zu ihm hinunter sah. Er hatte wohl gestern noch seinen Flügel verarztet. Er hatte diesen mit dem Grashalm und anscheinend einem kleinen Holzstück stabilisiert. Dann wusste er wenigstens, wie er sich selbst verarzten konnte. "Zeigst du mir bitte, wo es hier Wasser hat?", fragte ich ihn und sah ihn an. Normalerweise sagte ich nicht bitte. Nicht mehr, sondern es war einfach selbstverständlich, dass man mir das gab, was ich wollte. Ich hob fragend eine Augenbraue. Immerhin konnte er mich als Mitfahrgelegenheit gebrauchen, also konnte er sich wohl auch dafür revanchieren. Das ganze hier war nicht als Wiedergutmachung für seinen kaputten Flügel gedacht. Das konnte er sich gleich mal abschminken. Also sollte er mir gefälligst zeigen, wo es hier Wasser hatte.

Faith falls hard on our shoulders, but legends never die.

Benutzerbild
Offline
Beigetreten: 20.03.2012
Beiträge: 20976
Blutstropfen: 61516

Terence
Für winzig kleine Elfen wie mich reichte das, was die Natur zu geben hatte. Bei uns im Tal war auch alles normal groß. Na ja, wir hatten natürlich auch kleine Sachen. Unsere Häuser und Möbel hatten die Tinker aus den Dingen gebastelt, die die Natur zu bieten gehabt hatte. Aber die Natur war genauso wie hier, bloß wesentlich ungefährlicher. Die Tiere dort wurden von den Tierfeen gezähmt und es liefen keine Menschen herum, die einen platttreten oder wegschnipsen konnten. Dort war es sicher gewesen. Hier aber war es das nicht. Ich hatte einen gebrochenen Flügel und würde ich nicht mit einer Frau reisen, die mir das angetan hatte und die heute beinahe einen Mann getötet hätte, würde ich wohl wirklich nicht weit kommen, bis mich ein Falke an seine Babys verfütterte. Unruhig wälzte ich mich auf dem feuchten Moss hin und her und zog das Laubblatt bis zum Kinn, doch ich fand keine Ruhe mehr. Ich schlug die Augen auf und fand mich unter der riesigen Höhle aus Wurzeln wieder, in die wir gestern entdeckt hatten. Ich hoffte immer noch jedes Mal, dass ich morgens aufwachte und alles nur ein schlechter Traum war. Dann wäre ich aufgestanden, hätte Tinkerbell von meinem bescheuerten Traum erzählt und sie hätte mich ausgelacht. Aber das hier war echt. Ich war verloren und konnte nur hoffen, dass Tink mich fand, denn ich schaffte es nicht sie zu finden. Frustriert richtete ich mich auf und spürte sofort da Gewicht der Verbandskonstruktion auf meinem Rücken. Aber so würde der Flügel wohl am ehesten noch heilen. Ich rappelte mich auf und stellte mich auf die Füße. Ich sah gerade noch wie sie die Höhle unter dem Baum verließ. Schnell lief ich zu den Wurzeln, kletterte sie hoch und konnte so zumindest über das hohe Gras hier hinweg sehen und sie beobachten. Sie suchte wohl etwas zu essen, hm? Den kleinen Bach könnte ich ihr zeigen. Dort gab es zumindest Wasser für sie. Mit dem Rest konnte ich ihr allerdings nicht helfen, denn ich konnte mich von so ziemlich allem ernähren. In der anderen Welt hatte ich den Blütenstaub gegessen oder die Bienen um etwas Honig gebeten. Hier... war es schon etwas schwieriger, aber das Harz der Bäume war auch ziemlich gut und Baumrinde aß ich auch. Wie gesagt, wir Elfen nahmen alles aus der Natur. Ich brauchte nur eine Blaubeere und ich wäre tagelang versorgt.

Beigetreten: 31.07.2012
Beiträge: 28986
Blutstropfen: 85002

Maleficent
Anscheinend war nun der Kleine doch auf meine Hilfe angewiesen. Ich hörte zwar keine Glöckchen, aber ich sah doch, wie er ohne Erfolg an diesem Grashalm zog. Es musste wohl echt beschissen sein, wenn man so klein war wie er. Mit Leichtigkeit konnte jemand auf ihn treten oder ihn einfach weg schlagen. Man würde es noch nicht einmal merken. Selbst ich hatte ihn für eine Fliege gehalten und ich hätte definitiv noch fester zuschlagen können. Dann wäre es aber vermutlich nicht nur bei einem gebrochenen Flügel geblieben. Wenn er sich nicht so an mich ran geschlichen hätte, dann hätte er nun auch keinen gebrochenen Flügel. Dann wäre er wohl auch nicht so wütend auf mich. Aber man konnte nichts mehr rückgängig machen und ich hatte deswegen garantiert keine Schuldgefühle. Trotzdem riss ich für ihn mit Leichtigkeit den Grashalm aus dem Boden, nachdem er ein bisschen zurückgetreten war. Ich reichte ihm diesen und dann hörte ich die Glöckchen. Vermutlich hatte er sich bedankt. Es war wirklich anstrengend, wenn man sich nicht richtig unterhalten konnte. Ich nickte ihm leicht zu und lehnte mich dann nach hinten. Draussen war es inzwischen wirklich dunkel geworden und ich war todmüde. Nachdem ich eine einigermassen bequeme Position gefunden hatte, dauerte es auch nicht lange und ich war eingeschlafen.
Als ich wieder aufwachte, ging draussen gerade die Sonne auf. Für das, dass es durch den Tag so warm war, war es jetzt erstaunlich kühl. Ich richtete mich ein bisschen auf und fluchte, als ich mit meinem einen Horn an der Wurzel hängen blieb. Vorsichtig löste ich mich und zog meinen Mantel enger um mich. Ich blieb eine Weile sitzen, bevor ich dann doch unter dem Baum hervor kroch. Ich streckte mich leicht und betrachtete die Gegend um mich herum. Es wäre so viel leichter, wenn ich noch meine Flügel hätte. Ich müsste einfach nur hoch genug fliegen und ich könnte alles überblicken. Ich schüttelte traurig den Kopf und sah wieder unter den Baum. Wenn doch wenigstens Diaval hier bei mir wäre. Ich könnte ihn in jedes beliebiges Tier verwandeln und wir würden um einiges schneller voran kommen. Aber leider war er nicht hier und ich musste mich mit diesem kleinen Kerl begnügen, der einen gebrochenen Flügel hatte. Ich machte mich auf die Suche, um irgendwas essen zu finden. Ich hatte verdammt nochmal Hunger.

Faith falls hard on our shoulders, but legends never die.

Benutzerbild
Offline
Beigetreten: 20.03.2012
Beiträge: 20976
Blutstropfen: 61516

Terence
Irgendwann musste ich diesen Flügel fixieren. Der Riss war ziemlich tief und meine Flügel ziemlich zart. In dieser Welt war alles riesig und grob. Zu Hause wäre das nicht so schnell passiert. Zu Hause wären gar nichts, woran ich mich so sehr hätte verletzen können. Immer noch tat es unglaublich weh. Der Feenglanz, der den Flügel schwerelos sein ließ, sodass die Schwerkraft nicht am Flügel zog, ließ auch langsam nach, sodass es wieder mehr schmerzte. Ich musste mich darum kümmern. Ohne meine Flügel... was war ich da noch für ein Elf? Ich kümmerte mich also langsam darum. Ich suchte mir einen kleinen Stock heraus und wollte mir einen Grashalm besorgen. In meiner Größe war der Grashalm halb so groß wie ich und so breit wie meine Hand. Er funktionierte also perfekt als Verband. In meinem Dorf hatten die Heilerfeen auch immer Gras zum Verbinden benutzt. Allerdings hatten diese auch Scheren, womit sie die Halme ernteten. Ich bekam sie nicht herausgerupft. Allerdings hatte ich eine Riesin bei mir, die mir bedeutete zur Seite zu treten und die mit Leichtigkeit den Grashalm zupfte. Perplex nahm ich ihn an und murmelte ein "Danke.", das sie sicher nicht überhört hatte - na ja, das Klingeln hatte sie nicht überhört, den Rest konnte sie sich ja denken. Allerdings drehte sie sich kurz danach weg und ich ließ mich ins Moss sinken. Ich zog den Flügel auf meinen Schoß, legte den Ast längs an die Stelle, an der der Riss entstand und wickelte dann den Grashalm um meinen Flügelbis der Riss fest eingewickelt war und so nicht noch weiter einreißen konnte. Damit war mein ganzer rechter Flügel in einen grünen Grashalm eingewickelt, als ich mir ein wenig Moos zusammenraufte, meinen Kopf darauf legte und mich leicht zusammenrollte. Ich schickte noch ein Stoßgebet gen Himmel, dass mich kein Eichhörnchen in der Nacht auffraß, und legte mich dann auch langsam schlafen. Mein Körper brauchte die Ruhe, um den Flügel zu regenerieren und ich war totmüde. Allerdings fror ich die Nacht über ziemlich und nahm mir irgendwann ein Blatt zum zudecken, doch immer wieder weckten mich die Schmerzen, wenn ich mich unruhig drehte. Durchschlafen war diese Nacht also nicht angesagt.

Beigetreten: 31.07.2012
Beiträge: 28986
Blutstropfen: 85002

Maleficent
Es war klar, dass dieser kleine Kerl mich nur als Mitfahrgelegenheit benutzte. Er musste doch unglaublich langsam auf diesen kleinen Füssen sein. Mit mir war er doch gefühlte hunderte Male schneller. Sonst hätte er mich nämlich nicht in Betracht gezogen und das wusste ich. Er mochte mich nicht, weil wegen mir sein Flügel gerissen war und ich mich nicht entschuldigt hatte. Tja, dann hätte er vielleicht auch ein bisschen besser aufpassen sollen. Er musste mir halt nicht einfach um die Ohren fliegen. Jeder hätte ihn wohl für eine Fliege gehalten. Also konnte er mir da keinen Vorwurf machen. Sollte er sich doch zu jemand anderem beklagen gehen. Nur war das nicht gerade besonders einfach. Es gab hier nicht besonders viele Personen, ausser er wollte zu diesem schiesswütigen Typen zurück. Ich wusste, dass ich nicht die netteste Person war. Aber das konnte er den Menschen verdanken. Ich konnte überhaupt nichts dafür. Wie hätte ich denn sonst reagieren sollen? Mit ihnen Kaffee trinken und meine Flügel bestaunen? Sie hatten dafür gebüsst und sie würden es sich wohl merken, dass sie sich nicht mit mir anlegen sollten. Trotz allem vermisste ich die Moore. Und ich vermisste Diaval. Ich kletterte unter die Wurzeln des Baumes und liess mich auf das Moos nieder. Wenigstens das Moos gab mir etwas von den Mooren zurück. Als ich mich nieder gelassen hatte, kletterte er auch schon von mir und sah sich aktiv um, nachdem er mir klar gemacht hatte, dass es ihm noch nicht besser ging. Er fand wohl etwas, um seine Flügel zu stabilisieren und fing dann an, an einem Grashalm zu ziehen. Aber ich sah schon bald, dass er dafür einfach zu schwach wach. Ich seufzte leise und machte ihm mit einer Handbewegung klar, dass er ein bisschen zurücktreten solle. Nachdem er einen Schritt, oder in seinem Fall mehrere Schritte, zurückgegangen war, riss ich mit Leichtigkeit den Grashalm aus dem Boden und hielt es ihm hin. Ich wusste nicht, was er damit tun würde. Aber es interessierte mich auch nicht gross. Ich wollte jetzt nur noch schlafen. Ich versuchte eine einigermassen bequeme Lage zu finden, was gar nicht so einfach war. Ich zog meinen Mantel enger um mich und schloss die Augen, als ich endlich eine einigermassen bequeme Position gefunden hatte. Ich war müde von der langen Lauferei und daher war es kein Wunder, dass ich nach kürzester Zeit bereits eingeschlafen war. Ich merkte, wie sich meine Gesichtszüge entspannten und dann alles dunkel um mich herum würde.

Faith falls hard on our shoulders, but legends never die.

Benutzerbild
Offline
Beigetreten: 20.03.2012
Beiträge: 20976
Blutstropfen: 61516

Terence
Ich war nur hier, weil ich durch sie wesentlich schneller zu Rapunzel und damit zu meinem Save Point kam. Sie war größer, sie hatte lange Beine, sie konnte mich ganz einfach tragen, es half uns beiden weiter. Sie konnte durch den Spiegel mit mir und dann würden sich unsere Wege trennen. Sie war nämlich nicht die Art nette Person, die man gern bei sich hatte oder mit der man gern reiste. Sie hatte mir den Flügel gebrochen, ohne sich zu entschuldigen. Wäre das Rapunzel passiert, hätte sie mir vermutlich aus Eisstilen ein Flugzeug gebaut oder sowas. Nicht jeder war so, das wusste ich. Aber eine kleine Entschuldigung hätte ich sicher gutgeheißen. Egal. Sie half mir durch den Spiegel und zurück zu Rapunzel zu kommen. Dort war ich erstmal sicher und konnte hoffen, dass Tinkerbell mich genauso suchte und mich irgendwann auf dort fand. Jedenfalls konnte ich nicht weitermachen. Ich allein war einfach zu schwach dafür. Ich schaffte es nicht, also musste ich mich ja bei ihr einklinken, um Hilfe zu bekommen. Sie folgte meinem Vorschlag und kletterte unter die Wurzeln des Baumes. Hier war alles von Moos bedeckt. Es war wie ein kleines Bett, das vor Regen und Wind geschützt war. Nur so kannte ich es. In der Natur zu schlafen war einfach das Ding der Feen und Elfen. Als sie sich hinsetzte, krallte ich meine Hände im Stoff ihres Mantels fest, da es doch sehr wackelig und unruhig auf ihrer Schulter wurde. Erst als sie sicher lag, ließ ich los und kletterte vorsichtig über ihren Oberarm wieder herunter, bis ich im Moos landete. Ich lief ein wenig herum und suchte nach irgendetwas, das mir nützlich sein konnte. Ihre Frage wie es meinem Flügel ging, ließ mich mich verwirrt zu ihr umdrehen. Ich griff hinter mir nach dem Flügel, hob ihn hoch und ließ ihn schlaff wieder fallen. War das Antwort genug? Es ging dem Flügel nicht gut. Er war gerissen, es tat scheißweh und ich konnte damit nichts anfangen. Ich suchte nach einem kleinen Splitter, einem Ast in meiner Größe. Unter einem Baum war das nun wirklich nicht so schwer. Ich fand einen winzigen Ast, dernur halb so groß war wie ein Zahnstocher und der die Länge meines Flügels hatte. Einen breiten Grashalm zu finden, den ich als Verband nutzen konnte, war allerdings schwerer. Ich hängte mich mit dem ganzen Gewicht hinein, um einen Grashalm abzureißen und dochh steckte er fest im Boden. Vielleicht könnte sie mir doch ein wenig dabei helfen, wenn sie sich schon nicht entschuldigen wollte. Für sie sollte es ja wesentlich leichter sein einen Grashalm zu pflücken.

