The Hamptons [Revenge] RPG

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The Hamptons [Revenge] RPG

Aloha, dieses RPG eröffne ich für Troian.

THE HAMPTONS ʸᵒᵘʳ ᶤᵐᵖʳᵉˢˢᶤᵒᶰ

Hier geht es zur offiziellen Gruppe!

Unsere Geschichte:
In einer Reihe von Millionen-Dollar-Strandhäusern und den reichsten Familien der Nation herrscht eine Fülle von Leben, die Menschen verändert - und du hast die Möglichkeit in den Hamptons, an Barbecues, Partys und gesellschaftlichen Ereignissen sowie dem restlichem puren Luxus teil zu haben. Doch sei auf der Hut, auf den Hamptons scheint jeder Bewohner etwas zu verstecken und etwas zu wissen was nicht ans Licht kommen soll. Deine Nachbarn sind nicht die die sie vorgeben zu sein. Die bekanntesten Leute auf der Insel ist die Familie Grayson, die nicht davor scheuen zu prahlen was sie alles an Vermögen besitzen. Werde Teil an dem Leben der New Yorker Halbinsel und vielleicht bekommst du ja sogar ein Ehrennamen und darfst in das Geheimnis der mysteriösen Ereignisse der Familie Greyson schnuppern oder aber du versucht dir dein eigenes Leben auf zu bauen und dich aus allem fern zu halten. Versuchst die Typischen Probleme wie Geldsorgen oder Probleme im Liebes Leben zu meistern. Eines sei gesagt: Ruhm, Macht, Ehre, Geheimnisse und Gerüchte können Menschen verändern. Die Hamptons sind groß und die Graysons haben ihre Finger überall im Spiel.

Euer Geheimnis:
Was verbirgt sich hinter eurer Person? Die Hamptons sind bekannt als einer der Reichsten Insel New Yorks und so sind auch dessen Bewohner. Doch nicht alle sind die die sie vorgeben zu sein. Hinter der scheinbaren Glitzerwelt stecken auch ihre Schattenseiten. Wie seid ihr an euer vermögen gekommen? Zum Beispiel war auch Daniel Grayson der Sohn der Familie für eine bestimmte Zeit im Knast da er wegen Körperverletzung eingebuchtet wurde. Im Gefängnis lernte er jede Menge Leute kennen denen er durch die Verbindung seines Vaters ohne sein Wissen Geld zu kommen ließ. Vielleicht seid ihr eine von ihnen und nutzt die Gelegenheit um euch in der Sonne auszuruhen nachdem ihr in den Genuss der Freiheit gekommen seid. Vielleicht arbeitet ihr Illegal auf der Insel als Stripper oder Drogen Dealer. Ein verloren geglaubtes Mitglied einer der High-Society Familien oder du bist ein verwandter/bekannter der Familie Grayson. Denn auf den Hamptons ist nicht alles so glamourös wie es scheint. All dies sind Geheimnisse die euren Namen unrein waschen könnten. Und wer will schon in der Nahrungskette ganz unten stehen?

Geschichte der Serie:
Emily Thorne ist für den Sommer zurück auf die Hamptons gekehrt und mietet das leer Stehende Haus neben der hoch angesehenen Grayson Familie. Was niemand weiß, Emily war schon mal in den Hamptons wo sie noch ein kleines Mädchen war. Was niemand ahnt: In Wirklichkeit ist Emily Throne: Amanda Clarke, dessen Vater für ein Verbrechen das er nicht begangen hatte festgenommen und ihm im Gefängnis dafür das Leben genommen wurde. Sie wurde dauerhaft von ihrem Vater durch eine Nervenklinik getrennt und sah ihn nie wieder. Amandas Vater im Gefängnis zu Tode verurteilt durch gefälschte beweise von Victoria Grayson. David Clarke hinterließ seiner Tochter eine Kiste mit Beweisen die seine Unschuld belegten, die ein gewisser Nolan Ross ihr überreichte. Amandas Vater wusste das der Tag seines Todes vor ihrem Neunzehnten Geburtstag einbrechen würde. Amanda nutze ihren Aufenthalt in der Klinik in dem sie mit einem Mädchen Namens Emily Throne die Identität tauschte um verdeckt zu bleiben. Doch nun, wo Amanda als Emily zu den Hamptons zurückgekehrt ist, hat sie sich den Vorsatz Rache an denjenigen zu nehmen die sie und ihren Vater damals ungerecht behandelt haben. Ganz oben auf ihrer Liste stehen die Graysons. Victoria Grayson, die Mutter in der großen Familie und die Frau die Amandas Vater liebte und ihn dann für einen 'Mord' den er nicht begannen hatte verriet. Als Emily ihrer Pläne immer weiter versucht in Bewegung zu setzen merkt sie nach und nach wie viel Wut doch in ihr Steckt und das sie auch bereit wäre über Leichen zu gehen. Doch nicht nur ihre Feinde stehen ihr im Weg sondern auch ihre Freunde (wie z.B. die Porters aus ihrer Kindheit) Eines steht für Amanda jedoch steht fest, sie steht zu der Unschuld ihres Vaters, auch wenn er sie in einen Brief gebeten hatte zu verzeihen.

„Das ist keine Geschichte über Vergebung...es ist eine Geschichte über Rache..!“ - - Amanda Clarke / Revenge 01x01

Charakter aus der Serie:
Victoria Grayson → FREI
Aiden Mathis → FREI
Emily Throne/Amanda Clarke →FREI
Nolan Ross → Troian
Amanda Clarke/Emily Throne → FREI
Conrad Grayson → FREI
Tyler Barrol → Little J.
Lydia Davis → FREI
Charlotte Grayson → FREI
Ashley Davenport → FREI
Declan Porter → FREI
Daniel Grayson > crazy_perfect
Patrick Osbourne → crazy_perfect
Padma Lahri → FREI
Jack Porter → crazy_perfect
Dav id Clarke → FREI

Aktive Mitglieder(zul. Aktualisiert 22.09.2017)
Troian.
Chord Heard
Nolan Ross
Cassian Winters
Harmony
Leah Jenkins
Derek Castaneda
crazy_perfect
Jack Porter
Patrick Osbrone
Daniel Greyson
colourful.death
Lillian Adams
.invisible.
Christian Hale
Nikki Carson
Miss Fabulous
Chloé Lookwood
Elizabeth 'Liz' McDarren
Sternenkind.
Faith Barrol

Steckbriefvorlagen:
...für selbst gemachte Charaktere, die in das Leben der Hamptons eintauchen:
Name: [Wie heißt ihr im HoN?]
Name im RPG: [Wie soll euer Charakter heißen. Vor/Nachname ?]
Geschlecht : [Männlich oder weiblich ? ♂ / ♀]
Alter: [Wie alt ist euer Charakter?]
Aussehen : [Bitte mit Real Life Link]
Charakterzüge/Art/Verhalten: [Beschreibe den Charakter deines Charas in Sätzen!]
Hobbys: [Was macht eurer Chara so in der Freizeit ?]
Etwas wissenswertes über die Familie?:[Reich/Arm/Allein lebend/ usw..]
Vorgeschichte : [Was hat er /sie bis jetzt schon alles erlebt?]
Sonstiges:[Besonderheiten Talente oder Merkmale seinen Charas?]
Hat dein Chara ein Geheimniss?: (Muss nicht ausgefüllt werden! )

Regeln:
- natürlich gelten zuerst einmal die Allgemeinen RPG-Regeln
- mindestens einmal in der Woche im RPG schreiben/melden
- in Ich-Form schreiben
- Namen eures Charas oben drüber
- Sachen die nicht zur RPG gehören bitte in Klammern (…)
- Gedanken bitte so //….// oder in kurviger Schrift
- Gesprochenes wird so „…“
- keine Beleidigungen und kein Streit, außer im RPG zwischen Charakteren
- Wenn ihr längere Zeit nicht on kommen könnt, sagt bescheid. Wenn ihr euch länger als einen Monat unentschuldigt nicht mehr meldet wird euer Chara wieder frei.
- Und zu Guter Letzt: Spaß haben.

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LILLIAN Adams
Man merkte wie angestrengt das alles hier für Chord eigentlich war. Er versuchte es und gab sein Bestes, und es machte mich unglaublich glücklich zu sehen dass er sich so unfassbar viel Mühe mit Bryan und all diesen Dingen hier gab, jedoch klappte es doch nicht so wirklich. Man sah es ihm an, dass er sich nicht wirklich wohl fühlte – zwar dachte ich, dass es sich irgendwann und mit etwas Zeit ändern würde, dass es Chord möglicherweise bald schon nicht mehr ganz so schwer fallen würde mit einem sechs-jährigen zu sprechen und etwas zu unternehmen als im Moment, ich konnte es aber um ehrlich zu sein auch irgendwie verstehen. Er hatte nie wirklich eine Bindung zu ihm aufgebaut, war in Bryan's frühen Jahren und den wohl wichtigsten Momenten seines Lebens nicht dabei gewesen; es fiel nicht nur Chord schwer eine Bindung aufzubauen, auch Bryan tat sich schwer. Er hatte Erinnerungen an einen anderen Mann, den er als Vater ansah und nun plötzlich war Chord hier und wollte diese Rolle übernehmen; selbst wenn dem nicht so war. Chord wollte nicht einfach Jasper's Rolle übernehmen, dazu war er doch nicht einmal bereit, ich konnte es ihm aber wirklich nicht übel nehmen. Ich verstand ihn. Und ich liebte ihn nur noch mehr dafür, dass er es trotz allem und trotz der Anstrengungen versuchte. Er gab sich Mühe, wie sonst noch nie in seinem Leben, und das alles tat er nur weil er mich in seinem Leben haben wollte. Weil er wusste das ich Bryan für den Rest meines Lebens um mich haben würde. Weil er wusste, dass ich Bryan nicht aufgeben würde, selbst wenn es bedeutet hätte das Chord und ich ein glückliches Leben hätten führen können. Ich hätte Bryan damals nicht aufgegeben, und würde es selbst heute nicht tun. Nicht für die Welt, und auch nicht für Chord. Leise lachend strich ich Chord über den Nacken, ließ meinen Daumen seinen Haaransatz streifen. "Nur heute, keine Sorge," antwortete ich ihm auf seine Frage. Wir müssten wohl wirklich nicht jeden Tag hier sitzen und irgendwelche Tiere zeichnen – Bryan's Meinung nach zeichnete Chord ja auch Hunde, seiner Meinung nach aber sollte es eine Katze sein. Ich sah nichts der Beiden. Weshalb machte ich ihn denn nun fertig? Ich war es nicht gewesen, die ihn für so ziemlich alles bemängelt hatte. Lachend zog ich den Kopf etwas zurück und runzelte die Stirn. "Oh ich mache dich also fertig, ja?", zog ich ihn grinsend auf, seine Lippen aber streiften ein weiteres Mal meinen Hals hinab. Ich schloss die Augen und seufzte leise. Das alles hier wäre so viel entspannter, und so viel schöner wären wir einfach nur zu zweit. Das wusste ich – mir musste niemand sagen, dass wir nicht einfach so tun und lassen konnten was wir wollten, schließlich war hier ein sechsjähriger der von all diesen Dingen nicht zwingend etwas mitbekommen musste. Ich neigte den Kopf etwas zur Seite und schmunzelte. "Daddy bekommt alles was er will," antwortete ich ihm leise. Ich zog seinen Kopf wieder hoch zu mir und legte meine Lippen ein weiteres Mal auf die seinen, vergrub meine Hände in seinen Haaren. Was ich nicht alles für ein wenig Zweisamkeit geben würde, denn auch wenn ich glücklich mit dem hier war, wünschte ich mir doch etwas mehr Zeit mit ihm alleine. Wir hatten doch nie diese frisch-verliebt Phase gehabt, und selbst jetzt konnten wir diese Dinge nicht einfach nachholen. Grinsend schob ich seine Hand etwas höher und biss ihm spielerisch auf die Unterlippe. Uns fehlte die Zeit und die Möglichkeit all die Dinge zu tun, die normale Paare so taten. "Wir können gemeinsam duschen, sobald Bryan schläft," flüsterte ich an seinen Lippen. Es wäre zumindest besser als gar keine Zeit für uns, um ehrlich zu sein wollte ich das nicht. Ich wollte nicht, dass wir keine Zeit mehr für uns hatten. Ich wollte meine Zweisamkeit mit Chord, wollte das alles hier auch wirklich genießen und einfach ein Mal so tun als wären wir normal. Zumindest für eine Weile. "Wir müssen schnell dafür sorgen, dass Bryan wieder zur Schule kann," stellte ich fest und löste mich etwas von ihm. Wenn Bryan in der Schule war, hätten wir zumindest etwas Zeit für uns – auch wenn Chord andere Dinge zutun hatte, als seinen Vormittag mit mir zu verbringen. Irgendwie würden wir einen Weg finden. Das waren seine Worte gewesen; und ich glaubte daran.

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• Chord Heard.

Es kam mir vor, als würde die Zeit einfach nicht herum gehen. Durch die Bilder versuchte Bryan Kontakt zu mir aufzubauen. Er kam mir näher und fragte sehr viel. Meiner Meinung nach schon zu viel, da ich nach dem vierten Mal schon gar keinen Ansporn mehr gehabt hatte zu Atnworten. Für Lillian war das ganze bestimmt mehr als amüsant zu beobachten. Wie ein Erwachser Mann sich mit einem kleinem Kind auseinander setzte und dabei an seine Grenzen stieß. Bereits nach zehn Minuten wäre ich einfach aufgestanden und weg gegangen. Ich konnte einfach nichts mit Bryan und dem was er von mir wollte Anfangen. Dieses Gefühl das sich in einem aufbaute und das immer größer würde war einfach nicht zu beschreiben. Es gab keine Worte für alles. Denn Bryan schien es dennoch zu versuchen, ob er es nun merkte oder nicht. Irgendwie und so gut wie es eben ging. Dennoch war ich gerade jetzt sehr ehrleichtert, als Lillian meinte, dass es Zeit fürs Bett war. Bryan eilte ins Bad und als die Tür hinter ihm zu fiel atmete ich aus. Ich sank in meinen Stuhl und rieb mir meine Schläfe. "Wenn du wüsstest." Ich gab mir mühe., sagte sie und damit hatte sie Recht. Ich versuchte es wirklich so gut wie ich es nur konnte. Als Lillian ihre Hand in meinen Nacken legte und sich mir näherte, war die Stunde in der ich mit Bryan zusammen gesessen hatte, jedoch nur halb so schlimm als ich sie vorher empfunden hatte. Denn wenn ich es für Lillian tat, denn war es auf eine verdrehte Art und Weise irgendwie okay. Ich würde alles für sie tun. Und sie machte es wieder gut indem sie mich einfach mit ihren weiblichen Zügen um den Finger wickelte. Mit meinen typischen Sorgenfalten im Gesicht sah ich sie an, als sie sich zu mir auf den Schoß setzte. Ich fühlte mich als hätte ich 24 Stunden durch gemacht. "Wir müssen jetzt aber nicht jeden Tag hier an diesem Tisch sitzten und irgendwelche Tiere zeichnen oder? Er sagt meine Katzte sei ein Hund", lachte ich und legte meine Hände um ihre Hüfte. Ich hatte Zeit jetzt wo Bryan im Bad war für einen kurzen Augenblick durchzuatmen. "Du machst mich fertig", hauchte ich und verband unsere Lippen zu einem Kuss. Wahrscheinlich war die Nähe zu Lillian das einzige was mich weiter machen ließ. Auch wenn wir nun mit Bryan weniger Zeit haben würden, genoss ich es ihr so nahe zu sein. Denn gerade jetzt wo es immer weniger vorkommen sollte, musste man es doch viel mehr ausnutzen. Erneut bahnten meine Lippen sich einen Weg in ihren Nacken und hauchten ihr dort einen zärtlichen Kuss auf die Haut. "Ich hoffe Daddy kriegt auch mal was für seine harten Bemühungen", flüsterte ich und meine Hand schob sich ein wenig unter ihr Shirt. Diesen Satz konnte ich mir einfach nicht verkneifen. Ich biss mir auf die Unterlippe und grinste frech. Im Augenblick reichte es mir auch einfach im Bett zu liegen und sie in meinen Armen zu halten. Einfach um abzuschalten.

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Micaela Ramírez
Während ich das Bild betrachtete, fragte ich mich, wie das Bild wohl aussehen würde, wenn er mich wirklich genau gezeichnet hatte und sich auch die entsprechende Zeit dafür genommen hätte. Ich hatte ehrlich gesagt nicht gedacht, dass er zeichnete. Aber in der Klinik musste man halt auch Hobbies suchen, die man für sich selbst erledigen konnte. Ich war dann halt meistens einfach für mich selbst gewesen und hatte mich irgendwie versucht zu beschäftigen. "Danke", erwiderte ich, als er meinte, dass ich es behalten konnte. Das freute mich tatsächlich. Ich lächelte ihn an und sah dann wieder von dem Bild zu ihm. Ich versuchte mich ja wirklich zusammenzureissen. Aber er musste nicht meinen, dass ich das einfach so von heute auf morgen schaffen könnten - denn dann würde ich ihn enttäuschen. Lesen. Er las. Noch so etwas, was ich ihm nicht zugetraut hätte. In El Salvador hatte ich sehr viel gelesen. Aber mein Englisch war halt doch irgendwie zu schlecht, als dass ich irgendwie gute Bücher lesen könnte und diejenigen auf Spanisch hatte ich die meisten schon gelesen. Die Bücherei hier hatte zwar ein paar Bücher auf Spanisch, aber die Auswahl könnte grösser sein. Ich würde das Geld von meinem Bruder garantiert nicht für irgendwelche Bücher ausgeben. Ich nickte leicht bei seinen Worten. Ich war zwar nicht so lange eingesperrt gewesen wie er, aber ich wusste wirklich noch, wie das ganze war. Man konnte nicht wirklich etwas tun. Am meisten vermisste ich den Sport in der Klinik. Es war einfach nicht das gleiche und man hatte dazu nicht die gleiche Möglichkeiten, wie wenn man draussen war. Ich wurde neugierig. Was wir tun konnten? Wollte er etwa noch mehr von seiner wertvollen Zeit mit mir verschwenden? "Was könnten wir denn alles so tun?", fragte ich ihn neugierig und betrachtete ihn. Da war ich schon gespannt, was für Ideen er vorschlagen würde. Jedoch runzelte ich wieder die Stirn, als er den nächsten Satz damit anfing, dass er mir nicht zu nahe treten möchte. Ich mochte solche Sätze nicht. Ich sah ihn perplex an. Wie kam er denn nur schon überhaupt auf die Idee, dass ich irgendwann nur ansatzweise einen Mann küssen wollte? Ich räusperte mich ein bisschen, während ich die richtigen Worte versuchte zusammen zu kratzen. Vor allem hatte ich das Gefühl, dass er von sich selbst redete. Wie oft hatte er denn bitteschön hervor gehoben, dass er mir nichts böses tun wollte und dass er echt cool war? Genauso hatte er eben diesen Mann geschrieben. "Es kommt mir gerade vor, als hättest du dich selbst beschrieben", sprach ich meine Gedanken aus und zog die Beine auf meinem Bürostuhl. Ich legte mein Kinn auf das Knie und zuckte dann die Scultern. "Ich weiss es ehrlich gesagt nicht." Ich legte den Kopf ein bisschen schräg. "Man müsste.. sehr, sehr viel Geduld mit mir haben und so viel ich weiss, ist das nicht eine sehr ausgeprägte Stärke bei den Männern", sagte ich und legte den Kopf in den Nacken. "Vielleicht werde ich auch einfach einsam und verlassen sterben", ich musste leise auflachen. Dabei war ich noch so jung. Aber ich war schon einmal nahe am Tod vorbei gekommen und damals hatte ich nichts anderes wollen, als diesen auch zu finden. Ich hob meinen Kopf wieder an. "Wieso fragst du das?", fragte ich ihn zurück. Ich hatte immer noch das Gefühl, dass er von sich selbst geredet hatte. Aber ich konnte es nicht wirklich sagen. Ich hatte zu wenig Umgang mit den Männern, um mich da wirklich auszukennen.

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LILLIAN Adams
Ich war Chord unfassbar dankbar dafür, dass er sich so viel Mühe mit Bryan gab. Er versuchte es, und das erkannte wahrscheinlich selbst ein Blinder – selbst ein Blinder würde aber auch verstehen, dass er doch nicht so wirklich wusste wohin mit sich. Das alles hier war sehr wahrscheinlich einfach zu viel für ihn. Ich konnte es ihm aber nicht einmal übel nehmen, wenn er einfach eine Weile Zeit für sich brauchen würde – oder aber wenn er weiterhin Unmengen von Alkohol zu sich nehmen würde. Ich erwartete jedoch auch nicht wirklich von ihm, dass er von jetzt auf sofort mit dem Trinken aufhörte. Er hatte ein Problem; eines mehr mit dem wir gemeinsam klar kommen müssten. Ich wusste, dass Bryan den Geruch von Alkohol hasste, dass bedeutete jedoch nicht das Chord einfach so seinen Problemen abschwören würde. So funktionierte es nun einmal nicht, und das wusste ich ebenso gut wie er es tat. Deshalb sagte ich ja noch nicht einmal etwas dazu, dass er sehr wahrscheinlich keine Limonade oder aber Wasser in seinem Flachmann hatte. Ich konnte nicht von Chord verlangen, sein ganzes Leben einfach auf den Kopf zu drehen, und das innerhalb von nur ein paar Stunden. Schmunzelnd betrachtete ich Chord und Bryan dabei, wie sie sich wenigstens irgendwie kennenlernten – zumindest redete Bryan schon einmal mit ihm, wenn auch sehr wahrscheinlich nur weil ich versuchte ihn dazu zu bringen. Ich verstand im Moment jedoch nicht besonders, weshalb Bryan gerade nicht mit ihm sprechen wollte. War es, weil er dachte er hätte Jasper verschreckt und dafür gesorgt, dass er seinen Vater nicht mehr sehen konnte? Wahrscheinlich sah er Chord gerade als einen der Bösen, und das konnte er doch auch – ich hatte nciht wirklich gedacht, dass er ihn einfach so und augenblicklich akzeptieren würde. Ich hatte jedoch irgendwie doch gehofft, dass er möglicherweise etwas mehr verstand. Was wollte ich aber auch? Er war sechs Jahre. Er konnte es nicht verstehen. Wie lange ich einfach nur dasaß und den Beiden dabei zusah, wie sie irgendwelche Bilder zeichnete, konnte ich nicht so Recht sagen. Eine ganze Weile, und sehr wahrscheinlich auch sehr viel länger als Chord eigentlich gewollt hatte, letzten Endes wollte ich sie aber doch nicht bei irgendetwas unterbrechen – vor allem wenn sie gerade dabei waren, irgendwie einen gemeinsamen Nenner zu finden. Ich räusperte mich und warf einen kurzen Blick auf die Uhr. Es war schon ziemlich spät, und Bryan sollte wohl endlich ins Bett. Vor allem aber wollte ich Chord heute auch nicht wirklich zu viel zumuten; er hatte sich bis jetzt doch schon ziemlich gut geschlagen. "Es wird Zeit für dich ins Bett zu gehen," sagte ich und stand von meinem Stuhl auf. Ich sah Bryan an und deutete mit dem Kopf zum Badezimmer. "Ab, mach dich fertig," so hätten Chord und ich vielleicht wenigstens ein paar Minuten unsere Ruhe. Vor allem hätte er Zeit, durchzuatmen. "Sonst stehst du spät auf, und wenn du spät aufstehst können wir nicht an den Strand," sagte ich zu Bryan und schürzte die Lippen. Augenblicklich wurde er hellhörig. Ich lachte leise auf, während er die letzten paar Striche malte und dann doch alles liegen ließ. Kaum war er hinter der Tür verschwunden, ließ ich mich auf seinen Platz sinken und drehte mich Chord zu. Lächelnd fuhr ich ihm durch die Haare. "Du gibst dir Mühe," natürlich gab er sich Mühe. Er hatte doch ohnehin gesagt, dass er auch einfach so tun würde als würde er Gefühle für Bryan haben, um mich glücklich zu machen. Sanft schob ich meine Hand in seinen Nacken und zog in zu mir. "Danke," sagte ich leise und küsste ihn. Ich wollte wirklich nicht das er dachte, ich würde das alles hier für Selbstverständlich sehen, denn das tat ich nicht. Ich sah es nicht als Selbstverständlich das er sich Mühe gab, oder aber das er hier war und nicht wirklich die Stadt verlassen hatte. Seufzend schob ich Chord wieder etwas zurück, beugte mich zu ihm hinüber und kletterte auf seinen Schoß. Ich wollte wenigstens eine Weile mit ihm alleine sein. Nur kurz, und nur um einfach nur wirklich zu genießen das er hier war, und nicht auf die Idee kam einfach zu gehen.

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• Chord Heard.

Die Sache hier lief beinahe von alleine und Bryan ließ sich von den Angeboten von seiner Mutter nicht beirren. Mit seinen Sachten unter dem Arm, kam er zu uns an den Tisch getrottet. Die Kommunikation ziwschen Lillian und Bryan war schon übelst süß, dennoch wusste ich, dass ich niemals mithalten könnte. Ich presste meine Lippen feste aufeinander und beobachtete das ganze. Lillian wollte mir beim Malen helfen? Ich war zu Alt für sowas. Es würden ab heute lange lange Tage werden. Ich hoffte einfach Lillian wusste auch irgendwie zu schätzen, dass ich das ganze hier für sie und den kleinen tat. Vor allem, wenn ich bedachte das das ganze noch einmal auf mich wartete. Es würde nicht lang dauern und wir hatten Vier Füße die uns auf Schritt und Tritt verfolgten und es würde auch nicht mehr lange Dauern, dann war Bryan ein nerviger kleiner launischer Teenager. So wie Dylan wahrscheinlich. Wenn nicht sogar anstrengender. Ich presste meine Lippen feste zusammen und versuchte mir nichts anmerken zu lassen während mein Blicke über die Bätter wanderten. Durch die Sache musste ich wohl durch. Hatte ich eine andere wahl? Nein eigentlich nicht. "Gut das ich Geheimnise wirklich gut für mich behalten kann", gab ich schlicht wieder und nahm einen der Stifte in der Hand als Bryan die Blätter verteilte. Malen war wohl wirklich sein Ding. Er war ja ganz Feuer und Flamme für das ganze. Seine Fantasie war kaum in Grenzen zu halten. Es freute mich, dass er etwas hatte an das er sich festhalten konnte. Langsam begann ich also zu zeichnen. Eine Katze, oder sowas in der Art. Schließlich hatte Bryan das Thema ja nicht vorgegeben. Bryan sah interessiert auf meine Hand. Er war so faziniert, dass er sogar aufhörte zu zeichnen. Er blickte zu mir und rutschte ungeduldig mit seinem Pop umher. "Ist das ein Hund?" Wow. Sogar dafür war ich zu Blöd. In Sharada würde ich wahrscheinlich mächtigst versagen. "Ähm klar. Ein Hund. Jap." Ich blickte zu Lillian. Noch nicht einmal sie konnte wahrscheinlich erkennen was ich da auf mein Papier zeichnete. "So sieht doch kein Hund aus. Der hat zu Große Ohren." Bryan beugte sich quer über dne ganzen Tisch, nahm seinen Stift und korrigierte meine Ohren. Nur leider sah das ganze nicht unbedingt besser aus wie vorher. "Jetzt ist das ein Hund. Sieht gut aus." Und von dieser Meinung war es wahrscheinlich überzeugt, denn er ließ seinen Blick noch einmal über den Tisch gleiten ehe er sein Bild weiter machte. Mein Bild sah um länger nicht so gut aus wie das was Bryan da aur das Papier brachte. Ein Beweis dafür das auch Erwachsene noch wie Kinder malen konnten. "Und was machst du?", fragte ich und sah ihm dabei zu wie er sich beim zeichnen in sämtliche Kruven legte. "Ein Piratenschiff." Wow, Piraten schienen es ihm ja wohl so ziemlich angetan zu haben. "Das sieht man doch." Ich lachte auf. Auf eine ganz charmante Art und Weise schaffte Bryan es immer direkt zu sein aber auch süß dabei zu wirken. Das hatte er wohl ein wenig von seiner Mutter. Wenn ihn etwas störte, denn sagte er dies auch und stand dafür ein ohne mit der Wimper zu zucken. Das war für sein Alter echt bemerkenswert. Vorallem dieses Auge fürs Detail.

