The Hamptons [Revenge] RPG

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The Hamptons [Revenge] RPG

Aloha, dieses RPG eröffne ich für Troian.

THE HAMPTONS ʸᵒᵘʳ ᶤᵐᵖʳᵉˢˢᶤᵒᶰ

Hier geht es zur offiziellen Gruppe!

Unsere Geschichte:
In einer Reihe von Millionen-Dollar-Strandhäusern und den reichsten Familien der Nation herrscht eine Fülle von Leben, die Menschen verändert - und du hast die Möglichkeit in den Hamptons, an Barbecues, Partys und gesellschaftlichen Ereignissen sowie dem restlichem puren Luxus teil zu haben. Doch sei auf der Hut, auf den Hamptons scheint jeder Bewohner etwas zu verstecken und etwas zu wissen was nicht ans Licht kommen soll. Deine Nachbarn sind nicht die die sie vorgeben zu sein. Die bekanntesten Leute auf der Insel ist die Familie Grayson, die nicht davor scheuen zu prahlen was sie alles an Vermögen besitzen. Werde Teil an dem Leben der New Yorker Halbinsel und vielleicht bekommst du ja sogar ein Ehrennamen und darfst in das Geheimnis der mysteriösen Ereignisse der Familie Greyson schnuppern oder aber du versucht dir dein eigenes Leben auf zu bauen und dich aus allem fern zu halten. Versuchst die Typischen Probleme wie Geldsorgen oder Probleme im Liebes Leben zu meistern. Eines sei gesagt: Ruhm, Macht, Ehre, Geheimnisse und Gerüchte können Menschen verändern. Die Hamptons sind groß und die Graysons haben ihre Finger überall im Spiel.

Euer Geheimnis:
Was verbirgt sich hinter eurer Person? Die Hamptons sind bekannt als einer der Reichsten Insel New Yorks und so sind auch dessen Bewohner. Doch nicht alle sind die die sie vorgeben zu sein. Hinter der scheinbaren Glitzerwelt stecken auch ihre Schattenseiten. Wie seid ihr an euer vermögen gekommen? Zum Beispiel war auch Daniel Grayson der Sohn der Familie für eine bestimmte Zeit im Knast da er wegen Körperverletzung eingebuchtet wurde. Im Gefängnis lernte er jede Menge Leute kennen denen er durch die Verbindung seines Vaters ohne sein Wissen Geld zu kommen ließ. Vielleicht seid ihr eine von ihnen und nutzt die Gelegenheit um euch in der Sonne auszuruhen nachdem ihr in den Genuss der Freiheit gekommen seid. Vielleicht arbeitet ihr Illegal auf der Insel als Stripper oder Drogen Dealer. Ein verloren geglaubtes Mitglied einer der High-Society Familien oder du bist ein verwandter/bekannter der Familie Grayson. Denn auf den Hamptons ist nicht alles so glamourös wie es scheint. All dies sind Geheimnisse die euren Namen unrein waschen könnten. Und wer will schon in der Nahrungskette ganz unten stehen?

Geschichte der Serie:
Emily Thorne ist für den Sommer zurück auf die Hamptons gekehrt und mietet das leer Stehende Haus neben der hoch angesehenen Grayson Familie. Was niemand weiß, Emily war schon mal in den Hamptons wo sie noch ein kleines Mädchen war. Was niemand ahnt: In Wirklichkeit ist Emily Throne: Amanda Clarke, dessen Vater für ein Verbrechen das er nicht begangen hatte festgenommen und ihm im Gefängnis dafür das Leben genommen wurde. Sie wurde dauerhaft von ihrem Vater durch eine Nervenklinik getrennt und sah ihn nie wieder. Amandas Vater im Gefängnis zu Tode verurteilt durch gefälschte beweise von Victoria Grayson. David Clarke hinterließ seiner Tochter eine Kiste mit Beweisen die seine Unschuld belegten, die ein gewisser Nolan Ross ihr überreichte. Amandas Vater wusste das der Tag seines Todes vor ihrem Neunzehnten Geburtstag einbrechen würde. Amanda nutze ihren Aufenthalt in der Klinik in dem sie mit einem Mädchen Namens Emily Throne die Identität tauschte um verdeckt zu bleiben. Doch nun, wo Amanda als Emily zu den Hamptons zurückgekehrt ist, hat sie sich den Vorsatz Rache an denjenigen zu nehmen die sie und ihren Vater damals ungerecht behandelt haben. Ganz oben auf ihrer Liste stehen die Graysons. Victoria Grayson, die Mutter in der großen Familie und die Frau die Amandas Vater liebte und ihn dann für einen 'Mord' den er nicht begannen hatte verriet. Als Emily ihrer Pläne immer weiter versucht in Bewegung zu setzen merkt sie nach und nach wie viel Wut doch in ihr Steckt und das sie auch bereit wäre über Leichen zu gehen. Doch nicht nur ihre Feinde stehen ihr im Weg sondern auch ihre Freunde (wie z.B. die Porters aus ihrer Kindheit) Eines steht für Amanda jedoch steht fest, sie steht zu der Unschuld ihres Vaters, auch wenn er sie in einen Brief gebeten hatte zu verzeihen.

„Das ist keine Geschichte über Vergebung...es ist eine Geschichte über Rache..!“ - - Amanda Clarke / Revenge 01x01

Charakter aus der Serie:
Victoria Grayson → FREI
Aiden Mathis → FREI
Emily Throne/Amanda Clarke →FREI
Nolan Ross → Troian
Amanda Clarke/Emily Throne → FREI
Conrad Grayson → FREI
Tyler Barrol → Little J.
Lydia Davis → FREI
Charlotte Grayson → FREI
Ashley Davenport → FREI
Declan Porter → FREI
Daniel Grayson > crazy_perfect
Patrick Osbourne → crazy_perfect
Padma Lahri → FREI
Jack Porter → crazy_perfect
Dav id Clarke → FREI

Aktive Mitglieder(zul. Aktualisiert 22.09.2017)
Troian.
Chord Heard
Nolan Ross
Cassian Winters
Harmony
Leah Jenkins
Derek Castaneda
crazy_perfect
Jack Porter
Patrick Osbrone
Daniel Greyson
colourful.death
Lillian Adams
.invisible.
Christian Hale
Nikki Carson
Miss Fabulous
Chloé Lookwood
Elizabeth 'Liz' McDarren
Sternenkind.
Faith Barrol

Steckbriefvorlagen:
...für selbst gemachte Charaktere, die in das Leben der Hamptons eintauchen:
Name: [Wie heißt ihr im HoN?]
Name im RPG: [Wie soll euer Charakter heißen. Vor/Nachname ?]
Geschlecht : [Männlich oder weiblich ? ♂ / ♀]
Alter: [Wie alt ist euer Charakter?]
Aussehen : [Bitte mit Real Life Link]
Charakterzüge/Art/Verhalten: [Beschreibe den Charakter deines Charas in Sätzen!]
Hobbys: [Was macht eurer Chara so in der Freizeit ?]
Etwas wissenswertes über die Familie?:[Reich/Arm/Allein lebend/ usw..]
Vorgeschichte : [Was hat er /sie bis jetzt schon alles erlebt?]
Sonstiges:[Besonderheiten Talente oder Merkmale seinen Charas?]
Hat dein Chara ein Geheimniss?: (Muss nicht ausgefüllt werden! )

Regeln:
- natürlich gelten zuerst einmal die Allgemeinen RPG-Regeln
- mindestens einmal in der Woche im RPG schreiben/melden
- in Ich-Form schreiben
- Namen eures Charas oben drüber
- Sachen die nicht zur RPG gehören bitte in Klammern (…)
- Gedanken bitte so //….// oder in kurviger Schrift
- Gesprochenes wird so „…“
- keine Beleidigungen und kein Streit, außer im RPG zwischen Charakteren
- Wenn ihr längere Zeit nicht on kommen könnt, sagt bescheid. Wenn ihr euch länger als einen Monat unentschuldigt nicht mehr meldet wird euer Chara wieder frei.
- Und zu Guter Letzt: Spaß haben.

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• Cassian Winters.

Auch wenn ich vorgab für alles eine Erklärung oder einen Plan zu haben, hatte ich es nicht. Und das Cedric von Freiheitsberaubung sprach, konnte man ihm irgendwo auch nicht verdenken. Er war seid einem Monat in einer Klinik eingesperrt worden, mit Medikamenten abgespeist und mit Dingen und Wissen über mich gefüttert, die ihn eigentlich gar nicht interessiert hatten vorher. Er lebte mein Leben. Und ich konnte an seinen Augen sehen wie sehr er dies satt hatte. Dieses dreckige unbedeutsame Leben für das sich keiner Interessierte. Noch nicht einmal die Ärzte. Ich lehnte die Tür an damit Cedric nicht unbedingt alles mitbekam. Je mehr er wusste umso schlimmer würde die Sache wahrscheinlich enden. Auf ihre Frage was mein Plan hinter all dem was ich getan hatte war, schluckte ich den Kloß in meinem Hals herunter. Ich schwitzte immer noch als hätte ich so eben ein unglaublich schlimmes Trauma hinter mir. "Ich habe keine Ahnung." Micaelas und mein Blick trafen sich. "Ich habe wirklich keine Ahnung", wiederholte ich meine Worte. "Ich- ich hab immer diese Blackouts und ich-", ich suchte nach den richtigen Worten und strich mir nervös die Haare aus dem Gesicht. "...ich hab ihn einfach mitgenommen." Meine Atmung wurde flacher und ich spürte wie ich immer lauter nach Luftschnappte während ich versuchte mich ihr irgendwie weiter zu erklären. "Es wäre früher oder später so wieso ans Licht gekommen. Sie hätten mich wieder weg gesperrt. Das tuen sie immer." Und ich wollte nicht wieder zurück. Ich hatte es satt mein erbärmliches Leben zu führen. Ich hatte es satt Cassian zu sein. Niemand interessierte sich für mich. Mein Bruder jedoch, besaß alles. "Ich geh nicht mehr zurück. Nie mehr. Cassian Winters ist Tot. Und ich egal wie ich es anstellen muss, es wird einen Weg geben um das zu regeln." Ich war Cedric Winters. Cedric war klüger, reicher, charmanter, hatte Freunde und die Frauen lagen ihm zu Füßen. Kaum war ich ich selbst, hatte ich nichts. Noch nicht einmal meine Mutter interessierte sich für mich oder kam mich besuchen. "Cassian. Komm schon, Mann! Mach mich los!" Ich spürte den Blick von Micaela immer noch auf mir. "LASS MICH DOCH NACHDENKEN!", entfuhr es mir unter Druck. Die Augen von Micaela auf mir die etwas erwartete und Cedric der ständig mit mir sprach, mein Gehirn würde jeden Augenblick platzen. Total überfordert ließ ich mich auf dem Bett nieder und schloss für einen kurzen Augenblick die Augen um mich zu fangen. "Das ist alles was ich habe und alles was ich sein will. Sie mich an. Ich bin nur das was er aufgebaut hat. Ich kann Cedrics Leben weiter führen. Es ist alles an ihm. Die Art wie er redet und spricht. Wie er geht und sich verhält. Sein Erfolg. Er ist niemals alleine und selbst wenn er etwas so richtig verkackt, macht er es super." Ich schüttelte ratlos den Kopf. Seid dem ich Cedric war schenkte man mir Beachtung, man sorgte sich um mich und das was ich tat.

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• Chord Heard.

Bryan verschwand in sein Zimmer. Erst als ich die Tür in das Schloss fallen hörte wandte ich mich Dylan und Lillian zu. Lillian war meiner Überlegung nach viel zu besorgt. Washatte ich ihrer Meinung jetzt falsch gemacht? Dylan verstand die Welt nicht mehr und klar konnte ich ihn da verstehen. Das ganze war nicht leicht für ihn, aber egal wie ich das verpackte, es würde ihm so oder so nicht gefallen. Ich hatte keine andere Wahl gehabt. Die Leichen mussten weg. Ansonsten wäre wieder irgendtewas im Fernsehn gelaufen oder der Name der Black Hoods wäre im schlimmsten Falle gefallen. Als Lillian jedoch versuchte an mein schlechtes Gewissen zu apelieren, runzelte ich die Stirn und sah sie abergläubisch an. Wieso musste ich mich mit Lillian immer gleich in die Haare kriegen?! Das war nicht ihr Business. Und vor allem wollte ich weder das Dylan oder Bryan was davon mitbekamen. Vor allem aber wollte ich nicht, dass Lillian Dylan verkaufte das das ganze nur halb so schlimm war und wir nichts mit seinem Vater angestellt hatten. Hatte ich ja auch nicht. Wenigstens hatte ich die Leichen dort hin gebracht wo sie erst mal keiner Finden würde. "Können wir darüber bitte später reden?" Doch Lillians Blick war schon wieder so, als hätte ich etwas hinter ihrem Rücken entschieden. Es war meine Aufgabe das zu tun was ich tat und sie hatte darin keinerlei Mitspracherecht. "Das ist nicht dein ernst? Ich habe so eben Leichen verschwinden lassen. Willst du das nächste mal eine Einaldungskarte?" Klar war das nicht sonderlich hilfreich von mir, aber was sollte ich tun. Dylan sah mich mit geweiteten Augen an. "Das ist nicht dein Ernst?! Du hast was gemacht?! Was ist damit? wo ist mein Vater?!" Ich sah Lillian an und verdrehte die Augen. Ich presste meine Lippen feste aufeinander und vermied es Dylan direkt anzusehen. Ich konnte es nicht, aus einem mir unerklärlichen Grund. "Du kannst das nicht einfach ungeschehen machen!" Ich rieb mir meine Stirn und sah zwischen den beiden umher. "Wir können es uns nicht erlauben aufsehen zu erregen Dylan! DU bist bei uns in Sicherheit! Und das ist gerade das einzige was zählt. Glaubst du dein Vater hätte gewollt, dass ich dich jetzt da draußen rum laufen lasse?!" Dylan sah mich einfach nur an. Die Tränen standen wieder einmal ins Gesicht geschrieben und ich konnte ihm nicht helfen. Wieder einmal ging es um etwas, von dem ich keine Ahnung hatte: Gefühle. Und es kotzte mich auf eine spezielle Art und Weise an. Dylan sollte nicht glauben das er oder sein Vater mir egal waren, aber das war das einzige was ich hätte tun können. Eine weitere Schlagzeile wäre nur etwas gewesen war der Mörder gewollt hätte."Du musst nur dieses eine mal auf mich hören okay? Ich weiß das dein Vater nicht viel von mir gehalten hat, aber das bringt dich jetzt auch nicht weiter. Ich werde dich zu deinem Vater bringen wenn es da Draußen wieder sicher ist." Und das war etwas was ich ihm versprechen konnte, aber das würde sicher nicht jetzt passieren. Das ganze brauchte ab jetzt erst mal Ruhe.

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Micaela Ramírez
Cas sah nicht besonders erfreut darüber aus, dass ich nun hier war. War also unsere Freundschaft definitiv zerstört? Dabei konnte ich doch gar nichts dafür! Er hatte die Grenze überschritten und er hatte auch sehr gut gewusst, wie weit dass er gehen konnte. Ich war nun sogar hierher gekommen und dennoch wollte er mich abweisen? Ich sah ihn enttäuscht an, als er mir sagte, dass er keine Zeit dafür hätte. Trieb er es gerade mit seiner neuen blonden Freundin oder wieso öffnete er die Tür nicht mehr? Genau in diesem Moment ertönte eine Stimme, die mir bekannt vorkam. Sie klang fast schon wie Cas, nur war Cas nicht jemand, der jemanden siezte. Daher musste es praktisch sein Bruder sein. Was hatte er denn mit ihm gemacht? Was schon erschrocken musterte ich Cas und wusste einen Moment lang nicht, was ich denn nun von ihm denken sollte. Ich sah wie seine Augen sich weiteten. Anscheinend war das hier nicht gerade sein Plan gewesen. Ich zuckte zusammen, als er mich an meinem Arm packte und mich in die Tür zog. Dachte er etwa, nur weil er mich geküsst hatte, konnte er mich so behandeln, wie er wollte? Ich konnte gerade noch einen Aufschrei unterdrücken. Mein Blick glitt zu Cas Hand, in der er ein Messer hielt. Was wollte er denn bitteschön mit dem Messer?! Vielleicht wäre es wirklich besser gewesen, wenn ich nicht hierher gekommen wäre. Er fuhr seinen Bruder an und ich trat in das Wohnzimmer. Ich sah erschrocken von Cas zu Cedric und dann wieder zurück. Er hatte ihn tatsächlich festgebunden - auf einen Stuhl. Und er bezeichnete mich als krank? Man musste ja nur schon die ganze Situation betrachten, um zu sehen, dass er definitiv mehr krank wie ich. Ich lief nicht mit einem Messer in der Hand herum, während ich einen Verwandten auf dem Stuhl gefesselt hatte. Ich sah zu Cedric, als dieser meinte, dass er mich kannte. Irrenhaus? Das war eine verdammte Klinik und kein Irrenhaus! Ich warf ihm einen wütenden Blick zu und mein Temperament war kurz davor mit mir durchzugehen. Anscheinend schien Cas das zu machen, denn er schnitt mir den Weg ab. "Lass mich deinem bescheuerten Bruder zuerst einmal weiss machen, dass das kein Irrenhaus ist", knurrte ich wütend und sah zu Cas hoch. Wieder mischte sich sein Bruder ein. Langsam konnte ich Cas wirklich verstehen. Cedric war eine totale Nervensäge. Und er übertrieb total. Freiheitsberaubung? Dann sollte er vielleicht einmal eine Weile nach Südamerika gehen, da würde er einmal zu sehen bekommen, wie weit man die Menschenrechte ausdehen konnte. Ich versuchte Cedric zu ignorieren und nickte dann langsam. Ich ging mt Cas ins Schlafzimmer, was eigentlich ziemlich komisch war, wenn man bedachte, wie sich unsere Wege getrennt hatten. Ich verschränkte die Arme vor der Brust und betrachtete Cas. "Er übertreibt und er hat keine Ahnung", erwiderte ich auf Cas Worte, dass ich nicht auf seinen Brudern hören sollte. Ich setzte mich auf das Bett und sah zu ihm auf. "Aber wieso zur Hölle hast du ihn an deinen Stuhl gefesselt und läuft mit einem Messer herum? Das sieht wirklich so aus, als wolltest du ihn umbringen", platzte ich sogleich mit der Frage heraus und sah ihn an. Ich war eigentlich aus einem völlig anderen Grund hierher gekommen, aber das musste wohl warten. Cas hatte hier eine gewaltige Scheisse am Laufen und es sah wohl ziemlich so aus, als könnte er ein bisschen Hilfe gebrauchen. Ich sah ihn fragend an und strich mir eine Strähne nach hinten, die sich gelöst hatte. Wieso hatte er ihn überhaupt aus der Klinik geholt? [Stimmt gar nicht :o]

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• Cassian Winters.

Micaela konnte sich wirklich von allen Augenblicken keinen unpassenderen Zeitpunkt aussuchen als diesen hier. Jetzt auf einmal wollte sie reden?! Sie hatte mir doch deutlich genug gemacht was sie von mir hielt. "Ich weiß nicht ob der Zeitpunkt der beste ist, ich hab echt eine Menge zu tun und weiß nicht wo mir der Kopf steht." Und das sah man mir wahrscheinlich an. Um ehlrich zu sein konnte ich im ersten Augenlich gerade gar nicht zu Ordnen wo mir eigentlich der Kopf stand. "Hey Hey Hey! Hallo? Oh Gott sei Dank. Mein Bruder ist verrückt geworden. Helfen sie mir." Meine Augen weiteten sich. Was verstand er bitte an den Worten nicht, dass er seine Klappe halten sollte?! Ohne auf Micas Wohlfühlzone zu achten, griff ich sie am Arm und zog sie zu mir. Sie sollte jetzt bloß keine Schwiergkeiten machen. Egal was sie glaubte oder was sie von der Sache hielt. "Cedric halt die klappe!" Ich legte das Messer auf den Thresen und sah sie an. "Das kann doch nicht dein Ernst sein. Hören sie, Miss. Mein Name ist Cedric Winters, mein Bruder ist komplett durch geknallt." Ich schüttelte nur mit dem Kopf. "Er hat mir keine andere Wahl gelassen. Cedric halt dir Klappe!", sagte ich erneut mit etwas lauter stimme. "Moment mal, ich kenne dich doch. Du bist die Tante aus der Klinik. Ihr steckt doch nicht unter einer Decke oder?! Meine Fresse. Ich glaube ich bin hier im Irrenhaus." Was verstand mein Bruder an meinen Worten nicht? Ehe Mica schalten konnte, schnitt ich ihr den Weg zur Tür ein wenig ab. "Ich kann das Erklären." "Ich bin ganz Ohr Bruder." Ich kniff meinen Mund zusammen und schluckte schwer. "Ich glaube wir beide sind ganz versessen darauf, deinen absolut brillanten Plan zu erfahren. Das du mich umbringen willst vielleicht?! Oder das du mich entführt hast?! Das nennt man Freiheitsberaubung!" Ich warf Cedric einen sehr angenervten Blick zu. Er hatte einen sehr hohen Drang zur Übertreibung. So schlimm war das ganze nicht nicht gewesen. Wenigstens war das das was ich im Augenblick so empfand. Ich sah zu Mica und deutete auf das Schlafzimmer. "Können wir reden? Alleine? Bitte? Ich habe eine Erklärung dafür." Das letzte was ich gebrauchen konnte war das sie mir in meinen Plan grätschte. Sie würde das ganze ja eh nicht verstehen. Das hatte sie vorher schon nicht. "Das hat er nicht." Ich sah erneut zu Cedric. Dieser erhob nur eine Augenbraue. Er sah nicht mehr aus wie Cedric. Wir hatten definitiv die Rollen getauscht. Seine Haare waren wild verworren, seine Kleidung schmutzig und auf gar keinen Fall teuer und seine Gestik war ebenfalls nicht so entspannt als diese wie man sie kannte. "Hör nicht auf ihn bitte. Vertraue mir ein einziges Mal." Das ganze musste zwar schlimm für sie aussehen, aber das war es nicht. Es war nicht so wie es aussah. [nicht so gut :x sorry xD]

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LILLIAN Adams
Das hier hatte nicht passieren sollen. Nicht jetzt schon; es war zu früh, um bereits wieder ins Wackeln zu geraten. Die Ruhe und Sicherheit, die gerade erst in mein Leben gekrochen war, mit dem Wissen das auch Chord ein Teil eben dieses Lebens war, wurde einfach so von diesem ekelhaft bekannten Gefühl verdrängt, und verblasste von Stunde zu Stunde ein klein wenig mehr. Jede Stunde die verging, brachte nur eine weitere Sorgenfalte mit sich, und selbst die Tatsache dass wenigstens Dylan und Bryan irgendwie doch eingeschlafen zu sein schienen, brachte mich nicht zur Ruhe. Chord lief dort draußen herum, und dass nun schon die ganze Nacht über – er hatte zwar gesagt, er würde vorsichtig sein, aber er wusste ganz genau das vorsichtig nicht ausreichte. Er konnte noch so vorsichtig sein; wir konnten noch so vorsichtig sein, irgendwann holte uns das alles hier doch immer und immer und immer wieder ein. Mittlerweile sollten wir bereits damit klar kommen, dass tat ich aber nicht. Nicht jetzt; es war doch gerade erst alles am Weg der Besserung gewesen, und nun wurden wir doch wieder in eine Richtung gedrängt auf die ich mich eigentlich schon längst hätte vorbereiten sollen. Chord hatte mir schließlich gesagt, dass ich mich nicht nur für ihn entscheiden würde, sondern für dieses Leben hier. Frustriert rieb ich mir die Stirn, schloss die Augen und presste die Lippen fest aufeinander. Wenn Dylan ernsthaft meinte, dass ich nicht mitbekommen hatte, dass er wenigstens eine Weile geschlafen hatte, täuschte er sich. Anders als er hatte ich nämlich doch die ganze Nacht wach gesessen und auf Chord gewartet – und anders als er, hatte ich nun schon die dritte Tasse Kaffee intus. Ruhiger wurde ich dadurch aber auch nicht, und selbst zum aufwachen schien es nicht mehr viel beizutragen. Schnell stand ich auf und sah zur Tür, fing Bryan ab und nickte leicht. Chord war wieder da – gerade durch die Tür gekommen, und sah dabei auch nicht sehr viel besser aus als vor einigen Stunden als er sich auf den Weg zu dieser Lagerhalle gemacht hatte. Dylan machte es mit seiner bohrenden Fragerei wohl aber auch nicht sehr viel besser. Gott, kapierte er denn nicht, dass Chord das alles nur dafür tat das er in Sicherheit war? Und Chord fand wieder einmal nicht die richigen Worte, denn darin war er nicht gut. Er wusste eben nie wirklich, wie er seine Gefühle und Beweggründe in Worten fassen sollte. Bryan drehte sich von Chord zurück zu Dylan und sah diesen aus großen Augen an. "Ist etwas mit deinem Papa passiert? Ich weiß auch nicht wann ich meinen wieder sehe," sagte er. Natürlich musste er jetzt wieder auf Jasper zu sprechen kommen! Leise fluchte ich und schüttelte lächelnd den Kopf. Wahrscheinlich kapierte Dylan gerade so ziemlich gar nichts von dem, was hier abging – würde ich wohl auch nicht. Wahrscheinlich hatte er aber gerade andere Gedanken und Probleme, über die er sich Sorgen machte. "Kannst du kurz in dein Zimmer gehen? Fünf Minuten?" Chord hatte Recht, wenn er sagte das wir das hier nicht vor dem Jungen machen mussten. Eindringlich sah ich den Blondschopf an, er nickte aber nur und verschwand dann auch in sein Zimmer. Ich wartete noch einige Sekunden, ehe ich mich wieder zurück zu Dylan und Chord drehte. "Dir ist klar, dass sie dich suchen würden, hätte Chord nichts getan oder? Du bist hier her gekommen und hast ihn dumm angemacht weil er nichts tut, und jetzt hat er etwas getan und es ist doch nicht das was du willst?", fragend runzelte ich die Stirn und sah Dylan an, wandte dann aber auch schon Chord meine Aufmerksamkeit zu. "Wir hatten eine Abmachung. Gemeinsam – das was du gemacht hast ist nicht gemeinsam Chord," so oder so konnte ich mich hier gerade wohl kaum auf eine Seite stellen. Dylan vertraute mir ohnehin nicht, dachte wahrscheinlich sonst was von mir und Chord – er war nun einmal Chord. Und ich wollte wirklich nicht schon wieder streiten. "Wir können dir nur helfen, wenn du uns einfach nur etwas Vertrauen gibst. Ich weiß das ist verdammt viel worum wir dich bitten, aber wenn du am Leben bleiben willst, musst du einfach tun was wir dir sagen," sagte ich und wandte mich wieder Dylan zu. "Wir wissen was wir tun, okay? Er weiß wovon er spricht, und nur weil dein Vater ein Problem mit ihm hatte bedeutet das nicht, dass er irgendetwas mit ihm angestellt hat. Er weiß ganz genau wie viel er dir bedeutet, und glaub es mir oder nicht, aber Chord hat die ganze Zeit über darüber nachgedacht wie er dich schützen kann, und zwar vor deinem Vater," Chord hatte es also doch irgendwie gewusst. Mehr oder weniger – er hatte wohl einfach nur nie den wirklichen Ausmaß gesehen. Dylan wusste aber, dass ich gesehen hatte was sein Vater mit ihm getan hatte. Im Moment spielte es keine Rolle, aber Chord wusste es selbst ebenfalls. Dylan dachte nur, dass dem nicht so war.