Beigetreten: 31.07.2012
Beiträge: 28986
Blutstropfen: 85002

Maleficent
Ich hätte diesen Kerl nur zu gern umgebracht. Immerhin hatte er mich auch töten wollen. Wie du mir, so ich dir. So hiess doch ein bekanntes Sprichwort. Der Kleine hatte mich nochmal davon abgehalten, aber das nächste Mal würde er mich nicht mehr davon abhalten. Würde der Mann nur noch einmal über meinen Weg laufen, dann hätte er Pech gehabt. Wenn er wirklich so dumm war, dass er mir noch einmal über den Weg lief, dann konnte ich ihm auch nicht helfen. Dann war er mit so viel Dummheit gesegnet, dass es wohl besser wäre, wenn er nicht mehr auf dieser Erde hier herumlief. Der kleine Mann auf meiner Schulter nickte, als ich ihn nach dem Spiegel fragte. Gut, dann konnte er mir wenigstens in diesem Punkt helfen, denn ansonsten war er nicht gerade eine besonders grosse Hilfe. Er wollte mir sogar vorschreiben, was ich tun sollte. Dabei kannte er mich doch nicht einmal. Er wusste nicht, wer ich war und was ich alles erlebt hatte. Er hatte so gar keine Ahnung, wer ich war. Wir liefen weiter, während ich immer wieder nach Diaval rief. Aber da kam einfach nichts. Dabei würde er sicher zu mir fliegen oder zurückrufen, wenn er als Mensch unterwegs wäre. Ich wusste aber noch nicht einmal das. Auf einmal spürte ich etwas ganz sanftes. Ich hörte es sogar mehr, als dass ich es wirklich spürte. Ich drehte mein Kopf dem Kleinen zu und sah, wie er auf eine Höhle zeigte, die er entdeckt hatte. Sie sah ganz okay aus. Auf jeden Fall war sie viel besser als eine Schneehöhle. Aber das beste war gerade einfach, wenn ich mich hinsetzen konnte und meine Füsse sich ausruhen konnten. Der Untergrund war ein bisschen von Moos zugedeckt. Gut, dann würde morgen mein Hintern nicht weh tun. Ich ging darauf zu und verschwand dann in dieser Höhle, indem ich mich hinsetzte. Ich seufzte genüsslich auf und streckte die Beine von mir. Er konnte sich gar nicht vorstellen, wie gut sich das anfühlte. Ich legte den Kopf ein bisschen schräg, damit meine Hörner nicht an der Decke ankam und rutschte dann weiter hinein. Ich liess mich noch ein bisschen tiefer ins Moos sinken und lehnte den Kopf nach hinten. "Wie geht es deinem Flügel?", fragte ich den Kleinen nun doch. Irgendeine Unterhaltung mussten wir ja führen. Ich würde mich nicht entschuldigen, aber ich könnte ja mal nachfragen.

Faith falls hard on our shoulders, but legends never die.

Benutzerbild
Offline
Beigetreten: 20.03.2012
Beiträge: 20976
Blutstropfen: 61516

Terence
Nicht, dass ich mich vor ihr rechtfertigen müsste, aber sie trug mich ja immerhin auf ihrer Schlter herum - auch wenn ich wohl kaum mehr als drei Gramm wog und sie das nicht einmal spürte - aber vor einer Stunde noch hatte sie mir den Flügel gebrochen und sie könnte mich mit einem Schnipsen in den Tod stürzen, also... wollte ich sie nicht verärgern. Erst recht nicht nach dem, was sie dem Kerl da antun wollte. Aber nur weil ich mit ihr reiste, hieß das nicht, dass ich ihr half nach einem Raben zu suchen. Ihrem... Haustier oder was auch immer - wenn sie ihm extra einen Namen gegeben hatte. Ich war nicht hier, um Raben zu fangen, die mich auffressen wollten. Ich hatte mich nur an ihren Rockzipfel gehängt, weil mein Flügel dank ihr gebrochen war. Es würde ewig dauern wieder zurück zu dem Spiegel zu laufen und sie machte einen Schritt, wenn ich hunderte machte. Es war nur fair, wenn sie mir also den kleinen Gefallen tat mich ein wenig mitzunehmen, wenn sie doch sowieso in die Richtung ging und meinen gebrochenen Flügel wieder gutmachen wollte. Ich fand, dass das das Mindeste war. Ich nickte leicht. Natürlich wusste ich wo der andere Spiegel war. Da kam ich ja her. Ich wusste auf, wohin es ging, aber den Raben konnte ich ja schlecht für sie orten. Ich deutete in die Richtung, aus der ich kam - wir Elfen fanden uns ziemlich gut in der Natur zurecht - aber es wurde bereits dunkel und besser wäre es wohl, wenn sie sich frisch ausgeschlafen auf den Weg machte, denn der Weg war ziemlich lang. Ich sah mich also ein wenig um, während sie weiter ihren Hausraben suchte. Als ich dann eine Höhe unter den Wurzeln eines riesigen Baumes sah, boxte ich gegen ihre Ohrmuschel. Sie spürte es vielleicht kaum, aber am Ohr sollte sie es wohl zumindest hören. Als sie mich ansah, deutete ich schnell auf unsere Übernachtungsmöglichkeit für diese Nacht. Dort könnte ich dann wohl auch endlich meinen Flügel schienen und versorgen.

Beigetreten: 31.07.2012
Beiträge: 28986
Blutstropfen: 85002

Maleficent
Dieses Mal hatte der Mann noch Glück gehabt. Aber wenn ich ihn noch einmal antreffen würde und er würde noch einmal so eine grosse Dummheit begehen, dann würde ich definitiv kein Mitleid mit ihm haben. Dann würde ich ihn töten und zwar endgültig. Dieser kleine Kerl, der gerade auf meiner Hand war, würde mir garantiert nicht vorschreiben, was ich denn nun alles tun sollte oder nicht. Die Menschen hatten damit angefangen, nicht ich. Genauso war es ja auch jetzt gewesen. Der Mann hatte auf mich geschossen und nicht ich hatte ihn angegriffen. Ich wäre vermutlich einfach an ihm vorbei gelaufen. Ich wollte doch nur Diaval finden und dann zurück in die Moore gehen - wenn wir das irgendwie schaffen würde. Langsam hatte ich nämlich das Gefühl, als würde das ziemlich kompliziert werden. Ich hatte verstanden, dass man durch diese vergoldeten Spiegel in eine andere Welt kam. Aber man konnte nicht wünschen in welche und genauso stand nicht geschrieben, wohin es denn nun ging. Das erfuhr man dann erst hier. Aber hier gab es viel mehr magische Wesen, als ich gedacht hatte. So viele verschiedene Welten, von denen ich noch nie etwas gehört hatte. Aber anscheinend waren alle Menschen, egal in welcher Welt, genau gleich grausam. So war es halt nun einmal. Der Mann, der mich versucht hatte zu erschiessen, hatte das selbst bewiesen. Ich sah, wie der Kleine sich abputzte und dann wieder meinen Arm hinauf balancierte. Ich verstand nicht, wieso er denn nun doch mit mir mitgekommen war. Er mochte mich nicht und das hatte ich gemerkt. Ich drehte meinen Kopf zu ihm, während er mir versuchte zu erklären, wieso er nun doch nicht in die andere Richtung ging. Der Schnee. Der Schnee hatte ihn davon abgehalten. Er hatte also anscheinend ziemlich Angst davor, dass er im Schnee sterben könnte. Ich wollte ihn gerne fragen, von wo er denn nun kam. Aber es wäre wohl wirklich zu kompliziert, als dass er mir das erklären könnte. "Du weisst also, wo der andere Spiegel ist?", fragte ich ihn. Denn wenn ich Diaval hier nicht finden würde, dann würde ich wohl eine Welt weitergehen müssen. So war das halt nun einmal. Ich seufzte leise auf und setzte mich dann wieder in Bewegung. Ich wollte nur noch etwas bequemes zum Schlafen finden, nur war das sehr viel leichter gesagt als getan. Es würde aber wohl kaum so schlimm werden wie im Schnee. Der Schnee war wirklich der reinste Alptraum gewesen. Ich seufzte leise auf und rieb mir über die Stirn. Ich war zwar nun nicht mehr alleine und trotzdem konnte ich mich nicht so richtig mit ihm unterhalten. Es half mir also nicht gerade besonders viel. Wir kamen bei ein paar Bäumen an und ich sah automatisch in die Baumkronen. "Diaval?", rief ich, aber ich bekam keine Antwort. Ich seufzte leise und liess mich dann auf einem Grasflecken nieder. Meine Füsse schmerzten und ich fühlte mich unglaublich müde.

Faith falls hard on our shoulders, but legends never die.

Benutzerbild
Offline
Beigetreten: 20.03.2012
Beiträge: 20976
Blutstropfen: 61516

Terence
Wieso sie ihn nicht töten sollte? Weil Menschen zu töten kein verdammtes Hobby war! Ja, scheinbar war der Typ echt ein Idiot und er hätte eine Bestrafung verdient, aber den Tod? Vielleicht war er einfch verängstigt und hatte geglaubt sich selbst verteidigen zu müssen, weil er dieses magische Zeugs nicht kannte. Ich wusste ja auch nicht, was genau die Frau hier vor mir war! Das war kein Grund zu schießen, aber auch kein Grund ihn zu töten! Mord war etwar Unverzeihliches und deswegen sollte sie nicht das Gleiche tun wie er. Sie war besser als er. Oder? Ich kannte sie ja nicht. Eben noch hatte sie mir den Flügel gebrochen und es als gleichgültig abgestempelt. Wirklich gut war sie also wirklich nicht, aber das machte sie längst nicht zur Mörderin. Das machte nur sie selbst. Sie sollte sich mal ein wenig zusammenreißen und ihrer Wut nicht solch freien Lauf lassen. Das konnte wirklich gefährlich werden. Es war egal, was ich sagte, sie hörte ja nur Glöckchenklingeln. Doch die Art und Weise wie schnell und aggressiv oder sanft und erschöpft es klang, war schon eine Art zu kommunizieren und sie sah ja mein anklagendes, kleines Gesicht, das kaum größer war als ihre Fingerkuppe. Sie verstand also sehr gut, was ich hier versuchte ihr zu sagen und als sie seufzte und die Finger löste, krallte ich mich schnell am Ärmel ihres schwarzen Mantels fest, da es doch ganz schön ruckelig war auf ihrem Arm zu stehen, wenn sie einen zentnerschweren Kerl fallen ließ. Ich hielt mich also gut fest und seufzte erleichtert. "Gut... Mach dich nicht zur Mörderin! Das nächste Mal spiele ich dann aber auch nicht den guten Engel auf deiner Schulter.", erklärte ich, richtete mich auf und klopfte mir die Klamotten ab, ehe ich langsam wieder über ihren Arm balancierte und mich auf ihre Schulter setzte. Es war kein besonders stabiler, bewegungsloser Untergrund, aber würde ich zu Fuß durch das Gras laufen, wäre ich viel zu langsam, also hielt ich mich einfach am Kragen ihres Mantels fest und setzte mich in den Schneidersitz zwischen ihr Schlüsselbein und ihre Schulter in die kleine Mulde. Hier saß ich etwas sicherer. Ja, ursprünglich hatte ich in die andere Richtung gewollt, aber sie hatte mir doch vom Schnee erzählt. Da sie mich wohl kaum verstehen würde, nutzte ich also meine Hände. Ich tat so als würden meine Finger wie Schnee rieseln, dann rieb ich mir fröstelnd die Oberarme und ließ mich auf den Rücken fallen, als würde ich sterben. Na ja, zumindest würden meine Flügel abbrechen, wenn ich nicht gut und warm eingepackt war. Vor allem aber würde der Wind mich wohl sowieso durch die Gegend schmeißen. Ich hatte keine Chance. Ich war kein Abenteurer wie Tink, also blieb mir nichts anderes übrig, als mir einen sicheren Ort zu suchen und zu hoffen, dass Tinkerbell mich finden würde. Bei Rapunzel war es sicher gewesen und die lag in der anderen Richtung.

Beigetreten: 31.07.2012
Beiträge: 28986
Blutstropfen: 85002

Maleficent
Ich hatte gemeint, ich hätte diesen kleinen Kerl hinter mir gelassen. Hatte er nicht gesagt, dass er in die andere Richtung ging? Dass er in diese Richtung schon gegangen war? Also wieso sass er dann nun auf mir?! Ich hatte gar nicht mit bekommen, dass er es sich auf mir bequem gemacht hatte. Das lag wohl daran, dass er etwa das Gewicht von einer Fliege hatte. Er zog an meinen Hörnern und anscheinend wollte er mir damit klar machen, dass ich den Mann nicht töten sollte. Aber wieso sollte ich ihn denn nicht töten? Er hatte auf mich geschossen und sein Ziel war es definitiv gewesen, dass ich dabei drauf ging. Wieso sollte ich dann anders mit ihn umgehen? Wieder zog der Kleine an meinen Hörnern und ich sah genervt hinauf. "Er wollte mich töten, also werde ich das gleiche mit ihm machen. Oder willst du etwa, dass er weiterhin magische Wesen umbringt?", knurrte ich den Kleinen wütend an. Das war doch genau das, was dieser Mann hier tat. Alles was nicht menschlich aussah, wollte er töten. Da machte ich nicht mit. Der Mann war inzwischen weg getreten. Nicht mehr viel länger und er wäre tot. So einfach ging das. Er würde noch nicht einmal etwas davon merken, weil er ja bereits ohnmächtig war. Ich verdrehte genervt die Augen, als der Kleine wieder an meinem Arm nach vorne kletterte. Seine kleinen Händen legten sich um meinen Zeigefinger, der auf den Hals des Mannes drückte. Ich stöhnte genervt auf und verdrehte die Augen. Ich liess aber die Kehle des Mannes los. "Das nächste Mal mache ich keine Ausnahme mehr", sagte ich und warf dem Kleinen verächtlichen Blick zu. "Ich habe gemeint, du wolltest in die andere Richtung?", fragte ich ihn, obwohl ich wusste, dass ich von ihm keine Antwort bekommen würde. Ich hörte nur diese bescheuerten Glöckchen und dies ging mir richtig auf dir Nerven. Aber ändern konnten wir es wohl nicht. Mit einer Kopfbewegung machte ich ihm klar, dass er wieder auf meine Schultern klettern sollte. Es begann schon langsam einzudunkeln und ich wollte gerade nur noch einen Platz zum Schlafen finden. Ein weiteres Mal war ich enttäuscht worden von den Menschen. Es waren anscheinend doch alle gleich. Man konnte sie nicht ändern und das merkte ich immer mehr. Dem einzigen, dem ich bedingungslos vertraute, war Diaval. Das würde wohl auch so bleiben.

Faith falls hard on our shoulders, but legends never die.