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• Cassian Winters.

Aber wenn ihr so oft langweilig war, wieso tat sie nichts dagegen? Selbst in der Klinik war ich nicht der Kerl gewesen, der einfach auf seinem Faulen Hintern gesessen hatte. Es gab eigentlich immer etwas zu tun. Es war das schlimmste, wenn man Langweilie hatte. So epfand ich das ganze. Micaela betrachtete mein Bild. Ich nickte und ließ mich zurück auf meinem Bett nieder. "Klar. Behalte es." Für mich war das Bild nur eine kleine Kritzellei. Vielleicht würde ich bald Anfangen Micaela einmal sorgfältig und wirklich Detailgetreu zu zeichnen. Es schien ihr zu gefallen und vielleicht freute sie sich darüber ja sogar ein wenig. Sie versuchte mir weiß zu machen, dass sie versuchte nicht gleich hysterisch zu werden, sobald ich ihr zu nahe trat. Dabei merkte ich selbst den Versuch. Ich machte ihr ein Kompliment und ich konnte förmlich sehen, wie sich alles in ihr Zusammen zog. Im Gegensatz zu mir war Micaela schlecht darin zu Lügen, soviel stand fest. Ich fing das Kissen und richtete mich wieder auf. "Naja, ich helfe viel aus in der Klinik. Das ist mein Zuhause. Ich würde sterben wenn ich nicht einen Tag irgendwie in Bewegung bin. Ich helfe in der Küche, lese viel, mache Sport. Der Nachteil ist bloß, dass ich das Gebäude so gut wie nie verlassen durfte. Ich war ein Insassae mit Freigang- so gut es eben machbar war." Andere Hobbys wie Kino oder Sportakitvitäten draußen kamen da ziemlich kurz, auch wenn ich wirklich offen für alles war. Ich liebte es in Bewegung zu sein. Doch so viel zu mir. "Um auf deine "Hobbys" zurück zu kommen. Es gibt viele Dinge die Spaß machen. Es gibt vieles was wir tun könnten." Diesen Strike hatte ich mir verdient. Auch sie hatte heute schon mehr als Genug etwas gesagt, was sie gar nicht so gemeint hatte. "Ich will dir wirklich nicht zu Nahe treten, aber hast du schon in betracht gezogen, jemals wieder einen anderen Typen zu küssen? Einen, der vielleicht ganz okay und wirklich eigentlich echt cool ist?", ich erhob eine Augenbraue und lächelte leicht als sie mich ansah. Wahrscheinlich hatte ich mit dieser Frage eine Grenze überschritten, aber ich war mir sicher das sie es von mir gewöhnt war und nicht all zu erschreckend fand. Von mir erwartete man so etwas eben. Zügig erhob ich meine Hand um ihr deutlich zu machen das ich ihr nicht noch weiter zu nahe treten würde als diese Frage. "Es gibt schließlich auch Männer da draußen, die dir nichts böses wollen." Und das war wahrscheinlich etwas was sie mir nicht unbedingt glaubte. Aber man durfte ja auch mal ganz "unauffällig" etwas tiefer nachfragen.

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Micaela Ramírez
Ich sah, wie Cas das Kissen elegant auffing. Konnte er eigentlich etwas nicht? Ich hatte bis jetzt wohl noch keine Situation angetroffen, bei der Cas irgendwie hilflos gewirkt hatte oder nicht wusste, was er nun tun sollte. Vielleicht war er aber einfach gut im Improvisieren. Ich wusste es nicht. Bei seiner Frage musste ich ein bisschen schmunzeln. Was dachte er denn? Sah ich denn nicht wie jemand aus, der gerne Sport machte? Ich nickte daher leicht und schürzte bei der nächsten Frage die Lippen. "Nicht wirklich. Die Möglichkeiten hier im Haus sind ziemlich beschränkt", sagte ich und lächelte ihn schwach. Ich faltete die Hände in meinem Schoss zusammen. Natürlich wurde mir langweilig, daher war ich eigentlich um jede Abwechslung froh, die sich bot. Ich hatte oft das Gefühl, als dass der Tag einfach nicht vorbei gehen wollte. "Doch, mir ist oft langweilig." Bei seiner nächsten Frage sah ich ein bisschen verwirrt an. War es denn nicht offensichtlich, wieso ich damit aufgehört hatte? "Ich glaube, die Antwort auf diese Frage findest du selber", sagte ich. Wenn ich mich komisch ausdrücken würde, würde er mich für heute nur noch ein weiteres Mal als die Verrückte abstempeln. Darauf hatte ich nicht wirklich Lust. Ich war erstaunt von seiner schnellen Antwort und vor allem hätte ich es ihm nicht zugetraut. Zeichnen? Ich hatte gedacht, dass es eher eine Aktivität war, bei der es mehr Körpereinsatz brauchte und da redete ich jetzt nicht vom Sex. Aber Zeichnen? Wieder einmal rühmte er sich selbst. Vielleicht hatte er angefangen, sich selbst mit Komplimenten zu überhäufen, weil es sonst niemand tat. Denn er hatte sich gerade noch in der Küche selbst Komplimente gemacht und nun auch wieder. Ich sah ihn abwartend an, als er sich ohne zu fragen Papier, Block und Schreibzeug schnappte und sich damit wieder auf das Bett setzte. Cas zeigte wirklich keine Scheu, irgendwas zu tun. Er tat einfach das, was ihm gerade in den Sinn kam. Es war mir nicht wirklich neu. Es dauerte ein paar Minuten und dann hielt er das gezeichnete Bild neben meinen Kopf. Ich nahm es ihm aus der Hand und betrachtete es. Obwohl es nur so schnell dahin gekritzelt war, jedenfalls hatte es beim Zusehen so ausgesehen, war es verdammt gut. "Du bist wirklich gut", gestand ich und sah mich selbst auf dem Bild an. Ich betrachtete immer noch ein Bild, als nun er derjenige war, der mir ein Kompliment machte. Ich versuchte - wieder einmal - nicht gleich rot zu werden und sah ihn flüchtig an. "Danke", murmelte ich leise. Ich war es mir einfach nicht mehr gewohnt, Komplimente von Männern zu bekommen. Ich legte die Zeichnung auf mein Pult und drehte mich zu Cas um. Wieder kam ein Kissen geflogen, aber dieses Mal war ich vorbereitet. Ohne grosse Mühe fing ich es auf und musste grinsen. "Ich versuche es ja", erwiderte ich. Ich versuchte wirklich nicht immer gleich hysterisch zu werden. Aber konnte er es denn nicht verstehen? Gut, er hatte inzwischen schon ungefähr hundert Mal gesagt, dass er mir nichts schlechtes wollte. Aber das hiess nicht, dass er nichts von mir wollte. Für ihn war ich schlussendlich doch eine Frau oder? Und ich wusste, wie sehr Cas die Frauen mochte. "Kann ich die Zeichnung behalten?", fragte ich ihn und deutete auf die Zeichnung, bevor ich wieder das Kissen zurückwarf. Ich war noch nie von jemand anderem gezeichnet worden und es war ein schönes Bild, vor allem für das dass es nur schnell hingekritzelt worden war. In Cas schlummerte wohl noch sehr viel, von dem ich nichts wusste. "Und sonst machst du nichts?", fragte ich ihn fast schon ein bisschen provokativ zurück. Er hatte mich vorhin immerhin das gleiche gefragt. Ich konnte mir kaum vorstellen, dass er den ganzen Tag gezeichnet hatte. Oder etwa doch?

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LILLIAN Adams
Wieso sollte er nicht mit Bryan und mir in einem Bett schlafen können? Fragend zog ich die Augenbrauen zusammen und zuckte die Schultern. Ich sah wirklich keinen Grund dafür, weshalb er es nicht tun konnte. Für mich war es in Ordnung, und für Bryan ebenfalls. Er wollte doch ohnehin einfach nur bei mir im Bett schlafen, weil ich ihm bis heute noch nicht ausreden hatte können, dass es Monster und diese bösen Schattenkreaturen nicht wirklich gab, oder dass er sie auch ganz einfach und alleine beseitigen könnte. Es lag nicht an Chord, dass Bryan gefragt hatte wo er schlafen würde – wahrscheinlich hatte er sogar erwartet, dass Chord und ich im selben Bett schliefen. Das könnten wir seiner Meinung nach aber eben nicht einfach so, weil Bryan selbst im Bett neben mir schlafen wollte. Seiner Meinung nach war ein Doppelbett eben nun einmal nur für zwei Personen gemacht, und seiner Meinung nach war er nun einmal nicht mehr Klein, sondern fast sieben. Meiner Meinung nach, hatten in einem Doppelbett aber eindeutig zwei Erwachsene und ein Kind Platz. Vor allem aber wollte ich nicht, dass Chord dachte er müsste irgendwie zurückstecken weil Bryan hier war. Es hatte mit Jasper doch auch wunderbar geklappt, und auch wenn das hier möglicherweise etwas ganz Neues für uns alle war, wollte ich es nicht unangenehm oder angespannt machen. Ich wollte es genießen; und das tat ich auch. Es war das erste Mal, dass wir fast schon wie eine normale Familie waren. Das waren wir ja auch irgendwie – nur das Bryan nicht so wirklich verstand oder wissen wollte, dass Chord sein Vater war, machte den Unterschied. Nickend lehnte ich mich zurück. Seine Fantasie schien ihm ja sonst auch nicht allzu viele Probleme zu bereiten, immerhin fand er doch immer wieder die verrücktesten Ideen und Pläne, und manchmal übertrieb er es auch einfach nur. Ich fand es aber noch nicht einmal schlimm, ob er es aber als besonders fantasiereich empfand wusste ich nicht so Recht. Ich lachte etwas auf und sah zurück zu Bryan, der auf Chords Worte nickte als hätte er genauestens gehört, was er gesagt hatte. Er bewegte sich aber nicht, sondern zeichnete weiter. Ich war ja wirklich gespannt, was er dieses Mal wieder für Geschichten erzählen würde – wahrscheinlich von irgendwelchen Superhelden, die die bösen Menschen besiegen mussten, um die Welt zu retten. Ich schob den Rest der Pizza zur Seite, schob mir meine Haare über die Schultern und grinste breit. Was jetzt? Wie sah die restliche Zeit des Tages so aus? "Normalerweise würden wir jetzt irgendeinen Film schauen," erklärte ich und zog meine Beine auf den Stuhl. "Aber heute ist nicht normal, und wir können wirklich nicht akzeptieren das du noch nicht einmal einen Piraten zeichnen kannst. Richtig Bryan?" Schon hatte ich seine Aufmerksamkeit erlangt, und er drehte sich mit seinen Stiften und einigen Blättern Papier zurück zu uns. "Deshalb müssen wir jetzt dafür sorgen, dass du einen Piraten zeichnen kannst," stellte ich fest und sah wieder grinsend zu Chord. Möglicherweise war es einfach am besten etwas zu benutzen, das Bryan unfassbar gerne tat, um eine Bindung aufzubauen. Zumindest irgendwie – Bryan musste Chord nicht augenblicklich als Vater ansehen, und Chord musste nicht sofort irgendwie die Welt für ihn bewegen wollen, aber sie mussten sich nun einmal erst noch kennenlernen. "Ich helf dir auch, wenn du Probleme hast," zog ich Chord lachend auf und richtete den Stuhl zwischen uns, sodass Bryan Platz hatte. Dieser legte die Stifte und die Zettel am Tisch ab, kletterte auf den Stuhl und nickte. "Ich hab es Mama auch lernen müssen!" Oh natürlich hatte er das sagen müssen. Ich lachte und verdrehte die Augen. "Das sollte unser Geheimnis bleiben!", beschwerte ich mich bei ihm und hielt mir den Zeigefinger an die Lippen. Bryan sah mich unschuldig an. "Jetzt muss Onkel Chord auch schwören, dass er es nicht sagt!", sagte er und sah diesen an. Ich nickte. "Indianerehrenwort?", fragte ich Chord grinsend. So würde dieses ganze annähern und beschnuppern wohl sehr viel einfacher werden, als die zwei einfach mit einem Zelt in den Wald zum campen zu schicken, selbst wenn ich mir ziemlich sicher war das Bryan das auch irgendwann gerne tun würde. Bryan verteilte die Zettel und schob die Stifte etwas zurück.

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• Chord Heard.

Fragend sah ich Lillian an als Bryan sich wieder seinen Stiften zuwandte. Hatte ich schon jetzt etwas falsches gesagt? Ich neigte mich etwas zu ihr. "Ich kann doch nicht mit dir und Bryan in einem Bett schlafen", flüsterte ich und glaubte für einen kurzen Augenblick wirklich das Bryan uns nicht hörte. Dieser spitzte seine Ohren nur und sah kurz zu uns herüber. Dieses Kind war wie eine Katze. Wie machte er das?! Naja. Das ging doch nicht. Nicht, wenn Bryan nicht damit einverstanden war. Oder musste ich auch da Konsequenter sein? Bryan und ich lernten uns doch erst kennen. Ich konnte ihm rein gar nichts vorschreiben geschweige denn so tun, als wäre ich jetzt sein neuer Vater. Ohne das ich eine Wahl hatte, drehte Lillian das ganze so, das Bryan schlagartig damit zufrieden war. Eine Pyjamaparty musste es also sein. Himmel Kinder waren so leicht zu manipulieren! Hieß das jetzt wir gingen heute alle früh ins Bett? Naja, das sollte einfach meine geringste Sorge sein oder? Es war wirklich erstaunlich wie viel Talent Lillian dafür hatte. Als sie sagte ich solle einfach meine Fantasie benutzen, runzelte ich die Stirn. Sie sprach gerade davon als wäre dies das leichteste was es gab. Meine Fantasie hatte ich bereits als Jugendlichen verloren. So etwas wie Träume und Wesen die es gar nicht gab waren Banal. Mein Vater hatte mir sehr früh beigebracht, dass es keine Monster gab. Ich musste damit leben. Danach hatte es sich für mich erledigt. Nach vielen Tränen hatte ich fest stellen müssen, dass die Dinge aus meiner Fantasie nicht existierten. "Meine Fantasie?", wiederholte ich skeptisch und lehnte mich in meinem Stuhl zurück. Hatte ich so was wie eine Fantasie überhaupt? "Ich habe bitterlich versagt als ich mit Bryan ein einfaches Piraten bild zeichnen sollte." An dem Abend an der Feier als ich mich das aller Erste mal so richtig mit Bryan beschäftigt hatte und selbst da war mir nichts eingefallen. Ich seufzte und musste mich wirklich anstrengen nicht zu angespannt zu wirken. Ich war ja nicht wirklich angespannt oder angenervt auf eine böse Art und Weise, mich schaffte das ganze hier eher ein wenig. Und es nervte mich, dass ich auf so einfache Sachen wie die die Lillian mit Bryan gerade getan hatte, nicht achten konnte. Das mir so etwas nicht einfiel. Ich hatte wirklich sehr viel zu lernen. "Dir ist hoffentlich bewusst das das ein sehr sehr sehr sehr langer Weg wird?" Denn auch wenn ich mich wirklich anstrengte, würde ich wahrscheinlich nie in der Lage sein für Bryan Väterliche Gefühle zu entwickeln. Ich seufzte, griff nach meiner Jacke und holte den Flachmann heraus. Ich drehte ihn auf, nahm einen kurzen Schluck und ließ ihn sofort wieder in der Jacke verschwinden. "Und wie sieht die restliche Zeit des Tages aus Super-Mom?"Da war ich ja echt gespannt.

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• Cassian Winters.

Ich fing das Kissen elegant auf und stopfte es hinter meinen Kopf. "Du machst gerne Sport?", fragte ich und sah sie an. Beinahe hätte ich tatsächlich gesagt, dass man es ihr ja gar nicht ansah, dafür trug sie aber zu viele Pullover und Dinge die ihren Körper ganz bedeckten. Ich hatte keinerlei Vorstellungen über Micaela. Auch wenn ich mir schon denken konnte das sie eine sehr schlanke Person war. "Du machst ansonsten gar nichts?", harkte ich nach und erhob eine Augenbraue. Das wollte sie mir doch gerade nicht wirklich erzählen oder? "Wird dir dann nicht irgendwann langweilig?" Was machte sie denn mit all der Freien Zeit? "Warum hast du damit aufgehört?" Wenn Karaoke ihr Ding war, wieso tat sie es jetzt nicht mehr? Als sie mich nach meinen Hobbys fragte grinste ich. "Zeichnen", kam es beinahe wie aus der Pistole geschossen. "Ich hab damit damals die Zeit tot geschlagen. Man schaut sich jede Person genau an. Bemerkt sogar Dinge die einem vorher nicht aufgefallen sein." Ich liebte es so sehr. Damals in der Klinik hatte ich einen gesamten Block voller Patienten, Schwestern und Ärzten angefangen. Doch nie hatte mir jemand dafür große Aufmerksamkeit geschenkt. Es war eben nur so dahin gekritzelt in den meisten Fällen. Jede Person hatte ich beinahe bis ins kleinste Detail getroffen. Nur Micaela hatte ich noch nie gezeichnet. Dies lag mitunter daran, dass sie in der Gruppe noch nicht sonderlich lange war. "Ich bin echt gut darin." Und das sagte ich nicht wegen meinem Selbstbewustsein, sondern weil ich es einfach wusste und ich auch eine Menge Spaß daran hatte. Ich wandte mich an ihren Schreibtisch, nahm eines der leeren Papiere die dort lagen, griff nach ihrem Kugelschreiber und einen Block als Unterlage und begann eine grobe Skizze von ihr zu zeichnen. Und obwohl es nur Grob in wenigen Minuten dahin gekritzelt war konnte man das Porträt von Micaela auf einen schlag erkennen. Micaelas Augen lagen auf mir.Und während ich ihre Augen zu ende zeichnete, bemerkte ich was für unglaublich klare und strahlende Augen sie doch eigentlich gehabt hatte. Ich setzte die letzten Striche auf das Papier. Es war nicht das beste, aber für den Beweis reichte es. "Tadaa." Ich nahm das Bild und hielt es neben ihren Kopf. "Du kannst mich auch Leonardo da Vinci den II nennen. Du weißt schon Künstler sind doch auch immer ein bisschen verrückt." Denn so wie alle immer sagten, stimmte anscheint irgendetwas nicht mit mir. Doch ich wollte es nicht ändern. Wenn es nach mir ginge, wollte ich so bleiben wie ich war. Ich ließ mich wieder nach hinten auf das Bett fallen und seufzte gelassen. "Du hast echt schöne Augen, wenn ich das mal so in den Raum werfen darf." Vielleicht war das auch ein kleines bisschen Taktik um sie ein wenig um den Finger zu wickeln, aber zum anderen war es wirklich so. Es war mir vorher gar nicht aufgefallen. Bevor sie jedoch wieder versuchte sich mit allen Händen und Füßen aus der Sache heraus zu winden, wank ich sie mit einer sachten Handbewegung von mir. "Kein Grund wieder hysterisch zu werden." Ich ergriff das Kissen und warf es erneut in ihre Richtung. Dieses mal jedoch so langsam, dass sie es fangen müsste.

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LILLIAN Adams
Hatte ich allen Ernstes gedacht es würde einfach werden, einem sechsjährigen zu erklären, dass der Mann den er als seinen Vater ansah, nicht wirklich mehr etwas mit mir zutun haben wollte – und Bryan deshalb ebenfalls darunter leiden musste, Jasper nicht sehen zu können? Ich hatte doch unmöglich wirklich denken können, dass Bryan einfach akzeptieren würde, dass Chord von nun an Jasper ersetzte. So funktionierte es nicht mit Kindern, und das hätte ich eigentlich auch wissen müssen. Ich kannte meinen Sohn. Obwohl er so offen war, und obwohl er mit so ziemlich jedem etwas anfangen konnte, war er doch ebenso skeptisch wenn ihm etwas nicht wirklich logisch vorkam. Vor allem aber wusste er nie so Recht, wie er mit Menschen umgehen sollte von denen er selbst nicht so Recht wusste, was sie wollten. Und Chord war nun einmal jemand, von dem Bryan nicht wirklich viel wusste, geschweige denn das er wirklich verstand was oder wer Chord war. Vielleicht war es für Bryan verwirrend, vielleicht aber wollte er auch einfach nur nicht das ich wegen irgendetwas traurig war, und genau das passierte doch wenn sich jemand trennte. Zumindest war es in den Filmen und Serien immer so, die Jasper, Bryan und ich uns irgendwie doch immer wieder angetan hatten. Bryan wollte eben nicht, dass seine Mutter traurig war – auch wenn ich nicht traurig war. Verwirrt, aber nicht traurig. Verwirrt weil ich keine Ahnung hatte, wozu das hier führen würde. Oder ob es halten würde. Ob wir halten würden, und nicht ständig stritten weil wir wieder einmal nicht so wirklich der selben Meinung waren. Ich sah zu Chord, ließ mich auf einen der Stühle sinken und lehnte mich zurück. Das war eindeutig schneller gegangen, als ich gedacht hatte. Und hatte mir wahrscheinlich auch den Arsch gerettet, schließlich wusste ich wirklich nicht wie man einem sechsjährigen erklärte das Schlampe nicht in seinem Wortschatz sein sollte. Ich biss in mein Pizzastück und betrachtete Bryan, der sich ein Pommes nach dem anderen in den Mund schob, und dabei noch nicht einmal wirklich kaute. Was? Fragend runzelte ich die Stirn und sah von Bryan zu Chord und wieder zurück. Wo würde er schlafen – weil Bryan bei mir im Bett schlafen wollte, wegen all den Monstern und Schatten die er immer sah. Oh jetzt wollte er also im Bett nebenan schlafen? Das würde er ganz bestimmt nicht tun. Gott was, warum dachte er überhaupt darüber nach und sagte nicht einfach, dass das Bett doch eigentlich groß genug war – vor allem da Bryan nun wirklich nicht so groß war, geschweige denn besonders viel Platz einnahm. Ihm war hoffentlich klar, dass Bryan ihm nur auf der Nase herumtanzen würde, wenn er weiterhin so vorsichtig mit ihm umging. Ich lachte etwas auf und lehnte mich Kopfschüttelnd zurück. Es war ja wirklich zuckersüß wie viel Mühe sich Chord gab, ohne auch nur ansatzweise Erfolg zu haben. Schmunzelnd wandte ich meinen Blick von Chord wieder dem kleinen Blondschopf zu, schürzte die Lippen und zuckte die Schultern. "Zum Urlaub gehört doch wohl mindestens eine Sandburg," antwortete ich. Bryan dachte doch auch, dass wir hier im Urlaub waren und nicht etwa .. was auch immer wir hier genau taten. Kaum hatte Bryan aber auch schon seine Antwort, und genug von seinen Pommes, stand er wieder auf und lief zurück zu seinen Stiften. Das war wohl so ziemlich die einzige Beschäftigung, mit der er sich mehrmals am Tag, Stundenlang beschäftigen wollte. Kurz sah ich Bryan noch an, biss ein weiteres Mal von meinem Stück Pizza ab und lachte leise. "Du willst nicht wirklich im Bett nebenan schlafen, oder?" Oh doch, und wie er das wollte. Nicht weil er wollte, sondern weil er dachte es wäre irgendwie schlimm für Bryan. Ich beugte mich etwas in Chords Richtung und grinste. "Du schläfst nicht im Bett nebenan," fügte ich gleich hinzu und schob ihm eine seiner blonden Locken zurück. Es war wohl wirklich erschreckend, wie unglaublich ähnlich sich Bryan und Chord sahen. Ich legte das Stück Pizza zurück, drehte mich etwas auf meinem Stuhl und sah zu dem Kleinen. "Bryan?" Er zeichnete weiter, legte den Stift kurz weg und hob den Blick. "Was hältst du von einer Pyjama-Party? So wie früher?" Er musste ja nicht sofort denken, dass ich Jasper ersetzte oder etwas dergleichen. Wahrscheinlich würde es nur noch mehr Fragen aufwerfen, würde ich es nicht wenigstens irgendwie Kindergerecht verpacken. "So wie mit Papa?", fragte er und augenblicklich hellte sich sein Blick etwas auf. Ich nickte knapp. Nicht das er dachte, wir würden jetzt zu Jasper – das war nicht mein Plan. "Weißt du noch, was wir früher immer gesagt haben, wenn er bei uns im Bett geschlafen hat und wir richtig eng zusammenrücken mussten?", fragte ich ihn und runzelte die Stirn. Er nickte. "Er hat gesagt, dass er dir helfen muss auf die Monster aufzupassen," antwortete Bryan. Ich nickte und sah zu Chord, schmunzelte amüsiert. "Chord übernimmt die Aufgabe heute, okay? Er passt mit mir auf die Monster auf, damit du in Ruhe schlafen kannst," zuerst wusste er wohl nicht so wirklich was er sagen sollte, nickte dann aber auch schon und malte weiter. "Okay!", rief er aus. Ich drehte mich wieder zurück zum Tisch und zuckte die Schultern. "Benutz einfach deine Fantasie. Der Rest kommt von selbst," sagte ich leise und legte meine Hand auf seine, schob dabei wieder meine Finger zwischen seine. Der Rest – der Teil, den er erst noch lernen musste, war ohnehin so ziemlich alles. Alles, was ich auch erst hatte lernen müssen. Wovon ich auch nicht wirklich viel Ahnung gehabt hatte. Zumindest hatte Chord einen Vorteil: Bryan hatte kein Problem mit fremden Menschen, vor allem aber mochte er ihn ohnehin schon. Sonst würde er ihn nicht Onkel Chord nennen wollen.

