Live your life [RPG]

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Live your life [RPG]

Alohaaaaaaaaaa, das ist dann wohl MEIN RPG [ѕσℓαηgє]!
Wendet euch bei Fragen an mich! Die Steckbriefe und alles weitere müsst ihr an mich schicken!*-*thihi

Steckbriefe findet ihr alle in der Gruppe!
Infos werden im RPG selbst oder in der Gruppe gepostet. Bitte beachtet das =)

        Live your life RPG

        Das Leben ganz einfach…?

Ich fand, dass so ein RPG mal wieder kommen sollte =)
Hier habt ihr die freie Wahl wer ihr sein wollt und was ihr tun wollt. Lasst eure Charaktere die verschiedensten Sachen durchleben! Der Alltag ist doch das Wichtigste! Ihr könnt eine Liebesstory schreiben oder doch vielleicht ne Modelgeschichte? Wollt ihr euren Charakter vielleicht mal von ganz unten nach oben arbeiten lassen? Hier geht es nicht um Vampire oder Wölfe. Um Feen oder um sonst etwas Übernatürliches. So was gibt es hier nicht. Hier geht es allein um das echte Leben.;)

Im Text findet ihr einige Verlinkungen. Diese sollen euch ein wenig zeigen wie man sich etwas vorstellen kann. ABER ihr könnt gerne Sachen dazu erfinden. Es soll nur als Hilfe sein. Bis auf wenige Punkte [Die Schulen von außen und einige Orte im Park] ist alles frei gestaltbar. Bitte übertreibt nicht! Es ist keine Fantasiestadt >.< muss schon möglich sein=)


          Blueville…..

…..ist eine sehr große Stadt. Nicht nur ein Strand (Auch mit solchen Abschnitten lässt die Stadt zu einem beliebten Ort für die Einwohner oder Urlauber sein. Auch der See, der die Stadt in der Mitte teilt und gleichzeitig alle Viertel mit einander verbindet, scheint der Stadt einen Reiz zu geben. Was ich mit Viertel meine? Ganz einfach. Jede Stadt, also auch Blueville, hat so ihre Plätze die von einem bestimmten Status geprägt sind. Wie in New York, Chinatown oder das Getto. In vielen verschiedenen Bereichen findet man die unterschiedlichsten Kulturen. Da wäre das berühmte reiche Viertel, wo die Menschen sich kaum darum Sorgen machen ob sie am nächsten Tag noch genug zu essen haben. Oder das Viertel in dem jede Familie gerne wohnen würde, da die Gegend so sicher und ruhig scheint, zum Beispiel wie bei Desperate Housewifes die berühmte Wisteria Lane. Oder die Blockhäusern die man so kennt. Das Ghetto geprägt von den Menschen die kaum was haben und täglich darum kämpfen, dass sie das Leben bestehen und nicht nach der nächsten Ecke erschossen werden. Gibt es noch mehr Viertel die euch einfallen? Dann lasst sie raus.

        Um was geht es denn jetzt hier genau?

Spielt eine real life story! Lasst euren Chara durch das Leben gehen. Ihn durch den Alltag durch kommen. Ob reich oder arm. Berühmt oder unbekannt. Verbrecher oder brave Kirchentochter.


        Kleine Anregungen für euch

Eine Stadt wie wir sie kennen. Aber irgendwie auch nicht. Sie ist besonders. Denn hier könnt ihr alles rein erfinden dass ihr so kennt. Ob ein Freizeitpark, oder eine riesige Mall. Ein Schwimmbad oder ein Hallenbad oder ein großes Kino. Hier gibt es 4 Schulen! Die Mädchen Schule, die Jungenschule, die gemischte Schule und was nicht fehlen darf, die private Schule. Lasst euren Gedanken freien lauf. Aber denkt daran, dass es hier ein REAL LIFE RPG ist!

        Die Schulen & der Park

Bis auf die gemischte Schule, kann man in den anderen 3 auch studieren. Der Unterricht läuft ab wie in jeder Schule! Fächer könnt ihr euch aussuchen.

  • Die Schulen
    Außer der gemischten Schule hat jeder der anderen Schulen eine Uniformpflicht. Die Mädchenuniform, die Jungenuniform und die Uniformen für die private Schule. Die gemischte Schule ist für die Schüler, die es sich nicht leisten können auf extra Schulen zu gehen. Währenddessen die anderen Schulen für Schüler sind, deren Eltern eine ausgeprägter Ausbildung für ihre Kinder wünschen. Der Unterricht läuft normal ab. Ihr könnt jedoch Schulaktivitäten frei planen. Bei den Mädchen/Jungen & privaten Schule ist es so, dass man besondere Fächer hat. Auch diese könnt ihr euch ausdenken. Es ist so, das ihr dort mehr in bestimmten Punkten, die ihr euch aussuchen könnt, gefördert werdet. Die private Schule ist für die reichen Schüler! Nicht jeder wird ein Stipendium bekommen. Das wird nicht so oft vorkommen! Die Schulen liegen NICHT neben einander! Die Mädchenschule ist in der Nähe vom Park. Die Jungenschule liegt abseits von der Innenstadt. Die private Schule ist mitten in der City und hat den besten Platz um gesehen zu werden. Die gemischte Schule befindet sich etwas in der Nähe der Mädchen Schule. Sie liegt jedoch weiter weg vom Park in der Nähe des Strandes.
  • Der Park
    Ist die Zentrale der ganzen Stadt! Er befindet sich genau in der Mitte und verbindet dadurch die gesamten Gebiete mit einander. Im Park treffen also alle auf einander. Er ist wirklich verdammt groß! Man findet dort einen Skaterplatz, eine Bühne für Konzerte, einen See mit einem Steg und einige kleine Tretboten oder Schiffen und Kanus. einige chiller Plätze oder große Plätze die nur aus Wiesen/Bäumen/Blumenwiesen bestehen. Es gibt einige verschiedene Grillplätze und Toiletten Häuser. Auch verschiedenen Kiosks. Und vieles mehr! Seid kreativ. Er ist einfach der Ort, an dem die meisten Generationen oder Menschen aufeinander treffen, die sich normalerweise niemals treffen würden. Der große Park ist das Wahrzeichen der Stadt und wird dadurch immer in Takt gehalten. Der Park ist also der beliebteste Ort von allen. Jedoch könnt ihr auch außerhalb vom Park euch Sachen wie einen Skaterplatz vorstellen.

Steckivorlage:

Name in HoN: Wie heißt ihr in Houes of Night?
Name im RPG: Wie soll euer Charakter heißen?
Geschlecht: weiblich oder männlich?
Alter: Wie alt ist dein Charakter?
Aussehen (Link): Link ist erforderlich!
Charakter: Beschreibt die Persönlichkeit
Hobbys: Was macht er oder sie am liebsten?
Geschichte: Wie ist seine Lebensgeschichte?
Sonstiges:Besondere Merkmale? [Ob am Körper oder Gegenstände die man immer dabei hat?]

Mitglieder -> Steckbriefe

»Solange
»Skyfall
»Aѕнeѕ
»Miss Fabulous
»crazy_perfect
»B.salvatore
»ɢedαɴĸeɴloѕ
»Wamberly
»Sonnentänzerin
»Luxaa
»Luane
»Shairen
»Nyx_unsere_Nacht
»colourful.death
»Cassie.
»Harmony.
»Susilicious
»twn3
»Angelbird
»Sweedel
»Camille
»Limit of Soul
»Rebellious
»Chubi
»Nymeria
»Satan.
»Mirabella.


          Regeln

Die Grundgesetzlichen Regeln sind hier zu finden --> Grundsätzliche RPG Regeln

  • Kein Spam
  • Steckis an ѕσℓαηgє
  • Keine Beleidigungen es sei denn sie gehören zum RPG
  • Wenn jemand Probleme hat bei mir melden
  • Achtet auf eure Grammatik und eure Rechtschreibung. Auch mir passieren mal Fehler.. aber man kann wenigstens versuchen verständlich zu schreiben!
  • geschrieben wird in der Ich- Form und nicht anders!
  • Gesprochenes wird so wie hier geschrieben
  • Gedankensätze //Werden so// geschrieben
  • privates [wird so] oder (auch so) geschrieben
  • Bei Schwangerschaften/Hochzeit oder Tot müsst ihr MICH fragen!!!
  • Wer länger als 3 Tage nicht on kommen kann sagt mir Bescheid, damit ich euch eintragen kann als Entschuldigt!
  • Schreibt mind. 2x pro Woche. Wenn ihr länger nicht on seid dann gebt mir Bescheid!
  • Wer keine Lust mehr auf einen Charakter hat soll Bescheid sagen aber nicht einfach nicht mehr on kommen, das nervt und wird nicht geduldet!!
  • Es wird immer der Name eures Charas über den Post geschrieben!!
  • Jugendfrei schreiben! D.h. kein Sex im RPG!
  • Kein Ein-Satz-Post -.-! Sprich, es werden mehr als 4 Sätze verlangt!
  • Wer seine Namen ändert, dies mir aber nicht sagt, hat keine Erlaubnis in meinem RPG zu posten bis er mir bescheid gegebenen hat. Sorry Leute aber ich hab absolut keine Übersicht wenn ihr 1000 unnötige Male euren Namen ändert! Es nervt mich und es nervt eigentlich fast ALLE RPG Besitzer -.- Ihr habt keine Ahnung wie oft sich darüber beschwert wird!
  • Have Fun♥

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Isabella 'Izzy' Walters
Fragte er mich wirklich allen Ernstes ob ich immer noch zu seinen Konzerten kommen würde wenn er nicht mehr die Musik machen würde für die er bekannt und in der er gut war? Würde ich noch zu seinen Konzerten kommen, wenn sich plötzlich alles verändert hätte, und seine Musik nicht mehr das wäre für das er bekannt geworden war? Es war eine ernst gemeinte Frage, und auch wenn ich wirklich dachte dass er die Antwort doch sowieso schon kannte, erwartete er von mir eine Antwort. Ich zuckte lächelnd die Schultern. Selbst wenn plötzlich alles anders wäre, und seine Musik nicht mehr die Selbe wäre wie zuvor würde ich immer noch zu seinen Konzerten kommen. Ich würde verdammt viel dafür tun ihn wieder auf der Bühne zu sehen, glücklich und voller Energie, ohne jegliche Bedenken oder Sorgen. Alles was es gegeben hatte waren er und seine Musik die tagtäglich Millionen von Menschen ansteckte und Dinge fühlen ließ die sie eigentlich nicht fühlten. "Ich würde selbst zu deinen Konzerten kommen wenn du Saxofon spielen würdest", und ich hasste diese Dinger. Ehrlich gesagt verstand ich nicht wie man dieses Ding freiwillig anfassen oder gar spielen wollen würde. Gott es gab so viele Songs in denen man ein Saxofon hörte, und in allen war es fehl am Platz. Meiner Meinung nach gehörte dieses Ding verboten. "Dazu gehört gesagt das man mich damit jagen kann", er kannte mich nicht. Für ihn war ich einfach nur ein Fan der versuchte ihm klar zu machen das er seine Musik nicht einfach aufgeben könnte. Und dabei war ich eben einfach nur durch Zufall mit ihm Hand in Hand durch die Straßen gelaufen, weil irgendwelche Fotografen uns verfolgt hatten. Ja, okay ich verstand weshalb Gerüchte entstehen könnten. Oder weshalb sie plötzlich die gesamte Welt wussten, und doch kein Wort davon stimmte. Ich war einfach nur eine Unbekannte die rein zufällig seine Aufmerksamkeit erlangt hatte, und damit wahrscheinlich verdammt viele Mädchen wütend machte. Um ehrlich zu sein wusste ich wirklich nicht ob es eine gute Idee war wenn ich morgen zur Arbeit gehen würde. Zwar war meine Chefin schwanger, ob sie sich den Stress antun wollte mich in ihren Laden zu lassen weil man mich verfolgte, wusste ich wirklich nicht. Konnte man diese Bilder nicht einfach vergessen? Es war doch wirklich nicht fair das ich plötzlich genau die Aufmerksamkeit bekam die ich nie in meinem Leben hatte wollen. Ich zuckte grinsend die Schultern und betrachtete ihn. "Nicht ich sorge dafür das du nicht überrannt wirst, sondern die Army", er dachte doch wirklich nicht das ich auch nur eine Chance gegen irgendwelche verrücktgewordenen Fotografen und Journalisten hätte. Die würden wahrscheinlich sogar mich überrennen nur um ein gutes Bild von Andy zu bekommen. "Wenn du mehr wissen willst musst du aber mitkommen und mir einfach glauben das keine Paparazzi kommen", erneut zuckte ich die Schultern. Ich deutete zum Schlafzimmer, da er eben noch gesagt hatte das er schlafen wollte und ich ihn ganz bestimmt nicht wachhalten wollte. Außerdem wäre es wohl ohnehin keine schlechte Idee einfach etwas zu schlafen. Vielleicht würden diese verrückten Gerüchte auch einfach abflauen und alles wäre wieder normal wenn ich wieder aufwachte. Kopfschüttelnd lachte ich etwas auf, denn um ehrlich zu sein war das hier einfach viel zu verrückt um es wirklich verstehen zu können. Kurz sah ich Andy noch einmal an, machte mich dann aber auf den Weg ins Schlafzimmer.

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River Wintour
Ich war müde. So müde wie ich mich schon lange nicht mehr gefühlt hatte, einzig und alleine weil ich mir nicht erlaubt hatte darüber nachzudenken ob mein Körper denn nun etwas Ruhe brauchte oder aber ob ich doch nur wieder wach liegen würde weil zu viele Gedanken in meinem Kopf herumspukten. In diesem Moment jedoch fühlte ich mich müde. Meine Glieder waren schwer, meine Augenlider schwerer und alles was ich in diesem Moment tun wollte war die Augen schließlich und für eine ganze Weile schlafen. Einfach schlafen ohne mir Gedanken machen zu müssen, ohne wieder aufzuwachen und Bilder zu sehen die ich nur vergessen wollte. Ich wusste nicht ob er es erkannte, oder ob er es sich einfach nur denken konnte, ich hoffte jedoch das ich nicht aussah als würde ich jeden Moment einschlafen. Ich wollte nicht das er sich Sorgen machte, oder sich Gedanken darüber machte weshalb ich in letzter Zeit so wenig und schlecht schlief. Letzten Endes würde er sich wohl doch nur die Schuld dafür geben, schließlich hatte ich nur wegen ihm all diese Dinge durchleben müssen und war nun mit ihm auf der Flucht vor Menschen die eigentlich auf ihn und mich aufpassen sollten. Stattdessen aber mussten wir uns verstecken, und scheinbar machte er sich so große Sorgen darum gefunden zu werden dass er selbst jetzt noch darüber nachdachte was ich sagen musste um nicht etwa Schwierigkeiten zu bekommen. Ich schloss die Augen und schüttelte den Kopf für einen Moment. Selbst jetzt wollte er nur dafür sorgen das es mir gut ging, und das ich keine Probleme hatte. Obwohl diese Flucht meine Idee gewesen war. Obwohl ich die Medikamente hatte mitgehen lassen. Obwohl ich den Bus besorgt hatte. Er wollte die Schuld auf sich nehmen, obwohl ich bereits gewusst hatte was die Konsequenzen dafür sein könnten. "Ich habe es dir schon so oft gesagt Jax, du musst dich nicht vor mich werfen wenn Probleme oder ähnliches aufkommt", und dennoch war ich ihm so unglaublich dankbar dafür. Ich konnte ihm noch nicht einmal böse sein dass er all diese Schmerzen und Probleme die eigentlich meine hätten sein sollen, einfach so auf sich genommen hatte. Ich kannte den Grund dafür, und um ehrlich zu sein wusste ich nicht wie ich ihm jemals dafür danken sollte dass er all das hier für mich tat. Ich würde dennoch nicht einfach behaupten das er mich dazu überredet hatte, denn das wäre gelogen. Es wäre gelogen, und ich konnte nicht lügen. Nicht in diesem Fall. Nicht weil ich nicht wollte, sondern weil ich es einfach nicht konnte. Man würde ihn doch sowieso wegsperren, wenn man uns denn wirklich jemals finden würde. Dachte er denn wirklich das ich dafür sorgen würde das man ihn nur noch mehr beobachtete, indem ich ihm die Schuld hierfür in die Schuhe schob? Im Moment war es wohl aber doch nicht wichtig, denn auch wenn die Möglichkeit das man uns fand und aufspürte bevor wir uns gänzlich versteckt hatten groß war, wollte ich mir keine Sorgen darüber machen. Ich atmete noch einmal tief ein, nickte jedoch dann auch schon. Schlafen klang gut. Schlafen. Zwar hatte ich manchmal für ein paar Stunden bei Jax im Krankenhaus geschlafen, jedoch war es doch irgendwie komisch zu wissen das man mich nicht etwa gleich rauswerfen würde weil ich nicht ins Zimmer gehörte. Ich zog die Bettdecke die ich noch in den Kleinbus geworfen hatte bevor ich zum Krankenhaus gefahren war, von der Rückbank und warf auch die Kissen dazu, als Jax auch schon den Kofferraum schloss und die Zentralverriegelung abschloss. "Wenn du Schmerzen hast sagst du es mir, okay?" Ich hob den Blick und sah Jax für einen Moment an, ließ mich aber auch sogleich auf die Matraze sinken und rieb mir übers Gesicht. Gott war ich müde.

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Leandrew "Andy" Nashfield
Ich drehte mich vom Spiegel weg und sah sie direkt an, als sie mich fragte, ob es denn schlimm sei, wenn sich alles verändern würde. An sich war Veränderung nicht immer schlecht, da hatte sie recht und da stimmt ich ihr auch zu, aber diese Veränderung war scheiße. Ich war taub und konnte nicht mehr die Musik machen, die ich liebte und brauchte, um mich auszudrücken und mich besser zu fühlen. Die Musik, die so vielen anderen Menschen gefiel und mit der ich mein Geld verdient hatte. Letzteres war dabei noch unwichtig. Ich würde wieder auf der Straße wohnen, wenn ich dafür mein Gehör wiederhaben könnte. Ich würde alles dafür geben. Sogar meine beiden Beine, wenn es etwas bringen würde. Ich senkte den Blick auf mein Handy und begann zu tippen. "Würdest du meine Konzerte noch besuchen, wenn ich nicht mehr die Musik spielen könnte, für die ich bekannt bin und in der ich gut bin?" Schnelle Liedtexte, komplizierte Aneinanderreihungen von Wörtern und beinahe sogar Zungenbrecher waren eben einfach mein Markenzeichen. Ich packte so viel Text und Emotion in ein Lied wie möglich. Rap, Hiphop und Pop. Ich ließ mich von niemandem in ein Genre stecken, aber wie sollte ich von jetzt an wieder Musik machen und wie vor allem schnelle? Ich würde allerhöchstens langsame Balladen spielen können und das war absolut nicht mein Ding. Ich hatte die ein oder andere geschrieben, aber das war nicht wirklich ich. Nicht nur. Es reichte mir einfach nicht! Ich seufzte und fuhr mir durch das Gesicht und dann durch die roten Haare, ehe ich mich langsam auf den Klodeckel sinken ließ und zu ihr hochsah. "Ich weiß nicht wie mir ein Fremder helfen soll oder wie du es hinbekommen willst, dass man mich nicht überrennt, aber von mir aus. Wenn du glaubst es könnte helfen, dann nur zu. Mit dem Tanzstudio hattest du ja auch irgendwie recht." Auch, wenn diese Chance jetzt vertan war. Dorthin könnte ich nicht zurück und nirgendwo sonst würde ich so laut spielen können und auch dürfen.