'cause he left scars,
I'm here to heal for you
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• [Dylan Jones].

Ich hatte keine Lust gehabt mich zu unterhalten. Ein gewisser Teil von mir wünschte sich sehnlichst, dass ich all das hier nur träumte. Ich wollte aufwachen und in die augen meines Vaters sehen. Egal was es kostete. Doch ich wusste, dass ich diesen Preis niemals zahlen könnte. Beinahe interessenlos sah ich auf den Fernseher, ohne wirklich aufzunahmen was lief. Meine Gedanken drehten sich einfach um alles. Es dauerte sogar so lange, bis ich langsam die Augen schloss und einschlief. Am nächsten Morgen erwachte ich durch den Laut eines kleinen Jungens. "Onkel Chord ist wieder da?" Moment-? Onkel? Das ganze wurde noch komischer hier zu sein als es ohne hin schon war. Hieß das, dass Chord gar nicht der Vater war?! Ich setzte mich auf und strich die Decke von mir. Ich wollte auf Lillian auf gar keinen Fall den Eindruck erwecken, dass ich vielleicht irgendwie geschlafen hatte. Wie konnte ich bloß eingeschlafen sein?! Mein Blick lag auf Chord der ins Wohnzimmer trat und mich ansah. "Ich hab das geregelt. Sie werden keine Leichen mehr finden. Du wirst jetzt erst einmal eine Weile bei uns bleiben nehme ich an." Er wandte sich an Lillian. "Und ich war Vorsichtig. Mach dir keine Sorgen."Was sollte das jetzt heißen?! Ich erhob mich und sah zwischen den beiden umher. "Was heißt das?! Kann ich zu ihm? Wo ist er jetzt Chord?! Sind wir sicher? Werden die Kerle die ihnen das angetan haben hinter mir her sein? Wir können doch nicht einfach hier rum sitzten und nichts tun!" Ich wusste absolut nicht wie ich meine Gedanken sortieren sollte. "Sie werden wieder kommen. Ich bin mir sicher. Sobald sie erfahren dass es mehrere Überlebende gibt. Ich meine ich-" Chord sah mich eindringlich an. "Dylan. Es ist erst mal vorbei. Du wird bei uns nichts passieren und sie werden nicht nach dir suchem." Doch was machte ihn da so sicher?! Solange er in der Nacht nicht hinter den Kerlen her gewesen war, die unseren Leuten diese Dinge angetan hatten, wusste ich gar nichts. Chord konnte Denken was er wollte, so leicht ließ ich mich sicherlich nicht abwimmeln. "Was ist jetzt mit meinem Vater?", fragte ich und sah ihm dabei in die Augen. Ich wollte wissen wo er war! Ich hatte ein Gutes Recht darauf das zu erfahren! "Dylan.." Was hatte er angestellt?! Mein Blick glitt zwischen ihm und seiner Freundin umher. "Das ist nicht dein Ernst", entfuhr es mir beinahe verzweifelt. Das konnte nicht dein verdammter Ernst sein! Er hatte doch nicht irgendetwas krankes mit ihm angestellt oder etwa doch?! "Wir besprechen das okay. Können wir das bitte nicht vor den Augen von dem Jungen machen?" hatte er sonst noch irgendwelche Wünsche?! Wusste er nicht, wie wichtig mir das ganze war?! Um wie viel es mir ging. Schließlich war mein Vater das einzige was ich noch hatte."Du hast irgendeine Kranke Scheiße mit ihm angestellt. Hab ich Recht? Was hast du mit ihm gemacht?" Er konnte mir ja noch nicht einmal ins Gesicht sehen während er mit mir sprach. Eiskalt.

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Micaela Ramírez
Ich verkroch mich eine ganze Woche in meinem Zimmer. Ich setzte keinen Fuss an die frische Luft. Aus dem Zimmer ging ich nur, wenn ich auf die Toilette musste oder etwas essen musste. Mein Bruder wurde nicht schlau aus mir, aber ich erzählte ihm nichts. Er musste nicht wissen, was vorgefallen. Eine ganze Woche quälten mich die Alpträume. Eine ganze Woche schrie ich in der Nacht und sorgte dafür, dass mein Bruder keinen ruhigen Schlaf hatte und dieser Gedanke machte es nicht gerade besser. Nach einer Woche wurde es dann langsam wieder besser. Das war auch gut so, denn ansonsten hätte Thiago ernsthaft darüber nachgedacht, mich wieder in die Klinik zu stecken. Da wollte ich erst recht nicht hin. Vor allem könnte ich den Anblick nicht ertragen, wie sein Bruder dort einfach eingesperrt war. Natürlich konnte ich Cas verstehen. Er wollte endlich leben, nachdem er so lange eingesperrt war. Aber dafür seinen Bruder einzusperren? Das war keine Lösung. Ich schrieb Cas Nachrichten, um mich zu entschuldigen. Ich schrieb ihm Nachrichten, dass ich ihn treffen wollte. Aber kam eine Antwort zurück? Nein. Es traf das ein, wovor ich Angst gehabt hatte. Ich verlor meinen einzigen Freund, weil ich nicht mit Männern umgehen konnte. Nun ignorierte er mich sogar. Ich versuchte es zwei Wochen lang und ich hatte nie eine Antwort von ihm bekommen. Wahrscheinlich hatte er sich wieder der Blondine zugewandt und allen anderen Frauen, die eben gesund im Kopf war. Er hatte eingesehen, dass man mit mir nichts anfangen könnte. Aber was hatte er erwartet? Ich hatte ihm gesagt, dass ein Mann mit mir ungaublich viel Geduld haben müsste und er hatte mich geküsst. Es war ja nicht so, als wäre der Kuss schlecht gewesen. Der Kuss war sogar verdammt gut gewesen und.. es hatte sich gut angefühlt. Doch der Kuss liess Erinnerungen erwecken, mit denen ich nicht umgehen konnte. Irgendwann reichte es mir jedoch. Ich wusste ja, dass ich eine kleine und ängstliche Person war. Aber ich würde nicht zulassen, dass so ein dämlicher Kuss meine einzige Freundschaft zerstörte. Ich zog mich wie gewohnt an und band meine Haare zusammen. Es war zum Glück relativ hell und da lief ich viel lieber herum. Ich wusste nicht, wo das andere Haus von Cas alias Cedric war. Ich ging einfach zu dem Haus, wo er mich das erste Mal hinbestellt hatte. Nach ungefähr einer Viertelstunde kam ich an und klopfte ein bisschen zögerlich. War das wirklich eine gute Idee? Ja, das war es, überzeugte ich mich selbst. Cas half mir, dass ich nicht in der Wohnung vergraulte. Ich hörte Schritte und dann wurde die Tür einen Spalt geöffnet, so dass man ja nicht in die Wohnung sehen konnte. Ich runzelte die Stirn und sah dann in die Augen von Cas. Ich räusperte mich leicht. "Können wir reden? Auf meine Nachrichten antwortest du ja nicht", sagte ich, ohne ihn zu begrüssen. Anscheinend war es nicht gerade der richtige Zeitpunkt, aber das war mir egal. Das hier war die einzige Chance, die er bekommen würde. Er hatte ebenso nur mich als Freundin, wie ich ihn als Freund hatte. Er hatte zwar seine Bettgeschichten, aber er hatte keine Freunde. Er würde genauso alleine enden wie ich.

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LILLIAN Adams
Ich hatte mir schon fast gedacht, dass er keine Ahnung hatte was eigentlich zwischen Chord und seinem Vater abgelaufen war. Ich war mir im Moment zwar selber nicht so wirklich sicher, ob Chord einsah wie falsch es eigentlich gewesen war, dass sein Vater so mit ihm umgegangen war, ich hoffte aber das er es einsah. Er sagte doch bereits, dass er nicht so werden wollte wie er – dass er irgendwie davor Angst hatte, dass es Bryan irgendwann möglicherweise selbst so ergehen würde. Dylan kannte Mr. Heard nicht. Seiner Meinung nach aber log ich sehr wahrscheinlich, ich kannte diesen Blick. Er dachte ich log, nur um ihm etwas einreden zu können das eigentlich gar nicht wahr war. Dem war aber nicht so – ich versuchte hier nicht Dylan etwas einzureden. Ich versuchte lediglich, ihm die Augen zu öffnen und klar zu machen, wie falsch es von seinem gewesen war ihn so zu behandeln. "Ich kannte ihn auch nicht wirklich. Aber ich habe Dinge gehört," und diese Dinge waren nun einmal nicht einfach so frei erfunden wie mancher es denken würde, schließlich kamen sie entweder von Chord oder aber von Vince, und beide kannten Chords Vater. Beide wussten, wovon sie sprachen. Wahrscheinlich hatte John aber auch immer gedacht es sei in Ordnung so mit seinem Kind umzugehen, immerhin hatte er es von Chords Vater nicht anders gekannt, und John war doch schließlich schon so lange mit ihm unterwegs – oder nicht? Ich nickte knapp und atmete tief ein, rieb mir die Stirn. Er hatte keinen Hunger. Ich wusste gerade wirklich nicht, was ich anderes erwartet hatte. Dylan konnte gar keinen Hunger haben, immerhin hatte er gerade unzählige tote Menschen gesehen, darunter den einzigen Menschen den er noch gehabt hatte; obwohl er diesen eigentlich dafür hassen sollte, wie er mit ihm umgegangen war. Ich sollte ihm wohl sagen, dass es mir leid tat und das ich nicht auf seinem Vater herumhacken wollte – sollte ich, tat ich aber dabei nicht. Weil es mir eigentlich auch gar nicht wirklich leid tat, dass diese Welt ein Monster weniger hatte. Was mir jedoch leid tat war Dylan, der von nun an wirklich völlig alleine herumziehen müsste. Ich war mir zwar ziemlich sicher, dass Chord das nicht zulassen würde, immerhin hatte er schon vorher immer versucht Dylan irgendwie zu beschützen und ihm zu helfen –er konnte aber nun einmal nicht alle retten– aber ich wusste nicht wirklich, ob Dylan das auch selbst wollen würde. Dylan folgte mir zwar, setzte sich aber dann doch zu Bryan. Eigentlich hatte ich es nicht anders erwarten sollen, jedoch hoffte ich immer noch das Bryan einfach einschlief oder doch wieder auf die Idee kam zurück ins Bett zu kriechen. Es war viel zu spät für ein Kind seines Alters. Seufzend lehnte ich mich an den Tisch und sah mir über die Schulter zur Tür, wandte meine Aufmerksamkeit dann aber doch wieder Bryan und Dylan zu. Bryan hätte mir bereits gesagt, hätte er irgendetwas interessanter entdeckt. Etwas, was für uns möglicherweise wichtig sein könnte. Er hatte noch nichts gesagt, also rechnete ich fast schon damit das man die Lagerhalle und Leichen noch nicht gefunden hatte. Das blieb aber hoffentlich auch noch eine Weile so. Mit gerunzelter Stirn sah ich zu Bryan. Sah Dylan seiner Meinung nach wirklich aus wie einer dieser bösen Männer? Dylan schien selbst nicht zu wissen, was er antworten sollte. Ich schob mich vom Tisch weg, ließ mich zwischen die Zwei aufs Sofa sinken und zog Bryan an mich. "Er wäre nicht hier, wäre er ein böser Mann. Du weißt wie ich die hasse," antwortete ich auf seine Frage und nahm ihm die Fernbedienung aus der Hand. "Was hältst du von Peter Pan huh? Wenn du schon nicht schlafen gehst, kannst du ihm ja wenigstens helfen Nimmerland vor Hook zu retten," irgendwie musste ich diesen Jungen ja wohl beschäftigen und wie sonst sollte ich wenigstens irgendwie Zeit haben, um auf Dylan zu achten? Er wollte nicht essen. Er wollte nicht reden. Wahrscheinlich wollte er eigentlich gar nicht einmal mehr hier sein. Dennoch reichte ich ihm eine der Überwurf-Decken am Ende des Sofas. Falls er doch irgendwie einschlief, oder ihm einfach nur kalt war. Wer wusste schon, wie er auf den Schock reagieren würde. Ich schaltete für Bryan Peter Pan - Die Neuen Abenteuer an und lehnte mich tief einatmend zurück. Mir war klar, dass Chord nicht besonders gut in diesem ganzen Gefühle zeigen und darüber sprechen Zeug war, aber hatte er wirklich einfach gehen müssen? Ich hatte doch selbst keine Ahnung, was ich hier mit Dylan besprechen sollte, oder ob ich ihn nicht lieber einfach in Ruhe lassen sollte, damit er sich irgendwie nicht ganz so eingeengt fühlen würde.

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• Cassian Winters.

Das ganze hätte nicht so laufen sollen. Ich war mächtig am Arsch. Es waren jetzt drei drei weitere Wochen vergangen in denen ich mich in Cedrics Leben zurück zog. Die Hirngespinste in meinem Kopf wurden lauter. Die innere Unruhe und die Unfriedenheit. Der Drang nach mehr- dieses Gefühl nicht komplett zu sein. Kurzer Hand hatte ich Cedric einfach aus der Klinik geholt. Ich war vorgefahren, hatte ihn geschnappt und in mein Auto gezerrt. Alle Schwestern waren aufgebracht und versuchten mich immernoch wie verrückt anzurufen, doch da ich wusste das Cedric nur seine Hausadresse angegeben hatte, würden sie eh dort nachsehen falls etwas passierte. Beine Automatisch fuhr ich mit Cedric also zu seiner "unoffiziellen" Wohnung. Und dort war das ganze ein wenig außer Kontrolle geraten. Cedric war auf mich los gegangen. In einem Moment in denen die Medikamente die er sonst in diesem Haus bekam nachließen. Er schmiss nach mir mit Tellern und war völlig außer sich. Das ganze Theater ging so lange, bis ich ihn völlig außer Atem mit Banzerband an einem der Küchenstühle festband. Ich drehte die Shalosie herunter und ging sicher das die Tür verschlossen war. Er raubte mir den letzten Nerv! Erst ließ er mich nicht schlafen und jetzt sowas?! Mein Herz schlug so heftig wie noch nie gegen meine Brust und Schweißtropfen perlten langsam von meiner Stirn. Das Messer das ich mir ergriffen hatte als er auf einmal auf mich los gegangen war, in meiner Hand glitt beinahe zu leicht durch die Luft vor mir. "Weißt du wozu du mich gerade gebracht hast hm?!?", meinte ich, griff mir in mein volles Haar und lief kurze Schritte auf und ab. "Fuck. Was mach ich jetzt", murmelte ich und schluckte den Kloß in meinem Hals herunter. Wie kam ich aus der Nummer wieder raus?! Ich musste ihn doch wieder zurück zur Klinik bringen. Doch mein Kopf hatte wieder all diese Aussetzer. Mir war so unglaublich heiß! Leicht taumelnd riss ich an meinem Hemdkragen herum obwohl dieser schon weit ausgeschnitten genug war. Ich erstickte! Ich musste ständig in Bewegung bleiben. Ansonsten glaubte ich jeden Augenblick an meinem Adrenalin zu ersticken. Dieses Dumpfe Gefühl das ich schon Jahre nicht mehr verspührt hatte. Aber ich erinnerte mich wage. "Die wollen das du da wieder hin gehst," sprach ich vor mich hin und begann zusätzlich auf meiner Hacke herum zu wippen. Ich rieb mir meine schwitzigen Hände und begwegte mich weiter. Ich wedelte mit dem Messer in meiner Hand umher und deutete damit an das Gesicht meines Bruders. "Weißt du Bruder. Ich dachte am Anfang das das alles hier gar nicht so schlecht ist. Aber es ist das ganze gegenteil. Es ist super. Du versaust hier mein gesamtes Leben. Hörst du das? Willst du das?! Alles was ich aufgebaut habe!" Ich konnte sehen wie er für einen kurzen Augenblick die Luft anhielt und es nicht wagte seinen Blick von meinen Augen zu nehmen. "Das. ist. mein. Leben. Cassian hör zu, ich weiß das du eine Menge durch machst und das ich-" Ich kickte unsanft gegen den Stuhl. Cedric ging darauf zu Boden und gab einen sanften schrei von sich. "ICH BIN JETZT CEDRIC!", knurtte ich und beugte mich über ihn. "OKAY! okay. Okay." Er presste die Augen fest zusammen. Sein Brustkorb senkte sich mindestens genau so schnell wie meiner. Noch nie hatte ich gesehen das mein Bruder vor etwas so viel Respekt hatte. Ich konnte sehen wie er wieder einmal nach den Richtigen worten suchte um mich irgendiwe zu besänftigen."Hör zu. Wir können das noch irgendwie wieder hin kriegen. Sieh mich an. Cassian. Ich bin dein Bruder. Ich würde dir niemals weh tun. Das weißt du. Wir gehen weg von hier und du musst nie wieder in dieses Zentrum. Ich weiß jetzt wie du dich fühlst." Ich sah ihn an. Etwas in mir wurde ein wenig ruhiger. "Du bist mein Bruder. Cassian. Du bist mein Bruder." Wiederholte er die Worte um mir klar zu machen wer ich war? Glaubte er ich war dumm?! Der andere Teil in mir lachte auf, packte den Stuhl genauso ruckartig und setzte ihn wieder auf die Stuhlbeine. Erst als es an die Tür klopfte horchte ich auf. Ich deutete mit dem Messer auf ihn. "Klappe halten." Er nickte nur hastig als die Spitze des Messers beinahe seine Nase berührte. Ich ging mit wenigen schritten zur Tür und öffnete sie einen spalt so das man nicht in die Wohnung sah. Es war Micaela? Was wollte sie jetzt hier? Hatte sie mir nicht deutlich genug etwas klar gemacht? Genau aus diesem Grund hatte ich auch nicht weiter auf ihre Nachrichten reagiert. Warum auch? Sie hatte mir nichts zu sagen und ich ihr genau so wenig, darauf konnte sie wetten. [Soooo :o]

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• [Dylan Jones].

Ihr Name war also Lillian. Und sie war wohl nicht mit Chord verheiratet. Das war etwas womit ich nicht gerechnet hatte. Dafür opferte er aber ganz schön viel. Das Chord nicht war wie sein Vater hatte ich ja bereits mitbekommen, aber das er für einen Menschen mit dem er gar keine richtige Bindung gehabt hatte so viel aufs Spiel setzte war mir neu. Und auch wenn sie wirklich nett zu sein schien, mochte ich nicht wie sie über meinen Vater redete. Ich musste es mir mehr als hart verkneifen augenblicklich wieder Anzufangen zu weinen. Hatte sie realisiert was ich gesagt hatte? Mein vater war Tot. Sie hatten ihn eikalt ermordet. In meinem Kopf drehte sich alles alleine bei dem Gedanken an dieses Bild was sich mir bot. Ich schluckte den harten Kloß in meinem Hals herunter. Sie konnte sich gar nicht vorstellen wie ich mich gerade fühlte.Egal was sie sagte. Als sie Anfing so abwertend über Mr. Heard, also den Vater von Chord zu sprechen zuckte ich nur sehr sachte mit den Achseln. Es passte nicht mit dem zusammen was ich von meinem Vater gehört hatte. "Ich kenne Mr. Heard nicht." Mein Vater hatte nie ein schlechtes Wort über Samuel verloren ,dennoch hatte er mir beigebracht über ihn mit Respekt zu sprechen. Mit Chord jedoch war er immer anders um gegangen. "Ich habe wirklich keinen Hunger." Wie kam sie bitte auf den Gedanken, dass ich jetzt etwas essen wollte? Der Appetit war mir alleine schon bei dem Gedanken an dem was passiert war vergangen. Mit mir gemeinsam verließ sie das kleine Zimmer. Das letzte was ich wollte war auch nicht schlafen. Ich wollte so lange Wach sein, biss mir die Augen zu fielen weil mir das Denken zu schwer viel. Es noch länger zu ertragen war einfach zu viel für mich. Mit vorsichtigen Schritten setzte ich mich auf die Couch auf der auch der kleine Knirps von neulich saß der mich als "Superheld" bezeichnete. Er sah mich an, dennoch vermied ich es ihn anzusehen. Mein Blick hing auf dem Fernsehn. Auch wollte ich genügend Platz zwischen mir und den Kleinen bringen. Lillian zu liebe. Ich konnte es mir nur all zu gut vorstellen, dass sie nicht wollte das ich Kontakt zu ihm hatte. Ich tauchte hier auf und brachte das was Chord auch immer versuchte hier aufzubauen durcheinander. Wahrscheinlich wollte mich Lillian auch gar nicht erst hier haben und war nur so nett weil Chord es zu ihr gesagt hatte. "Was schaust du da?", fragte ich vorsichtig als ich merkte das sich der Blick von dem kleinen Knirbs nicht abwandte. "Ich gucke Nachrichten. So wie Mama es mir gesagt hat." Richtig, als Vorwand dafür das er nicht mehr von dem mitbekam von dem was hier abging. "Ich heiße übrigens Bryan. Ich bin schon fast sieben." Er hielt für einen kurzen Augenblick inne. "Bist du ein Böser Mann?"Woher kam denn die Frage jetzt? Das letzte was ich wollte war reden. Meine Augen hingen an Lillian. Sie konnte doch angeblich am besten verstehen wie es mir ging. Wieso regelte sie das jetzt nicht einfach mit ihm. Gerade wollte ich einfach ein wenig meine Ruhe haben.

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LILLIAN Adams
Oh Gott, was? Lachend schüttelte ich den Kopf. Das konnte er doch nicht wirklich ernst meinen! Er wusste doch bestimmt, dass er sich das alles nur einbildete, oder? Ich war nicht Chords Frau – scheiße ich war ja nicht einmal lange seine Freundin, und selbst davon war ich manchmal immer noch nicht überzeugt oder sicher, und das obwohl er sich so verdammt viel Mühe gab. So war es aber nun einmal – Chord und ich waren nie offiziell gewesen, und es nun doch irgendwie wirklich miteinander zu versuchen war selbst für mich neu. Obwohl ich es mir immer gewünscht hatte, und obwohl ich immer versucht hatte ihn davon zu überzeugen das er nicht auf mich aufpassen oder sich Sorgen machen musste, dass mir irgendetwas passieren würde, war es nun doch etwas Neues. Etwas Schönes, aber trotzdem neu. "Ich bin nicht seine Frau. Freundin ja, aber wir sind noch lange nicht so weit uns überhaupt Gedanken darüber zu machen zu heiraten," und das obwohl Chord bereits davon sprach das alte Haus von Bryan zu kaufen, und uns dort eine Zukunft aufzubauen. Ich fand es keine überstürzte Idee, ich war nur nicht wirklich sicher ob es eine so gute Idee war irgendwohin zu ziehen, wo doch alles voller Erinnerungen war. Schöne, und dann wiederum sehr viel Schlimmere. "Hör bloß auf mich zu siezen, ich bin nichts Besseres und so viel älter nun auch wieder nicht," nur ein paar Jahre und selbst die spielten für mich keine Rolle. Ich sah keinen Grund, weshalb man mich überhaupt siezen wollen würde. So alt war ich doch nun wirklich nicht, und in meinem Leben hatte es wirklich noch nie jemanden gegeben, der auch nur irgendwie daran gedacht hatte. Dylan sollte gar nicht erst damit anfangen. Ich neigte den Kopf zur Seite und musterte ihn. Wow. Es war mir schon durch Chord bekannt gewesen, dass man manchmal einfach die Augen vor der Wahrheit verschloss –und selbst ich hatte es getan– aber so? Er wach Sechzehn, er sollte John dafür hassen ihm das alles angetan zu haben. "Nah," unterbrach ich ihn und verzog das Gesicht. "Du willst das er stolz auf dich ist – verständlich, wirklich. Aber denkst du allen Ernstes das Eltern oder ein Vater dazu da ist den eigenen Sohn grün und blau zu prügeln um ihn aufs Leben vorzubereiten? Eltern sind nicht dafür da Kinder vorzubereiten, sondern zu helfen. Vor allem aber zu beschützen," sagte ich und schüttelte erneut den Kopf. Ich lachte auch und verdrehte die Augen. "Ging mir anfangs auch so," und das stimmte sogar. Ich hatte Chord gehasst, weil er mir einfach nur im Weg gestanden hatte. Und irgendwie war darauß dann doch das hier geworden, und selbst solche Dinge schafften es nun nicht mehr uns auseinander zu bringen. "Dein Vater mochte Chord nicht, weil er dachte er bringt nichts an den Tisch. Kann man ihm nicht verübeln. Chord ist nicht sein Vater, er hat aber durchaus sehr viel mehr zu bieten als dumme Sprüche," ich schob mich von Bryans Bett hoch und sah durch den Spalt hinüber zu ihm. Er tat wohl wirklich was ich gesagt hatte, und sah die unzähligen Nachrichtensender durch ob irgendwo etwas interessant war. "Lillian. Ich heiße Lillian," antwortete ich Dylan und sah ihn kurz lächelnd an. "Komm mit, wir haben noch etwas zu Essen hier," zwar dachte ich nicht das er unbedingt etwas zu Essen wollte, aber einengen und mir Fragen die er nicht beantworten konnte, wollte ich ihn auch nicht bombadieren. Vor allem nicht jetzt. Ich hatte ihm gesagt, dass er mit mir reden konnte wenn er wollte – er wollte nicht, und das akzeptierte ich. "Du kannst dich auch ausruhen wenn du willst," fügte ich noch hinzu und schob die Tür schon wieder auf. Ich drehte mich noch einmal zu ihm und lächelte. Wir bekam das hier schon hin – das waren Chords Worte gewesen, und daran zweifelte ich nicht. Selbst jetzt nicht, und das obwohl Chord irgendwo in einer Lagerhalle mit unzähligen Leichen war. Gott er sollte bloß vorsichtig sein.

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• [Dylan Jones].

Zügig schüttelte ich den Kopf. "Ich hätte es nie gesagt wenn ich gewusst hätte das sie Chords Frau sind." Oder wenigstens ging ich davon aus. Das alles hier schrie gerade zu nach einem perfekten Ebenbild. Er hatte eine Frau, oder Freundin, einen Sohn und hatte versucht abstand von uns zu nehmen. Dabei wusste ich selbst was es bedeutete ein Black Hood zu sein. Es war etwas, aus dem man nicht wieder heraus kam sobald man einen Blutschwur geleistet hatte. Und jetzt waren alle Tot und von den Black Hoods war so gut wie nichts über. Als die freundliche Frau wieder auf meine Verletzungen zu sprechen kam, senkte ich meinen Blick ein wenig beschämt. Sie mischte sich meiner Meinung nach viel zu sehr in mein Leben ein. Musste ich mich dafür Rechtfertigen?! Das ganze war so wie es war und ich hatte es akzeptiert und verdient. Mein Vater war meine Familie und nun hatte ich alles verloren! Er hätte nie zugelassen das mir etwas passierte. Er wäre für mich gestorben. Und genau das hatte er heute in diesem Lagerhaus vermutlich auch getan. "Er hat es nur getan um mich zu schützen. Er hat mich nicht einfach so geschlagen. Er hat es getan um mich auf das Leben vorzubreiten. Das versteht ihr nicht-" Sie hatte ein Falsches Bild von meinem Vater und genau das wollte ich zu verhindern wissen. Doch konnte ich das überhaupt noch? Auf ihre Frage ob Chord davon wusste, schüttelte ich erneut sachte den Kopf. Und ich wollte auch nicht das er davon wusste. Woher sollte er? Niemand hatte das gewusst. Schließlich war es eine Art Training mit meinem Vater gewesen war nicht unbedingt vor den Augen der anderen passiert war. Mein Gegenüber musterte mich, tastete meine Schulter ab und renkte diese mit einem Ruck wieder ein. Ich verkniff es mir schmerzhaft aufzuschreien und presste meine Lippen feste aufeinander. "Mein Vater hat noch nie sonderlich viel von Chord gehalten." Doch das durfte allen klar gewesen sein. Er hatte es noch nie sonderlich gut versteckt. "Chord und mein Vater haben schon öfter miteinander gestritten. Oder wenigstens so in der Art", erklärte ich kraftlos und ließ sie meinen Arm einfach so verbinden. "Wie heißen sie eigentlich?", fragte ich und sah ihr in die Augen. Sie war sehr Hübsch mit ihren leuchtenden strahlenden grünen Augen und den Braunen vollen Haar das ihr auf die Schulter fiel.