Benutzerbild
Offline
Beigetreten: 20.03.2012
Beiträge: 20976
Blutstropfen: 61516

Terence
Das konnte nicht ihr Ernst sein! Sie konnte jetzt nicht ernsthaft diesen Mann töten. Ich meine... ja, okay, er hatte auf sie geschossen und sicher nicht die Absicht gehabt sie nur ein wenig zu verschrecken, aber ließ sie sich wirklich auf sein Niveau herab? Wo war ich hier nur gelandet, wenn sich Leute gegenseitig töteten? Fühlte sie sich nicht schlecht dabei? Sie würde ein Leben beenden. Vielleicht hatte dieser Idiot hier Familie. Vielleicht hatte er Eltern, die ihn vermissten. Vielleicht hatte er sogar Kinder und eine Frau! Na ja, so lief das doch bei den Menschen, oder? Sie suchten das andere Geschlecht und dann poppte einfach so ein Baby hervor. Also... keine Ahnung! Ich war durch das erste Lachen eines Babys entstanden. Ich war durch den Wind ins Feental getragen worden und war aus dem Samen einer Pusteblume entstanden! So lief das bei uns ab. Wir hatten keine Eltern. Bei uns waren alle Familie, deshalb konnte ich nicht verstehen, wie man den Wunsch haben konnte zu töten. Ich riss wieder an ihren Hörnern, doch ihr Kopf bewegte sich nur ganz wenig, während ich mein gesamtes Gewicht daran hing. "Lass gut sein... Lass ihn fallen und liegen. Du suchst Diaval, oder? Dieses... Rabenvieh, das mich fressen wollte? Konzentrier dich darauf. Du kannst doch nicht einfach so ein Leben beenden, nur weil dir danach ist.", sagte ich nun ruhiger. Sie verstand mich zwar nicht, aber meine Stimmlage machte auch etwas her. Das Glöckchengeklingel war wesentlich ruhiger, zarter. Wow, sie schien ja eine ziemlich harte Vergangenheit mit den Menschen gehabt zu haben, was? Ich ließ ihr schwarzes Horn los und balancierte wieder langsam über ihren Oberarm zu ihrer Hand. Ich setzte mich auf ihren Daumen, damit sie mich ansah. "Um Himmels Willen, lass ihn los. Du kannst die Menschen nicht alle in eine Kiste werfen. Rapunzel war auch nett... Man kann das nicht pauschalisieren.", sagte ich ruhig und legte meine Hände an ihren Zeigefinger, der seine Kehle umschloss. Er war mittlerweile beinahe weggetreten. Er bekam sicher nicht einmal mehr etwas weg. Ich zog an ihrem Finger, aber natürlich konnte ich kleines Ding nichts ausrichten, außer sie ließ ihn von selbst los.

Beigetreten: 31.07.2012
Beiträge: 28986
Blutstropfen: 85002

Maleficent
Diese verdammte Menschen! Niemals konnten sie sich nur um sich selbst kümmern. Immer mussten sich in die Leben von anderen einmischen. Mein Leben war definitiv genug von den Menschen beeinflusst worden. Er hätte mich verletzen oder sogar töten können. Seine Absicht war es auf jeden Fall gewesen, mich zu töten. Also wieso sollte ich ihn dann nicht töten? Es war kein Diaval hier, der mich davon abhalten könnte. Er war nicht hier, also hatte er auch nichts zu sagen. Mein Griff legte sich fest um seinen Hals. Er wirkte auf einmal unsicher und nicht mehr so wie der kaltblütige Killer. Bei ihm war es vielleicht nur eine Fassase. Aber ich war kalt. Das war bei mir eine Tatsache. Vielleicht gab es irgendwo in mir drinnen ja noch etwas Gutes, nur interessierte mich das sehr wenige. Dieses Gute hatte dazu geführt, dass ich den Menschen vertraute und was hatte mir das gebracht? Ich hatte meine Flügel verloren! Bei diesem Gedanken verstärkte sich der Griff nur noch mehr und der Mann fing unter meinem Griff an zu röcheln. Ich hatte kein Erbarmen mit ihm. Er hätte wohl auch kein Erbarmen mit mir gehabt. Ich hörte wieder die Glöckchen und etwas, was auf meinem Arm auf und ab hüpfte. Aber ich nahm es gar nicht so richtig war. Mein Blick lag nur auf dem Mann, der mich versucht hatte zu töten. Das Hüpfen hörte auf und ich drückte die Kehle des Mannes noch ein bisschen mehr zu. Aber auf einmal wurde mein Kopf auf die Seite gezogen. Ich fluchte leise, als ich die Glöckchen hörte. Ich wusste sehr gut, wer gerade an meinen Hörnern herumzog. "Wieso sollte ich ihn nicht umbringen? Er hätte genau das gleiche mit mir getan", sagte ich verächtlich. Ich wusste, dass der Kleine mich verstand. Der Mann vor mir fing an nach Luft zu schnappen. Bald würde er ohnmächtig werden und dann konnte er sich von den Lebenden verabschieden. "Die Menschen hatten mehr als genug Chancen und schlussendlich hatten sie alle in den Sand gesetzt. Sie haben nichts anderes verdient.' Was wusste denn der Kleine schon? Er wusste doch gar nichts von der wirklichen Welt. Er wusste nicht, wie machtsüchtig die Menschen waren und was sie alles für diese Macht taten. Da machte ich nicht mehr mit.

Faith falls hard on our shoulders, but legends never die.

Benutzerbild
Offline
Beigetreten: 20.03.2012
Beiträge: 20976
Blutstropfen: 61516

Terence
Himmel, wieso lief sie nicht?! Dieser Mensch hatte auf sie geschossen! Er hatte sie abknallen wollen! Die normale Reaktion von ihr wäre jetzt gewesen zu laufen, einfach weg von hier, in den Wald, zwischen die Bäume. Wieso bewegte sie sich nicht? Hörte sie mich denn nicht? Die Glökchen sollten doch relativ schrill und gut zu hören sein, doch sie war wie gefangen. Ihr Blick war auf den Mann gerichtet, der sich im Gebüsch aufgesetzt hatte und nun unruhig von einem Fuß auf den anderen trat, zu überlegen schien, ob er nochmal schießen sollte. Sie aber brachte sich nicht in Sicherheit, nein, stattdessen ging sie noch todesmutig auf ihn zu. Wollte sie sich umbringen? Wollte sie mich gleich mit den in den Tod reißen? Sie hätte mich schon einmal beinahe umgebracht! Das wäre wohl mein Stichwort gewesen endlich abzuhauen, aber ich war ein Elf und wir Elfen hatten leider ein viel zu großes Herz für unseren kleinen, gebrechlichen Körper. Herrgott, sie würde sich noch umbringen! Ich klammerte mich am Stoff ihres Mantels an ihrer Schulter fest, als sie die Waffe des Mannes einfach so aus seinen Händen zog und ihn am Hals packte. Die eisblauen Augen von ihm richteten sich auf sie und glitten dann rüber zu mir, sodass seine Augenbrauen in die Höhe schossen, während er röchelte. Aha... Es gab also doch noch Menschen, die nichts von Magie wussten. Ich schüttelte den Kopf und balancierte über ihren Oberarm, mit dem sie den Mann erwürgte. "Hey! Hey, hör auf damit! Willst du ihn umbringen? Das kannst du nicht machen!", protestierte ich und hüpfte auf ihrem Arm herum, stampfte mit den Füßen und kitzelte sie damit wohl höchstens. Sie würdigte mich keines Blickes. Ich grummelte ich und stapfte zurück zu ihrer Schulter, hüpfte und legte meine Hände um ihr Horn, an dem ich zog, sodass ihr Kopf leicht zur Seite gezogen wurde. "Hör auf damit und dreh um! Lass ihn hier und hau ab! Such deinen verdammten Diaval!", schrie ich nun lauter, damit sie mich endlich hörte! Gott, manchmal nervte es echt so klein zu sein! Ich konnte nichts tun, als an einem ihrer pechschwarzen Hörer zu ziehen.

Beigetreten: 31.07.2012
Beiträge: 28986
Blutstropfen: 85002

Maleficent
Mein langes schwarzes Kleid sammelte sich immer mehr mit Staub. In den Mooren war das noch nie ein Problem gewesen, aber hier sah das ganze andets aus. Ich hasste diese trockene Öde. Wenn Diaval ein Rabe war, dann würde ich ihn am ehesten auf einem Baum fanden. Aber wäre er wohl wirklich in dieser Welt oder war er sonst irgendwohin geschleudert worden? Ich wusste es nicht. Ich wollte ihn nur wieder finden. Ich hatte mich sehr an seine Nähe gewöhnt. Er war mein Freund. Er wusste als einziger, wie es mir ging. Ich wusste nicht, ob er meine Wut gegen Menschen nachvollziehen konnte. Aber ich hatte ihn vot dem Tod gerettet und dafür war er mir nun treu. Menschen waren Verrätter und süchtig nach Macht. Sie verrieten ihre nahesten Leute, nur damit sie an die Macht kommen konnten, die sie wollten. Ich rieb mir über die Stirn, während ich immer weiter nach Diaval rief. Ich wusste nicht, wie lange ich noch suchen könnte, bis es dunkel werden würde. Ich wollte bis dann aber jedenfalls etwas gefunden haben. Mein Blick war geradeaus gerichtet, als ich plötzlich ein Stechen in meinem Nacken vernahm. Ich blieb stehen und im nächsten Moment glitt ein Schuss vor meiner Nase durch. Ich hatte das Gefühl, dass das Stechen in meinem Nacken kein Zufall gewesen war. Aber darum konnte ich mich auch später kümmern. Aber nicht mit dem Menschen, der gerade auf mich geschossen hatte. Mein Blick glitt zu ihm und meine Augen wurden kalt. Langsam ging ich Schritt für Schritt auf ihn zu. "Ihr Menschen habt immer noch nicht kapiert, dass ihr mich besser nicht verärgern sollt", sagte ich und meine Augen fixierten den Mann in dem weissen Hemd. Schnell stand ich vor ihm und zog ihm dieses Ding, mit dem er tatsächlich auf mich geschossen hatte, aus seinen Fingern. Ich funkelte ihn wütend an. "Du wolltest mich also umbringen?", ich betrachtete ihn gnadenlos. Man konnte den Hass gegen die Menschen gar nicht beschreiben. Noch dazu hatte er mich fast umgebracht. Meine Hand legte sich um seine Kehle. Ich sah vielleicht nicht so stark aus, aber das war es. Meine Kräfte funktionierten in diesem Land nicht [gehe ich jetzt mal davon aus, da er ja auch nicht mit ihr reden kann :3]. Er wandte sich in meinen Armen, während sich der Druck um seinen Hals verstärkte. Die Menschen hatten mir das genommen, was mir am wichtigsten gewesen war. Sie hatten mich verraten - aus reiner Habgier. All das kam wieder nach vorne. Wieso sollte ich mit so einem Menschen Erbarmen haben? Er hätte mich eiskalt erschossen.

Faith falls hard on our shoulders, but legends never die.

Benutzerbild
Offline
Beigetreten: 20.03.2012
Beiträge: 20976
Blutstropfen: 61516

Terence
Gut, es war wohl doch keine so gute Idee gewesen mich an ihren langen, schwarzen Umhang zu kletten. Ich war ein verdammter Feenglanzverwalter! Ich war kein Tinker, mit Kraft in den Armen oder sowas. Ich war schwach! Immer wieder grub ich meine schwitzigen Finger in den Stoff und zog mich daran schnaufend hoch. Scheiße, es war verdammt anstrengend! Wie sehr wünschte ich mir meine Flügel zurück, doch immer wenn ich mit ihnen schlug, um mich nach oben zu befördern, schrie ich vor Schmerz beinahe auf und konnte mir nur die Faust vor den Mund halten, um kein Geräusch von mir zu geben. Sobald sie wieder Glöckchen hörte, würde sie mich von sich schütteln und dann wäre ich wohl wirklich am Ende! Wenn sie mich hier entdeckte wie ich sie als... Mitfahrgelegenheit nutzte, würde sie mich wohl wirklich zerquetschen. Jedenfalls schätzte ich sie nicht gerade als besonders gute Person ein. Im Gegenteil, ich glaubte sie war einer der bösen Leute. Ich sollte mich wirklich von ihr fern halten. Sobald wir in der Nähe der Spiegelwand waren, würde ich abspringen und hoffen sie nie wieder zu sehen. Ich kletterte immer weiter, bis ich irgendwann endlich an ihrer Schulter angelangt war. Ich hielt mir die Hände vor den Mund, um mein Schnaufen ein wenig zu dämpfen. Ich war leise, doch sie war sowieso mit ihren eigenen Gedaken beschäftigt. Sie murmelte etwas vor sich hin und ich runzelte die Stirn. Diaval? War das ihr Haus-Rabe oder was? Wenn ja, was war das dann für ein bescheuerter Name? Ich schüttelte bloß den Kopf und sah mich ein wenig um, als sie immer noch verzweifelt nach ihrem Diaval rief. Mir sprang sofort etwas Rotes ins Auge, als ich mich zur Seite drehte. Ein Mann hockte im Gebüsch. Seine eisblauen Augen waren auf die Frau gerichtet, mich sah er aus der Entfernung sicher kaum. Seine langen, schwarzen Haare waren zu einem Zopf gebunden, er trug ein weißes Hemd und darüber die auffällig rote Weste. (Gaston von die Schöne und das Biest ;) ) Er sah konzentriert aus und als er sich aufrichtete, lief es mir eiskalt den Rücken herunter. Trug er da eine Waffe? Im Feental kannten wir das nicht, aber ich konnte mir denken, was es war, als er es hob und auf uns richtete. "Seht nur! Noch ein Biest! Ich habe doch gesagt, es gibt Ungeheuer hier!", brüllte er einer imaginären Truppe zu und legte den Finger an den Abzug. "Um Himmels Willen, runter!", knurrte ich, gab der Frau, auf der ich mitreiste, einen festen Tritt in den Nacken, sodass sie stehen blieb und der Mann den Schuss verfehlte. "Lauf verdammt nochmal!", schrie ich ihr zu. Sie verstand meine Worte vielleicht nicht, aber sie hatte nach dem Schuss sicher begriffen, dass sie rennen sollte. Dieser Typ war ja völlig irre!