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Jackson "Jax" McCoy
Ich beobachtete sie, als sie begann ein paar Äste und etwas Laub zu sammeln. Sie machte es wie ich es ihr gesagt hatte. Ich war mir ziemlich sicher, dass man sie trotzdem finden würde, wenn man sie finden wollte. Wenn sie wirklich so sehr nach uns auf der Suche waren wie ich es glaubte, würden sie mit Spürhunden kommen und bei dem Geruch, war es beinahe unmöglich, dass sie sie nicht fanden. Ich glaubte nicht, dass sie uns einfach ziehen ließen. Klar, wir hatten eigentlich nichts getan. Gut, ich war aus der Geschlossenen geflohen und hatte einen Arzt angegriffen und River hatte Medikamente gestohlen, aber deswegen würden sie uns nicht die Kriminalpolizei hinterherschicken. Sie würden nach uns suchen lassen. Vermutlich von mehreren Trupps, aber niemals würde die Polizei diese Nacht schon ausrücken und morgen früh wären wir bereits weg, wenn sie in Millaville losfuhren. Wir hatten einen enormen Vorsprung. Allein, weil sie erst herausfinden hatten müssen, wer geflohen war. Das hatte River wirklich geschickt angestellt mit der zweiten Notfalltür. Ich seufzte und stützte die Arme am Rand des Kofferraums ab, sodass ich meinen Kopf zwischen die Schultern sinken lassen und etwas durchatmen konnte. Der Gestank war widerlich und außerdem war ich körperlich und geistig absolut ausgelaugt. Die letzten Tage hatte man mich durch die Flashbacks körperlich und seelisch gequält, ja beinahe gefoltert. Es war klar, dass es mir nicht gut ging. Ich konnte langsam aber wieder durchatmen. Der widerliche Gestank verzog sich langsam aus dem Bus und ich roch die sauberen Verbände, die so steril und neutral wirkten. Meinen Kopf lehnte ich leicht an den Rahmen des Kofferraums, als River zurück kam und sich neben mich sinken ließ. Sie musste mindestens genauso fertig sein wie ich. Ich linste leicht zu ihr herüber, sah ihr sorgenvolles Gesicht und schluckte. "Wenn sie uns finden, sagst du, dass ich dich dazu überredet habe die Medikamente zu nehmen. Nur für den Fall, ja?" Ich würde so oder so verhaftet werden. Sie würden mich so oder so einbuchten und es würde nichts bringen, wenn wir beide sitzen würden. Meine Strafe würde sich vielleicht um wenige Monate verlängern. Bei meinen Taten, die sie aufdecken würden, würde das aber keinen Unterschied mehr machen. Ich seufzte und rieb mir über die Augen. "Lass uns jetzt schlafen gehen. Du solltest dich ausruhen, damit wir morgen weiter können." Als ich mir sicher war, dass der Geruch komplett verflogen war, kletterte ich wieder nach vorn, schloss die Fenster an den Seiten und zog auch den Kofferraum zu, ehe ich mit der Zentralverriegelung den Bus von innen abschloss, sodass wir hier drinnen sicher waren, falls hier auf dem Parkplatz auch irgendwelche Spinner wohnten.

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Lou Anderson

Kaum, dass eine schöne Unterhaltung in Gang gekommen war, wirkte er auch nicht mehr ganz verkrampft und abweisend. Es freute mich auch, dass er auf meine Antwort auch etwas gescheites erwiederte und nicht nur einfach Ja oder Okay sagte, so wie die meisten Männer. "Also, ich glaube schon, dass es viele Jobs gibt. Ich habe mich jetzt noch nicht genau darüber informiert, wie es bei meiner Tauchschule ist, denn ich bin ja wirklich noch ganz am Anfang, aber so auf der ganzen Welt verteilt gibt es schon viele Jobs und es ist ja auch nicht ungewöhnlch als Tauchlehrer im Ausland zu arbeiten." Ich machte eine kleine Pause und nahm einen weiteren Schluck von keinem Kaffee. "Für die Spezialkurse, die man erstmal am Anfang machen muss, bekommt man gar kein Geld, ganz im Gegenteil, man muss sie auch noch selber zahlen. Wie das dann in der Ausbildung ist, weiß ich noch nicht genau. Es gibt viele Tauchlehrer, die das nur als Nebenjob machen und dann natürlich auch nicht so viel verdienen, aber das will ich jetzt eigentlich nicht machen. Ich will, dass das mein Hauptberuf wird, aber ich werde dann schon sehen, wie sich das alles ergibt."

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Leon Sergan
Anscheinend hatte ich das richtige Thema angesprochen, denn sie fing plötzlich an richtig viel zu reden. Ich musste mich zusammenreissen, dass ich sie nicht überrascht ansah. Ich hätte ihr fast nicht zugetraut, dass sie so offen über etwas reden konnte. Mein Kaffee war inzwischen auch gekommen und ich nahm einen Schluck davon. Langsam konnte ich fast schon wieder spüren, wie mein Körper sich nach der nächsten Pille verzerrte. Doch diese konnte ich meinem Körper gerade nicht geben. Dazu musste er sich noch ein bisschen gedulden.
Sie wollte also Tauchlehrerin werden. "Ist es nicht schwierig, so einen Job zu finden? Als Tauchlehrerin?", fragte ich sie und sah sie an. "Und verdient man da überhaupt etwas? Immerhin muss man ja - wie du sagst - ein paar Kurse dafür belegen und dann sollte eigentlich auch ein bisschen mehr Geld hereinkommen?", fragte ich sie. Also ich wollte damit nicht sagen, dass es nur auf das Geld ankam. Aber es nahm mich einfach Wunder, wie es finanziell damit aussah.

Save your advice, 'cause I won't hear. You might be right, but I don't care.

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Jeremio Tiyam
"Sie gefallen mir wirklich verdammt gut", meinte ich und lächelte sie an. Ich konnte nicht leugnen, dass sie verdammt heiss in diesen High Heels aussah. Vor allem geisterte eine Version in meinem Kopf herum, wie sie nur in Unterwäsche und in High Heels vor mir stand. Ich wusste, dass ich so von ihr nicht denken sollte. Sie war meine Angestellte und ich sollte nicht solche unanständige Gedanken haben. Vielleicht lag das auch daran, dass ich schon lange nicht mehr so eine attraktive Frau gesehen hatte und vor allem nicht so viel Zeit mit so einer attraktiven Frau verbrachte. Das alles konnte natürlich die Sache beeinflussen. Dennoch musste ich die Finger von ihr lassen - es wäre für uns beide das beste. "Na, das ist aber nett, dass ihr uns Männer entgegen kommt", witzelte ich und grinste sie an, während ich sie betrachtete, wie sie weiter über den Rasen lief. "Also willst du damit sagen... dass du ausgetrocknet bist?", fragte ich sie und konnte ein schelmisches Grinsen nicht unterdrücken. "Du verstehst wohl schon, was ich damit meine", fügte ich hinzu und zwinkerte ihr kurz zu. Auch wenn es vielleicht seltsam sein sollte, dass wir einen ganzen Abend miteinander verbrachten, so fühlte es sich dennoch gut und.. entspannt an. "Preis für den besten Fake-Orgasmus?", fragte ich lachend nach und sah sie an. "Dann musst du wohl aber wirklich ein paar Typen erwischt haben, die ziemlich schlecht im Bett gewesen waren", sagte ich breit grinsend. Ich war mir sicher, dass ich es besser machen könnte. Aber es wäre falsch, ihr das zu sagen oder noch schlimmer zu beweisen. Doch es würde sich nur schlecht auf unser Arbeitsverhältnis auswirken. Sie hatte selbst gesagt, dass sie nicht gerade eine Beziehung führen wollte. Sie hatte viel los und ich auch. Ich sah sie fast schon ein bisschen überrascht an. Sie war eine Rebellin gewesen? Dafür kam sie jetzt aber ziemlich.. brav rüber. "Ist doch immer dasselbe. Die Frauen stehen immer auf dieser Typen, welche oft mit anderen Frauen vögeln und schlussendlich jammern sie doch nur herum, weil er sie verarscht hat, obwohl es eigentlich vorhersehbar. Oder stimmt es nicht, was ich sage?", fragte ich und grinste sie an. Da war ich doch mal gespannt, wie sie so darüber dachte. "Die Oberhand? Dann bist du wohl eine kleine Domina im Bett?", hackte ich nach. Es war wirklich sehr locker, mit ihr darüber zu reden. Lockerer, als das es vermutlich sein sollte. Bei ihrer Frage zuckte ich die Schultern. "Es kommt immer ein bisschen auf die Situation an. Heiss und heftig oder langsam und zärtlich? Ich denke, es geht beides. Dazu muss man nicht unbedingt ein bestimmter Typ sein. Ich kann jedenfalls beides", ich wusste, dass das vielleicht schon ein bisschen angeberisch hinüberkam. Das sollte es aber eigentlich gar nicht. Es war nur so, wie ich darüber dachte. Natürlich war Blümchensex schön. Aber auf die Dauer konnte das vermutlich auch ein bisschen langweilig werden. Ich sah sie an. "Und du? Nur die Domina oder hast du auch eine zärtliche Seite?", fragte ich sie wieder und konnte ein Grinsen nicht verkneifen.

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Lou Anderson

Zum Glück kam die Bedienung ziemlich schnell mit meinem Kaffee. Er bestellte sich auch einen Kaffee und daraufhin ging sie wieder. "Lou", antwortete ich, als er mich zurückfragte wie ich hieß. Ein paar Sekunden saßen wir schweigend da, doch ich empfand es nicht als unangenehem, doch ich hoffte trotzdem, das bald ein richtiges Gespräch in Gang kam. Allerdings wusste ich auch nicht so wirklich mit was ich anfangen sollte, normalerweise redete ich immer total viel, aber ich war auch ein bisschen nervös und wollte nichts falsch machen. Ich hatte sowieso schon die ganze Zeit schon das Gefühl gehabt, dass er mir gegenüber etwas skeptisch war und da wollte ich nicht auch noch in ein Fettnäpfchen treten. Es freute mich umso mehr, als er mich dann aufs Tauchen ansprach. Darüber konnte ich lange und gerne reden. "Ja, ich gehe hier öfters tauchen, das was wir heute gemacht haben, war aber nur ein einfaches Training, bei dem wir einfach ein bisschen Spaß haben können und auch sebst entscheiden können, ob wir Übungen machen wollen oder nicht. Ich habe vor einem Monat meinen Tauchschein gemacht und darf jetzt also überall selbstständig tauchen gehen, ohne einen Leherer. Es gibt aber noch viele Spezielakurse, die man danach machen kann und ich denke, dass ich auch ein paar davon machen werde und ein großer Traum von mir wäre selber später auch mal Tachlehrerin zu werden."

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Neve Carter
Während ich auf dem Rasen lief und meine schmalen Füße beugte die im saftigen grün einen ganz schönen Kontrast bildeten, lächelte ich ihn schwach an. „Schön, dass sie dir gefallen. Sie sind zwar mörderisch und teilweise auch relativ gefährlich, was Treppen angeht, aber du kennst ja den Spruch: Wer schön sein will, muss leiden.“ Ich sah zu seinen Schuhen, die ziemlich teuer aber auch bequem aussahen, im Gegensatz zu den teuflischen Schuhen die ich nun in meiner Hand hielt. „Ehrlich gesagt, gewöhnt man sich irgendwann dran. Die Schuhe sind unbequem aber verführerisch, ich meine die meisten Kerle müssen sich sonst immer ziemlich weit bücken, um einen zu Küssen. Wir kommen euch sozusagen damit entgegen.“ Naja aber auch wenn die Kerle darauf standen, es war nicht unbedingt, dass ich sie zu jedem Date anziehen wollte, um ehrlich zu sein, war ich froh, dass ich auf der Arbeit bequeme Schuhe anziehen konnte. Immerhin saß ich meistens am hinterm Schreibtisch, eigentlich kaum zu glauben, dass ich hier mit meinem Boss abhing und über Sex redete. Es sollte komisch sein und unangenehm, doch das war es nicht, es war erfrischend und irgendwie mochte ich es auch etwas mehr über ihn zu erfahren immerhin würden wir ja eine Weile miteinander auskommen und bis jetzt war es doch ganz gut.
„Sex ist nicht mein Lieblingsthema, wahrscheinlich hatte ich einfach zu wenig in letzter Zeit, das Studium ist anstrengend und naja die meisten Typen sind ziemlich selbstsüchtig. Du weißt schon, kein Vorspiel, keine guten Küsse es ist einfach ein schneller einfacher Quickie und meistens fragen sie danach wie sie waren. Totaler Kinderkram und nervig, ich denke, mir gebührt ein Preis für den besten Fake-Orgasmus.“, scherzte ich und erwiderte sein Grinsen, welches nur noch breiter wurde, als er mir von seinem Ersten Mal erzählte. Es klang irgendwie süß und ich stellte mir ihn auch sonst, als ordentlichen und netten Typen vor. Als ich an mein Erstes Mal dachte verzog ich das Gesicht, „Puh, ich war früher eine ganz schöne Rebellin und immer auf Achse. Ich hatte meine „Gang“, welche aus -jetzt betrachtet- ziemlich bescheuerten Typen bestand. Naja, diese Badboys mit Tattoos, Piercings und schlechten Musikgeschmack. Jedenfalls war der Typ älter, er war im College und hatte Football gespielt, er war so eine männliche Nutte, total angesagt und beliebt.“ Ich schüttelte etwas beschämt den Kopf und fuhr fort, „Jedenfalls nach einem Spiel haben wir gefeiert, bei seinen Eltern war Sturmfrei und du weißt ja wie so etwas abläuft…im Endeffekt war es ziemlich ernüchternd. Es war nicht schlecht, doch ich hatte es mir besser vorgestellt, irgendwie intensiver.“, sagte ich und zuckte die Schultern. „Seitdem habe ich drauf geachtet mir Typen auszusuchen, die gut im Vorspiel sind und nicht nur an sich denken…tja und ein bisschen rebellisch können sie auch sein. Ich meine früher waren es die Sportler und heute sind es die tätowieren, Motorrad fahrenden Kerle auf die man abfährt, außerdem ist es immer gut die Oberhand beim Sex zu haben und die Männer zappeln zu lassen. Und was ist mit dir Blümchensex oder darf es ein bisschen extravagant sein?“, fragte ich und stellte mir Jeremio vor wie er brav bestimmt auch zu vereinbarten Terminen mit seiner Freundin schlief. Obwohl vielleicht schlummerte auch ein kleines leidenschaftliches Biest in ihm.

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Lucie Hayes
Ich mochte diese Art von Anstrengung nicht, die Sonne brannte fast auf meiner schon gebräunten Haut, sodass ich sie heute Abend extra fett eincremen musste. Außerdem spürte ich wie sich langsam Schweißperlen auf meiner Haut bilden das letzte Mal war ich so sportlich aktiv gewesen, als ich bei Mums Charity Veranstaltung für Kinder in Not mitgemacht hatte. Es war eine Art Wettkampf gewesen und ich habe gegen ein paar reiche Schnösel Tennis spielen müssen. Ich hatte es gehasst, also habe ich extra verloren und alles auf meine Herzprobleme geschoben, es hatte damals funktioniert, doch jetzt wollte ich gewinnen! Ich wollte Dino zeigen, dass ich nicht nur das Püppchen war, außerdem hatte ich ja einen Wunsch frei und den würde ich mir für später aufheben. Also versuchte ich mein Bestes zu geben, was nicht unbedingt hervorragend war. Ich schaffte zwar ein paar Treffer, doch ich war noch lange nicht so gut wie die Jungs, vor allem nicht so wie Dino, der uns fast fertigmachen wollte. Ich war anscheinend der Gewinnertyp, jedenfalls dachte ich das, doch als sich diese kleine Szene vor mir abspielte, schluckte ich schwer und verkniff mir ein grinsen. Ich hätte nicht gedacht, der er eifersüchtig war, ich meine bei Val war er es ja auch nicht, doch dieser schien auch keine Konkurrenz zu sein. Ganz im Gegenteil zu der Sahneschnitte vor mir! Ryan sah sogar geschwitzt gut aus, er war mega heiß und ich war mich sicher, dass ich ihn abgeschleppt hätte, wenn Dino und ich keine Affäre gehabt hätten. Ich meine, selbst Dino konnte nicht leugnen, dass Ryan nicht schlecht aussah, fast wie ein Model, er war sportlich attraktiv und seine Augen hätte einige Mädchen sicher alles machen lassen.
Ich ging zum Netz und sah wie Ryan sich den Hinterkopf rieb und dann zu mir sah, „Der Typ ist dein Freund?“, grummelte er und sah angewidert zwischen ihm und mir hin und her. So genau wusste ich auch nicht was ich sagen sollte, ich meine Dino konnte das ja auch ganz anders meinen oder? Eine Freundin? Oder meinte er feste Freundin? In meinem Hirn ratterte es und ich schielte zu Dino, der alles andere als erfreut aussah. Ich schluckte schwer und sah Ryan an, „Also…ähm…das…“, fing ich an wurde jedoch unterbrochen, denn ein paar Teammitglieder nörgelten rum, dass wir es doch sein lassen und weiterspielen sollten. Doch Ryan gefiel das Ganze ganz und gar nicht und das ließ er einem auch spüren. Ich glaube das es in der nächsten Runde noch offensichtlicher war, denn es wurde nicht mehr als Team gespielt, sondern eine Art Kampf zwischen Ryan und Dino ausgetragen, die die Bälle nur so schmetterten, dass es weh tat, wenn man versuchte einen zu fangen. Doch nicht nur das, Ryan der fest der Überzeugung war mit mir zu flirten -mehr als vorher- war hartnäckiger. Ihm war es egal ob ich mit Dino zusammen war oder nicht, außerdem schien es so, als wäre, dass alles keine große Sache, als würde er dauernd flirten. Eigentlich hatte ich auch nichts dagegen, ich meine, es würde eh nur dabeibleiben, dass er mir Komplimente machte und mich mit einem Adonis Körper versuchte um den Verstand zu bringen. Doch glücklicherweise war es so, dass alle hier halb nackt waren, was einen Traum wahr werden ließ, so viel gutaussehende Kerle. Aber natürlich kam keiner an Dino ran, wahrscheinlich musste ich ihn heute Abend extra verwöhnen, um in ein bisschen von dem Spiel zu besänftigen. Jedoch würde das ziemlichen spaßig werden, vielleicht konnte ich ihn ja auch überreden vor dem Shooting zusammen zu duschen? Das wäre sicher auch interessant, nicht nur das ich gern von ihm berührt wurde, ich wurde auch gern von ihm eingeseift und massiert. Etwas in Gedanken und verträumt stand ich da, als ich plötzlich angerempelt wurde und zu Boden fiel. Ich schnappte erschrocken nach Luft und spürte das Gewicht von Ryan auf mir, welcher mich unabsichtlich zu Boden gedrängt hatte. Er schenkte mir ein entschuldigendes Lächeln und lieb eine Sekunde länger auf mir liegen, als nötig, dann half er mir hoch und legte seinen Arm um mich. „Tut mir leid ich habe dich nicht gesehen. Ist alles okay bei dir?“, fragte er und ich nickte nur schwach, bevor ich mich von ihm befreite. „Ja alles okay.“ murmelte ich nur und trat ein paar Schritte zurück, denn ich würde sicher ein paar Blutergüsse davon haben, doch hoffentlich nicht zu große, denn die müssten abgedeckt und wegretuschiert werden. Ich seufzte und hob den Ball auf, „Alles okay, von mir auf können wir weitermachen.“, rief ich nur und warf dem Ball Dinos Team rüber, da diesen nun der Aufschlag gebührte.