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LILLIAN Adams
Ich wollte nicht, dass Bryan schon jetzt von all dem hier erfuhr. Seiner Meinung nach war so ziemlich jeder ein Superheld – seiner Meinung nach bestand die Welt aus verdammt viel Spaß und Abenteuer und nichts als nur unnötigem Stress. So sollte es auch bleiben – ich wollte nicht, dass er schon als sechsjähriger in diese Welt hier gezogen wurde, und letzten Endes nur dachte dass er so weitermachen musste wie sein Vater und ich es ihm gelernt hatten. So sollte es nicht sein. Wir waren uns einig gewesen, dass Bryan selbst wählen könnte ob er Teil von diesem Leben hier werden wollte, aber erst dann wenn er das gänzliche Ausmaß davon verstand, und nicht so wie Dylan als Teenager der doch eigentlich nur ein klein wenig Sicherheit und Liebe suchte. Er glich Chord so unfassbar, dass ich noch nicht einmal sagen konnte ob es bei Bryan nicht möglicherweise genauso falsch laufen würde. Ich hoffte nicht, hoffte so sehr dass wir einen Weg finden würden das hier von den Kindern fern zu halten, sie sollten nicht so enden wie wir. Wenigstens etwas im Leben wollte ich richtig machen; selbst wenn es nur die Tatsache war, meinen Kindern eine andere und vielleicht einfachere Zukunft zu bieten. Leise lachte ich auf und sah Dylan mit gerunzelter Stirn an. Dachte er etwa, ich nahm es ihm übel? Das tat ich nicht – dazu hätte er es Ernst meinen müssen, und selbst dann wäre er nicht auf meiner Abschussliste gelandet. „Ich habe schon weitaus schlimmeres gehört, mach dir keine Sorgen. Lass es bloß nicht Bryan hören,“ antwortete ich schmunzelnd. Ich meinte es Ernst: meinetwegen sollte er so reden, meinetwegen sollte er seinem Vater folgen und genau so reden wie er. Er sollte es bloß vor Bryan verstecken, bis ich ihm nicht mehr erklären musste weshalb seine Mutter als etwas bezeichnet wurde, dass sie sehr wahrscheinlich irgendwie auch verdient hatte. Jeder tat Dinge, die diese Beschimpfungen mit sich brachten, und selbst wenn ich nicht so schlimm war wie manch andere, hatte ich doch genug getan um es verdient zu haben. Wenigstens irgendwie – Dylan aber? Er war unschuldig und in etwas getrieben worden, dass kein Kind oder Jugendlicher tun sollte. Das niemand tun sollen müsste. Seine Schulter schien wirklich nicht besonders viel Glück gehabt zu haben. Ich seufzte und hob den Blick. „Ich denke nicht das du keine Ahnung von der Welt hast. Du denkst nur die falschen Dinge – du solltest deinen Vater nicht in Schutz nehmen, wenn er das hier mit dir getan hat,“ sagte ich und hob dabei das Shirt hoch um ihm sie ganzen blauen Flecken vor Augen zu halten. „Weiß Chord das du so aussiehst?“ Natürlich tat er das. Vielleicht aber auch nicht – vielleicht hätte er mehr getan, hätte er gewusst wie unglaublich schlimm es eigentlich war. Ich umfasste Dylans Unterarm, drehte ihm diesen vor die Brust und schob seinen Arm mit einem Ruck etwas hoch. „Ich dachte früher auch immer, dass mich niemand versteht. Wer sollte auch eine Ausreißerin verstehen die ihre Eltern seit Jahren nicht gesehen hat, und ganz gut alleine klar kommt? Hat sich rausgestellt das ich doch nicht so gut klargekommen bin. Da kam Chord ins Spiel,“ erklärte ich und ließ wieder von ihm ab. Seine Schulter würde den Rest der Nacht und vielleicht auch morgen noch weh tun, aber er schien es bereits gewohnt zu sein. Ich nahm eines der Leintücher die man uns immer ins Zimmer brachte, zerriss es und band Dylans Arm so hoch. „Ich weiß du vertraust mir nicht, und das nehme ich die auch nicht übel, aber du kannst mit mir reden okay? Ich hör zu,“ selbst wenn er einfach nur stillschweigend herumsitzen wollte, war das in Ordnung. Ich kannte es immerhin bereits. „Du musst mir aber eines glauben– diese Dinge passieren nicht wegen dir. Das alles hat nichts mit dir zutun, sondern damit das es dort draußen Idioten gibt, und dann Leute die darunter leiden müssen.“ Und in diesem Fall war er es, der litt. Ich lehnte mich etwas zurück und schüttelte den Kopf. „Es bringt dich nicht weiter, dir die Schuld zu geben. Das hat es weder bei Chord, noch bei mir oder sonst jemandem der es versucht hat.“ Sehr wahrscheinlich waren es ohnehin zu viele, die sich an irgendetwas die Schuld gaben obwohl es nicht so sein sollte. Und was brachte es? Nur noch mehr Schmerzen.

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• [Dylan Jones].

Mein Kopf ratterte. Ein Teil von mir war einfach nur verwirrt. Ich wollte einfach nur nichts mehr fühlen. Mein Blick hing an dem kleinen der durch seine Mutter vor den Fernseher gesetzt wurde, während sie sich wieder zu mir wandte und mich in ein kleines Zimmer schob das wohl das von dem Kleinen gewesen war. Ich setzte mich auf das Bett und sah sie an. Das Kind ließ nicht nur Chord sondern auch sie automatisch in ein anderes Licht rücken. War das der Grund warum er sich so weit von uns entfernt hatte?? "Ich wollte dich nicht", ich brach ab und presste meine Lippen fest aufeinander. "...als Schlampe bezeichnen. Ich wusste nicht das...", (....) Chord eine Familie hatte. Er hatte es uns nie erzählt. Um sie zu schützen nahm ich an. Und jetzt war ich auch noch hier her gekommen und hatte von ihm etwas beinahe unmögliches Verlangt. Aber was sollte ich anderes tun? Wo sollte ich hin? In meinen Augen sammelten sich automatisch tränen die ich versuchte zu unterdrücken. Dieses Gefühl in mir konnte ich einfach nicht beschreiben. Es fraß mich beinahe von innen auf. Ich wollte nicht allein in dieser Welt sein. Zwischen all den Kriegen und dem Tot. Egal wo ich hinsah, es war überall. Ich könnte nie wieder meine Augen schließen. Dieses mal ließ ich es zu das Chord Freundin sich meine Schulter ansah. Ich wusste das mein Gegenüber eins und eins zusammen zählen konnte. John hatte mich geschlagen. Mein eigener Vater. Doch im Augenblick wusste ich selbst nicht mehr, was ich davon halten sollte. Mein Vater hatte es doch nur getan um mich zu schützen. Um mich auf alles was da draußen passierte vorzubereiten. Ich war nicht so wie die anderen in meinem Alter. Ich interessierte mich nicht für Liebe und all die anderen Komische Dinge, die mich eigentlich für mein Alter prägen sollten. Auch war ich nie zur Schule gegangen und hatte versucht Kontakte zu Gleich Altigen zu knüpfen. Viele sahen mich einfach von weitem und wechselten schon dann die Straßen Seite. Ich hielt inne und unterdrückte den Schmerz als die Brünette meine Schulter abtastete. "Ich weiß das ihr glaubt, dass ich die Welt noch nicht verstehe. Aber das tue ich. Er hat mir eine Wahl gelassen. Aber wenn du die Dinge kannst, die ich kann- und du sie nicht nutzt und dadurch passieren die schlechten Dinge. Denn passieren sie wegen dir." Ich schluckte und schloss für einen kurzen Augenblick die Augen. Und mit Er meinte ich meinen Vater. Ich wollte schon immer so sein wie er. Er war immer stark gewesen und hatte sich anderen gegenüber durch gesetzt. John Jones war ein Starker Mann gewesen und ich hatte ihn bewundert und geliebt!

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LILLIAN Adams
Wieso in Gottes Namen fiel es mir eigentlich so schwer zu verstehen –oder einzusehen– das es möglicherweise gar nicht so unerwartet gekommen war, dass das hier passierte. Chord hatte Recht damit gehabt, wenn er sagte das Dylan all die Dinge abbekam die er John antat. Nicht nur mit genau der gleichen Wucht, sondern sehr viel Schlimmer. Ich verstand nicht, weshalb man seinem eigenen Kind so etwas antun konnte. Er war sein Sohn – sein Fleisch und Blut, und dennoch behandelte er ihn wie einen dummen Köter dem man alles fünfzig Mal einprügeln musste, ehe er verstand. Genau so sah Dylan nämlich aus. Die dunklen Flecken hoben sich von seiner Haut ab, zeigten ein weiteres Mal wie sehr John diese gebrochene Nase eigentlich verdient hatte, und mit einem Mal war es noch nicht einmal mehr so schlimm für mich zu wissen, dass er nur ein einziges Mal bekommen hatte was er verdiente. Er hätte Bryan weh getan, hätte er gemerkt das es Chord verletzte – vor allem aber hätte er es getan, wäre es der richtige Zeitpunkt gewesen. Das war es aber nicht gewesen, und ich war fast schon dankbar dafür das wir mitten auf der Straße gewesen waren, und das Bryan einfach so losgelaufen war ohne nachzudenken. Er hatte Angst gehabt etwas falsch gemacht zu haben, eigentlich aber hatte er wohl einfach nur verdammt viel Glück gehabt. Fünf Minuten später, und er wäre John im Flur begegnet. Ich schluckte und runzelte die Stirn. Dachte er allen Ernstes, dass das hier in Ordnung war und das es ihm gut ging? Das tat es nicht, und das wusste Dylan auch selbst. Und obwohl ich gedacht hatte, dass Bryan schlief, stand er doch plötzlich wieder vor Dylan und sah diesen an. Ich verzog das Gesicht und knirschte die Zähne. Das konnte doch nicht wahr sein! Von Bryan sollte doch im Moment niemand wissen, zumindest niemand der etwas mit den Black Hoods zutun hatte – selbst wenn Dylan der Einzige war, der die Lagerhalle lebend verlassen hatte. Und bald hoffentlich auch Chord. Ein Superheld? Was – oh natürlich dachte er, dass Dylan ein Superheld war. Wer sonst sah so aus, und das in seinem Alter? Wahrscheinlich ging er ja noch nicht einmal mehr zur Schule, obwohl er genau dort hingehörte. Ich stand vom Boden auf und schob mich an Dylan vorbei. „So ungefähr, aber das muss unser Geheimnis bleiben. Versprochen? Niemand darf wissen, dass er überhaupt hier ist,“ denn sonst wären wir alle im Arsch. Oder so ziemlich den Rest unseres Lebens auf der Flucht. Genau das hatte Chord eigentlich wohl damit verhindern wollen, dass wir nun hier waren und nicht in den Hamptons. Bryan lugte an mir vorbei und sah Dylan wieder an. “Was ist mit dir passiert?“, fragte er. Ich drehte mich ebenfalls zu ihm und deutete mit einem Kopfnicken auf seine Schulter. „Du hast sie dir ausgerenkt, stimmts?“ Genau so sah es zumindest aus. Ich schob Bryan vom Bad weg und deutete Dylan mir zu folgen. „Ich kann dir helfen. Du musst mich nur lassen,“ stellte ich fest. Ich wandte meine Aufmerksamkeit Bryan zu und deutete auf den Fernseher. „Weißt du wie du uns helfen kannst? Du kannst schauen, ob irgendwelchen Nachrichten kommen,“ und um ehrlich zu sein hoffte ich nicht. „Ob irgendwo böse Menschen aufgetaucht sind,“ schnell schob ich Bryan vor den Fernseher und setzte ihn mit der Fernbedienung in der Hand aufs Sofa. „Immer weitersuchen, okay?“ Bryan nickte und ich wandte mich wieder Dylan zu. Ich wusste wirklich nicht, was schlimmer war. Die Tatsache das er von seinem Vater –wortwörtlich– grün und blau geschlagen worden war, oder dass er seinem Vater dachte ich sei ein dahergelaufene Schlampe. „Du musst etwas mithelfen, lehn dich über den Tisch und streck den Arm runter,“ alles was ich dann noch tun musste, war diesen langsam hochzuziehen und schon sollte alles wieder dort sein wo es hingehörte. (Handy ._.)

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• [Dylan Jones].

Ich mied es die Frau vor mir anzusehen, die mich ins Bad brachte und sich um mich kümmerte. Sie wusch mein Gesicht und versuchte irgendwie meine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Richtig sicher sein, ob ich ihr jedoch vertrauen konnte war ich nicht. Auf der anderen Seite war ich jedoch nicht in der Lage irgendwelche Forderungen einzugehen. Ich wusste das Chord sich beabsichtigt aus dem Geschäft zurück gezogen hatte und das alles vielleicht gar nichts geändert hätte, wenn mein Vater doch nur einmal, ein einziges Mal auf Chord gehört hätte. Müde ließ ich alles über mich ergehen. Als sie mir jedoch mein Short auziehen wollte, regte ich mich zum ersten mal und schlug sie sachte von mir. "Es geht mir gut", murmelte ich. Doch selbst das hatte keinerlei wucht. Sie gab mir einen sachten Ruck und ich kippte sofort an die Wand hinter mich. Unzufrieden entgegnete ich ihren Blick. Sie fasste mich gerade gegen meinen Willen an. Auf der einen Seite jedoch, wollte ich einfach nicht das sie das sah was sie jetzt sah als sie mich von meinem Shirt befreite. Auf meinem für einen sechzehnjährigen viel zu stark durchtrainierten Oberkörper befanden sich lauter Blauer Flecken. Alte Flecken, die bereits eine ziemlich dunkle Farbe angenommen hatten. Ich riss ihr das Shirt aus der Hand. Sie würde es eh nicht verstehen! Mein Vater hatte doch immer Recht gehabt und hatte nur versucht mich auf den richtigen Weg zu bringen! Er hatte mich hart Trainiert, dementsprechend hatte er mich auch so behandelt. Um mich auf das hier vorzubereiten. Doch ich hatte immer nur Naiv gehandelt. Hätte ich ihm nur einmal zugehört, denn wäre das hier jetzt nicht passiert. Ihre Augen lagen auf mir. "Es ist alles okay", sagte ich dieses mal mit nachdruck. Erneut hielt ich mir kurz meine Schulter. "Ich hätte gar nicht erst her kommen sollen." Ich kannte den Schmerz. Vermutlich hatte ich sie mir einfach nur ausgerenkt. Ich stolperte zur Tür und hielt inne als ein kleiner Junge vor meinen Augen stand. Er sah mich einfach nur an. Chord hatte einen kleinen Jungen? Mit dieser Frau? Mein Blick glitt zu der Frau ehe ich schluckte und ihr das saubere Shirt aus der Hand zog. Ich zog es mir über und erhob einen Mundwinkel sachte. "Bist du ein Superheld?", fragte er ehe er sich die Augen rieb und sein Blick von den Muskeln auf mein Gesicht fiel. "Mama ist das ein Superheld?", wandte er sich nun an seine Mutter und er kam zwei weitere Schritte auf mich zu. "Was ist dir passiert?", wollte er nun wissen.

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Micaela Ramírez
Ich verstand es einfach nicht! Wieso hatte er das tun müssen? Wieso war er nur schon au den Gedanken gekommen, mich zu küssen? Ich war ein Freak was Männer anging. Ich stand kurz vor einem Zusammenbrucht und flüchtete ins Bad. Ich wusste nicht, wie lange ich dort am Boden sass, die Tränen über meine Wangen liefen und ich am ganzen Körper zitterte. Er war wirklich nett gewesen. Wir hatten sogar ein bisschen herumgealbert und ich hatte ihn freiwillig angefasst - freiwillig! Und was tat er? Er küsste mich. Egal, wie sanft dass der Kuss gewesen war, für ihn wäre ich doch nur eine von vielen. Da konnte er mir noch so viel behaupten. Sonst hätte er es nicht getan. Kurz vor dem Kuss hatte ich ihm gesagt, dass ein Mann mit mir vermutlich mehr Geduld aufbringen müsste, als dass er hätte und Cass war total mit der Tür ins Haus gefallen. Ich zuckte zusammen, als es an der Badezimmertür klopfte. War er noch nicht gegangen? Sollte er doch zu seiner blondinen Freundin gehen, mit der er sich so gerne vergnügte. Er entschuldigte sich, aber ich blieb am Boden sitzen. Ich wollte nicht, dass er mich so sah. Für ihn war ich schon genug krank. Ich runzelte die Stirn. Dass er ein Idiot war, war keine Entschuldigung. Er hatte sich dennoch dafür entschieden, dass er mich küssen sollte. Und nun sollte ich ihn dafür schlagen? Ich schlug garantiert niemanden! Manchmal hatte Cass wirklich komische Ideen. "Du bist mir aber zu nahe gekommen", murmelte ich so leise, dass er es vermutlich nicht einmal hören konnte. Er hatte mir nicht zu nahe kommen? Was hätte denn bitteschön die ganze Aktion von vorhin bedeuten sollen? Ich schüttelte den Kopf, als er von mir verlangte, dass ich rauskam. Mein Körper zuckte zusammen, als er mit der flachen Hand gegen die Tür schlug. Ich liess den Kopf nach hinten sinken und unterdrückte ein Schluchzen, während Cass meinte, dass er gehen würde. Natürlich ging er. Er hatte es versucht und nun hatte er endgültig eingesehen, dass er mich nie in seinem Bett haben würde. Das war garantiert der Grund, wieso er jetzt ging. Kurz fragte ich mich, ob ich wohl irgendwann wieder etwas von ihm hören würde oder ob er sich nun endgültig mit dem Geld seines Bruders aus dem Staub machte. Ich sass lange auf dem Boden. Die Fliesen waren kalt, aber das interessierte mich nicht gross. Irgendwann schaffte ich es dann aber aufzustehen. Ich wusch mein Gesicht mit kaltem Wasser, damit sich meine aufgequollenen Augen beruhigen könnten und betrachtete mich im Spiegel. Ich hasste mich dafür, wie ich aussah. Ich wollte gar nicht so attraktiv aussehen! Ich wollte nicht, dass die Männer sich nach mir umdrehten und mir hinterhersahen. "Verdammtes scheiss Leben", murmelte ich leise, bevor ich aus dem Bad trat. Inzwischen war es schon später Nachmittag. Thiago war noch nicht zuhause. Ich ging in mein Schlafzimmer, schloss die Tür hinter mir und verkroch mich in meinem Bett. Ich wickelte die Decke um mich und schloss die Augen. Ich wollte das alles von vorhin gerade einfach nur wieder vergessen. Hatte ich jetzt gerade meinen einzigen Freund verloren? Ich glaubte es. Dabei hatte er die Bombe noch selbst angezündet und zur Explosion gebracht. Eine Weile lag ich einfach nur im Bett, bis ich irgendwann in einen erschöpften Schlaf viel von dem vielen Weinen.

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LILLIAN Adams
Wieso wurde ich dieses bedrückende Gefühl einfach nicht los? Alles war gut gewesen; perfekt. Und nun saßen wir doch wieder hier und wurden an die bittere Realität erinnert, an die Realität vor der wir uns hier wenigstens eine Weile hatten verstecken wollen; die Realität die ich nicht zwingend jetzt schon in mein Leben lassen wollte. Ich wusste, dass ich es tun musste, schließlich hatte ich mich für Chord und dieses Leben hier entschieden. Mit ihm kamen Probleme, und mit ihm kamen Dinge wie diese hier. Tot und Verderben und jede Menge Blut, vor allem aber die Gefahr das ich meinem –unserem– Sohn irgendwann erklären musste, was das alles hier war. Nicht etwa in ein paar Wochen, aber möglicherweise wenn er verstand dass das hier falsch war, und dieses Leben hier eigentlich nichts für Kinder. Vor allem nicht für Kleinkinder, oder welche die gerade die Welt zu verstehen lernten. Was zur Hölle? War er verrückt? Wortlos folgte ich Chord in die Küche und sah ihn an, schüttelte nur knapp den Kopf. Mir war klar gewesen, dass so etwas kommen würde. Es war mir klar gewesen, als Dylan vor unserer Tür gestanden und wild auf diese eingehämmert hatte. "Ich pass auf mich auf ist nicht gut genug. Du kommst zurück, okay?" Ich runzelte die Stirn und seufzte. Natürlich würde er zurückkommen, die Frage war nur ob er unverletzt wieder hier auftauchen würde, oder ob er nicht möglicherweise von der Polizei geschnappt werden würde. Ob er nicht mit weiteren Morden in Verbindung gebracht werden würde. Ich knirschte die Zähne und nickte. "Ich dich auch," und schon war er einfach aus dem Zimmer verschwunden. Zuerst hinterließ er mich nicht wirklich wissend, was genau ich tun sollte – wie zur Hölle sollte ich bitte mit jemandem sprechen, von dem ich noch nicht einmal ansatzweise etwas wusste? Vor allem hatte ich wirklich nicht das Gefühl, als wolle Dylan ausgerechnet mit der Schlampe sprechen. Dann aber erinnerte ich mich an Chords Worte. John hatte so ziemlich alles an Dylan ausgelassen, und alles was dieser getan hatte war zu versuchen, ihn irgendwie stolz zu machen und zu überleben. Fast schon so wie Chord es damals getan hatte, als ich ihn kennengelernt hatte. Ich sah kurz zu Dylan, fuhr mir durch die Haare und ging auf ihn zu. "Okay komm, bevor du hier noch alles einsaust und ich noch mehr schrubben muss," sagte ich. Langsam legte ich meine Hand an seinen Unterarm, zog ihn daran hoch und legte meinen Arm um ihn. "Wir helfen dir, okay? Ich weiß das du gerade unter Schock stehst, und wütend bist, aber wir helfen dir," versprach ich ihm und ließ ihn im Badezimmer auf den Klodeckel setzen. "Bist du verletzt?" Er hatte sich vorhin noch die Schulter gehalten, jedoch konnte ich nicht sagen ob er sie einfach nur angeschlagen hatte, oder ob er nicht möglicherweise doch eine Kugel abbekommen hatte. Da war jedoch viel zu viel Blut, damit alles von ihm sein könnte. Ich wusch das Handtuch aus, das ich eben schon mit dem Blut vollgesaut hatte, ehe ich mich wieder zu Dylan drehte und seinen Kopf etwas anhob. "Tut mir leid das du deinen Vater verloren hast," vor allem aber das er ihn mit einem Kopfschuss in einer dummen Lagerhalle gefunden hatte. Ich war gerade nicht wirklich sicher ob ich froh sein sollte, dass Chord nicht auch dort gewesen war – oder ob ich mir Vorwürfe machen sollte, dass ich ihn von seiner Arbeit abgehalten hatte die Black Hoods in Sicherheit zu bekommen. Ich hatte mich auf dieses Leben hier eingelassen, und bis jetzt hatte Chord doch versucht es einfach nur von sich zu schieben. Mir und Bryan zu Liebe. Ich ließ Dylans Kinn wieder los, und kniete mich vor ihn. "Es tut mir wirklich leid, ich weiß wie du dich gerade fühlst," nur zu gut kannte ich dieses Gefühl die Welt zu verlieren. Und nur zu gut wusste ich, dass keine Worte es besser machen würden. "Du musst mir aber glauben wenn ich dir sage, dass es mit der Zeit besser wird okay? Ich meine, es wird nie wieder so wie du es kennst, aber es wird besser," knapp lächelte ich und nickte Dylan etwas zu. Es wurde nicht besser, aber sollte ich das einem Sechzehnjährigen auf die Nase binden? So wie er gerade dachte, würde er doch sehr wahrscheinlich gleich Selbstmord begehen – und weder Chord, noch ich wollten das zulassen. "Du bleibst bei uns. Wir passen auf dich auf, dir passiert hier nichts," als wäre das gerade ein Problem worüber er nachdachte. Er hatte seinen Vater verloren, und obwohl er ein mieses Arschloch war der eindeutig mehr verdient hatte als nur eine gebrochene Nase, war der Tod es dann doch nicht gewesen. Scheiße er hatte einen Sohn! Behutsam legte ich meine Hände an Dylans Wangen und sah ihm in die Augen. "Es wird alles wieder gut," versprach ich ihm. Möglicherweise glaubte er es mir nicht, und ich konnte gerade wirklich nicht sagen ob alles wieder gut werden würde, aber es würde wenigstens irgendwie erträglicher werden. Und das Leben ging weiter – egal, wie egoistisch oder schrecklich diese Wahrheit klang.

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• Cassian Winters.

[Danke dir <3 :D] Natürlich hatte ich etwas falsch gemacht. Auch wenn ich für einen sehr kurzen Augenblick daran geglaubt hatte, dass sie den Kuss vielleicht sogar erwiderte. Was glaubte ich denn auch? Das sie sich auf einen Freak einließ? Denn eigentlich war es das was ich immer im Hinterkopf hatte. Und es war auch das was unsere Ärzte immer sagten. Wir sollten uns gegenseitig helfen aber nichts aufbauen was uns gefährden könnte. Dämlich. Was auch immer Micaela sich selbst versuchte vor zu machen, wenn es um Männer ging, war sie einfach krank. Diese Reaktion, wie sie sich von mir wandte und anfing zu weinen. Dabei hatte ich sie doch mit seiden Handschuhen angefasst. Ich hatte gerade wohl wieder mächtig scheiße gebaut. Nachdem Mica sich von mir wandte und mir mit einer mächtigen Ansage zu verstehen gab, dass ich mich in einer Grauzone bewegt hatte, wandte sie sich von mir und knallte mit der Badezimmer Tür. Wow. Ich schluckte und ließ mich geschafft auf ihrem Bett nieder. Ich war sogar darin gut Dinge zu versauen, wenn ich noch nicht einmal böse Absichten gehabt hatte. Schließlich hatte ich ja nicht vor gehabt sie zu vergewaltigen oder ihr gleich unter das Shirt zu fassen. Es war offensichtlich, dass sie wahrscheinlich niemals so einen wichtigen Schritt gehen konnte. Warum also verschwendete ich damit meine Zeit? Für einen sehr kurzen Augenblick hielt ich inne. Sollte ich jetzt etwas tun? Vorsichtig erhob ich mich und klopfte an der Badezimmer Tür. "Hey. Mica. Das tut mir leid." Und was genau? Sie glaubte doch jetzt bestimmt nur das ich auch bei ihr den Player raushängen ließ. Ich rieb mir die Hände. Sie hatte abgeschlossen und ich wollte sie auf gar keinen Fall noch mehr in die Hänge treiben als ich es ohnehin schon gemacht hatte. "Du weißt doch das ich ein Idiot bin. Kannst du mir nicht einfach eine verpassen und dann vergessen wir das ganze?" Ich glaubte, dass sie jedoch noch nicht einmal dazu in der Lage war. "Hör mal. Ich bin rein theoretisch echt gut darin alles an die Wand zu fahren ohne das ich überhaupt weiß was ich da tue." Ergab das Sinn? "Können wir das vergessen? Ich will dir nicht zu nahe kommen." Von wollen konnte zwar nicht unbedingt die rede sein, aber irgendwie so war es. Micaela war attraktiv, clever, niedlich und witzig. Man musste sie eben nur ein bisschen besser kennen lernen. Was wahrscheinlich gerade zu unserer SMS Freundschaft zählte. "Kommst du wenigstens raus und sagst mir ins Gesicht was für ein elendiger Idiot ich bin?" Das würde sie wahrscheinlich eh nicht. Ich seufzte, ließ meine flache Hand einmal gegen die Tür schlagen und wandte mich von ihr. "Ich gehe dann." Denn war war wohl das beste für sie und für mich in genau dieser Sekunde. So konnte ich die Dinge nicht noch schlimmer machen, als sie es jetzt eh schon waren.