Beigetreten: 31.07.2012
Beiträge: 28986
Blutstropfen: 85002

Maleficent
Er wusste ja nicht, wie das war, wenn einem das geraubt wurde, dass man am meisten geliebt hatte. Dann kam so ein kleiner Mann daher geflogen, der alles mit nur ein bisschen glitzerndem Staub alles fliegen lassen konnte. Was erwartete man denn von mir? Dass ich das einfach so hinnahm? Natürlich nicht. Ich war die Königin der Feen. Alle gehorchten mir in den Mooren. Wieso konnte er also nicht einfach das tun, was ich sagte? Ich war jetzt schon froh, dass ich so ein Diener und Freund wie Diaval hatte und nicht so ein lästiges, kleines Ding. Ich hörte nichts mehr klingeln, also ging ich einfach davon aus, dass er endlich Ruhe gegeben hatte. Ich würde in diese Richtung laufen, die er mir gezeigt hatte. Eine andere Wahl hatte ich ja nicht wirklich. Aus der anderen Richtung war ich schon gekommen und von dem Schnee hatte ich jetzt zuerst einmal für eine Weile die Schnauze voll. Alles war weiss gewesen. Nur weiss. Ich hatte kein einziges grünes Blättchen gesehen. Aber hier sah es gerade auch nicht besonders viel besser aus. Hier war im Gegensatz dazu einfach alles trocken. Der Kleine wollte also meinen Deal nicht annehmen. Gut, dann sollte er in die Schneelandschaft gehen. Wenn er Pech hatte, würde er ziemlich schnell von einer Lawine überrollt werden. Aber das war ja dann nicht mehr mein Problem. Ich drehte mich um und schüttelte den Kopf über diesen kleinen Mann. Was war das nur für ein Wesen gewesen? Er hatte mit mir nicht sprechen können und daher hätte es genauso wenig gebracht, wenn ich ihn deswegen gefragt hätte. Ich seufzte leise und lief dann weiter. Ich hatte zwar eine längere Pause gemacht, als ich es geplant hatte, aber meine Füsse taten immer noch weh. Fliegen. Wie sehr ich das Fliegen vermisste. Dann hatten meine Füsse nie weh getan. Ich lief eine ganze Weile still vor mich hin. "Wo bist du nur, Diaval?", murmelte ich leise vor mich hin. Er sollte doch gar nicht so weit weg sein. Was auch immer passiert war, wir waren nebeneinander gewesen. Wieso waren wir dann nicht nebeneinander aufgewacht? Ich wusste, dass er sich nie einfach so aus dem Staub gemacht hätte. Er hätte auf mich gewartet oder mich geweckt. Eines von beidem. Also war es ja klar, dass er irgendwo sonst gelandet sein musste. Aber wo? Das hier war die zweite Welt abgesehen von den Mooren. Ich hätte nie gedacht, dass es noch andere Welten gab. Aber genauso sah es aus. Nur hatte ich keine Ahnung, was in dieser Welt hier überhaupt los war. Ich war irgendwo abseits. Irgendwo müsste es sicher auch ein Zentrum geben, aber das hatte ich bis jetzt noch nicht gefunden. Ich stöhnte frustriert auf und lief weiter.

Faith falls hard on our shoulders, but legends never die.

Benutzerbild
Offline
Beigetreten: 20.03.2012
Beiträge: 20976
Blutstropfen: 61516

Terence
Ich bemerkte ihren gierigen Blick. Es war mir ja nicht neu. Die meisten Menschen wollten fliegen. Ich wusste, was sie daran fanden. Man fühlte sich frei und unantastbar. Ich mochte es ja auch zu fliegen, aber ich hatte kaum genug Feenstaub, um selbst bis nach Hause zu kommen. Ich hatte also erst Recht nicht genug, um sie damit zu übergießen und sie auch nur eine Minute fliegen zu lassen. Es reicht einfach nicht aus. Ich war Feenglanzverwalter. Ich hatte immer über den Feenglanz gewacht und hatte ihn verteilt an die Bewohner, aber ich konnte ihn nicht herstellen. Das konnte nur der große Baum zu Hause und... ich wusste nicht wie ich nach Hause kam. Zu Fuß jedenfalls würde es nicht klappen. Ich wüde nie dort ankommen, irgendetwas würde mich umbringen! Ob nun eine Kutsche, ein Hund oder ein Fuß. Ich würde gefressen, zerquetscht oder... weggeschlagen werden wie eine Fliege. Ich kauerte mich auf der Baumrinde leicht zusammen und ließ meine Flügel an meinem Rücken hängen. Gott, es tat so weh! Wie konnte ihr das nicht zumindest ein schlechtes Gewissen bereiten? Hatte sie denn kein Herz? Als sie mir aber von der Richtung erzählte, aus der sie kam, hob ich leicht den Kopf. Schnee? Oh nein, Schnee war dort sicher nicht. Wir hatten bei uns im Feental vier Zonen. Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Tink arbeitete im Frühling, ich im Zentrum beim Baum. Der Sommer und der Herbst waren für uns auch kein Problem, dort halfen wir genauso aus, aber der Winter war immer ein Problem gewesen. Unsere Flügel waren zu empfindlich für die Kälte und deswegen konnten wir dort nicht hinfliegen, sondern mussten uns warm einpacken, damit unsere Flügel nicht abbrachen. Wenn sie aus einer Schneelandschaft kam, die ich durchqueren musste, dann... hatte ich wirkliche in Problem. Hinter mir war das Nimmerland nicht gewesen, also musste ich doch durch den Schnee, nur... wie?! Wie zur Hölle sollte ich das anstellen? Verzweifelt fuhr ich mir mit beiden Händen durch das Gesicht. Ich wollte doch einfach nur nach Hause! Vielleicht sollte ich einfach wieder zurück zu Rapunzel gehen und mich damit abfinden, dass der Feenglanz ausgehen und ich nicht mehr fliegen würde. Vielleicht sollte ich einfach mit ihr auf dieser komischen Insel leben. Sie war wenigstens nett zu mir gewesen. Ich hatte doch sowieso keine Chance mein Zuhause zu finden. Ich war zu klein... Vielleicht musste ich das einfach einsehen. Als die Frau sich also aufrichtete und sich zum Gehen wandte, stand ich auf, nutzte das letzte Fünkchen Feenglanz auf meinem Hut und sprang vom Baumstamm, sodass ich ein wenig schwebte und mich noch schnell an den Saum ihres dunklen, schweren Mantels hängen konnte. Ich klammerte mich daran fest und kletterte am Stoff ihren Rücken hoch. Ich war ein Fliegengewicht, also sollte sie mich eigentlich nicht wahrnehmen und ich könnte sie für eine Weile als Fortbewegungsmittel nutzen. Ich wollte nicht wieder tagelang zurücklaufen. Ich würde mich an sie hängen und früh genug abspringen, ehe sie mich bemerkte. Ich musste eben nur still sein und durfte nicht sprechen, denn wenn sie das Klingeln wieder hörte, würde sie mich vermutlich noch mit ihren Fingern zerquetschen. Gott, das war nichts für mich! Diese Abendteuer waren eher etwas für Tinkerbell, aber sie war nicht hier. Ich vermisste sie so sehr... Vielleicht... würde sie mich ja finden, wenn ich nur lang genug am selben Ort blieb. Bei Rapunzel schien es mir bisher am sichersten zu sein. Meine letzte Hoffnung war also, dass Tink mich fand, denn ich... war einfach nur ein Feenglanzverwalter und kein Abenteurer. Ich würde es nie allein bis ins Nimmerland schaffen. Ich schaffte es ja nicht einmal allein zurück zu Rapunzel.

Beigetreten: 31.07.2012
Beiträge: 28986
Blutstropfen: 85002

Maleficent
Er konnte Dinge einfach so fliegen lassen! Dann könnte ich damit sicher auch fliegen. Er sollte mir diesen glitzernden Zauber geben. Er sollte mir davon genug geben, dass es für mich lange, lange Zeit reichte. Als er dann noch nickte, war ich ziemlich erstaunt. Also konnte er es tatsächlich noch bei anderen machen. Ich schürzte leicht die Lippen und musterte den kleinen Kerl. Er sollte mir dieses Glitzerpulver geben. Er sollte mir mehr davon besorgen. Ich hatte schnell begriffen, dass das meine Option wäre, wieder fliegen zu können. Meine einzige Option. Ich wusste nicht, wo meine Flügel waren. Hatte man sie verbrannt? Die Federn heraus gerissen? Ich wollte es gar nicht wissen. Niemals würde dieses Pulver meine Flügel ersetzen, aber es war ein Versuch wert. Dadurch konnte ich wenigstens noch einmal fliegen. Ansonsten hätte ich gar keine Option mehr. Der Kleine hatte keine Chance gegen mich. Also sollte er das doch einfach machen. Aber dieser kleine Beutel, den er bei sich hatte, reichte doch niemals aus. So viel wie ich bemerkt hatte, war er hier nicht zuhause. Es war der erste kleine Kerl, den ich hier gesehen hatte. Also wäre er vermutlich der einzige. Er zeigte mir in die entgegen gesetzte Richtung, aus der ich gekommen war. Ich seufzte leise und fuhr mir über das Gesicht. Schon diese Sucherei in der Schneelandschaft war zu viel gewesen und hier sah es genauso aussichtslos aus. Ich rieb mir die Stirn und verdrehte dann die Augen. Wieder ertönte dieses Klingeln und er machte klar, wohin er wollte. Also wäre der Deal wohl hinfällig. Erneut zuckte ich teilnahmslos die Schultern. "Gut, dann geh doch dort entlang. Viel wirst du nicht finden, falls du überhaupt mal dort ankommst. Ich bezweifle, dass dein Zuhause voller Schnee ist", meinte ich und verdrehte leicht die Augen. Er wollte in die gleiche Richtung gehen, aus der ich gekommen war. Aber von dieser Tür würde er nur in eine endlose Schneelandschaft mit viel Wind kommen. Er könnte leicht in ein Loch hineinfallen oder einfach im Schnee einsinken. Ihn würde man so schnell jedenfalls nicht finden. Ich hatte ja schon Problem mit diesem überaus bescheuerten Schnee gehabt. Natürlich war er leichter, aber wenn ich schon einen halben Meter im Schnee einsank, dann würde er sicher auch ein bisschen einsinken. Und würde er von diesem Wind nicht weg geblasen werden? Aber wen interessierte das? Ich kannte ihn nicht und er schien mich ganz offensichtlich nicht zu mögen. Ich richtete mich daher auf und liess meinen Blick über die Landschaft schweifen. Vielleicht würde ich Diaval ja finden und vielleicht hatte ich noch nicht genug Pech gehabt. Ich sah nochmals kurz zu ihm. "Na dann, viel Glück", erwiderte ich gleichgültig. Es spielte mir keine Rolle, was mit ihm passierte. Er hatte mir nicht wirklich geholfen und den Deal hatte er auch ausgeschlagen.

Faith falls hard on our shoulders, but legends never die.

Benutzerbild
Offline
Beigetreten: 20.03.2012
Beiträge: 20976
Blutstropfen: 61516

Terence
Himmel, diese Frau war einfach nur komisch und herzlos noch dazu! Sie scherte sich einen Dreck darum, dass sie ein anderes Wesen wirklich verletzt hatte. Ein Flügelbruch war eine ziemlich schmerzhafte Prozedur. Es war ihr vollkommen egal ein anderes Wesen verletzt zu haben und es tat ihr nicht einmal leid. Das waren keine Menschen, mit denen ich gern befreundet sein würde. Ich fand Vidia ja schon schlimm, aber selbst mit ihr hatte ich mich irgendwie verstanden. Vidia war zwar arrogant und hatte Tinkerbell auch einige Male ziemlich verletzt, aber zumindest sah sie es ein und hatte sich entschuldigt und war nun sogar zu einer Freundin geworden. Allerdings war diese Frau vor mir nicht so einsichtig. Ich ließ mich auf das grobe Holz sinken und runtschte mit dem Po zwischen die Rillen der Rinde, sodass ich saß und mich nach etwas umsah, womit ich meinen Flügel schienen konnte. Sie war ja sowieso bald weg, oder? Sie hatte mich abgesetzt, um zu gehen, also wieso war sie noch hier? Ihre Frage ließ mich leicht die Augen verdrehen. Ich ließ ein lebloses Objekt schweben! Es war doch klar, dass der Staub so ziemich alles fliegen ließ, oder? Ich nickte also nur und kümmerte mich weiter um meinen Flügel. Wollte sie nun, dass ich sie fliegen ließ oder was? Dafür reichte der Feenglanz weiß Gott nicht aus! Ich brauchte ihn für mich selbst. Sobald ich wieder fliegen konnte, musste ich das auch wieder tun, wenn ich das Nimmerland jemals finden wollte. Sie wollte wissen, wo der Rabe war - oder zumindest in welcher Richtung ich ihn entdeckt hatte. Was? Wollte sie ihn finden, fangen und grillen? Schockieren würde es mich jedenfalls nicht. Doch selbst wenn, der Rabe flog! Glaubte sie wirklich er wäre noch an der selben Stelle? Dennoch seufzte ich und deutete mit dem Arm hinter mich und in die Richtung, aus der ich gekommen war. Sie sollte da lang gehen. Ich aber musste weiter nach vorn. Ich hatte die Welten hinter mir bereits erkundet und da war kein Nimmerland gewesen. Fassungslos hob ich den Blick und sah sie kopfschüttelnd an, als sie mir nun anbot mir zu helfen, wenn ich ihr den Raben zeigte. "Nein! Nein, sicher nicht! Ich suche auch mein Zuhause, okay? Und ich muss in die Richtung.", erklärte ich ihr und deutete zuerst auf meine Brust und dann nach vorn - also in die komplett entgegengesetzte Richtung wie der des Rabends. Was wollte sie schon tun? Sie würde mit ihren großen Händen sicher nur meine Flügel abreißen, wenn sie versuchte sie zu schienen. Sie würde mir noch eher helfen, wenn sie mich bis zum nächsten Spiegeltor trug, damit ich schneller voran kam und das Nimmerland fand, aber sie wollte ja einen dummen Raben fangen!

Beigetreten: 31.07.2012
Beiträge: 28986
Blutstropfen: 85002

Maleficent
Wollte er jetzt wirklich so ein grosses Theater darüber machen, dass sein Flügel gebrochen war? Es gab um Welten schlimmeres. Also sollte er mir einfach meine Fragen beantworten und dann würde ich ihn in Ruhe lassen. Er könnte weiter dorthin gehen, wohin er eben wollte. Es interessierte mich nicht. Ich wollte ihn nur als Informationsquelle nutzen und dann würde ich mich weiter auf die Suche machen. Ich hatte Diaval immer noch nicht gefunden und ich wusste nicht, wie viel Zeit inzwischen vergangen war. Ich seufzte leise auf. Wo war er denn nur? So weit weg konnte er gar nicht sein, denn er war kurz davor noch neben mir gewesen. Ich wusste immer noch nicht, was passiert war. Aber dieser kleiner Kerl hier konnte mir sicher nicht helfen. Er sah doch überhaupt nichts. Nur schon der kleinste Grashalm war grösser wie er. Ich bekam keine verständliche Antwort. Dieses Klingeln ging mir echt langsam auf die Nerven. Konnte er nicht einfach normal mit mir reden? Meine Augen weiteten sich jedoch, als sein Hut plötzlich anfing zu fliegen. War das sein Ernst? Mit diesem glitzenden Was-auch-immer konnte er fliegen? Einfach so? "Kannst du das auch bei anderen machen?", fragte ich ihn neugierig und sah dann wieder zu ihm. Wie gerne ich noch einmal fliegen wollte. Das letzte Mal hatte ich gar nicht richtig genossen. Woher hätte ich denn wissen sollen, dass es mein letztes Mal wäre? Ich führte ihn wieder zum Baumstamm und er kletterte hinunter. Er hatte also tatsächlich einen Raben gesehen. "Wo hast du denn einen Raben gesehen?", fragte ich ihn neugierig. "Zeig mir einfach die Richtung", fügte ich dazu und merkte, wie meine Hoffnung wieder zu wachsen begann. Vielleicht würde ich Diaval ja doch noch finden. Eine minimale Andeutung von einem Lächeln huschte über meine Lippen. Mehr ging da aber auch nicht. Aber das war die beste Nachricht seit Tagen. Der Kleine schien doch nicht ganz so unnützlich zu sein, wie ich mir das gedacht hatte. Ich schloss kurz die Augen. Wenn ich noch meine Flügel hätte, dann wäre das so viel einfacher. Ich hätte einfach in die Lüfte steigen können und so viel leichter die Gegen absuchen können. Aber die dazu benötigten Flügel hatte ich nicht mehr. Ich war nur noch auf meine Füsse angewiesen. Weil ich einfach nicht mehr hatte. Man hatte mir das beraubt, was mir am wichtigstens gewesen war und Stefan hatte das bereut. Mein kühler Blick richtete sich wieder auf das kleine Kerlchen vor mir. "Wenn du mir zeigst, wo du den Raben gesehen hast, kann ich dir vielleicht mit deinem Flügel helfen. Deal?", fragte ich ihn und musterte ihn. Wenn ich Diaval finden konnte, indem ich diesen kleinen Kerl hier aushielt, dann würde ich das tun.