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Dean McAllen
Ich hatte seit Helenas und meiner Hochzeit nicht mehr getanzt, ich war ein bisschen eingerostet, im Gegensatz zu Liz. Aber nicht jeder hatte vier Jahre Tanzunterricht. Dennoch war es ganz schön einfach einmal ein bissen zur Musik zu bewegen. Ich mochte es eigentlich sehr gern, außerdem fühlte sich Liz auch gut an in meinen Armen. Auch wenn es sich komisch anhörte, doch ich hatte ewig keine Frau mehr berührt und wahrscheinlich lag es auch daran, dass ich ein wenig wuschig wurde. Vor allem aber auch, weil ich wir zusammenarbeiteten, wir hatten immerhin unsere eigenen Büroräume, dank ihres Vaters. Außerdem hatte sie oft kurz Shorts an, die ihre langen Beine zur Geltung brachten. Gedanken verloren tanzen wir also langsam, ich sollte vielleicht langsam mal wieder ausgehen um nicht zu sehr über Liz und ihren Körper nachzudenken. Doch leider hatte ich keine Zeit dafür, alles was ich derzeit freizeitlich tat, war für meinen Sohn. Wir tanzten eine Weile einfach nur schweigend, bis uns zu warm wurde und wir draußen ein wenig Luft schnappen wollten. Ich nahm ihre Hand und zusammen liefe wir durch den riesigen Garten, der fast schon einem Park glich. Hier war zum Glück niemand, denn ich war mir sicher, das über uns sicher auch schon getuschelt wurde, und das zwar nur, weil wir uns unterhielten und getanzt hatte. Ich wollte gar nicht wissen wie es bei ihrer schottischen Familie sein musste, dort würde ich keine zehn Minuten überleben ohne als dummer Amerikaner abgestempelt zu werden. Ich seufzte leise und sah in den Abendhimmel, der Moment war angenehm und nicht merkwürdig, weil keiner ein Wort sagte. Ich wusste sowieso nicht worüber ich mit ihr reden sollte ohne langweilig zu sei, denn was konnte ich ihr schon erzählen? Wie man Babys wickelte und Kinder großzog.

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Camille Parker
Witze hin oder her, aber ich machte mir wirklich etwas sorgen wegen der Bilder und der Presse. Sie sollten meinen Namen nicht erfahren, denn dann könnten sie möglicherweise Berichte von früher finden, von unserer Ranch und dann hätten sie mich gefunden oder aber sie fanden mich im Server der Uni und alles war umsonst. Matt aber meinte ich müsste mir keine sorgen machen und ich vertraute ihm in dem Punkt einfach mal. Er war mit alldem hier aufgewachsen, er wusste sich zu verhalten und kannte den Ablauf, also blieb mir nichts anderes übrig. Mit seiner Erzählung über ein missratenes Foto lenkte er mich sogar so weit ab, dass ich darüber lachen konnte und mich etwas entspannte konnte und anfing mich auf heute abend zu freuen. Es wurde sogar tatsächlich oben angekommen schon total witzig, weil wir dort einen halbnackten Theodor vorfanden, der sich in Matts Schrank austobte, als sei es sein eigener. Ja ich hätte wegsehen können, stattdessen lachte ich nur und ging zu meinem Koffer, ohne ihn weiter zu beachten während er sich anfing aufzuregen und Matt sich selbst Kleidung suchte. "Entspann dich mal, ist ja nicht so als hättest du Brüste zu verstecken und wann hat dich ein Mädchen das letzte mal halbnackt gesehen ohne weg zu rennen?" konnte ich mir nicht verkneifen, aber er meckerte nur weiter herum und ich grinste bloß. Keine Ahnung wieso er sich so anstellte, er sah ja nicht schlecht aus. Klar, Matts Körper sah meiner Meinung nach besser aus, aber Theo war nicht hässlich. Ich glaubte, dass seine Chancen gar nicht mal so schlecht standen heute abend auch etwas Spaß zu bekommen, anscheinend lief das ja sonst nicht so gut, wie ich in der Limousine raus gehört hatte. Matt war dann so frei mir sein Zimmer zu überlassen und ich lächelte ihm dankbar hinterher, wandte mich dann wieder dem koffer zu. Okay, was haben wir denn da? Ich hatte ein paar schickte Blusen, die teuren Kleider und ein Kleid, dass Mel mir geliehen hatte, für unerwartete Anlässe. Eine Jeans und eine Bluse war für einem Club zu schick, außerdem würde ich beim tanzen alles durchschwitzen, blieb also nur das Kleid. Matt sagte mir noch kurz bescheid wie viel Zeit ich hatte und verschwand dann wieder, also widmete ich mich dem rosa Kleidungsstück. Es war schon schön, aber war es nicht vielleicht etwas too much? Eigentlich war es auch ziemlich kurz, aber Mel war etwas größer als ich, sodass das Kleid bei mir meinen Hintern bedeckte und sogar noch ein Stück darunter, dass beim tanzen eigentlich nichts verrutschen sollte. Außerdem war es sexy und das gehörte sich doch in einem Club oder? Um dem Teil noch meinen Stil zu verleihen, zog ich mehrere ketten an und schminkte meine Augen dunkler, meine Haare ließ ich so, die Locken vom mittag waren mittlerweile etwas lockerer und ich verwuschelte sie noch etwas, damit sie nicht so perfekt aussahen. Die Wahl der Schuhe war genauso einfach, ich hatte nur noch ein anderes Paar dabei, ich musste also meine Stiefeletten anziehen. Matt hatte mir ja auch mal sagen können, für was ich Kleidung einpacken sollte, aber nein, er hatte mich ja so kurzfristig ins kalte Wasser geworfen und ich hatte einfach ein paar schicke Sachen eingepackt, obwohl ich auch ein paar Sachen für den Stall hätte gebrauchen können. Naja, jetzt war es eh zu spät und Ich konnte Matte Cousinen auch nicht nach Kleidung fragen, da diese nicht da waren und ich mir nicht mal sicher war ob ich da überhaupt rein passen würde. Passend zu den Stiefeletten zog ich auch meine schwarze Lederjacke darüber, die würde ich im Club zwar bestimmt ausziehen, aber bis dahin. Alles in allem war ich zufrieden, legte noch etwas glänzenden Lipgloss auf und ging dann nach unten. Ich hatte bloß mein Handy und meinen Ausweis eingesteckt, Matt hatte ja gesagt dass ich kein Geld mitnehmen musste, mal ganz davon abgesehen, dass ich sowieso nur amerikanisches Geld hatte. Die Jungs fand ich unten im Foyer, wo sie auf einer Couch herum lümmelten und irgendwas auf norwegisch im Fernsehen saßen. Beide musterten mich, Theodor viel auffälliger und sagte dann etwas auf norwegisch. "Es ist unhöflich was zu sagen, das ich nicht verstehe." fuhr ich ihn an und er grinste nur. "Ich hab nur gesagt, dass du heiß aussiehst." Ich glaubte ihm nicht ganz, denn dafür hatte er zu viele Worte benutzt, aber ich verdrehte nur die Augen und ließ mich neben Matt fallen. "Und du siehst aus als wärst du in Matts Schrank gefallen." gab ich zurück und musterte dann genau diesen. "Und du als würdest du auf eine Beerdigung gehen, aber das wäre ja nichts neues." schmunzelte ich. Bis jetzt hatte er auf Partys auch fast immer komplett schwarz getragen, das war einfach sein Stil. Es sah gut aus, nicht Emo wie vermutlich bei dem meisten.

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Mattis Yrjan Ward
Als sie mich fragte, ob sie sich wegen diesen Fotos Sorgen machen musste, biss ich mir auf meine Unterlippe. "Ich glaube nicht. Wahrscheinlich wird dich Morgen ganz Norwegen kennen, aber nach Amerika wird das nicht kommen. Sie wissen zwar dass ich dort mein Leben lang gelebt habe und dass ich studiere, aber sie haben keinen blassen Schimmer wo. An der Uni gibt es ein paar die über mich Bescheid wissen, aber die halten die Klappe. Also, mach dir erstmal keine Sorgen, ich kümmer mich schon darum." sagte ich und ging mit ihr weiter Richtung Eingang. Während ich ihr die Tür aufhielt, lächelte ich beruhigend. "Heute Abend denken wir erstmal nicht an die Bilder. Ich bin zumindest froh, dass ich nicht geblinzelt habe. Es gab mal ein Foto, da sah ich aus, als hätte ich vor dem Foto noch irgendwas gekifft. Schlimmer ging es nicht, aber wir sehen beide klasse aus und das ist erstmal da wichtigste. Schlimm wird es nicht, wenn man spekuliert wer du bist, schlimm wird es wenn man sich über dich den Mund zerreißt. Aber wer sollte das schon, du sahst umwerfend aus."
Als ich mit Camille in meinem Zimmer ankam, stand Theodor in Unterhose vor meinem Schrank und kramte darin herum. Die Lederjacke lag schon mit einem Shirt von Jack & Jones auf meinem Sessel. Ich lachte und schüttelte den Kopf. "Uncool, Mann." flötete ich, als er sich umdrehte und die Hose, die er in der Hand hatte schnell vor seinen Körper drückte. "Matt! Du hättest mich wenigstens vorwarnen können, dass sie auch hier rein kommt." Augenrollend schnappte ich mir ein schwarzes Hemd, eine shwarze Jeans und meine schwarzen Boots aus dem Schrank und zuckte mit den Achseln. "Ich dachte nicht, dass du hier direkt halb nackt stehst, geschweige denn ein Problem damit hast. Bevor du dich hier noch komplett ausziehst, nimm deine Sachen wir gehen uns neben an umziehen. Camille braucht ihren Freiraum."
Lächelnd schob ich Theodor aus dem Raum, der die ganze Zeit darüber meckerte wie beschissen das von mir war und für was für einen Freund ich mich hielt. In dem Zimmer meiner Cousinen, zog er sich endlich was an und lamentierte weiter und weiter, aber das interessierte mich eigentlich herzlich wenig. Ich hatte nicht gesagt: zieh dich aus, mach dich nackig wie du willst, wir stören dich nicht. Naja. Ich hatte meine Sachen schnell über gezogen und war verdammt froh meine gewohnten Sachen anzuhaben. Klar, ich hatte ein Hemd an, aber das trug ich um einiges lieber als Shirts bei Parties. Es sah eben nach was aus bei mir. Shirts konnte ich auch in den Vorlesungen tragen. Als Theodor meine Lederjacke über gezogen hatte, die ich mir für eine Tonne Geld in New York gekauft hatte, sah er sich im Spiegel an. "Wir sind ja nicht gerade arm, aber ich würde mich darüber freuen, wenn meine Mutter mir auch mal so viel Geld zugestehen würde." meckerte Theodor und sah mich an. "Geh arbeiten, keine Ahnung." - "Du studierst doch auch!" Lächelnd fuhr ich mir durchs Haar und zuckte mit den schultern. "Ja, aber mein Vater muss sich bemühen, damit ich zurück nah Norwegen komme...zumindest hin und wieder. Und jetzt komm, geh schon mal nach unten. Ich sag Camille nur eben Bescheid, dass wir unten auf sie warten." Er nickte und verschwand, ich öffnete währenddessen meine Tür einen Spalt breit. "Wir warten unten, aber lass dir Zeit Amalie brauch sowieso noch eine Stunde bis sie anfängt sich anzuziehen." Damit schloss ich die Tür wieder, ging nach Unten und lümmelte mich zu Theodor auf das Sofa im Foyer. Im Fernsehen lief eine dieser komischen norwegischen Reality TV Sendungen, aber die unterschieden sich auch nicht wirklich von denen in Amerika. Lachen konnte man immer über diese armen Menschen.

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Camille Parker
Oh diese Fotos, die würden mir noch zum Verhängnis werden. Gingen wir mal vom besten Fall aus: Die Fotos blieben nur in Norwegen oder Europa, niemand fragte nach mir, weil ich nur irgendeine hübsche Vorzeigepuppe war, die jederzeit ausgetauscht werden konnte. Der schlimmere Fall war, wenn die Fotos bis nach Amerika durch kamen und jemand an der Uni davon Wind bekam. Dann war Matts Tarnung aufgeflogen und er konnte nicht mehr als normaler Kerl zur Schule gehen und wir würden unseren freunden erklären müssen was zwischen uns lief und was das eigentlich alles sollte. Die absolute Katastrophe wäre, wenn meine Mutter davon erfuhr. Ihr das alles zu erklären, dass ich mit solchen Berühmtheiten zu tun hatte, Paparazzi mich kannten, ich in Europa war ohne ihr bescheid zu sagen und das alles eine riesen Lüge war, Gott stehe mir bei. Wieso nochmal machte ich das? Achja, weil ich nett war und Matt mochte. Nur gut, dass das posieren schnell vorbei war und ich mich dann einfach von Matt mitziehen ließ, ich wusste ja eh nicht wie es jetzt weiter ging. Schnell wurde mir klar, dass das offizielle jetzt nun rum war und die Leute in unserem alter anscheinend andere Pläne hatten, die mir natürlich viel besser gefielen. Ich fühlte mich jetzt nach den Fotos doch etwas unbehaglich in diesem Palast. Ich trug zwar ein Kleid, dass bestimmt so viel kostete wie ein Monatsgehalt meiner Mutter, aber ich hatte absolut keinen plan von all dem hier. Ich beobachtet also Alexander, Theodor und Matt wie sie für heute abend überlegten in welchen Club sie kamen, anscheinend war das hier totale routine, wenn man so viel Geld hatte und zum Adel gehörte. Und ich behielt recht, Matt bestätigte mir dann, dass ich mir wegen überhaupt nichts Sorgen machen musste. Wollte ich wissen was dieser besagte Club kostete? Vermutlich nicht, aber ich vertraute ihm und es klang nach Spaß. Clubs waren auf der Welt doch überall gleich oder? Tanzen und Alkohol, das konnte ich, Matt wusste es von einigen Partys. "Spaß und Alkohol? Da sag ich nicht nein." stimmte ich also zu und ließ die anderen dann weiter alles klären, es war einfacher sich im Hintergrund zu halten und nicht den gewohnten Ablauf zu unterbrechen.
Ich war erleichtert als wir endlich aus dem Palast und dann aus der Limousine raus waren und wir wieder auf dem abgelegenen Anwesen waren. Die Ruhe hier, das alte Bauwerk und die Stallungen, ja das gefiel mir viel besser. Theodor ging einfach schon vor, als würde er hier selbst wohnen, ich wusste ja nicht wie lange die beiden schon befreundet waren, und ich wollte Matt folgen, aber dieser drehte sich zu mir um. Ich sah ihn etwas überrascht an, als er mir ganz selbstverständlich eine Strähne hinters Ohr strich, was ich ziemlich süß fand und mich so warm anlächelte. Ich war wieder mal überrascht eine andere Seite an ihm zu sehen, die fürsorgliche und nette Seite. Er konnte ein Macho Arsch sein, eine Nervensäge und was weiß ich, aber er behandelte mich hier wirklich gut. Scheinbar besaß er doch ein Gewissen. Bei seinen Worten am Schluss musste ich echt lachen und biss mir dann auf die Lippe. "Du hast gerade zweimal danke in einem Satz gesagt, ich bin beeindruckt." neckte ich ihn. "Ohja, bestimmt. Die Welt wird sich fragen, wer ist diese unbekannte Schönheit und wie viel Geld musste er ihr zahlen, um sich das hier anzutun." Ich grinste über meine Worte und machte dann den ersten Knopf seines Hemdes auf, da er die ganze Zeit so gequetscht aussah, dann richtete ich seinen Kragen und räusperte mich. "Aber mal ernsthaft, die Fotos verlassen Europa nicht oder? Muss ich mir sorgen machen?" Ich wollte nicht, dass in Amerika jemand von unserem Doppelleben wusste, das würde so viele fragen und Komplikationen aufwerfen. "Du bist mir echt einiges schuldig, Ward." seufzte ich. Hoffentlich würde ich das hier nicht bereuen.

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Mattis Yrjan Ward
Ich hasste es Fotos zu machen. Sehr. Meistens war danach der Trubel in den Zeitungen groß. Artikel über jedes einzelne Mitglied der Familie und ellenlange Stories über den morgigen Abend. Meine Artikel befassten sich meistens mit dem monatelangen verschwinden meiner Person. Ich war so froh, dass es noch nicht raus gekommen ist, auf welches College in den Staaten ich ging. Meine Mutter hatte mir schon oft erzählt, dass sie in New York von Paparazzi angesprochen wurde, wo denn ihr Sohn sei und was mein Vater davon halte. Doch meine Mutter schwieg wie ein Grab. Darüber war ich ebenfalls sehr froh. Nur zog ich Camille nun auch mit ins Rampenlicht und ich wusste nicht, was sie davon hielt. Sie wollte mir nur helfen, nicht unbedingt auffallen und nun standen wir hier. Im Palast der norwegischen Krone und machten mit ihnen ein Familienfoto und das nur weil mein Vater der praktisch beste Freund des Kronprinzen war. Und das konnte man echt nicht verstehen, wenn man sich die letzten Besuche hier von mir ansah. Ich hatte schon so viele Feiern mit unpassenden Dingen halbwegs gecrashed, da sollte man meinen Vater wohl eher verbannen - tja hatte nicht geklappt. Und jetzt? Jetzt hatte ich meinen eleganten Anzug an, meine Haar ordentlich gekämmt und so viele Tattoos wie ging unter der Kleidungsschicht versteckt. Als ich nach den Schnappschüssen mal die Fotos betrachtete, die der Fotograf mir da zeigte, konnte man sich schon denken, dass ich ein richtig vorzeigbares Mitglied dieser schrägen Königsfamilie sein könnte. Irgendwie war ich das ja auch. Ich hatte meinen Platz in der Thronfolge und auch wenn über einhundert Menschen vor mir sterben müssten ohne Nachkommen, war das der Beweis dass ich mit all diesen Menschen hier verwandt war. Naja, außer eben Camille, aber das war auch gut so. Die abendlichen Knutschsessions nach und bei Parties könnte ich mir sonst nicht verzeihen. Ich meine in Amerika war es ja nicht unüblich dass Leute mal was mit ihren Cousins und Cousinen starteten aber ich fand das tatsächlich ziemlich eklig.
Als man uns praktisch entließ, nahm ich Camille bei der Hand, winkte Alexander und Amalie hinter mir her, die kurz etwas zu ihrem Vater und Großvater sagten und dann auch den Raum verließen. Alexander tippte schon in seinem Handy herum, als Theodor ebenfalls um die Ecke kam. "Nicolai sagt dass er uns in diesen einen Club in Oslo bringen kann." Ich rollte mit den Augen und sah Theodor an, der Alexander mit dem Finger gegen die Stirn schnippste. Jeder Norwege hätte jetzt die Luft eingezogen, denn das war der Typ, der später mal da sitzen würde, wo jetzt noch sein Großvater war. Aber anstatt ihn verhaften zu lassen oder sonst was übertriebenes, rieb er sich die Stelle und schüttelte den Kopf. "Ja tut mir leid. Ihr wisst schon, der in dem sie uns das letzte Mal nicht reinlassen wollten, weil sie zu voll waren, selbst für die Kinder des Kronprinzen." Nickend sah ich zu Camille. "Willst du mitkommen heute Abend, oder willst du dich für Morgen lieber ausruhen? Ich könnte es verstehen, aber dieser Club ist wirklich exklusiv und wir sind mit den beiden da, das ist praktisch Luxus. Um Geld für die Getränke müssen wir uns nicht Sorgen." Lächelnd legte ich meinen Kopf schief, ehe Theodor mir auf den Arm schlug. "Könntest du mich mit zu euch nehmen, ich hab keine Lust auf das Theater, wenn ich zu Hause ankomme. Ich könnte mir ein paar Sachen von die leihen. So auf Anzug hab ich jetzt weniger Bock."
Wenige Minuten später ließen wir uns zurück zu dem Anwesen meines Vaters fahren und planten so ziemlich alles was Theodors Versuch entsprach sowas wie eine Freundin zu finden. Er war nicht hässlich oder ein Arschloch, aber er traf immer die falschen Frauen, weil er manchmal einfach zu oberflächlich war, wenn er schon was intus hatte. Vielleicht sollte er es mal nüchtern versuchen. Er verschwand beim Anwesen direkt drinnen. Ich wusste schon was er in meinem Kleiderschrank suchte. Allerdings drehte ich mich zu Camille um und strich ihr eine verirrte Strähne hinter die Ohren. Als ich merkte, dass das vielleicht nicht unbedingt etwas war, was ich machen sollte, räusperte ich mich und lächelte dann warm. "Danke dass du das heute gemacht hast. Morgen wird nicht schlimm. Wir müssen nur essen, ein bisschen reden und dann nach Hause fliegen. Es tut mir jetzt schon leid, wenn die Zeitung schreibt mit was für einem hässlichen Typen du dich abgeben musst. Danke."