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• Chord Heard.

Es hatte Ewig gedauert bis ich Dylan ruhig bekommen hatte. Er hatte einen halben Nerven zusammen Bruch bekommen und das was ich in seinen Augen sah hatte etwas von einem Nerven zusammenbruch. Er weinte, er krampfte und ich konnte sehen, dass er stark sein wollte aber nicht konnte. Als Lillian mit Bryan in seinem Zimmer verschwand war ich einfach nur erleichtert. Vor Verpflichtungen wie diesen hier jedoch konnte ich mich nicht drücken und das wusste Lillian nur zu gut. Sie hatte sich darauf eingelassen. Dylan saß auf der Couch. Er war völlig kraftlos und müde. "Sie haben meinen Vater umgebracht", murmelte er mit starren blick und mied es mich anzusehen."Alle Black Hoods. Chord. Rick und Mel. Jack-", er schluckte schwer und begann erneut zu wimmern. Seine Augen füllten sich mit Tränen. Himmel. Ich war nicht unbedingt gut in sowas. Dennoch konnte ich zunächst nicht nach vollziehen was passiert war. "Ich war in unserer Lagerhalle. Sie haben sich alle getroffen heute. Und- ich bin wieder einmal zuspät gekommen. Also bin ich dahin. Und sie waren alle tot. Sie wurden erschossen, Chord. Mein Vater ist tot. Ich hab da nichts angefasst. Sie wurden einfach mit einem Kopfschuss- da war alles voll Blut. Ich hab versucht...ich wollte nicht."Verdammte Scheiße. Wer würde den Black Hoods so etwas antun?! In meinem Kopf waren wieder viel zu viele Fragen. Und viel zu viele Probleme für meinen Geschmack. Denn eigentlich war ich mit Lillian hie rum ein wenig Abstand von allem zu nehmen. Noch mehr Abstand als den den ich ohnehin schon hatte. Die Sache war durchaus kompliziert. Zum einen hatte er Recht. Es war verdammt noch einmal auch meine Schuld. Ich hätte sie beschützen können. Ich fuhr mir durch die Haare. Dennoch konnte ich mich gerade nicht dazu durchdringen etwas aufbauendes zu sagen. Rick und Jack waren meine Männer und ja, sie waren immer treu. Aber ich hatte versucht so viel Abstand zu den beiden zu nehmen, wie ich nur konnte. So oder so hätte ich bald keinen Kontakt mehr zu ihnen gehabt. Wäre das auch ohne mich passiert? Ich wusste es nicht. "Hör mal. Ich weiß das das hart ist, aber du musst dich da raus ziehen. Wer auch immer das war weiß von dir und uns- wir dürfen keine Aufmerksamkeit erregen. Ich kümmere mich um alles okay. Ich werde mich darum kümmern, wer deinem Vater und den anderen das angetan hat." Dabei war ich gerade einfach nur Froh das Dylan mit seinen Sechszehn Jahren nicht qualvoll ermordet wurde oder mit ansehen gemusst hätte, wie sein Vater gestorben wäre. Ich konnte ihm noch nicht einmal einen fucking Vorwurf machen. Er war noch ein Kind und hatte all diese Dinge mit angesehen die er eigentlich hätte gar nicht wissen brauchen. Er erinnerte mich an mich selbst. Wie er mich ansah und einfach nur darum bettelte, dass ich ihm all diesen Schmerz abnahm. All die Gefühle. So, hatte ich mich auch gefühlt damals. Denn auch wenn ich hier eigentlich mit Lillian zusammen meine Ruhe haben wollte, war es bei Dylan noch etwas anderes. "Ich hab keinen mehr, Chord. Wieso haben sie mich nicht einfach auch umgebracht? Was soll ich mit diesem Leben? Das war mein zuhause. Ich habe da gelebt." Das hatte er. Ich erinnerte mich. Und genau deswegen hatte ich John nie verstanden. Es war so wie Lillian es gesagt hatte. John war ein Mistkerl der so viel mehr verdient hatte als eine gebrochene Nase aber den Tot? Er hatte einen Sohn in diese Welt gesetzt und dieser hatte nun keinen mehr, an den er sich Richten konnte. Ich seufzte und atmete tief ein. Dylan zog seine Beine an sich und wimmerte. Tränen rannten über seine Wangen. Behutsam legte ich meine Hand an sein Knie. "Dir passiert hier nichts. Dylan hör auf so etwas zu sagen okay." Das würde ich nicht zulassen. Denn auch wenn ich gerade mehr als Wortlos war, wollte ich nicht das Dylan etwas zustieß. "Ich fahr da hin", teilte ich Lillian mit, auch wenn ich wusste das sie dagegen war. Ich erhob mich und ging Richtung Küche. Lillian folgte mir. "Bevor du etwas sagst: Ich weiß es ist eine absolut dumme Idee. Aber ich passe auf mich auf okay? Ich hab auch eine Verantwortung für die Jungs.Und ich verspreche dir trotzdem, dass ich nichts über dich und Bryan stellen werde. Ich hab es dir versprochen okay? Aber Lillian, der Junge ist sechszehn, sieh ihn dir an. Der ist quasi noch ein Kind. Tu mir ein Gefallen. Mach das was du immer tust wenn es mir schlecht geht, red mit ihm. Das ist etwas in dem ich nicht sonderlich gut bin okay?" Ich zog sie an mich und küsste sachte ihr Haar. "Ich liebe dich." Ich ging mit zügigen Schritten aus der Küche und schnappte mir meine Jacke. Ich schlüpfte in meine Schuhe und lächelte noch einmal ehe ich durch die Tür schritt und mich auf den Weg machte.

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Micaela Ramírez
[Kein Problem :o gute Besserung! :*]
Wieder einmal mehr verwirrte mich Cass total. Ob ich mir je irgendwann wieder vorstellen konnte, einen anderen Mann zu küssen? Wieso fragte er solche Fragen? Und wieso beschrieb er sich selbst? Ich wurde gerade nicht schlau aus ihm. Er fuhr sich durch die Haare. Er sah fast schon ein bisschen unbeholfen aus und das war etwas, was man praktisch nie bei Cass sah. Er wusste immer, was er tun wollte oder eben nicht. Also wieso benahm er sich denn bitteschön so komisch? Skeptisch musterte ich ihn, als er aufstand. Er machte einen Schritt zu mir und sah mich an. Ich schluckte hart, als er nach meiner Hand griff und mich auf meine Beine zog. Ich liess es zu, obwohl sich dieses beklemmende Gefühl um mein Herz legte. Mein Atem ging schneller. Was hatte er vor? Was wollte er mit mir tun? Ich war jedoch zu neugierig und so lange er nur meine Hand hielt, ging es noch einigermassen. Dann trat er aber noch einen Schritt näher. Er tat es sehr langsam. Als wollte er mir für jeden Schritt Zeit lassen, aber Tatsache war..., dass es immer noch schnell war. Mein Atem stockte kurz, als er so nahe bei mir stand und ich sah ihm in die Augen. Das Gefühl wurde stärker und am liebsten wäre ich einfach abgehauen und an die andere Seite des Zimmers geflüchtet. Gleichzeitig wollte ich ihm aber auch beweisen, dass ich nicht hier diejenige war, die krank war. Als er dann noch seine Hand an meine Hüfte legte, wollte ich ihm sagen, dass er aufhören sollte. Aber mir kamen einfach nicht die Wörter in den Sinn. Daher sah ich ihm wortlos in die Augen. Würde er mich küssen? Wieso kam er denn bitteschön auf die behinderte Idee, mich zu küssen? Er wusste doch, wie Angst mir das bereitete! Die Angst lähmte mich und ich war unfähig mich zu bewegen. Er sah mir lange in die Augen, bevor sich seine Lippen meinen näherten. Mein Herz schlug wie wild gegen meine Brust und ich stiess einen zittrigen Atemstoss her. Wie lange war es her, seit der letzte Mann mich geküsst hatte? Es war eine gefühlte Ewigkeit her. Und Cass tat es. Er küsste mich. Alles in mir zog sich vor Schmerzen und qualvollen Erinnerungen zusammen, während gleichzeitig ein kleiner Teil von meinem Gehirn das hier sogar gefiel. Ich schloss die Augen. Einerseits hoffte ich, dass er sobald wie möglich aufhören - was definitiv die stärkere Seite war, andererseits fühlte es sich zu gut an, um aufzuhören. Doch während ich die Augen geschlossen hielt, schoben sich die Erinnerungen von der Vergewaltigung vor mein Auge. Wie ich in die Gasse zurückgedrängt wurde. Wie der Mann mir die Kleider auseinander gerissen hatte und es ihm sogar Freude bereitet hatte, dass er mich unter unerträglichen Schmerzen vergewaltigt hatte. Die Erinnerungen wurden immer schlimmer, lebendiger. Tränen traten in meine Augen und ich hielt es nicht mehr aus. Ich zog mich zurück und aus purem Reflex schubste ich Cass weg von mir. Schnell drehte ich mich um, liess mich auf meinen Bürostuhl fallen und drehte ihm meinen Rücken zu, damit er meine Tränen nicht sah. Sie fingen an unaufhörlich über meine Wangen zu laufen und wollten gar nicht mehr aufhören. Ich vergrub das Gesicht in den Händen und versuchte die Erinnerungen zu vertreiben. "No, no, no", murmelte ich immer wieder leise vor mich hin. Ich schlang die Arme um meinen Körper. Ich hatte das Gefühl, als würden mich die Erinnerungen von innen heraus auffressen. "Was hast du denn an meinen Worten nicht verstanden?", murmelte ich leise, während ich mich selbst ein bisschen hin und herwiegte. Ich hatte ihm gesagt, dass ein Mann sehr, sehr viel Geduld mit mir haben müsste. Und was tat er? Er küsste mich! Wie war ihm das nur in den Kopf gekommen? "Ich.. ich kann das nicht", sagte ich. Meine Hände fingen an zu zittern und dieses Zittern breitete sich auf meinen ganzen Körper aus. Bevor ich ganz vor ihm zusammenbrach, stand ich auf und rannte an ihm vorbei ins Bad hinein. Ich warf die Tür ins Schloss und drehte den Schlüssel herum. Ich liess mich auf den Boden sinken, während die Erinnerungen über mich hineinzufallen drohten. Wusste er überhaupt, was er gerade getan hatte?! Ich zitterte am ganzen Körper und ich sah die Narbe an meinem Handgelenk. Damals hatte ich entschieden, dass ich nicht mehr weiterleben möchte. Jetzt wo ich so nahe vor dem Zusammenbruch stand, wünschte ich mir, dass es so war. Ich war doch für alle nur eine Belastung.

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LILLIAN Adams
Er wollte ein Haus kaufen. Nicht irgendein Haus, sondern das meines Bruders. Das, in das wir eigentlich gezogen waren, dass nun aber doch schon seit geraumer Zeit leer stand, weil sich niemand so wirklich ran traute es zu einem Zuhause zu machen. Um ehrlich zu sein: ich wusste nicht so wirklich, ob ich bereit dazu war. Ich wollte nicht tagtäglich daran erinnert werden, wie sehr ich meinen Bruder doch eigentlich vermisste. Vor allem aber kam ich selbst heute nicht wirklich mit dem Gedanken klar, dass Bryan wegen mir gestorben war. Es ging mir gut – nur wegen Bryan. Nur wegen meinem Bruder, und nun meinem Sohn, dem ich diesen Namen gegeben hatte weil ich gehofft hatte so wenigstens etwas wieder gut machen zu können. Und nun wollte Chord dieses Haus kaufen; das Haus in dem so unfassbar viel Platz für all die Menschen war, die ich um mich haben wollte. Trotzdem konnte ich nicht dort einziehen – es war dennoch keine dumme Idee. Nicht überstürzt. Vor allem aber waren es Chord's Gründe, die mir doch wieder einmal klar machten wie sehr er es doch eigentlich versuchte. Er gab sich Mühe all die Dinge zu tun, die ein Vater tun würde – zwar ließ er sich Zeit, und auch Bryan nahm ihn nicht einfach so als Vater an, aber das hieß nicht das es nicht irgendwann dazu kommen könnte. Das Bryan nicht irgendwann verstehen würde, dass Chord sein Vater war und nicht Jasper. Ich zuckte zusammen und hob schnell den Blick, als Chord sich auch schon auf den Weg zur Tür machte. Was zur Hölle? Es war mitten in der Nacht, und manche Leute wollten schlafen! Ich nicht zwingend, aber Bryan tat es, durch da– was zur Hölle? Schnell schob ich mich ebenfalls hoch und folgte Chord hinein, sah Dylan an der blutverschmiert eine Szene machte. Oh wow. Ebenso schnell wie ich Chord gefolgt war, setzte ich mich ein weiteres Mal in Bewegung und fing gerade noch so Bryan ab. "Ah, zurück ins Bett. Hier gibt es nichts zu sehen," sagte ich und drehte meinen –unseren– Sohn wieder zurück in Richtung Bett. Ich warf noch einen schnellen Blick über meine Schulter und sah Chord an. Gott! Was war so verdammt schwer daran nicht etwa Wörter zu benutzen, die ein Sechsjähriger weder kennen noch hören sollte?! Ich hatte ihm gerade erst erklären müssen, dass nur böse Menschen so redeten! Ich knirschte die Zähne und schob Bryan zurück ins Bett. Natürlich war er jetzt wieder wach! Und natürlich konnte nicht ein einziges Mal alles in Ordnung sein. "Wer ist tot Mama?", fragte Bryan müde. Ich blinzelte ihn an und schüttelte schnell den Kopf. Keine Ahnung was Dylan meinte. Er redete doch gerade scheinbar einfach nur Schwachsinn – so wie er aussah war aber doch etwas Wahres dran. "Geht es ihm gut?", stellte Bryan auch schon die nächste Frage. Diese Neugierde war manchmal wirklich ein Fluch, denn ruhig liegen wollte Bryan doch nicht. Er setzte sich wieder auf und sah zur Tür. "Chord macht das. Er kennt sich mit so etwas aus, okay?" Knapp nickte Bryan und ich sah ebenfalls zur Tür. "Schlaf weiter, ja?" Erneut schob ich Bryan zurück unter die Decke. Er war wohl ohnehin zu müde um noch weiter darüber nachzudenken – wenn Dylan wenigstens leise war, würde Bryan auch wirklich nichts davon mitbekommen. Kaum schlief Bryan, schlich ich mich zurück zu Chord und Dylan, machte einen Zwischenstop im Badezimmer und holte ein nasses Handtuch. Chord hatte gesagt wir würden uns um das Blut an unserer Tür kümmern, und ich wollte wirklich nicht das hier noch die Polizei auftauchte weil irgendjemand auf dumme Gedanken kam. "Du musst dich beruhigen, damit er dir helfen kann. Du weißt ganz genau das er immer hilft, wenn er kann," sagte ich zu Dylan und sah Chord kurz an. Ich schlüpfte durch die Tür und wusch das Blut das Dylan hinterlassen hatte, sorgfältig wieder ab. Woher hatte er noch einmal gewusst, dass wir hier waren? Und was zur Hölle hatte er bitte damit gemeint, dass sie alle tot waren?!

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• Chord Heard.

[Boah dieser Post hat Gefühlte Ewigkeiten gedauert, aber ich wollte das da alles reinschreiben xD Mein Gehirn arbeitet noch viel zu lange :C] Die Tage mit Lillian und Bryan hier in diesem Hotel hatten etwas von Urlaub. Bryan hatte sich mittlerweile daran gewöhnt in seinem eigenem Bett zu schlafen. Es kam immer seltener vor, dass er bei seiner Mutter liegen wollte und auch die Kommunikation zwischen ihm und mir wurde besser. Er sah mich mehr an und band mich in seine Gespräche ein wenn er sich mit etwas beschäftigte. Sehr gerne war er einfach draußen am Strand gewesen und baute Sandburgen. Er war ein sehr einfaches Kind das war mein Glück. Das mit Lillian und mir hatte etwas neues und erfrischendes. Denn dieses mal schien keiner von uns unter irgendetwas zu leiden. Wir waren Nachts lange wach, kuschelten, unterhielten uns oder verschwanden für wenige Minuten zusammen unter der Decke oder unter der Dusche. An ein Loskommen von meiner Sucht war dennoch nicht zu denken. Mit einem Weinglas in der Hand saß ich mitten in der Nacht auf dem Balkon und sah in die friedliche und stille Meer. Ich mochte diesen Ausblick und ich konnte mich schon fast an diesen Ausblick hier gewöhnen. Leider waren es nur wenige Tage an denen wir hier waren. Als Lillian zu mir rausschritt, grinste ich sie an und zog sie auf meinen Schoß ehe sie sich auf den Stuhl neben mich setzte. Dabei verschüttete ich beinahe etwas von meinem Weinglas. Konnte es aber gerade so noch ausbalancieren. "Heute ist er ja ganz schön schnell eingeschlafen hm?" Ich atmete die klare Luft ein und exte das Glas in meiner Hand. Kurz verzog ich das Gesicht als der Alkohol meinen Hals herunter lief und stellte das Glas neben mich auf den Hocker. "Ich hab nachgedacht", ich sah sie an und lächelte leicht. Wie fing man das ganze an. Es war auf einer Art und Weise ein sehr wichtiger Schritt. Wir hatten zwar schon immer zusammen gelebt irgendwie- aber das was mit im Kopf herum schwirrte war schon etwas ofizieller. Etwas fester. Gab es das bei mir? Konnte ich das so sagen? Vielleicht ging ich die Sache auch zu schnell an. Dennoch würde es ja nicht schaden darüber zu reden. "Über das Haus deines Bruders. Ich weiß es steht jetzt schon eine Weile leer und Daniel hat einen hohen Anspruch darauf. Ich glaube aber nicht das Vince und Dan einen sehr hohen Anspruch darauf stellen wenn ich mit ihm rede. Wie wäre es wenn wir es ihm abkaufen?" Ich hielt für einen kurzen Augenblick inne. "Ich meine bald werden wir vier kleine Füße um rum rennen haben und wir können nicht unser gesamtes Leben vor etwas weg rennen oder den Kindern kein Zuhause bieten. Das Haus liegt am Strand. Bryan liebt es und wir haben genug Platz für uns alle. Zur Not können wir uns da auch noch aus dem Weg gehen." Lillian wusste ja genauso gut wie ich das ich gerne stritt, auch wenn ich hoffte das dass nicht mehr so häufig vorkam. Als Lillian mich anblickte presste ich meine Lippen fest zusammen. "Das ist zu überstürzt richtig?" Schließlich würde ich das Haus auf meinen Namen laufen lassen und auch eine menge ändern wollen. Ich wollte nur ungern, dass Lillian sich jeden Tag an seinen Bruder erinnerte. Das Geld dafür hatte ich, auch wenn es einmalig nicht unbedingt ehrliches Geld war. Es war das von meinem Vater. Doch das war das einzige was ich hatte und auch wenn ich wusste das mein Vater es nie gewollt hätte das ich es für soetwas verschwendete, erschien es mir gerade am sinnvollsten. Es war das was ich im Augenblick wollte. Gerade als ich mich noch weiter Lillian gegenübererklären wollte, klopfte es. Beinahe hysterisch. So, als schlug jemand mit der bloßen Flachen Hand gegen unsere Tür. Ein eindrückliches Hämmern gegen unser Hotelzimmer. Um ein Uhr Nachts?! Bryan schlief! Es konnte sich nur um den Hotelservies handeln. Ich erhob mich und eilte zur Tür. "Ey. Psst! Hey!! Ist ja gut. Hey! Ganz ruhig." Doch als ich die Tür öffnete kippte mir auch schon jemand fast in die Arme. Erst jetzt realisierte ich das Blut an der Tür das ebenfalls an der Hand von Dylan haftete. Mit weit geöffneten Augen sah ich dem Pagen an der völlig schockiert in meine Augen sah. "Ich wollte ihn aufhalten Sir. Er ging einfach an mir vorbei. Kennen sie diesen Jungen?! Ich werde sofort die Polizei verständigen." Dylan der Kreidebleich in meine Augen sah stieß sich von mir und hielt sich seine Schulter. "Ist okay", wandte ich mich an den Pagen. Was sollte diese Nummer?! "Es ist schon okay. Er ist mein Neffe. Er gerät ständig in Schwierigekeiten. Sie wissen doch wie Kinder sind." Ich konnte nur hoffen das er keinen genaueren Blick auf Dylan geworden hatte. "Ich werde das hier sauber machen. Kümmern sie sich nicht hierrum. Tut mir leid für die Störung. Das ist uns ziemlich unangenehm. Schöne Nachruhe...ähm Sir." Ich setzte ein leichtes lächeln auf und schloss die Tür ohne weiteres Wort. Ich wandte mich an Dylan der heulend gegen der Wand lehnte und kaum Luft zu bekommen schien. Mein Blick glitt zu Lillian. "Dylan. Hey", ich näherte mich ihm. "Beruhig dich." Ich packte ihn unsanft an seinem Pullover und rüttelte ihn kurz. Somit zwang ich ihn mich anzusehen. "Sie sind alle Tot Chord." Etwas in seinen Augen wich. Er erhob seine zitternde Hand und ich sah genau wie er auf das Blut das an seiner Hand. Ich musste kein Genie sein um zu wissen das es nicht sein Blut war. "Was hast du gemacht?", fragte ich tonlos. Er wandte sich kreidebleich von mir und würgte. Er stolperte zum Waschbecken und begann sich zu übergeben. "Dylan-" Dylan wandte sich nun zu mir. Dieses mal sehr viel energischer. "SIE SIND TOT. WEG. MEIN VATER CHORD!" Er schlug mir gegen die Brust. "Das ist deine Schuld!"" Er sah mich an, sein Blick wandte ebenfalls kurz zu Lillian. Ich hatte keinen blassen Schimmer von was er sprach. "Wegen dir haben sie alle umgebracht. Weil du nie da warst! Mein Vater hatte Recht. Wir hätten dich gebraucht! Und statt dessen sitzt du hier und vergnügst dich mit dieser Schlampe?!" Die Tränen stiegen ihm zu Augen. Diese Worte waren für Dylan Recht untypisch, er hatte sie zu hundert Prozent von seinem Vater aufgeschnappt. Ich war komplett irritiert. Was meinte Dylan als er sagte, sie seien alle Tot?!! Was zum Teufel war passiert?! Das durfte nicht wahr sein.

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• Cassian Winters.

[Ich bin momentan krank :/ Das mit dem Antworten wird also recht unregelmäßig sein weil ich ab und zu schlafe :C] Sie wollte wissen warum ich das sagte? Ja, sie hatte Recht. Natürlich meinte ich mich. Zu wem sollte Micaela denn sonst Kontakt haben? Ein wenig unbeholfen fuhr ich mir durch die Haare. Vielleicht das erste mal das ich so etwas tat seid dem ich ihr gegenüber saß. Eine unwohle Haltung ausstrahlen. In mir tobte der Konflikt sofort auf sie zu zu gehen und sie in meine Gedanken einzuweihen. Ein anderer Teil jedoch war ein wenig in Sorge darüber wie sie reagieren würde. Ich erhob mich und ging einen langsamen Schritt auf sie zu. Ihre Augen lagen dabei auf mir, als wüsste sie was jeden Augenblick auf sie zu kommen würde. Ich griff sachte nach ihrer Hand und zog sie somit auf ihre Beine, so dass wir wieder auf Augen höhe standen. Jede Bewegung die ich machte war so langsam, als würde ich auf ein scheues Reh zugehen. Micaela war nur ein kleines Stück kleiner als ich. Langsam näherte ich mich ihr noch einen Schritt. Ich konnte ihren Atem hören (....) spüren. Sie sah mich an aus einem Gemisch von Gefühlen. Der eine Teil, der sofort die Flucht ergreifen wollte und der andere der sich mir gegenüber stellen wollte. Diesen Hauch von Verzweiflung. Langsam legte ich eine Hand an ihre Hüfte und sah ihr in die Augen. Lange schon vorher hatte ich Micaela beobachtet in der Klinik. Schließlich war sie nicht die einzige, die sich ein Bild von anderen machte. Denn auch wenn ich manchmal ein ziemlicher Idiot war und gerne mit Frauen spielte hatte sie etwas anderes an sich. Vielleicht war es auch die Tatsache, dass sie mich nicht wollte. Nicht auf diese Art und Weise wie mich andere Frauen wollten. Gefühlt seid ein paar Jahren existierten Micaela und ich Nebeneinander her und tauschten irgendwelche bescheuerten SMS aus. Sie war der einzige Mensch der Cassian kannte und überhaupt wusste, dass dieser existierte. Nach langsam Augenkontakt der ihr vermitteln sollte, das ich jetzt garantiert nichts böses passieren würde, neigte ich mich zu ihr und legte meine Lippen auf ihre. Ein leichtes kribbeln strömte durch meinen Körper und ich fragte mich gut, ob sie es vielleicht auch so empfand. Dieses Gefühl nach mehr. Etwas, was einen von den Beinen hob. Leicht verträumt schloss ich die Augen und wandte mich dem Kuss zu. Nicht mit viel Druck, nur sehr sanft und leicht. Ich hatte keine Ahnung wie ich reagieren sollte, warum ich es tat obwohl ich wusste das sie niemals darauf eingehen würde. Das ganze hier würde wahrscheinlich in einem riesigen Chaos enden indem sie mich jeden Augenblick vor die Türe setzte. Auch aus diesem Grund bestätigte sich einfach das ich wieder ein Arsch war. Wieso konnte ich eigentlich nicht auf das Wohlbefinden und die Gefühle von anderen eingehen? Ich lag offensichtlich nicht in ihrer Wohlfühlen und das machte sie einem mehr als oft genug deutlich.