Faith falls hard on our shoulders, but legends never die.

Benutzerbild
Offline
Beigetreten: 20.03.2012
Beiträge: 20976
Blutstropfen: 61516

Terence
Sie war doch einfach unglaublich! Sie brach mir den Flügel und dann sagte sie es wäre ja halb so schlimm? Ich war ihr nicht mal böse gewesen. Klar hatte ich Schmerzen, aber sie hatte es nicht mit Absicht gemacht. Hätte sie sich entschuldigt, wäre alles okay gewesen, aber sie spielte es bloß herunter! Ich konnte wegen ihr nicht mehr fliegen und sie wollte nun auch noch, dass ich ihre Fragen beantwortete? Auf keinen Fall! Zuerst kümmerte ich mich um meinen Flügel! Der Feenglanz half nicht wirklich dabei, doch er ließ den Flügel ein wenig schweben, sodass die Schwerkraft nicht daran zog. Es linderte ein wenig die Schmerzen, doch ich musste ihn verbinden und schienen. Vielleicht würde ein halber Zahnstocher oder ein Stück Heu schon reichen und ich könnte es mit einem breten Grashalm verbinden. Ich wollte vermeiden, dass noch schlimmeres passierte. Ich könnte irgendwo hängen bleiben und er würde ganz abreißen! Als die Große dann fragte was mein Feenglanz war, warf ich ihr nur einen sturen Blick zu. Was? Sie fragte mich all diese Fragen, aber sie interessierte sich kein bisschen für meine Gesundheit? "Feenglanz. Nicht, dass du es verstehen würdest.", grummelte ich und ließ meinen Flügel zurück auf meinen Rücken sinken. Dennoch nahm ich seufzend meinen Hut aus der Schale einer Eichel ab, setzte ihn neben mich auf ihre Hand und streute nur wenige Fingerspitzen Feenglanz über ihn, sodass er flog. Doch das ließ schnell nach, da es nur wenig Staub gewesen war und so fing ich ihn in der Luft auf und setzte ihn wieder auf meinen Kopf, ehe ich mich erhob. Gott, sie nervte mich wirklich mit ihren scheiß Fragen! Wieso sollte ich ihr helfen, wenn sie sich nicht mal für meinen gebrochenen Flügel interessierte, den sie mir zugefügt hatte? Dennoch nickte ich. "Ja, natürlich habe ich einen verdammten Raben gesehen." Zwei sogar, um genau zu sein. Einer davon hätte mich beinahe gefressen, also... war ich nicht besonders scharf auf noch eine Begegnung. Was das allerdings mit einem halbnackten Mann zu tun hatte, war mir unerklärlich. Sie war... einfach verrückt. Vermutlich sollte ich froh sein, wenn sie weg war. Erschrocken klammerte ich mich an ihrem Daumen fest, als sie ihre Hand bewegte und der Boden unter meinen Füßen wackelte, bis mir fast schlecht wurde. Als sie dann wieder anhielt, löste ich meine schweißnassen Hände von ihrem Daumen und krabbelte ganz vorsichtig von ihrer Hand herunter, zurück auf das unebene Holz. Ich war verloren. Ohne meine Flügel würde ich laufen müssen und es könnte ewig dauern, bis ich an der nächsten Spiegelwand angekommen war. Vermutlich würde ich nicht einmal dort ankommen. Ich würde in dieser Welt hier nicht überleben. Nicht, wenn ich durch das Gras lief wie ein normaler Mensch durch den Wald.

Beigetreten: 31.07.2012
Beiträge: 28986
Blutstropfen: 85002

Maleficent
Er konnte ja froh sein, dass er nur seinen Flügel gebrochen hatte und er nicht seinen Flügel beraubt worden war. Das war nämlich noch ein gutes Stück schmerzhafter. Ich war zwar betäubt gewesen und hatte nichts mitbekommen, aber nur schon der Verlust war unerträglich gewesen. Er hatte seine Rache dafür bekommen. Seine einzige Tochter würde in einen tiefen Schlaf fallen. Ich wusste, dass er keine anderen Kinder mehr hatte und inzwischen war er zu alt dafür. Ich hörte wieder dieses Klingeln von kleinen Glöckchen und richtete meinen Blick auf den Kleinen in meiner Hand. Er hatte einen verärgerten Gesichtsausdruck und er redete ziemlich schnell. Ich verstand es nicht, aber anscheinend beschwerte er sich gerade ziemlich heftig über seinen Flügel. Dieser zog er wieder nach vorne. Der Riss sah wirklich nicht besonders schön aus, aber das würde schon wieder heilen. Alle Wunden heilten mit der Zeit. Ich wollte den Blick von ihm wegnehmen und das ganze als aussichtslos abstempeln, als er plötzlich etwas herausholte, das glitzerte. Er streute es über seinen Flügel und ich merkte, wie meine Hand auf einmal leichter wurde, als auch etwas von dem Glitzer auf meine Hand traf. So etwas hatte ich noch nie gesehen. Verwundert hob ich eine Augenbraue. "Was ist das?", fragte ich ihn neugierig und sah ihn an. Er sagte wieder irgendwas, aber ich verstand kein Wort. Ich hörte nur wieder dieses Klingeln. Ich seufzte leise und sah ihn an. "Nicke oder schüttle den Kopf. Hast du einen halbnackten Mann gesehen?", fragte ich ihn und machte eine kurze Pause. "Oder einen Raben?", stellte ich die nächste Frage. Gott, war das anstrengend. Der Kleine richtete sich auf und hielt sich an meinem Finger fest. Er war wirklich nicht viel grösser als mein Daumen. Auf die Frage betreffend dem Wasser hatte er ebenfalls nicht viel gesagt. Oder etwas gemacht, was mir genützt hätte und jetzt wurde mir das alles echt zu blöd. "Du hältst mich doch nur auf", grummelte ich leise und schüttelte den Kopf. Ich bewegte meine Hand zum Baumstamm hin und machte ihm mit einer Kopfbewegung klar, dass er von meiner Hand hinunter gehen sollte. Anscheinend war er ziemlich zart beseitet und wenn ich ihn einfach hinunter geworfen hätte, wäre er vielleicht tot. Er hielt mich zwar nur auf und half mir nicht, aber den Tod hatte er dann doch nicht verdient.

Faith falls hard on our shoulders, but legends never die.

Benutzerbild
Offline
Beigetreten: 20.03.2012
Beiträge: 20976
Blutstropfen: 61516

Terence
Mir stockte der Atem, als die Frau mit den schwarzen Hörnern bloß die Schultern zuckte. Ihre grünen Augen waren ganz kalt, als wäre es ihr völlig egal, dass sie mich gerade hätte töten können. Ich hätte den Baumstamm verfehlen können und wäre in den Tod gestürzt. War ihr das egal? Oder waren kleine Wesen hier nicht so viel wert wie große? Das war unfassbar! Fassungslos schüttelte ich den Kopf, als sie allen Ernstes sagte, dass ich ja noch einen Flügel hätte. "Ist das dein Ernst?! Mit einem Flügel kann ich nicht fliegen, du gefühlskalter Mensch! Und falls es dir nicht aufgefallen ist: Ohne meine Flügel bin ich absolut verloren! Ich komme nicht voran, werde von der nächsten Katze gefressen oder von dir tot getrampelt!", keifte ich sie an, doch ich wusste ja, dass nichts weiter als ein sanftes und doch hecktisches Klingeln bei ihr ankam, während ich mich hier aufregte. Es war mir immer egal gewesen, dass Menschen uns nicht verstanden, denn für mich war es nicht wichtig, aber gerade wünschte ich mir wirklich, dass sie mich verstand und sich wenigstens ein bisschen schlecht fühlte, weil ich wegen ihr diese Schmerzen hatte! Ich zog den Flügel wieder nach vorn und legte ihn über meinen Schoß. Er war ganz schlaff und zittrig vor Schmerzen. Ich schluckte und nahm eine kleine Hand voll Feenglanz aus dem Beutel. Vorsichtig ließ ich den golden glitzernden Staub über meinen schimmernden Flügel rieseln und strich darüber. Natürlich ging auch ein wenig von dem Staub daneben und traf ihre Hand, die kurz darauf auch anfing zu glitzern und sich für sie wohl nun schwerelos anfühlen musste. So war das eben, wenn man flog - in dem Fall war es aber nur ihre Hand und mit dem kaputten Flügel hob ich nicht ab. Es linderte nur den Schmerz, beschleunigte hoffentlich den Heilungsprozess. Dennoch würde ich den Flügel schienen müssen oder so. Ich wünschte mir nichts weiter als im Nimmerlandzu sein. Dort hätten die Heilerfeen sicher eine Idee gehabt, um mich wieder hinzukriegen. Schmerzerfüllt brachte ich mich wieder auf die Füße und hielt mich an einem ihrer Finger fest, da ihre Hand nicht gerade ein stabiler Untergrund war. "Selbst wenn ich ihn gesehen hätte, würde ich es dir nicht sagen! Du bist kaltherzig!", grummelte ich zurück. Zu gern würde ich ihr die Worte an den Kopf werfen, wenn sie sie auch verstand. Doch sie konnte wohl auch Mimik lesen, oder? Ich war nicht gerade angetan von ihrer Aktion. Etwas zu trinken? Natürlich wusste ich das. Ich lief schon seit Tagen hier herum! Für sie war es wohl ein sehr kurzer Fußmarsch, den ich in den Tagen hinter mich gebracht hatte. Aber selbst wenn ich ihr helfen würde, könnte ich es ihr nicht erklären und wenn ich es ihr zeigte, trug sie mich in die völlig falsche Richtung, denn aus der kam ich gerade und dort war nicht das Nimmerland! "Es tut mir wirklich leid, dass du so ein grausames Wesen bist. Sicher würde man auch netter mit dir umgehen, wenn du ein Herz hättest." Konnte sie mich nun herunterlassen? Fliegen konnte ich ja dank ihr nicht mehr und wenn ich sprang, wäre das definitiv mein Tod.

Beigetreten: 31.07.2012
Beiträge: 28986
Blutstropfen: 85002

Maleficent
Ich hatte noch nie so ein kleines Ding gesehen. Er sah nicht wie eine Fee aus. Dazu war er einfach zu klein. Sogar die drei anderen Feen in den Mooren, die immer fröhlich gelaunt waren, waren grösser als dieses kleine Kerlchen hier. Er weckte meine Neugierde und gleichzeitig wusste ich nicht so richtig, was ich denn nun mit ihm anfangen sollte. Prüfend sah ich von meiner Hand wieder zu ihm. Er war vielleicht gerade einmal ein Daumen gross. Was hatte denn so jemand wie er hier zu suchen? Erneut ertönten diese kleine Glöckchen, während ich gleichzeitig sah, wie er den Mund geöffnet hatte. Also war wirklich er derjenige, der sich so anhörte. Er sah so aus, als hätte er wirklich eine Menge Schmerzen. Ich fragte ihn danach und ich musste wirklich genau hinsehen, damit ich sein Nicken erkennen konnte. Gott, er war aber auch wirklich klein! Ich sah, wie er seinen Flügel los liess. Er war fast schon durchscheinend und trotzdem sah man den gewaltigen Riss sehr gut. Ich tat das jedoch mit einem Schulterzucken ab. "Wenigstens hast du noch einen Flügel", erwiderte ich gleichgültig. Das würde zwar eine Weile dauern, aber es würde heilen. Ich dagegen hatte meine Flügel ganz verloren. Das wertvollste, was ich besessen hatte, war mir genommen worden. "Hast du einen halbnackten Mann gesehen? Oder einen Raben?", wechselte ich dann das Thema. Ich sah keinen Grund, wieso wir uns über seine Verletzung unterhalten sollten. Er hätte einfach besser aufpassen sollen. Woher hätte ich denn wissen können, dass es so ein kleines Kerlchen wäre? Ich war auf jeden Fall unschuldig und wenn er das nicht so sah, dann war mir das relativ egal. Das einzige, was zählte war, ober Diaval gesehen hatte oder ob er wenigstens wusste, wo es hier etwas zu trinken gab. Ansonsten wäre er ziemlich nutzlos für mich. Ich würde ihn wieder hinuntersetzen und weitergehen. Vielleicht konnte er mir ja helfen und gleichzeitig dachte ich, dass er vermutlich nicht eine besonders grosse Hilfe wäre. Wie wollte er in dieser Grösse schon etwas mitbekommen? Vermutlich wusste er gar nichta. "Oder weisst du, wo es hier etwas zu trinken gibt?", fragte ich ihn und hob fragend eine Augenbraue. Sonst verlor ich hier mit ihm nur meine Zeit. Was auch immer er war, er würde mir nur behindern und solche Leute oder solche Dinger, in seinem Fall, konnte ich nicht ausstehen.

Faith falls hard on our shoulders, but legends never die.