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Isabella 'Izzy' Walters
Irgendwie war das alles hier nicht ganz so nach Plan verlaufen. Geplant war gewesen das Andy ins Tanzstudio kam, um ein wenig Zeit bei den Lautsprechern zu verbringen. Um herauszufinden ob er denn nun vielleicht doch irgendwann einmal wieder Musik machen könnte, oder nicht. Geplant war gewesen das ihn niemand dabei sah, das er nicht etwa am Nachmittag dort auftauchen würde, und somit einfach in die Arme der Leute die ihn nicht nur durch die Medien kannten, vor allem aber durch seine Musik. Hätte ich gewusst das meine Tanzlehrerin ein verrückter Fan war, der sogleich einen Tweet rausschicken würde wo sich Andy denn nun befand, hätte ich ihn gewarnt und gebeten erst spät Abends zu kommen, um auf Nummer sicher zu gehen. So aber saßen wir nun hier, hatten keine andere Wahl als zu warten und zu hoffen das sich alles irgendwie wieder beruhigte, und dabei war noch nicht einmal irgendetwas an den Gerüchten war. Mich machten jedoch noch nicht einmal die Gerüchte so wütend, viel mehr aber hasste ich die Tatsache das Menschen die mich lediglich ein oder zwei Mal angesprochen hatten, oder die mich Jahrelang ignoriert hatten als wir noch zur High School gegangen waren, plötzlich meinten meine besten Freunde sein zu können. Ich hatte gewusst dass Menschen zu solchen Dingen griffen um selbst an etwas Ruhm und Ehre zu gelangen, jedoch hatte ich wirklich nicht gedacht das ich jemals selbst damit in Kontakt kommen würde. Ich hatte ja noch nicht einmal gedacht das ich jemals mit Andy sprechen würde, und hatte eigentlich gedacht dass mein Angebot im Tattoostudio seines Bruders einfach nicht angenommen werden würde, weil ich lediglich ein Fan war der darauf hoffte das er irgendwann wieder das tun würde was ihm so viel Spaß bereitet hatte. Es würde aber nicht mehr so werden wie früher, und das wussten wir Beide. Fragend zog ich die Augenbrauen zusammen und zuckte die Schultern. "Muss es denn unbedingt so werden wie früher? Veränerung muss doch nicht zwingend etwas Schlechtes bedeuten", auch wenn ich verstand das es in diesem Fall wohl sehrwohl negativ sein würde, immerhin konnte er nichts mehr hören. "Ich meine, vielleicht wird es ja wirklich nie mehr so wie früher, aber das heißt doch nicht das es nicht wieder gut werden kann?" Wenn er verstand was ich meinte. Es gab doch so viele Menschen die irgendwelche Probleme hatten, irgendwelche Behinderungen davontrugen weil sie nicht aufgepasst hatten, oder irgendwie plötzlich eingeschränkt wurden. Er war doch nicht der Einzige, und auch wenn es sehr wahrscheinlich ein ziemlich dummer Zufall gewesen war das ausgrechnet er sein Gehör verlieren würde, bedeutete es doch nicht gleich das Ende. Weder für ihn noch seine Karriere. Ich seufzte leise und nickte etwas, bewegte mich aber nicht. "Darf ich dir irgendwann einmal jemanden vorstellen? Wenn sich alles wieder beruhigt hat meine ich", ich kannte Menschen die ihn vielleicht verstehen würden, die ihm vielleicht wirklich helfen könnten weil sie das selbe oder ähnliches durchmachten. Vor allem aber war ich mit eben diesen Menschen aufgewachsen, weil sie sozusagen zur Familie gehörten. Die Army war nun einmal eine ziemlich große Familie, und Verletzungen oder plötzliche Einschränkungen waren für Menschen dieser Art nichts besonderes, vor allem aber veränderten sie nicht einfach alles in ihrem Leben, obwohl es genau das tun sollte. Ich zuckte lächelnd die Schultern. "Du musst nicht, aber ich denke es könnte dir vielleicht helfen. Und dieses Mal musst du keine Angst haben von Fans überrannt zu werden", denn kein Paparazzi der Welt traute sich ein Rehabilitationsheim der Army zu überrennen. Und wenn doch, gab es doch keine Fotos und eine fette Geldstrafe.

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River Wintour
Vielleicht fehlte mir das nötige Wissen um Jax jemals glücklich machen zu können, oder ihm auch nur ansatzweise ein Leben bieten zu können in dem er nicht etwa tagtäglich mit seiner Vergangenheit und all den schrecklichen Dingen konfrontiert wurde die sein Vater und die Menschen um ihn ihm angetan hatten. Vielleicht bildete ich mir etwas ein, redete mir irgendetwas ein, in der Hoffnung dass diese Worte irgendwann einmal nicht mehr einfach nur leere Worte und Versprechen sein würden, sondern Wirklichkeit werden könnten, obwohl wir doch irgendwie Beide wussten dass ich niemals im Leben auch nur ansatzweise etwas bewirken könnte. Es tat mir im Herzen weh zu wissen das ich in diesem Fall einfach nur vollkommen nutzlos und viel zu naiv war um überhaupt zu wissen was ich denn überhaupt tun konnte das ihm helfen würde. Ich konnte ihm nicht helfen, oder aber er ließ sich noch nicht einmal von mir helfen. Diese letzten Monate, vor allem aber die letzten Tage hatten so sehr an meinen Nerven und an meinem Körper gezerrt, das ich noch nicht einmal mehr sagen konnte wann ich das letzte Mal eine ruhige Nacht gehabt hatte. Es war lange her, wahrscheinlich aber nicht so lange wie für Jax. Er war Alpträume gewohnt, wachte jede Nacht aufs Neue schwitzend und zuckend auf weil er Dinge durchlebte die kein Mensch durchleben sollte, und alles was es für mich brauchte war etwas Blut, Gerüche die für keinen Mensch angenehm sein könnten und all diese Gedanken die auf mich wirkten wie Messer die sich in meinen Körper und Kopf bohrten wann auch immer ich mich bewegte oder versuchte etwas auszurichten. Im Vergleich zu Jax hatte ich nichts erlebt das mir das Recht gäbe mich zu beschweren, oder auch nur irgendwie zu zucken, oder gar Schlaflose Nächte hinter mich zu bringen, jedoch funktionierte es nicht so. Niemand verdiente sich Schmerzen, Alpträume oder dergleichen. Niemand hatte es verdient tagtäglich die Hölle zu durchleben, nur um irgendwann vielleicht ein normales Leben führen zu können. Und niemand hatte das Recht jemanden dafür zu verurteilen, was er erlebt hatte. Müde ging ich am Mülleimer in die Hocke, ließ den Kopf nach vorne fallen und sank letzten Endes ganz zu Boden. Ich seufzte, schloss die Augen und schluckte schwer. Die frische Luft tat gut, jedoch war sie nicht annähernd so beruhigend auf meinen Magen oder gar meinen Körper das ich sagen konnte das es mir wieder gut ging. Es ging mir schon lange nicht mehr gut, zugeben jedoch würde ich es nicht. Weil wenigstens einer von uns den Anschein machen sollte das alles irgendwie in Ordnung war, oder wenigstens wieder gut werden würde. Vorsichtig zog ich aus meiner Jackentasche ein zerfleddertes altes Stück Papier, das eindeutig schon bessere Tage gesehen hatte, und mir doch irgendwie das Gefühl gab noch in der Realität zu sitzen. Ich hob es an meine Nase, alles was ich jedoch roch waren die Verbände und das Wundsekret das ihren Geruch an meinen Fingern hinterlassen hatte, sodas ich meine Finger schnell wieder sinken ließ. Mein Leben war so ziemlich auf den Kopf gestellt worden, so vollkommen und ohne jegliche Vorwarnung, und vielleicht sollte ich Jax dafür verantwortlich machen, aber ich konnte ihm noch nicht einmal wirklich böse sein. Da war einfach nur noch diese Wut auf die gesamte Welt, auf meine Eltern und meinen Bruder, auf Jax und meine Freunde, und alles und jeden der mir jemals in meinem Leben begegnet war. Gott noch nicht einmal der Postbote den ich vor drei Jahren heimlich angebetet hatte weil er so unglaublich gut ausgesehen hatte, der mich aber nie auch nur irgendwie angesehen hatte, war vor meiner Wut verschont! Ich schob den zerfetzten Brief zurück in meine Tasche, raufte mir die Haare und schüttelte den Kopf, ehe ich mich daran machte ein paar Äste und Blätter in den Mülleimer zu werfen, um die Verbände wenigstens etwas zu verstecken. Ich atmete noch einmal tief ein, schob meine Hände in meine Jackentaschen und lief erst zurück zu unserem kleinen Hippiebus als ich mir sicher war das man mir nicht etwa gleich ansehen konnte wie schwer mir das alles hier eigentlich fiel. Langsam ließ ich mich neben Jax an den Rand des Kofferraums sinken und legte den Kopf in den Nacken. Vielleicht war das Leben einfach nicht fair. Und vielleicht bekam man nicht nur das was man verdient hatte, sondern musste einfach damit Leben das einem das Leben nie etwas schenkte. Und vielleicht hatte ich in meiner eigenen kleinen Blase gelebt, in der nichts schlimmes passiert war, bis plötzlich jemand aufgekreuzt war und meine Blase zerplatzt war. Und vielleicht war das hier die Quittung dafür, das ich viel zu lange nicht hingesehen hatte. Im Moment jedoch wusste ich nicht ob ich jemals damit klar kommen würde, oder ob ich mir nicht einfach irgendwie einreden könnte dass das alles hier gelogen war. Im Moment hatte ich nämlich einfach nur noch das Gefühl als wäre das alles hier viel zu viel für einen einzigen Menschen zu tragen, und auch wenn Jax bei mir war und alles irgendwie ein kleines bisschen besser machte, schien das Leben doch schon ziemlich grausam zu sein. Vor allem aber verdammt unfair und verdammt dunkel.

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Leandrew "Andy" Nashfield
Das alles war absolut scheiße gelaufen. Ich steckte richtig in der Klemme. Mein Manager würde sich erst morgen um all das kümmern können und bis dahin könnten die Gerüchte weltweit ein immenses Ausmaß haben. Andy Nashfield spielt wieder. Er arbeitet an einem neuen Album. Er geht wieder auf Tour! Glaubte die Welt das wirklich? Mein Verschwinden war ziemlich breit getreten worden. Man hielt mich für tot, krebskrank, faul oder eben taub. In jedem dieser Fälle würde ich doch nicht wieder auf die Bühne treten! Gut, in letzteren beiden vielleicht... Ich überlegte ja! Ich wollte doch, aber... es ging eben nicht. Ich konnte nicht hören, wie sollte ich da Musik machen? Ja, ich hatte sie heute im Tanzstudio gespürt, aber es änderte nichts daran. Nie wieder würde ich dorthin zurückkehren können ohne erwischt zu werden und wo sollte ich sonst so laut proben können? Es war vorbei. Diese einmalige Chance hatte sich vertan. Wer wusste schon, ob ich überhaupt lernte wieder zu sprechen? Ja, ich konnte es, aber es hörte sich an, als würde ich etwas im Mund haben. Ich klang furchtbar. So würde mich doch niemand singen hören wollen. Ich klang... einfach behindert. Und das war ich ja auch. Behindert. Eingeschränkt. Taubheit war eine Behinderung und ich weigerte mich diese als solche anzuerkennen. Deswegen sprach ich nicht. Weil ich normal sein wollte. Na ja, so normal wie es eben ging. Normal war ich ja noch nie gewesen und das würde ich auch nie sein. Vielleicht irgendwann, wenn die Menschen sich nicht mehr an meinen Namen erinnerten. Ich schaute mich im Spiegel an. Mein Gesicht war vor Scham beinahe so rot wie meine Haare. Ich atmete tief durch und schüttelte bloß leicht den Kopf, ehe ich mein Handy wieder zur Hand nahm. Selbst wenn ich es diesmal fehlerfrei ausgesprochen hätte, es war abgehackt, langsam und absolut nicht so wie meine Texte es waren. Ich sang schnell und fließend. Zumindest hatte ich es so gemacht. Hip Hop, Pop und Rap zu mischen war mein Markenzeichen. Ich konnte jetzt nicht nur Balladen rausbringen. Klar, die waren hauptsächlich im Radio gelandet, aber es war nicht das gleiche Gefühl gewesen sie auf der Bühne zu singen wie die anderen Lieder voller Kraft und Leidenschaft. "Es wird so oder so nicht mehr wie früher.", tippte ich für Siri. Würde es mich überhaupt glücklich machen? Es zu versuchen und dann nur halbe Sachen zu machen? Vielleicht würde ich dadurch nur die guten Erinnerungen zerstören und als der gescheiterte, kaputte Künstler gelten, der nicht wusste, wann es vorbei war. Vielleicht wollte ja auch niemand einen tauben Sänger sehen... "Lass uns schlafen gehen." Ich wollte mir nicht weiter Gedanken darüber machen müssen. Morgen würde mein Manager mich aus der Affäre ziehen und dann würde es um mich herum wieder still werden. So totenstill wie immer.

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Jackson "Jax" McCoy
Das hier von ihr zu verlangen war schlimm. Der Geruch allein war widerlich. Ich hätte auf der Stelle loskotzen können, aber ich wurde es eben nicht los. Egal wo ich hingehen würde, der Geruch von verbranntem Fleisch würde mir folgen, weil es eben mein Fleisch war. Und das machten mir die Schmerzen auch nur zu sehr bewusst. Es war ein ekelhaft matschiges Geräusch, als die versifften Verbände sich von meiner heilenden Haut lösten und auf einen Haufen geworfen wurden. Wie sie die Ruhe bewahren konnte, war mir ein Rätsel. Ich hatte ihr seit sie bei mir war, so viel zumuten müssen. Das hier hätte ich gern selber gemacht, aber ich war mir ziemlich sicher, dass ich es nicht gekonnt hätte. Meine Haut war verbrannt und sie spannte beim verheilen. Jede Bewegung tat weh und seinen ganzen Oberkörper mit Verband zu umwickeln benötigte eben viel Beweglichkeit und Rotation. "Schlimmeres gesehen, aber nicht gerochen. Und das Schlimmere war mein Rücken, den die auswaschen und vernähen musstest.", erinnerte ich sie. Es war beides meine Schuld gewesen. Wegen mir erlebte sie all diese Traumata, die sie sicher erfuhr. Ob sie nachts dennoch gut schlief? Es war unbeschreiblich, was ich ihr alles bereits angetan hatte. "Ich kriege das schon hin. Du hast genug getan.", flüsterte ich und begann vorsichtig meinen rechten Arm irgendwie in den weißen, rauen Verband einzupacken. Bereits morgen würde er wieder an meiner Haut kleben und von Wundsekret aufgeweicht sein. Deswegen würden wir ihn da bereits wieder wechseln müssen. Ich schaute zu ihr hoch, als sie die Tüte mit all den blutigen Verbänden nahm. "Schmeiß sie in einen Eimer abseits und wirf am besten ein paar Äste oder etwas Laub drüber, damit man sie nicht findet." Sie würden eine Spur hinterlassen, wenn man hier nach uns suchen würde. Mit dem Laub wäre es nicht allzu offensichtlich, wenn man in den Eimer sah. "Und bleib etwas länger draußen. Schnapp etwas frische Luft, ich lüfte den Bus, wenn ich fertig bin." Es wäre besser, wenn sie sich etwas beruhigen könnte und dann in einen nicht mehr so widerlichen stinkenden Bus zurückkehren musste. Außerdem war ich mir ziemlich sicher, dass ich einige Momente für mich brauchte, um mich an den Schmerz soweit zu gewöhnen, den die Säuberung der Wunden und der raue, an meinen Blasen reibende Verband, auslöste. Ich schlang den Verband um meinen Arm, wickelte ihn bis zu meinem Ellenbogen ab und fixierte ihn dann um meine linke Schulter herum, damit er nicht rutschte, ehe ich ihn feststecke. Danach drehte ich den Schlüssel in der Zündung um, fuhr die Fenster herunter und öffnete den Kofferraum. Die Türen ließen sich nicht öffnen, da wir wirklich direkt neben zwei Wohnwagen geparkt hatten, um zwischen ihnen zu verschwinden. Ich setzte mich an den Rand des Kofferraums und atmete ein wenig frische Luft ein. Mein Magen fühlte sich immer noch seltsam gereizt an. Dieser Geruch meiner eigenen Haut, war einfach nur abartig.

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Jeremio Tiyam
Ich sah sie an und nickte dann. „Genau. Ich halte mich lieber zurück, als wenn ich dann meine Freundin vernachlässige. Ich habe gelernt, dass jeder Moment mit einem Menschen, der dir viel bedeutet, sehr wichtig ist. Denn irgendwann ist es zu spät und man hat zu wenige Momente gehabt“, erwiderte ich und lächelte sie an. Ich wusste nicht, ob sie das verstehen würde. Aber ich hatte schon einen Menschen verloren, der mir sehr wichtig gewesen war. Nun stand der zweite Mensch, der einen sehr wichtigen Platz in meinem Leben hatte, an der Klippe und wartete nur darauf vom Tod hinunter gestossen zu werden. Ich seufzte leise und wollte Einwände erheben, als sie sagte, dass sie zahlen wollte. Doch sie zahlte schon und ich konnte nichts mehr dagegen tun. Ich musste grinsen und nickte dann. „Ja, das werde ich auf jeden Fall tun“, meinte ich und sah sie an. Immerhin war sie meine Angestellte und dann sollte ich doch zahlen und nicht sie. Immerhin hatten wir uns beide darauf geeignet, dass wir hier essen würden. Daher wäre es nur gerecht gewesen, wenn wir beide gezahlt hätten.
Ich ging ihr hinterher, aus dem Imbiss raus. Ohne zu zögern zog sie mich hinter sich her. Es war ein komisches Gefühl. Immerhin kannten wir uns noch nicht lange und dennoch hatte ich sie auch schon in Unterwäsche gesehen – ein sehr verlockendes Bild. „Gute Idee“, stimmte ich ihr zu und wir kamen beim Park an. Ich bleib stehen, als sie ebenfalls stehen blieb und wartete geduldig bis sie ihre Schuhe auszog. „Diese Dinger sehen ja verdammt heiss aus an euch, aber ich würde die nie anziehen. Tun diese nicht höllisch weh?“, fragte ich sie breit grinsend. Sie sah wirklich verdammt gut aus. Ihre Beine und auch ihr Po kamen sehr gut zur Geltung. Sie lief auf dem Rasen, während wir weiter durch den Park liefen. Ich seufzte leise auf und genoss die frische Luft, die langsam wieder meinen Kopf klärte. „Langsam habe ich das Gefühl, dass Sex eines deiner Lieblingsthemen ist“, erwiderte ich breit grinsend und sah sie an. „Nein, natürlich nicht“, ich lachte leise und sah sie an. „Es war schön… auf seine ganz eigene komische Art halt. Halt ein bisschen verklemmt, unsicher, aber schlussendlich… doch irgendwie schön“, meinte ich und musste sie angrinsen. „Und bei dir so? Was bist du überhaupt so ein Typ im Bett?“, fragte ich sie breit grinsend. Eigentlich konnte ich es nicht glauben, dass ich mit meiner Angestellten so viel über Sex redete. Aber es konnte natürlich sein, dass das auch daran lag, dass ich so lange keine Frau mehr gedatet hatte, geschweige denn Sex gehabt hatte. Das hiess jedoch noch lang nicht, dass ich mit ihr Sex haben würde. Von ihr musste ich die Finger lassen. Sie war meine Angestellte und ich ihr Boss.