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• Chord Heard.

Ich hatte zwei mal Pizza und eine Pommes organisiert. Auch war ich nicht drum herum gekommen, meinen Flachmann aufzufüllen. Lillian wusste das es sehr viel Arbeit brauchte, bis ich davon weg kam und ganz so schnell würde es wirklich nicht gehen. Das würde nicht von jetzt auf gleich gehen, auch wenn mein Leben gut verlief. Es war meine Droge und die Sucht danach war das schlimmste. Der Entzug würde mich nur zu sehr reizen. Ich stellte die Tüte auf den Tisch. Bryan ließ sofort den Stift fallen und dackelte ordnungsgemäß zum Tisch. Er schwieg wieder einmal. Und richtete sich nur nach Lillian. Es war, als klebte sein Blick nur auf ihr damit er sich in Sicherheit wiegen konnte. Und für mich war das okay. Ich wollte ihn so weit wie es ging in Ruhe lassen. Ich verteilte die Sachen die ich geholt hatte auf Teller und schob Bryan seine Pommes entgegen. Er ignorierte das Besteck und steckte sich eine in den Mund. Erneut sah er mich einfach an als ich mich neben Lillian setzte und versuchte einen normalen Eindruck zu machen? "Wo schläfst du?" Wo schlief ich? Mit leicht geöffneten Mund sah ich zu Lillian und räusperte mich. "Ähm..wieso?" War das für Bryan nicht offensichtlich? Kannte er das von Jasper nicht? Bryan deutete auf das Ehebett. "Ich schlafe bei Mama. Ich kann sonst nicht schlafen. Ich schöafe oft bei Mama, weil manchmal kommen die Monster unter dem Bett. Aber wo schläfst dann du?" Ich erinnerte mich an die Geschichte. Lillian hatte sie mir damals erzählt. Die Monster unter dem Bett von denen er immer noch glaubte, dass es sie gab. Ich runzelte die Stirn. In dem Raum neben an befand sich ein weiteres kleines Bett. Es war das Kinderzimmer. So in der Art. Doch Bryan hatte das Große wohl für sich beansprucht. Ich warf Lillian einen kleinen Hilflosen Blick zu. Konnte ich von einem kleinen Kind erwarten, dass es verstand das ich mit seiner Mutter in einem Bett schlief? Bryan hatte zu viel durch gemacht. Gerade aus diesem Grund würde ich es ihm nicht nehmen können. Und gemeinsam mit mir zusätzlich in einem Bett zu schlafen war komisch. "Neben an, nehme ich an?" Eine komische Vorstellung. Aber wenigstens hatte ich da ein Bett. Wenn ich an meine Alte Wohnung dachte war ich definitiv schon schlimmeres gewohnt. Kinder waren so kompliziert. Gott, genau das zeigte mir wieder einmal wie absolut dämlich und unbeholfen ich mich verhalten konnte wenn ein Kind mit mir sprach. "Okay. Gut." Bryan aß eine weitere Pommes. Jetzt sah er wieder zu Lillian. "Kann ich morgen an den Strand gehen? Ich möchte eine Sandburg bauen." Das würde verdammt viel Arbeit für mich werden. Gedankenverloren kaute ich auf meiner Pizza herum. Das Gefühl von Urlaub würde sich wohl erst sehr sehr sehr langsam einstellen. Vor allem hatte ich eine andere Vorstellung von Urlaub mit Lillian zusammen. Die Vorstellung mit Lillian Urlaub zu machen hatte eher mit heißen Sommernächten am Strand, sie im Bikini und lange Nächte unter offenen Sternen himmel zu tun. Sex. Nächte wie denen die wir die letzte gehabt hatten. Zeiten in denen wir die Finger nicht voneinander lassen konnten. Statt dessen jedoch musste ich das unmöglichste hinbekommen: Eine Beziehung zu einem sechs- fast siebenjährigen- aufzubauen der gelegentlich in der Nase bohrte. "Ich glaube ich hab keinen Hunger mehr,"teilte er uns nach nicht einmal einer Handvoll mit und rutschte von seinem Stuhl. Und auch das war Typisch für Kinder ich hatte davon schon gehört, dennoch würde es mich meine letzte Kraft kosten wenn ich erst einmal eine Woche ausgehalten hatte. Es würde mich total auf die Probe stellen.

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LILLIAN Adams
War Urlaub denn wirklich etwas, wovon wir uns verabschieden mussten? Ja – ich glaubte schon, dass wir nicht wirklich besonders viel Zeit dafür hatten, irgendwohin zu fahren und die Welt einfach nur zu vergessen. Ich glaubte aber auch nicht, dass wir die nächsten Jahre über absolut keine Zeit hatten, wenigstens ein paar Tage für uns zu haben. Selbst wenn es nur das Wochenende war, und wir nicht etwa mit irgendwelchen dämlichen Geschäften oder Aufträgen zutun haben mussten, oder uns mit John und sonstigen rebellierenden Mitgliedern der Black Hoods beschäftigen müssten. Sehr wahrscheinlich war es noch nicht einmal so einfach wie ich dachte, dass sie mich akzeptieren würden – weshalb sollten sie das aber auch tun, schließlich hatten sie keine Ahnung wer ich war oder was ich tat. Sie kannte mich nicht, wussten nicht ob sie mir trauen konnten und noch dazu brachte ich nicht nur ein, sondern gleich zwei Kinder mit in die Gruppe. Mir war klar, dass es zu Problemen führen würde, aber das spielte keine Rolle. Chord war hier bei mir, und er stand hinter mir. Es spielte also wirklich keine Rolle ob sie mich akzeptieren würden, oder ob ich einfach ignorieren musste was sie alle sagten. Darin war ich gut, und das wusste Chord wohl ebenso gut wie ich, aber diese Leute konnten mich doch nicht einfach ausschließen oder? Vielleicht schon, schließlich legten es auch ziemlich viele Frauen drauf an einen riesigen Stein an den Kopf zu bekommen; Chord hatte aber wohl auch wirklich nie gesagt, dass es da jemanden gab der sich tot und dämlich wartete, in der Hoffnung er würde auf die Idee kommen sich endlich für mich entscheiden. Nun hatte er es aber, und er würde es nicht drauf anlegen meine Wut abzubekommen, weil er seine Finger nicht bei sich behalten konnte. Das konnte er aber wohl irgendwie nie so Recht. Genüsslich schloss ich die Augen und biss mir auf die Unterlippe. Ich liebte es, wenn er das tat. Wenn er mir dabei aber sagte, dass wir ab jetzt wahrscheinlich kaum mehr Zeit für uns haben würden, fand ich es doch nicht mehr ganz so gut. Ich öffnete die Augen und schmunzelte. "Dafür findet sich auch eine Lösung," antwortete ich. Dafür würde sich wohl wirklich eine Lösung finden. Bryan würde demnächst wieder mit der Schule beschäftigt sein, und auch wenn Chord mit den Black Hoods zutun hatte, und ich sehr wahrscheinlich auch irgendwann etwas anderes tun musste als ihn anzustarren wenn er wieder einmal einfach nur unverschämt gut aussah, würden wir schon noch Zeit finden um unter uns zu sein. Das hatten wir bis jetzt immerhin auch geschafft – auch wenn die Aufträge deshalb scheinbar gelitten hatten. Leise lachte ich auf und drehte mich zur Tür, Chord verschwand aber auch schon im Hotelzimmer. Ernsthaft – das würde er irgendwann noch zurück bekommen. Er konnte mich jetzt nicht einfach so aufziehen, ohne zu erwarten dass er es irgendwann zu spüren bekam. Amüsiert folgte ich Chord ins Zimmer und sah Bryan an, der Chord noch nicht einmal ansah. Oh. Er sprach noch nicht einmal mit ihm, sondern antwortete mir was er zu Essen wollte. Das konnte wohl doch nichts besonders Gutes bedeuten. Wenigstens war er immer noch der Meinung es sei wichtig die Leute wissen zu lassen, dass er mit sechs –fast sieben– nicht mehr Klein war. Ich schmunzelte etwas, sah zu Chord und war .. überrascht. Seit wann verabschiedete er sich bitte mit einem Kuss – normalerweise ging er einfach, manchmal sagte er noch nicht einmal etwas. "Bis gleich," antwortete ich dennoch und drückte ihm schnell seine Jacke an die Brust. Eine Erkältung oder Grippe musste er sich nun auch nicht zwingend holen, auch wenn das möglicherweise Urlaub für ihn bedeuten würde. Selbst da war ich mir aber nicht so wirklich sicher. Kurz sah ich Chord noch nach, ließ mich dann aber auch schon neben Bryan an den Tisch sinken und betrachtete seine Bilder. "Was zeichnest du?", wollte ich wissen. Bryan aber drehte sich mir zu und sah mich für eine Weile an. Oh das konnte wirklich nichts gutes bedeuten. Ich lehnte mich zurück, neigte den Kopf zur Seite und sah meinen Sohn an. "Warum können wir nicht zu Papa? Müssen wir wirklich hier bleiben?", fragte Bryan auch schon. Ich streckte meine Hand aus, rutschte mit meinem Stuhl etwas zurück und machte ihm Platz auf meinem Schoß. "Ich glaube nicht, dass Papa mich sehen will Bryan. Wir haben gestritten. Deshalb hat er Onkel Chord vorhin auch geschlagen. Schau, ich war nicht ehrlich zu ihm und er hat es herausgefunden, und deshalb will er mich im Moment nicht wieder sehen," erklärte ich ihm und strich ihm die blonden Locken aus der Stirn. "Wann können wir wieder zu ihm?", stellte Bryan auch schon die nächste Frage. Natürlich wollte er es wissen, und natürlich wollte er zurück zu dem Mann den er als Vater sah. "Das weiß ich nicht. Aber du musst mir jetzt zuhören, ja?" Ich hob meinen Blick für einen Moment, sah dann aber auch schon wieder Bryan an und lächelte. Bryan nickte heftig. "Ich weiß, dass du gesehen hast das Papa und ich heiraten wollten, aber manchmal funktionieren Dinge nicht ganz so wie man sich alles vorstellt. Du weißt, dass Chord und ich uns schon lange kennen ja?" Erneut nickte Bryan. "Und damals war Chord für mich ziemlich wichtig, genauso wie Papa es ist. Verstehst du?" Kurz nickte Bryan, schüttelte dann aber doch den Kopf. Natürlich verstand er es nicht. "Papa liebt mich, und deshalb wollte er mich fragen ob wir heiraten wollen. Deshalb hat er sich so gefreut, als er herausgefunden hat das ich schwanger bin. Aber vor Papa war Chord da, und ich liebe Chord," wie sollte ein sechsjähriger so etwas bitte verstehen!? Ich glaubte wirklich nicht, dass er auch nur ansatzweise kapierte was hier vor sich ging. Bryan schob seine Arme um mich und drückte mich an sich. "Das heißt du liebst Papa nicht?" Wow, wo kam diese Frage denn nun her? Ich schluckte etwas, ehe ich Bryan lächelnd über den Kopf strich. "Natürlich tue ich das, aber manchmal funktionieren diese Dinge nicht einfach so, und man trennt sich. Das heißt aber nicht das Papa dich nicht sehen will. Er braucht nur etwas Zeit um alles zu verstehen," antwortete ich. Bryan löste sich wieder von mir und sah mich an. "So wie ich?" Ich nickte. So wie er, brauchte Jasper ebenfalls etwas Zeit. Vielleicht würde er mich dann nicht ganz so sehr hassen. Ich drehte den Kopf etwas und sah zur Tür. Scheinbar hatte es doch etwas länger gedauert Bryan alles zu erklären, oder aber Chord war einfach nur ziemlich schnell was das Essen holen anging. "Mama?" Fragend sah ich wieder zurück zu Bryan. "Was ist eine Schlampe? Der Mann hat es gesagt, aber ich verstehe nicht was es bedeutet." Ich verschluckte mich beinahe an meiner eigenen Spucke, blinzelte meinem Sohn entgegen und schüttelte den Kopf. Solche Wörter musste er wirklich nicht wissen. Gott, was zur Hölle! "Vergiss dieses Wort schnell wieder, ja? Diese Wörter benutzen wir nicht, sondern nur böse Männer. Und wir sind keine bösen Männer, oder?" Schnell nickte Bryan wieder, drehte sich wieder seiner Zeichnung zu und machte dort weiter wo ich ihn unterbrochen hatte. Ich sah es schon kommen – das hier würde noch sehr viel anstrengender werden, als ich gedacht hatte.

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Micaela Ramírez
Ich wusste, dass das Ganze für ihn unglaublich komisch sein musste. Daher war ich ihm auch einfach nur unglaublich dankbar, dass er das alles mit sich machen liess. Er musste sich doch vorkommen wie ein Kaninchen oder etwa nicht? Ich experimentierte an ihm herum, wie weit, dass ich gehen konnte oder nicht. Und er liess es einfach über sich ergehen. Wie konnte ich ihm das je wieder zurückgeben? Ich hatte keinen blassen Schimmer. Ich schaffte es sogar bis zu seinem Ellbogen herauf. Es war ungewohnt seine Haut zu berühren und es fühlte sich irgendwie gut an, auch wenn immer noch dieses beklemmende Gefühl vorhanden war. Ich seufzte leise und zog dann meine Hand wieder zurück. Das reichte für den Moment, obwohl ich mich vorher gerade noch ziemlich blamiert hatte. Ich war einfach froh, dass all das hier sonst niemand sah. Ich fuhr mir durch das Haar und lief dann voraus, um ihm das Haus zu zeigen. Als er mir ein Kompliment machte, wurde ich ein bisschen rot. "Findest du?", fragte ich ihn und warf ihm einen kurzen Blick zu. "Es ist dennoch.. schwerer, als ich gedacht hatte", murmelte ich leise und sah ihn an. Ich war immerhin erst an seinem Ellbogen angelangt. Das war doch rein gar nichts! Die heiklen Zonen würde ich niemals schaffen und vor allem glaubte ich nicht, dass Cas für das auch noch Versuchskaninchen spielte. Spiessig? Ich lachte leise auf und sah ihn an. "Wie dachtest du denn, wie wir leben?", fragte ich und warf ihm ein kurzes Grinsen zu. Er warf sich sofort auf das Bett, kaum dass wir in meinem Zimmer angekommen waren. "Danke", erwiderte ich auf seine Worte. Ich liess mich bei meinem Schreibtisch nieder und betrachtete ihn, wie er auf meinem Bett lag und den Kopf auf das Kissen legte. Ich fuhr erschrocken zusammen, als er mir plötzlich das Kissen zuwarf. Es traf mein Kopf. "Hey!", rief ich aus, aber musste dabei grinsen. Ich lachte leise auf und warf ihm das Kissen zurück hin. "Ich mache sehr gerne Sport, aber meistens ist dann immer mein Bruder dabei", begann ich und biss mir auf die Lippe. Er wollte ja nicht das hören, wenn mein Brüder dabei war. "Ansonsten.. mache ich wirklich grösstenteils nichts. Ich gehe nicht raus, wenn ich alleine bin, wie du dir denken kannst. Daher bin ich gegen ein bisschen Arbeit auch nicht abgeneigt", sagte ich lächelnd und sah ihn an. Ich drehte mich auf dem Bürostuhl herum und hielt ihn dann an, damit ich Cas wieder anschauen konnte. "Früher habe ich sehr gerne gesungen. Ob du es glaubst oder nicht, Karaoke war total mein Ding", sagte ich leise und musste an diese Erinnerung lächeln. Man hatte mich wirklich in jedem Club damals gefunden, in dem eine Karaokeparty stattgefunden hatte. Heute sang ich meistens nur noch unter der Dusche oder wenn ich am Kochen war. "Und was sind deine Hobbies? Wenn du dich nicht gerade als deinen Bruder ausgibst?", fragte ich neugierig und betrachtete ihn, wie er da so auf meinem Bett sass, als wäre er schon mehrmals auf diesem Bett gewesen. Er schien sich hier sehr wohl zu fühlen. [Sorry, nicht so gut :o]

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• Chord Heard.

Urlaub war ein sehr netter Begriff für das was wir hier gerade machten. Natürlich konnte ich die Arbeit nicht einfach so liegen lassen. Aber ich konnte die Zeit mit Lillian genießen. Und das solange wie es nur möglich war. Egal wie viele Tage es waren und wie lange es dauern würde. Als sie ihre Lippen auf meine legte schmunzelte ich und erwiederte den Kuss. "Ich werde es nicht darauf anlegen", entgegnete ich ihr schmunzelnd und küsste sie erneut. Ich hatte alles, warum sollte ich also auf die Idee kommen eine andere Frau anzufassen. Die Zeiten waren wohl vorbei. Viele alte zeiten waren vorbei. Es ging jetzt um ein neues Kapitel. Lillian und ich waren reifer- und wir waren nun wirklich erwachsen. Vince und Daniel hatten ein eigenes Leben. Lex führte sein eigenes Leben und hatte sich mit allem angefreundet und Gemma war auch auf ihre eigene Art und Weise mit dem jetzigen Leben zu Frieden. Wieso also konnten wir es nicht auch? Wenn Lillian und ich endlich ein eigenes Leben führten ohne die anderen, konnten diese unbeschwerter ihr eigenes Leben leben und wir mussten uns nicht immer um die anderen Sorgen. Ich löste mich von ihr und strich mit meinem Daumen über ihre Hand. Ich legte meine Hände um ihre Tailie und zog sie enger an mich. Mein Mund suchte sich langsam einen Weg zu ihrem Ohr während ich ihren Nacken küsste. "Schade nur das wir ab jetzt wohl ziemlich wenig Zeit für uns haben werden", hauchte ich und küsste erneut ihren Nacken. So, wie sie es gerne mochte. Ich kannte Lillian und wusste genau welche Knöpfe ich drücken musste. Als sie sich leicht anspannte, grinste ich und ließ von ihr. "Ich werd mal schauen was ich hier unten zu essen auftreiben kann. Die Preise sind echt der Wahnsinn." Ich betrat das Zimmer und Bryan sah zu mir auf. "Magst du Lieber Pizza oder Burder?" Bryan antwortete mir nicht, statt dessen sah er zu seiner Mutter die nun ebenfalls herein kam. "Pommes." Ich nickte und deutete mit dem Finger auf ihn. "Denn kriegt der kleine Mann eine Pommes." Bryan verzog das Gesicht. "Ich bin schon fast sieben.", wiederholte er und ich erinnerte, dass er es mir bereits schon mal gesagt hatte. Natürlich. "Achja. Gut. Denn kriegt der große Mann eben eine Pommes." Gut. Er nickte. Damit gab er sich wohl zufrieden. "Bis gleich", ich neigte mich zu Lillian und drückte ihr einen flüchtigen Kuss auf die Lippen. Auch so etwas hatte ich damals nicht getan. Woher es kam? Ich hatte keine Ahnung. Kurz fragte ich mich auch, ob ich es nicht vielleicht doch wieder reduzieren sollte. Bryan war der Sache sicherlich noch nicht gewachsen. Schließlich wusste ich ja auch nicht was er so von mir hielt. Er brauchte mit mir einfach seine Zeit.

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• Cassian Winters.

Ihre kleine Hand wanderte meine nackte Haut zu meinem Ellenbogen rauf. So weit war es für sie anscheint okay. Als sie wieder von mir ließ sah ich sie fragend an. Das war wohl der Augenblick, bei dem es ihr wieder einmal ein wenig zu viel wurde. Doch sollte sie es so ausprobieren, wie sie es wollte. "Kein Ding", tat ich es ab und räusperte mich noch ein weiteres mal. Trotzdem war es komisch hier mit ihr zu stehen und zu probieren in wie weit sie mich denn schon berühren konnte. Von außen musste es umso bekloptter aussehen, als es sich ohnehin schon anfühlte. Ich fuhr mir durch meine Haare und nickte. Sie zeigte mir das Haus. Es war wie ich es mir Gedacht hatte wirklich schick für zwei Personen. "Das mit dem Berührungs-Dings machst du schon richtig gut." Konnte man das so sagen? Ich war zwar kein Artzt gewesen, aber in der Klinik hatte sie sich immer so gut wie es nur ging zurück gezogen und sich von keinen Anfassen lassen. Das gerade war schon ein mächtiger Fortschritt. In ihrem Schlafzimmer angekommen warf ich mich auf ihr Bett und ließ meinen Kopf in die Kissen sinken. "Ihr seid ja gar nicht so spießig wie ich dachte." Auch wenn es sich vielleicht nicht so anhörte, eigentlich sollte das ein Kompliment sein. "Ihr wohnt echt schick." Und wieder einmal kam mir der Gedanke wie viel ihr Bruder Thiago dafür doch wohl arbeiten musste. Dafür, dass seine Schwester ein einigermaßen normales Leben führen konnte. Die Geschichte von Micaela interessierte mich. Dennoch wusste ich, dass sie noch lange nicht so weit war mir alles zu erzählen. Vermutlich würde sie mir diese Geschichte auch erzählen, wenn sie mich besser kennen würde. Wir hatten alle unsere Schatten Seiten und auch ich hatte Dinge über die ich nicht reden wollte, auch wenn man es von mir vielleicht gar nicht mal dachte. Und so war es auch okay. Eines Tages kam bestimmt der Tag an dem wir beide offen darüber sprechen konnten, auch wenn es noch ein sehr sehr langer Weg war. Und wer wusste schon wo wir in ein paar Monaten standen. Es konnte schließlich auch sein das wir dann gar keinen Kontakt mehr zueinander gehabt hatten. "Und was machst du so in deiner Freizeit wenn du nicht zu den Therapiestunden kommst? Hast du Hobbys?", fragte ich und sah sie dabei an wie sie sich auf den Schreibtischstuhl etwas von mir entfernt setzte. Ich setzte mich auf und ließ meinen Blick durch ihr Zimmer gleiten. Wie ich bereits schon einmal erwähnt hatte, redtete Mica sehr wenig von sich. Sie vermiet es so gut wie sie es konnte beinahe in jeder Therapiestunde. Sie beobachtete nur andere Leute und hörte anderen bei ihren Problemen zu. Aus diesem Grund hatte sie auch noch nie davon erzählt was sie so gerne in ihrer Freizeit machte wenn ihr Bruder arbeiten war und sie nicht an den Therapiestunden teilnahm. Vielleicht fanden wir ja auch hier etwas was man ab und zu gemeinsam machen konnte wenn sie sich dazu überreden ließ. "Und jetzt komm mir nicht damit das du keine Hobbys hast. Jeder hat irgendwelche Interessen oder sitzt du den gesamten Tag nur rum und starrst Löcher in die Luft?", harkte ich grinsend nach und warf ihr eines der kleinen Kissen vom Bett entgegen.

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LILLIAN Adams
Ich hatte dieses Leben hier gewählt. Es war meine Entscheidung gewesen, dass ich mit Chord hier sein wollte, dass ich eine Zukunft mit ihm wollte – trotzdem würden auch meine Kinder darunter leiden müssen. Bryan würde sich irgendwann entscheiden müssen, ob er etwas mit uns zutun haben wollte, oder ob er nicht einfach nur ein normales Leben führen wollte. Das ungeborene Kind, von dem ich noch nicht einmal ansatzweise wusste wer der Vater war, würde in eine Welt geboren werden, in der es eigentlich gar keine Kinder geben sollte. Mir war klar, dass ich so ziemlich das Gegenteil von dem tat, was eine gute Mutter tun würde. Eine gute Mutter würde ihre Gefühle einfach bei Seite schieben und Chord stehen lassen. Eine gute Mutter; jemand der ich einfach nicht war, zumindest nicht wenn es darum ging Chord sitzen zu lassen und meinen Kindern die Sicherheit zu bieten, die sie verdient hatten. Die jedes Kind verdient hatte. So blieb mir noch nicht einmal etwas anderes übrig, als einfach dafür zu sorgen das niemand meinen Kindern zu nahe kommen würde. Das niemand auch nur auf die Idee käme, ihnen etwas anzutun, denn sollte es jemals zu so einer Situation kommen, würden Köpfe rollen. Wortwörtlich. Eine gebrochene Nase war Glück für John, denn hätte er meinem Sohn wirklich etwas getan, hätte er mindestens genauso große Schmerzen gehabt. Ich kam doch ohnehin schon in die Hölle, wenn ich erst einmal starb – es spielte also auch keine Rolle mehr, ob ich nun noch dafür sorgen wollte das es meinen Kindern gut ging, und dafür zur Gewalt griff, oder ob ich weiterhin so tat als wäre alles mit Worten zu lösen. Zumindest bei Jasper hatte ich es immer so versucht, und hatte mir nicht anmerken lassen das ich doch irgendwie nie so richtig klar mit seinen Methoden gekommen war. Er war ein unfassbar toller Mann – aber nicht der Richtige für mich. "Oh." Das hatte ich nicht kommen sehen. John hatte einen Sohn. Siebzehn und ebenfalls Mitglied der Black Hoods. Ganz ehrlich verstand ich nicht so Recht, weshalb John dann so geworden war. War das seine Vorstellung von Familie? War das seine Vorstellung von toller Erziehung? Seine Fehler und Wut auf seinen Sohn übertragen? Das bedeutete jedoch wirklich, dass Chord nachdenken musste. Das wir uns etwas überlegen mussten. "Dylan hat keine Chance gegen seinen Vater," stellte ich fest und presste die Lippen aufeinander. Das war mir nicht klar gewesen, ich hatte es noch nicht einmal kommen sehen. Wenn er einen eigenen Sohn hatte, sollte er dann nicht wenigstens irgendwie verstehen wie viel das wert war? Das man Kinder nicht einfach in diese Welt hier zog, und als Drohung gegen einen verwendete? Chord musste jedoch auch klar sein, dass er nicht alle retten konnte. Er konnte nicht dafür sorgen, dass alle in Sicherheit waren. Irgendjemand musste immer zurückstecken, und irgendjemand musste sich immer durchkämpfen. Genau das hatten wir doch auch tun müssen; das mussten wir selbst heute noch. Irgendwie zumindest. Trotzdem gab es das John-Dylan Problem, denn was auch immer Chord mit John tat – er bekam es zurück. Weil Dylan ihm gegenüber loyal war. Weil Dylan auf seiner Seite stand, und John das wahrscheinlich nur noch wütender machte. Ich lehnte mich an das Geländer, rieb mir frustriert über diese ganzen Probleme die nun plötzlich wieder Teil meines Lebens waren über die Stirn und schloss die Augen. Um ehrlich zu sein hatte ich gerade noch nicht einmal einen Kopf mir wirklich Gedanken über all diese Dinge hier zu machen. Das alles hier war viel zu neu, vor allem aber wollte ich es wenigstens für einen kurzen Moment genießen. Das könnten wir aber wohl nicht einfach so. Irgendwann würde Bryan alt genug sein, und die Leute würden nicht nett um die Erlaubnis fragen mit ihm zu spielen. Irgendwann würde er Probleme bekommen. "Wir lassen ihn selbst entscheiden," antwortete ich. War es nicht besser ihn selbst entscheiden zu lassen, ob er Teil dieser ganzen Gruppierung hier sein wollte, oder ob er nicht einfach nur ein normales Leben irgendwo anders führen wollte? Ich drehte den Kopf etwas zur Seite und sah Chord für einen Moment an, ehe ich meinen Blick Bryan zuwandte. Ich machte mir mittlerweile doch Sorgen, dass das alles hier keine so gute Idee für Bryan war. Er war sechs, hatte Jasper als seinen Vater akzeptiert und angenommen, und nun veränderte sich das alles einfach so. Die sichere Umgebung in der er aufgewachsen war, war gegen das hier ausgetauscht worden. Urlaub klang gerade wirklich nach einer wundervollen Idee, vor allem da Bryan dann wohl wirklich weniger Fragen stellen würde. Schmunzelnd schob ich mich vom Geländer weg, drehte mich Chord zu und sah ihm in die Augen. "Dann machen wir Urlaub," ich wusste dass das nicht möglich war. Nicht in unserem Fall. Der Gedanke war trotzdem schön, sehr viel besser als der Gedanke daran diese Probleme für den Rest unseres Lebens zu haben. "Oder so ähnlich," murmelte ich und legte meine Lippen vorsichtig auf seine. Urlaub musste wohl warten, dass hier aber nicht. Zumindest für heute Abend konnten wir es genießen, einfach nur zusammen zu sein und nicht gleich die ganze Welt gegen uns aufzuhetzen. Selbst wenn Bryan dort drinnen mit zeichnen beschäftigt war. Vor allem aber wollte ich es einfach nur genießen, dass Chord endlich verstanden hatte das ich ihn wollte; dass ich ein Leben mit ihm wollte, und er ebenso sehr mit mir. Ich löste meine Lippen wieder von ihm und sah ihn an. "Dir ist aber hoffentlich klar, dass ich dich umbringe wenn du auch nur auf die Idee kommst eine andere Frau anzufassen," das musste wohl doch noch gesagt werden. Ich kannte Chord, und es wäre nicht das erste Mal das er so etwas tat. Damals war es anders gewesen, da er doch immer noch versucht hatte mich auf Abstand zu halten, aber dennoch wollte ich nicht das er andere Frauen anfasste. Oder auch nur irgendwie daran dachte, etwas mit ihnen anzufangen. Vor allem, da es sehr viel mehr weh tun würde, als damals. Das hier war eine Beziehung – eine komische, verdrehte, aber es war eine Beziehung. Und in dieser wollte ich Chord nicht mit irgendwelchen Schlampen teilen müssen, und das würde ich auch nicht.