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LILLIAN Adams
Man merkte wie angestrengt das alles hier für Chord eigentlich war. Er versuchte es und gab sein Bestes, und es machte mich unglaublich glücklich zu sehen dass er sich so unfassbar viel Mühe mit Bryan und all diesen Dingen hier gab, jedoch klappte es doch nicht so wirklich. Man sah es ihm an, dass er sich nicht wirklich wohl fühlte – zwar dachte ich, dass es sich irgendwann und mit etwas Zeit ändern würde, dass es Chord möglicherweise bald schon nicht mehr ganz so schwer fallen würde mit einem sechs-jährigen zu sprechen und etwas zu unternehmen als im Moment, ich konnte es aber um ehrlich zu sein auch irgendwie verstehen. Er hatte nie wirklich eine Bindung zu ihm aufgebaut, war in Bryan's frühen Jahren und den wohl wichtigsten Momenten seines Lebens nicht dabei gewesen; es fiel nicht nur Chord schwer eine Bindung aufzubauen, auch Bryan tat sich schwer. Er hatte Erinnerungen an einen anderen Mann, den er als Vater ansah und nun plötzlich war Chord hier und wollte diese Rolle übernehmen; selbst wenn dem nicht so war. Chord wollte nicht einfach Jasper's Rolle übernehmen, dazu war er doch nicht einmal bereit, ich konnte es ihm aber wirklich nicht übel nehmen. Ich verstand ihn. Und ich liebte ihn nur noch mehr dafür, dass er es trotz allem und trotz der Anstrengungen versuchte. Er gab sich Mühe, wie sonst noch nie in seinem Leben, und das alles tat er nur weil er mich in seinem Leben haben wollte. Weil er wusste das ich Bryan für den Rest meines Lebens um mich haben würde. Weil er wusste, dass ich Bryan nicht aufgeben würde, selbst wenn es bedeutet hätte das Chord und ich ein glückliches Leben hätten führen können. Ich hätte Bryan damals nicht aufgegeben, und würde es selbst heute nicht tun. Nicht für die Welt, und auch nicht für Chord. Leise lachend strich ich Chord über den Nacken, ließ meinen Daumen seinen Haaransatz streifen. "Nur heute, keine Sorge," antwortete ich ihm auf seine Frage. Wir müssten wohl wirklich nicht jeden Tag hier sitzen und irgendwelche Tiere zeichnen – Bryan's Meinung nach zeichnete Chord ja auch Hunde, seiner Meinung nach aber sollte es eine Katze sein. Ich sah nichts der Beiden. Weshalb machte ich ihn denn nun fertig? Ich war es nicht gewesen, die ihn für so ziemlich alles bemängelt hatte. Lachend zog ich den Kopf etwas zurück und runzelte die Stirn. "Oh ich mache dich also fertig, ja?", zog ich ihn grinsend auf, seine Lippen aber streiften ein weiteres Mal meinen Hals hinab. Ich schloss die Augen und seufzte leise. Das alles hier wäre so viel entspannter, und so viel schöner wären wir einfach nur zu zweit. Das wusste ich – mir musste niemand sagen, dass wir nicht einfach so tun und lassen konnten was wir wollten, schließlich war hier ein sechsjähriger der von all diesen Dingen nicht zwingend etwas mitbekommen musste. Ich neigte den Kopf etwas zur Seite und schmunzelte. "Daddy bekommt alles was er will," antwortete ich ihm leise. Ich zog seinen Kopf wieder hoch zu mir und legte meine Lippen ein weiteres Mal auf die seinen, vergrub meine Hände in seinen Haaren. Was ich nicht alles für ein wenig Zweisamkeit geben würde, denn auch wenn ich glücklich mit dem hier war, wünschte ich mir doch etwas mehr Zeit mit ihm alleine. Wir hatten doch nie diese frisch-verliebt Phase gehabt, und selbst jetzt konnten wir diese Dinge nicht einfach nachholen. Grinsend schob ich seine Hand etwas höher und biss ihm spielerisch auf die Unterlippe. Uns fehlte die Zeit und die Möglichkeit all die Dinge zu tun, die normale Paare so taten. "Wir können gemeinsam duschen, sobald Bryan schläft," flüsterte ich an seinen Lippen. Es wäre zumindest besser als gar keine Zeit für uns, um ehrlich zu sein wollte ich das nicht. Ich wollte nicht, dass wir keine Zeit mehr für uns hatten. Ich wollte meine Zweisamkeit mit Chord, wollte das alles hier auch wirklich genießen und einfach ein Mal so tun als wären wir normal. Zumindest für eine Weile. "Wir müssen schnell dafür sorgen, dass Bryan wieder zur Schule kann," stellte ich fest und löste mich etwas von ihm. Wenn Bryan in der Schule war, hätten wir zumindest etwas Zeit für uns – auch wenn Chord andere Dinge zutun hatte, als seinen Vormittag mit mir zu verbringen. Irgendwie würden wir einen Weg finden. Das waren seine Worte gewesen; und ich glaubte daran.

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• Chord Heard.

Es kam mir vor, als würde die Zeit einfach nicht herum gehen. Durch die Bilder versuchte Bryan Kontakt zu mir aufzubauen. Er kam mir näher und fragte sehr viel. Meiner Meinung nach schon zu viel, da ich nach dem vierten Mal schon gar keinen Ansporn mehr gehabt hatte zu Atnworten. Für Lillian war das ganze bestimmt mehr als amüsant zu beobachten. Wie ein Erwachser Mann sich mit einem kleinem Kind auseinander setzte und dabei an seine Grenzen stieß. Bereits nach zehn Minuten wäre ich einfach aufgestanden und weg gegangen. Ich konnte einfach nichts mit Bryan und dem was er von mir wollte Anfangen. Dieses Gefühl das sich in einem aufbaute und das immer größer würde war einfach nicht zu beschreiben. Es gab keine Worte für alles. Denn Bryan schien es dennoch zu versuchen, ob er es nun merkte oder nicht. Irgendwie und so gut wie es eben ging. Dennoch war ich gerade jetzt sehr ehrleichtert, als Lillian meinte, dass es Zeit fürs Bett war. Bryan eilte ins Bad und als die Tür hinter ihm zu fiel atmete ich aus. Ich sank in meinen Stuhl und rieb mir meine Schläfe. "Wenn du wüsstest." Ich gab mir mühe., sagte sie und damit hatte sie Recht. Ich versuchte es wirklich so gut wie ich es nur konnte. Als Lillian ihre Hand in meinen Nacken legte und sich mir näherte, war die Stunde in der ich mit Bryan zusammen gesessen hatte, jedoch nur halb so schlimm als ich sie vorher empfunden hatte. Denn wenn ich es für Lillian tat, denn war es auf eine verdrehte Art und Weise irgendwie okay. Ich würde alles für sie tun. Und sie machte es wieder gut indem sie mich einfach mit ihren weiblichen Zügen um den Finger wickelte. Mit meinen typischen Sorgenfalten im Gesicht sah ich sie an, als sie sich zu mir auf den Schoß setzte. Ich fühlte mich als hätte ich 24 Stunden durch gemacht. "Wir müssen jetzt aber nicht jeden Tag hier an diesem Tisch sitzten und irgendwelche Tiere zeichnen oder? Er sagt meine Katzte sei ein Hund", lachte ich und legte meine Hände um ihre Hüfte. Ich hatte Zeit jetzt wo Bryan im Bad war für einen kurzen Augenblick durchzuatmen. "Du machst mich fertig", hauchte ich und verband unsere Lippen zu einem Kuss. Wahrscheinlich war die Nähe zu Lillian das einzige was mich weiter machen ließ. Auch wenn wir nun mit Bryan weniger Zeit haben würden, genoss ich es ihr so nahe zu sein. Denn gerade jetzt wo es immer weniger vorkommen sollte, musste man es doch viel mehr ausnutzen. Erneut bahnten meine Lippen sich einen Weg in ihren Nacken und hauchten ihr dort einen zärtlichen Kuss auf die Haut. "Ich hoffe Daddy kriegt auch mal was für seine harten Bemühungen", flüsterte ich und meine Hand schob sich ein wenig unter ihr Shirt. Diesen Satz konnte ich mir einfach nicht verkneifen. Ich biss mir auf die Unterlippe und grinste frech. Im Augenblick reichte es mir auch einfach im Bett zu liegen und sie in meinen Armen zu halten. Einfach um abzuschalten.

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Micaela Ramírez
Während ich das Bild betrachtete, fragte ich mich, wie das Bild wohl aussehen würde, wenn er mich wirklich genau gezeichnet hatte und sich auch die entsprechende Zeit dafür genommen hätte. Ich hatte ehrlich gesagt nicht gedacht, dass er zeichnete. Aber in der Klinik musste man halt auch Hobbies suchen, die man für sich selbst erledigen konnte. Ich war dann halt meistens einfach für mich selbst gewesen und hatte mich irgendwie versucht zu beschäftigen. "Danke", erwiderte ich, als er meinte, dass ich es behalten konnte. Das freute mich tatsächlich. Ich lächelte ihn an und sah dann wieder von dem Bild zu ihm. Ich versuchte mich ja wirklich zusammenzureissen. Aber er musste nicht meinen, dass ich das einfach so von heute auf morgen schaffen könnten - denn dann würde ich ihn enttäuschen. Lesen. Er las. Noch so etwas, was ich ihm nicht zugetraut hätte. In El Salvador hatte ich sehr viel gelesen. Aber mein Englisch war halt doch irgendwie zu schlecht, als dass ich irgendwie gute Bücher lesen könnte und diejenigen auf Spanisch hatte ich die meisten schon gelesen. Die Bücherei hier hatte zwar ein paar Bücher auf Spanisch, aber die Auswahl könnte grösser sein. Ich würde das Geld von meinem Bruder garantiert nicht für irgendwelche Bücher ausgeben. Ich nickte leicht bei seinen Worten. Ich war zwar nicht so lange eingesperrt gewesen wie er, aber ich wusste wirklich noch, wie das ganze war. Man konnte nicht wirklich etwas tun. Am meisten vermisste ich den Sport in der Klinik. Es war einfach nicht das gleiche und man hatte dazu nicht die gleiche Möglichkeiten, wie wenn man draussen war. Ich wurde neugierig. Was wir tun konnten? Wollte er etwa noch mehr von seiner wertvollen Zeit mit mir verschwenden? "Was könnten wir denn alles so tun?", fragte ich ihn neugierig und betrachtete ihn. Da war ich schon gespannt, was für Ideen er vorschlagen würde. Jedoch runzelte ich wieder die Stirn, als er den nächsten Satz damit anfing, dass er mir nicht zu nahe treten möchte. Ich mochte solche Sätze nicht. Ich sah ihn perplex an. Wie kam er denn nur schon überhaupt auf die Idee, dass ich irgendwann nur ansatzweise einen Mann küssen wollte? Ich räusperte mich ein bisschen, während ich die richtigen Worte versuchte zusammen zu kratzen. Vor allem hatte ich das Gefühl, dass er von sich selbst redete. Wie oft hatte er denn bitteschön hervor gehoben, dass er mir nichts böses tun wollte und dass er echt cool war? Genauso hatte er eben diesen Mann geschrieben. "Es kommt mir gerade vor, als hättest du dich selbst beschrieben", sprach ich meine Gedanken aus und zog die Beine auf meinem Bürostuhl. Ich legte mein Kinn auf das Knie und zuckte dann die Scultern. "Ich weiss es ehrlich gesagt nicht." Ich legte den Kopf ein bisschen schräg. "Man müsste.. sehr, sehr viel Geduld mit mir haben und so viel ich weiss, ist das nicht eine sehr ausgeprägte Stärke bei den Männern", sagte ich und legte den Kopf in den Nacken. "Vielleicht werde ich auch einfach einsam und verlassen sterben", ich musste leise auflachen. Dabei war ich noch so jung. Aber ich war schon einmal nahe am Tod vorbei gekommen und damals hatte ich nichts anderes wollen, als diesen auch zu finden. Ich hob meinen Kopf wieder an. "Wieso fragst du das?", fragte ich ihn zurück. Ich hatte immer noch das Gefühl, dass er von sich selbst geredet hatte. Aber ich konnte es nicht wirklich sagen. Ich hatte zu wenig Umgang mit den Männern, um mich da wirklich auszukennen.

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LILLIAN Adams
Ich war Chord unfassbar dankbar dafür, dass er sich so viel Mühe mit Bryan gab. Er versuchte es, und das erkannte wahrscheinlich selbst ein Blinder – selbst ein Blinder würde aber auch verstehen, dass er doch nicht so wirklich wusste wohin mit sich. Das alles hier war sehr wahrscheinlich einfach zu viel für ihn. Ich konnte es ihm aber nicht einmal übel nehmen, wenn er einfach eine Weile Zeit für sich brauchen würde – oder aber wenn er weiterhin Unmengen von Alkohol zu sich nehmen würde. Ich erwartete jedoch auch nicht wirklich von ihm, dass er von jetzt auf sofort mit dem Trinken aufhörte. Er hatte ein Problem; eines mehr mit dem wir gemeinsam klar kommen müssten. Ich wusste, dass Bryan den Geruch von Alkohol hasste, dass bedeutete jedoch nicht das Chord einfach so seinen Problemen abschwören würde. So funktionierte es nun einmal nicht, und das wusste ich ebenso gut wie er es tat. Deshalb sagte ich ja noch nicht einmal etwas dazu, dass er sehr wahrscheinlich keine Limonade oder aber Wasser in seinem Flachmann hatte. Ich konnte nicht von Chord verlangen, sein ganzes Leben einfach auf den Kopf zu drehen, und das innerhalb von nur ein paar Stunden. Schmunzelnd betrachtete ich Chord und Bryan dabei, wie sie sich wenigstens irgendwie kennenlernten – zumindest redete Bryan schon einmal mit ihm, wenn auch sehr wahrscheinlich nur weil ich versuchte ihn dazu zu bringen. Ich verstand im Moment jedoch nicht besonders, weshalb Bryan gerade nicht mit ihm sprechen wollte. War es, weil er dachte er hätte Jasper verschreckt und dafür gesorgt, dass er seinen Vater nicht mehr sehen konnte? Wahrscheinlich sah er Chord gerade als einen der Bösen, und das konnte er doch auch – ich hatte nciht wirklich gedacht, dass er ihn einfach so und augenblicklich akzeptieren würde. Ich hatte jedoch irgendwie doch gehofft, dass er möglicherweise etwas mehr verstand. Was wollte ich aber auch? Er war sechs Jahre. Er konnte es nicht verstehen. Wie lange ich einfach nur dasaß und den Beiden dabei zusah, wie sie irgendwelche Bilder zeichnete, konnte ich nicht so Recht sagen. Eine ganze Weile, und sehr wahrscheinlich auch sehr viel länger als Chord eigentlich gewollt hatte, letzten Endes wollte ich sie aber doch nicht bei irgendetwas unterbrechen – vor allem wenn sie gerade dabei waren, irgendwie einen gemeinsamen Nenner zu finden. Ich räusperte mich und warf einen kurzen Blick auf die Uhr. Es war schon ziemlich spät, und Bryan sollte wohl endlich ins Bett. Vor allem aber wollte ich Chord heute auch nicht wirklich zu viel zumuten; er hatte sich bis jetzt doch schon ziemlich gut geschlagen. "Es wird Zeit für dich ins Bett zu gehen," sagte ich und stand von meinem Stuhl auf. Ich sah Bryan an und deutete mit dem Kopf zum Badezimmer. "Ab, mach dich fertig," so hätten Chord und ich vielleicht wenigstens ein paar Minuten unsere Ruhe. Vor allem hätte er Zeit, durchzuatmen. "Sonst stehst du spät auf, und wenn du spät aufstehst können wir nicht an den Strand," sagte ich zu Bryan und schürzte die Lippen. Augenblicklich wurde er hellhörig. Ich lachte leise auf, während er die letzten paar Striche malte und dann doch alles liegen ließ. Kaum war er hinter der Tür verschwunden, ließ ich mich auf seinen Platz sinken und drehte mich Chord zu. Lächelnd fuhr ich ihm durch die Haare. "Du gibst dir Mühe," natürlich gab er sich Mühe. Er hatte doch ohnehin gesagt, dass er auch einfach so tun würde als würde er Gefühle für Bryan haben, um mich glücklich zu machen. Sanft schob ich meine Hand in seinen Nacken und zog in zu mir. "Danke," sagte ich leise und küsste ihn. Ich wollte wirklich nicht das er dachte, ich würde das alles hier für Selbstverständlich sehen, denn das tat ich nicht. Ich sah es nicht als Selbstverständlich das er sich Mühe gab, oder aber das er hier war und nicht wirklich die Stadt verlassen hatte. Seufzend schob ich Chord wieder etwas zurück, beugte mich zu ihm hinüber und kletterte auf seinen Schoß. Ich wollte wenigstens eine Weile mit ihm alleine sein. Nur kurz, und nur um einfach nur wirklich zu genießen das er hier war, und nicht auf die Idee kam einfach zu gehen.

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• Chord Heard.

Die Sache hier lief beinahe von alleine und Bryan ließ sich von den Angeboten von seiner Mutter nicht beirren. Mit seinen Sachten unter dem Arm, kam er zu uns an den Tisch getrottet. Die Kommunikation ziwschen Lillian und Bryan war schon übelst süß, dennoch wusste ich, dass ich niemals mithalten könnte. Ich presste meine Lippen feste aufeinander und beobachtete das ganze. Lillian wollte mir beim Malen helfen? Ich war zu Alt für sowas. Es würden ab heute lange lange Tage werden. Ich hoffte einfach Lillian wusste auch irgendwie zu schätzen, dass ich das ganze hier für sie und den kleinen tat. Vor allem, wenn ich bedachte das das ganze noch einmal auf mich wartete. Es würde nicht lang dauern und wir hatten Vier Füße die uns auf Schritt und Tritt verfolgten und es würde auch nicht mehr lange Dauern, dann war Bryan ein nerviger kleiner launischer Teenager. So wie Dylan wahrscheinlich. Wenn nicht sogar anstrengender. Ich presste meine Lippen feste zusammen und versuchte mir nichts anmerken zu lassen während mein Blicke über die Bätter wanderten. Durch die Sache musste ich wohl durch. Hatte ich eine andere wahl? Nein eigentlich nicht. "Gut das ich Geheimnise wirklich gut für mich behalten kann", gab ich schlicht wieder und nahm einen der Stifte in der Hand als Bryan die Blätter verteilte. Malen war wohl wirklich sein Ding. Er war ja ganz Feuer und Flamme für das ganze. Seine Fantasie war kaum in Grenzen zu halten. Es freute mich, dass er etwas hatte an das er sich festhalten konnte. Langsam begann ich also zu zeichnen. Eine Katze, oder sowas in der Art. Schließlich hatte Bryan das Thema ja nicht vorgegeben. Bryan sah interessiert auf meine Hand. Er war so faziniert, dass er sogar aufhörte zu zeichnen. Er blickte zu mir und rutschte ungeduldig mit seinem Pop umher. "Ist das ein Hund?" Wow. Sogar dafür war ich zu Blöd. In Sharada würde ich wahrscheinlich mächtigst versagen. "Ähm klar. Ein Hund. Jap." Ich blickte zu Lillian. Noch nicht einmal sie konnte wahrscheinlich erkennen was ich da auf mein Papier zeichnete. "So sieht doch kein Hund aus. Der hat zu Große Ohren." Bryan beugte sich quer über dne ganzen Tisch, nahm seinen Stift und korrigierte meine Ohren. Nur leider sah das ganze nicht unbedingt besser aus wie vorher. "Jetzt ist das ein Hund. Sieht gut aus." Und von dieser Meinung war es wahrscheinlich überzeugt, denn er ließ seinen Blick noch einmal über den Tisch gleiten ehe er sein Bild weiter machte. Mein Bild sah um länger nicht so gut aus wie das was Bryan da aur das Papier brachte. Ein Beweis dafür das auch Erwachsene noch wie Kinder malen konnten. "Und was machst du?", fragte ich und sah ihm dabei zu wie er sich beim zeichnen in sämtliche Kruven legte. "Ein Piratenschiff." Wow, Piraten schienen es ihm ja wohl so ziemlich angetan zu haben. "Das sieht man doch." Ich lachte auf. Auf eine ganz charmante Art und Weise schaffte Bryan es immer direkt zu sein aber auch süß dabei zu wirken. Das hatte er wohl ein wenig von seiner Mutter. Wenn ihn etwas störte, denn sagte er dies auch und stand dafür ein ohne mit der Wimper zu zucken. Das war für sein Alter echt bemerkenswert. Vorallem dieses Auge fürs Detail.

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• Cassian Winters.

Aber wenn ihr so oft langweilig war, wieso tat sie nichts dagegen? Selbst in der Klinik war ich nicht der Kerl gewesen, der einfach auf seinem Faulen Hintern gesessen hatte. Es gab eigentlich immer etwas zu tun. Es war das schlimmste, wenn man Langweilie hatte. So epfand ich das ganze. Micaela betrachtete mein Bild. Ich nickte und ließ mich zurück auf meinem Bett nieder. "Klar. Behalte es." Für mich war das Bild nur eine kleine Kritzellei. Vielleicht würde ich bald Anfangen Micaela einmal sorgfältig und wirklich Detailgetreu zu zeichnen. Es schien ihr zu gefallen und vielleicht freute sie sich darüber ja sogar ein wenig. Sie versuchte mir weiß zu machen, dass sie versuchte nicht gleich hysterisch zu werden, sobald ich ihr zu nahe trat. Dabei merkte ich selbst den Versuch. Ich machte ihr ein Kompliment und ich konnte förmlich sehen, wie sich alles in ihr Zusammen zog. Im Gegensatz zu mir war Micaela schlecht darin zu Lügen, soviel stand fest. Ich fing das Kissen und richtete mich wieder auf. "Naja, ich helfe viel aus in der Klinik. Das ist mein Zuhause. Ich würde sterben wenn ich nicht einen Tag irgendwie in Bewegung bin. Ich helfe in der Küche, lese viel, mache Sport. Der Nachteil ist bloß, dass ich das Gebäude so gut wie nie verlassen durfte. Ich war ein Insassae mit Freigang- so gut es eben machbar war." Andere Hobbys wie Kino oder Sportakitvitäten draußen kamen da ziemlich kurz, auch wenn ich wirklich offen für alles war. Ich liebte es in Bewegung zu sein. Doch so viel zu mir. "Um auf deine "Hobbys" zurück zu kommen. Es gibt viele Dinge die Spaß machen. Es gibt vieles was wir tun könnten." Diesen Strike hatte ich mir verdient. Auch sie hatte heute schon mehr als Genug etwas gesagt, was sie gar nicht so gemeint hatte. "Ich will dir wirklich nicht zu Nahe treten, aber hast du schon in betracht gezogen, jemals wieder einen anderen Typen zu küssen? Einen, der vielleicht ganz okay und wirklich eigentlich echt cool ist?", ich erhob eine Augenbraue und lächelte leicht als sie mich ansah. Wahrscheinlich hatte ich mit dieser Frage eine Grenze überschritten, aber ich war mir sicher das sie es von mir gewöhnt war und nicht all zu erschreckend fand. Von mir erwartete man so etwas eben. Zügig erhob ich meine Hand um ihr deutlich zu machen das ich ihr nicht noch weiter zu nahe treten würde als diese Frage. "Es gibt schließlich auch Männer da draußen, die dir nichts böses wollen." Und das war wahrscheinlich etwas was sie mir nicht unbedingt glaubte. Aber man durfte ja auch mal ganz "unauffällig" etwas tiefer nachfragen.

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Micaela Ramírez
Ich sah, wie Cas das Kissen elegant auffing. Konnte er eigentlich etwas nicht? Ich hatte bis jetzt wohl noch keine Situation angetroffen, bei der Cas irgendwie hilflos gewirkt hatte oder nicht wusste, was er nun tun sollte. Vielleicht war er aber einfach gut im Improvisieren. Ich wusste es nicht. Bei seiner Frage musste ich ein bisschen schmunzeln. Was dachte er denn? Sah ich denn nicht wie jemand aus, der gerne Sport machte? Ich nickte daher leicht und schürzte bei der nächsten Frage die Lippen. "Nicht wirklich. Die Möglichkeiten hier im Haus sind ziemlich beschränkt", sagte ich und lächelte ihn schwach. Ich faltete die Hände in meinem Schoss zusammen. Natürlich wurde mir langweilig, daher war ich eigentlich um jede Abwechslung froh, die sich bot. Ich hatte oft das Gefühl, als dass der Tag einfach nicht vorbei gehen wollte. "Doch, mir ist oft langweilig." Bei seiner nächsten Frage sah ich ein bisschen verwirrt an. War es denn nicht offensichtlich, wieso ich damit aufgehört hatte? "Ich glaube, die Antwort auf diese Frage findest du selber", sagte ich. Wenn ich mich komisch ausdrücken würde, würde er mich für heute nur noch ein weiteres Mal als die Verrückte abstempeln. Darauf hatte ich nicht wirklich Lust. Ich war erstaunt von seiner schnellen Antwort und vor allem hätte ich es ihm nicht zugetraut. Zeichnen? Ich hatte gedacht, dass es eher eine Aktivität war, bei der es mehr Körpereinsatz brauchte und da redete ich jetzt nicht vom Sex. Aber Zeichnen? Wieder einmal rühmte er sich selbst. Vielleicht hatte er angefangen, sich selbst mit Komplimenten zu überhäufen, weil es sonst niemand tat. Denn er hatte sich gerade noch in der Küche selbst Komplimente gemacht und nun auch wieder. Ich sah ihn abwartend an, als er sich ohne zu fragen Papier, Block und Schreibzeug schnappte und sich damit wieder auf das Bett setzte. Cas zeigte wirklich keine Scheu, irgendwas zu tun. Er tat einfach das, was ihm gerade in den Sinn kam. Es war mir nicht wirklich neu. Es dauerte ein paar Minuten und dann hielt er das gezeichnete Bild neben meinen Kopf. Ich nahm es ihm aus der Hand und betrachtete es. Obwohl es nur so schnell dahin gekritzelt war, jedenfalls hatte es beim Zusehen so ausgesehen, war es verdammt gut. "Du bist wirklich gut", gestand ich und sah mich selbst auf dem Bild an. Ich betrachtete immer noch ein Bild, als nun er derjenige war, der mir ein Kompliment machte. Ich versuchte - wieder einmal - nicht gleich rot zu werden und sah ihn flüchtig an. "Danke", murmelte ich leise. Ich war es mir einfach nicht mehr gewohnt, Komplimente von Männern zu bekommen. Ich legte die Zeichnung auf mein Pult und drehte mich zu Cas um. Wieder kam ein Kissen geflogen, aber dieses Mal war ich vorbereitet. Ohne grosse Mühe fing ich es auf und musste grinsen. "Ich versuche es ja", erwiderte ich. Ich versuchte wirklich nicht immer gleich hysterisch zu werden. Aber konnte er es denn nicht verstehen? Gut, er hatte inzwischen schon ungefähr hundert Mal gesagt, dass er mir nichts schlechtes wollte. Aber das hiess nicht, dass er nichts von mir wollte. Für ihn war ich schlussendlich doch eine Frau oder? Und ich wusste, wie sehr Cas die Frauen mochte. "Kann ich die Zeichnung behalten?", fragte ich ihn und deutete auf die Zeichnung, bevor ich wieder das Kissen zurückwarf. Ich war noch nie von jemand anderem gezeichnet worden und es war ein schönes Bild, vor allem für das dass es nur schnell hingekritzelt worden war. In Cas schlummerte wohl noch sehr viel, von dem ich nichts wusste. "Und sonst machst du nichts?", fragte ich ihn fast schon ein bisschen provokativ zurück. Er hatte mich vorhin immerhin das gleiche gefragt. Ich konnte mir kaum vorstellen, dass er den ganzen Tag gezeichnet hatte. Oder etwa doch?