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Chloé Viola
Ich hob überrascht eine Augenbraue, als er so gereizt reagierte und sogleich darauf einen grösseren Abstand von mir nahm. Ich seufzte leise und sah ihm direkt in die Augen, als er meinte, dass er eines klarstellen müsste. Er lief zum nächsten Baum, der den Weg zurück zeigte. Ich hob abwartend eine Augenbraue und wartete darauf, dass er weiter redete. „Ich bin kein schwacher Mensch“, stellte ich fest und sah ihm in die Augen. „Ausserdem mag ich es nicht bevorzugt zu werden, dann hat man es nicht selber erreicht“, stellte ich fest und sah ihn an. Ich lief langsam hinterher und dann brachte er mich doch wenigstens ein bisschen lachen. „Ich wäre mir da nicht so sicher. Vielleicht bin ich ja schlussendlich die dominante“, erwiderte ich und ich musste leise auflachen. Ich wusste nicht recht, ob es eine gute Idee war, wenn ich mich darauf einlassen würde. Doch es war schwierig zum Einschätzen. Ich seufzte leise auf und folgte ihm dann hinterher. „Ich glaube auch nicht, dass ich dir gehorchen würde. Ich befolge deine Befehle im Beruf, aber privat habe ich es nicht gerne, wenn man mir Befehle oder Vorschriften macht“, meinte ich und grinste sie an. Wir kamen wieder bei seinem Auto an. „Was hast du denn heute noch so vor? Arbeit?“, fragte ich ihn. Ich konnte mir wirklich vorstellen, dass er viel arbeitete. Gut, das tat ich eigentlich auch, wenn ich die Möglichkeit dazu hatte. Nur hielt sich diese Möglichkeit gerade ziemlich in Grenzen. Zuhause würde ich vielleicht noch ein paar Runden rennen gehen und danach würde ich die Anzeigen durchgehen, um irgendwelche Rollen zu finden, zu denen ich vorsprechen konnte. Ich musste momentan meiner Karriere unbedingt wieder einen Schub verleihen. Ansonsten würde ich es nicht schaffen. Sonst musste ich mich irgendwie umschulen lassen. Das wollte ich nicht unbedingt. Ich wollte dieses Ding erreichen.

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Leon Sergan
Ich nickte und wartete ihre Bestellung, worauf ich die Situation sogleich nutzte und mir ebenfalls einen Kaffee bestellte, aber einen starken. Ich hob den Blick, als sie mich fragte, wie ich überhaupt hiess. „Leon und du?“, fragte ich sie und musterte sie. Sie kam echt wie ein Mauerblümchen hinüber. So brav und als hätte sie noch nie irgendwas Unrechtes getan. Das konnte ich jedoch nicht glauben. Jeder hatte schon einmal etwas Unrechtes getan. Das tat jeder in seinem Leben. Doch sie? Ich konnte es nicht einschätze. Sie hatte schon ein schlechtes Gewissen gehabt, weil sie keinen Job hatte. Dabei war das doch inzwischen total normal. Es war ganz normal, wenn man für ein paar Wochen oder paar wenige Monate arbeitslos war. Ich seufzte leise und fuhr mir durch das Haar. Ich hatte schon viel Falsches getan und ich hatte würde auch in Zukunft noch viel Falsches tun. Ich kam einfach nicht von diesem Zug los und das wäre in Zukunft auch noch so. Ich seufzte leise und sah sie an. „Du tauchst also öfters so wie es ausgehen hat?“, versuchte ich das Gespräch wieder aufzunehmen und sah sie an.

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River Wintour
Ja, lautete seine Antwort. Ja, er dachte das es mich glücklicher machen würde, wäre er einfach nur ein ganz gewöhnlicher Mann. So normal das ich ihn meinen Eltern vorstellen könnte ohne Angst haben zu müssen, das sie ihn hassten weil seine Hände Abdrücke auf meiner Haut hinterlassen hatten. So normal das ich mein Leben nicht aufgeben hätte müssen, so normal das er mich nicht verletzten würde obwohl er nichts so sehr vermeiden wollte. Das wir ins Kino gehen könnten, oder er meine Freunde kennenlernen könnte. Und natürlich konnte ich ihm nicht sagen das ich nicht alles dafür geben würde um es zu ändern, so dass er ein gewöhnlicher Mann war und wir all diese Dinge tun könnten - aber es war nun einmal einfach nicht möglich. Er war kein normaler Mann, mit dem ich ins Kino könnte oder jemand der meine Freunde und Familie treffen konnte. Das war er nicht, und das war für mich in Ordnung. Vielleicht aber war es eben das nicht, und wir sollten irgendeinen Weg finden ihm all diese Dinge zu lernen. Vielleicht sollten wir einen Weg finden um ihm diese Flashbacks und Erinnerungen irgendwie auszutreiben, und seine Vergangenheit eben dort ruhen lassen. Ob ich dachte das ich ihn wieder hinbekommen würde? Nein. Nein, ich war mir ziemlich sicher das ich kläglich daran scheitern würde, immer und immer wieder, bis wir irgendwann einen Weg gefunden hätten der möglicherweise der Richtige war. "Ich bin mir sicher das wir das schaffen können", antwortete ich ihm sanft lächelnd. Nicht ich alleine würde ihn hinbekommen und ihn für ein Leben in der Gesellschaft oder gar Stadt vorbereiten. Ich war mir ziemlich sicher das er dort nicht glücklich werden könnte, und ich würde es ihm wohl auch niemals einfach so vorschlagen, jedoch wollte er doch scheinbar ebenso sehr dass er einfach nur normal war - wenn nicht sogar so viel mehr als jeder andere Mensch. Er wollte normal sein, das war alles was er wohl sein ganzes Leben über gewollt hatte. Stattdessen aber war er schwer verletzt, konnte nicht in die Stadt und wer wusste was genau in seinem Kopf in diesem Moment durchging. Ich schluckte schwer, als ich die ersten offenen Wunden und Verbrennungen zu sehen bekam, denn auch wenn ich gedacht hatte das es niemals so schlimm werden könnte wie die Vorstellung in irgendeiner offenen Wunde herumzugraben als wäre es Erde, war das hier doch mindestens genauso schlimm. Er roch widerlich, sah mindestens genauso schlimm aus und ich war mir verdammt nochmal sicher dass er die Schmerzen seines Lebens hatte. Immer noch, oder aber schon wieder. Wie lange ich brauchte um alles zu säubern und schließlich neu zu verbinden, wusste ich nicht - ich wusste nur das ich wahrscheinlich eine ganze Weile bräuchte um diesen Anblick zu vergessen. Gott, wie sollte ich bitte schlafen können? Dennoch würde ich nicht zugeben das es schlimm war. Ich würde nicht vor ihm zugeben das es .. schlimm war, und ich keine Ahnung hatte wie ich damit umgehen sollte. Gott ich wollte ihm doch nicht noch mehr das Gefühl geben das er schlecht für mich war, wenn er genau das doch nicht war. "Ich hab schon Schlimmeres gesehen", versicherte ich ihm und zuckte knapp die Schultern. Er nahm mir jedoch auch schon den letzten Verband ab und meinte er könne seinen Arm selbst verbinden. Schneller würde es wohl aber gehen wenn ich das übernehmen würde. "Wenn du Hilfe brauchst sagst du es, okay?" Ich war mir ziemlich sicher das er sich nicht völlig nutzlos fühlen wollte, weshalb ich von der Rückbank eine Plastiktüte holte und die alten Verbänd hineinstopfte. Die mussten hier unbedingt raus, und zwar sofort - hier stank es, und ich hatte wirklich keine Ahnung ob ich überhaupt schlafen könnte wenn ich noch nicht einmal richtig atmen konnte ohne befürchten zu müssen mich zu übergeben. "Ich werfe das nur weg", ich hob die Plastiktüte etwas an, kletterte zurück zur Kofferraumtür und schob diese leise auf. Wer wusste schon wie spät es war, oder was dort draußen auf uns wartete. Augenblicklich schlug mir die frische Luft entgegen, und ich atmete tief ein. Scheiße, frische Luft hatte wohl noch nie so gut getan wie in diesem Moment. Ich ließ die Tür offen stehen, lief die wenigen Meter bis zum Mülleimer und stopfte die alten Verbände hinein. Etwas frische Luft würde wohl allen gut tun. Auch Jax.

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Isabella "Izzy" Walters
Ich war mir ziemlich sicher das Andy nicht geplant gehabt hatte, diesen Tag heute so enden zu lassen. Er hatte nicht von den Fotografen und Journalisten gesehen werden wollen, viel mehr aber hatte er aber einfach endlich den Mut gefunden das zu tun was ich ihm schon vor einer Weile vorgeschlagen hatte. Möglicherweise - oder ziemlich sicher - hatte er nicht sonderlich darüber nachgedacht wann er denn am Besten im Tanzstudio auftauchen sollte, aber ich konnte es ihm wohl kaum übel nehmen. Vielleicht hatte er auch einfach für einen kurzen Moment vergessen wer er war, und wie die Welt auf ihn reagierte wann auch immer er in der Öffentlichkeit auftauchte. Dachte er denn wirklich das ich etwas dagegen hatte mit ihm in dieser Situation zu stecken? Himmel, er ließ es ja schon fast so klingen als wären wir gerade dabei zu sterben! "Ich habe nichts dagegen mit dir in der Situation zu stecken. Ich bin nur nicht gerne das Ziel von irgendwelchen Leuten die ich nicht kenne", das war ich noch nie gerne gewesen. Das war wohl ein weiterer Grund weshalb ich das Tanzen auf Proffesioneller Ebene gelassen hatte, und lieber als Verkäuferin und Putzfrau Geld sparte um mir später ein eigenes Studio leisten zu können. Einfach nur weil ich nicht gerne von unbekannten, erwachsenen Männern verfolgt wurde, die für Fotografien von mir unmengen an Geld bekamen - das war nichts für mich. Ich hasste es ja sogar wenn mein Vater uns zu irgendwelchen Gala oder Bällen der Army mitnahm, dort fand man nämlich mindestens genauso viele Fotografen die ich einfach nicht kannte. Andy könnte Michael Jackson sein, und ich wäre immer noch nicht gerne in dieser Situation mit ihm - auch wenn ich wirklich nichts dagegen hatte einfach etwas Zeit mit ihm zu verbringen, und genau das konnten wir gerade. Möglicherweise war der Grund dafür ziemlich mies, aber wahrscheinlich hätten wir ohnehin nie die Chance gehabt uns irgendwann einmal wirklich zu unterhalten. Ich nahm mir ja sogar die Freiheit und bat ihn darum zu reden, obwohl er es nicht gerne tat. Oder sich einfach dafür schämte. Und obwohl er sich sehr wahrscheinlich unwohl fühlte bei dem Gedanken vor mir - oder überhaupt jemandem - zu sprechen, versuchte er es wirklich. Ich wusste wirklich nicht weshalb er sich die Mühe gab, und meinen Versuch mitmachte obwohl er noch nicht einmal wollte das seine Brüder mitbekamen das er noch sprechen könnte. Zwar bat er mich darum den Satz ein weiteres Mal zu wiederholen, jedoch war es mir das allemal wert. Ein breites Grinsen legte sich über meine Lippen. Ich hatte doch gesagt er müsste nur aufmerksam darauf achten wie er Lippen und Zunge bewegte, dann könnte man es gar nicht mehr merken. Und ich war mir verdammt nochmal sicher dass er es mit nur etwas Übung hinbekommen könnte einfach nur normal zu sprechen, und nicht etwa zu klingen wie ein Frosch. "Du musst nur üben", so wie er das Gitarre spielen und singen hatte üben müssen um überhaupt soweit zu kommen wie er heute gekommen war.

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Jackson "Jax" McCoy
Dachte ich, dass es sie glücklicher machen würde, wenn ich ein ganz normaler Kerl wäre? "Ja." Es war eine ganz einfache Antwort. Natürlich wäre sie dann glücklicher. Klar, es wäre vielleicht auch manchmal langweilig, aber sie konnte mir nicht das Gegenteil beweisen. Sie würde lügen, würde sie sagen, dass sie so hundertprozentig glücklich war und dass sie nichts an unserer Situation ändern wollen würde. "Du könntest mich deiner Familie vorstellen und sie würden mich nicht hassen. Du hättest dein Leben nicht aufgeben müssen. Ich würde dir nicht ständig weh tun, obwohl ich es nicht will. Ich könnte dich auch mal ins Kino ausführen, deine Freunde kennenlernen. Du kannst mir nicht erzählen, dass du das nicht ändern würdest, wenn du könntest." Vielleicht hätte ich dort bleiben sollen. Vielleicht hätte ich mich durch Elektroschocktherapie oder sonst einem Scheiß heilen lassen sollen. Vielleicht hätten sie es hinbekommen. Eventuell hätte ich ihr ein Leben bieten können, das sie verdient hätte und nicht... all das hier. Ich seufzte und rieb mir kurz über die Augen und nickte. "Du denkst du kriegst mich wieder hin, ja?" Das hatte sie schon einmal gesagt. Kurz bevor ich alles kaputt gemacht hatte. Ich seufzte und legte meine Arme um sie, vergrub meine Finger leicht im Stoff ihrer Jacke und sog ihren Duft ein, als wäre es vielleicht das letzte Mal. Wer wusste schon wie lange sie mir noch blieb? Ich schluckte und löste mich von ihr, als ihre Finger meinen Pullover packten. Vorsichtig zog sie ihn über meinen Kopf und ich hob keuchend die Arme. Die Verbrennungen waren ziemlich stark. Ich hatte mitten in einem Feuerball ein menschliches Schutzschild gespielt. Ich hatte gebrannt! Natürlich hatte ich also Schmerzen. Auch jetzt - nach wenigen Tagen. Ich atmete tief durch, als sie die Verbände abzog. Sie klebten an meiner Haut. Die Brandblasen waren teilweise aufgegangen und Eiter, Wundsekret und -nässe hatten den Verband an meiner geschundenen Haut kleben lassen. Mein halber Oberkörper, mein Hals und mein Arm waren davon betroffen. Ich biss die Zähne aufeinander, als sie mit dem Desinfektionszeug begann die Wunden zu säubern. Sie wusch die offenen Brandblasen aus, warf die blutigen Tüchter zu den Verbänden und nahm es alles in allem ziemlich gelassen, obwohl wieder der gesamte Bus nach verbranntem Fleisch und Sekret roch. Ich riss mich stark zusammen, als sie begann die neuen Verbände um meinen Oberkörper zu schlingen. Meine Schultern, meine Brust, mein Bauch, waren bedeckt mit weißen, frischen Verbänden. "Tut mir leid, dass du das sehen musstest." Ich wusste, dass es kein schöner Anblick war. Ganz im Gegenteil. Ich würde es ihr nicht einmal übel nehmen, würde sie sich sofort übergeben. Allein der Geruch reichte für mich aus. Ich seufzte tief und versuchte mich etwas zu entspannen, ehe ich mich wieder zu ihr umdrehte und ihr den letzten Verband abnahm. "Den Arm schaffe ich allein... Danke."

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River Wintour
Immer wieder aufs Neue gab er sich die Schuld an den schrecklichen Dingen, die passierten. Ob er nun wirklich etwas dafür konnte das ich nicht etwa so glücklich wie vor einigen Monaten war oder nicht, konnte er doch gar nicht wissen. Möglicherweise hatte er ja Recht, und ich war verrückt zu glauben dass er nichts dafür konnte das ich in diesem Moment nicht etwa so glücklich wie vor einigen Monaten noch sein konnte, um ehrlich zu sein machte es seine Anwesenheit jedoch erträglicher. Die Tatsache dass er hier war, bei mir - wenn auch verletzt - machte alles so ein kleines wenig erträglicher und nicht ganz so schlimm. Ich wollte mir nicht vorstellen wie ich mich fühlen würde, hätte er mich nicht etwa in den Wald geholt. Er hatte mich entführt, hatte mich betäubt und mir noch nicht einmal die Chance gegeben selbst zu entscheiden ob ich mit ihm eine Auszeit nehmen wollte - und trotzdem war ich froh darüber das er es getan hatte. Irgendwie zumindest. Ich hätte niemals freiwillig eine Auszeit genommen, hätte nie im Leben auch nur daran gedacht meinen eigenen Gedanken irgendwie etwas Freiraum zu geben um über den Tod meines Bruders hinweg zu kommen, und auch wenn ich mir bis heute keine wirklichen Gedanken darüber gemacht hatte, fühlte es sich nicht ganz so schlimm an wie noch vor einiger Zeit als mein Kopf erst hatte verstehen müssen das jemand für den ich alles geben würde, nicht mehr atmete. Jax jedoch dachte dass er die Schuld daran trug dass ich nicht so glücklich war, wie ich sein könnte. Er dachte das er Schuld daran war das so viele Dinge passiert waren, die einen nicht glücklich stimmen konnten. Ich schluckte und sah ihn an. "Denkst du denn wirklich das es mich glücklicher machen würde wenn du dich zur Normalität zwingen musst? Ich will nicht das du dich zu etwas zwingen musst, das du nicht bist, nur um mich glücklich zu machen", sagte ich leise. Okay das klang nun durchaus anders als in meinem Kopf. Knapp nickte ich. Ich wusste das er es wohl nicht nur wegen mir tun würde, jedoch hatte er bis jetzt immer gedacht das er es nicht wert war auch nur irgendwie zu atmen - weshalb dachte er plötzlich das er ein Leben ohne Flashbacks, eines in dem er ein friedliches Leben führen konnte, verdient hatte? Ich war froh, so froh wie man nur sein konnte wenn jemand zu verstehen schien das er sich etwas eingeredet hatte das einfach nicht der Wahrheit entsprach, jedoch verstand ich diesen plötzlichen Umschwung seinerseits nicht. Und vielleicht war es noch nicht einmal an mir zu entscheiden wozu er sich entscheiden sollte, oder was er von Schmerzen nehmen konnte. Wenn er normal sein wollte, weil es ihn glücklich machen könnte, dann würden wir eine Lösung finden. Irgendwie - in einem Krankenhaus jedoch würden sie ihm nicht helfen können. Dachte er denn wirklich das man ihm dort hätte helfen können? Gott, dann hätte er das doch auch sagen können bevor wir aus dem Krankenhaus geflüchtet waren wie Verbrecher! "Wir finden eine Lösung Jax, wenn du das wirklich willst, dann finden wir eine Lösung", sagte ich leise und lächelte knapp. Wir würden eine Lösung finden, so wie wir bis jetzt immer eine Lösung gefunden hatten wenn eine nötig gewesen war. Für einen Moment schloss ich die Augen und genoss seine sanfte Berührungen, atmete seinen Duft ein. Mein Körper fühlte sich so schwer an, wie bereits die letzten Tage, und auch wenn ich wirklich versucht hatte nicht zu müde zu wirken, war ich mir ziemlich sicher das es nichts brachte. Ich war müde, hatte eine ganze Weile nicht mehr sonderlich viel oder gut geschlafen, und selbst das Essen fiel mir schwerer als gedacht. Ich lachte leise auf und zuckte die Schultern. "Dann bin ich verrückt", erwiderte ich leise und sah Jax an. Ich nickte leicht, und nahm ihm die Verpackung mit den Verbänden ab. Er war ebenso müde wie ich, wenn nicht sogar noch müder. Vorsichtig zog ich ihm den Pullover aus, und begann den Verband von seinen Verbrennungen zu lösen. Ich versuchte wirklich so vorsichtig und sanft wie nur irgendmöglich zu sein, und auch wenn ich bereits mitbekommen hatte wie schwer seine Verbrennungen gewesen warren, hatte ich keine Ahnung gehabt wie schlimm er eigentlich aussah.