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Micaela Ramírez
Ich hatte Cas wohl noch nie ein Kompliment gemacht. Obwohl ich ihn gar nicht so schlecht fand, hatte ich ihn mehr kritisiert, als dass ich ihm irgendwas gutes gesagt hatte. Vielleicht sollte ich das mal ein bisschen ändern. Aber ich war es mir nicht gewohnt, dass ich anderen Komplimente machte und vor allem nicht gegenüber von Männern. "Tu das", sagte ich mit einem kleinen Lächeln und räumte weiter das Zeug weg. Seine Worten stimmten. Ein anderer wäre wirklich nicht hierher gekommen und hätte sich für eine andere Person ausgegeben, wenn man kein Selbstbewusstsein hätte. Ich schmunzelte leicht über seine Worte und räumte das Geschirr in die Spülmaschine ein. Ich seufzte leise auf und nickte dann leicht. In der Tat. Ich hatte keine Freunde. Cas hatte keine Freunde. Wir beide hatten keine Freunde. Also wieso sollten wir dann nicht gemeinsame Freunde sein? Dann hatte wenigstens jeder von uns ein Freund. Das war doch wohl schon ein kleines Vorsprung oder? Vor allem konnte mir Cas vieleicht wirklich helfen. Ich wusste nicht, ob ich mich je wieder daran gewöhnen könnte einen Mann normal anzufassen. Aber Cas war der einzige Mann, bei dem ich es probieren könnte. Er hatte nämlich wirklich Recht gehabt. Ich sollte es mir wirklich angewöhnen aus diesem Schneckenhaus herauszukommen. "Okay, ich zeige es dir", meinte ich und lächelte ihn an, als er vorschlug, dass ich ihm das Haus zeigen sollte. Meine nächsten Worte waren jedoch ziemlich unglücklich ausgedrückt - anders konnte man es nicht sagen. Hätte Cas mich nicht besser gekannt, so hätte es jeder Mann falsch verstanden. Es war wirklich ziemlich.. zweideutig ausgedrückt. Ich wurde sonst schon rot, aber als Cas sich dann auch noch verschluckte, sah ich beschämt zu Boden und merkte, wie meine Wangen noch heisser wurden. Ich hatte nicht viel Kontakt zu anderen Leuten. Ich redete auch nicht viel Englisch, vor allem nicht so Wörter, die man häufig nicht hörte. Aber wenn ich mich ein bisschen mehr zusammen gerissen hätte, hätte ich es wirklich besser ausdrücken können. Er streckte mir die Hand hin und ich ergriff diese zögerlich. Wieder tauchte dieses beklemmende Gefühl auf, aber.. es fühlte sich weniger stark an. Ich nahm seine ganze Hand und trat entschlossen einen Schritt näher an ihn heran. Ich presste die Lippen zusammen, während mein Herzschlag sich wieder einmal beschleunigte. Langsam liess ich meine Hand seinen Arm hinauf gleiten, aber hielt bei seinem Ellbogen inne. Bei jedem Zentimeter wurde das beklemmende Gefühl stärker. Irgendwann wurde es zu viel und ich löste meine Hand langsam von seinem, versuchte meine Hand aber nicht so ruckartig zurückzuziehen wie sonst. Ich hatte mir fest auf die Lippe gebissen und löste meine Zähne, die sich in meine Lippe gegraben hatten. "Danke", murmelte ich leise und senkte den Blick. "Ich zeige dir jetzt das Haus", wechselte ich das Thema und sah weiterhin auf meine Hand, die ihn gerade noch vor kurzem berührt hatte.

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• Chord Heard.

Das mit John war mein geringstes Problem. Meine Gedanken drehten sich gerade nur um Bryan und wie ich das alles wieder gerade biegen sollte. Die Black Hoods hatten viele Regeln und gegen einige hatte ich ejtzt schon verstoßen. Wir mussten immer ehrlich sein und alles offen Legen. Das zum Besipiel hatte ich nicht getan. Ich hatte ihnen Bryan verschwiegen und ich wusste nicht wads das für Konsequenzen mit sich tragen würde. Ich schüttelte sachte den Kopf. "Ich hätte ihm auch die Nase gebrochen. Ich denke das geht klar." Auch wenn ich schon jetzt wusste das John eine viel größere Nummer daraus machen würde. Weil er eben eine Pussy war und sich wie immer daneben benahm und gegen alles anging was ich sagte. "Ich werde mir was überlegen. Das Problem ist nur das John einen siebzehn Alten Sohn hat. Du hast ihn auch schon gesehen. Der schwarzhaarige schlanke mit der Vorlauten Klappe. Sein Name ist Dylan. Er ist mir gegenüber sehr Loyal aber immer wenn John in Schwierigkeiten steckt, lässt er dieses an seinem Jungen aus." Und wieder einmal fragte ich mich, ob ich nicht einfach zu weich war. Ich konnte nichts mit Kindern anfangen doch sorgte mich um einen Fremden Jungen. Naja, sein Vater war ein Arsch. Ich war vielleicht kein Profi was Kinder betraf, aber mit ansehen wie Kinder in eine Sache mit rein gezogen wurden wollte ich auch nicht. Dylan hatte außer seinen Vater nichts mehr. Und auch diese Familie war das perfekte Beispiel dafür das man eigentlich keine Kinder bekam, wenn man in dieser Branche tätig war so wie ich es war. "Alles was ich John also aufweise, kommt irgendwie auf mich zurück." Ich seufzte. Doch das war etwas über das ich mir später Sorgen machen konnte. Vielleicht musste ich wirklich einfach strenger durchgreifen und John einfach in seine Grenzen weisen. Ich leckte mir über meine Lippen und drehte mich zur Tür. Durch die Fensterscheiben konnte man beobachten wie intensiv Bryan damit beschäftigt war seine Bilder zu malen. Darin war er wirklich sehr gut. Es schien als seien seiner Fantasie gar keine Grenzen gesetzt. "Was machen wir wenn Bryan irgendwann unter ihr Radar gerät?", fragte ich und ließ meinen BLick wieder zu Lillian gleiten. "Er wird irgendwann Alt genug sein. Er hat mein Blut." Das klang genauso dämlich wie in einem dieser absolut bescheuerten Filmen. Ich lachte als ich mich dabei erwischte. "Ich bin so Urlaubsreif." Es war das erste mal das ich sogar zu Teil ein wenig herzlich lachte. Doch etwas an meinen Worten war ja auch dran. Er würde bald wie Dylan auch seine eigene Waffe in der Hand halten und lernen müssen um sich zu verteidigen. Ein normales Leben für ihn war nicht mehr möglich. Wenigstens nur in Grenzen. Für mich war die Situation hier zu stehen immer noch viel zu unglaubwürdig.

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• Cassian Winters.

Ich konnte es mir nicht verkneifen zu lächeln als sie sagte das ich kein übler Kerl war. "Das nehme ich mal als Kompliment", meinte ich grinsend. So etwas mal aus ihrem Mund zu hören war ja echt eine Sensation. Micaela schien es sogar ernst zu meinen. Hielt sie mich wirklich nicht für einen üblen Typen? "Wenn ich kein Selbstbewusstsein hätte, wäre ich jetzt nicht hier", meinte ich lachend. Denn nur wenn man so verrückt war wie ich, imitierte man seinen eigenen Bruder und stand schon seid Wochen auf freien Fuß. Das ganze war leichter gewesen als ich es mir zu Beginn vorgestellt hatte. Dazu kam auch, dass ich mich gerne so unberührt und selbstbewusst von außen gab. Denn Leute die mir zu nahe kamen wussten zu viel über mich. Ich hasste es wenn sie in meiner Vergangenheit rührten und versuchten mich durch meien Gefühle klein zu kriegen. Lieber spielte ich ihnen ein Sorgloses Leben vor. "Genau aus diesem Grund sitzten wir hier doch zusammen. Du hast keine Freunde und ich habe keine Freunde." Für mich machte das ganze Sinn. Was stellte sie da noch in Frage? Auf ihre Frage was wir jetzt noch so machen könnten zuckte ich die Schultern. "Abhängen? Zeig mir das Haus." Ich schätzte nicht das Micaela jetzt vor hatte mit mir zusammen raus zu gehen. Sie verschanzte sich viel zu sehr um sich selbst in Sicherheit zu wiegen. Als sie ihre Haare öffnete verkniff ich es mir ihr direkt in die Augen zu sehen. Ich nahm meinen restlichen Kaffee und trank einen Schluck. Als sie dann jedoch fragte, ob wir da weiter machen konnten, wo wir aufgehört hatte, verschluckte ich mich ohne es zu verhindern mächtig. Mit einem ziemlich unerotischen Geräusch prustete ich und spuckte den Kaffee beinahe zurück in die Tasse. Sie wollte da weiter machen wo wir aufgehört hatten. Mit dem Berühren? Das klang auf so viele Weisen Falsch. Sie ähm- Ich war ein Guter Kerl. Ich war ein Guter Kerl. Ich hustete und hielt mir meine Hand vor den Mund. "Ähm Klar. Ja ich meine, Ja. Lass und da weiter machen", gab ich kleinlich von mir. War das also wirklich etwas was ihr half? Einfach meine Hand zu nehmen? Das war das letzte von dem ich Gedacht hatte, dass es wirklich half. Ein kleiner Gedanke und sie schien es wirklich aufzunehmen. Ich drehte mich zur Spühle und stellte meine Tasse hinein. Langsam hielt ich ihr meine Hand entgegen und verkniff es mir dabei so absolut Blöd auszusehen wie ich vorher geschaut hatte. "Wenn es dir hilft", ergänzte ich und versuchte mir das von gerade nicht anmerken zu lassen. Ich musste immer daran denken wie Ernst es ihr war. Wenn ich mich nur einmal ungünstig über sie lustig machte, konnte es ganz schnell passieren das sie das ganze zu ernst nahm und gar nichts mehr mit ihr zu tun haben wollte.

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Micaela Ramírez
Ich spürte, wie sein Blick an mir hing und ich versuchte mir nichts anmerken zu lassen. Er dachte ohnehin, dass ich ein Freak war und krank dazu, dann musste ich ihm nicht noch etwas liefern, was er als Bestätigung ansah. Ich hob überraschend meinen Blick, als er plötzlich auf Spanisch anfing zu reden. "Du kannst Spanisch?", rief ich erstaunt aus und sah ihn an. Ich hätte ihm ehrlich nicht zugetraut, dass er überhaupt irgendeine Fremdsprache konnte. Wieder einmal überraschte mich Cassian Winters. Das zeigte aber doch nur einmal wieder, wie viele unterschiedliche Seiten Cas hatte. Ich hatte das Gefühl, dass ich noch lange nicht alle Seiten gesehen hatte und das im Laufe der Zeit nur noch mehr kommen würden. Ich runzelte die Stirn, als er meinte, dass er gerne Zeit mit mir verbrachte. Das sagte er auf der einen Seite. Auf der anderen Seite stellte er mich wieder als die Verrückte hin. Als diejenige, die krank im Kopf war. Manchmal wäre ich wirklich froh, wenn er sich endlich für eine Seite entscheiden könnte. Das würde vermutlich aber nicht so schnell passieren. Ich seufzte leise auf und musterte ihn - wieder einmal. "Ich sage ja nicht, dass du deswsegen ein übler Kerl bist", widersprach ich ihm und sah ihm in die Augen. Das hatte ich nicht gesagt, aber für mich wirkte es so, als wären die Frauen wirklich nur Spielzeuge für ihn. Ich zuckte die Schultern. Ich wusste nicht, ob das passierte. Dann stritt man sich und dann landete man zusammen im Bett? Ich konnte da schlichtweg nicht mitreden und ich wollte mit ihm nicht gerade über Sex reden. Und mit meinem Bruder tat ich das definitiv nicht! Es war einfach ein Tabuthema für mich. Kurz warf ich Cas einen erstaunten Blick zu, als er ebenfalls half den Tisch zu räumen. Ich sah ihn wieder an, als er anfing mit zu sprechen. Ich sah ihm in die Augen und schürzte nachdenklich die Lippen. Er zog keinen Nutzen aus mir. Es klang ehrlich, aber man konnte noch vieles ehrlich sagen, aber meinte es dann nicht so. "Du hast definitiv genug Selbstbewusstsein", meinte ich lachend. Er rühmte sich gerade selbst als echt cooler und gut aussehender Typ. Waren alle Typen so wie er? Total überzeugt von sich selbst? Ich hatte keine Ahnung. "Denkst du, ich habe eine riesige Auswahl, was meine Freunde angeht?" Ich schüttelte den Kopf. Er wusste selbst so gut wie ich, dass ich abgesehen von ihm keine Freunde hatte. Ich war froh, als er nichts mehr weiteres zu der Klinik sagte. Ich würde jedenfalls garantiert nicht freiwillig dorthin gehen. Ich räumte die restlichen Dinge weg, während ich wieder einmal seinen Blick auf mir spürte. Ich hatte das Gefühl, als würde er mich sehr oft beobachten. "Und was willst du jetzt machen?", fragte ich ihn, als ich alles weg geräumt hatte. Ich wusch mir die Hände und trocknete sie dann ab. Ich öffnete meine Haare und liess sie mir über die Schultern fallen, während ich ihn betrachtete. Es stimmte ja schon, was er gesagt hatte. Er war echt ein gut aussehender Typ. "Können wir..", begann ich und sah ihn fragend an. "Können wir da weitermachen, wo wir aufgehört haben? Also.. ich meine, das mit dem Berühren", druckste ich ein bisschen herum und ich merkte, wie meine Wangen heiss wurden. Das hatte sich gerade ziemlich zweideutig angehört, obwohl es nicht so hätte hinüber kommen sollen. Ich sah ihn fragend an und biss mir fest auf die Lippe. Ich sollte vielleicht echt mal an meiner Ausdrucksweise üben.

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LILLIAN Adams
Es gab Momente in meinem Leben, in denen ich einfach nicht so wirklich wusste was Realität war, und was ich mir einbildete. Es gab viele solcher Momente, die letzten Jahre über aber hatte es einfach nur noch zugenommen. Anfangs war es in Ordunng für mich gewesen, einfach nur im Moment zu leben und nicht über die Konsequenzen meiner Taten zu denken – es hatte geklappt, und ich hatte ein ziemlich angenehmes Leben geführt. Ich konnte noch nicht einmal sagen, ob dieses Geschäftsessen mit Chord und seinem Vater der ausschlaggebende Punkt gewesen war, an dem sich alles einfach so geändert hatte. Ich würde nein sagen, müsste jedoch wohl lügen um wirklich sicher sagen zu können, dass es auch wirklich so war. Ich wusste es nicht sicher. Vielleicht war es der ausschlaggebende Augenblicklick gewesen, der mein Leben gänzlich auf den Kopf gestellt hatte. Es wäre jedoch gelogen zu behaupten, dass sich alles nur deshalb verändert hatte. So funktionierte es nicht: die Veränderung kam kriechend und im Schatten versteckt. Zuerst erkannte man gar nicht, dass sich alles drehte – bis man es nicht mehr leugnen konnte, und sowohl mit dem Kopf als auch dem Herzen verstand, dass es zu spät war etwas zu ändern und in eine ganz andere Richtung zu lenken. Möglicherweise wäre das alles hier niemals passiert, und vielleicht wäre ich glücklich mit diesem Leben, dass ich damals geführt hatte. Sehr wahrscheinlich aber wäre ich es nicht. Ich wäre immer noch die oberflächliche, egoistische Fälscherin die einfach keine Rücksicht auf andere Menschen nahm. Es hatte mich nie interessiert, was mit den Menschen um mir passierte, schließlich interessierte sich auch niemand für mich oder mein Leben. Ich und meine Gesundheit –mein Leben– hatten nie für jemanden eine Rolle gespielt, also hatte ich es einfach gelassen und auf mich selbst geachtet. Bis zu einem gewissen Punkt hatte es auch wirklich gut geklappt: und dann war Chord gekommen, mit ihm aber auch so unfassbar viele Probleme und Veränderungen. Wenn ich heute darüber nachdachte, was ich ihm eigentlich alles zu verdanken hatte, konnte ich es nicht wirklich in Worten fassen. Er wusste wahrscheinlich gar nicht, wie sehr ich mich in diesen Jahren die ich ihn nun schon kannte, verändert hatte. Anderen Menschen gegenüber, denn wenn es um Chord ging hatte ich ihm schon früher immer nur mein wahres Gesicht gezeigt. Anfangs nicht, denn Anfangs hatte ich eine Rolle gespielt für die er mich möglicherweise eine ganze Weile gehasst hatte, aber ich hatte ihn nie wirklich belogen. Er kannte mich, und ich kannte ihn. Ich nickte schweigend. Alles war anders, und ich konnte nicht so wirklich aufhören darüber nachzudenken wie anders. Offiziell. Das alles hier war nicht so wie früher, wenn wir wieder einmal gedacht hatten etwas geschafft zu haben – oder aber, wenn wir gedacht hatten wir könnten etwas bewirken. Etwas verändern. Heute war es nicht so wie früher, denn dieses Mal ließ auch Chord sich darauf ein. So wirklich und ganz offiziell. Wir hatten schon so unfassbar viel durchgestanden, hatten so viel gemeinsam erlebt – und überlebt. Und trotzdem standen wir nun hier, und hatten vor gemeinsam in die Zukunft zu blicken. Selbst wenn das bedeuten würde, dass wir für den Rest unseres Lebens vor etwas oder einigen Leuten fliehen müssten. Für einen Moment schloss ich die Augen und atmete die frische Luft ein. Ich war müde, und auch die Stunden Schlaf die ich am Boden bekommen hatte, hatten nichts daran verändert. "Dieses Mal ist es anders," antwortete ich leise. Trotzdem hatte er Recht, wenn er sagte dass wir schon so oft an diesem Punkt hier angelangt waren. Das hier hatten wir auch schon so oft erlebt, dieses Mal aber fühte es sich wirklich anders an. Weil Chord mich nicht beschützen wollte, indem er mich keinen Teil seines Lebens werden ließ. Er tat das Gegenteil, und beschützte mich und Bryan –und das ungeborene Kind– indem er uns zu einem Teil seines Lebens werden ließ. Dieses Mal war es anders. Dieses Mal fühlte auch er den Unterschied, und ließ mich nicht etwa alleine mit all diesen Gefühlen und Gedanken. Dieses Mal war er hier bei mir. Ich lachte leise auf und sah ihn an. Wann war er bitte zu dem hier geworden? Dachte er, dass er mir jetzt all die Dinge geben musste, die ich mir von ihm wünschte, nur damit ich zufrieden war, oder tat er das hier auch wirklich weil er es wollte? Ich nickte etwas. "Du hast es mir schon gesagt," antwortete ich auf seine Frage. Er hatte es mir bereits gesagt, damals als er, Vince und ich vor diesen Leuten weggelaufen waren. Ganz am Anfang. Ich konnte mich immer noch an das rote Kleid erinnern, und mein heftig schlagendes Herz. Automatisch zog ich seine Jacke etwas enger, legte den Kopf in den Nacken und trat zu ihn ans Geländer, an das ich mich etwas lehnte. Wir würden das hier hinbekommen. Das alles hier. Schmunzelnd sah ich ihn von der Seite an, legte meine Hand auf seine und sah zum Nachthimmel. "Du bekommst keine Probleme wegen mir, oder? Weil ich ihm die Nase gebrochen habe, meine ich." Fragend sah ich doch wieder zurück zu Chord. Ich hatte nicht gewollt das er Probleme wegen mir bekam, und mir war klar das meine Aktion Konsequenzen mit sich zog, aber die sollten doch nicht auf ihn übergreifen. Ich hatte ihm die Nase gebrochen – nicht Chord. "Ich wollte dir keine Probleme machen." Ich drehte mich in seine Richtung und lächelte schwach. Das war wirklich das Letzte, was ich hatte tun wollen. "Dir ist aber hoffentlich klar, dass ich es ernst meine. Wenn John meinem Sohn noch einmal zu Nahe kommt, bringe ich ihn um," sagte ich. Ich hatte meine Drohung ernst gemeint. Ich würde nicht zulassen das John ihm etwas antat. Chord wusste, wie unfassbar viel mir Bryan bedeutete – für ihn würde ich alles tun. Selbst wenn ich dadurch zu einer schrecklichen Person werden würde, und alles nur noch größere Konsequenzen mit sich ziehen würde. Ich ließ nicht zu, dass meiner Familie etwas passierte. Niemandem.

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• Chord Heard.

Die Zeit verstrich. Noch am selben Abend überredete ich Lillian davon wenigstens mit Bryan in ein Hotel zu gehen. Das nötige Geld dafür hatte ich und an der Tanke besorgten wie Bryan zusätzlich ein paar Buntstifte. Es war die gesamte Atmosphäre und wenn es etwas gab, was wir nicht wollten, denn war es das Bryan sich eingeengt fühlte. Diese Woohnung war keun Zuhause für ein sechs jähriges Kind. Er stellte zu viele Fragen, ihm war die Sache nicht geheuer. Im Hotel angekommen fühlte er sich schon sichtlich wohler. Wir hatten einen schönen Asublick auf den Strand und aus irgendeinem Grund hatte das ganze schon etwas von Urlaub. Der Raum war unglaublich schön hell die Betten sahen einladend aus und der Ausblick machte alles um so viel schöner. Die Hamptons waren ein schöner Ort und ich fragte mich wirklich für eine kurze Sekunde, wieso man nicht viel öfter einen Blick auf das Wasser warf. Bryan saß an seinem Tisch und malte während ich auf dem Balkon stand und hinaus blickte in die kalte Nacht. Als Lillian hinter mir stand drehte ich mich um. "Jetzt ist alles anders hm?", murmelte ich und lehnte mich an das Geländer. Es kam mir vor wie gestern, als Lillian und ich nach all den Jahren bei Vince und Daniel wieder getroffen hatten. Es kam mir vor wie gestern, als Lillian und ich zusammen vor dem A.I.M geflohen waren. Der Wind durchkämmten Lillians langen braunen Haare. "Ich meine Ofiziell." Wie oft hatten wir diesen Augenblick nicht schon gehabt. Als wir gedacht hatten es würde alles ändern. Doch dieses mal war es wohl wirklich so. Wir hatten keine andere Wahl. Obwohl, doch die hatten wir. Dieses mal hatten wir uns bewusst dafür entschieden und auch wenn ich immer noch ein sehr ungewisses Gefühl in der Magengrube hatte, war ich immer noch hier. Dieses mal konnte ich keinen Rückzieher machen. "Wir haben diesen Punkt hier shcon so oft erlebt, aber dieses mal fühlt es sich anders an." Lillian wusste worauf sie sich einließ und wenn es einen Mensch gab der mich kannte, denn war sie es. Sie sagte sie lebte mit mir. Mit all meinen Macken und meiner Alkohol sucht. Ich glaubte ihr dies. Auch wenn ich wusste, dass es wirklich nicht leicht werden würde. Denn dafür war der Weg noch viel zu lang. Wahrscheinlich würden wir unser gesamtes Leben vor etwas weg rennen, doch dieses eine Mal würden wir es gemeinsam tun. Wir sollten weniger darüber streiten, ich müsste viel mehr einfach so hinnehmen und anfangen Dinge mit Lillian gemeinsam zu tun. Ich nahm meinen Blick von dem Wasser und sah Lillian an. Die Magie zwischen ihr und mir war immer noch da wie am aller ersten Tag. Es hatte sich noch nie etwas zwischen ihr und mir geändert. Nie. "Hat dir schon mal jemand gesagt wie wunderschön du bist?", fragte ich zog meine Lederjacke aus und legte sie ihr um die Schultern. "Wir kriegen das alles hier schon hin." So hatte sie es auch schon gesagt. Wir würden einfach einen Weg finden um all das hier wieder hin zu kiegen. Auch das mit Bryan. Vor allem auch, wenn das Kind nicht von mir sein sollte. Wir saßen nun zusammen auf einem Boot und wir mussten zusammen an einem Strang ziehen. Egal wie ich mich im Augenblick fühlte.