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LILLIAN Adams
Wieso sollte er nicht mit Bryan und mir in einem Bett schlafen können? Fragend zog ich die Augenbrauen zusammen und zuckte die Schultern. Ich sah wirklich keinen Grund dafür, weshalb er es nicht tun konnte. Für mich war es in Ordnung, und für Bryan ebenfalls. Er wollte doch ohnehin einfach nur bei mir im Bett schlafen, weil ich ihm bis heute noch nicht ausreden hatte können, dass es Monster und diese bösen Schattenkreaturen nicht wirklich gab, oder dass er sie auch ganz einfach und alleine beseitigen könnte. Es lag nicht an Chord, dass Bryan gefragt hatte wo er schlafen würde – wahrscheinlich hatte er sogar erwartet, dass Chord und ich im selben Bett schliefen. Das könnten wir seiner Meinung nach aber eben nicht einfach so, weil Bryan selbst im Bett neben mir schlafen wollte. Seiner Meinung nach war ein Doppelbett eben nun einmal nur für zwei Personen gemacht, und seiner Meinung nach war er nun einmal nicht mehr Klein, sondern fast sieben. Meiner Meinung nach, hatten in einem Doppelbett aber eindeutig zwei Erwachsene und ein Kind Platz. Vor allem aber wollte ich nicht, dass Chord dachte er müsste irgendwie zurückstecken weil Bryan hier war. Es hatte mit Jasper doch auch wunderbar geklappt, und auch wenn das hier möglicherweise etwas ganz Neues für uns alle war, wollte ich es nicht unangenehm oder angespannt machen. Ich wollte es genießen; und das tat ich auch. Es war das erste Mal, dass wir fast schon wie eine normale Familie waren. Das waren wir ja auch irgendwie – nur das Bryan nicht so wirklich verstand oder wissen wollte, dass Chord sein Vater war, machte den Unterschied. Nickend lehnte ich mich zurück. Seine Fantasie schien ihm ja sonst auch nicht allzu viele Probleme zu bereiten, immerhin fand er doch immer wieder die verrücktesten Ideen und Pläne, und manchmal übertrieb er es auch einfach nur. Ich fand es aber noch nicht einmal schlimm, ob er es aber als besonders fantasiereich empfand wusste ich nicht so Recht. Ich lachte etwas auf und sah zurück zu Bryan, der auf Chords Worte nickte als hätte er genauestens gehört, was er gesagt hatte. Er bewegte sich aber nicht, sondern zeichnete weiter. Ich war ja wirklich gespannt, was er dieses Mal wieder für Geschichten erzählen würde – wahrscheinlich von irgendwelchen Superhelden, die die bösen Menschen besiegen mussten, um die Welt zu retten. Ich schob den Rest der Pizza zur Seite, schob mir meine Haare über die Schultern und grinste breit. Was jetzt? Wie sah die restliche Zeit des Tages so aus? "Normalerweise würden wir jetzt irgendeinen Film schauen," erklärte ich und zog meine Beine auf den Stuhl. "Aber heute ist nicht normal, und wir können wirklich nicht akzeptieren das du noch nicht einmal einen Piraten zeichnen kannst. Richtig Bryan?" Schon hatte ich seine Aufmerksamkeit erlangt, und er drehte sich mit seinen Stiften und einigen Blättern Papier zurück zu uns. "Deshalb müssen wir jetzt dafür sorgen, dass du einen Piraten zeichnen kannst," stellte ich fest und sah wieder grinsend zu Chord. Möglicherweise war es einfach am besten etwas zu benutzen, das Bryan unfassbar gerne tat, um eine Bindung aufzubauen. Zumindest irgendwie – Bryan musste Chord nicht augenblicklich als Vater ansehen, und Chord musste nicht sofort irgendwie die Welt für ihn bewegen wollen, aber sie mussten sich nun einmal erst noch kennenlernen. "Ich helf dir auch, wenn du Probleme hast," zog ich Chord lachend auf und richtete den Stuhl zwischen uns, sodass Bryan Platz hatte. Dieser legte die Stifte und die Zettel am Tisch ab, kletterte auf den Stuhl und nickte. "Ich hab es Mama auch lernen müssen!" Oh natürlich hatte er das sagen müssen. Ich lachte und verdrehte die Augen. "Das sollte unser Geheimnis bleiben!", beschwerte ich mich bei ihm und hielt mir den Zeigefinger an die Lippen. Bryan sah mich unschuldig an. "Jetzt muss Onkel Chord auch schwören, dass er es nicht sagt!", sagte er und sah diesen an. Ich nickte. "Indianerehrenwort?", fragte ich Chord grinsend. So würde dieses ganze annähern und beschnuppern wohl sehr viel einfacher werden, als die zwei einfach mit einem Zelt in den Wald zum campen zu schicken, selbst wenn ich mir ziemlich sicher war das Bryan das auch irgendwann gerne tun würde. Bryan verteilte die Zettel und schob die Stifte etwas zurück.

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• Chord Heard.

Fragend sah ich Lillian an als Bryan sich wieder seinen Stiften zuwandte. Hatte ich schon jetzt etwas falsches gesagt? Ich neigte mich etwas zu ihr. "Ich kann doch nicht mit dir und Bryan in einem Bett schlafen", flüsterte ich und glaubte für einen kurzen Augenblick wirklich das Bryan uns nicht hörte. Dieser spitzte seine Ohren nur und sah kurz zu uns herüber. Dieses Kind war wie eine Katze. Wie machte er das?! Naja. Das ging doch nicht. Nicht, wenn Bryan nicht damit einverstanden war. Oder musste ich auch da Konsequenter sein? Bryan und ich lernten uns doch erst kennen. Ich konnte ihm rein gar nichts vorschreiben geschweige denn so tun, als wäre ich jetzt sein neuer Vater. Ohne das ich eine Wahl hatte, drehte Lillian das ganze so, das Bryan schlagartig damit zufrieden war. Eine Pyjamaparty musste es also sein. Himmel Kinder waren so leicht zu manipulieren! Hieß das jetzt wir gingen heute alle früh ins Bett? Naja, das sollte einfach meine geringste Sorge sein oder? Es war wirklich erstaunlich wie viel Talent Lillian dafür hatte. Als sie sagte ich solle einfach meine Fantasie benutzen, runzelte ich die Stirn. Sie sprach gerade davon als wäre dies das leichteste was es gab. Meine Fantasie hatte ich bereits als Jugendlichen verloren. So etwas wie Träume und Wesen die es gar nicht gab waren Banal. Mein Vater hatte mir sehr früh beigebracht, dass es keine Monster gab. Ich musste damit leben. Danach hatte es sich für mich erledigt. Nach vielen Tränen hatte ich fest stellen müssen, dass die Dinge aus meiner Fantasie nicht existierten. "Meine Fantasie?", wiederholte ich skeptisch und lehnte mich in meinem Stuhl zurück. Hatte ich so was wie eine Fantasie überhaupt? "Ich habe bitterlich versagt als ich mit Bryan ein einfaches Piraten bild zeichnen sollte." An dem Abend an der Feier als ich mich das aller Erste mal so richtig mit Bryan beschäftigt hatte und selbst da war mir nichts eingefallen. Ich seufzte und musste mich wirklich anstrengen nicht zu angespannt zu wirken. Ich war ja nicht wirklich angespannt oder angenervt auf eine böse Art und Weise, mich schaffte das ganze hier eher ein wenig. Und es nervte mich, dass ich auf so einfache Sachen wie die die Lillian mit Bryan gerade getan hatte, nicht achten konnte. Das mir so etwas nicht einfiel. Ich hatte wirklich sehr viel zu lernen. "Dir ist hoffentlich bewusst das das ein sehr sehr sehr sehr langer Weg wird?" Denn auch wenn ich mich wirklich anstrengte, würde ich wahrscheinlich nie in der Lage sein für Bryan Väterliche Gefühle zu entwickeln. Ich seufzte, griff nach meiner Jacke und holte den Flachmann heraus. Ich drehte ihn auf, nahm einen kurzen Schluck und ließ ihn sofort wieder in der Jacke verschwinden. "Und wie sieht die restliche Zeit des Tages aus Super-Mom?"Da war ich ja echt gespannt.

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• Cassian Winters.

Ich fing das Kissen elegant auf und stopfte es hinter meinen Kopf. "Du machst gerne Sport?", fragte ich und sah sie an. Beinahe hätte ich tatsächlich gesagt, dass man es ihr ja gar nicht ansah, dafür trug sie aber zu viele Pullover und Dinge die ihren Körper ganz bedeckten. Ich hatte keinerlei Vorstellungen über Micaela. Auch wenn ich mir schon denken konnte das sie eine sehr schlanke Person war. "Du machst ansonsten gar nichts?", harkte ich nach und erhob eine Augenbraue. Das wollte sie mir doch gerade nicht wirklich erzählen oder? "Wird dir dann nicht irgendwann langweilig?" Was machte sie denn mit all der Freien Zeit? "Warum hast du damit aufgehört?" Wenn Karaoke ihr Ding war, wieso tat sie es jetzt nicht mehr? Als sie mich nach meinen Hobbys fragte grinste ich. "Zeichnen", kam es beinahe wie aus der Pistole geschossen. "Ich hab damit damals die Zeit tot geschlagen. Man schaut sich jede Person genau an. Bemerkt sogar Dinge die einem vorher nicht aufgefallen sein." Ich liebte es so sehr. Damals in der Klinik hatte ich einen gesamten Block voller Patienten, Schwestern und Ärzten angefangen. Doch nie hatte mir jemand dafür große Aufmerksamkeit geschenkt. Es war eben nur so dahin gekritzelt in den meisten Fällen. Jede Person hatte ich beinahe bis ins kleinste Detail getroffen. Nur Micaela hatte ich noch nie gezeichnet. Dies lag mitunter daran, dass sie in der Gruppe noch nicht sonderlich lange war. "Ich bin echt gut darin." Und das sagte ich nicht wegen meinem Selbstbewustsein, sondern weil ich es einfach wusste und ich auch eine Menge Spaß daran hatte. Ich wandte mich an ihren Schreibtisch, nahm eines der leeren Papiere die dort lagen, griff nach ihrem Kugelschreiber und einen Block als Unterlage und begann eine grobe Skizze von ihr zu zeichnen. Und obwohl es nur Grob in wenigen Minuten dahin gekritzelt war konnte man das Porträt von Micaela auf einen schlag erkennen. Micaelas Augen lagen auf mir.Und während ich ihre Augen zu ende zeichnete, bemerkte ich was für unglaublich klare und strahlende Augen sie doch eigentlich gehabt hatte. Ich setzte die letzten Striche auf das Papier. Es war nicht das beste, aber für den Beweis reichte es. "Tadaa." Ich nahm das Bild und hielt es neben ihren Kopf. "Du kannst mich auch Leonardo da Vinci den II nennen. Du weißt schon Künstler sind doch auch immer ein bisschen verrückt." Denn so wie alle immer sagten, stimmte anscheint irgendetwas nicht mit mir. Doch ich wollte es nicht ändern. Wenn es nach mir ginge, wollte ich so bleiben wie ich war. Ich ließ mich wieder nach hinten auf das Bett fallen und seufzte gelassen. "Du hast echt schöne Augen, wenn ich das mal so in den Raum werfen darf." Vielleicht war das auch ein kleines bisschen Taktik um sie ein wenig um den Finger zu wickeln, aber zum anderen war es wirklich so. Es war mir vorher gar nicht aufgefallen. Bevor sie jedoch wieder versuchte sich mit allen Händen und Füßen aus der Sache heraus zu winden, wank ich sie mit einer sachten Handbewegung von mir. "Kein Grund wieder hysterisch zu werden." Ich ergriff das Kissen und warf es erneut in ihre Richtung. Dieses mal jedoch so langsam, dass sie es fangen müsste.

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LILLIAN Adams
Hatte ich allen Ernstes gedacht es würde einfach werden, einem sechsjährigen zu erklären, dass der Mann den er als seinen Vater ansah, nicht wirklich mehr etwas mit mir zutun haben wollte – und Bryan deshalb ebenfalls darunter leiden musste, Jasper nicht sehen zu können? Ich hatte doch unmöglich wirklich denken können, dass Bryan einfach akzeptieren würde, dass Chord von nun an Jasper ersetzte. So funktionierte es nicht mit Kindern, und das hätte ich eigentlich auch wissen müssen. Ich kannte meinen Sohn. Obwohl er so offen war, und obwohl er mit so ziemlich jedem etwas anfangen konnte, war er doch ebenso skeptisch wenn ihm etwas nicht wirklich logisch vorkam. Vor allem aber wusste er nie so Recht, wie er mit Menschen umgehen sollte von denen er selbst nicht so Recht wusste, was sie wollten. Und Chord war nun einmal jemand, von dem Bryan nicht wirklich viel wusste, geschweige denn das er wirklich verstand was oder wer Chord war. Vielleicht war es für Bryan verwirrend, vielleicht aber wollte er auch einfach nur nicht das ich wegen irgendetwas traurig war, und genau das passierte doch wenn sich jemand trennte. Zumindest war es in den Filmen und Serien immer so, die Jasper, Bryan und ich uns irgendwie doch immer wieder angetan hatten. Bryan wollte eben nicht, dass seine Mutter traurig war – auch wenn ich nicht traurig war. Verwirrt, aber nicht traurig. Verwirrt weil ich keine Ahnung hatte, wozu das hier führen würde. Oder ob es halten würde. Ob wir halten würden, und nicht ständig stritten weil wir wieder einmal nicht so wirklich der selben Meinung waren. Ich sah zu Chord, ließ mich auf einen der Stühle sinken und lehnte mich zurück. Das war eindeutig schneller gegangen, als ich gedacht hatte. Und hatte mir wahrscheinlich auch den Arsch gerettet, schließlich wusste ich wirklich nicht wie man einem sechsjährigen erklärte das Schlampe nicht in seinem Wortschatz sein sollte. Ich biss in mein Pizzastück und betrachtete Bryan, der sich ein Pommes nach dem anderen in den Mund schob, und dabei noch nicht einmal wirklich kaute. Was? Fragend runzelte ich die Stirn und sah von Bryan zu Chord und wieder zurück. Wo würde er schlafen – weil Bryan bei mir im Bett schlafen wollte, wegen all den Monstern und Schatten die er immer sah. Oh jetzt wollte er also im Bett nebenan schlafen? Das würde er ganz bestimmt nicht tun. Gott was, warum dachte er überhaupt darüber nach und sagte nicht einfach, dass das Bett doch eigentlich groß genug war – vor allem da Bryan nun wirklich nicht so groß war, geschweige denn besonders viel Platz einnahm. Ihm war hoffentlich klar, dass Bryan ihm nur auf der Nase herumtanzen würde, wenn er weiterhin so vorsichtig mit ihm umging. Ich lachte etwas auf und lehnte mich Kopfschüttelnd zurück. Es war ja wirklich zuckersüß wie viel Mühe sich Chord gab, ohne auch nur ansatzweise Erfolg zu haben. Schmunzelnd wandte ich meinen Blick von Chord wieder dem kleinen Blondschopf zu, schürzte die Lippen und zuckte die Schultern. "Zum Urlaub gehört doch wohl mindestens eine Sandburg," antwortete ich. Bryan dachte doch auch, dass wir hier im Urlaub waren und nicht etwa .. was auch immer wir hier genau taten. Kaum hatte Bryan aber auch schon seine Antwort, und genug von seinen Pommes, stand er wieder auf und lief zurück zu seinen Stiften. Das war wohl so ziemlich die einzige Beschäftigung, mit der er sich mehrmals am Tag, Stundenlang beschäftigen wollte. Kurz sah ich Bryan noch an, biss ein weiteres Mal von meinem Stück Pizza ab und lachte leise. "Du willst nicht wirklich im Bett nebenan schlafen, oder?" Oh doch, und wie er das wollte. Nicht weil er wollte, sondern weil er dachte es wäre irgendwie schlimm für Bryan. Ich beugte mich etwas in Chords Richtung und grinste. "Du schläfst nicht im Bett nebenan," fügte ich gleich hinzu und schob ihm eine seiner blonden Locken zurück. Es war wohl wirklich erschreckend, wie unglaublich ähnlich sich Bryan und Chord sahen. Ich legte das Stück Pizza zurück, drehte mich etwas auf meinem Stuhl und sah zu dem Kleinen. "Bryan?" Er zeichnete weiter, legte den Stift kurz weg und hob den Blick. "Was hältst du von einer Pyjama-Party? So wie früher?" Er musste ja nicht sofort denken, dass ich Jasper ersetzte oder etwas dergleichen. Wahrscheinlich würde es nur noch mehr Fragen aufwerfen, würde ich es nicht wenigstens irgendwie Kindergerecht verpacken. "So wie mit Papa?", fragte er und augenblicklich hellte sich sein Blick etwas auf. Ich nickte knapp. Nicht das er dachte, wir würden jetzt zu Jasper – das war nicht mein Plan. "Weißt du noch, was wir früher immer gesagt haben, wenn er bei uns im Bett geschlafen hat und wir richtig eng zusammenrücken mussten?", fragte ich ihn und runzelte die Stirn. Er nickte. "Er hat gesagt, dass er dir helfen muss auf die Monster aufzupassen," antwortete Bryan. Ich nickte und sah zu Chord, schmunzelte amüsiert. "Chord übernimmt die Aufgabe heute, okay? Er passt mit mir auf die Monster auf, damit du in Ruhe schlafen kannst," zuerst wusste er wohl nicht so wirklich was er sagen sollte, nickte dann aber auch schon und malte weiter. "Okay!", rief er aus. Ich drehte mich wieder zurück zum Tisch und zuckte die Schultern. "Benutz einfach deine Fantasie. Der Rest kommt von selbst," sagte ich leise und legte meine Hand auf seine, schob dabei wieder meine Finger zwischen seine. Der Rest – der Teil, den er erst noch lernen musste, war ohnehin so ziemlich alles. Alles, was ich auch erst hatte lernen müssen. Wovon ich auch nicht wirklich viel Ahnung gehabt hatte. Zumindest hatte Chord einen Vorteil: Bryan hatte kein Problem mit fremden Menschen, vor allem aber mochte er ihn ohnehin schon. Sonst würde er ihn nicht Onkel Chord nennen wollen.

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• Chord Heard.

Ich hatte zwei mal Pizza und eine Pommes organisiert. Auch war ich nicht drum herum gekommen, meinen Flachmann aufzufüllen. Lillian wusste das es sehr viel Arbeit brauchte, bis ich davon weg kam und ganz so schnell würde es wirklich nicht gehen. Das würde nicht von jetzt auf gleich gehen, auch wenn mein Leben gut verlief. Es war meine Droge und die Sucht danach war das schlimmste. Der Entzug würde mich nur zu sehr reizen. Ich stellte die Tüte auf den Tisch. Bryan ließ sofort den Stift fallen und dackelte ordnungsgemäß zum Tisch. Er schwieg wieder einmal. Und richtete sich nur nach Lillian. Es war, als klebte sein Blick nur auf ihr damit er sich in Sicherheit wiegen konnte. Und für mich war das okay. Ich wollte ihn so weit wie es ging in Ruhe lassen. Ich verteilte die Sachen die ich geholt hatte auf Teller und schob Bryan seine Pommes entgegen. Er ignorierte das Besteck und steckte sich eine in den Mund. Erneut sah er mich einfach an als ich mich neben Lillian setzte und versuchte einen normalen Eindruck zu machen? "Wo schläfst du?" Wo schlief ich? Mit leicht geöffneten Mund sah ich zu Lillian und räusperte mich. "Ähm..wieso?" War das für Bryan nicht offensichtlich? Kannte er das von Jasper nicht? Bryan deutete auf das Ehebett. "Ich schlafe bei Mama. Ich kann sonst nicht schlafen. Ich schöafe oft bei Mama, weil manchmal kommen die Monster unter dem Bett. Aber wo schläfst dann du?" Ich erinnerte mich an die Geschichte. Lillian hatte sie mir damals erzählt. Die Monster unter dem Bett von denen er immer noch glaubte, dass es sie gab. Ich runzelte die Stirn. In dem Raum neben an befand sich ein weiteres kleines Bett. Es war das Kinderzimmer. So in der Art. Doch Bryan hatte das Große wohl für sich beansprucht. Ich warf Lillian einen kleinen Hilflosen Blick zu. Konnte ich von einem kleinen Kind erwarten, dass es verstand das ich mit seiner Mutter in einem Bett schlief? Bryan hatte zu viel durch gemacht. Gerade aus diesem Grund würde ich es ihm nicht nehmen können. Und gemeinsam mit mir zusätzlich in einem Bett zu schlafen war komisch. "Neben an, nehme ich an?" Eine komische Vorstellung. Aber wenigstens hatte ich da ein Bett. Wenn ich an meine Alte Wohnung dachte war ich definitiv schon schlimmeres gewohnt. Kinder waren so kompliziert. Gott, genau das zeigte mir wieder einmal wie absolut dämlich und unbeholfen ich mich verhalten konnte wenn ein Kind mit mir sprach. "Okay. Gut." Bryan aß eine weitere Pommes. Jetzt sah er wieder zu Lillian. "Kann ich morgen an den Strand gehen? Ich möchte eine Sandburg bauen." Das würde verdammt viel Arbeit für mich werden. Gedankenverloren kaute ich auf meiner Pizza herum. Das Gefühl von Urlaub würde sich wohl erst sehr sehr sehr langsam einstellen. Vor allem hatte ich eine andere Vorstellung von Urlaub mit Lillian zusammen. Die Vorstellung mit Lillian Urlaub zu machen hatte eher mit heißen Sommernächten am Strand, sie im Bikini und lange Nächte unter offenen Sternen himmel zu tun. Sex. Nächte wie denen die wir die letzte gehabt hatten. Zeiten in denen wir die Finger nicht voneinander lassen konnten. Statt dessen jedoch musste ich das unmöglichste hinbekommen: Eine Beziehung zu einem sechs- fast siebenjährigen- aufzubauen der gelegentlich in der Nase bohrte. "Ich glaube ich hab keinen Hunger mehr,"teilte er uns nach nicht einmal einer Handvoll mit und rutschte von seinem Stuhl. Und auch das war Typisch für Kinder ich hatte davon schon gehört, dennoch würde es mich meine letzte Kraft kosten wenn ich erst einmal eine Woche ausgehalten hatte. Es würde mich total auf die Probe stellen.

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LILLIAN Adams
War Urlaub denn wirklich etwas, wovon wir uns verabschieden mussten? Ja – ich glaubte schon, dass wir nicht wirklich besonders viel Zeit dafür hatten, irgendwohin zu fahren und die Welt einfach nur zu vergessen. Ich glaubte aber auch nicht, dass wir die nächsten Jahre über absolut keine Zeit hatten, wenigstens ein paar Tage für uns zu haben. Selbst wenn es nur das Wochenende war, und wir nicht etwa mit irgendwelchen dämlichen Geschäften oder Aufträgen zutun haben mussten, oder uns mit John und sonstigen rebellierenden Mitgliedern der Black Hoods beschäftigen müssten. Sehr wahrscheinlich war es noch nicht einmal so einfach wie ich dachte, dass sie mich akzeptieren würden – weshalb sollten sie das aber auch tun, schließlich hatten sie keine Ahnung wer ich war oder was ich tat. Sie kannte mich nicht, wussten nicht ob sie mir trauen konnten und noch dazu brachte ich nicht nur ein, sondern gleich zwei Kinder mit in die Gruppe. Mir war klar, dass es zu Problemen führen würde, aber das spielte keine Rolle. Chord war hier bei mir, und er stand hinter mir. Es spielte also wirklich keine Rolle ob sie mich akzeptieren würden, oder ob ich einfach ignorieren musste was sie alle sagten. Darin war ich gut, und das wusste Chord wohl ebenso gut wie ich, aber diese Leute konnten mich doch nicht einfach ausschließen oder? Vielleicht schon, schließlich legten es auch ziemlich viele Frauen drauf an einen riesigen Stein an den Kopf zu bekommen; Chord hatte aber wohl auch wirklich nie gesagt, dass es da jemanden gab der sich tot und dämlich wartete, in der Hoffnung er würde auf die Idee kommen sich endlich für mich entscheiden. Nun hatte er es aber, und er würde es nicht drauf anlegen meine Wut abzubekommen, weil er seine Finger nicht bei sich behalten konnte. Das konnte er aber wohl irgendwie nie so Recht. Genüsslich schloss ich die Augen und biss mir auf die Unterlippe. Ich liebte es, wenn er das tat. Wenn er mir dabei aber sagte, dass wir ab jetzt wahrscheinlich kaum mehr Zeit für uns haben würden, fand ich es doch nicht mehr ganz so gut. Ich öffnete die Augen und schmunzelte. "Dafür findet sich auch eine Lösung," antwortete ich. Dafür würde sich wohl wirklich eine Lösung finden. Bryan würde demnächst wieder mit der Schule beschäftigt sein, und auch wenn Chord mit den Black Hoods zutun hatte, und ich sehr wahrscheinlich auch irgendwann etwas anderes tun musste als ihn anzustarren wenn er wieder einmal einfach nur unverschämt gut aussah, würden wir schon noch Zeit finden um unter uns zu sein. Das hatten wir bis jetzt immerhin auch geschafft – auch wenn die Aufträge deshalb scheinbar gelitten hatten. Leise lachte ich auf und drehte mich zur Tür, Chord verschwand aber auch schon im Hotelzimmer. Ernsthaft – das würde er irgendwann noch zurück bekommen. Er konnte mich jetzt nicht einfach so aufziehen, ohne zu erwarten dass er es irgendwann zu spüren bekam. Amüsiert folgte ich Chord ins Zimmer und sah Bryan an, der Chord noch nicht einmal ansah. Oh. Er sprach noch nicht einmal mit ihm, sondern antwortete mir was er zu Essen wollte. Das konnte wohl doch nichts besonders Gutes bedeuten. Wenigstens war er immer noch der Meinung es sei wichtig die Leute wissen zu lassen, dass er mit sechs –fast sieben– nicht mehr Klein war. Ich schmunzelte etwas, sah zu Chord und war .. überrascht. Seit wann verabschiedete er sich bitte mit einem Kuss – normalerweise ging er einfach, manchmal sagte er noch nicht einmal etwas. "Bis gleich," antwortete ich dennoch und drückte ihm schnell seine Jacke an die Brust. Eine Erkältung oder Grippe musste er sich nun auch nicht zwingend holen, auch wenn das möglicherweise Urlaub für ihn bedeuten würde. Selbst da war ich mir aber nicht so wirklich sicher. Kurz sah ich Chord noch nach, ließ mich dann aber auch schon neben Bryan an den Tisch sinken und betrachtete seine Bilder. "Was zeichnest du?", wollte ich wissen. Bryan aber drehte sich mir zu und sah mich für eine Weile an. Oh das konnte wirklich nichts gutes bedeuten. Ich lehnte mich zurück, neigte den Kopf zur Seite und sah meinen Sohn an. "Warum können wir nicht zu Papa? Müssen wir wirklich hier bleiben?", fragte Bryan auch schon. Ich streckte meine Hand aus, rutschte mit meinem Stuhl etwas zurück und machte ihm Platz auf meinem Schoß. "Ich glaube nicht, dass Papa mich sehen will Bryan. Wir haben gestritten. Deshalb hat er Onkel Chord vorhin auch geschlagen. Schau, ich war nicht ehrlich zu ihm und er hat es herausgefunden, und deshalb will er mich im Moment nicht wieder sehen," erklärte ich ihm und strich ihm die blonden Locken aus der Stirn. "Wann können wir wieder zu ihm?", stellte Bryan auch schon die nächste Frage. Natürlich wollte er es wissen, und natürlich wollte er zurück zu dem Mann den er als Vater sah. "Das weiß ich nicht. Aber du musst mir jetzt zuhören, ja?" Ich hob meinen Blick für einen Moment, sah dann aber auch schon wieder Bryan an und lächelte. Bryan nickte heftig. "Ich weiß, dass du gesehen hast das Papa und ich heiraten wollten, aber manchmal funktionieren Dinge nicht ganz so wie man sich alles vorstellt. Du weißt, dass Chord und ich uns schon lange kennen ja?" Erneut nickte Bryan. "Und damals war Chord für mich ziemlich wichtig, genauso wie Papa es ist. Verstehst du?" Kurz nickte Bryan, schüttelte dann aber doch den Kopf. Natürlich verstand er es nicht. "Papa liebt mich, und deshalb wollte er mich fragen ob wir heiraten wollen. Deshalb hat er sich so gefreut, als er herausgefunden hat das ich schwanger bin. Aber vor Papa war Chord da, und ich liebe Chord," wie sollte ein sechsjähriger so etwas bitte verstehen!? Ich glaubte wirklich nicht, dass er auch nur ansatzweise kapierte was hier vor sich ging. Bryan schob seine Arme um mich und drückte mich an sich. "Das heißt du liebst Papa nicht?" Wow, wo kam diese Frage denn nun her? Ich schluckte etwas, ehe ich Bryan lächelnd über den Kopf strich. "Natürlich tue ich das, aber manchmal funktionieren diese Dinge nicht einfach so, und man trennt sich. Das heißt aber nicht das Papa dich nicht sehen will. Er braucht nur etwas Zeit um alles zu verstehen," antwortete ich. Bryan löste sich wieder von mir und sah mich an. "So wie ich?" Ich nickte. So wie er, brauchte Jasper ebenfalls etwas Zeit. Vielleicht würde er mich dann nicht ganz so sehr hassen. Ich drehte den Kopf etwas und sah zur Tür. Scheinbar hatte es doch etwas länger gedauert Bryan alles zu erklären, oder aber Chord war einfach nur ziemlich schnell was das Essen holen anging. "Mama?" Fragend sah ich wieder zurück zu Bryan. "Was ist eine Schlampe? Der Mann hat es gesagt, aber ich verstehe nicht was es bedeutet." Ich verschluckte mich beinahe an meiner eigenen Spucke, blinzelte meinem Sohn entgegen und schüttelte den Kopf. Solche Wörter musste er wirklich nicht wissen. Gott, was zur Hölle! "Vergiss dieses Wort schnell wieder, ja? Diese Wörter benutzen wir nicht, sondern nur böse Männer. Und wir sind keine bösen Männer, oder?" Schnell nickte Bryan wieder, drehte sich wieder seiner Zeichnung zu und machte dort weiter wo ich ihn unterbrochen hatte. Ich sah es schon kommen – das hier würde noch sehr viel anstrengender werden, als ich gedacht hatte.