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[Heey :) Hat jemand einen Chara frei? Würde mir gerne einen machen (:]

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Dinario „Dino“ Marquéz
Ich würde die ganzen Tage über hier keinen wirklichen Sport betreiben. Na ja, außer Matratzensport vielleicht. Das Modeln war zwar auch nicht ohne, aber es war eben kein Leistungssport. Wenn die Shootings erst einmal angefangen hatten, würden wir auch nur die Abende haben und da würde sie wohl kaum mit mir ins Fitnessstudio gehen. Also musste ich diesen Tag doch nutzen! Heute wäre der einzige Tag der vier Arbeitstage, an dem wir den Nachmittag frei hatten. Ich würde diesen gern nutzen. Wann konnte man auf Hawaii schon einmal Beachvolleyball spielen und dafür sogar mehr oder weniger bezahlt werden? Außerdem würde es doch sicher Spaß machen. Wir könnten uns im Meer abkühlen gehen, würden in der Sonne sein und etwas für unseren Körper tun. Das klang doch super! Ich verstand wirklich nicht wieso sie so kindisch versuchte mich mit ihren großen Kulleraugen umzustimmen. Es würde ihr schon Spaß machen! Dafür würde ich höchstpersönlich sorgen. Das glaubte sie mir scheinbar aber auch, sodass ich wenige Minuten später zufrieden grinsend und umgezogen mit ihr zum Strand ging. Es war verdammt heiß hier draußen und ich war mir ziemlich sicher, dass ich im Laufe des Spiels das Tshirt, das ich trug, noch ausziehen würde. Ich steuerte bereits ein leeres Feld an, als sich ein junger Mann in unseren Weg schob. Gut, man spielte Beachvolleyball nicht unbedingt allein, aber ganz sicher auch nicht mit irgendwelchen Fremden, die definitiv nur darauf aus waren mir meine Freundin – äh… Lucie – auszuspannen. Was glaubten sie denn? Dass wir bloß gute Freunde waren und ich gern dabei zusah wie dieser Junge sich an sie ranmachte? Gut, eigentlich sollten wir wirklich nur Freunde sein, aber seine Taktik gefiel mir dennoch nicht. Wie konnte er so dumm sein zwei Leute, die zusammen hier waren, in verschiedene Teams aufzuteilen? Hätte ich das Recht dazu und wäre Lucies fester Freund, hätte ich diesem Wichser längst alle Zähne aus seinem verdammten Maul geschlagen. Dreister als einem Typen mitten am Strand die Frau abzugreifen, konnte man ja nicht sein! „Du glaubst wirklich du kannst gewinnen?“, fragte ich Lucie und hob eine Augenbraue, ehe ich mich umdrehte. Zähneknirschend ging ich rüber zum anderen Kerl und schnappte mir den Ball. Es war meine Idee gewesen herzukommen und ich würde mir das sicher nicht vermiesen lassen. Ich würde dieses verdammte Spiel gewinnen und danach mit Lucie wieder abhauen. Zu gern hätte ich diesem Kerl eine Lektion erteilt, aber dazu hatte ich wohl kein Recht. Ich war nicht mit Lucie zusammen… Wir spielten eine lange Partie und wenn Lucie den Ball herüberspielte, ließ ich ihn ab und zu durchgehen. Bei Ryan war das anders. Ich schmetterte ihm die Bälle praktisch vor die Füße. Erst recht, wenn er sich zu Lucie umdrehte und sie so dämlich angrinste. Gott, konnte er das mal lassen? Er provozierte mich damit ohne es zu wissen. Deswegen rechnete er auch nicht mit dem harten Ball, der direkt auf seiner Kopfhöhe geflogen kam und ihn traf. „Au scheiße Mann! Pass doch auf!“, beschwerte er sich mit verzerrtem Gesicht, während er sich den Hinterkopf rieb. „Vielleicht solltest du lieber auf das Spiel aufpassen, anstatt meiner Freundin schöne Augen zu machen.“, keifte ich zurück. Hatte ich gerade „meine Freundin“ gesagt? Ups… aber nun gut. Wenn er es anders nicht verstand. Vergeben war sie ja sowieso.

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Jackson "Jax" McCoy
Sie war so glücklich wie sie sein konnte, wenn man bedachte, was in den letzten Monaten passiert war. Ja. War es nicht genau das, was ich meinte? "Bis auf den Tod deines Bruders habe ich bisher jedes schlechte Ereignis in den letzten Monaten verursacht. Das alles hat dein Glück eingeschränkt und wäre ich einfach ein typ gewesen, den du auf der Straße kennengelernt hättest, wärst du jetzt sicher weitaus glücklicher. Darum geht es mir doch. Ich möchte, dass du so glücklich bist wie du sein kannst und wenn ich das durch Normalität erreichen kann, dann... dann wäre es mir die Schmerzen wert. Ich würde alles tun, das weißt du doch. Auch, wenn du mich nicht darum bittest." Sie zwang mich keineswegs dazu. Ich wollte das machen, damit sie glücklich war. Niemand würde mich hierzu zwingen. Es wäre allein meine Entscheidung, weil ich die Frau meines Lebens glücklich machen wollte. So gut ich es eben konnte und mit allem, was ich ihr bieten konnte. "Nein, du wärst mir nicht böse... aber ich möchte es gerne tun. Die Flashbacks machen mir ja nun auch nicht unbedingt Spaß." Sie zu bekämpfen würde zwar schlimmer werden, aber ewig konnte sie doch nicht so bei mir leben. Irgendwann würde ich etwas enden müssen. Ein Leben mit einem Verrückten wäre auf Dauer viel zu anstrengend für sie. Und auch für mich. Ewig würde mein Körper das nicht mitmachen. Ich seufzte tief und strich mit meinem Daumen über ihren Wangenknochen, fuhr mit der Fingerkuppe auch leicht über ihre Lippen und lehnte meine Stirn dann wieder an ihre. Plötzlich war ich einfach nur noch müde, aber auch glücklich, weil sie eben etwas gesagt hatte, das mir wirklich viel bedeutet hatte. Das aber zugeben konnte ich nicht. Sie wusste es sicher, oder? Sie war ja nicht blind. Ich... war nur nicht besonders gut darin Schwäche zu zeigen. "Dann bist du genauso verrückt wie ich.", erwiderte ich nur schmunzelnd und ließ meine Arme langsam sinken. "Okay, hilfst du mir bei dem Verband? Ich will wirklich nur noch schlafen."

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Arielle Stonem
Wann auch immer ich darüber nachdachte eine Ausstellung auf die Beine zu stellen, bekam ich Muffensausen. Nicht weil ich nicht wusste wie ich es anstellen sollte meine Bilder und Gemälde auf eine schöne Art und Weise darzustellen und zu präsentieren, viel mehr aber weil ich bis heute keinen Weg gefunden hatte meine Ideen mit einzubinden und Realität werden zu lassen. Es fiel mir nie sonderlich schwer meine Fantasien auf ein Blatt Papier oder eine Leinwand zu projezieren, viel schwerer aber fiel es mir meine Ideen mit Worten auszudrücken und zu erklären. Jemanden, von dem ich nichts weiter als den Namen kannte, zu erklären wie ich mir meine Ausstellung vorstellte, fiel mir schwer. Jedoch nicht weil ich nichts über ihn wusste - diese Dinge hatten keinerlei Einfluss darauf, schließlich hatte es rein gar nichts damit zutun. Ich musste nicht wissen mit wem ich es zutun hatte um meine Ideen zurecht zu stutzen, das tat ich nie. Es ging mir um die Kunst, um das Gefühl das ich vermitteln wollte. Jedoch konnte es doch von Vorteil sein etwas über den Menschen zu wissen, der mir dabei helfen sollte meine Ideen und Fantasien in die Realität umzusetzen. Vielleicht aber war es auch einzig und alleine die Tatsache das ich nicht jemandem, von dem ich nicht wusste ob er meine Ideen und Sichtweise verstand, etwas für mich organisieren lassen wollte, das mich auf eine Art und Weise repräsentierte die die gesamte Welt sehen würde. Es war ein schwerer Schritt gewesen überhaupt einen Termin auszumachen und hier her zu kommen, schwerer jedoch fiel mir die Entscheidung ob dieser Mann der Richtige dafür war meine Fantasie Realität werden zu lassen. Mir gefiel jedoch das er nichts weiter zum Thema Höflichkeitsfloskeln sagte - lediglich dass ich ihn Illion nennen sollte, wenn er mich bei meinem Vornamen ansprechen sollte. Es gefiel mir, weil ich nicht zwingend das Gefühl hatte das er es einfach nur aus einer professionellen Art tat, sondern selbst nicht zwingend hinter all diesen Umgangsformen und unnötigen Regeln stand die einem aufgetragen wurden. Dennoch machte er nicht den Eindruck als wüsste er nicht, wie man in Situationen die danach verlangten, nach den Regeln der Gesellschaft spielte. Etwas, was mir nicht immer gelang. Meist war ich an diesen Ansammlungen aber auch gar nicht erst interessiert, ich war nicht der Mensch der jedes Wochenende ausging, ob in einen Club oder auf irgendeine hoch angesehen Gala spielte dabei keine Rolle. Ich nickte leicht, und richtete meinen Blick dem Raum zu. Kahl. Weiß gestrichen. So, das man auch wirklich alles damit tun konnte. Ich war mir ziemlich sicher das man mit nur wenig Arbeit einen völlig anderen Raum hieraus schaffen könnte, die Lage hatte mir bereits unglaublich gut gefallen, und die Tatsache dass das Haus bereits älter war - etwas was die Backsteingemäuer zeigten - gefiel mir nur noch besser. Es hatte .. eine Seele und die Gemäuer konnten wahrscheinlich bereits unglaublich viele Geschichten erzählen. Illion jedoch schien mehr angetan von der Tatsache das er sich Gedanken darüber machen konnte, wie ein mögliches Event aussehen könnte, als von den Wänden und den Geschichten die darin versteckt sein könnten. Ich schmunzelte amüsiert, da der einzige Mensch der so sehr für seine Arbeit brannte den ich kannte, ich selbst war. Und ab diesem Moment wusste ich, das er wohl so ziemlich der Einzige und Richtige für den Job war. Nicht weil er vor Kreativität strotzte, und die Ideen nur so aus ihm sprudelten, sondern weil er etwas ganz anderes an den Tag legte, das viele Menschen heutzutage leider nicht mehr hatten oder einfach nur gekonnt überspielten: Freude an dem, was er tat. In was für einer Art sollte die Geschichte präsentiert werden - er gab bereits jetzt seine Bedenken bekannt, und auch wenn ich nicht zwingend darüber nachdenken wollte worauf man achten müsste wenn man eine Ausstellung aufbaute, war ich doch ganz froh darüber. Er hatte nun einmal den Blick, den ich nicht hatte. Verkaufen? Fragend richtete ich ihm meinen Blick zu, wusste jedoch bereits jetzt weshalb er davon sprach das es wichtig wäre nicht zu sehr von dem eigentlichen Werk abzulenken, wenn man es verkaufen wollte. Natürlich, was für ein Künstler arbeitete auch schon an einer Ausstellung wenn es nicht ums verkaufen ging? "Ich denke Sie haben etwas falsch verstanden. Bei dieser Ausstellung geht es mir nicht damit meine Bilder zu verkaufen, denn das schaffe ich auch ohne. Ich will dem Besucher lediglich etwas .. kindliche Begeisterung entlocken, und ihn für eine Weile in eine andere Welt entführen", erklärte ich lächelnd und zuckte die Schultern. Wahrscheinlich hätte ich von anfang an sagen müssen dass es hierbei nicht darum ginge meine Kunst zu verkaufen, sondern sie in die Welt hinaus zu tragen - ob man sich meine Bilder später irgendwann ins Wohnzimmer hängen würde oder nicht spielte für mich im Moment keine große Rolle. "Was die Geschichte betrifft, oder wohl eher die Art wie diese präsentiert werden soll. Ich dachte an Alice im Wunderland. Wie sie dem Kaninchen in seinen Bau folgt, und plötzlich in einer völlig anderen Welt ist. Mit jedem Schritt ist sie etwas weiter in die Geschichte gewandert", erklärte ich ihm was ich mir vorgestellt hatte. Oder wohl viel mehr wovon ich mich hatte inspirieren lassen. "Ich will das man am Eingang die Realität hinter sich lässt, und in eine Traumwelt eintaucht. Meine Bilder spiegeln das wieder", ich machte eine Pause und holte aus meiner Tasche einen Skizzenblock heraus, auf dem ich die Gemälde die ich für diese Ausstellung angefertig hatte skizziert hatte. Kurz betrachtete ich die erste Seite, reichte ihm den Block dann auch schon. "Es spielt für mich keine Rolle ob ich durch diese Ausstellung mehr Bilder verkaufe, oder ob ich den Besuchern lediglich etwas Fantasie zurückgebe. Für mich ist Kunst das verloren geglaubte, die Dinge die im Laufe der Zeit von der Gesellschaft zur Seite geschoben wurden weil es als Unwichtig abgestempelt wurde. Vielleicht bin ich ein Träumer, aber wenn ich durch eine Ausstellung dafür sorgen kann das ein einziger Mensch wieder zu Träumen wagt, dann ist es bereits der Erfolg den ich mir wünsche", klang das nicht ein klein wenig nach einem Klischee? Womöglich, vielleicht aber war ich auch einfach nur die einzige Künstlerin die diese Worte auch wirklich aussprechen wollte, und sicht traute es beim Namen zu nennen.

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Illion
Mir war schon bewusst wie wenig ich wie ein Geschäftsmann aussah. Meine Frisur, meine Piercings und Ohrlöscher und auch noch meine simplen Klamotten ließen den Anschein eines normalen Mannes geben, der vermutlich nicht in dieser Welt lebte. Dennoch hatte ich es geschafft und ich war stolz darauf. Ich hatte absolut keine Lust mich der Gesellschaft anzupassen. Lediglich meine Kunden sollten zufrieden sein und wer mit mir nicht zu Recht kam, dem konnte ich nicht helfen. Ich war nur sehr froh über den Wandel in der Welt. Kreativität war mehr und mehr im Kommen. Ich fuhr mir durch meine hoch gesteckten Haare und lächelte sie weiterhin an. Wenigstens hatte ich daran gedacht diese auch zusammenzubinden. Manche Frauen kamen sonst nicht damit klar. „Gut Arielle, dann nennen Sie mich auch ruhig Illion.“ Bei ihrem Namen hätte man gerne mehr hinterfragt. Wie kam eine Mutter denn dazu jemanden nach einer fiktionalen Figur zu benennen? Dennoch ein schöner Name der auch hier passte. „Das klingt doch schon einmal interessant“ sagte ich und ging einige Schritte in den Raum „Das klingt als wäre da schon ein aufkommendes Bild.“ Ich schaute mich um. Der Raum war groß und noch sehr kahl. Die Wände waren weiß. „Museen habe ich auch nicht besonders gemocht. Besonders nicht wenn es ruhig war und man nicht einmal sagen konnte wenn einem etwas gefällt.“ Es war wichtig mit ihr auf einer Ebene zu sein. „In welcher Art sollen die Geschichte denn präsentiert werden? Natürlich müssen wir hier darauf achten, dass die Ablenkung nicht zu groß ist. Die Bilder sollen auch ohne großes Drum und Dran verkauft werden. Ansonsten hat man danach nicht mehr dasselbe Feeling wie bei der Ausstellung. Stellen Sie sich vor sie erleben eine wundervolle Show. Haben ein so schönes Gefühl, dass das Bild gekauft wird. Doch zu Hause hängt es ohne Licht und Effekt an der Wand. Das Interesse ist weg und man kauft nicht noch einmal ein. Eine Idee wäre es die Bilder nach einer gewissen Ordnung zu hängen. So wie sie ihre Geschichte erzählen wollen. Und zu jedem Bereich die passende Musik einzuspielen. Dazu käme die Umsorgen von Bedienungen, die mit Essen und Trinken auf dezente Art auch die anderen Bedürfnisse befriedigen.“ Bei solchen Erzählungen stellte ich mir alles sehr bildlich vor. Es half mir bei der Suche nach Lösungen „Es gibt so viele verrückte und schöne Ideen. Aber die wichtigste Idee ist immer die der Künstlerin selbst. Du bist die einzige die die Welt deiner Bilder ohne Worte, ohne Zögern und Unsicherheit versteht. Wir müssen genau dieses Verständnis auch an die Gäste bringen.“ Ich legte eine Pause ein, ging wieder auf sie zu und lachte „Verzeihung! Ich rede gerade wohl viel und komme mit zu viel Informationen. Ich muss zugeben dass mich das ganze hier sehr fasziniert. Events habe ich schon viele geplant aber bei Künstlerin wie dir ist es was anderes. Wenn man ein Konzert plant, dann ist das einzige was zählt die Musik. Alle Effekte nebenher sind Nebensache. Spektakulär –ja- Aber man verbindet die Erinnerung mit Musik. Man bekommt die Gefühle durch den Text und die Melodie vermittelt. Bei Gemälden, Fotos oder gar Skulpturen ist der Mensch selbst der Mittelpunkt. Während jemand ein Gemälde ansieht und Freude empfindet, kann ein anderer Trauer spüren. Daher ist es wichtig das die wahre Bedeutung, die die du damit ausdrücken willst auch gezeigt wird und doch genug Freiraum für die eigenen Gefühle bleibt.“

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Arielle Stonem
Ich wusste nicht viel über Illion Tyrone, den Eventmanager mit dem ich mich heute hier treffen wollte um mir einen Überblick darüber zu verschaffen ob ich denn nun bereit dazu war den nächsten Schritt in die große, weite Welt zu machen. Möglicherweise aber wollte ich auch auf Nummer sicher gehen das die Welt darauf vorbereitet war meine Kunstwerke zu sehen, und das diese nicht etwa im Fluss der schlechten Nachrichten und Kriegsmeldungen untergingen. Ich wusste was ich konnte, und mir war bereits sehr früh klar gewesen dass die Kunst so ziemlich das Einzige war, mit dem ich den Rest meines Lebens verbringen wollte. Es gab für mich nichts schöneres, nicht entspannenderes, nichts befreienderes als vor meinen Leinwänden zu sitzen und meine Bilder anzusehen, oder aber neue Farben zu mischen. Ich liebte es, und verbrachte so ziemlich jede freie Minute meines Lebens damit - und von diesen gab es nun einmal eine Menge. Meist vergaß ich die Zeit, oder aber es interessierte mich einfach nicht wirklich. Aus diesem Grund hing in meinem Loft auch keine einzige Uhr - lediglich mein Handy, oder aber die Armbanduhr die ich von meinem Vater bekommen hatte schafften es ab und an mich in die Realität zurück zu holen. Möglicherweise sollte ich daran arbeiten nicht täglich in meine eigene Welt einzutauchen, um ehrlich zu sein aber hatte ich wohl schon seit frühester Kindheit genau dort gelebt. Schließlich hatte ich nicht besonders oft mit Freunden gespielt, oder war auf Partys gegangen, stattdessen hatte ich mich ganz und gar dem gewidmet was mich nun einmal glücklich machte, und vielleicht auch von der Menge abhob. Ich hatte gefunden, was mich glücklich machte, und hatte mich getraut an meinem Traum festzuhalten - und nun stand ich wirklich hier und wollte mich mit einem Eventmanager treffen, um eine mögliche Ausstellung zu besprechen. Es war eine Möglichkeit, meine Kunst in die Welt zu tragen, und Blueville ein kleines bisschen schöner zu machen. Oder nicht, über Geschmack ließ sich immerhin streiten. Lächelnd trat ich dem Dunkelhaarigen gegenüber, konnte mich aber doch nicht ganz so darauf konzentrieren ihn anzusehen, viel zu neugierig war ich darauf was er ausgesucht hatte. "Ich würde lügen, würde ich behaupten der Vekehr ist Schuld daran das ich zu spät bin", antwortete ich schmunzelnd. Der Verkehr war nicht Schuld daran das ich zu spät war, um ehrlich zu sein war noch nicht einmal besonders viel los. Einzig und alleine die Tatsache das ich viel zu spät losgelaufen war, war der Grund für meine Verspätung. Kein besonders professioneller Eindruck den ich hier hinterließ. "Bitte, nennen Sie mich Arielle." Ich war noch nie sonderlich der Freund von diesen Höflichkeitsformen gewesen, denn alles was es brachte war unnötigen Abstand, und machte alles nur noch unpersönlicher. Und das hier war doch ohnehin etwas so persönliches, das ich jegliche Höflichkeistformen liebendgerne einfach vergessen würde. Ich richtete meine Aufmerksamkeit dem Eventmanager zu. Er war jung - eindeutig jünger als ich ihn mir vorgestellt hatte. Wahrscheinlich war das jedoch mein Glück, ich konnte mir nämlich nicht vorstellen das ich mit einem älteren Mann auch nur ansatzweise auf einen gemeinsamen Nenner kommen würde. Um ehrlich zu sein hatte ich jedoch auch nicht im geringsten das Gefühl als wäre er einer dieser Geschäftsmänner die lediglich auf Erfolg auswaren. Oder aber viel mehr das Geld, das mit diesem kam. Lächelnd nickte ich, denn auch wenn ich nicht damit gerechnet hatte das man mir so sehr anmerkte wie unsicher mich diese Entscheidung hier machte, war ich froh darüber dass er lediglich einen Einblick in meine Wünsche, Gedanken und Einwände haben wollte. Einen Vertrag hätte ich heute wohl ohnehin nicht unterschrieben, immerhin war ich nicht völlig verrückt. "Sie wissen, dass es meine erste richtige Ausstellung wäre. Ich hatte jedoch darauf gehofft es etwas .. moderner und jugendlicher gestalten zu können. Nicht ganz so traditionell mit Bildern an den Wänden und das wars", erklärte ich und sah mich ein weiteres Mal etwas um. "Ich fand Museumsbesuche immer .. langweilig. Weil man sich völlig selbst überlassen wird, und erwartet wird das man einfach durch die Gänge läuft und sich die Ausstellung ansieht. Und ich bin mir ziemlich sicher dass ich nicht die Einzige mit diesem Gefühl war", lachte ich etwas auf und drehte mich wieder um. "Meine Bilder erzählen eine Geschichte, und ich würde diese Geschichte gerne in die Präsentation und Ausstellung selbst mit einbinden", sonst würde es nicht zu einer Ausstellung kommen, und ich würde mir etwas anderes überlegen. Oder aber ich müsste mir jemand suchen, der mir dabei helfen konnte meine Ideen und Vorstellungen in die Realität umzusetzen.