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LILLIAN Adams
Es fehlte mir an Ideen, was ich Bryan sagen konnte, oder wie ich ihm diese Situation hier erklären sollte. Um ehrlich zu sein: ich konnte es nicht, weil mir selbst die Ahnung fehlte was das alles hier denn eigentlich werden würde. Ich hatte keine Ahnung, wohin es uns führen würde, ob Chord und ich möglicherweise einen Weg finden würden irgendwie doch eine gemeinsame Zukunft zu gewinnen und dabei nicht etwa völlig versagen würden, Bryan und dem Ungeborenen ein schönes, sicheres Leben zu bieten. Es war nicht sein Job, es zu tun. Es lag nicht an Chord, diese Dinge auch wirklich für diese zwei Kinder zu erreichen, sondern an mir. Es war meine Aufgabe; mein Problem um das ich mich kümmern müsste. Und im Moment wusste ich noch nicht so Recht, ob ich wirklich richtig lag dass Bryan sich bald schon an alles gewöhnt hätte. Er war ein Kind, und offen für so unglaublich vieles das es mir manchmal schon fast Angst machte ihn alleine rauszulassen, und das obwohl ich wusste das ihm nichts passieren würde. Ihm wäre nichts passiert, denn die Gegend in der wir wohnten war Kindgerecht und sicher. Dafür hatten sowohl Jasper als auch ich gesorgt. Hier aber wusste ich doch nicht so Recht, ob ich Bryan's Sicherheit auch wirklich gewährleisten konnte. Hier wusste ich ja noch nicht einmal wirklich, weshalb Chord nicht wenigstens ein Bett hatte, sondern auf einer kalten Matratze auf dem Boden schlief. Ja Chord würde auf Bryan, das Ungeborene und mich aufpassen. Das hatte er schon früher immer tun wollen, und selbst jetzt würde sich daran nichts ändern. Es war kalt hier? Oh. Natürlich war es kalt hier. Ich biss die Zähne etwas zusammen und runzelte die Stirn. Konnten wir Papa trotzdem besuchen – irgendwann einmal, zumindest. Ich nickte etwas. "Ich frage ihn, ja? Er will dich bestimmt sehen," antwortete ich. Ich war mir ziemlich sicher das er Bryan nicht einfach so vor den Kopf stoßen würde, schließlich war er für ihn wirklich fast so wie ein eigener Sohn. Jasper war immer da gewesen, und selbst heute wäre er für den Kleinen noch da. Selbst wenn er mich hasste, und nichts mehr mit mir zutun haben wollte. Ich hob meinen Blick und sah wieder zu Chord, der mir dieses Mal zuvor kam. Wenigstens versuchte er mir hier irgendwie zu helfen, und machte die Situation mit seinem Schweigen nicht noch schlimmer oder unerträglicher. Wir machten so etwas wie Urlaub. Oh ja – Urlaub war gar kein Begriff für das hier. Anders konnte man es einem sechjährigen aber wohl kaum erklären. Ich schlüpfte aus meinem Pullover, drehte ihn und zog diesen Bryan über den Kopf. "Wir sind nicht lange hier, und wenn du dann zurück in die Schule kannst, hast du ganz viele Geschichten zu erzählen. Oh, was wenn wir alles aufzeichnen? So wie mit deiner Piratengeschichte, hm?", fragte ich ihn schmunzelnd und schlang meine Arme wieder um ihn. Lächelnd drückte ich ihn an mich und schob mich vom Boden hoch, ohne Bryan dabei loszulassen. "Wir suchen ein paar Stifte und ein paar Zettel, was hältst du davon?", fragte ich Bryan und sah kurz zu Chord. Mir war klar, dass ihm diese ganze Situation hier unangenehm war und das er eigentlich gar nicht gewollt hatte, dass es dazu kam. Das war es nun aber einmal, und jeder in diesem Raum hier musste sich erst noch daran gewöhnen. "Onkel Chord kann uns bestimmt dabei helfen, vielleicht kennt er ein paar Geheimverstecke," stellte ich fest und lachte etwas auf. Wenigstens bedeutete das etwas Bewegung, und vielleicht auch genügend Ablenkung um Bryan nicht gleich wieder erklären zu müssen das die Schule sein kleinstes Problem war.

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• Cassian Winters.

Meine Augen verfolgten sie durch den Raum bis sie sich wieder zu mir setzte. Wahrscheinlich machte sie sich viel zu Große Gedanken. Fakt war, dass sie sich viel zu sehr von ihrem Bruder abhängig machte. Dabei verstand ich gar nicht wieso sie dies tat. Sie war doch definitiv in der Lage dazu ein eigenständiges Leben zu führen. Als sie auf einmal etwas spanisches in den Raum warf was so viel wie Meine Güte oder Herjeh bedeutete, lachte ich auf. "Todo estará bien, no te preocupes." Ich blickte auf um ihre Reaktion zu testen. Das war sicher etwas sie nicht von mir erwartet hatte. Ich konnte nicht gut Spanisch, aber gelegentlich steckte ich in meiner Freizeit eben auch meine Nase in ein Buch. Es gleichte einem Schulspanisch, das total eingerostet war. Standart Dinge wie "Ich liebe dich" , Bitte, Danke oder "Wie viel kostet das?"beherrschte ich eben. Und natürlich Bleib einfach mal ein bisschen locker. Vielleicht lernte sie von mir ja auch einmal ganz andere Facetten kennen, die ihr vielleicht sogar gefiehlen. Ich zuckte die Schultern. "Man doch kein Großes Ding draus. Zeiten ändern sich und das tun wir auch richtig? Ich verbringe gerne Zeit mit dir." Und das obwohl sie mich immer ganz schön oft in Frage stellte. Ich zuckte die Schultern und trank den letzten Schluck meines Kaffees leer. "Wie oft soll ich dir das denn noch sagen? Glaubst du echt, ich bin so ein übler Kerl? Das ich Frauen einfach nur so zum Spaß benutze? Das war ein Unfall. Sowas passiert wenn zwei gut aussehende Erwachsene in einem Raum sind und ihre Streitigkeiten über den Haufen werfen." So wie ich das sagte, ließ ich es in der Tat dämlich klingen. Das würde Micaela eh nicht verstehen. Leah war eben besessen von Cedric und schon lange nicht mehr Glücklich gewesen. Das was ich getan hatte war nur ein notwendiges übel zum zweck. Das sollte nicht heißen, dass ich jetzt in jeder Freien Sekunde mit ihr in die Kiste stieg. Als sie begann den Tisch leer zu räumen, erhob ich mich und trug die Tassen in die Küche. "Ich ziehe keinen Nutzen aus dir." Mein Blick lag auf ihr, als hätte sie gerade etwas gesagt das total abwegig gewesen war. Das sie ein Pessimist gewesen war, war in der Tat total untertrieben. Sie stellte ja so ziemlich alles in Frage was ich tat. "Ist dir schon mal in den Sinn gekommen, dass ich einfach nur Nett sein will. Das mag für dich zwar absolut unglaubwürdig klingen, weil ich ein echt cooler und gut aussehender Typ bin, aber ich habe keine wirklichen Freunde." Das konnte ich manchmal selbst kaum glauben. Aber auch das war nur Schuld an den Therapien die ich machen musste. Wenn man einen Menschen sein gesamtes Leben einsperrte, hatte er eben keinen sonderlich Großen Kontakt zur Außenwelt. Das Thema mit der Klinik und der Idee meinen Bruder zu besuchen verwarf ich zunächst. Es war ihr sichtlich nicht geheuer und das war nur etwas sie nur noch mehr zurück drängte. Ich lehnte mich an die Küchenzeile hinter ihr und sah ihr aufmerksam dabei zu wie sie die restlichen Dinge wegräumte.

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• Chord Heard.

War ich auch ein böser Mann? Worte die mich für sekunden die Luft anhielten ließen. Auch wenn ich es niemals hätte offen zugegeben schmerzte es, solche Wörter aus dem Mund eines Kindes zu hören. Er hatte ja Recht, auf eine komische Art und Weise war ich ein böser Mann. Er nahm mich als etwas wahr, was ich war ohne das er die Hintergründe verstand. Vielleicht waren meine Absichten nicht immer wirklich Böse, aber auch ich hatte eine Waffe und auch ich tat manchmal Dinge die andere Verletzten. Er sah die Dinge aus den Augen eines Kindes und war einfach nur ehrlich während er mit seiner Mutter sprach. Und dagegen konnte ich absolut nichts tun. Denn vielleicht war ich kein Böser Mann, aber die Dinge die ich getan hatte, waren in der Tat nicht sonderlich Lobenswert. Auf seine Frage ob ich auf seinen Bruder oder seine Schwester aufpasste, nickte ich. Es fehlten mir die Worte für einen kurzen Augenblick. Ich räusperte mich ehe ich kanpp mit einem "Ja" antwortete. "Es ist hier kalt. Ich hab meine Spielsachen gar nicht hier. Kann ich Papa trotzdem einmal besuchen?" Natürlich verstand er das ganze nicht. Was erwarteten wir von ihm? Er war ein Kind. Er hatte viel zu viele Fragen die in seinem Kopf vorgingen. Meine Augen hingen an Lillian. Sie wusste gar nicht wie sehr ich diesen Augenblick hier hasste. Es war das was ich immer verhindern wollte. Für sie war es vielleicht kein Problem, aber Bryan würde er sehr viel überwindung kosten. Es würde wahrscheinlich seinen gesamten Charakter verändern sobald er realisierte was hier abging. Das ich vielleicht kein Böser Mann war, aber nicht anders handelte wie diese. Bryans Augen hingen an Lillian. Man konnte sehen wie er versuchte zu verstehen. Er streckte die Hand aus und begann diese spielerisch unter Lillians Pullover zu stecken. "Kann ich trotzdem Onkel Chord zu ihm sagen? Wir können ihn ja auch ganz einfach mitnehmen nach Hause." Natürlich wollte er nach Hause. Dorthin zurück wo er aufgewachsen war. "Ich glaube wir machen sowas wie Urlaub. Zunächst einmal. Und dann gehen wir auch bald wieder zurück nach Hause", kam ich Lillian zuvor. "Aber ich muss doch in die Schule gehen. Die schimpfen sonst wenn ich nicht komme." Das war wohl unser geringstes Problem. Wenn Lillian mit ihm bei mir blieb, konnten sie sich das mit der Schule erst einmal abschminken.

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LILLIAN Adams
Mit Bryan zu sprechen, würde nicht unbedingt etwas werden, worauf ich mich besonders gut vorbereiten konnte. Ich hatte keine Ahnung was in seinem Kopf vor sich ging, oder worüber er gerade nachdachte – ich konnte nicht einmal sagen, ob er überhaupt darüber sprechen wollte, oder ob es Bryan nicht doch lieber wäre es einfach irgendwie zu vergessen. Sehr wahrscheinlich würde er wissen wollen, was denn nun mit Jasper passierte, oder wohin sein Papa verschwunden war, um ehrlich zu sein konnte ich ihm darauf aber auch keine wirkliche Antwort geben. Wir waren fertig miteinander; dass waren Jasper's Worte gewesen, und ich glaubte ihm diese. Er ließ sich doch nicht von mir belügen und betrügen, nur um mir dann doch zu vergeben, weil ihm mein Sohn sehr viel mehr bedeutete als er es Chord jemals tun würde. Vielleicht brauchte Chord aber doch einfach nur Zeit, und musste sich endlich einmal zusammen reißen um alles an sich ran zu lassen. Ich zuckte etwas zusammen und blinzelte meinem Sohn entgegen, als dieser an meinem Arm rüttelte. Was? Waren wir allen Ernstes auf dem Boden eingeschlafen? Besonders viele Möglichkeiten bot uns diese Wohnung hier nicht wirklich, aber der Boden war doch nun wirklich nicht sonderlich gemütlich und einladend. Kurz sah ich zu Chord, der wirklich nicht einfach so zurück gefahren war, oder mich und Bryan alleine hier gelassen hatte. Er meinte es wohl wirklich ernst, dass er uns eine Chance geben wollte. Nachhause – Bryan wollte nachhause. Ich schlang meine Arme um ihn, zog ihn auf meinen Schoß und lehnte mein Kinn an seinen Kopf. Ich wusste um ehrlich zu sein wirklich nicht, wie ich ihm das alles hier erklären sollte. Die Wahrheit wäre wohlam Besten, jedoch wusste ich nicht ob er auch nur ansatzweise verstehen würde, was ich ihm damit sagen wollte. "Wir gehen nicht mehr nachhause Bryan," antwortete ich ihm leise und lehnte den Kopf wieder an die Wand. Ich drehte ihn etwas zu mir und lächelte knapp. "Du hast gehört, was wir gesagt haben oder?" Zuerst zögerte Bryan, denn scheinbar wusste er wirklich nicht ob ich ihn dafür bestrafen würde, denn eigentlich hatte ich ihm gesagt er sollte im Auto warten. "Keine Sorge, ich bin dir nicht böse das du nicht im Auto gewartet hast. Du musst mir nur die Wahrheit sagen, ja?" Nur war es Bryan der etwas nickte. Für einen kurzen Moment sah ich zu Chord, wahrscheinlich wollte er wirklich nicht das ich seinem Sohn hier erzählte, dass er mit einem Vater aufgewachsen war, der gar nicht sein Vater war – sein leiblicher Vater aber neben ihm am Boden saß, und sich mit Jasper prügelte. Mehr oder weniger. Ich rutschte etwas zurück und strich Bryan über die Haare. "Du musst mir jetzt zuhören, okay? Und wenn du etwas nicht verstehst, musst du mich fragen," sagte ich. Einfach raus mit der Wahrheit. Einem Teil davon, zumindest. Ahnungslos warf Bryan einen Blick zu Chord und sah diesen einen Moment lang an. "Chord und ich kennen und schon lange, und bevor ich Jasper kennengelernt habe, war er mein Freund." So in etwa konnte man es doch wohl sagen oder nicht? "Er wollte uns immer nur beschützen, und hat mich damals weggeschickt. Du warst da fast drei," erklärte ich und machte eine kurze Pause. Bryan runzelte verwirrt die Stirn und sah zwischen Chord und mir hin und her. "Warum wolltest du uns beschützen?" Er verstand es nicht. Natürlich tat er es nicht. "Vor bösen Leuten wie dem Mann von vorhin," erklärte ich und sah schnell zu Chord. Ich hatte ihm gesagt, ich würde mit Bryan sprechen – genau das würde ich auch tun. Ich atmete tief ein und schloss die Augen für einen Moment. "Chord ist dein Vater. Dein leiblicher Vater, meine ich. Das heißt aber nicht, dass dich Jasper nicht liebt, denn das tut er," rückte ich auch schon mit der Sprache raus. Bryan sah mich verwirrt an, schien nicht wirklich zu verstehen was ich ihm gerade sagte, ehe sich sein Gesichtsausdruck etwas veränderte und er Chord ansah. Eine ganze Weile starrte er ihn noch an. "Bist du auch ein böser Mann? Willst du Mama weh tun?" Ich blinzelte Bryan an und schüttelte schnell den Kopf, drehte seinen Kopf zu mir. "Er passt auf uns auf, Bryan. Chord tut manchmal Dinge, die zu kompliziert sind um sie dir jetzt zu erklären, aber er tut dir und mir nicht weh, okay? Er passt auf uns auf," antwortete ich auf seine Frage. Scheiße so etwas konnte er doch nicht einfach fragen! Wieder wandte er seine Aufmerksamkeit Chord zu. "Passt du auch auf meinen Bruder oder meine Schwester auf?" Mit erhobenem Finger zeigte er auf meinen Bauch, und ich drehte den Kopf zu Chord. Um ehrlich zu sein konnte ich gerade nicht wirklich sagen, ob es Bryan eigentlich wirklich erschreckte das wir nicht zurück nachhause gingen, sondern hier bei Chord blieben. Vielleicht wollte er gerade aber auch einfach nur noch nicht darüber reden, und brauchte noch etwas Zeit.

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• Chord Heard.

Sie redete mit ihm und wir würden für das alles schon irgendwie eine Lösung finden. War das auch das was ich von ihr erwartete zu hören? Eigentlich war das nichts. Denn mit diesen Worten konnte ich genauso wenig Anfangen als ich es vorher schon gekonnt hatte. Aber mir blieb im Augenblick absolut keine andere Wahl als es einfach nur so hin zu nehmen. Ich presste meine Lippen feste aneinander und nickte leicht. Lillian zu Liebe musste ich Anfangen ihre Ratschäge und Meinungen zu akzeptieren. Denn nur so funktioniert das jetzt zwischen uns. Wenn wir wirklich Gemeinsam einen Weg gingen denn musste ich aufhören ihr irgendwelche Dinge vorzuschreiben sondern auch auf ihre Wünsche hören. Gemeinsam. Die Zeit um uns herum verging wie in Zeitlupe und ich dachte jeden Augenblick zu sehen wie Bryan an der Tür stand und uns ansah. Vielleicht waren es ja wirklich diese Hallizunationen, denn irgendwann fielen auch mir auf dem Fußboden an die Wandgelehnt die Augen zu. Erst als ich ein sanftes Tapsen über den Boden hörte, sah ich auf. Bryan. Und dieses mal war er es wirklich. Ein Teil von mir war Augenblicklich wieder hell wach. Weil ich mich schlecht gewfühlt hätte, wenn ich wirklich eingeschlafen wäre. Aufmerksam hingen meine Augen nun an Bryan. "Mama?", fragte er leise und stieg über meine Beine hinweg zu Lillian. Ich blinzelte und versuchte Bryan nicht die gesamte Zeit über direkt anzusehen. Lillian war ebenfalls eingeschlafen. Bryan rüttelte an ihrem Arm und setzte sich zu ihr auf den Fußboden. Dabei lagen seine Augen auch sehr kurz auf meinen. Er sah mich an, als hätte ich etwas verbrochen. Als sei ich ein Fremder, der sich seiner Mutte zu nahe gekommen war. Er fühlte sich mit der ganzen Nummer hier wirklich nicht wohl, das sah auch jemand der kein Glückliches Händchen für Kinder hatte. Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn ich mit den Beiden sofort in ein Hotel gefahren wäre. Wenigstens hätte Bryan nicht dieses weitere beklemmende Gefühl, dass etwas momentan nicht stimmte. Ich wollte mir gar nicht ausmalen was in seinem Kopf so alles vorging gerade. Für so einen kleinen Jungen musste das ganze Furchtbar sein. Und ich konnte auch absolut nichts daran ändern. Ich wollte Bryan gar nicht trösten oder ihn ansprechen. Wahrscheinlich hätte es das nur noch schlimmer gemacht. Er brauchte jetzt einfach seine Zeit. Und er brauchte seine Mutter. Wie schlecht es mir auch ging, Bryan hatte definitiv Vorrang was dies betraf. "Gehen wir jetzt wieder nach Hause?", fragte er als Lillian ihre Arme um ihn geschlossen hatte. Auch Lillian sah mich kurz an. Langsam nahm ich meinen Blick von den beiden. Wir werden nicht wieder nach Hause gehen. So etwas in der Art würde Lillian zu ihm sagen, dass wusste ich. Denn wenn sie es taten, würde das mit Jasper kein Ende nehmen. Japser war ein Kämpfer und ich war mir mehr als sicher, dass er mehr daran setzte Lillian wieder zurück zu gewinnen wenn sie wieder in ihr Altes Leben zurück kehrte.

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Micaela Ramírez
Krankheit? Hatte er gerade ernsthaft Krankheit gesagt? Ich war nicht krank! Ich hatte einfach Angst. Das war ein grundlegender Unterschied. Aber auch dieses Mal stempelte mich Cas als diejenige in diesem Raum ab, die den Verstand verloren hatte. Wenn ich ihm sagte, dass er krank sei, dann schob er es jedes Mal auf die Pillen. Ich glaubte das aber nicht. Er war schon immer so gewesen, ich dagegen nicht. Ich zuckte die Schultern und sah auf meinen Teller. Wieso sollte ich ihm diese Frage überhaupt beantworten? Kranke Leute redeten ja sowieso meistens irres Zeug. "Kranke Leute machen halt keinen Sinn", gab ich ihm daher nur eine vage Antwort und stand auf, um mir einen frischen Kaffee zu machen. Ich drehte mich um und schloss kurz die Augen. Ich mochte es nicht, wenn er mich als Kranke abstempelte. Als Verrückte. Das hatte er gestern schon getan. Er schien es immer wieder und wieder zu tun. Kaum war mein Bruder aus dem Raum heraus, benahm sich Cas sofort nicht mehr wie sein Bruder. Er wurde wieder sich selbst und das war ehrlich gesagt echt schräg. Auf einmal verhielt er sich wieder so, wie ich es mir gewohnt war, obwohl er vorhin sich wie ein Fremder benommen hatte. "Ja, er hat es super aufgenommen und dennoch ist er misstrauisch geworden, weil ich ihm normalerweise alles zuerst erzähle, madrie mía." Ich erwartete gar nicht, dass er das verstand. Ich schüttelte den Kopf und setzte mich wieder hin. Ich runzelte die Stirn bei seiner Worte. Er benahm sich wie ein schizophrener Typ. Hatten die Ärzte das in der Klinik auch schon in Betracht gezogen? Das war eine Seite von Cas, die mich ein bisschen einschüchterte. Dass er sich ohne Probleme wie jemand total anderes benehmen konnte. "Weil wir bisher nie gross hier draussen Kontakt hatten und plötzlich willst du mit mir gemeinsam frühstücken", erwiderte ich auf seine Frage. Er wusste selbst, wie komisch sich das anhörte. Wir hatten nur immer in der Klinik Kontakt gehabt - hier drinnen nicht. "Nein, aber ich habe gedacht, dass du jede Nacht mit ihr im Bett verbringst", sagte ich geradeheraus und hob eine Augenbraue. Ich war doch nicht bescheuert. Cas hatte sich doch nur auf diese Blondine eingelassen, damit er noch ein Spielzeug nebenbei hatte. Als er auch fertig gegessen hatte, stand ich auf und begann das restliche Essen wieder wegzuräumen und das Geschirr in die Spüle zu stellen. Ich hatte nicht besonders Lust das zu tun, wenn er gegangen war. Ich glaubte jedoch nicht, dass er mir helfen würde. "Du willst doch nur deinen Nutzen aus mir ziehen." Ich glaubte ihm nicht ganz, dass er wirklich eine Freundschaft mit mir aufbauen wollte. Jedoch war er die einzige Möglichkeit, um mich wenigstens ein bisschen zu beschäftigen. Ihn kannte ich wenigstens ein bisschen und wusste, worauf ich achten musste. Er war immer noch besser wie ein Fremder und das war vermutlich auch der Grund, wieso ich immer noch Kontakt zu ihm hielt. Er war eigentlich gar nicht so ein schlechter Typ, nur manchmal war er eben nicht der einfachste. Ich hatte gerade die Butter im Kühlschrak verräumt, als er von der Klinik anfing zu reden. Ich drehte mich um und funkelte ihn an. "Du erwartest von mir nicht, dass ich freiwillig dorthin gehe!", schoss ich sofort zurück und betrachtete ihn. Das konnte er definitiv nicht von mir erwarten! Mir reichten schon die Termine, die mir aufgezwungen wurden. Mehr als nötig ging ich dort nicht hin, vor allem nicht um seinen eingesperrten Bruder zu besuchen. "Ich gehe wieder dorthin, wenn ich muss. Freiwillig bringst du mich garantiert nicht dorthin." Er erwartete das nicht wirklich von mir oder? Dann hätte er wirklich ein paar Schrauben locker. Keine zehn Pferde brachten mich freiwillig dorthin.

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• Cassian Winters.

Zum Abschied reichte Thiago mir die Hand. Danach hingen meine Augen ihm wie er den Raum verließ. Und das Bild was mir vorher geboten wurde machte nur wieder total klar, wie nahe die beiden sich doch standen. Hauptsache das ganze war "kein" bisschen Gruselig. Man sollte meinen das auch ihr Bruder bei ihrer Phobie keinen Unterschied machte. "Wieso macht deine Krankheit bei deinem Bruder keinen Unterschied?", fragte ich einfach frei raus. Es interessierte mich einfach. Wie konnte es sein, dass sie sich bei ihm um hundert achtzig Grad drehte? Und ich alleine nicht mit ihr alleine in einem Raum sein durfte. Alleine wie sie mich jetzt schon wieder ansah. Ich schüttelte den Kopf. Eine wirkliche Antwort würde ich von ihr zudem Thema so wieso nicht bekommen. Also konnte ich das Thema auch gleich dabei belassen. Was meine Absicht gewesen war, sie so ins Kalte Wasser zu werfen? Bitte: Natürlich das sie keinen Rückzieher machen konnte. Ich wusste nicht wie sie so tickte, aber ich wusste das sie je mehr Zeit sie hatte, sie wahrscheinlich den Grund hinterfragte. Sie war ein Mädchen das immer schön die Regeln befolgte und das tat was Richtig war. Dem musste ich so schnell wie es nur ging einen Strich durch die Rechnung machen. Bei dem was wir Gestern abgesprochen hatte, wollte sie also eine Vorwarnung? Das ich nicht lachte. "Ich dachte das hätte ich bereits gestern? Dich Vorgewarnt", meinte ich mit vollen Mund und hatte Cedrics Haltung also auch Gestik schlagartig über den Haufen geworfen. Jetzt begann ich sogar mit vollen Mund zu sprechen. "Ich weiß gar nicht was du hast. Ist doch super gelaufen. Er hat das ganze doch super geschluckt." Wenigstens bezweifelte ich, dass er zu dieser Nummer hier noch fragen hatte. Ich schluckte und trank einen Schluck aus meiner Kaffeetasse. Das Früstück war echt super, trotz der Tatsache das ich zu Spät aufgeschlagen war. Sie hatte sich ja richtig Mühe gegeben. "Sieh einem Profi bei der Arbeit zu und staune Micaela. Ich liebe es. Cedrics Fassaden sind so Vielseitig." Vielleicht wäre ich ja soger in meinem nächsten Leben Schauspieler geworden. Schließlich hatte ich nicht um sonst so viele Eigenschaften von meinem Bruder übernommen. Ich grinste bei dem Gedanken leicht in mich hinein. Solange, bis ich Micas Blick auf mir bemerkte. Mir entging es natürlich nicht wie sie mich ansah. Wahrscheinlich tat sie es um mich wieder zu Beobachten. Um ihre eigenen Schlüsse aus meinem Verhalten zu ziehen. Dennoch ließ ich es dieses eine Mal unkommentiert. Locker zuckte ich mit den Schultern. "Warum denn nicht? Spricht was dagegen?", fragte ich als sei es das einfachste auf der Welt. "Ich hatte Hunger und nichts zu Hause", antwortete ich und grinste leicht. "Du glaubst doch nicht ernsthaft ich verbringe jede Freie Minute mit Blondchen nur weil sie mich auf einmal Ratten scharf findet hm?" Ich zwinkerte ihr zu und steckte mir den letzten bissen von meinem Brötchen in den Mund. Sachte klopfte ich mir die Krümel von den Händen. "Ich finde ein wenig Gesellschaft ganz nett. Ich meine wir beide lernen und ein wenig besser kennen. Vertiefen unsere SMS-Freundschaft." Das taten wir. Denn Mica war im eigentlich wirklich sehr nützlich für mich, denn wenn sie wirklich weiter in das Therapiecenter ging, konnte sie mir wirklich helfen. "Außerdem dachte ich mir, dass wir Cedric demnächst vielleicht einen kleinen netten Besuch abstatten könnten." Was sie davon hielt war mir eigentlich so ziemlich egal. Bei ihrer nächsten Stunde würde ich als "Cedric" einfach spontan ebenfalls meinen Bruder besuchen.