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Micaela Ramírez
Ich wusste, dass das Ganze für ihn unglaublich komisch sein musste. Daher war ich ihm auch einfach nur unglaublich dankbar, dass er das alles mit sich machen liess. Er musste sich doch vorkommen wie ein Kaninchen oder etwa nicht? Ich experimentierte an ihm herum, wie weit, dass ich gehen konnte oder nicht. Und er liess es einfach über sich ergehen. Wie konnte ich ihm das je wieder zurückgeben? Ich hatte keinen blassen Schimmer. Ich schaffte es sogar bis zu seinem Ellbogen herauf. Es war ungewohnt seine Haut zu berühren und es fühlte sich irgendwie gut an, auch wenn immer noch dieses beklemmende Gefühl vorhanden war. Ich seufzte leise und zog dann meine Hand wieder zurück. Das reichte für den Moment, obwohl ich mich vorher gerade noch ziemlich blamiert hatte. Ich war einfach froh, dass all das hier sonst niemand sah. Ich fuhr mir durch das Haar und lief dann voraus, um ihm das Haus zu zeigen. Als er mir ein Kompliment machte, wurde ich ein bisschen rot. "Findest du?", fragte ich ihn und warf ihm einen kurzen Blick zu. "Es ist dennoch.. schwerer, als ich gedacht hatte", murmelte ich leise und sah ihn an. Ich war immerhin erst an seinem Ellbogen angelangt. Das war doch rein gar nichts! Die heiklen Zonen würde ich niemals schaffen und vor allem glaubte ich nicht, dass Cas für das auch noch Versuchskaninchen spielte. Spiessig? Ich lachte leise auf und sah ihn an. "Wie dachtest du denn, wie wir leben?", fragte ich und warf ihm ein kurzes Grinsen zu. Er warf sich sofort auf das Bett, kaum dass wir in meinem Zimmer angekommen waren. "Danke", erwiderte ich auf seine Worte. Ich liess mich bei meinem Schreibtisch nieder und betrachtete ihn, wie er auf meinem Bett lag und den Kopf auf das Kissen legte. Ich fuhr erschrocken zusammen, als er mir plötzlich das Kissen zuwarf. Es traf mein Kopf. "Hey!", rief ich aus, aber musste dabei grinsen. Ich lachte leise auf und warf ihm das Kissen zurück hin. "Ich mache sehr gerne Sport, aber meistens ist dann immer mein Bruder dabei", begann ich und biss mir auf die Lippe. Er wollte ja nicht das hören, wenn mein Brüder dabei war. "Ansonsten.. mache ich wirklich grösstenteils nichts. Ich gehe nicht raus, wenn ich alleine bin, wie du dir denken kannst. Daher bin ich gegen ein bisschen Arbeit auch nicht abgeneigt", sagte ich lächelnd und sah ihn an. Ich drehte mich auf dem Bürostuhl herum und hielt ihn dann an, damit ich Cas wieder anschauen konnte. "Früher habe ich sehr gerne gesungen. Ob du es glaubst oder nicht, Karaoke war total mein Ding", sagte ich leise und musste an diese Erinnerung lächeln. Man hatte mich wirklich in jedem Club damals gefunden, in dem eine Karaokeparty stattgefunden hatte. Heute sang ich meistens nur noch unter der Dusche oder wenn ich am Kochen war. "Und was sind deine Hobbies? Wenn du dich nicht gerade als deinen Bruder ausgibst?", fragte ich neugierig und betrachtete ihn, wie er da so auf meinem Bett sass, als wäre er schon mehrmals auf diesem Bett gewesen. Er schien sich hier sehr wohl zu fühlen. [Sorry, nicht so gut :o]

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• Chord Heard.

Urlaub war ein sehr netter Begriff für das was wir hier gerade machten. Natürlich konnte ich die Arbeit nicht einfach so liegen lassen. Aber ich konnte die Zeit mit Lillian genießen. Und das solange wie es nur möglich war. Egal wie viele Tage es waren und wie lange es dauern würde. Als sie ihre Lippen auf meine legte schmunzelte ich und erwiederte den Kuss. "Ich werde es nicht darauf anlegen", entgegnete ich ihr schmunzelnd und küsste sie erneut. Ich hatte alles, warum sollte ich also auf die Idee kommen eine andere Frau anzufassen. Die Zeiten waren wohl vorbei. Viele alte zeiten waren vorbei. Es ging jetzt um ein neues Kapitel. Lillian und ich waren reifer- und wir waren nun wirklich erwachsen. Vince und Daniel hatten ein eigenes Leben. Lex führte sein eigenes Leben und hatte sich mit allem angefreundet und Gemma war auch auf ihre eigene Art und Weise mit dem jetzigen Leben zu Frieden. Wieso also konnten wir es nicht auch? Wenn Lillian und ich endlich ein eigenes Leben führten ohne die anderen, konnten diese unbeschwerter ihr eigenes Leben leben und wir mussten uns nicht immer um die anderen Sorgen. Ich löste mich von ihr und strich mit meinem Daumen über ihre Hand. Ich legte meine Hände um ihre Tailie und zog sie enger an mich. Mein Mund suchte sich langsam einen Weg zu ihrem Ohr während ich ihren Nacken küsste. "Schade nur das wir ab jetzt wohl ziemlich wenig Zeit für uns haben werden", hauchte ich und küsste erneut ihren Nacken. So, wie sie es gerne mochte. Ich kannte Lillian und wusste genau welche Knöpfe ich drücken musste. Als sie sich leicht anspannte, grinste ich und ließ von ihr. "Ich werd mal schauen was ich hier unten zu essen auftreiben kann. Die Preise sind echt der Wahnsinn." Ich betrat das Zimmer und Bryan sah zu mir auf. "Magst du Lieber Pizza oder Burder?" Bryan antwortete mir nicht, statt dessen sah er zu seiner Mutter die nun ebenfalls herein kam. "Pommes." Ich nickte und deutete mit dem Finger auf ihn. "Denn kriegt der kleine Mann eine Pommes." Bryan verzog das Gesicht. "Ich bin schon fast sieben.", wiederholte er und ich erinnerte, dass er es mir bereits schon mal gesagt hatte. Natürlich. "Achja. Gut. Denn kriegt der große Mann eben eine Pommes." Gut. Er nickte. Damit gab er sich wohl zufrieden. "Bis gleich", ich neigte mich zu Lillian und drückte ihr einen flüchtigen Kuss auf die Lippen. Auch so etwas hatte ich damals nicht getan. Woher es kam? Ich hatte keine Ahnung. Kurz fragte ich mich auch, ob ich es nicht vielleicht doch wieder reduzieren sollte. Bryan war der Sache sicherlich noch nicht gewachsen. Schließlich wusste ich ja auch nicht was er so von mir hielt. Er brauchte mit mir einfach seine Zeit.

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• Cassian Winters.

Ihre kleine Hand wanderte meine nackte Haut zu meinem Ellenbogen rauf. So weit war es für sie anscheint okay. Als sie wieder von mir ließ sah ich sie fragend an. Das war wohl der Augenblick, bei dem es ihr wieder einmal ein wenig zu viel wurde. Doch sollte sie es so ausprobieren, wie sie es wollte. "Kein Ding", tat ich es ab und räusperte mich noch ein weiteres mal. Trotzdem war es komisch hier mit ihr zu stehen und zu probieren in wie weit sie mich denn schon berühren konnte. Von außen musste es umso bekloptter aussehen, als es sich ohnehin schon anfühlte. Ich fuhr mir durch meine Haare und nickte. Sie zeigte mir das Haus. Es war wie ich es mir Gedacht hatte wirklich schick für zwei Personen. "Das mit dem Berührungs-Dings machst du schon richtig gut." Konnte man das so sagen? Ich war zwar kein Artzt gewesen, aber in der Klinik hatte sie sich immer so gut wie es nur ging zurück gezogen und sich von keinen Anfassen lassen. Das gerade war schon ein mächtiger Fortschritt. In ihrem Schlafzimmer angekommen warf ich mich auf ihr Bett und ließ meinen Kopf in die Kissen sinken. "Ihr seid ja gar nicht so spießig wie ich dachte." Auch wenn es sich vielleicht nicht so anhörte, eigentlich sollte das ein Kompliment sein. "Ihr wohnt echt schick." Und wieder einmal kam mir der Gedanke wie viel ihr Bruder Thiago dafür doch wohl arbeiten musste. Dafür, dass seine Schwester ein einigermaßen normales Leben führen konnte. Die Geschichte von Micaela interessierte mich. Dennoch wusste ich, dass sie noch lange nicht so weit war mir alles zu erzählen. Vermutlich würde sie mir diese Geschichte auch erzählen, wenn sie mich besser kennen würde. Wir hatten alle unsere Schatten Seiten und auch ich hatte Dinge über die ich nicht reden wollte, auch wenn man es von mir vielleicht gar nicht mal dachte. Und so war es auch okay. Eines Tages kam bestimmt der Tag an dem wir beide offen darüber sprechen konnten, auch wenn es noch ein sehr sehr langer Weg war. Und wer wusste schon wo wir in ein paar Monaten standen. Es konnte schließlich auch sein das wir dann gar keinen Kontakt mehr zueinander gehabt hatten. "Und was machst du so in deiner Freizeit wenn du nicht zu den Therapiestunden kommst? Hast du Hobbys?", fragte ich und sah sie dabei an wie sie sich auf den Schreibtischstuhl etwas von mir entfernt setzte. Ich setzte mich auf und ließ meinen Blick durch ihr Zimmer gleiten. Wie ich bereits schon einmal erwähnt hatte, redtete Mica sehr wenig von sich. Sie vermiet es so gut wie sie es konnte beinahe in jeder Therapiestunde. Sie beobachtete nur andere Leute und hörte anderen bei ihren Problemen zu. Aus diesem Grund hatte sie auch noch nie davon erzählt was sie so gerne in ihrer Freizeit machte wenn ihr Bruder arbeiten war und sie nicht an den Therapiestunden teilnahm. Vielleicht fanden wir ja auch hier etwas was man ab und zu gemeinsam machen konnte wenn sie sich dazu überreden ließ. "Und jetzt komm mir nicht damit das du keine Hobbys hast. Jeder hat irgendwelche Interessen oder sitzt du den gesamten Tag nur rum und starrst Löcher in die Luft?", harkte ich grinsend nach und warf ihr eines der kleinen Kissen vom Bett entgegen.

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LILLIAN Adams
Ich hatte dieses Leben hier gewählt. Es war meine Entscheidung gewesen, dass ich mit Chord hier sein wollte, dass ich eine Zukunft mit ihm wollte – trotzdem würden auch meine Kinder darunter leiden müssen. Bryan würde sich irgendwann entscheiden müssen, ob er etwas mit uns zutun haben wollte, oder ob er nicht einfach nur ein normales Leben führen wollte. Das ungeborene Kind, von dem ich noch nicht einmal ansatzweise wusste wer der Vater war, würde in eine Welt geboren werden, in der es eigentlich gar keine Kinder geben sollte. Mir war klar, dass ich so ziemlich das Gegenteil von dem tat, was eine gute Mutter tun würde. Eine gute Mutter würde ihre Gefühle einfach bei Seite schieben und Chord stehen lassen. Eine gute Mutter; jemand der ich einfach nicht war, zumindest nicht wenn es darum ging Chord sitzen zu lassen und meinen Kindern die Sicherheit zu bieten, die sie verdient hatten. Die jedes Kind verdient hatte. So blieb mir noch nicht einmal etwas anderes übrig, als einfach dafür zu sorgen das niemand meinen Kindern zu nahe kommen würde. Das niemand auch nur auf die Idee käme, ihnen etwas anzutun, denn sollte es jemals zu so einer Situation kommen, würden Köpfe rollen. Wortwörtlich. Eine gebrochene Nase war Glück für John, denn hätte er meinem Sohn wirklich etwas getan, hätte er mindestens genauso große Schmerzen gehabt. Ich kam doch ohnehin schon in die Hölle, wenn ich erst einmal starb – es spielte also auch keine Rolle mehr, ob ich nun noch dafür sorgen wollte das es meinen Kindern gut ging, und dafür zur Gewalt griff, oder ob ich weiterhin so tat als wäre alles mit Worten zu lösen. Zumindest bei Jasper hatte ich es immer so versucht, und hatte mir nicht anmerken lassen das ich doch irgendwie nie so richtig klar mit seinen Methoden gekommen war. Er war ein unfassbar toller Mann – aber nicht der Richtige für mich. "Oh." Das hatte ich nicht kommen sehen. John hatte einen Sohn. Siebzehn und ebenfalls Mitglied der Black Hoods. Ganz ehrlich verstand ich nicht so Recht, weshalb John dann so geworden war. War das seine Vorstellung von Familie? War das seine Vorstellung von toller Erziehung? Seine Fehler und Wut auf seinen Sohn übertragen? Das bedeutete jedoch wirklich, dass Chord nachdenken musste. Das wir uns etwas überlegen mussten. "Dylan hat keine Chance gegen seinen Vater," stellte ich fest und presste die Lippen aufeinander. Das war mir nicht klar gewesen, ich hatte es noch nicht einmal kommen sehen. Wenn er einen eigenen Sohn hatte, sollte er dann nicht wenigstens irgendwie verstehen wie viel das wert war? Das man Kinder nicht einfach in diese Welt hier zog, und als Drohung gegen einen verwendete? Chord musste jedoch auch klar sein, dass er nicht alle retten konnte. Er konnte nicht dafür sorgen, dass alle in Sicherheit waren. Irgendjemand musste immer zurückstecken, und irgendjemand musste sich immer durchkämpfen. Genau das hatten wir doch auch tun müssen; das mussten wir selbst heute noch. Irgendwie zumindest. Trotzdem gab es das John-Dylan Problem, denn was auch immer Chord mit John tat – er bekam es zurück. Weil Dylan ihm gegenüber loyal war. Weil Dylan auf seiner Seite stand, und John das wahrscheinlich nur noch wütender machte. Ich lehnte mich an das Geländer, rieb mir frustriert über diese ganzen Probleme die nun plötzlich wieder Teil meines Lebens waren über die Stirn und schloss die Augen. Um ehrlich zu sein hatte ich gerade noch nicht einmal einen Kopf mir wirklich Gedanken über all diese Dinge hier zu machen. Das alles hier war viel zu neu, vor allem aber wollte ich es wenigstens für einen kurzen Moment genießen. Das könnten wir aber wohl nicht einfach so. Irgendwann würde Bryan alt genug sein, und die Leute würden nicht nett um die Erlaubnis fragen mit ihm zu spielen. Irgendwann würde er Probleme bekommen. "Wir lassen ihn selbst entscheiden," antwortete ich. War es nicht besser ihn selbst entscheiden zu lassen, ob er Teil dieser ganzen Gruppierung hier sein wollte, oder ob er nicht einfach nur ein normales Leben irgendwo anders führen wollte? Ich drehte den Kopf etwas zur Seite und sah Chord für einen Moment an, ehe ich meinen Blick Bryan zuwandte. Ich machte mir mittlerweile doch Sorgen, dass das alles hier keine so gute Idee für Bryan war. Er war sechs, hatte Jasper als seinen Vater akzeptiert und angenommen, und nun veränderte sich das alles einfach so. Die sichere Umgebung in der er aufgewachsen war, war gegen das hier ausgetauscht worden. Urlaub klang gerade wirklich nach einer wundervollen Idee, vor allem da Bryan dann wohl wirklich weniger Fragen stellen würde. Schmunzelnd schob ich mich vom Geländer weg, drehte mich Chord zu und sah ihm in die Augen. "Dann machen wir Urlaub," ich wusste dass das nicht möglich war. Nicht in unserem Fall. Der Gedanke war trotzdem schön, sehr viel besser als der Gedanke daran diese Probleme für den Rest unseres Lebens zu haben. "Oder so ähnlich," murmelte ich und legte meine Lippen vorsichtig auf seine. Urlaub musste wohl warten, dass hier aber nicht. Zumindest für heute Abend konnten wir es genießen, einfach nur zusammen zu sein und nicht gleich die ganze Welt gegen uns aufzuhetzen. Selbst wenn Bryan dort drinnen mit zeichnen beschäftigt war. Vor allem aber wollte ich es einfach nur genießen, dass Chord endlich verstanden hatte das ich ihn wollte; dass ich ein Leben mit ihm wollte, und er ebenso sehr mit mir. Ich löste meine Lippen wieder von ihm und sah ihn an. "Dir ist aber hoffentlich klar, dass ich dich umbringe wenn du auch nur auf die Idee kommst eine andere Frau anzufassen," das musste wohl doch noch gesagt werden. Ich kannte Chord, und es wäre nicht das erste Mal das er so etwas tat. Damals war es anders gewesen, da er doch immer noch versucht hatte mich auf Abstand zu halten, aber dennoch wollte ich nicht das er andere Frauen anfasste. Oder auch nur irgendwie daran dachte, etwas mit ihnen anzufangen. Vor allem, da es sehr viel mehr weh tun würde, als damals. Das hier war eine Beziehung – eine komische, verdrehte, aber es war eine Beziehung. Und in dieser wollte ich Chord nicht mit irgendwelchen Schlampen teilen müssen, und das würde ich auch nicht.

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Micaela Ramírez
Ich hatte Cas wohl noch nie ein Kompliment gemacht. Obwohl ich ihn gar nicht so schlecht fand, hatte ich ihn mehr kritisiert, als dass ich ihm irgendwas gutes gesagt hatte. Vielleicht sollte ich das mal ein bisschen ändern. Aber ich war es mir nicht gewohnt, dass ich anderen Komplimente machte und vor allem nicht gegenüber von Männern. "Tu das", sagte ich mit einem kleinen Lächeln und räumte weiter das Zeug weg. Seine Worten stimmten. Ein anderer wäre wirklich nicht hierher gekommen und hätte sich für eine andere Person ausgegeben, wenn man kein Selbstbewusstsein hätte. Ich schmunzelte leicht über seine Worte und räumte das Geschirr in die Spülmaschine ein. Ich seufzte leise auf und nickte dann leicht. In der Tat. Ich hatte keine Freunde. Cas hatte keine Freunde. Wir beide hatten keine Freunde. Also wieso sollten wir dann nicht gemeinsame Freunde sein? Dann hatte wenigstens jeder von uns ein Freund. Das war doch wohl schon ein kleines Vorsprung oder? Vor allem konnte mir Cas vieleicht wirklich helfen. Ich wusste nicht, ob ich mich je wieder daran gewöhnen könnte einen Mann normal anzufassen. Aber Cas war der einzige Mann, bei dem ich es probieren könnte. Er hatte nämlich wirklich Recht gehabt. Ich sollte es mir wirklich angewöhnen aus diesem Schneckenhaus herauszukommen. "Okay, ich zeige es dir", meinte ich und lächelte ihn an, als er vorschlug, dass ich ihm das Haus zeigen sollte. Meine nächsten Worte waren jedoch ziemlich unglücklich ausgedrückt - anders konnte man es nicht sagen. Hätte Cas mich nicht besser gekannt, so hätte es jeder Mann falsch verstanden. Es war wirklich ziemlich.. zweideutig ausgedrückt. Ich wurde sonst schon rot, aber als Cas sich dann auch noch verschluckte, sah ich beschämt zu Boden und merkte, wie meine Wangen noch heisser wurden. Ich hatte nicht viel Kontakt zu anderen Leuten. Ich redete auch nicht viel Englisch, vor allem nicht so Wörter, die man häufig nicht hörte. Aber wenn ich mich ein bisschen mehr zusammen gerissen hätte, hätte ich es wirklich besser ausdrücken können. Er streckte mir die Hand hin und ich ergriff diese zögerlich. Wieder tauchte dieses beklemmende Gefühl auf, aber.. es fühlte sich weniger stark an. Ich nahm seine ganze Hand und trat entschlossen einen Schritt näher an ihn heran. Ich presste die Lippen zusammen, während mein Herzschlag sich wieder einmal beschleunigte. Langsam liess ich meine Hand seinen Arm hinauf gleiten, aber hielt bei seinem Ellbogen inne. Bei jedem Zentimeter wurde das beklemmende Gefühl stärker. Irgendwann wurde es zu viel und ich löste meine Hand langsam von seinem, versuchte meine Hand aber nicht so ruckartig zurückzuziehen wie sonst. Ich hatte mir fest auf die Lippe gebissen und löste meine Zähne, die sich in meine Lippe gegraben hatten. "Danke", murmelte ich leise und senkte den Blick. "Ich zeige dir jetzt das Haus", wechselte ich das Thema und sah weiterhin auf meine Hand, die ihn gerade noch vor kurzem berührt hatte.

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• Chord Heard.

Das mit John war mein geringstes Problem. Meine Gedanken drehten sich gerade nur um Bryan und wie ich das alles wieder gerade biegen sollte. Die Black Hoods hatten viele Regeln und gegen einige hatte ich ejtzt schon verstoßen. Wir mussten immer ehrlich sein und alles offen Legen. Das zum Besipiel hatte ich nicht getan. Ich hatte ihnen Bryan verschwiegen und ich wusste nicht wads das für Konsequenzen mit sich tragen würde. Ich schüttelte sachte den Kopf. "Ich hätte ihm auch die Nase gebrochen. Ich denke das geht klar." Auch wenn ich schon jetzt wusste das John eine viel größere Nummer daraus machen würde. Weil er eben eine Pussy war und sich wie immer daneben benahm und gegen alles anging was ich sagte. "Ich werde mir was überlegen. Das Problem ist nur das John einen siebzehn Alten Sohn hat. Du hast ihn auch schon gesehen. Der schwarzhaarige schlanke mit der Vorlauten Klappe. Sein Name ist Dylan. Er ist mir gegenüber sehr Loyal aber immer wenn John in Schwierigkeiten steckt, lässt er dieses an seinem Jungen aus." Und wieder einmal fragte ich mich, ob ich nicht einfach zu weich war. Ich konnte nichts mit Kindern anfangen doch sorgte mich um einen Fremden Jungen. Naja, sein Vater war ein Arsch. Ich war vielleicht kein Profi was Kinder betraf, aber mit ansehen wie Kinder in eine Sache mit rein gezogen wurden wollte ich auch nicht. Dylan hatte außer seinen Vater nichts mehr. Und auch diese Familie war das perfekte Beispiel dafür das man eigentlich keine Kinder bekam, wenn man in dieser Branche tätig war so wie ich es war. "Alles was ich John also aufweise, kommt irgendwie auf mich zurück." Ich seufzte. Doch das war etwas über das ich mir später Sorgen machen konnte. Vielleicht musste ich wirklich einfach strenger durchgreifen und John einfach in seine Grenzen weisen. Ich leckte mir über meine Lippen und drehte mich zur Tür. Durch die Fensterscheiben konnte man beobachten wie intensiv Bryan damit beschäftigt war seine Bilder zu malen. Darin war er wirklich sehr gut. Es schien als seien seiner Fantasie gar keine Grenzen gesetzt. "Was machen wir wenn Bryan irgendwann unter ihr Radar gerät?", fragte ich und ließ meinen BLick wieder zu Lillian gleiten. "Er wird irgendwann Alt genug sein. Er hat mein Blut." Das klang genauso dämlich wie in einem dieser absolut bescheuerten Filmen. Ich lachte als ich mich dabei erwischte. "Ich bin so Urlaubsreif." Es war das erste mal das ich sogar zu Teil ein wenig herzlich lachte. Doch etwas an meinen Worten war ja auch dran. Er würde bald wie Dylan auch seine eigene Waffe in der Hand halten und lernen müssen um sich zu verteidigen. Ein normales Leben für ihn war nicht mehr möglich. Wenigstens nur in Grenzen. Für mich war die Situation hier zu stehen immer noch viel zu unglaubwürdig.

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• Cassian Winters.