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Illion Tyrone
Der heutige Tag war wichtig für mein Unternehmen. Zwar hätte das nicht jeder Geschäftsmann auf den ersten Blick gesehen. Ich jedoch schon. In den ganzen Jahren in denen ich in dieser Branche gearbeitet hatte war mir klar geworden wie wichtig es war seinen Instinkten zu folgen und aufkommenden Trends bereits vor ihrem Ausbruch in die Hände zu bekommen. Mein Meeting heute war mit einer jungen aufstrebenden Künstlerin, die bereits einiges geschafft hatte. Ich hatte schon einiges von ihr gehört und wollte sie unbedingt unter Vertrag haben. Ihr Name war Arielle Stonem. Eine Künstlerin die mit ihren Werken so manchen zum Staunen brachte. Klar.. Kunst war so gesehen nicht das Beste und interessanteste was man als Eventmanager und Planer auf die Beine stellen konnte. Dennoch versteckten sich viele Fassaden und Möglichkeiten dahinter. Um mich richtig vorzubereiten hatte ich mir vorgenommen den Tag über ein wenig über ihre Werke zu schauen und mir bereits ein Konzept auszudenken. Schon nach den ersten Werken merkte ich jedoch das ich hier auf keinen Fall mit etwas fertigen kommen konnte. Künstler hatten ihren eigenen Kopf. Einen Weg den sie gehen wollte und eine Art etwas zu sehen, das manchmal kein anderer sah. Es war also wichtig genau diesen Blick widerzuspiegeln. Also ging ich mit einigen Ideen zum Treffen. Kosten spielten fürs erste keine Rolle. Ich würde es ihr so günstig wie es mit der besten Qualität ging ermöglichen. Ich war kein Abzocker und machte genug Gewinn. Den Preis für neue Kunden tiefer zu legen war also kein großes Problem für mich. Man fing einen Fisch immerhin nicht indem man ohne Köder fischte. Jedenfalls hatte ich einige Gebäude bereits unter die Lupe genommen. Entschieden hatte ich mich für ein Gebäude in der Innenstadt. So konnten sogar später einmal spontan Gäste kommen. Zudem war der Raum auch sehr leicht zu verändern. Alles war hier möglich. Es war kurz vor 1 Uhr als mein Blick auf die Uhr fiel. Meine mögliche Kunden war leider ein wenig zu spät. Das machte mich ein wenig kribbelig. Geduld gehörte definitiv nicht zu meinen besten Eigenschaften. Kurze Zeit später erlosch meine Nervosität – Sie war da! Sofort setzte ich mein perfektes Lächeln auf „Miss Stonem, freut mich das sie doch noch gekommen sind.“ Laut meinen Informationen war sie noch nicht so begeistert von so einem Event. „Ich hoffe es war kein weiter Weg und sie kamen gut an?“ fragte ich sie. Arielle Stonem war eine bildschöne Frau. Man konnte ihr in jeder Linie ihres Gesichts die Künstlerin ansehen. Sie wirkte fast schon selbst wie eines. Ihr blondes Haar fiel in leichten Wellen über ihre Schultern. Ihre blauen Augen wirkten wie gemalt, so außergewöhnlich wirkten sie. Ich war kein Macho oder Schleimer. Dennoch erkannte ich eine schöne Frau. Kleinigkeiten fielen mir schnell auf. Weshalb ich auch die Unsicherheit bemerkte. „Sie müssen sich keine Sorgen machen. Ich werde heute sicher kein vertrag aufsetzten und sie zu etwas drängen. Ich will lediglich erfahren wie sie denken, was sie sich wünschen und vorstellen. Ein mögliches Event soll nicht nur ihre Kunst vorstellen, sondern auch dem Rest der Welt ein Bild von Ihrer Kreativität zeigen.“

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River Wintour
Es wäre ihm die Schmerzen wert gewesen, wenn es mich dadurch glücklicher gemacht hätte? Dachte er wirklich das es für mich in Ordnung gewesen wäre mit anzusehen wie es ihm von Tag zu Tag etwas schlechter ging, nur um irgendwann vielleicht einmal mit ihm in der Stadt leben zu können? Oder irgendwann einmal Dinge zu tun, die ich mit normalen Männern hätte tun können? Dachte er denn wirklich das es mir so schlecht ging, dass er all diese Schmerzen auf sich hätte nehmen müssen? "Ich bin glücklich Jax, so glücklich wie ich nun einmal sein kann wenn man bedenkt was die letzten Monate über passiert ist", er konnte doch nicht wirklich denken das es für mich irgendeine Rolle spielte wo wir denn nun waren - er hatte doch selbst gesagt das es in Ordnung war. Solange ich bei ihm war, könnte er damit umgehen. Das Gleiche galt doch auch für ihn. Ich konnte ein Leben im Wald führen, und irgendwann im Laufe der Zeit würde ich schon einen Alltag finden der mir gefiel - es war lediglich eine Frage der Zeit bis ich mit allem klar kommen würde. Ich zog die Augenbrauen zusammen und sah Jax an. Er dachte wirklich nicht das wir es hinbekommen könnten, er glaubte ja noch nicht einmal wirklich dass ein Arzt oder dergleichen etwas erreichen könnte. Wenn er diese Zweifel schon die ganze Zeit über gehabt hätte, wäre es für mich ja sogar in Ordnung gewesen, er aber kam jetzt plötzlich mit Dingen und Bedenken die ihm vorhin nicht in den Sinn gekommen waren. "Jax, ich will nicht das du denkst für mich normal sein zu müssen. Du musst dich für mich nicht verändern, und ich bin dir wegen nichts böse und werde es auch nicht sein", versprach ich ihm. Wegen mir musste er sich nicht verändern - wenn er wirklich normal sein wollte, so das er in die Stadt gehen konnte wann auch immer ihm danach war, weil er selbst es so wollte, würden wir schon einen Weg finden. Ich wollte jedoch nicht das er dachte genau das wollen zu müssen, weil ich lieber in der Stadt wohnen würde. Von mir aus konnten wir in einem Wald wohnen, in dem ich niemandem mehr begegnen würde, und nur noch durch ein Handy Kontakt zur Außenwelt haben könnte. Es war in Ordnung, solange Jax dabei war. Solange ich es nicht alleine tun müsste. Solange er mich nicht dazu zwingen würde stillschweigend dabei zuzusehen wenn er sich für mich in Gefahr begab. Ich nickte schweigend. Er würde es versuchen. Er würde es versuchen mich auf ihn aufpassen zu lassen, so wie ich es im Wald getan hatte als er nicht hatte laufen können. Als er das Bewusstsein verloren hatte. Ich wollte das er mich nicht etwa als jemanden ansah der Beschützt werden musste - gott, es machte mich doch sogar ein kleines bisschen glücklicher zu wissen das er alles für mich geben würde. Ich wollte aber nicht das er alles für mich gab, und von mir dennoch verlangte einfach nur still dazuhocken. Weil er mich damit an die Seitenlinie verbannte, und mich dazu zwang einfach nur zuzusehen obwohl ich auch etwas tun könnte. Er löste sich so plötzlich von mir, das ich fast schon die Angst hatte etwas falsches gesagt zu haben. Hätte ich einfach gar nichts sagen sollen? So tun als hätte ich es nicht gehört? Ich schluckte leicht, und biss mir auf die Unterlippe. Ich verliebte mich in ihn, und er war nicht sicher ob er mir glauben konnte oder nicht. Oder ob er mir glauben wollte. Wie sollte er mir das auch so plötzlich glauben, immerhin hatte er doch bis jetzt immer geglaubt das ich log wenn ich sagte das er es wert war zu kämpfen. Das er es verdient hatte zu atmen. "Es ist mein Ernst", antwortete ich ihm leise. Es war mein Ernst. Ich verliebte mich in ihn, entwickelte Gefühle oder aber entdeckte sie einfach nur nach und nach. Ich hatte keine Ahnung, denn auch wenn ich bereits verliebt gewesen war, war das hier eine völlig andere Situation. Ein weiteres Mal legte ich meine Hand sanft an eine Wange und lächelte.

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Jackson "Jax" McCoy
Was, wenn sie mir dort wirklich hätten helfen können? Es war kein angenehmer und vermutlich auch der falsche Weg gewesen, aber was, wenn es funktioniert hätte? Was, wenn sie mich hätten normal machen können? Dann hätte ich diese Chance einfach verfallen lassen. Hatte ich es umsonst aufgegeben? War es ein Fehler gewesen? Was, wenn ich River dadurch ein normales Leben hätte bieten können? "Aber das wäre es mir wert gewesen, wenn du dann glücklicher gewesen wärst." Sicher wäre sie in der Stadt glücklicher. Sie wäre glücklicher, wenn sie mit mir in der Stadt sein könnte, wenn ich normal wäre und sie zum Essen ausführte und was man sonst noch so in der Stadt machte. "Wie sollen wir das selber hinbekommen, wenn nicht einmal die Psychiater es hinbekommen?" Vielleicht hätte Dr Hopkins es geschafft, aber er hätte dabei auch einen Teil meiner selbst gebrochen. Ich seufzte und fuhr mir über die Stirn, als sie meinte, dass ich zulassen musste, dass sie auch für mich sorgte. Dann aber würde ich mich nutzlos fühlen. Ich hatte nur eine Aufgabe und die war sie zu beschützen. Vor allem und jedem, der ihr Schaden zufügen könnte. Was würde ich tun, wenn sie nun mich beschützen würde? Was könnte ich noch weiter für sie tun, wenn ich nicht ihr Leid auf mich nahm? Wozu wäre ich dann noch gut? "Ich werde es versuchen, okay?" Ich würde versuchen mir helfen zu lassen, aber ich würde weiterhin alle Lasten auf mich nehmen. Das könnte ich nicht einfach abstellen. Ich fühlte mich verpflichtet dazu. Ich seufzte und hielt die Augen weiterhin geschlossen. Jetzt, wo ich ihr meine Gefühle so plötzlich gestanden hatte, war ich mir unsicher, ob ich es hätte tun sollen. Fühlte sie sich dadurch zu etwas verpflichtet? Sie musste es gar nicht erwidern! Ich wollte es lediglich von meiner Seele losgeworden sein. Sie aber erwiderte etwas... Sie verliebte sich in mich. Hatte ich ihr das Gefühl gegeben das sagen zu müssen? Ich löste mich langsam von ihr und öffnete die Augen, um sie anzusehen. "Das ist dein Ernst..." Es klang mehr wie eine Frage, doch es war eine Feststellung. Sie log nicht. Ihr Gesicht war ernst und ließ keine Hinweise auf Bedrängung oder Unehrlichkeit hinweisen. Sie meinte das wirklich ernst. Ich wusste nicht, was ich sagen oder tun sollte. Ich war... wie erstarrt.

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River Wintour
Glaubte er das ich nicht wusste wie sehr es ihn beschäftigte, dass er nicht etwa der normale Mann von Nebenan war, sondern Jax - der Mann aus dem Wald, der mich einfach entführt hatte weil er gedacht hatte das es das Beste für mich wäre? Ich wusste durchaus das er sich wünschte einfach nur normal zu sein, schließlich hatte er mir bereits mehrmals zu verstehen gegeben wie nieder er von sich selbst dachte. Er glaubte ja sogar noch nicht einmal die Luft die er atmete zu verdienen, weil ihm sein Vater eben das beigebracht hatte. Weil er diese Dinge von jedem Mensch in seinem Leben beigebracht bekommen hatte, eingeprügelt und eingeschrien seit seiner Kindheit. Sanft schlossen sich seine Finger um meine. Es war nicht das erste Mal das ich seine Nähe suchte, das ich meine Hand nach ihm ausstreckte und seine Haut auf meiner fühlen wollte. Es gab mir etwas Ruhe, und vielleicht sogar etwas Luft zu atmen. Weil er mit seiner Nähe jedes Mal aufs Neue dafür sorgte das ich etwas Ruhe fand, wenn alles irgendwie einfach nur zu viel wurde. Knapp schüttelte ich den Kopf. Er dachte doch nicht wirklich darüber nach ob es nicht besser gewesen wäre in diesem Krankenhaus zu bleiben - hätte er mir vor nur wenigen Stunden gesagt das er dort bleiben wollte, um vielleicht irgendwann einmal normal zu sein, hätte ich ihn für völlig verrückt erklärt. Er wusste doch selbst wie schwer ihm dieser Aufenthalt gefallen war. Er spürte doch wahrscheinlich selbst jetzt die Konsequenzen davon wie man ihn in diesem Krankenhaus behandelt hatte. Und trotzdem dachte er darüber nach ob es nicht besser gewesen wäre dort zu bleiben, weil er dann vielleicht in ein paar Jahren normal gewesen wäre. Weil er es für mich gelernt hätte. Sanft strich ich über seinen Handrücken. "Ich will nicht der Grund für deine Schmerzen sein. Und du musst dich für mich nicht verändern, wenn du es aber doch tun willst .. dann finden wir eine Lösung. Dort im Krankenhaus wärst du doch nur zu Grunde gegangen Jax", sagte ich leise. Das wusste er. Er wusste das ich Recht hatte. Es war als hätte man ein wildes Tier in einen Käfig gesteckt und erwartet, das es tat was man von ihm verlangte. Es konnte nicht klappen. Weil es nicht in diesen Käfig - die Stadt - gehörte, sondern in die Natur. Weil er dort zuhause war, und weil er nur dort seine Ruhe finden konnte. Ich lächelte sanft, als er meinte das es außer mir nichts hatte. Das es seine Aufgabe wäre aufzupassen das es mir gut ging - und das tat er doch. Das tat er jeden Tag seit ich bei ihm wohnte, und selbst jetzt dachte er an nichts anderes. "Und ich sage auch gar nicht dass du damit aufhören musst. Du musst mich nur auch auf dich aufpassen lassen. So wie im Wald, als du mich dir helfen hast lassen", er musste irgendwann verstehen dass er mich auch helfen lassen musste. Das er nicht immer alles auf sich nehmen konnte. Ich spürte seine Hand in meinem Nacken, und seine Stirn sanft an meiner lehnen als ich meine Lippen nach nur wenigen Sekunden wieder von seinen löste. Schweigend schloss ich die Augen, und genoss diesen ruhigen Moment, an dem ich so viel Ruhe fand wie sonst in keinem Augenblick. Erst als ich seine leisen Worte hörte, öffnete ich meine Augen. Er .. liebte mich. Um ehrlich zu sein wusste ich nicht, was ich sagen sollte. Was sagte man jemandem, der einem seine Gefühle gestand, man diese jedoch nicht erwiderte? Nicht, weil es niemals der Fall sein würde, viel mehr aber weil Liebe für mich ein so unglaublich starkes Gefühl war. Ich würde alles für ihn tun, weil ich Gefühle für ihn entwickelte - weil sich dieses flaue Gefühl in meiner Magengegend mit jedem Augenblick den ich mit ihm verbrachte, ein kleines bisschen stärker bemerkbar machte. Anstatt etwas dazu zu sagen, rutschte ich näher an ihn und legte meine Lippen ein weiteres Mal auf seine. Ich hatte gewusst das er so empfand, denn auch wenn ich es nicht glauben hatte wollen dass das seine Beweggründe waren, war ich nicht dumm. Ich wusste das er genau aus diesem Grund so mit mir umging. Es war jedoch etwas vollkommen anderes diese Worte auch auszusprechen. Und ich wusste nicht, wie Jax reagierte wenn ich nichts dazu sagte - wenn ich einfach schwieg und ihn ein weiteres Mal küsste. Ich liebte ihn nicht. Noch nicht - dazu waren meine Gefühle noch nicht ausgeprägt genug, vielleicht aber wollte ich mir jedoch aber auch einfach nur etwas einreden. Ich würde alles für ihn tun, so wie er es auch für mich tun würde. Und dennoch liebte ich ihn nicht? Ich wusste es nicht. Vielleicht log ich mir ja nur etwas vor. Wenn ich schon seine Nähe suchte um mich besser zu fühlen. Um mich sicher zu fühlen. Vorsichtig löste ich mich wenige Millimeter von ihm, und atmete seinen Duft ein. "Ich verliebe mich in dich", flüsterte ich leise. Es war die Wahrheit. Ich entwickelte Gefühle für diesen Mann. Oder aber ich merkte einfach nur nach und nach das ich bereits Gefühle für ihn hatte.

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Jackson "Jax" McCoy
Das alles hier war nur meine Schuld. Es lag bloß an mir. Wäre ich ein normaler Kerl, hätte ich sie einfach angesprochen und sie um ein Date gebeten, aber nein! Ich war so gestört, dass ich glaubte es gäbe keinen anderen Ausweg, als ihr Chloroform auf Nase und Mund zu drücken und sie gewaltsam und gegen ihren Willen zu entführen. Ich hatte diesem Mädchen, das ich über alles liebte, so viel Leid angetan, indem ich sie von ihrer Familie und ihrer gewohnten Umgebung losgerissen hatte. Die ersten Tage war sie völlig verängstigt gewesen, nahezu verstört, und nun hatte ich sie so weit getrieben, dass sie mit mir durch das halbe Land floh, um mich vor der Polizei und der Psychoatrie zu schützen. Was ich diesem Mädchen bereits angetan hatte, war nicht zu beschreiben. Ihre Hand nahm meine und vorsichtig schob ich meine Finger zwischen ihre, hielt ihre Hand einfach nur fest und schloss die Augen. "Vielleicht... hätte ich da bleiben müssen. Es hätte vielleicht Jahre gedauert, aber vielleicht hätten die Psychiater mich ja hingekriegt. Vielleicht hätten sie mich normal für dich gemacht." Ich hätte sicher die schlimmste Zeit meines Lebens in diesen Räumen verbracht, aber vielleicht... vielleicht hätten die Ärzte mich auch nur ein kleines bisschen wieder geradebiegen können. Vielleicht hätte ich gelernt unter Menschen zu treten und hätte einfach normal für River sein können. "Für dich hätte ich es gelernt." Für sie hätte ich all das Leid der vielen Flashbacks in der Geschlossenen ausgehalten. Ich schluckte hart und drückte ihre Hand leicht, als ihre zweite sich an meine Wange legte. "Aber ich habe außer dir doch nichts. Du bist alles, was mir auch nur irgendwie etwas wert ist. Alles, was ich tun kann ist dafür zu sorgen, dass es dir gut geht. Das ist meine Aufgabe und ich will auf keinen Fall versagen." Ich musste beschützen, was mir wichtig war. Sie war alles, was ich hatte... Zum vierten Mal - ja, ich zählte jeden einzelnen Kuss - legten sich ihre Lippen hauchzart auf meine und ich schloss die Augen. Wir waren ein Team und würden aufeinander aufpassen. Solange wir beieinander waren, war alles in Ordnung. Ich hielt die Augen geschlossen, atmete tief durch und legte meine Hand in ihren Nacken, um meine Stirn an ihre zu lehnen. Ihre Nähe tat mir so gut... Es war als würde sie all meine seelischen Wunden, die man mir in der Geschlossenen zugefügt hatte heilen. "Ich liebe dich." Ich hatte es ihr schon sagen wollen, als ich kurz davor gewesen war abzukratzen. Ich hatte es ihr sagen wollen, bevor man mich in die geschlossene Psychiatrie hatte stecken wollen. Ich hatte es jedes Mal verpasst es ihr zu sagen. Jetzt konnte ich es kaum mehr zurückhalten. Sie heilte mein geschundenes Herz und meine abgewrackte Seele. Sie nahm so Vieles für mich in Kauf, obwohl sie jemand viel Besseren verdient hatte. Ich liebte diese Frau. Für ihr gutes Herz, für ihr Verständnis, ihren Mut und ihre Aufopferungsbereitschaft für alles, an das sie glaubte. Dass ich diese Sache war, an die sie glaubte, erschien mir so absurd, aber dennoch machte es mich stolz. Es machte mich so unglaublich stolz diese Frau an meiner Seite zu haben...