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Micaela Ramírez
Ich hatte mir wirklich sehr Mühe für dieses Frühstück gemacht und nun hat er verschlafen? Aber was hatte ich auch anderes erwartet. Es war immer noch Cas und der kam und ging, wie es ihm halt gerade passte. Aber das hiess war schlussendlich doch seine Idee gewesen, also hätte er schon ein bisschen früher kommen sollen. Ich sagte ja nicht, dass er punkt zehn Uhr hätte hier sein sollen. Ich hatte sogar auf meine überdimensionalen Kapuzenpullover verzichtet. Cas sah mich das erste Mal in so... normaler Kleidung und dannn hatte er 45 Minuten Verspätung? Aber dem war halt nun mal so. Ich sah ihn kurz erstaunt an, als er von seinem Terminkalender anfing zu reden. Gab er sich ernsthaft als seinen Bruder aus? Es sah ganz danach aus. Die beiden setzten sich, während ich mich zur Kaffeemaschine begab und drei Kaffees machte. Ich drehte mich wieder um und reichte ihnen die gefüllten Kaffeetassen. Ich sah Cas erstaunt an, denn ich wusste gerade nicht, was er meinte. Mein Bruder sah mich dagegen sofort an, als hätte ich ihm etwas verheimlicht. Ich setzte mich hin und war froh, dass Cas anfing zu erzählen. Denn ich hatte gerade keine Ahnung, auf was er denn nun heraus wollte. Ich verschluckte mich bei seinen Worten fast an seinen Brötchen. Wir hatten erst gestern relativ vage besprochen und nun sagte er das so bestimmt, dass schon alles geregelt wäre? Ausserdem.. hatte ich Cas noch nie so reden gehört und es passte einfach nicht zu ihm. Es war zu kultiviert. Es war einfach nicht Cas. Aber dennoch hätte er mich zuerst fragen können, was ich denn nun darüber dachte. Vielleicht hatte er aber genau das beabsichtigt. Damit ich keinen Weg mehr rausfinden konnte. Er war manchmal echt ein Arsch. Thiago sah erstaunt an, während Cas meinte, wie stolz er auf seine Schwester sein konnte. Ich wollte Cas schon beim Namen nennte, hielt mich dann aber zurück. "Du musst ihn nicht siezen", sagte ich an Cas gewandt, bevor ich Thiago ansah. "Das hättest du ihm auch selber sagen können", meinte ich und verdrehte kurz die Augen. Er war mein Bruder. Weder mein Vater noch mein Boss, also wieso um Himmelswillen sollte Cas ihn siezen? Ich biss wieder von meinem Brötchen ab. "Dass du mir davon nicht erzählt hast, Micaela", erwiderte mein Bruder und ich seufzte leise. Ich wusste, dass ich ihm sonst alles erzählte. Aber das war noch gar nichts definitives gewesen! Wieso hätte ich es ihm dann erzählen sollen. "Ja, jetzt weisst du es", winkte ich ab und sah kurz zu Cas. Er ritt sehr gerne die andere Leute in die Scheisse, während er sich ins Fäustchen lachte. Typisch Cas. Mein Bruder schnappte sich noch ein zweites Brötchen, aber stand dann bereits auf. Er streckte Cas die Hand hin, um sich zu verabschieden. Im Gegensatz zu ihm musste er halt arbeiten gehen. "Es war schön dich kennengelernt zu haben, aber ich muss jetzt zur Arbeit. Viel Spass euch beiden." Er stellte seine Kaffeetasse in die Spüle und drückte mir beim Vorbeigehen einen Kuss auf das Haar. Ich sah schnell von Cas auf den Teller. Cas durfte mich noch nicht einmal berühren und mein Bruder verteilte Küsse. Ich nippte an meinem Kaffee, während ich wartete, bis mein Bruder draussen war. "Du hättest mich vorwarnen können", sagte ich. Er wusste genau, dass ich damit die Arbeit meinte, über die wir vorhin gerade gesprochen hatten. Ich zog die Beine an und musterte ihn, bevor ich musste anfangen zu grinsen. "Dieser kultivierte Scheiss passt nicht zu dir." Ich lachte leise auf und trank meinen Kaffee leer. "Was war denn nun der ganze Sinn von diesem Frühstücksding?", fragte ich ihn und nahm mir dann noch ein weiteres Brötchen. Ja gut, ich ass echt viel. Aber zum Glück hatte ich eine relativ gute Verbrennung, sonst wäre ich vermutlich nur noch mit Sport beschäftigt. Ich strich eine Strähne nach hinten, die sich von den hochgebundenen Haaren gelöst hatte und musterte ihn. Es wunderte mich nicht, dass er viele Frauen wollte und diese auch hatte. Er sah wirklich verdammt gut aus. Nur hatte für mich das ziemlich an Bedeutung verloren. [Aussehen oben (:]

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LILLIAN Adams
Ihm war wahrscheinlich gar nicht bewusst, wie unglaublich lange ich auf diesen Moment hier gewartet hatte. Jahrelang; so unfassbar lange, dass ich noch nicht einmal mehr sagen konnte, wie lange Chord sich nun schon gegen das alles hier wehrte. So lange kämpfte er nun schon gegen all das hier, tat so als wäre ich ihm egal, oder einfach nur nicht wichtig genug; dabei wussten wir doch Beide, dass dem nicht so war. Ich wusste, dass er mich ständig vor den Kopf gestoßen hatte, weil er doch nur irgendwie –auf diese verdammt verrückte Art und Weise– versucht hatte mich zu schützen. Das hatte er mir gestern doch auch gesagt. Er hatte immer nur versucht mich zu schützen: vor dieser Welt, vor allem aber vor sich selbst. Weil er dieser unglaublich komplizierte Mann war, den ich des Öfteren umbringen wollte, weil er doch nur Dummheiten im Kopf hatte. So lange hatte ich nun darauf gewartet, dass er mich in sein Leben ließ; dass er mich wirklich daran teilhaben ließ. Und jetzt, einfach so und ganz plötzlich, schien er verstanden zu haben das er mich wirklich nicht ständig beschützen musste. Dass ich gar nicht erst vor ihm beschützt werden wollte, und dass all die Dinge die er als Grund sah es nicht zu tun, nicht wichtig waren. Nicht für mich, denn ich wollte einfach nur bei ihm sein, komme was wolle. Ich biss mir etwas in die Unterlippe und atmete tief ein. Was erklärten wir Bryan - eine gute Frage, auf die ich gerade selbst noch keine wirkliche Antwort kannte. Er würde ohnehin Fragen stellen, würde wissen wollen wo Papa war und weshalb er so wütend gewesen war. Bryan würde unzählige Fragen haben, einige davon wären darüber wer John war und weshalb er so böse war - weshalb er Chord verletzen wollte. Vor allem aber wären es einfach nur Fragen darüber, wo Jasper war und ob er jemals zurückkommen würde. Das würde er aber nicht, zumindest hoffte ich das für ihn. Ich war nicht gut genug für ihn, und möglicherweise hatte er das auch verstanden. Ob Bryan es jedoch auch so sehen würde, konnte ich nicht sagen. "Ich rede mit ihm," sagte ich. Es musste für den Anfang Antwort genug sein, denn etwas anderes wusste ich gerade nicht. Ich hatte keine Ahnung, wie Bryan auf diese Situation hier reagieren würde - ob er verstehen würde, dass Chord sein leiblicher Vater war und Jasper nur die letzten Jahre über da gewesen war. Sehr wahrscheinlich würde er es verstehen, er verstand immerhin schon früh sehr viel mehr als ich gedacht hatte. "Ich rede mit ihm Chord. Er wird erst einmal eine Weile brauchen, um sich an alles zu gewöhnen," ebenso sehr wie Chord diese Zeit brauchen würde. Ich war mir noch nicht einmal sicher, ob Chord nicht länger brauen würde diese Situation hier zu verarbeiten, als Bryan. Das alles hier war Neu - sowohl für Bryan, als auch für uns. Und trotzdem hatte ich nicht wirklich Bedenken. Keine Zweifel oder Gedanken daran, dass Chord möglicherweise doch einfach nur log. Zumindest glaubte ich das nicht. Ich glaubte nicht, dass er mich gerade anlog. Ich löste meine Hand aus seiner, und legte sie sanft an seine Wange. Schmunzelnd schüttelte ich den Kopf und sah Chord in die Augen. Er machte sich viel zu viele Sorgen, dachte viel zu viel darüber nach was er alles nicht konnte. "Wir finden eine Lösung, okay? Gestern hattest du außerdem auch keine Probleme dich mit ihm zu unterhalten," stellte ich fest. Gestern hatte er auch ziemlich viel Zeit mit Bryan verbracht, und dabei hatte er nicht unbedingt besonders unbeholfen ausgesehen. Vielleicht war er es gewesen, dass hatte er sich aber nicht zwingend anmerken lassen. "Bryan wird es schon schaffen dich aufzutauen," meinte ich leicht lachend. Das schaffte Bryan immer. Er war dieser unglaublich fröhliche, unbeschwerte Junge der mit so ziemlich allem und jedem klar kam. Selbst mit Menschen, die eigentlich gar nichts mit ihm oder anderen Kindern anfangen konnten. Ich konnte nicht von Chord erwarten, augenblicklich der Vater zu sein, der ich wollte dass er war. Irgendwann aber wäre er ein Vater - selbst wenn er möglicherweise nie das sein würde, was ich von ihm wollte das er war, aber das war in Ordnung. Zumindest für den Moment. Knapp schüttelte ich den Kopf. "Mach dir keine Gedanken Chord. Das alles braucht etwas Zeit," denn mit Zeit wurde irgendwie alles ein klein wenig leichter. Nicht wirklich alles, aber viel. Ich lehnte mich zurück, schob meine Finger zwischen die von Chord und zuckte die Schultern. "Wir finden einen Weg." Davon war ich wirklich überzeugt, schließlich saßen wir auch hier, und das war nicht selbstverständlich. Es hatte so unglaublich lange gedauert, bis wir überhaupt hier her gekommen waren, dass ich noch nicht einmal sicher sagen konnte ob das hier nicht möglicherweise ein Traum war. Wunschdenken. Vielleicht war es das, möglicherweise gab es für uns aber auch wirklich eine Chance, und die wollte ich auch wirklich nutzen. Selbst wenn ich nicht wusste, ob das zweite Kind nicht möglicherweise wirklich von Jasper war, um ehrlich zu sein wusste ich aber nicht, was Chord tun würde, wäre dem wirklich so. Ich wusste es noch nicht einmal selbst.

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• Chord Heard.

Ich konnte gar nicht beschreiben, was es für ein Gefühl war, als sie ihre Lippen auf meine legte. Es war eine Art Zustimmung, auch wenn ich gewusst hatte das sie sich schon lange vorher für mich entschieden hatte. Es erfüllte mich mit Verwirrung aber auch ein wenig ehrleichterung. Grundsätzlich war es fast so, als könne ich vor ihr jetzt viel leichter Gefühle zeigen. All das was mir über die Jahre so verdammt Schwer vorgekommen war, war jetzt so leicht. Aber trotzdem wusste ich auch das all die Sachen, die mich sonst immer belastet hatten nicht einfach so verschwunden waren. Vielleicht musste ich der Sache einfach einmal ins Auge sehen und sie auf mich zu kommen lassen. Egal was ich davon hielt und wie ich die Dinge im Augenblick sah. Auch wenn es mir unglaublich schwer fallen würde, musste ich mich dieses eine Mal einfach zusammen reißen. Sie hatte so viele Male den Schwarzen Peter gezogen und nun war ich an der Reihe. Mich gegen dieses Unwohle Gefühl zu stellen und auch einmal ein Risiko einzugehen. Ich konnte immer noch für sie und das Kind da sein. Als sie sich von mir löste legte ich meine Stirn gegen ihre. Wir waren so weit zu entscheiden das wir unsere Leben zusammen verbringen wollte. Eine Lange zeit hatte dies auf die Probe gestellt. Was für eine Versicherung brauchten wir denn noch? Es gab nichts anderes. Nur sie und mich. Und Bryan natürlich, an den nicht nur ich mich gewöhnen musste, auch er musste sich an die neuen Umstände gewöhnen. Das war der Schwierigste Teil der Sache. Ich drückte ihre Hand und seufzte. "Was erklären wir Bryan?", fragte ich und löste die Nähe zu ihr auf. Für ihn war die Trennung von Jasper der härteste Schlag. Jahrelang war er Papa gewesen und jetzt saß er mir gegenüber. Dem Mann, der mit Kindern absolut nicht konnte. "Mit allem. Wie halten wir ihn aus der Sache raus?" Es war eine Ernst gemeinte Frage. Ich konnte es mir nämlich absolut nicht vorstellen ein Kind um mich zu haben während ich in Geschäften verwickelt waren, die wirklich Gefährlich waren. Ich wollte auf gar keinen Fall das die Dinge so endeten, wie bei meinem Vater und mir. Er hatte in der Erziehung so ziemlich alles falsch gemacht, was man nur Falsch machen konnte. Doch so wie Lillian es schon gesagt hatte: Ich war nicht wie er. Ich war nicht mein Vater. Und ich hatte sie. Lillian würde alles für ihr Kind und ihre Familie tun. Wenn es etwas gab, was ich wusste denn war es das Lillian ihr Leben für ihn opfern würde. Und das würde ich auch wenn es darauf ankam. Ich könnte nie zulassen das ihnen etwas zustößt. "Ich meine, ich kann kann das nicht. Er wird Fragen haben. Und er wird mich ansehen und ich denke nicht das ich das kann." Chord Heard. Der Mann der Angst vor der Nähe eines Kindes hatte. Seines Kindes. "Du weißt das ich das nicht Böse meine, aber ich"- ich fasste mir an mein Herz. Ich konnte ihm meine Gefühle nicht zeigen. Und ich konnte ihm nicht sagen das alles gut werden würde weil er jetzt bei mir war. Seinem leiblichen Vater. Denn ich wusste, dass ich Jasper niemals ersetzten könnte. In allen Dingen.

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• Cassian Winters.

Entschuldigend zuckte ich die Schultern. Sie klang ein wenig angenervt. Aber sollte sie, mit so etwas traf sie bei mir nicht wirklich einen Nerv. Ich, Cassian achtete nie wirklich auf Dinge wie Zeit. Vor allem hatte ich nie irgendwelche Termine bei denen ich auf besondere Zeiten achtete. Mein Therapieplatz in dieser Klinik war fest. Ich hatte dort ein Zimmer, wurde geweckt und mir wurden die Therapiestunden auf einem Plan festgelegt. Ich hatte also keine Chance drum herum zu kommen. "Du weißt ja wie voll mein Terminkalender ist." Und damit war das Thema vom Tisch. Thiago führte uns ins Esszimmer. Dabei dackelte Mica ihm hinterher, gefolgt von mir. Dort angekommen staunte ich aber nicht schlecht. Das ganze Haus war zwar sehr schlicht gehalten, sah aber echt nicht schlecht aus. Beinahe schick. Bestimmt musste ihr Bruder eine menge dafür arbeiten. Als wir in ihrem Esszimmer angekommen waren, setzten Thiago und ich uns. "Ihr wohnt wirklich schick." Vor allem wenn ich daran dachte, dass ich sowas wie sie nie gehabt hatte. Eine eigene Wohnung oder geschweige sogar ein Haus. Und ich fragte mich für einen kurzen Augenblick, ob Thiago uns nun des gesamten weiteren Tag begleiten und anstarren wollte, nur weil er mir nicht traute und seine Schwester im Auge behalten wollte. Er war es eben nicht anders gewohnt. Besonders weil ich zum männlichen Geschlecht gehörte. "Ja. Gerne", entgegnete ich ihr auf die Frage nach Kaffee. "Hast du deinem Bruder denn schon von den Guten Neuigkeiten erzählt?", fragte ich neugierig und nahm die Tasse Kaffee dankend an, als sie mir eine reichte. Ich sah auf den Korb mit den Brötchen und nahm mir eins, als ihr Bruder sich ebenfalls bediente. Lässig begann ich mit einem Löffel in der Tasse umher zu rühren. Ihr Bruder sah fragend auf. "Ich bin Gründer der SeQis Investments. Der Name sagt ihnen bestimmt etwas? Eine Firma für Werbe Aktien und Handelsunternehmen. Mica und ich haben uns in der Therapiezentrum kennengelernt. Mein Bruder ist dort Patient. Ich habe gesehen das sie ein wirklich sehr geschicktes Händchen hat und dort haben wir uns ein wenig unterhalten. Ich hätte sie gerne mit an Bord in meiner Firma. Und wir hatten schon über ihre und meine Vorstellungen darüber und sie hat mir ein wenig von sich erzählt. Natürlich werde ich hier und da so manche Dinge die zu ihrer Arbeit gehören beachten. Sie kann vorn zuhause aus arbeiten und ich werde ihr die benötigten Tabellen zuschicken." Ich sah auf, biss von meinem Brötchen ab und nickte Mica zu. Kaum zu glauben wie gespielt kultiviert ich klingen konnte. Es war fast schon erschreckend wie gut ich meinen Bruder imitieren konnte. Denn immer wenn er mir in der Klinik etwas von seiner Arbeit gesprochen hatte war das einzige was ich hörte nur Bla Bla Bla. Bis heute hatte ich auch nicht wirklich einen Plan darüber, was er in seiner Arbeit so alles machte und warum diese so super wichtig war. Das einzige was ich wusste war das Cedric mal sehr viel Geld in etwas gesteckt hatte, einen Markt daraus eröffnete und sich jetzt vor Investoren und Kohle kaum noch retten konnte. Wenn ich Er gewesen wäre, hätte ich den Markt schon längst dicht gemacht und mich mit dem was ich hatte verzogen. Irgendwo ein Glückliches Leben gemacht. Doch wahrscheinlich war das was er machte das einzige was ihn mit Freude erfüllte. "Sie können wirklich sehr Stolz auf ihre Schwester sein." Und diesen Satz sagte ich wirklich nur, weil ich meine kleine Verspätung wieder gut machen wollte. Für Mica war es jetzt jedoch offiziell. Ich hatte es ihrem Bruder erzählt und jetzt kam sie aus der Sache zunächst einmal nicht wieder raus.Das war der Deal.

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LILLIAN Adams
Ihm war doch gar nicht klar, wozu ich in der Lage war, denn gerade stellte er mich doch wieder einmal so dar als hätte ich keinerlei Ahnung von dieser Welt hier; obwohl er ganz genau wusste, dass ich mich hier ebenso gut auskannte, wie er es selbst tat. Ich wusste, was es bedeutete das er diesen Pakt unterzeichnet hatte, ich wusste was es für Konsequenzen hatte und mir war verdammt nochmal klar, dass er dachte nicht einfach so verschwinden und mich hier zurücklassen konnte. So dachte er, weil er der Meinung war das ich – das dachte er nicht. Das hatte er nie gesagt. Was? War das jetzt sein Ernst? Seit wann entschuldigte er sich? Schon so oft hatte er mir nun ins Gesicht gesagt, dass er nicht glaubte ich könne mich nicht selbst schützen, und nun entschuldigte er sich dafür, weil er es nicht so gemeint hatte? Stirnrunzelnd nickte ich. Er meinte es nicht so. Also dachte er gerade gar nicht, dass ich ein naives und dummes Mädchen war, dass einfach nur in der Hoffnung lebte irgendwann von einem starken Ritter auf Pferd gerettet zu werden. Genau das tat ich aber schon lange nicht mehr. Was brachte mir dieser Gedanke, oder die Hoffnung darauf, wenn die Realität doch ganz anders aussah. Es gab keinen Prinzen auf Pferd, denn der einzige Ritter auf den ich wartete, wollte mich doch nie in seinem Leben, aus Angst er könne mir doch nicht das geben was ich wollte. Dabei war ihm noch nicht einmal bewusst, dass er alles war was ich brauchte - keine Romantik, und keine dummen, schnulzigen Filmmomente an die wir uns im Alter erinnern könnten. Solche Momente waren doch ohnehin überbewertet. Und Chord wusste eigentlich, dass ich gar nichts von ihm verlangen würde. Er sollte mich einfach nur einen Teil von allem werden lassen; von seinem Leben, selbst wenn dieses das reinste Chaos war, mit dem er selbst nicht klar kam. Verwirrt sah ich ihn an. Er musste einfach endlich mit allem klar kommen, denn das Letzte was er wollte war uns einfach zurücklassen. Uns. Hieß das, dass ihm Bryan doch irgendwie etwas bedeutete, oder wusste er einfach das ich auch mein Sohn bedeutete? Ich konnte es gerade nicht so Recht sagen, wenn ich jedoch darüber nachdachte wie schnell er mir gefolgt und eingeschritten war, um Bryan zu schützen - um dafür zu sorgen das der Junge –wie er ihn genannt hatte– nicht verletzt wurde. Das konnte doch gar nicht heißen, dass er rein gar nichts empfand. Vor allem hatte er sich gestern erst mit Bryan beschäftigt, und war nicht einfach gegangen; weil er ihn ebenso wenig verletzen hatte wollen, wie mich. "Dann tu es nicht," antwortete ich und schluckte etwas. Das Letzte was er wollte, war uns zurücklassen. Trotzdem wäre er gegangen, einfach so und ohne zu sagen wohin. Weil er gedacht hatte, dass es so besser wäre. Gott, natürlich wollte ich Teil von dem Ganzen hier werden! Nein. Eigentlich wollte ich nicht einfach Teil einer kriminellen Organisation werden, die Aufträge für Morde und Dergleichen annahm, aber wenn das nun einmal Chord's Leben war, dann war ich bereit dazu. Vor allem aber war ich nicht völlig wehrlos. Ich nickte knapp. "Ich weiß was es bedeutet," wiederholte ich. Das tat ich doch auch wirklich. Langsam sah ich auf seine Finger, die meine Hand umschlossen. Er wollte mich in seinem Leben. Wirklich. Es wäre jedoch eine Entscheidung fürs Leben, nicht einfach so für Zwischendurch. Ich lachte etwas auf, beugte mich zu ihm vor und legte meine Lippen auf seine. Gab er uns gerade wirklich eine Chance? Oder tat er das hier nur um mich hinzuhalten, weil er dachte es wäre besser so? Ich hatte keine Ahnung, um ehrlich zu sein schien er mir aber nicht zu lügen. "Ich habe mich doch schon vor Jahren entschieden, und das weißt du." Und das tat er auch. Er wusste, dass ich mich schon vor Jahren einfach für ihn entschieden hätte, wenn er mir eine Chance gegeben hätte. Ich entschied mich selbst jetzt für etwas, dass mich das Leben kosten könnte, sollte ich Fehler begehen: nur um bei Chord sein zu können. Lächelnd schob ich meine Hand in seinen Nacken und legte meine Lippen ein weiteres Mal auf seine. Er gab uns eine Chance; weil er mich in seinem Leben wollte. Ihm war wahrscheinlich gar nicht bewusst, wie lange ich auf eben diese Worte gewartet hatte.

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• Chord Heard.

So leid es mir auch tat, ich konnte gerade wirklich keinen Gedanken an Bryan verlieren. Mir war klar das er das mit Jasper gehört hatte und nun wahrscheinlich sichtlich sehr verwirrt war. Jasper- der Mann, von dem er glaubte, dass er sein Vater war, war es nicht und ich stand ihm nicht mehr als Fremder entgegen sondern als jemand komplett anderes. Doch auch hier konnte ich keine Rücksicht nehmen. Ich seufzte und sah sie ungläubig an. So wie sie die Sachen offen legte, hatte ich es ja gar nicht gemeint. Mir war Bewusst das Lillian genug mit dieser Welt zu tun hatte und das sie eigentlich immer sehr gut damit umgehen konnte. Die Sache war genau die die sie meinte. Ich machte mir wie immer viel zu viel Sorgen. "Du bist kein dummes Naives Mädchen. Das habe ich nie gesagt", wiedersprach ich ihr rasch und schüttelte den Kopf. "So hab ich das nicht gemeint. Es tut mir leid" In mir ging gerade einfach alles drunter und drüber. Da fiel es selbst mir Schwer einen Kühlen Kopf zu bewahren. Aber selbst wenn Lillian es vielleicht glaubte, ich würde sie niemals als Schwach oder Unbeholfen bezeichnen. Und so würde ich es auch nie meinen. Selbst wenn es manchmal so klang. Für mich war Lillian eines der tapfersten und stärksten Frauen die ich kannte und alleine wie sie Bryan vor John beschützt hatte, zeigte mir das sie allen Gefahren für ihrer Familie in Kauf nahm. Für mich hatte sie damit alleine schon sehr viel Stärke bewiesen. Glaubte Lillian jetzt, dass ich jetzt nach all der Sache einfach immer noch meine Sachen packte und ging?! Wahrscheinlich. Denn auch wenn es für mich gerade mehr als offensichtlich war den Umständen nach nicht zu gehen, sah sie mich so an als wäre ich immer noch bereit dazu zu gehen. Vielleicht war ich das, aber auf der anderen Seite würde es mein Herz auch ganz einfach gar nicht zulassen. "Ich muss einfach mit allem klar kommen jetzt. Das letzte was ich will ist euch zurück lassen." Sie wollte mich. Nicht nur einen Teil. Sie wollte mich als ganzes. Und ich wollte sie. So wie die ganze letzte Nacht. Und wir hatten jetzt die gelegenheit dazu. Doch wie sollte ich das ganze Anfangen? Sollte ich sie zu einem Black Hood machen? Am plausiebelsten war es das. So hatte sie den Schutz von all den anderen. Und so hatte John nichts mehr gegen uns in der Hand. Das hieß jedoch auch das ich Bryan zu meinem Nachfolger machte, falls er Alt genug dafür war und mir etwas passieren sollte. Doch konnte ich das verantworten? Ich kam nicht raus aus der Sache. Mit meinem eigenem Blut hatte ich es unterschrieben und geschworen und wenn ich ging, bedeutete es für mich fast genauso viel wie der Tot. Das waren die Regeln und beschützen konnte mich davor keiner. Die einzige Lösung die ich hatte war weg rennen. Doch war es für Lillian eine Alternative? Wollte sie mit mir zusammen fliehen, oder hier auf den Hamptons ein Teil von dem werden was ich war? Ich presste meine Lippen feste zusammen ehe ich einen Schwall Luft ausstieß. "Hör zu..", murmelte ich und lehnte mich wieder an die Wand hinter mich. "Du willst wirklich ein teil von all dem hier sein?", fragte ich nach obwohl ich ihre Antwort kannte. "Dir ist klar was das für uns bedeutet." Aber vor allem für sie. Denn wenn sie der Sache auch nur einmal zustimmte kam sie aus der Sache nicht heraus. "Hör zu", ich ergriff ihre Hand. "Ich will dich wirklich in meinem Leben. Aber wenn du dich für etwas entscheidest, denn wird es eine endgültige Entscheidung sein." Und sie wusste wie ich war und das ich nicht immer in der Lage war ihr alles zu geben.