Ich konnte es mir nicht verkneifen zu lächeln als sie sagte das ich kein übler Kerl war. "Das nehme ich mal als Kompliment", meinte ich grinsend. So etwas mal aus ihrem Mund zu hören war ja echt eine Sensation. Micaela schien es sogar ernst zu meinen. Hielt sie mich wirklich nicht für einen üblen Typen? "Wenn ich kein Selbstbewusstsein hätte, wäre ich jetzt nicht hier", meinte ich lachend. Denn nur wenn man so verrückt war wie ich, imitierte man seinen eigenen Bruder und stand schon seid Wochen auf freien Fuß. Das ganze war leichter gewesen als ich es mir zu Beginn vorgestellt hatte. Dazu kam auch, dass ich mich gerne so unberührt und selbstbewusst von außen gab. Denn Leute die mir zu nahe kamen wussten zu viel über mich. Ich hasste es wenn sie in meiner Vergangenheit rührten und versuchten mich durch meien Gefühle klein zu kriegen. Lieber spielte ich ihnen ein Sorgloses Leben vor. "Genau aus diesem Grund sitzten wir hier doch zusammen. Du hast keine Freunde und ich habe keine Freunde." Für mich machte das ganze Sinn. Was stellte sie da noch in Frage? Auf ihre Frage was wir jetzt noch so machen könnten zuckte ich die Schultern. "Abhängen? Zeig mir das Haus." Ich schätzte nicht das Micaela jetzt vor hatte mit mir zusammen raus zu gehen. Sie verschanzte sich viel zu sehr um sich selbst in Sicherheit zu wiegen. Als sie ihre Haare öffnete verkniff ich es mir ihr direkt in die Augen zu sehen. Ich nahm meinen restlichen Kaffee und trank einen Schluck. Als sie dann jedoch fragte, ob wir da weiter machen konnten, wo wir aufgehört hatte, verschluckte ich mich ohne es zu verhindern mächtig. Mit einem ziemlich unerotischen Geräusch prustete ich und spuckte den Kaffee beinahe zurück in die Tasse. Sie wollte da weiter machen wo wir aufgehört hatten. Mit dem Berühren? Das klang auf so viele Weisen Falsch. Sie ähm- Ich war ein Guter Kerl. Ich war ein Guter Kerl. Ich hustete und hielt mir meine Hand vor den Mund. "Ähm Klar. Ja ich meine, Ja. Lass und da weiter machen", gab ich kleinlich von mir. War das also wirklich etwas was ihr half? Einfach meine Hand zu nehmen? Das war das letzte von dem ich Gedacht hatte, dass es wirklich half. Ein kleiner Gedanke und sie schien es wirklich aufzunehmen. Ich drehte mich zur Spühle und stellte meine Tasse hinein. Langsam hielt ich ihr meine Hand entgegen und verkniff es mir dabei so absolut Blöd auszusehen wie ich vorher geschaut hatte. "Wenn es dir hilft", ergänzte ich und versuchte mir das von gerade nicht anmerken zu lassen. Ich musste immer daran denken wie Ernst es ihr war. Wenn ich mich nur einmal ungünstig über sie lustig machte, konnte es ganz schnell passieren das sie das ganze zu ernst nahm und gar nichts mehr mit ihr zu tun haben wollte.

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Micaela Ramírez
Ich spürte, wie sein Blick an mir hing und ich versuchte mir nichts anmerken zu lassen. Er dachte ohnehin, dass ich ein Freak war und krank dazu, dann musste ich ihm nicht noch etwas liefern, was er als Bestätigung ansah. Ich hob überraschend meinen Blick, als er plötzlich auf Spanisch anfing zu reden. "Du kannst Spanisch?", rief ich erstaunt aus und sah ihn an. Ich hätte ihm ehrlich nicht zugetraut, dass er überhaupt irgendeine Fremdsprache konnte. Wieder einmal überraschte mich Cassian Winters. Das zeigte aber doch nur einmal wieder, wie viele unterschiedliche Seiten Cas hatte. Ich hatte das Gefühl, dass ich noch lange nicht alle Seiten gesehen hatte und das im Laufe der Zeit nur noch mehr kommen würden. Ich runzelte die Stirn, als er meinte, dass er gerne Zeit mit mir verbrachte. Das sagte er auf der einen Seite. Auf der anderen Seite stellte er mich wieder als die Verrückte hin. Als diejenige, die krank im Kopf war. Manchmal wäre ich wirklich froh, wenn er sich endlich für eine Seite entscheiden könnte. Das würde vermutlich aber nicht so schnell passieren. Ich seufzte leise auf und musterte ihn - wieder einmal. "Ich sage ja nicht, dass du deswsegen ein übler Kerl bist", widersprach ich ihm und sah ihm in die Augen. Das hatte ich nicht gesagt, aber für mich wirkte es so, als wären die Frauen wirklich nur Spielzeuge für ihn. Ich zuckte die Schultern. Ich wusste nicht, ob das passierte. Dann stritt man sich und dann landete man zusammen im Bett? Ich konnte da schlichtweg nicht mitreden und ich wollte mit ihm nicht gerade über Sex reden. Und mit meinem Bruder tat ich das definitiv nicht! Es war einfach ein Tabuthema für mich. Kurz warf ich Cas einen erstaunten Blick zu, als er ebenfalls half den Tisch zu räumen. Ich sah ihn wieder an, als er anfing mit zu sprechen. Ich sah ihm in die Augen und schürzte nachdenklich die Lippen. Er zog keinen Nutzen aus mir. Es klang ehrlich, aber man konnte noch vieles ehrlich sagen, aber meinte es dann nicht so. "Du hast definitiv genug Selbstbewusstsein", meinte ich lachend. Er rühmte sich gerade selbst als echt cooler und gut aussehender Typ. Waren alle Typen so wie er? Total überzeugt von sich selbst? Ich hatte keine Ahnung. "Denkst du, ich habe eine riesige Auswahl, was meine Freunde angeht?" Ich schüttelte den Kopf. Er wusste selbst so gut wie ich, dass ich abgesehen von ihm keine Freunde hatte. Ich war froh, als er nichts mehr weiteres zu der Klinik sagte. Ich würde jedenfalls garantiert nicht freiwillig dorthin gehen. Ich räumte die restlichen Dinge weg, während ich wieder einmal seinen Blick auf mir spürte. Ich hatte das Gefühl, als würde er mich sehr oft beobachten. "Und was willst du jetzt machen?", fragte ich ihn, als ich alles weg geräumt hatte. Ich wusch mir die Hände und trocknete sie dann ab. Ich öffnete meine Haare und liess sie mir über die Schultern fallen, während ich ihn betrachtete. Es stimmte ja schon, was er gesagt hatte. Er war echt ein gut aussehender Typ. "Können wir..", begann ich und sah ihn fragend an. "Können wir da weitermachen, wo wir aufgehört haben? Also.. ich meine, das mit dem Berühren", druckste ich ein bisschen herum und ich merkte, wie meine Wangen heiss wurden. Das hatte sich gerade ziemlich zweideutig angehört, obwohl es nicht so hätte hinüber kommen sollen. Ich sah ihn fragend an und biss mir fest auf die Lippe. Ich sollte vielleicht echt mal an meiner Ausdrucksweise üben.

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LILLIAN Adams
Es gab Momente in meinem Leben, in denen ich einfach nicht so wirklich wusste was Realität war, und was ich mir einbildete. Es gab viele solcher Momente, die letzten Jahre über aber hatte es einfach nur noch zugenommen. Anfangs war es in Ordunng für mich gewesen, einfach nur im Moment zu leben und nicht über die Konsequenzen meiner Taten zu denken – es hatte geklappt, und ich hatte ein ziemlich angenehmes Leben geführt. Ich konnte noch nicht einmal sagen, ob dieses Geschäftsessen mit Chord und seinem Vater der ausschlaggebende Punkt gewesen war, an dem sich alles einfach so geändert hatte. Ich würde nein sagen, müsste jedoch wohl lügen um wirklich sicher sagen zu können, dass es auch wirklich so war. Ich wusste es nicht sicher. Vielleicht war es der ausschlaggebende Augenblicklick gewesen, der mein Leben gänzlich auf den Kopf gestellt hatte. Es wäre jedoch gelogen zu behaupten, dass sich alles nur deshalb verändert hatte. So funktionierte es nicht: die Veränderung kam kriechend und im Schatten versteckt. Zuerst erkannte man gar nicht, dass sich alles drehte – bis man es nicht mehr leugnen konnte, und sowohl mit dem Kopf als auch dem Herzen verstand, dass es zu spät war etwas zu ändern und in eine ganz andere Richtung zu lenken. Möglicherweise wäre das alles hier niemals passiert, und vielleicht wäre ich glücklich mit diesem Leben, dass ich damals geführt hatte. Sehr wahrscheinlich aber wäre ich es nicht. Ich wäre immer noch die oberflächliche, egoistische Fälscherin die einfach keine Rücksicht auf andere Menschen nahm. Es hatte mich nie interessiert, was mit den Menschen um mir passierte, schließlich interessierte sich auch niemand für mich oder mein Leben. Ich und meine Gesundheit –mein Leben– hatten nie für jemanden eine Rolle gespielt, also hatte ich es einfach gelassen und auf mich selbst geachtet. Bis zu einem gewissen Punkt hatte es auch wirklich gut geklappt: und dann war Chord gekommen, mit ihm aber auch so unfassbar viele Probleme und Veränderungen. Wenn ich heute darüber nachdachte, was ich ihm eigentlich alles zu verdanken hatte, konnte ich es nicht wirklich in Worten fassen. Er wusste wahrscheinlich gar nicht, wie sehr ich mich in diesen Jahren die ich ihn nun schon kannte, verändert hatte. Anderen Menschen gegenüber, denn wenn es um Chord ging hatte ich ihm schon früher immer nur mein wahres Gesicht gezeigt. Anfangs nicht, denn Anfangs hatte ich eine Rolle gespielt für die er mich möglicherweise eine ganze Weile gehasst hatte, aber ich hatte ihn nie wirklich belogen. Er kannte mich, und ich kannte ihn. Ich nickte schweigend. Alles war anders, und ich konnte nicht so wirklich aufhören darüber nachzudenken wie anders. Offiziell. Das alles hier war nicht so wie früher, wenn wir wieder einmal gedacht hatten etwas geschafft zu haben – oder aber, wenn wir gedacht hatten wir könnten etwas bewirken. Etwas verändern. Heute war es nicht so wie früher, denn dieses Mal ließ auch Chord sich darauf ein. So wirklich und ganz offiziell. Wir hatten schon so unfassbar viel durchgestanden, hatten so viel gemeinsam erlebt – und überlebt. Und trotzdem standen wir nun hier, und hatten vor gemeinsam in die Zukunft zu blicken. Selbst wenn das bedeuten würde, dass wir für den Rest unseres Lebens vor etwas oder einigen Leuten fliehen müssten. Für einen Moment schloss ich die Augen und atmete die frische Luft ein. Ich war müde, und auch die Stunden Schlaf die ich am Boden bekommen hatte, hatten nichts daran verändert. "Dieses Mal ist es anders," antwortete ich leise. Trotzdem hatte er Recht, wenn er sagte dass wir schon so oft an diesem Punkt hier angelangt waren. Das hier hatten wir auch schon so oft erlebt, dieses Mal aber fühte es sich wirklich anders an. Weil Chord mich nicht beschützen wollte, indem er mich keinen Teil seines Lebens werden ließ. Er tat das Gegenteil, und beschützte mich und Bryan –und das ungeborene Kind– indem er uns zu einem Teil seines Lebens werden ließ. Dieses Mal war es anders. Dieses Mal fühlte auch er den Unterschied, und ließ mich nicht etwa alleine mit all diesen Gefühlen und Gedanken. Dieses Mal war er hier bei mir. Ich lachte leise auf und sah ihn an. Wann war er bitte zu dem hier geworden? Dachte er, dass er mir jetzt all die Dinge geben musste, die ich mir von ihm wünschte, nur damit ich zufrieden war, oder tat er das hier auch wirklich weil er es wollte? Ich nickte etwas. "Du hast es mir schon gesagt," antwortete ich auf seine Frage. Er hatte es mir bereits gesagt, damals als er, Vince und ich vor diesen Leuten weggelaufen waren. Ganz am Anfang. Ich konnte mich immer noch an das rote Kleid erinnern, und mein heftig schlagendes Herz. Automatisch zog ich seine Jacke etwas enger, legte den Kopf in den Nacken und trat zu ihn ans Geländer, an das ich mich etwas lehnte. Wir würden das hier hinbekommen. Das alles hier. Schmunzelnd sah ich ihn von der Seite an, legte meine Hand auf seine und sah zum Nachthimmel. "Du bekommst keine Probleme wegen mir, oder? Weil ich ihm die Nase gebrochen habe, meine ich." Fragend sah ich doch wieder zurück zu Chord. Ich hatte nicht gewollt das er Probleme wegen mir bekam, und mir war klar das meine Aktion Konsequenzen mit sich zog, aber die sollten doch nicht auf ihn übergreifen. Ich hatte ihm die Nase gebrochen – nicht Chord. "Ich wollte dir keine Probleme machen." Ich drehte mich in seine Richtung und lächelte schwach. Das war wirklich das Letzte, was ich hatte tun wollen. "Dir ist aber hoffentlich klar, dass ich es ernst meine. Wenn John meinem Sohn noch einmal zu Nahe kommt, bringe ich ihn um," sagte ich. Ich hatte meine Drohung ernst gemeint. Ich würde nicht zulassen das John ihm etwas antat. Chord wusste, wie unfassbar viel mir Bryan bedeutete – für ihn würde ich alles tun. Selbst wenn ich dadurch zu einer schrecklichen Person werden würde, und alles nur noch größere Konsequenzen mit sich ziehen würde. Ich ließ nicht zu, dass meiner Familie etwas passierte. Niemandem.

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• Chord Heard.

Die Zeit verstrich. Noch am selben Abend überredete ich Lillian davon wenigstens mit Bryan in ein Hotel zu gehen. Das nötige Geld dafür hatte ich und an der Tanke besorgten wie Bryan zusätzlich ein paar Buntstifte. Es war die gesamte Atmosphäre und wenn es etwas gab, was wir nicht wollten, denn war es das Bryan sich eingeengt fühlte. Diese Woohnung war keun Zuhause für ein sechs jähriges Kind. Er stellte zu viele Fragen, ihm war die Sache nicht geheuer. Im Hotel angekommen fühlte er sich schon sichtlich wohler. Wir hatten einen schönen Asublick auf den Strand und aus irgendeinem Grund hatte das ganze schon etwas von Urlaub. Der Raum war unglaublich schön hell die Betten sahen einladend aus und der Ausblick machte alles um so viel schöner. Die Hamptons waren ein schöner Ort und ich fragte mich wirklich für eine kurze Sekunde, wieso man nicht viel öfter einen Blick auf das Wasser warf. Bryan saß an seinem Tisch und malte während ich auf dem Balkon stand und hinaus blickte in die kalte Nacht. Als Lillian hinter mir stand drehte ich mich um. "Jetzt ist alles anders hm?", murmelte ich und lehnte mich an das Geländer. Es kam mir vor wie gestern, als Lillian und ich nach all den Jahren bei Vince und Daniel wieder getroffen hatten. Es kam mir vor wie gestern, als Lillian und ich zusammen vor dem A.I.M geflohen waren. Der Wind durchkämmten Lillians langen braunen Haare. "Ich meine Ofiziell." Wie oft hatten wir diesen Augenblick nicht schon gehabt. Als wir gedacht hatten es würde alles ändern. Doch dieses mal war es wohl wirklich so. Wir hatten keine andere Wahl. Obwohl, doch die hatten wir. Dieses mal hatten wir uns bewusst dafür entschieden und auch wenn ich immer noch ein sehr ungewisses Gefühl in der Magengrube hatte, war ich immer noch hier. Dieses mal konnte ich keinen Rückzieher machen. "Wir haben diesen Punkt hier shcon so oft erlebt, aber dieses mal fühlt es sich anders an." Lillian wusste worauf sie sich einließ und wenn es einen Mensch gab der mich kannte, denn war sie es. Sie sagte sie lebte mit mir. Mit all meinen Macken und meiner Alkohol sucht. Ich glaubte ihr dies. Auch wenn ich wusste, dass es wirklich nicht leicht werden würde. Denn dafür war der Weg noch viel zu lang. Wahrscheinlich würden wir unser gesamtes Leben vor etwas weg rennen, doch dieses eine Mal würden wir es gemeinsam tun. Wir sollten weniger darüber streiten, ich müsste viel mehr einfach so hinnehmen und anfangen Dinge mit Lillian gemeinsam zu tun. Ich nahm meinen Blick von dem Wasser und sah Lillian an. Die Magie zwischen ihr und mir war immer noch da wie am aller ersten Tag. Es hatte sich noch nie etwas zwischen ihr und mir geändert. Nie. "Hat dir schon mal jemand gesagt wie wunderschön du bist?", fragte ich zog meine Lederjacke aus und legte sie ihr um die Schultern. "Wir kriegen das alles hier schon hin." So hatte sie es auch schon gesagt. Wir würden einfach einen Weg finden um all das hier wieder hin zu kiegen. Auch das mit Bryan. Vor allem auch, wenn das Kind nicht von mir sein sollte. Wir saßen nun zusammen auf einem Boot und wir mussten zusammen an einem Strang ziehen. Egal wie ich mich im Augenblick fühlte.

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LILLIAN Adams
Es fehlte mir an Ideen, was ich Bryan sagen konnte, oder wie ich ihm diese Situation hier erklären sollte. Um ehrlich zu sein: ich konnte es nicht, weil mir selbst die Ahnung fehlte was das alles hier denn eigentlich werden würde. Ich hatte keine Ahnung, wohin es uns führen würde, ob Chord und ich möglicherweise einen Weg finden würden irgendwie doch eine gemeinsame Zukunft zu gewinnen und dabei nicht etwa völlig versagen würden, Bryan und dem Ungeborenen ein schönes, sicheres Leben zu bieten. Es war nicht sein Job, es zu tun. Es lag nicht an Chord, diese Dinge auch wirklich für diese zwei Kinder zu erreichen, sondern an mir. Es war meine Aufgabe; mein Problem um das ich mich kümmern müsste. Und im Moment wusste ich noch nicht so Recht, ob ich wirklich richtig lag dass Bryan sich bald schon an alles gewöhnt hätte. Er war ein Kind, und offen für so unglaublich vieles das es mir manchmal schon fast Angst machte ihn alleine rauszulassen, und das obwohl ich wusste das ihm nichts passieren würde. Ihm wäre nichts passiert, denn die Gegend in der wir wohnten war Kindgerecht und sicher. Dafür hatten sowohl Jasper als auch ich gesorgt. Hier aber wusste ich doch nicht so Recht, ob ich Bryan's Sicherheit auch wirklich gewährleisten konnte. Hier wusste ich ja noch nicht einmal wirklich, weshalb Chord nicht wenigstens ein Bett hatte, sondern auf einer kalten Matratze auf dem Boden schlief. Ja Chord würde auf Bryan, das Ungeborene und mich aufpassen. Das hatte er schon früher immer tun wollen, und selbst jetzt würde sich daran nichts ändern. Es war kalt hier? Oh. Natürlich war es kalt hier. Ich biss die Zähne etwas zusammen und runzelte die Stirn. Konnten wir Papa trotzdem besuchen – irgendwann einmal, zumindest. Ich nickte etwas. "Ich frage ihn, ja? Er will dich bestimmt sehen," antwortete ich. Ich war mir ziemlich sicher das er Bryan nicht einfach so vor den Kopf stoßen würde, schließlich war er für ihn wirklich fast so wie ein eigener Sohn. Jasper war immer da gewesen, und selbst heute wäre er für den Kleinen noch da. Selbst wenn er mich hasste, und nichts mehr mit mir zutun haben wollte. Ich hob meinen Blick und sah wieder zu Chord, der mir dieses Mal zuvor kam. Wenigstens versuchte er mir hier irgendwie zu helfen, und machte die Situation mit seinem Schweigen nicht noch schlimmer oder unerträglicher. Wir machten so etwas wie Urlaub. Oh ja – Urlaub war gar kein Begriff für das hier. Anders konnte man es einem sechjährigen aber wohl kaum erklären. Ich schlüpfte aus meinem Pullover, drehte ihn und zog diesen Bryan über den Kopf. "Wir sind nicht lange hier, und wenn du dann zurück in die Schule kannst, hast du ganz viele Geschichten zu erzählen. Oh, was wenn wir alles aufzeichnen? So wie mit deiner Piratengeschichte, hm?", fragte ich ihn schmunzelnd und schlang meine Arme wieder um ihn. Lächelnd drückte ich ihn an mich und schob mich vom Boden hoch, ohne Bryan dabei loszulassen. "Wir suchen ein paar Stifte und ein paar Zettel, was hältst du davon?", fragte ich Bryan und sah kurz zu Chord. Mir war klar, dass ihm diese ganze Situation hier unangenehm war und das er eigentlich gar nicht gewollt hatte, dass es dazu kam. Das war es nun aber einmal, und jeder in diesem Raum hier musste sich erst noch daran gewöhnen. "Onkel Chord kann uns bestimmt dabei helfen, vielleicht kennt er ein paar Geheimverstecke," stellte ich fest und lachte etwas auf. Wenigstens bedeutete das etwas Bewegung, und vielleicht auch genügend Ablenkung um Bryan nicht gleich wieder erklären zu müssen das die Schule sein kleinstes Problem war.

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• Cassian Winters.

Meine Augen verfolgten sie durch den Raum bis sie sich wieder zu mir setzte. Wahrscheinlich machte sie sich viel zu Große Gedanken. Fakt war, dass sie sich viel zu sehr von ihrem Bruder abhängig machte. Dabei verstand ich gar nicht wieso sie dies tat. Sie war doch definitiv in der Lage dazu ein eigenständiges Leben zu führen. Als sie auf einmal etwas spanisches in den Raum warf was so viel wie Meine Güte oder Herjeh bedeutete, lachte ich auf. "Todo estará bien, no te preocupes." Ich blickte auf um ihre Reaktion zu testen. Das war sicher etwas sie nicht von mir erwartet hatte. Ich konnte nicht gut Spanisch, aber gelegentlich steckte ich in meiner Freizeit eben auch meine Nase in ein Buch. Es gleichte einem Schulspanisch, das total eingerostet war. Standart Dinge wie "Ich liebe dich" , Bitte, Danke oder "Wie viel kostet das?"beherrschte ich eben. Und natürlich Bleib einfach mal ein bisschen locker. Vielleicht lernte sie von mir ja auch einmal ganz andere Facetten kennen, die ihr vielleicht sogar gefiehlen. Ich zuckte die Schultern. "Man doch kein Großes Ding draus. Zeiten ändern sich und das tun wir auch richtig? Ich verbringe gerne Zeit mit dir." Und das obwohl sie mich immer ganz schön oft in Frage stellte. Ich zuckte die Schultern und trank den letzten Schluck meines Kaffees leer. "Wie oft soll ich dir das denn noch sagen? Glaubst du echt, ich bin so ein übler Kerl? Das ich Frauen einfach nur so zum Spaß benutze? Das war ein Unfall. Sowas passiert wenn zwei gut aussehende Erwachsene in einem Raum sind und ihre Streitigkeiten über den Haufen werfen." So wie ich das sagte, ließ ich es in der Tat dämlich klingen. Das würde Micaela eh nicht verstehen. Leah war eben besessen von Cedric und schon lange nicht mehr Glücklich gewesen. Das was ich getan hatte war nur ein notwendiges übel zum zweck. Das sollte nicht heißen, dass ich jetzt in jeder Freien Sekunde mit ihr in die Kiste stieg. Als sie begann den Tisch leer zu räumen, erhob ich mich und trug die Tassen in die Küche. "Ich ziehe keinen Nutzen aus dir." Mein Blick lag auf ihr, als hätte sie gerade etwas gesagt das total abwegig gewesen war. Das sie ein Pessimist gewesen war, war in der Tat total untertrieben. Sie stellte ja so ziemlich alles in Frage was ich tat. "Ist dir schon mal in den Sinn gekommen, dass ich einfach nur Nett sein will. Das mag für dich zwar absolut unglaubwürdig klingen, weil ich ein echt cooler und gut aussehender Typ bin, aber ich habe keine wirklichen Freunde." Das konnte ich manchmal selbst kaum glauben. Aber auch das war nur Schuld an den Therapien die ich machen musste. Wenn man einen Menschen sein gesamtes Leben einsperrte, hatte er eben keinen sonderlich Großen Kontakt zur Außenwelt. Das Thema mit der Klinik und der Idee meinen Bruder zu besuchen verwarf ich zunächst. Es war ihr sichtlich nicht geheuer und das war nur etwas sie nur noch mehr zurück drängte. Ich lehnte mich an die Küchenzeile hinter ihr und sah ihr aufmerksam dabei zu wie sie die restlichen Dinge wegräumte.

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• Chord Heard.

War ich auch ein böser Mann? Worte die mich für sekunden die Luft anhielten ließen. Auch wenn ich es niemals hätte offen zugegeben schmerzte es, solche Wörter aus dem Mund eines Kindes zu hören. Er hatte ja Recht, auf eine komische Art und Weise war ich ein böser Mann. Er nahm mich als etwas wahr, was ich war ohne das er die Hintergründe verstand. Vielleicht waren meine Absichten nicht immer wirklich Böse, aber auch ich hatte eine Waffe und auch ich tat manchmal Dinge die andere Verletzten. Er sah die Dinge aus den Augen eines Kindes und war einfach nur ehrlich während er mit seiner Mutter sprach. Und dagegen konnte ich absolut nichts tun. Denn vielleicht war ich kein Böser Mann, aber die Dinge die ich getan hatte, waren in der Tat nicht sonderlich Lobenswert. Auf seine Frage ob ich auf seinen Bruder oder seine Schwester aufpasste, nickte ich. Es fehlten mir die Worte für einen kurzen Augenblick. Ich räusperte mich ehe ich kanpp mit einem "Ja" antwortete. "Es ist hier kalt. Ich hab meine Spielsachen gar nicht hier. Kann ich Papa trotzdem einmal besuchen?" Natürlich verstand er das ganze nicht. Was erwarteten wir von ihm? Er war ein Kind. Er hatte viel zu viele Fragen die in seinem Kopf vorgingen. Meine Augen hingen an Lillian. Sie wusste gar nicht wie sehr ich diesen Augenblick hier hasste. Es war das was ich immer verhindern wollte. Für sie war es vielleicht kein Problem, aber Bryan würde er sehr viel überwindung kosten. Es würde wahrscheinlich seinen gesamten Charakter verändern sobald er realisierte was hier abging. Das ich vielleicht kein Böser Mann war, aber nicht anders handelte wie diese. Bryans Augen hingen an Lillian. Man konnte sehen wie er versuchte zu verstehen. Er streckte die Hand aus und begann diese spielerisch unter Lillians Pullover zu stecken. "Kann ich trotzdem Onkel Chord zu ihm sagen? Wir können ihn ja auch ganz einfach mitnehmen nach Hause." Natürlich wollte er nach Hause. Dorthin zurück wo er aufgewachsen war. "Ich glaube wir machen sowas wie Urlaub. Zunächst einmal. Und dann gehen wir auch bald wieder zurück nach Hause", kam ich Lillian zuvor. "Aber ich muss doch in die Schule gehen. Die schimpfen sonst wenn ich nicht komme." Das war wohl unser geringstes Problem. Wenn Lillian mit ihm bei mir blieb, konnten sie sich das mit der Schule erst einmal abschminken.

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