Benutzerbild
Offline
Beigetreten: 20.03.2012
Beiträge: 20976
Blutstropfen: 61516

Terence
Fuck! Ich hatte es Tink ja immer gesagt! Die Menschen waren gefährlich. Sie waren gefährlich für uns. Auch wenn diese Frau vor mir zwei Hörner hatte... sie war ja irgendwie auch eine Art Mensch, oder? Jedenfalls war sie genauso groß und genauso gefährlich wie die Menschen es für mich waren. Sie hätte mich genauso gut platttreten oder mit diesen komischen Schubkarren überfahren können. Stattdessen hatte sie mich weggeschlagen. Mit ihrer Hand! Ich war nur so groß wie ihr Daumen, also war die Höhe, aus der ich fiel, fatal gewesen. Es war wohl ein Wunder, dass ich überhaupt noch lebte und mir nicht sämtliche Knochen gebrochen hatte, denn dann wäre ich wirklich am Ende gewesen. So könnte ich immer noch zu Fuß laufen. Allerdings nicht mit diesen Schmerzen! Meine Flügel waren mit meinem Rückgrat verbunden. Der Schmerz lähmte mich beinahe. Der Schmerz durchzuckte meinen gesamten Körper, sodass ich wieder aufheulte, als die Frau mich scheinbar sah und auf ihre Handfläche setzte. Ich kniete auf ihrer Hand und hielt meinen gebrochenen Flügel schützend vor die Brust. Sie hatte mir das angetan, auch wenn es unbewusst oder nicht absichtlich gewesen war. Menschen waren gefährlich für mich und auch wenn Rapunzel nett gewesen war, musste sie es nicht sein. Ich wollte es gern glauben, aber ich war zu ängstlich dafür. Ich biss die Kiefer aufeinander. Sie beantwortete meine Frage nicht. Sie verstand mich also wirklich nicht, was? Es war schon ein wenig verwirrend. Ich hatte gelernt, dass die Menschen von uns nur so etwas wie ein Klingeln von kleinen Glöckchen wahrnehmen und das hatte sich in der Menschenwelt, die früher ans Nimmerland angegrenzt hatte, auch bestätigt. Aber Rapunzel hatte mich verstehen können. Es bereitete mir Kopfschmerzen das nicht erklären oder begreifen zu können. Gerade aber hatte ich ganz andere Probleme. Ich nickte. Natürlich war ich verletzt. Hatte sie nicht gesehen wie tief ich gefallen war? Langsam löste ich meine Arme um meinen Flügel und ließ ihn wieder schlaff auf meinen Rücken gleiten, sodass sie sehen konnte, dass er beinahe durchgerissen war, als ich über das Holz gerutscht war. Er hätte komplett abreißen können, doch stattdessen prangte nur dieser lange Riss mitten in der dünnen Haut. Ich war verletzt, ja! Wenn das nicht wieder gescheit verheilen würde, würde ich nie wieder fliegen können!

Beigetreten: 31.07.2012
Beiträge: 28986
Blutstropfen: 85002

Maleficent
Ich war in einem verdammten Land gelandet, indem es sogar lästige Fliegen gab. Konnte es wirklich noch schlimmer kommen? Ich war gereizt. Dass ich Diaval nicht finden konnte, machte das ganze nur noch schlimmer. Was war nur geschehen, dass ich nicht mehr bei meinen Mooren war? Was war falsch gelaufen? Ich wusste nicht, was passiert war. Auf einmal war ich einfach in einer anderen Landschaft aufgewacht. Eine Landschaft, die total anders aussah, als meine geliebte Moore. Wieso konnte ich nicht einfach dorthin zurückkehren? Ich würde Diaval antreffen und alles wäre wieder gut. Aber gerade sah überhaupt nichts so aus, als würde es wieder gut werden. Daher war es mehr als nur verständlich, als ich genervt meine Hand hob und diese Fliege weg schlagen wollte. Als ich aber einen Klingeln hörte, drehte ich verwirrt den Kopf. Das hatte sich definitiv nicht wie eine Fliege angehört. Überhaupt nicht. So hörte sich wirklich nicht eine Fliege an. Ich liess meinen Blick über die leere Landschaft gleiten. Aber hier war nur ich und sonst niemand. Ich war ganz alleine - und anscheinend doch nicht. Ich runzelte verwirrt die Stirn und mein Blick glitt über den Baustamm, bis ich etwas kleines sah. Etwas kleines, dass sich bewegte. Es war klein und trotzdem zu gross, um eine Fliege zu sein. Hatte ich gerade dieses Ding geschlagen? Ich rutschte näher und beugte mich ein bisschen hinunter. Es sah aus.. wie ein kleiner Elf. In meinen Morren waren vor allem Feen und andere Zauberwesen. Aber so eines hatte ich noch nie gesehen. Ich beugte mich noch ein bisschen weiter hinunter und musterte dieses kleine lebendige Ding. "Warst du das?", fragte ich ihn und musterte ihn mit einem kühlen Gesichtsausdruck. Keine Ahnung, ob er mich verstehen konnte. Vielleicht sprach er auch irgendeine Sprache, die ich nicht beherrschte. Ich würde mich bei ihm nicht entschuldigen, dass ich ihn geschlagen hatte. Er musste halt ein bisschen aufpassen, wohin er flog. Ich streckte meine Hand nach ihm aus und hob ihn mit beiden Händen hoch, damit ich ihn besser ansehen konnte. Er sah ja schon ein bisschen niedlich aus. Aber er sah auch genauso aus, als hätte er gerade eine Menge Schmerzen. "Bist du verletzt?", fragte ich ihn. Er konnte mir ja sicher auf irgendeine Weise ein Ja geben. Mit einem Nicken oder einem Daumen nach oben, falls er mich nun wirklich nicht verstand. Ich wusste zwar nicht, wieso ich ihn nicht verstehen konnte. Ich konnte mich mit all den magischen Wesen in den Mooren verständigen. Also wieso sollte es jetzt nicht klappen? Vielleicht hatte er ja Diaval gesehen. Er müsste mir nur eine normale Frage beantworten und mir dann zeigen, wo er Davial gesehen hatte. Falls es tatsächlich Davial gewesen war. War er als Rabe unterwegs oder als Mensch? Ich konnte es nicht sagen. Ich wusste es nicht mehr. Ich seufzte leise auf und richtete meinen Blick wieder auf das kleine Ding vor mir. Ich wusste nicht, was es war, aber vielleicht konnte es mir helfen. Die Chance war zwar klein, aber man durfte ja wohl noch fragen. Ich wusste nicht, wie ich Diaval sonst finden konnte. Meine Füsse schmerzten und ich hatte Durst. Vielleicht hatte er ja eine Wasserquelle gesehen. Ich betrachtete ihn noch ein bisschen genauer. Er schien.. Flügel zu haben. Was ja eigentlich klar war, wenn er neben meinem Ohr geflogen war. Dieser Flügel hatte er nun aber nach vorne genommen und hielt ihn fest, als wolle er ihn beschützen. Ich wurde jetzt schon nicht mehr aus diesem Wesen schlau.

Faith falls hard on our shoulders, but legends never die.

Benutzerbild
Offline
Beigetreten: 20.03.2012
Beiträge: 20976
Blutstropfen: 61516

Terence
Ich war vollkommen verloren hier. Ich meine... wie war das alles nur passiert? Und wie konnten all die Jahrtausende über Welten nebeneinander existieren, ohne dass sie voneinander wussten? Das Reich von Rapunzel hatte es genauso lange gegeben wie das Nimmerland. Wie hatte davon nie jemand wissen können? Und vor allem: Wie konnten diese Welten nun praktisch Haustür an Haustür miteinander stehen? Es war beängstigend! In jeder Welt war ich bisher der Kleinste gewesen. Waren denn alle Wesen in den anderen Welten so groß wie Menschen? Wieso war ich überall bloß klein? Es war gefährlich für mich. Rapunzels Chamäleon hätte mich beinahe aufgefressen, als es mich hatte herumfliegen sehen. Die Blondine hatte mich dann gerettet und Pascal eine Ansprache gehalten. Himmel, wie oft wäre ich schon überrollt worden, wäre ich nicht früh genug ausgewichen? Seitdem flog ich immer häufiger, doch auch das wurde schwierig. Ich war Feenglanzverwalter, aber ohne den großen Baum zu Hause, würde ich keinen Feenglanz herstellen können. Und ohne den Feenglanz waren meine Flügel einfach nutzlos. Ich steckte also die meiste Zeit auf meinen Füßen fest. Ich flog nur, wenn ich es für nötig hielt. Wie etwa, wenn mich ein riesiges Eichhörnchen angriff. Bei uns im Nimmerland waren sie friedlich, weil die Tierelfen sie zähmten, aber hier? Himmel! Beinahe hätte ich den Staub nicht schnell genug über meine Flügel geschüttet, um abzuheben, bevor ich zwischen seinen Zähnen gelandet war. Von da an flog ich weiter. Immerhin konnte ich den Feenglanz an mir nun auch aufbrauchen. Ich hatte nur noch einen dreiviertel Beutel davon und ich wusste nicht wie weit es noch bis zu Hause war. Bis zu Tink... Ohne Tinkerbell kam ich mir so schrecklich einsam vor. Ich wünschte wirklich sie wäre hier. Sie hätte wohl irgendetwas erfunden und gebastelt, das uns nach Hause gebracht hätte. Aber so war es nicht. Ich war allein und lief nur ab und zu Menschen über den Weg. So wie etwa dem Menschen, der auf dem Baum saß. Na ja... war das ein Mensch? An ihrer Stirn saßen zwei geschwungene, schwarze Hörner. Doch sie hatte zwei Beine und zwei Arme wie jeder andere Mensch bisher auch. Was auch immer sie war... sie zu fragen, ob sie die nächste Spiegeltür gesehen hatte, konnte nicht schaden. Zumindest glaubte ich das. Ich flog also zu ihr hin und wollte sie bloß etwas fragen, als sie plötzlich ihre Hand hob, mich damit frontal traf, sodass ich zurückgeschleudert wurde und dabei schrie. Für meine Verhältnisse war das eine verdammte Höhe gewesen! Ich fiel und fiel und als ich auf dem Baumstamm landete, brüllte ich vor Schmerz. Mein Flügel war nicht so gut aufgekommen. Er war mir Sicherheit gebrochen. (Etwa so wie auf dem Bild: http://p2c.xplace.de/mediastreaming/2e0156604ba3f8711e9e599698f526ca3fff...) Schmerzerfüllt richtete ich mich auf und zog vor Schmerz zitternd den Flügel nach vorn. "Wieso hast du das getan! Um Himmels Willen, aua!", keuchte ich, doch für sie musste es sich wohl nur anhören wie ein Glökchen, das klingelte. Die Menschen verstanden uns nicht. Zumindest nicht, wenn wir nicht direkt an ihrem Ohr standen und sie daran glaubten oder sowas? Keine Ahnung, so ganz hatte ich es noch nicht heraus ob sie uns nun überhaupt irgendwann mal verstehen konnten oder nicht. Ich kniff die Augen schmerzerfüllt zusammen und strich vorsichtig über meinen Flügel, schaute, ob ich etwas tun konnte, doch er war gerissen. Scheiße, es würde ewig dauern, bis er wieder zusammengewachsen war. Ich konnte nicht fliegen und damit... war ich absolut aufgeschmissen und hilflos.

Beigetreten: 31.07.2012
Beiträge: 28986
Blutstropfen: 85002

Maleficent
Das Land hier war nicht besonders viel besser als in der Schneelandschaft. Während vorher alles von Schnee bedeckt gewesen war oder alles gefroren war, war hier fast alles ausgetrocknet. Einen Punkt aber hatten diese zwei Landschaften gemeinsam. In beiden Landschaften hatte ich nicht besonders viel grün gewesen. Es war nicht das, was ich mir gewohnt war. Genervt seufzte ich auf. Meine Füsse taten weh und ich hatte Diaval immer noch nicht gefunden. Wo war er nur? Wir hatten uns noch unterhalten und im nächsten Moment war er plötzlich weg gewesen und ich war im Schnee aufgewacht. Dabei wusste ich sehr gut, dass Diaval nicht einfach so verschwinden würde. Er war mein einziger Freund und ja, auch mein Diener. Aber wir verstanden uns. Er war der einzige, der mir ohne zu zögern gehorchte. Ausserdem war es wirklich einsam hier draussen. Ich hatte keine Ahnung, was passiert war. Ich war nicht mehr in meinen Mooren und dazu war Diaval nicht bei mir. Das bedeutete, dass ich noch genervter wie sonst war. Diaval war derjenige gewesen, der mich immer wieder beruhigt hatte. Aber tja, der war nicht hier und so wie es aussah, würde ich ihn auch heute nicht finden. Ich rieb mir über die Stirn und schüttelte leicht den Kopf. Es schien fast schon aussichtslos. Ich würde ihn doch niemals finden. Was würde mich denn noch alles erwarten? Zuerst der Schnee und nun dieses trockene Land. Das konnte ja wirklich noch lustig werden. Ich konnte meine Suche nach Diaval nicht einfach so aufgeben. Er hatte es verdient, dass ich ihn suchte. Er war immer treu zu mir gewesen. Doch meine Füsse taten weh und als ich einen umgefallenen Baumstamm sass, setzte ich mich auf diesem hin. Ich streckte die Füsse von mir und legte den Kopf in den Nacken. Die heisse Sonne schien mir ins Gesicht. Ich vermisste die Moore. Ich vermisste das weiche Moos unter meinen Füssen und in diesem Moment vermisste ich die Dunkelheit. Die Sonne fühlte sich aufdringlich an und ich hätte nichts gegen ein bisschen Schatten oder Wasser einzuwenden gehabt. Als ich ein Surren neben meinem Ohr hörte, schlug ich genervt danach. Etwas traf meine Hand und dieses Surren wurde leiser. Hatte es jetzt ernsthaft noch solche kleine fliegenden Dinger hier? Das hiess dann aber wohl, dass es Zeit war weiter zu ziehen. Müde rappelte ich mich auf. Ich wollte heute nur noch einen Platz zum Schlafen finden. [Hoffe, das passt dir so :3]

Faith falls hard on our shoulders, but legends never die.