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LILLIAN Adams
Das spielte keine Rolle mehr? Was bitte meinte er denn nun damit? Natürlich spielte es eine Rolle, dass er die Stadt verlassen wollte, und es machte verdammt nochmal schon einen Unterschied ob er mich jetzt einfach nur hier her gebracht hatte, weil er nicht sicher gehen konnte ob John nict doch durchdrehte und auf Rambo machte. Er hatte doch wahrscheinlich sowieso immer noch vor, die Stadt schnellstmöglich zu verlassen; ich sah keinen Grund für ihn, es nicht zu tun. Es war ihm doch auch egal gewesen, als ich ihn gestern angefleht hatte uns eine Chance zu geben. Was zur Hölle - er konnte mich dort draußen nicht einfach rumrennen lassen? Verstand er überhaupt, wie das klang? Er ließ es verdammt nochmal so klingen, als könnte ich immer noch nicht auf mich aufpassen - als wäre ich ein kleines Kind, dass man beschützen musste. Vor Gott und der Welt, und Leuten wie John die nichts Gutes im Sinn hatten. Genervt verdrehte ich die Augen. Wenn er dachte, dass er mich beschützen musste, sollte er lieber seine Sachen packen und verschwinden. Er sollte mittlerweile verstanden haben, dass ich auf mich und meinen Sohn aufpassen konnte. Das er mich nicht immer beschützen musste - ich wollte ja noch nicht einmal ständig von jemandem beschützt werden! Er sollte endlich damit aufhören, ständig den Starken markieren zu wollen. Gott, hatte er überhaupt eine Ahnung davon, wie nutzlos ich mir jedes Mal aufs Neue vorkam, wenn er mich einfach zur Seite schieben wollte, um die Drecksarbeit selbst zu übernehmen? Ich schloss laut ausatmend die Augen, biss die Zähne fest aufeinander und zog die Beine etwas an meinen Körper. Oh er hatte niemandem von Bryan erzählt. Natürlich hatte er das nicht. Ich lachte fast schon bitter auf und sah Chord mit gerunzelter Stirn an. Ihm war wohl wirklich nicht klar, dass er hier sagen konnte was er wollte - er hatte vor zu gehen, und selbst wenn er meinte er könnte mich nicht einfach dort draußen herumrennen lassen, hatte sich an seinem Plan ja wohl doch nichts geändert. Was sollte sich denn aber auch geändert haben? Er würde mich doch nur wieder auf Abstand halten, würde dafür sorgen dass ich mich mit dem zufrieden gab, was ich von ihm bekam und dabei wieder einmal einfach vergaß, dass dort draußen noch sehr viel mehr war. Ich sollte ihn wohl wirklich hassen. Vor allem dafür, dass er ernsthaft dachte das ich nicht wusste worum es hier ging. "Falls du dich nicht daran erinnerst: ich war bei ziemlich viel von dem Zeug dabei, dass du durchgemacht hast. Ich weiß sehr viel mehr als du denkst, Chord. Du kannst nicht jedes Mal so tun als wäre ich einfach nur irgendein dummes, naives Mädchen das nur durch Zufall hier reingerutscht ist." Denn genau das tat er doch jedes verdammte Mal, und es nervte mich ungemein. Er gab mir nicht ein einziges Mal die Chance, auch wirklich etwas zu tun. Weil ich ja auch einfach nur Lillian Adams war. In etwas reingerutscht in dem ich nichts zu suchen hatte. Weil er mich ja auch jedes verdammte Mal hatte retten müssen - dabei vergaß er scheinbar wirklich, wie oft ich meinen Arsch für ihn hingehalten hatte, und wie oft ich ihm irgendwo rausgeholfen hatte. Er tat ja fast schon so, als hätte ich keine Ahnung von dieser Welt, und dass hasste ich über alles! "Glaubst du ernsthaft ich denke, dass das was du tust Kindergarten ist? Wie dumm glaubst du eigentlich, dass ich bin? Ich weiß, dass dort draußen Leute sterben, weil deine Leute den Auftrag haben dafür zu sorgen. Ich weiß es, okay? Du musst nicht jedes Mal so tun als wäre ich ein dummes Kind das nicht auf sich aufpassen kann," sagte ich und wandte den Blick zum Fenster. Ich schnaubte. Ich hasste diese Art, hasste es wenn er so tat ebenso sehr wie ich es hasste wenn Clint oder Lex dachten, sie müssten mich vor irgendetwas beschützen. Es war doch immer das Selbe, und ich verstand nicht warum alle immer dachten ich hätte es nötig beschützt zu werden. Das war sein Problem? Er schaffte es nicht Privates und Geschäftliches zu trennen? Ich lachte leise auf und lehnte den Kopf wieder an die Wand, sah zu Chord hoch. "Dann lass es so tun zu wollen als wärst du dein Vater, und zieh dein eigenes Ding durch. Du musst nicht auf Jr. tun um den Leuten zu zeigen, dass du etwas kannst," antwortete ich. War es denn so schwer, einfach nicht so tun zu wollen, als wäre er jemand oder etwas, was er eigentlich gar nicht war? Er war nicht sein Vater. Er war Chord Heard - das war ein ziemlich großer Unterschied; das hieß jedoch nicht, dass er schlechter war. Die schwarze Seite. Gott! Ich war nicht dumm, oder weltfremd! Ich wandte meinen Blick zur Tür, die ich nur angelehnt hatte um zu hören sollte Bryan doch noch einmal aufwachen. Etwas, was er sehr wahrscheinlich bald schon wieder tun würde. Ich wusste es. So etwas ging ganz bestimmt nicht einfach so an ihm vorbei. Ich hatte es schon vorhin in seinem Gesicht gesehen, er hatte sich trotzdem umgedreht und war eingeschlafen. Irgendwann zumindest. Irritiert runzelte ich die Stirn und sah zurück zu Chord. Er musste noch einmal zurück? Was zur Hölle, hatte er sie noch alle? Wir waren doch wohl kaum hier her gekommen, weil er dachte es wäre so viel gemütlicher. Das hatte schon seinen Grund. Er würde Papiere holen. Die Sachen die im Büro waren. Was? Wollte er jetzt ernsthaft darüber nachdenken, nicht die Stadt zu verlassen, und mich doch wieder hinzuhlaten wie er es besonders gut kannte? Was zur Hölle stimmte bitte nicht mit ihm? Ich hatte keinen Blödsinn gebaut, verdammt! Er war es doch, der sich mit diesen Leuten einließ! Und wenn er nicht den Arsch in der Hose hatte, ihnen zu zeigen das er das Sagen hatte, musste es eben jemand anderes tun! Ich knirschte die Zähne und verdrehte die Augen. "Ich mache nicht so weiter, wie gehabt. Entweder du lässt mich endlich an deinem Leben teilhaben und versucht nicht jedes beschissene Mal mich oder Bryan zu beschützen, oder wir sind weg. Mir scheiß egal ob dort draußen Leute wie John rumrennen," sagte ich und deutete mit meinem Zeigefinger auf ihn. "Du musst dich entscheiden. Ich lasse mich nicht mehr länger von dir hinhalten," fügte ich hinzu. Dieses Mal meinte ich es ernst. Dieses Mal wollte ich nicht mehr; dieses Mal wollte ich nicht wieder einfach hingehalten werden, um dann doch nur verlassen zu werden. Entweder er würde es versuchen, und mich teilhaben lassen oder aber ich wäre weg. Dann konnte er sich überlegen, wie er mich oder Bryan beschützen wollte. "Ich brauche keine Romantik oder dämliche Schnulzen oder etwas, aber ich will dich. Nicht nur einen Teil, sondern alles. Jeden Teil." Erst wenn er mir eine Antwort gegeben hatte, könnten wir weiterreden. Erst dann, und nicht wenn er die Papiere und Sachen vom Büro geholt hatte. Und erst dann würde ich ihm mein Wort geben, keine dämlichen Aktionen mehr zu starten. Auch wenn ich wirklich nicht wusste, was er damit meinte.

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• Chord Heard.

Auf ihren Blick rieb ich mir nur die Schläfen. "Das spielt keine Rolle mehr." Also ob ich jetzt noch die Stadt verlassen konnte. Was sollte Lillian tun? Ich seufzte und sah sie an. "Wi rmüssen uns irgendetwas einfallen lassen. Ich kann dich nicht da draußen rum rennen lassen." Vor allem wegen John nicht. "Ich brauch drigend einen Drink." Oder irgendetwas was meine Nerven wenigstens ansatzweise ein wenig beruhigte. Wenn das so weiter ging würde ich noch Migräne bekommen. Wie immer begann Lillian Theasen und Vermutungen aufzustellen. Das machte sie immer ziemlich schnell, doch dieses mal hatte sie absolut keine Ahnung wovon sie sprach. Sie hielt das was ich da mit mir rum schleppte wie etwas was man einfach so ablegen konnte. Spaß- Arbeit weil wir alle ein bisschen mit unseren Waffen herum spielten. Sie war definitiv schon viel zu abgehärtet für so einen Scheiß. Ich brachte sie mit einer Handbewegung zum schweigen. "Das mit John kannst du nicht beurteilen. Ich mag bei denen vielleicht das sagen, aber wenn er mich nicht akzeptiert ist es etwas anders. Er ist einer von den ältesten und hat mit meinem Vater zusammen gearbeitet. Er hat sehr viel von ihm gehalten und ihn ganz nach oben an die Kette gesetzt. Wenn es mich also schlecht erwischt wird er so oder so meinen Platz einnehmen. Das gerade ist eine Aussage gegen Aussage. Ich hab niemanden von Bryan erzählt, das könnte sehr eng für mich werden. Zudem ist das Buiness mit den Jungs nicht so einfach, dass kannst du mir glauben. Die nehmen das ernst Lill. Nichts Kinderspielplatz" So hatte sie es mal genannt, doch sie wusste so gut wie gar nichts von diesem Geschäft. Beinahe Automatisch ging ich an einen der Schränke. Ich suchte nach etwas. Alkohol, doch die wenigen Schränke waren leer. Ein wenig gereizt schlug ich sie zu und seufzte als ich mich erhob. Denn eben ohne. "Ich verbringe so wenig Zeit wie ich nur kann mit ihnen. Alleine daraus drehen sie mir schon einen Strick. Wie auch immer mein Vater es damals immer geschaft hat Familie, Privates und seine Arbeit zu trennen es hat besser funktioniert wie ich es tue. Johns Worten nach zu Urteilen war ich Halbherzig. Wir hatten eben wirklich Leute die sich auf mich verließen und die nichts hatten als eine Bruchbude. Ohne Aufträge die ich an land zog, gab es kein Geld. Kein Geld- keine glückliche Gemeinschaft. "Die bringen da draußen Leute um Lillian. Das ist Ernster als du glaubst. Das ist die Schwarze Seite." Und ich konnte immer noch nicht glauben das mich das A.I.M., dieser Jim Riever mich in diese Situation gebracht hatte. Wie verzweifelt musste ich gewesen? Doch so wie immer hatte mich das A.I.M so viel gezwungen was ich nicht verhindern konnte. Ich bewegte mich Richtung Fenster und blickte hinaus. Mein Kopf ratterte und suchte verzweifelt nach einer Lösung. Doch welche Möglichkeiten gab es jetzt noch? "Ich muss nachher noch mal zurück. Und du bleibst hier", betonte ich ernst. "Ich hole die Papiere. Die Sachen- danach sehen wir weiter. Hab ich dein Wort?!" Ich drehte mich zu ihr und ging ein Schritt auf sie zu. "Hab ich dein Wort das du keinen Blödsinn baust?!", fragte ich erneut. Ich konnte Lillian manchmal einfach nicht einschätzen. Meistens tat sie genau das was man ihr sagte nicht nur weil ihr etwas anderes durch den Kopf ging. "Keine Schrägen spontanen Aktionen, verstanden?"

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Micaela Ramírez
Es war zehn Uhr und es klingelte nicht. Es war fünf nach zehn und es hatte immer noch nicht an der Tür geklingelt. Ich sah auf das Hady, aber hatte keine neue Nachrichten von Cas. Als er dann sogar zwanzig Minuten zu spät war, wurde ich langsam wütend. Hatte er mich nur verarschen wolen? Hatte er es gewollt, dass ich mich vor meinem Bruder zum Affen machte? Denn genau so kam es rüber. Ich hatte ja nicht erwartet, dass er um Punkt zehn Uhr da war. Aber das er gar nicht kam? Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. Ich war enttäuscht von ihm. Nach allem was wir gestern geredet hatten, hatte ich echt gedacht, er wolle das auch durchziehen. Vermutlich würde es aber eher so sein, wie ich es gedacht hatte. Er würde das Geld bekommen und dann würde er von hier verschwinden. So war halt Cas einfach. Auf ihn konnte man sich nicht verlassen. Er kam und ging halt, wie er gerade Lust hatte. Ich hätte mich halt einfach nicht auf diesen Scheiss einlassen dürfen. Genervt rutschte ich hinunter und wollte anfangen, das Frühstück wegzuräumen, als in diesem Moment mein Handy eine neue Nachricht ankündigte. Als ich seinen Namen sah, fluchte ich. Dachte er wirklich, er könnte jetzt noch absagen? Sicher hatte er irgendeine faule Ausrede bereit. Wütend auf ihn öffnete ich die Nachricht und las sie. Er hatte verpennt?! War das sein Ernst? Er wollte bei mir zuhause frühstücken und verpennte dann einfach? Aber er war nun bereits schon auf dem Weg und dann konnte ich wohl nicht mehr viel daran ändern. Ich seufzte leise und liess mich auf den Stuhl sinken. Thiago kam kurz herein und fragte mich, wann denn mein neuer Freund kommen würde. Ich gab ihm eine relativ genervte Antwort, worauf er auch schon wieder nach draussen verschwand. Hätte ich an seiner Stelle vermutlich ebenso getan. Ich wartete noch ungefähr zehn Minuten, als es an der Haustür klingelte. Mein Bruder ging an die Türe. Er ging immer an die Türe, denn ich wollte diese nicht unbedingt öffnen, wenn nachher doch jemand Fremdes vor der Tür stand. Ich vernahm Cas Stimme und ging nach vorne. "Nein, ich musste nur 45 Minuten warten", sagte ich mit hochgezogener Augenbraue. Er konnte ruhig wissen, dass ich ein bisschen genervt davon war. "Komm rein", winkte ich ihn hinein. Thiago schloss die Tür hinter ihm und ich führte ihn ins Esszimmer. Wir hatten keine riesige Wohnung, aber es reichte für uns beide. Wir brauchten beide nicht sonderlich viel Platz. "Kaffee?", fragte ich in die Runde, wobei mein Bruder sofort nickte. Er konnte definitiv nicht ohne Kaffee. Fragend sah ich Cas an. Ich hatte schon erwartet, dass er sich ein bisschen mehr für dieses Frühstück anstrengte. Aber nun war er hier und dass er zu spät gekommen war, konnte man auch nicht mehr ändern. Ich schürzte die Lippen, drehte mich um und begann Kaffee zu machen. In den eigenen vier Wänden fühlte ich mich schon viel wohler und das merkte man mir vermutlich auch an.

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• Cassian Winters.

(neues Aussehen oben) Als ich am nächsten Morgen die Augen öffnete musste ich fest stellen, dass ich auf der Couch eingeschlafen war. Auch hatte ich die letzte Nachrricht von Micaela noch nicht gelesen. Es war halb 11. Und somit hatte ich wohl das Frühstück mit ihr verpennt. Ich schnappte mein Handy und schrieb ihr. Hab die Sache total verpennt, ich mach mich jetzt auf den Weg. Und so schnappte ich mir ein paar von dein einfachsten Sachen die Cedric so im Schrank hatte und stolperte ins Bad. Nachdem ich irgendwie meine Haare gebändigt hatte, die Zähne geputzt und die Kontaktlinsen eingesetzt hatte, klappte ich meine Brille zusammen und steckte sie mir in die Innentasche. Es sah von weiten vielelicht nicht unbedingt danach aus, aber Cedric zu sein stellte mich an menschen Sachen schon an eine Herausforderung. Eine Kapuzenjacke und eine braune Lederjacke reichten zudem für ein ganz normales Frühstück völlig. Ich stolperte zu meinem Wegen und fuhr an die Adresse die ich in meinem Kontaktdatenbuch gespeichert hatte als wir unsere Nummern ausgetauscht hatten. Nach einer guten halben Stunde fahrt, fand ich die Adresse und musste feststellen das Mica nicht so reich wohnte wie ich es in letzter Zeit von Cedric gewöhnt war, aber auch das sollte mich nicht aufhalten Zeit mit ihr zu verbringen. Ich klopfte. Nach nur wneigen Sekunden kam jemand an die Tür und sah mich einfach nur an. Ich räusperte mich und reichte dem Mann vor mir, der wohl ihr Bruder zu sein schien, die Hand. "Cedric Winters. Freut mich sehr. Sie müssen Thiago Ramírez sein. Ich bin ein Freund ihrer Schwester und habe mich mit ihr zum Frühstück verabredet, entschuldigen Sie die Verspätung. Sie ist doch nicht all zu sauer oder?" Ich neigte meinen Kopf ein wenig um an ihm vorbei zu sehen und lächelte unbehaglich. Ich hatte ihren Bruder wirklich noch nie vorher kennen gelernt, nur wenn er sie ab und zu abgeholt hatte von den Therapiestunden. Ob er mich erkannte wusste ich nicht- aber wenn er Fragen gehabt hatte, würde ich mich "Cass" natürlich sofort als "verrückten" beschreiben, der immer noch in der Klinik saß. Als Thiago mich ansah versuchte ich den Augenkontakt zu ihm zu halten, so als ob es mir wirklich leid täte. Dieser Reife Umgang mit Menschen war mir immer noch Fremd, aber ich war mir mehr als sicher das auch Cedric es so rüber gebracht hätte. Ich reichte ihm meine Hand und schüttelte diese kurz. Nun kam auch Micaela mir entgegen. "Guten Morgen. Entschuldige meine Verspätung. Ich habe meine Termine ein wenig verplant. Ich hoffe du hast nicht all zu lange auf mich warten müssen." Natürlich hatte ich vorgehabt dieses Frühstück für ihren Bruder wichtig aussehen zu lassen. Es machte so auch sehr viel mehr Spaß nicht ich selbst zu sein sondern Cedric.

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LILLIAN Adams
Natürlich würde das hier Konsequenzen mit sich bringen. Das wusste ich - John musste aber auch bewusst sein, dass ich nicht zuließ das meinen Sohn auch nur irgendetwas passierte. Chord kommte nicht wirklich von mir erwarten, nichts weiter zu tun als zuzusehen wie jemand meinen Sohn benutzte - geschweige denn bedrohte. Er wusste ganz genau, dass ich es ernst meinte, wenn ich sagte ich würde alles für ihn tun. Selbst wenn das hieß, dass ich mich mit John anlegen musste, und Chord Probleme bekam. Ich verstand jedoch auch nicht wirklich, weshalb es für Chord Probleme geben sollte. Nicht er hatte John die Nase gebrochen, sondern ich. Nicht er hatte ihm gedroht, sondern ich. Chord hatte nichts damit zutun, immerhin hatte er uns ja noch nicht einmal zu sich gebeten. Wir waren einfach dort aufgetaucht. Und nun müsste irgendjemand mit den Konsequenzen dieser ganzen Aktion leben, selbst wenn John eigentlich selbst Schuld war. Stirnrunzelnd sah ich Chord an. Er würde es mit seinen Leuten klären? Was gab es bitte noch zu klären? Was gab es bitte noch zu klären, wenn doch jeder ganz genau wusste das es John's eigene Schuld gewesen war, weil er zu dumm war einfach zu akzeptieren das er nicht das Sagen hatte? "Dir ist hoffentlich klar, dass er dir auf der Nase herumtanzt. Irgendwann gibt es richtige Probleme mit ihm. Außerdem hat er sehr viel mehr als nur eine gebrochene Nase verdient," antwortete ich ihm. Chord wusste ganz genau, dass ich Recht hatte. John tat doch ohnehin was er wollte, und möglicherweise hatte ich keine wirkliche Ahnung worauf er sich eigentlich eingelassen hatte als er diesen Pakt mit seiner Gruppe abgeschlossen hatte, aber das spielte keine Rolle. Er sollte hinter mir stehen, denn Bryan war auch sein Sohn. Das konnte ich aber nicht von ihm verlangen, denn eigentlich spielte es für ihn keine Rolle. Leise lehnte ich mich an die Wand, ließ mich ebenfalls auf den Boden sinken und streckte die Beine von mir. Was war das bitte für eine Frage? Stirnrunzelnd lehnte ich den Kopf an die Wand und zuckte die Schultern. Woher sollte ich wissen, wie es jetzt weitergehen sollte? Ich wusste doch noch nicht einmal, was ich tun wollte - woher sollte ich wissen, was Chord tun wollte. "Du wolltest die Stadt verlassen. Keine Ahnung wie es jetzt weitergeht," antwortete ich. Es hatte sich doch gar nichts geändert. Er hatte die Stadt verlassen wollen, also sollte er es tun. Ich verstand doch auch nicht, weshalb er sich überhaupt noch um mich kümmern wollte - er war mir nichts schuldig. Ich war selbst daran schuld, dass Jasper nichts mehr von mir wissen wollte, und dass ich nun völlig alleine mit Bryan war. Wieder einmal. Seufzend rieb ich mir das Handgelenk, schloss die Augen und lachte etwas auf. Warum war er nicht schon früher gegangen? Wieso war er nicht schon vor Stunden gegangen - dann wäre das alles hier nicht passiert. Jasper wäre zwar wütend und verletzt, und sehr wahrscheinlich würde er auch weiterhin nichts mit mir zutun haben wollen, aber Chord hätte keine Probleme. Im Moment machte ich nämlich nur Probleme - für alles und jeden, mit dem ich etwas zutun hatte.

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Samantha Williams

Niemals hätte ich gedacht, dass ich irgendwann zusammen mit Christian hier sitzen würde und sogar mit ihm anstoßen würde. Das war schon eine ganz schön komische Situation. Aber noch komischer war, dass der Vorschlag wie Christian seinen Job behalten konnte von mir kam. Wieso wollte ich ihn jetzt auch noch helfen? Lag es vielleicht daran, dass ich ihn wirklich in der Hand hatte und machen konnte was ich wollte? Wäre Christian weg, dann würden mir meine Eltern wieder einen neuen Bodyguard vor die Nase setzen und das Spiel würde von vorne anfangen. Oder hatte es einen ganz anderen Grund? Das verwirrte mich selbst. Ich trank einen Schluck von meinen Drink und sah erst dann wieder zu Christian, als er meinte, dass ich vielleicht endlich mal ehrlich zu meinen Eltern sein sollte. Aber was würde das bringen? Meine Eltern würden mir nicht glauben. Sie würden mir einfach wieder einen neuen Bodyguard vor die Nase setzen. Sie würden es nicht verstehen. Sie würden mich nicht in Ruhe lassen. Deshalb zuckte ich auch nur mit meinen Schultern. Meine Eltern würden mir nicht glauben, noch weniger würden Sie mir wahrscheinlich zu hören. Sie hörten mir nie zu. So war es schon immer gewesen. Sie dachten nur an ihre Arbeit und an sich. Das hatte ich ganz wahrscheinlich von Ihnen geerbt. Das hatte auch Christian bemerkt, ich wüsste jedoch nicht warum es ein Kompliment sein sollte.

[sorry im Moment habe ich ziemlich Stress >.<]

Einmal um die Welt und wieder zurück!

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Micaela Ramírez
Ich las meine vorherigen Nachrichten noch einmal durch. Ich runzelte die Stirn, als ich merkte, wie eifersüchtig die Nachrichtig vermutlich hinüberkam. War ich eifersüchtig? Worauf sollte ich denn eifersüchtig sein? Auf diese Freundin von seinem Bruder? Niemals. Die lebte doch nur in ihrer eigenen Traumwelt und wusste nicht wirklich, was da draussen nun vor sich ging. Dennoch sollte ich in Zukunft vielleicht die Nachricht noch einmal durchlesen, bevor ich sie abschickte. Cas war sowieso so einer, der immer zweideutig dachte. Halt eben wie ein pubertierender Teenager. Ich dachte, dass ich keine Nachricht mehr bekommen würde und wollte gerade das Handy wieder weg legen, als mein Display aufleuchtete. Ich tippte die Nachricht von Cas an und musste dabei die Augen verdrehten. Gleichzeitig musste ich aber auch grinsen. Weil es bei dir immer gleich um Sex geht. Ich denke nicht, dass du das möchtest. Ich schickte die Nachricht ab. Cas war doch lieber derjenige, der noch ein bisschen Bettsport nebenbei betrieb, um danach gut einzuschlafen, als sich vor den Fernseher zu setzen und zu reden. Wieder kündigte mein Handy eine neue Nachricht an. Ich hob eine Augenbraue. Er wollte es wirklich wissen. Aber andererseits.. wieso sollte ich nein sagen? Mein Bruder hätte garantiert nichts einzuwenden und vielleicht könnten sich die beiden auch kennenlernen. Dann hätte Thiago wenigstens keine Bedenken, wenn ich zu Cas gehen würde. Ich wusste, dass Cas mich provozierte. Er versuchte mich eben halt aus meinem Schneckenhaus zu holen, wie er es heute selbst gesagt hatte. 10 Uhr - bei mir. Mehr Informationen brauchte er ja nicht. Kurzerhand schickte ich ihm noch meine Strasse hinterher, in der ich wohnte, da er das ja gar nicht wusste. Danach legte ich aber das Handy beiseite und kuschelte mich in meine Decke. Wenn er etwas jetzt noch schrieb, dann reichte es auch, wenn ich morgen antworten würde. Ich wusste nicht, wie lange ich wach lag, aber irgendwann schien ich eingeschlafen zu sein. Ich fühlte mich am nächsten Tag aber nicht einmal so besonders Mühe. Ich stand um neun Uhr auf und ging ins Bad, wo ich meine verknöpften Haare entwirrte. Danach zog ich einen normalen Pullover an. Ich trug nur in der Öffentlichkeit diese riesigen Pullover, dabei hatte ich noch ganz andere Kleider in meinem Schrank. Ich band meine Haare zusammen und fing an das Frühstück zu decken. Thiago stand erst um halb zehn auf und sah mich verwundert an, als er den gedeckten Tisch sah. "Ein Freund kommt vorbei zum Frühstück. Ich dachte, du hättest nichts dagegen, wenn du ihn kennenlernst", erklärte ich ihm auf Spanisch und lächelte ihn an. Wieder sah er mich mit diesem verwunderten Blick an, aber liess mich machen. Ich gab mir wirklich Mühe mit dem Frühstück, obwohl wir nicht gerade reich waren. Cas war sich wohl inzwischen einen anderen Standard gewöhnt, aber das hier würde ihm hoffentlich reichen. Zufrieden über meine eigene Tat betrachtete ich den Frühstückstisch und setzte mich dann auf die Ablage, während ich auf das Klingeln von Cas wartete. Ich war fast schon ein bisschen nervös, aber ich konnte nicht sagen, woher diese Nervosität kam.

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• Cassian Winters.

Ich nahm mein Handy und steckte es in die Hosentasche meiner Jogginhose. Meine Beine trugen mich durch die leere und verlassene Wohnung. Zunächst landete ich im Badezimmer und durchsuchte seinen Medizinschrank. Wie in dem anderem Haus von ihm lagen hier sehr viele Wachmacher und Schlaftabletten. Ein weiteres Indiz, dass er nicht nur von seiner Arbeit sondern auch von seinem Privatleben total benebelt war. "Oh Bruder", murmelte ich als ich die Beschriftungen der ganzen Döschen sah mit denen ich nicht wirklich etwas Anfangen konnte. Ich nahm eine von den Schlafpillen von denen ich mir mehr als sicher war, dass es welche waren und betrachtete mich für einen kurzen Augenblick im Spiegel. Als mein Handy ein weiteres mal surrte, kramte ich es heraus und lehnte mich an das Waschbecken hinter mich. Entweder Micaela log oder sie war wirklich noch wach. Warum muss sich immer nur alles gleich um Sex drehen? Diese Gesellschaft meine ich nicht. Vielleicht möchte ich mich auch einfach vor den Fernsehn setzten und ein wenig mit einer Guten Freundin quatschen ;). Und selbst das hatte einen Zweideutigen beigeschmack. Ich konnte eben nicht aus meiner Haut. Müde schleppte ich mich in die Küche und durchsuchte die Schränke ein weiteres mal nach irgendetwas mit dem ich mir die Nacht um die Ohren schlagen könnte. Als ich mir letztendlich ein weiteres großes Glas Rotwein eingeschenkt hatte, ging ich in das Wohnzimmer. Ich ließ mich auf der Couch nieder und sah erneut auf mein Handy. Wie wäre es morgen mit einem gemeinsamen Frühstück? Bei dir oder bei mir? Sie auszuführen stellte sich ja als relativ Schwer heraus da sie nicht gerne in der Öffentlichkeit stand. Aus diesem Grund schadete es sicher nicht, sich selbst einzuladen. Manchmal musste man sie einfach zu ihrem Glück zwingen. Außerdem lernte ihr Bruder dann auch einmal "Cedric" kennen, der seiner Schwester einen sehr gute bezahlten Job anbat. Es war vielleicht nicht Richtig, aber meiner Meinung verbrachte diese Frau zu viel Zeit mit ihrem Bruder. Die beiden versauten sich durch diese Weise nur gegenseitig das Leben. Micaela hielt ihren Bruder davon ab ein normales Leben zu führen und Mica wurde von ihrem Bruder nur immer wieder in Watte gestopft. Denn auch wenn ich mich nicht in ihre Situation hinein versetzten konnte, war die Heilung bestimmt nicht, nur zuhause rum zu sitzen und Orte zu meiden an den es Männer gab. Ich war mir sicher, dass es ein Mittel dagegen gab.

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• Chord Heard.

Lillian wusste wahrscheinlich ohne das ich ihr sagen musste, dass sie sich in mächtige Schwierigkeiten gebracht hatte. Denn auch wenn ich ihr am liebsten einfach ins Gesicht gesagt hätte, dass das ganze und ihre Aktion vor allem, John die Nase zu brechen noch Konsequenzen für mich hatte. Ich seufzte und nickte nur leicht. Mir fehlten für das ganze einfach nur die Worte. Sie musste endlich verstehen wieso ich sie immer mein gesamtes Leben auf Abstand von all dem hier gehalten hatte. Und ich war mir sicher das sie das jetzt tat. Es brauchte nur eine Falsche Sekunde und eine Reaktion zu wenig und Bryan war nicht mehr in unseren Händen sondern in denen von jemand anders. Und John war da noch nicht einmal die Härte. John war in dieser Situation noch harmlos weil er zu meinen Leuten gehörte. "Ich kläre das mit den Black Hoods. John hat gegegn die Regeln verstoßen. Und das weiß er sicherlich auch." Die einzige Sache die immer absolut schade war, war das John all die Dinge die passierten an seinen Sohn Dylan ausließ. Und das obwohl Dylan imme rversuchte Loyal mir gegenüber zu handeln. Egal welche Konsequenzen ich also für John hatte, sie würden wahrscheinlich auch für Dylan zutreffen. Ich ließ mich gegen eine Wand im neben Raum wieder und rieb mir die Stirn. Ich könnte Schwören das bestimmt schon eine Stress Ader zu sehen war. Ich hätte die Stadt wirklich so schnell wie nur möglich verlassen sollen. Und das was Jasper betraf, das war einfach komplett aus dem Ruder gelaufen. Von einer Sekunde auf die nächste hatte er mir einfach nicht mehr vertraut. Wobei das Gespräch mit ihm gestern ganz anders geklungen hatte. Und Lillian wusste ganau worauf sie sich eingelassen hatte. Sie hatte in dieser kurzen Zeit fast alles aufgegeben und jetzt konnte sie schon fast nicht mehr zurück. Alles hatte sie eingetauscht. Ein Haus, eine Familie, eine Zukunft im Tausch für (.....) das hier. Sie musste sich nur einmal umsehen. Wir waren hier in eine Bruchbude und Bryan schlief in einer viel zu kleinen Wohnung in der die Tapete bereits von den Wänden herunter kam auf einer Matratze auf dem Fußboden. Ein Grund warum ich mich immer nur in meinem Büro aufgehalten hatte. Weil das hier eigentlich nichts war. Es war nur eine Fassade von etwas was ich vorgab zu haben. "Wie geht es weiter?" Sie würde bitten und betteln, dass wusste ich schon jetzt. Nämlich jetzt wo sie schon hier war und Jasper kein Sicherheitspunkt mehr war, konnte ich sie nicht einfach weg schicken. Ich musste mir was einfallen lassen für das ganze.

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Micaela Ramírez
Nett gab es bei Cas nicht wirklich. Okay, er war nett zu mir, aber wenn sonst eine Frau im Spiel war, dann war er nicht nett. Er versuchte alles daran zu setzen, dass er die Frau ins Bett bekam. Er hatte es sogar bei den Krankenschwestern versucht! Ich hatte die Patienten in der Klinik immer sehr sorgfältig beobachtet. Dadurch fand man am meisten über die anderen heraus. Man musste halt nur einmal aufmerksam sein und das war ich gewesen. Vor allem Cas hatte ich gerne beobachtet. Egal, ob er nun eine Krankenschwester versucht hat ins Bett zu kriegen oder er sonst etwas getan hatte. "Aber du bist nicht zu Frauen nett. Du weisst schon, was ich damit meine", sagte ich mit einer hoch gehobener Augenbraue und erhob mich dann. Thiago machte sich sicher schon Sorgen um mich. Er war es nicht gewohnt, dass ich so lange weg war. Ich runzelte die Stirn. Er dachte, dass er sich bei mir melden würde? Das klang nicht besonders überzeugt und irgendwie würde es mich auch nicht wundern, wenn er sich gar nicht mehr melden würde. Ich nickte, zog die Kapuze über meinen Kopf und verschwand nach draussen. Es war schon am Eindunkeln und ich lief schnell nach Hause, während ich die anderen Leute mied. Die Spannung fiel von mir ab, als ich endlich zuhause ankam. "Micaela?", rief es sofort entgegen und ich antwortete ihm. Ich ging zu ihm ins Wohnzimmer. Mein Bruder sass auf dem Sofa und sah irgendwas im Fernseher. "Wo warst du so lange?", fragte er mich. "War bei einem Freund", antwortete ich, während ich zum Fernseher sah. Er runzelte die Stirn darüber, aber sagte nichts mehr dazu. Vermutlich war er nur schon froh, wenn ich eine Beschäftigung hatte. Ich wünschte ihm eine gute Nacht und ging ins Badezimmer. Ich duschte und wickelte mich danach in den warmen Bademantel. Die Haare rubbelte ich nur ein bisschen trocken. Ich betrachtete mich im Spiegel. Ich war immer ungeschminkt und ich hatte es auch nicht unbedingt nötig, mich zu schminken. Ich schüttelte den Kopf und ging aus dem Bad. Egal, ob ich denn nun eine Schönheit war oder nicht, es würde mir sowieso nichts bringen. Ich ging ins Schlafzimmer und zog mir ein übergrosses Shirt an und frische Unterwäsche. So schlief ich immer. Ich schlüpfte unter meine Bettdecke und versuchte zu schlafen. Aber der heutige Tag hatte mich zu sehr aufgewühlt. Immer wieder sah ich, wie ich Cas Hand berührte und die Schmerzen, die ich dabei empfand. Bevor ich wirklich einschlafen konnte, wurde ich wieder wach davon. Jedes Mal. Als mein Handy piepte, runzelte ich die Stirn, aber nahm es von meinem Nachttisch. Es war Cas. Er war alleine. Dass er nicht bei seiner neuen Freundin war? Kann auch nicht schlafen. Aber dann geh doch zu deiner tollen Blondine, schrieb ich ihm zurück und betrachtete meine geschickte Nachricht. Was willst du denn jetzt um diese Uhrzeit tun?, schrieb ich ihm eine Nachricht hinterher und starrte dann das Telefon an, während ich darauf wartete, dass er zurückschrieb. Ich glaubte kaum, dass ich heute noch schlafen könnte. Ich hatte heute zum ersten Mal seit langem wieder einen Mann berührt. Das hatte mich einfach zu fest aufgewühlt.

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• Cassian Winters.

Sie hatte ja Recht mit dem was sie sagte. Wenn es etwas gab was bei mir Dicht an eine Besessenheit ran kam, denn war es nicht nur Cedric sondern auch Frauen. Nur meistens hatte ich nie eine Gelegenheit gehabt eine Frau außerhalb der Klinik kennen zu lernen. Und Beziehungen untereinander waren so wie es bis jetzt immer gewesen war, verboten. Die Ärzte würden sogar soweit gehen und es als Verbot aufstellen, dass man unterienander beziehungen einging. Meine Flirtversuche mit den Schwestern, waren jeddoch auch nicht besser. Auch wenn Schwester Alice mir ab und zu ein nicht ganz abgeneigtes lächeln geschenkt hatte. "Na Hör mal. Alles ist nett. Nett ist das neue Ist voll in Ordnung. Du bist nett. Ich bin nett. Cedrics Leben ist sehr nett." Ich zuckte die Schultern. Vor Mica brauchte ich mein Verhalten höchstwahrscheinlich gar nicht erst zu Rechtfertigen. Sie kannte mich, gerade weil sie so wie sie es schon bereits gestanden hatte: Gerne anderen zuhörte und mich auch sehr oft bebobachtet hatte. Die Kleine war eben nicht auf den Kopf gefallen. Als sie sich erhob und Richtung Tür schritt sah ich ihr nach. "Klar. Ich werde mich bei dir melden. denke ich." Und so verließ sie mit einem Nicken die Wohnung. Und wieder einmal brach eine Art Stille in dem Raum ein. Ich hatte keine Ahnung wieso aber dieses mal fuhr ich nicht nach Hause in sein eigentliches Haus, ich legte mich in dieses Bett. Und so verging die Zeit. Ich wühlte sehr, war beinahe unausstehlich wach. Jedes mal wenn ich glaubte ich könnte die Augen schließen und schlafen, kam mir ein neuer dummer Gedanke. Angespannt streckte ich mich also zu meiner Nachttischlampe und erhellte den Raum damit ein wenig. Und da ich also kein Auge zu bekam, schrieb ich Mica. Ich setzte mir meine Brille auf die Nase, griff nach meinem Telefon und setzte mich auf. Ätzende Nacht. Hätte gerne Gesellschaft ;)- Cas Klar verstand man die Zweideutigkeit dahinter, aber wie bereits gesagt, es war nicht unbedingt etwas was Mica verscheuchte solange es nicht um den Körperlichen Kontakt ging. Zudem wüsste ich ab und an schon gern, wie sie mich denn eigentlich so fand. Ich seufzte und legte das Handy auf den Nachttisch. Sie würde wahrscheinlich eh schon schlafen. Müde starrte ich an die Decke und lehnte meinen Kopf an die Wand hinter mich.

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Christian Hale.
Betrübt lächelnd hielt ich ihr mein Glas entgegen. Mit einem leisen klirren stießen unsere Gläser aneinander. Wenn sich bereits alles dem Ende näherte, denn würde ich wenigstens versuchen das Kriegsbeil mit Samantha zu begraben. Sie hatte vielleicht das Tape und die Oberhand, aber wenn ich von hier verschwand, und das war genau das was sie wollte, hatte sie doch absolut nichts mehr was sie tun konnte, wenn ich die Stadt verließ. "Damit was passiert?", stellte ich ihre Worte in Frage. Wieso hätte ich das sagen sollen? Sie wollte doch nur das ich weiter nach ihren Regeln spielte. "Das ist doch das was du von Anfang an gewollt hast. Den Perversen Mistkerl los werden. Du hast mich Schachmatt gesetzt und du bist in der Tat ein wasch echtes New Yorker Miststück. Und das meine ich als eine Art Kompliment. Da draußen sollte man mit allen Mittel gestrickt sein." Es war eigentlich egal, wie dringlich ich das Geld brauchte. Wenn meine Vergangenheit mir erneut wieder so im Nacken saß, hatte ich keine andere Wahl als mich dem zu stellen. "Wir brauchen wirklich nicht drüber reden. Vielleicht solltest du zur Abwechslung mal ehrlich zu deinen Eltern sein." Ich erhob mein Glas und hielt es gegen meine blutende Lippe. Es war Kühl und wahnsinnig angenehm. "Und es nicht von mir abhängig machen."

Alec Martinelli:
Wir warteten und warteten. Solange, bis Mitch ausversehen so trottelig wie er war mit jemanden zusammen stieß der eigentlich zu dem Club gegenüber gehörte. Ich schenkte der Sache keine große Bedachtsamkeit, bis Mitch aufrief: "Oh mein Gott, wenn das nicht mal die kleine Norah ist." Mein Mund wurde augenblicklich staubtrocken. Ich drehte mich um und blickte in mitten das Gesicht von Norah. Warum hatte Mitch das getan? Er wusste doch wie es zwischen mir und Norah abgelaufen war. Ich wollte sie nie wieder sehen! Das ganze mit ihr und mir hatte sich erledigt. Viel mehr gab es da nicht zu sagen. Ich hatte die Stadt verlassen. Norah war eines der Gründe warum ich dies getan hatte. Mein Herz schlug mir bis zum Anschlag. Vor allem als mir auffiel wie sie gekleidet war. Das war ein kleines bisschen viel Aufwand für ein normales Party Outfit. "Wann ist denn euer offizieller glückliche Tag?", entgegnete Mitch den beiden als sie stehen blieben. Glücklicher Tag? Wow. Da war Mitch wohl etwas besser in der Materie als ich es war. Norah hatte also vor wieder zu Heiraten. Super. Toll. Ich freute mich. Wirklich. Nicht! Was war das für ein Kerl an ihrer Seite? Dieser blieb einfach stehen und musterte mich, als hätte er in mir irgendetwas wieder erkannt. "Alec Martinelli." , entgegnete er mir als hätte er in mir einen Guten Freund entdeckt. Trotzdem hatte seine Stimme etwas an sich was mich glauben lassen ließ, das er mich am liebsten umbringen wollte. Gut zu wissen, das man sich kannte. Denn ich kannte ihn absolut nicht. Sein Gesicht war mir mehr als Fremd. Er reichte mir die Hand vorauf ich nur einen leicht verwirrten Gesichtsausdruck zu Norah gleiten ließ. "Ja", antwortete ich nur und drehte mich wieder unbekümmert von den beiden weg. Mitch hingegen bemerkte anscheint nicht wie unwohl mir die Sache war. Ich betete gerade einfach nur das diese Absurde Situation so schnell wie nur Möglich in Luft auflösen könnte.

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LILLIAN Adams
Ich wusste nicht, wie ich Bryan erklären sollte, was gerade passiert war. Jasper war noch nie so ausgerastet, geschweige denn das er jemals die Hand erhoben hätte. Er war ein guter Mensch, so viel besser als ich es jemals sein würde, und vielleicht war auch genau das der Grund weshalb er einfach so ohne nachzudenken zu Chord gefahren und ihn zur Sau gemacht hatte. Das alles war so nicht geplant gewesen; überhaupt nichts von alle dem hier war geplant gewesen. Ich hätte niemals zu Bryan's Haus dürfen, hätte es einfach bei einer SMS belassen müssen anstatt all die Dinge aufs Spiel zu setzen, die ich mir all die Jahre über jetzt aufgebaut hatte. Ich hätte gar nichts erst zu Chord dürfen, sondern hätte mich weiter an Jasper halten sollen. Er war für mich da gewesen. Er war für Bryan dagewesen, und war für ihn eine Vaterfigur geworden. Für Bryan war er sein Vater! Jasper war immer da gewesen. Er kannte Bryan schon seit Jahren, er war es gewesen der ihm das Fahrrad fahren beigebracht hatte, er war es der ihm ab und zu Geschichten vorlas oder auf meinen Sohn aufpasste. Einfach so und völlig ohne mir auch nur ein einziges Mal einen Vorwurf zu machen. Stattdessen unterstützte er mich, oder viel mehr: hatte es getan. Wir waren fertig miteinander. Das waren seine Worte gewesen, und obwohl ich mir wünschte dass es nicht etwa so geendet hatte, war es möglicherweise doch gut das es so war. Er würde mir nie wieder eine Chance geben, und John wusste nun einmal das Bryan nicht etwa Jasper's Sohn war - sondern Chord's. Wie war das mit Jasper passiert? Eine gute Frage, auf die ich irgendwie auch keine Antwort kannte. Ich hatte keine Ahnung, wo dieses plötzliche Misstrauen hergekommen war, weshalb er so plötzlich ausgerastet war. So war er nie gewesen. Bryan war im Weg. Ich biss die Zähne zusammen und sah auf den kleinen Blondschopf vor mir, ehe ich nickte und ihn an der Hand ins Nebenzimmer führte. Ich wollte ihn um ehrlich zu sein nicht einfach in ein Nebenzimmer stecken und schlafen schicken. Das alles hier musste er erst einmal verarbeiten, und wenn ich ihn jetzt einfach so schlafen schicken würde, würde er doch nur denken dass ich nicht für ihn da wäre. Wie lange es dauerte, bis Bryan schlief, wusste ich nicht so wirklich. Lange genug, um selbst müde zu sein, als ich die Tür zum Nebenzimmer nur anlehnte und wieder zurück zu Chord ging. Wir mussten reden. Sollten reden. Ich wusste gerade nicht so wirklich, worüber er denn überhaupt reden wollte. Schulterzuckend bleib ich bei der Tür zum Nebenzimmer stehen rieb mir meine Hand. Jemandem die Nase zu brechen, tat weh. "Ich hab es Jasper nicht gesagt," antwortete ich auf Chord's Frage. Ich hatte es ihm doch wirklich nicht gesagt - er hatte es einfach so selbst verstanden. "Er wusste das ich zu dir gehe, wenn ich Abends das Haus verlasse. Er dachte immer du hättest einfach Probleme, und wolltest deshalb mit jemandem darüber sprechen. Ich weiß nicht was passiert ist, dass er plötzlich so .. ausrastet," erklärte ich und presste die Lippen für einen Moment fest aufeinander. Vielleicht war es ein Fehler gewesen, überhaupt etwas zu Jasper zu sagen. Hätte ich gesagt ich würde zu Vince und Dan, oder sonst jemandem den er ebenfalls kannte –und mochte– hätte Jasper darauf bestanden mitzukommen. Ich hatte doch gar keine Chance gehabt, ihm einen anderen Namen zu nennen. "Ich hätte die Nacht nicht bleiben dürfen. Ich hätte gestern gar nicht erst kommen dürfen, dann wäre es nicht passiert," knapp schüttelte ich den Kopf und rieb mir die Stirn, schob mir die Haare aus dem Gesicht. Ich hätte nicht auf Chord's SMS reagieren dürfen. Dann wäre er jetzt aus der Stadt verschwunden, und ich müsste mir keine Gedanken darüber machen, wie ich nun zwei Kindern ohne Vater erklären sollte, dass ich keine Ahnung hatte wo der Vater, oder möglicherweise sogar die Väter, waren. Vor allem wüsste John dann gar nicht erst, dass Chord einen Sohn hatte. "Tut mir leid. So hätte es nicht laufen sollen," entschuldigte ich mich und sah zu Chord. Es tat mir ja wirklich leid, immerhin sah es doch so aus als hätte Jasper ziemlich zugelangt. Wahrscheinlich lag es einfach am Überraschungseffekt, und ich war mir ziemlich sicher das Jasper nicht ansatzweise die Kraft hatte die Chord sonst so gewohnt war, aber Jasper war trotzdem nicht schwach. Und Chord's Nase sah aus, als würde sie auch ziemlich weh tun.

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• Chord Heard.

Ich hatte keine Ahnung, wie es hierzu gekommen war. Denn auch wenn es wirklich sehr amüsant gewesen war, Lillian dabei zu zusehen wie sie John die Nase brach, hatte sie damit eine Grenze überschritten. Meine Leute hatten von dem zwischen Fall mit John noch nichts mitbekommen und fürs erste beließ ich es auch dabei, es ihnen nicht zu erzählen. So lange, bis John es tat. Die Black Hoods. Die Leute, die jeden Tag das weiterführten was mein Vater ihnen nahe gelegt hatte. Ich war mir sogar mehr als Sicher, dass John seinen hohen Posten in der Gruppe nicht verlieren wollte. Denn wenn diese Männer und Frauen eines waren, denn waren sie Loyal und duldeten keine Aussetzter. Durch John und Jasper hatte ich jedoch keine andere Wahl gehabt. Jasper hatte ich so ausgeknockt und neben der Spur wie er war, an den Straßenrand gesetzt und ihm dazu geraten nicht die Polizei zu rufen. Es war nur zu seinem besten denn andererseits würde es nur zu unnützen Problem für ihn führen. Sicher war für mich: Die Geschichte mit Jasper würde hier enden. Ich hoffte diesem Mann nie wieder zu sehen. Das schlechte Gewissen in meiner Magengrube wurde von Mal zu Mal größer. Ich brachte Lillian und Bryan in eine meiner kleinen Wohnungen in New York. Wir mussten schnell weg da von der Straße. Weg von John bevor er eine noch viel größere Geschichte daraus machte, als sie es war. Während der gesamten Fahrt über redeten Lillian und ich nicht. Wahrscheinlich wegen dem kleinem mutigen Soldaten auf ihrem Schoß. Bryan erschien müde, er sah und nicht an und redete nicht. Für einen Tag musst es für ihn ja auch relativ viel zu Verarbeiten sein. Lillian folgte mir Wortlos. Und auch wenn ich mich ein wenig schämte, konnte ich das Gefühl von Erleichterung verspüren. Ich war noch hier und Lillian war immer noch an meiner Seite. Auch wenn ich nicht beurteilen konnte, ob dies Gut oder schlecht war. Sie würde alles für Bryan tun, das hatte ich wieder einmal gesehen und auch hatte sie mir oft genug bewiesen, dass sie in der Lage war auf sich selbst aufzupassen. Vielleicht sollte ich sie endlich einmal ziehen lassen und das wagen, was ich mich über die gesamten anderen Jahre nicht getraut hatte. Sie war eine perfekte Mutter gegenüber für Bryan und das würde sie auch zu dem Baby. Egal wer der Vater war. Sie setzte das in die Tat um was ich nicht konnte. Langsam schloss ich die Tür auf und betrat meine Vier Wände. Alle Räume hier waren leer. Außer der Größte Raum von allem. Dort lag auf dem Fußboden eine Matratze, mit Bettzeug und ein paar Kissen. Eine Lampe und ein Bild darüber. Salvador Dali. Es war eines der Lieblingsbilder von meinem Vater gewesen. Und auch das ich ihr in diesem Augenblick nicht mehr bieten konnte tat mir unglaublich leid. "Das mit John das tut mir wirklich leid. John tut immer was er will...er..", ich hielt inne. Brachte es was, wenn ich mir jetzt wieder die seele aus dem Leib quatschte?! Ich konnte nicht tun was John betraf. Er war leider einer meiner Männer und Lillian wusste nicht was der Kodex alles beinhaltete. Wenn ich mich nicht an die selben Regeln hielt wie die anderen, denn würde es mich genauso Hart erwischen wie sie auch. Den Haufen den sie kennen gelernt hatte, war nur ein Teil von der Truppe die zu mir aufsahen. "Wie ist das mit Jasper passiert?", war nun meine nächste Frage ehe Bryan mich ansah. Wieso zum Teufel kam er dahinter? Was war passiert? "Kommt Papa nicht wieder?", fragte er und sah mich mit seinen großen Runden hellen Augen an als er den Namen seines "Vaters" hörte. Mein Blick hing an Lillian. "Leg den Kleinen doch schlafen. Wir sollten reden", ich deutete auf das Nebenzimmer. "Jetzt", verlieh ich der Sache etwas mehr nachdruck. Wenn es jetzt nicht Erklärungspotential gab, denn wusste ich auch nicht. Und dieses mal musste es ja nicht wieder im Streit enden. Es war alles innerhalb von einem Tag den Bach herunter gegangen.

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