Benutzerbild
Offline
Beigetreten: 23.07.2010
Beiträge: 33137
Blutstropfen: 101806

Rapunzel
"Chamäleon", verbesserte ich Flynn und Pascal gab auch ein hingebungsvolles, beleidigtes Quietschen von sich, während er ihn wütend anstarrte. "Sei nett", mahnte ich ihn sanft und riss ein bisschen Brot in kleine Stücke, die ich vor ihm häufte. Er ließ sich auch nicht lange bitten und machte sich kurz darauf über sein Essen her, ehe mir die Suppenpatzerei rund um Flynn's Schüssel auffiel: "Oh", machte ich und griff nach einem Lappen um es weg zu wischen, ehe ich mich wieder auf meinem Hocker nieder ließ und ihn herzlich anlächelte. Dann begann auch ich mich meinem Essen zu widmen und war sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Flynn's Verwunderung schien entweder zu verfliegen oder er ließ sie sich nicht mehr anmerken - so oder so aßen wir beide, bis wir beinahe platzten und es war sogar noch ein Rest über. Auch Pascal schien wieder versöhnlich gestimmt zu sein und rollte sich auf meiner Schulter zusammen. "Also... Flynn Rider, hast du vor hier zu bleiben?", fragte ich freundlich, denn das wäre ja wirklich keine große Sache. Das Schloss war riesengroß und hatte gefühlt hundert Zimmer, weshalb wir uns vermutlich nicht einmal richtig über den Weg laufen würden. "Ich werde nicht mehr lange hier bleiben - immerhin möchte ich die fliegenden Lichter sehen und ich fürchte, das hier ist der falsche Ort. Zumindest kommt mir hier rein gar nichts bekannt vor. Nicht, dass ich jemals im Schloss gelebt hätte, das kenne ich nur von weiter Ferne, aber ich glaube es sah anders aus", plapperte ich vor mich hin, auch wenn ich gar nicht wusste, ob er mir überhaupt zuhörte. Aber das störte mich nicht. "Hast du ein Ziel? Ich meine, willst du irgendwo bestimmtes hin? Oder anders gefragt: Woher kommst du eigentlich?", fragte ich gleich weiter, denn durch die verschiedenen Königreiche die irgendwie alle durcheinander geraten waren, schien mir das eine interessante Frage zu sein. Er hatte schon so viel erlebt, wie man aus seinen Abenteuergeschichten entnehmen konnte und ich wollte wissen wo er seine Reise begonnen hatte und wo sie ihn vielleicht hinführte. Während ich auf Flynn's Antwort wartete, rutschte ich schon einmal vom Hocker, sammelte das benutzte Geschirr ein und ging zu der Spüle. Mit dem restlichen, kalten Wasser aus dem Eimer, begann ich es zu säubern und wischte danach den Tisch sauber, verräumte die Zutaten, die ich benutzt hatte und stellte sie an ihren Platz zurück. Der Hausherr oder die Hausherrin sollte sich schließlich nicht ärgern, wenn sie zurück kämen und eventuell einen Saustall vorfänden. (Also irgendwie ist der saudämlich und kurz geworden ~.~ i'm sorry.. da hat der Flow gefehlt)

Benutzerbild
Offline
Beigetreten: 23.07.2010
Beiträge: 33137
Blutstropfen: 101806

Arielle
Das feuchte, nasse Haar klebte an meiner Haut, nahm mir die Sicht, bis ich es zurück strich und den Mann begutachtete, dessen Grinsen mir eine Gänsehaut bereitete. Ich wusste nicht genau was es war, aber irgendwas an ihm, ließ meine Eingeweide krampfen. Er war ein Mensch, ein... schöner Mensch. Ich hatte schon so manche gesehen: ganz dicke, ganz große, ganz dünne, welche mit roten Haaren, aber nicht so wie meine, welche mit pechschwarzen oder ganz blonden. Er hier war einer von den Menschen, die mir besonders gefielen, aber er hatte etwas... Gefährliches an sich. Mit großen Augen, ruhte mein Blick auf dem Mann, der .... machte er sich über mich lustig? Ratlosigkeit legte sich über meine Züge, denn ich verstand diese Situation nicht so ganz. In solchen Momenten war Sebastian der Experte - er konnte das einschätzen und erklären, aber er war nicht da. Und ich? Ich war einfach neugierig und führte doch nichts Böses im Schilde, geschweige denn hätte ich eine Sekunde daran gedacht, den Männern vor mir etwas derartiges zu unterstellen. Aber dieser... dieser Anführer - er hatte etwas an sich. Ich unterdrückte den Drang mich zu schütteln und hoffte darauf, dass sich alles aufklären würde. Bei seinem Lachen stellten sich meine Nackenhärchen auf und ich presste meinen Beutel instinktiv fester an mich, als könnte er mich beschützen. Mein Blick glitt von dem Mann zu dessen Mannschaft und wieder zurück, als er ganz offen seine Belustigung kund tat. Ich verstand nach wie vor nicht, wieso - woher sollte ich denn wissen, ob das sein Schiff war? Ich legte den Kopf leicht schief, als ich mich geringfügig - mehr war in diesem Gefängnis aus Seilen nicht möglich - nach vor lehnte und ihn musterte. "Ausgeheckt?", fragte ich ehrlich irritiert und schüttelte den Kopf. "Ich habe nichts ausgeheckt. Ich wollte euch nur beobachten. In meiner Heimat gibt es ein Verbot, sich Menschen zu nähern, aber seit die Welten sich verschoben haben, mache ich das so oft ich kann. Und als ich Euer Schiff entdeckte, wollte ich euch zusehen. Eure..." Ich deutete auf seinen Unterkörper "...Beine, sie faszinieren mich. Ich würde gern so gehen, tanzen und springen können, wie ihr es tut. Das ist alles", erklärte ich ihm ehrlich, denn es war nicht meine Art zu lügen. Wieso auch? Ich machte kein Geheimnis aus meinem Begehren, auch wenn das zwischen Vater und mir immer wieder zu wahnsinnigen Streitdiskussionen führte. Deswegen.. erzählte ich ihm auch nicht mehr alles. Doch für den Moment spielte das sowieso keine Rolle, denn ich steckte hier in diesem verdammten Netz, dessen Stricke sich unangenehm in meine Flosse bohrten. "Seid so gut, Besitzer dieses Schiffs und lasst mich wieder ins Meer. Ich wollte Euch keinen Ärger machen und wenn es Euch stört, dass ich Euer Schiff beobachtet habe, dann werde ich auf das nächste warten", meinte ich aufrichtig, denn mir kam gar nicht in den Sinn, dass irgendjemand von diesem Fang hätte profitieren können. Alles was ich wollte war, meine Reise fort zu setzen, Menschen zu sehen, die endlosen Weiten des Meeres zu erkunden und mich über meine Freiheit zu freuen, bis ich genug von ihr hatte und irgendwann nach Hause zurück kehren würde - sofern ich es fand. Aber daran dachte ich jetzt noch nicht. Ich sah den Mann immer noch an, doch umso länger ich das tat, desto stärker wurde eine Ahnung in mir: Mit dieser Art von Mensch hatte ich noch nie zu tun gehabt und meine Freiheit rückte in weite Ferne.

Benutzerbild
Offline
Beigetreten: 23.07.2010
Beiträge: 33137
Blutstropfen: 101806

Elsa
"Wüste... klingt ziemlich heiß", murmelte ich nachdenklich, auch wenn es unnötig war, es zu erwähnen. Natürlich war es in der Wüste heiß, also.. zumindest hatte ich davon gelesen. Ich war noch nie an einem Ort, in der es tatsächlich so eine Hitze hatte. In Arendelle hatten wir normale Sommer, normale Jahreszeiten und zugegeben, manchmal etwas strengere Winter, aber nicht so streng, wie dieses Mal. Im Gegensatz zu Jack machte mir Wärme aber nichts aus - ein kleiner, feiner Unterschied zwischen der Kälte, die wir in uns trugen. Ich musste schmunzeln, als er sich so verbeugte und kam nicht umhin, erneut zu bemerken, was für eine erfrischende Fröhlichkeit Jack verströmte. Auf seine Frage hin, nickte ich: "Ich bin schon seit langem hier und habe nach keinem anderen Weg gesucht. Aber wir werden schon einen finden - ich meine, es muss doch noch einen anderen Ausgang geben." Und damit wir uns nicht weiter die Beine in den Bauch standen, verließen wir bereits nach wenigen Minuten das Baumhaus. An der Tür, die nur mehr in den Angeln hing, drehte ich mich noch einmal um und blickte zurück: Die schneeweiße Landschaft, die in jeden Winkel gekrochen war und leise knisterte, lag so friedlich und schön da, dass niemand vermuten würde, was sich wirklich dahinter verbarg. Schließlich wandte ich mich ab und wollte diesem Ort nicht mehr begegnen - ich wollte nach vorne sehen und versuchen alles wieder gut zu machen, auch wenn ich keinen blassen Schimmer hatte, wie ich das anstellen sollte.
Ich folgte Jack über die Hängebrücke und kletterte an der Strickleiter nach unten, bis ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte, der sogleich gefror. Das hatte ich also nicht unter Kontrolle - wunderbar. Ich stieß den Atem frustriert aus, aber schüttelte schließlich den Kopf und sah sowohl einmal nach hinten, als auch nach vorne. "Auf die Gefahr hin, dass wir falsch laufen, lass uns doch mal da lang - immerhin können wir uns nicht verirren", meinte ich mit einem halben Lächeln und deutete auf die Schneespur, die meine Füße hinterließen. Das Dickicht aus verschiedensten Blättern, Gewächsen und Lianen machte es unmöglich zu erahnen, ob hier irgendwo irgendwas war. Also blieb uns nichts anderes übrig als einen Fuß vor den anderen zu setzen und die Augen offen zu halten.
Wie lange wir so durch den Dschungel irrten, konnte ich beim besten Willen nicht sagen, aber es war ermüdend nicht zu wissen wo unser Ziel lag und irgendwann, ich konnte nicht sagen wie viel Zeit vergangen war, hatte die Sonne ihren höchsten Stand erreicht. Die Luftfeuchtigkeit machte das Atmen schwer, denn man hatte das Gefühl zu ersticken. Das war selbst für mich unangenehm, auch wenn es Jack viel mehr zu schaffen machte. Er wirkte matt, richtig erschlagen, als hätte er keine Kraft mehr. Es war an der Zeit uns beiden eine Pause zu gönnen, weshalb wir im Schatten Zuflucht suchten. Wir lehnten an einem der überdimensional dicken Baumstämmen dieser Urwaldbäume. Jack stützte sich auf seinen Stab und ich hatte die Arme ineinander verschlungen, darauf achtend, immer etwas Abstand zu ihm zu wahren. Das war nicht böse gemeint, aber ich hatte Angst, dass irgendwas Schlimmes passierte, wenn ich ihn berührte - so wie mit allem anderen. Aber Jack war anders, er... kannte das Eis und den Schnee, er kannte die Kälte und er schien sie zu brauchen. Was wenn die Hitze um uns herum, ihm die Kälte entzog und es ihm deshalb immer schlechter ging? Es war mir ein Rätsel wieso es sich auf ihn so auswirkte und auf mich nicht, aber ich hatte ja keine Ahnung ob er mit demselben Fluch belegt war, wie ich. Immerhin hatte Jack seine Kraft sehr gut unter Kontrolle und darum beneidete ich ihn sehr. Sein Zustand jedoch ließ die Sorgenfalte auf meiner Stirn immer tiefer werden. Unruhig, stieß ich mich von dem Baum ab und ging unruhig vor ihm auf und ab, immer wieder, bestimmt einige Minuten lang. Mein Blick glitt dabei immer wieder zu Jack, der entweder gar nicht mitbekam, dass ich so beunruhigt, oder viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt war, was ich natürlich sehr gut verstehen konnte. Immerhin schien es ihm nicht sonderlich gut zu gehen. Schließlich starrte ich wieder auf meine Füße und dann weider zu dem jungen Mann, mit dem schneeweißen Haar. Er hatte seine klaren, eisblauen Augen geschlossen, sodass ich nicht darin lesen konnte, aber irgendwann ließ ich den Gedanken zu, den ich die ganze Zeit versucht hatte zu verdrängen. Ich hatte wahnsinnige Angst davor, aber ich hielt in meinem auf-und-ab-Gerenne inne und sah Jack an. Mein Blick senkte sich schließlich auf meine Hände und kehrte zu ihm zurück. Ein tiefes Seufzen entfuhr meiner Kehle, aber ich fasste mir ein Herz: "Ich... will dir nicht weh tun, aber... vielleicht hilft es dir. Falls nicht, dann.. sag es mir gleich, bitte", murmelte ich, aber so laut, dass er es gewiss hören konnte. Mein Magen zog fürchterlich, als ich auf Jack zuging, sodass sich der Abstand zwischen uns immer weiter verminderte. Erst als uns nur noch eine Unterarmlänge trennte, blieb ich stehen und hob stattdessen meine Hand. Ich konnte das Zittern nicht unterdrücken, das mich überkam, als meine Fingerkuppen seiner Wange immer näher kamen. Ich hatte Angst - unglaubliche Angst und ich wusste auch gar nicht, wieso ich mich dazu hinreißen ließ, aber ich musste ihm doch irgendwie helfen. Kurz zuckte ich nochmal zurück, meine Gedanken überschlugen sich, doch egal wie ich es drehte und wandte, ich wusste nicht, was die tropische Wärme mit ihm machte, und ich musste es doch wenigstens probieren, oder? Ein letzter Atemzug und ich hielt die Luft an, als ich ihm in die strahlend blauen Augen sah und ich die letzten Millimeter überwand, sodass meine Fingerspitzen auf seine Wange trafen, ganz sanft, ganz vorsichtig.

Benutzerbild
Offline
Beigetreten: 01.01.2010
Beiträge: 6848
Blutstropfen: 28693

Captain Hook
Da ich von meinem Aussichtspunkt einen hervorragenden Überblick hatte konnte ich die Fang-Aktion ziemlich gut überblicken, aber es bedurfte sowieso keiner weiteren Anweisungen, denn das schien kein besonders kluger Fisch zu sein. Wenn er überhaupt versuchte, zu entkommen, dann zu spät, denn es dauerte nicht lang, da begannen die Männer das Netz einzuziehen, womit sie ordentlich zu kämpfen hatten. Nicht schlau, aber schwer dieser Fisch, naja, dann ließ sich vielleicht ordentlich Geld damit machen. Doch als sie es schlussendlich geschafft hatten, das Netz vollends einzuziehen und ich sehen konnte, was da an Deck lag, weiteten sich meine Augen. Ich konnte nicht glauben, dass mein erster Gedanke sich wirklich bewahrheiten sollte und mir entschlüpfte ein nicht gerade stubenreiner Fluch. Eine Meerjungfrau. Hier. Das durfte doch nicht wahr sein. Ehrlich gesagt hasste ich diese Wesen. Sie waren hinterlistig und gerissen und machten nur Ärger, verdrehten einem den Kopf mit ihren Kräften und das schlimmste war das keine der anderen glich und man sich nicht einmal ein Patentrezept ausdenken konnte. Ich hatte in der Vergangenheit wahrlich keine guten Erfahrungen mit ihnen gemacht, aber hier war ich ja eindeutig im Vorteil und hatte wenig zu befürchten. Geschickt kletterte ich die wenigen Sprossen hinunter, kam sicher auf und steuerte stolzen Schrittes auf unseren neuesten Fang zu, der wohl immernoch versuchte, sich aus den Maschen des Netzes zu befreien, all dem Gezappel nach zu urteilen. „Na seht an, was uns da ins Netz gegangen ist“ rief ich an die Mannschaft gerichtet, während ein Wink mit der Hand den zuständigen Matrosen bedeutete, das Netz nach oben zu ziehen, damit sie nicht weiter auf dem Boden lag. Es sollte mir keiner nachsagen, ich sei ein schlechter Gastgeber. „So einen großen Fisch hätte ich im Leben nicht erwartet.“ Das war nicht mal gelogen und ehrlich gesagt wusste ich noch nicht so genau, was ich mit ihr anfangen sollte, aber das würde ich mir noch überlegen und natürlich ließ ich mir die leichte Ratlosigkeit nicht anmerken. Niemals. Ich hatte ihr bisher nicht wirklich viel Aufmerksamkeit geschenkt, doch als sie das Wort an mich richtete sah ich die Nixe, die mich durch die Netzmaschen ansah, erstmals genauer an. Da hatten wir ja ein besonders hübsches Exemplar erwischt – auch abzulesen an den Blicken der Männer, die geradezu Stielaugen bekamen. Also erfahrungsgemäß auch ein besonderes gefährliches, das durfte man niemals außer Acht lassen. Was sie jedoch sagte amüsierte mich ein wenig. Wessen Schiff sollte es denn sonst sein? Eben diese Belustigung trug ich auch in Form eines zynischen Lachens nach außen. „Ist das mein Schiff, Männer?“ Ich hörte vereinzeltes Lachen, sah aber auch verängstigte Blicke. Die Sorge, etwas falsch zu machen. Ich liebte es, Leute zu verunsichern, weil sie Angst vor mir hatten. Eine meiner liebsten Freizeitbeschäftigungen, aber gerade hatte ich etwas Interessanteres zu tun, weswegen ich mich mit niemandem im Speziellen aufhielt. „In der Tat, das ist es.“ Es wäre zu müßig zu erklären, dass einzig die Jolly Roger wirklich mein Schiff war und das hier nur ein Provisorium darstellte. „Deshalb wirst du wohl auch mir erklären müssen, was du in der Nähe meines Schiffes ausgeheckt hast.“ Denn wieso sollte eine Meerjungfrau ausgerechnet in dieser nichtmagischen Welt zufällig an meinem Schiff vorbeikommen. An solche Zufälle hatte ich nie geglaubt.

ich kann alles. ich brauch nur jemanden, der es mir sagt, weil ich mir selbst nicht glaub. {A} ♥

Benutzerbild
Offline
Beigetreten: 01.01.2010
Beiträge: 6848
Blutstropfen: 28693

Flynn
Ich hätte wirklich gelogen, hätte ich behauptet, es gefiel mir nicht, wie beeindruckt sie von meinen Geschichten war – auch wenn über die Hälfte davon ja wirklich nicht mehr als das war, weil ich es mir schlicht und ergreifend ausgedacht hatte – und es machte mir auch gar nichts aus noch eine und noch eine zu erzählen, wenn sie mich aus diesen großen Augen erwartungsvoll ansah. Ein bisschen war es wieder wie früher, als ich die anderen Waisenkinder auf diese Weise unterhalten hatte. Der kleine feine Unterschied war, dass ich mir die Identität des Flynn Rider zu Eigen gemacht hatte und die Grenze zwischen Fiktion und Realität deshalb manchmal verschwamm. Was ebenfalls verschwamm war das Fortschreiten der Zeit, sodass ich gar nicht wirklich merkte, wie Minute um Minute verging und auch die Suppe immer mehr Gestalt annahm. Es roch wirklich hervorragend, deshalb war ich gar nicht traurig, dass wir die Erzählstunde unterbrechen mussten, weil das Essen fertig war. Mein Magen hing mir mittlerweile in den Kniekehlen – auch wenn ich das gerade wirklich perfekt hatte ausblenden können – deshalb war es hoffentlich zu entschuldigen, dass ich meine Manieren vergessen zu haben schien und nicht brav wartete, bis sie sich zu mir gesetzt hatte, sondern sofort begann, die heiße (und wieder ist da das Wort Brühe, das mich in gewissem Kontext traumatisiert hat sodass ich es nicht mehr normal verwenden kann xD) Suppe in mich rein zu schaufeln. Ich konnte mich wirklich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so gut gegessen hatte, auch wenn das Gericht ein vergleichsweise Einfaches war. Wie würde sie erst wirkliche Delikatessen zubereiten? Ihre Frage riss mich aus meinen Träumereien und glücklicherweise erinnerte ich mich wohl an das letzte bisschen Anstand, das ich mir noch bewahrt hatte, denn ich schaffte es tatsächlich, erst herunterzuschlucken, bevor ich gespielt bescheiden abwinkte. „I – Wo (xD). Das ist doch nichts Besonderes.“ Doch ich kam weder dazu, mich weiter in falscher Bescheidenheit zu üben, noch sie für ihre Kochkünste zu loben, was ich wirklich vorgehabt hatte, denn auf einmal sprang sie auf und rannte regelrecht davon, sodass ich ihr nur verdutzt nachsehen konnte, was bestimmt sehr elegant aussah, mit dem Löffel vor dem Gesicht. Da ich ja nicht verantworten konnte, dass diese vorzügliche Suppe kalt wurde, wartete ich nicht mit dem Weiteressen, bis sie wieder da war. Stattdessen hatte ich es geschafft, meine Schüssel zu leeren und sogar die Dreistigkeit besessen, mir eine weitere einzuschöpfen, der ich mir auch gerade hingebungsvollst widmete, als sie die Küche wieder betrat. Doch was ich da erblickte konnte ich nicht wirklich fassen. Ich war so überrascht beim Anblick des kleinen grünen Viehs, dass mir der Löffel aus der Hand rutschte, in der Suppe landete und eine ziemliche Sauerei veranstaltete. „Wieso hast du einen Frosch dabei?“ Das sie mir bereits vorhin erklärt hatte, dass es sich um ein Chamäleon handelte, das hatte ich gerade irgendwie vergessen.

ich kann alles. ich brauch nur jemanden, der es mir sagt, weil ich mir selbst nicht glaub. {A} ♥

Benutzerbild
Offline
Beigetreten: 01.01.2010
Beiträge: 6848
Blutstropfen: 28693

Jack
Ich beobachtete, wie ihre Züge sich zu einem Lächeln verzogen und mochte es noch so kurz sein – sie verfiel leider sehr schnell wieder zurück in ihren betrübt wirkenden Ausgangszustand – musste ich gestehen, dass es ihr ausgesprochen gut stand. Ich verstand gar nicht richtig, was passierte, als sie ihren Entschluss fasste, so schnell kam der Sinneswandel, doch schließlich realisierte ich bei ihrer Aussage, dass sie mich begleiten wollte und konnte nicht verhindern, dass mein eigenes Grinsen so breit wurde wie eh und je. Sie war mir sympathisch, wieso sollte ich mich also über nette Gesellschaft beschweren? Ich war so lang allein gewesen, da musste ich das jetzt nicht auch weiterführen, wo es glücklicherweise nicht mehr zwingen zu sein schien, so wie früher. Doch das nächste was sie mir eröffnete war, dass sie genauso wenig Ahnung hatte, wo wir hinmussten, wie ich, doch komischerweise ließ mich das nicht mutlos werden. Das klang, als würde uns ein Abenteuer bevorstehen, und das freute mich auf verrückte Weise. Was mich jedoch kurz stutzen ließ, war die Art, wie sie von diesem Land sprechen. Als würde sie es mit seinen Landschaften und Leuten und Eigenarten so gut kennen, wie niemand sonst. Doch auf die Idee, zu hinterfragen, welche Rolle sie inne hatte, kam ich nicht. Ich war nicht vertraut genug mit solchen Dingen, um überhaupt an so etwas zu denken. Um unsere gemeinsame Reise gebührend einzuleiten machte ich eine ausladende Verbeugung. „Es ist mir eine Ehre, deine Reisebegleitung zu sein.“ Dann war es wohl an der Zeit, eine Route zu überlegen. „Ich kam durch einen Spiegel nicht weit von hier. Allerdings führt der in die Wüste und auch wenn ich diesen Dschungel hier schon grauenvoll warm finde, es ist nichts gegen die Hölle dort. Sei mir also nicht böse, wenn ich da nicht unbedingt zurück möchte.“ Wenn ich so darüber nachdachte, dann war mir, obwohl wir uns irgendwo in den Tropen befanden, gar nicht mehr so heiß wie vorhin. Irgendwas an Elsas Anwesenheit half mir, eine angenehme Temperatur zu finden, auch wenn ich das so noch gar nicht verknüpft. „Warst du die ganze Zeit hier? Oder hast du eine Idee, welches Portal wir versuchen können, um hier weg zu kommen.“ Ich hätte auch überhaupt kein Problem damit, uns blind auf den Weg zu machen, und diesen Dschungel durchzukämmen. Irgendwo hier gab es sicher ein Portal, das nicht unbedingt in den temperaturtechnischen Vorhof der Hölle führte. Langsam hatte ich nämlich wirklich genug von all den Wüsten und Urwäldern. Warum konnten wir nicht am Nordpol landen, das wäre doch mal ein Anfang.

ich kann alles. ich brauch nur jemanden, der es mir sagt, weil ich mir selbst nicht glaub. {A} ♥

Benutzerbild
Offline
Beigetreten: 23.07.2010
Beiträge: 33137
Blutstropfen: 101806

Arielle
Am Anfang war das Chaos, in das alles gestürzt war, schon etwas einschüchternd. Für einen Augenblick hatte ich es bedauert, aus meinem zuhause gerissen worden zu sein, bis mir klar wurde, was das wirklich bedeutete: Freiheit. Klar vermisste ich meine Familie ein bisschen, aber ich war zu neugierig, als dieses Abenteuer einfach wegzuschmeißen. Die Möglichkeiten, die mir offen standen, ganz ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen, oder mich mit den ständigen Diskussionen mit meinem Vater auseinander zu setzen, waren unbegrenzt! Ich konnte schwimmen, wohin ich wollte und tun wonach mir der Sinn stand. Ich durchquerte die unterschiedlichsten Meere, entdeckte Flecken, die es in unserem Reich gar nicht gab. Und ich sammelte unfassbar viele Schätze! Am liebsten hätte ich Scuttle danach gefragt, aber er scheint nicht in den Welten zu sein, die ich bisher besucht hatte. Die Spiegelflächen führten mich schon in zahlreiche Seen und so manche Bekanntschaft war ganz erheiternd, andere wiederum nicht so. Und seit geraumer Zeit, begleitete mich die Fischdame Dory, mit der ich mich bestens unterhielt. Der Anfang war allerdings etwas kurios gewesen, da sie ständig vergessen hatte, das wir uns bereits unterhalten hatten und sie immer glaubte, ich wollte ihr etwas Böses. Aber mittlerweile - so verwirrt und vergesslich sie nach wie vor war - konnte sie sich an mehr erinnern als sonst. Sie hatte beschlossen, sich mir anzuschließen, da sie kein wirkliches Ziel gehabt hatte und auch vergessen hatte, was sie als Letztes getan hatte. Außerdem war Dori wirklich gut darin, Menschendinge am Meeresgrund zu finden. Manches davon kannte ich und ich musste immer gut abwägen was ich mitnehmen wollte, da mein Beutel langsam viel zu schwer wurde. Wo genau wir uns befanden, konnten wir nie so genau sagen - aber wir durchstreiften jeden Tiefseegraben, kämpften uns durch dichte Algenfelder und bewunderten so manche Korallenriffe. Die wenigsten Meeresbewohner redeten mit mir - eigentlich schade, da man bestimmt vieles von ihnen erfahren könnte, aber so mancher hatte schon die ein oder andere Geschichte zu erzählen. Doch seit geraumer Zeit waren wir nur zu zweit unterwegs und schwammen immer weiter, bereit Neues zu erleben. Meistens blieben wir sogar recht nahe an der Oberfläche, denn ich liebte es aufzutauchen und mich umzusehen, in der Hoffnung den ein oder anderen Menschen zu entdecken. "Hm... Ich hätte schwören können, so ein Ding schon einmal gesehen zu haben", meinte Dori in ihrer nachdenklich-verträumten Stimme, als ich merkte, dass sie ganz woanders hinsah, als ich. Und dann erblickte ich es: ein riesiges Schiff, nicht unähnlich dener, die ich zu Hause schon öfter gesehen hatte. "Oh!", machte ich ganz aufgeregt und grinste meine Begleiterin an: "Komm, lass uns näher ran! Dort sind bestimmt Menschen", beschloss ich sofort, denn was gab es Schöneres, als sie zu beobachten, wie sie herum gingen auf ihren Beinen und tanzen konnten, oder springen. Sebastian hätte die Scheren zusammen geschlagen und mir einen Vortrag darüber gehalten, wie verrückt ich mich verhielt, dass es Selbstmord war, sich ihnen zu nähern, und dass sie uns nur verspeisen wollten. Er übertrieb immer so maßlos, aber hier gab es keinen Sebastian - nur eine offene Dori, die mich einfach begleitete, anstatt irgendwelche Reden zu schwingen. Wir tauchten also wieder ab und umkreisten das Schiff erst in einiger Entfernung, um eine gute Stelle für unsere Beobachtungen zu finden. Leider war das gar nicht so einfach, da es plötzlich seine Richtung änderte und ich verharrte um zu sehen, was passierte. Ich erkannte viel zu spät, dass es auf uns zusegelte und viel schneller war, als ich dachte. Mein Herzschlag schoss in die Höhe, weil es drohte über uns hinweg zu walzen. "Schnell wir müssen tiefer!", wies ich Dori an, sodass wir nach unten abtauchten, aber das Schiff erwischte uns nicht. Stattdessen war da plötzlich ein Netz überall um mich herum, in dem ich mich mit der Flosse in den großen, groben Maschen verfing. "Schwimm weg!", brüllte ich Dori zu, doch die quirrlige, blaue Fischdame, blieb wie erstarrt auf der Stelle und bekam riesige Augen. Sie hatte Angst und ich konnte es verstehen, aber zum Glück war sie klein genug, damit ich sie sachte durch die Maschen schubsen konnte, gerade als das Netz straff gezogen wurde und ich in der Falle saß. Dori überschlug sich im Wasser vom Druck, der das Netz auslöste, als es nach oben gezogen wurde und wurde etwas durchgerüttelt, aber sie war in Sicherheit. Ganz im Gegensatz zu mir. Ich suchte mit den Händen verzweifelt eine lockere Schlinge, irgendwas um mich zu befreien, aber ich fand keinen Makel an diesem Netz. Ich wand mich in dem engen Gefängnis und zerrte an den Strängen, als es die Wasseroberfläche durchbrach und das überschüssige Wasser laut plätschernd auf das Meer niederrieselte. Mit misstrauischem, aber vor allem verständnislosem Blick suchte ich das Schiff ab, um einen Eindruck von den Menschen zu bekommen, die mich so rüpelhaft gefangen genommen hatten. Sie hätten doch auch einfach mit mir reden können! Ich war doch ebenso neugierig auf sie, wie es sich vielleicht auch umgekehrt verhielt. Aber stattdessen zappelte ich in diesem furchtbaren Netz und sah von oben auf die Männer herab, die sich darunter zusammen gestellt hatten. Mit einer Hand umklammerte ich die dicken Seile und mit der anderen meinen Beutel mit all meinen Schätzen, als sich plötzlich die Traube aus Menschen teilte und ein andere Mann auf der Bildfläche erschien, den ich vorsichtig, aber neugierig musterte. Ich lehnte den Kopf an das Geflecht aus Strängen und sah ihn weiterhin an, als könnte er die Antwort auf diesen Schlamassel sein: "Ist das Euer Schiff?", fragte ich den Mann, vor dem alle zurück gewichen waren. Er schien an diesem Ort so etwas wie ein König für die anderen zu sein, oder hieß das auf einem Schiff anders?