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River Wintour
Müde atmete ich ein, drehte mich zur Seite und schob meinen Arm unter meinen Kopf. Ich war erschöpft, und um ehrlich zu sein war ich mir ziemlich sicher dass ich sobald wir wirklich eine Hütte gefunden hätten in der wir wohnen könnten, all den Schlaf nachholen würde - wenn ich nicht von Alpträumen geweckt werden würde. Wenn wir erst einmal einen Ort gefunden hätten, an dem wir wirklich in Sicherheit wären und von nichts und niemandem gestört wurden, müsste ich nicht ständig meinen Gedanken nachhängen und konnte mich einfach nur darauf konzentrieren mich daran zu gewöhnen plötzlich nicht etwa mehr meinen gewohnten Alltag um mich zu haben. Ich wusste nicht wirklich wie ich es schaffen würde plötzlich von Stadtmensch zu Naturfreak überzugehen, wahrscheinlich würde es aber auch einfach nicht klappen. Ich hatte nichts gegen die Natur, bis jetzt hatte ich mein Leben aber immer in einer sicheren Stadtwohnung und einer urbanen Umgebung meinen Alltag bewältigt. Bis auf die kurze Zeit im Wald mit Jax, hatte ich keinerlei Erfahrung darin wie man im Wald so lebte. Irgendwie hatte ich es aber doch geschafft Jax durch den dunklen Wald zu zerren und in Sicherheit zu bringen, ihm irgendwie das Leben zu retten indem ich den Metalsplitter aus seinem Rücken gezerrt und ihn einfach mit Nadel und Faden genäht hatte - naja, es hatte geklappt bis er einfach nicht mehr die Kraft gehabt hatte zu kämpfen, und ich doch professionelle Hilfe hatte rufen müssen. Und damit hatte ich ihn - und mich - Dingen ausgesetzt, für die wir einfach nicht bereit waren. Er war nicht bereit dazu sich seiner Vergangenheit zu stellen, und sehr wahrscheinlich würde er es auch niemals sein. Und ich war nicht bereit mich meinen Eltern zu stellen. Ich wollte nicht mit meinen Eltern streiten, und wissen dass sie meine Entscheidung nicht für gut hießen. Sie hatten mir immer vertraut - immer! Und plötzlich taten sie das nicht mehr. Und ich wusste noch nicht einmal wieso. Sie konnten doch nicht wirklich denken ich hätte immer gelogen, nur weil ich ein einziges Mal gelogen hatte. Gott, sie kannten mich doch! Sie wussten das ich nicht .. vielleicht hatten sie ja Recht. Ich wusste das sie Recht hatten. Schließlich waren die Verletzungen von Jax, und ich war nicht etwa freiwillig zu ihm gegangen sondern entführt worden, jedoch hatte sich doch bereits alles geändert. Ich vertraute Jax. Ich wusste das er mich nicht verletzen würde, und wenn ich meinen Eltern sagen würde dass sie Recht hatten, würden sie wirklich dafür sorgen dass ich Jax nie mehr wieder sah, und das wollte ich nicht. Ich wollte nicht das man Jax wegsperrte wie einen Schwerverbrecher, und ich wollte ihn sehen. Kopfschüttelnd vergrub ich mein Gesicht für einen Moment an meinem Ellenbogen und schloss die Augen. Er verteidigte sie, als hätten sie wirklich Recht und ich wäre im Unrecht ihnen böse zu sein. Gott ich wusste doch das sie Recht hatten, aber hieß das gleich das ich Unrecht hatte? Er verteidigte meine Eltern, weil er wusste das sie alles für mich tun würden. Und das sie mir so unglaublich wichtig waren, dass ich nicht lange böse auf sie sein könnte. Und weil er nie eine Familie gehabt hatte, und sich von mir wünschte meine nicht einfach so wegzuwerfen. Ich schwieg. Einerseits wusste ich einfach nicht was ich ihm denn noch dazu sagen sollte - er hatte Recht, und das wusste er! Andererseits jedoch wollte ich wütend auf sie sein. Weil ich den Grund dafür kannte, und es irgendwie ein kleines bisschen Ordnung in mein Chaos brachte. Das alles hier war so viel härter als ich zuvor gedacht hatte. Ich hatte gedacht der Aufenthalt im Wald wäre schwer gewesen, das alles hier war jedoch noch um einiges schwerer. Und Kräftezerrender. Ich hob meinen Blick wieder, als er sich plötzlich entschuldigte. Dafür das ich das alles wegen ihm durchmachen musste und das er nicht etwa ein normaler Mann sein konnte. Er wäre gerne einfach nur ein normaler Mann. Ich lächelte knapp, streckte meine Hand nach seiner aus und legte meine Finger um seine. "Du musst dich nicht dafür entschuldigen das du so bist, wie du bist. Ich bin dir nicht böse, und das alles hier .. vielleicht brauche ich das alles hier um aus meiner Fantasie aufzuwachen", aus der Fantasie die ich mir gesponnen hatte, nachdem mein Bruder Selbstmord begangen und eine zerstörte Familie hinterlassen hatte. Er musste sich nicht dafür entschuldigen das er nun einmal so war wie er war, und die Dinge so tat wie er sie tat. Er hätte mich das nicht tun lassen, hätte ich nicht von ihm verlangt weiterzuleben? Das hieß also ich war Schuld daran, das er noch lebte? Er war nicht mehr in Lebensgefahr, und konnte die Verbände selbst wechseln, weil er mir das hier nicht antun wollte. Ich schob mich vorsichtig hoch und zog die Beine unter meinen Körper. "Du tust mir nichts an Jax. Du musst aufhören ständig darüber nachzudenken mir irgendetwas zu ersparen. Gefahr, Probleme, ich bin nicht aus Zucker. Und ich bin hier, weil ich hier sein will", sanft legte ich meine Hand an seine gesunde Wange, beugte mich zu ihm und hauchte ihm einen Kuss auf die Lippen. "Ich bin hier, weil wir das hier gemeinsam überstehen. Weil wir ein Team sind, und in einem Team passt man gegenseitig auf einander auf. Du musst mich auf dich aufpassen lassen, wenn das hier funktionieren soll", sagte ich leise und sah ihm in die Augen. "Solange ich bei dir bin, ist alles in Ordnung, richtig? Und solange du bei mir bist, kann ich das hier. Weil alles in Ordnung ist", fügte ich hinzu und lächelte sanft. Er musste doch endlich einmal verstehen dass ich nicht aus Zucker war. Und das ich nicht ständig von ihm beschützt werden wollte - oder musste.

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Jackson "Jax" McCoy
Dieser Bus hier war nett. Er bot noch weniger Platz als der Camper, doch ich fühlte mich wohl. Ich konnte in dem kleinen VW-Bus nicht einmal aufrecht stehen, musste schwer über die Rücksitze klettern und konnte nicht ausgestreckt hier im Fahrzeugraum liegen, aber es war nett. Die Gardinen, die sicher mehr Weedrauch als Waschmittel gesehen hatten, waren heimatlicher als die kühle Metallwand meines Campers. Außerdem drohte der Bus nicht zu explodieren und mich dabei beinahe umzubringen. Es war nett hier. Dennoch würde es nicht auf ewig reichen. Er würde ein kleiner Ersatz für meinen Camper sein, aber eine Hütte würde ich dennoch kaufen. Hier gab es weder Küche, noch Bad. "Na ja... Liebe macht blind, oder? Sie sorgen sich um dich und die Anzeichen sind ja auch ziemlich offensichtlich gewesen. Außerdem hatten sie recht. Ich bin für... für deine Verletzungen verantwortlich. Sie könnten all das aber auch gar nicht verstehen, selbst wenn du es ihnen erklärst. Sie hätten es sehen müssen, du hast mir am Anfang doch genauso wenig geglaubt. Sei nicht so streng mit ihnen." Wieso nahm ich ihre Eltern in Schutz, die mich am liebsten so weit wie möglich von ihrer Tochter fernhalten wollten? Achja... "River, ich hatte nie eine wirkliche Familie... Wirf deine nicht einfach so weg." Sie konnte sauer sein, ja, aber irgendwann müsste sie ihnen verzeihen. Ich schaute auf meine Hände, die im Schoß lagen und unruhig ineinander verkeilt waren. "Tut mir leid, dass du das alles wegen mir durchmachen musst. Ich wäre gern wie jeder andere Typ für dich gewesen. Einfach... na ja, normal halt. Dann müsstest du nicht ständig diesen Mist mitmachen." Ich könnte einfach mit ihr ins Kino gehen oder mich kitschig mit einem CD-Player vor ihr Haus stellen und Liebeslieder im Regen spielen lassen. Ich hätte sie glücklicher machen können als das hier. Unser Leben hätte so viel besser aussehen können. Nicht so kompliziert und gefährlich... "Und ich hätte dich all das nie machen lassen, hättest du nicht von mir verlangt weiterzuleben. Ich bin jetzt außer Lebensgefahr und ich will dir das nicht nochmal antun. Ich schaffe das auch allein." Etwas planlos nahm ich die Verpackungen mit den Verbänden und die Salbe aus der Tasche. Klar wäre es leichter die Verbände, die meinen Oberkörper umwickelten, wechseln zu lassen, aber sie hatte wirklich genügend traumatische Erlebnisse durchgemacht und ich wollte auch nicht, dass sie das sehen musste. So oder so würde ich in Zukunft die Narben verstecken.

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River Wintour
Es gab Vorteile mit einem Leben wie diesem hier. Nicht etwa mit der Tatsache gesuchte Flüchtlinge zu sein, die aus einem Krankenhaus ausgebrochen waren, viel mehr aber der Tatsache dass wir in einem Hippiebus lebten und einfach in irgendeine Richtung gefahren waren, ohne auch nur ansatzweise zu wissen wohin es uns führte. Es gab Vorteile mit einem Leben auf Rädern - es wurde nie langweilig, und man konnte immer neue Dinge erleben und sehen. Man konnte so lange man wollte an einem Ort bleiben, um am nächsten Tag auch schon wieder aufbrechen zu können. Ich kannte so ein Leben jedoch nicht, und um ehrlich zu sein wusste ich noch nicht einmal ob ich dieses Leben sonderlich mögen würde. Ob ich überhaupt schon bereit dazu war einfach alles hinter mir zu lassen. Gott, es war zu spät um über diese Dinge nachzudenken - das hätte ich mir überlegen müssen, bevor ich Jax geholfen hatte das Krankenhaus zu verlassen und einfach Medikamente in meine Tasche gestopft hatte! Das alles hier verwirrte mich so ungemein, das ich noch nicht einmal mehr sagen konnte wo genau mir der Kopf stand. Vielleicht lag es auch einfach an der Müdigkeit, das ich keinen klaren Gedanken mehr fassen konnte, ohne irgendwie doch in eine völlig andere Richtung abzudriften und mir doch wieder Sorgen zu machen. Ich wollte mir keine Sorgen machen. So wollte ich nicht ewig leben, und auch wenn ich wusste das ich sehr wahrscheinlich eine lange Zeit brauchen würde um mit diesem neuen Lebensstil zurecht zu kommen, wusste ich das ich irgendwann im Laufe der Zeit doch meinen Platz finden würde. Ich war noch nie in meinem Leben umgezogen, hatte noch nie auch nur daran gedacht irgendwo anders zu leben als in Millaville - in meiner Wohnung, in der ich alles hatte was ich brauchte. Meine Eltern hatten dafür gesorgt das ich eine schöne Kindheit gehabt hatte, und hätten auch dafür gesorgt das mein Bruder eine schöne Kindheit hatte. Sie waren die besten Eltern die man sich wünschen konnte, und aus eben diesem Grund verstand ich nicht weshalb sie mir so plötzlich nicht mehr vertrauten. Weshalb sie Dinge annahmen, von denen sie keine Ahnung hatten. Ja - ich war wütend. Wütend weil sie Jax noch nicht einmal eine Chance gaben, und weil sie mir kein Wort von dem glaubten was ich ihnen erzählte. Ich schüttelte leicht seufzend den Kopf. "Ich bin nicht wütend weil sie dich hassen. Ich bin wütend weil ich nicht verstehe wie sie einfach von etwas ausgehen können, ohne mit uns zu sprechen. Gerade sie ..", ich räusperte mich etwas, erhob mich vom Fahrersitz und kletterte zurück auf die Rückbank. "Gerade sie sollten wissen das man niemanden einfach verurteilen darf", sagte ich leise und kramte in den Taschen nach den Verbänden. Gerade sie sollten wissen wie gefährlich so etwas sein konnte - sie hatten verdammt nochmal ein Kind verloren, weil man Dinge von ihm geglaubt hatte, die nicht ein einziges Mal der Wahrheit entsprachen! Ich zog eine der Packungen mit den Verbänden hervor und reichte sie Jax. Ich sollte mir keine Sorgen machen, da er schon oft genug neu beginnen hatte müssen. Es beruhigte mich dass wenigstens er Ahnung davon hatte was wir tun mussten, um nicht kräftig auf die Schnauze zu fliegen - es beruhigte mich jedoch nicht gänzlich. Ich war abhängig von ihm; sozusagen. Ich könnte hier nicht überleben, wenn er nicht dabei wäre. Und es machte mir Angst zu wissen das ich jemanden an meiner Seite brauchte. Weil ich noch nie neu hatte beginnen müssen, vor allem aber weil ich nicht wusste wie ich auf all das hier reagieren sollte. Ich hatte keine Ahnung wie ich reagieren sollte, was ich denken oder tun sollte - ich wusste ja noch nicht einmal wirklich was ich fühlen sollte. Das alles hier war einfach nur ein unglaubliches Chaos, in dem ich keinen Weg fand der irgendwie für etwas Ordnung sorgen könnte, und ich brauchte zumindest etwas Ordnung. Nur ein kleines bisschen. "Für mich ist es aber das erste Mal .. naja, wenn man nicht dazu zählt das du mich einfach in den Wald mitgenommen hast", antwortete ich und sah Jax schulterzuckend an. Wahrscheinlich wusste er ganz genau wie ich mich fühlte, schließlich hatte er auch irgendwann einmal das erste Mal einfach alles hinter sich gelassen. Zumindest das, was er zurücklassen hatte müssen - vor dem er geflüchtet war. Ich zerrte mir den Pullover vom Körper, schlüpfte aus meinen Schuhen und schlüpfte auch sogleich aus meiner Jeans, die ich gegen eine einfache Jogginghose austausche. Jax suchte ich ebenfalls die Sachen meiner Brüder heraus, und legte sie ihm über die Rückenlehne der Rückbank, ehe ich zu ihm zurück in den mit Matrazen ausgelegten Raum kletterte in dem wir wohl die nächste Zeit schlafen würden. Schulterzuckend sah ich Jax an. "Ich hab in deinem Rücken herumgebohrt, verbranntes Fleisch gerochen und dich quer durch den Wald gezerrt. Außerdem habe ich deine Verbrennungen schon gesehen. Ich meine, wenn du es unbedingt selber tun willst dann okay, aber nur weil es kein schöner Anblick ist bedeutet das nicht dass ich es nicht auch tun kann", sagte ich und ließ mich auf die Matraze sinken. Auch wenn ich manchmal immer noch das Bild von seinem offenen, blutenden Rücken vor Augen hatte, oder es in meinen Träumen sah und sich plötzlich alles in eine nicht schöne Richtung begab, bedeutete das nicht dass ich ihm nicht bei den Verbänden helfen könnte. Ich konnte doch ohnehin schon nicht schlafen, weil ich entweder zu viele Gedanken in meinem Kopf hatte, oder von Alpträumen aufgeweckt wurde. "In der Tasche ist auch die Salbe", meinte ich und deutete mit dem Kopf auf die Tasche in der er die Medikamente fand die man ihm auch im Krankenhaus gegeben hatte. Selbst an die hatte ich gedacht.

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Jackson "Jax" McCoy
Hier waren wir vorerst sicher. Sie konnten nicht wissen welchen Wagen wir fuhren, konnten nicht wissen in welche Richtung wir fuhren. Anhand der Zeit und der Geschwindigkeit eines Wagens könnten sie allerhöchstens den Radius ausrechnen, en wir vom Krankenhaus entfernt waren. Innerhalb dieses Umkreises könnten wir sein und das war ein verdammt großes Gebiet. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie uns genau hier auf diesem Campingplatz mitten in der Pampa finden würden, war sehr sehr gering. Ich hoffte, dass ich mich auf meinen Verstand verlassen konnte, denn ich war immer noch ein wenig benebelt von den Schlafmitteln, die sie mir für die Nächte gegeben hatten, als mein Körper völlig schlapp gemacht, die Flashbacks mich aber weiter gequält hatten. Selten war mein Körper so am Rande seiner Kräfte gewesen. Ich war eigentlich recht sportlich und durchtrainiert, aber das machte kein Körper einfach so mit ohne Probleme zu haben. Ich fuhr mir über mein Gesicht und seufzte leise, ehe ich die kleinen Gardinen - scheiße, hier hatten wirklich irgendwelche Hippies drin gewohnt und gekifft - zuzog und nach hinten über die Rücksitze und in den Raum kletterte, wo die weiteren Sitze herausgenommen worden waren und wo nun eine Matratze lag. "Weil sie mich hassen? Irgendwann wirst du ihnen verzeihen. Sie sorgen sich. Klar bist du momentan sauer, aber das wirst du nicht ewig sein und wenn sie uns irgendwann finden... wer weiß, vielleicht willst du dann lieber nach Hause statt in den Knast." Da war ich mir ziemlich sicher. So oder so würde ich versuchen sie zu schützen. Ob sie das wollte oder nicht. Ich ließ mich vorsichtig auf die Matratze sinken und seufzte ein wenig, um die Schmerzen etwas zu kompensieren. Die Verbrennungen würden noch eine ganze Weile weh tun. "Keine Sorge, ich weiß genau wie ich anfangen muss. Ist nicht das erste Mal, dass ich von vorn anfangen muss." Ich wusste, was ich zu tun hatte, wenn ich im Wald leben wollte. Ich wusste, was ich brauchte und was nützlich sein konnte und ich hatte mehr als genug Geld, um das alles zu finanzieren und wenn nicht... würde ich eben nochmal ein oder zwei Wochen in die Ghettos ziehen und ein paar Kämpfe gewinnen, obwohl ich mir geschworen hatte das nie wieder zu tun. Wenn es sein musste, würde ich es tun. Obwohl das Geld nun wirklich nicht ausgehen sollte. Ich hatte ordentlich vorgeareitet in den letzten Jahren. Theoretisch sollte ich nie wieder arbeiten gehen müssen. Ich schaute auf, als River auf dem Fahrersitz meinte, dass wir meine Verbände wohl wechseln sollten. Im Krankenhaus hatte das eine Schwester jeden Abend gemacht. Hier war aber keiner. Ich würde schauen wie viele Verbände sie hatte und mir dann ausrechnen wie oft ich sie wechseln könnte. "Das ist kein besonders schöner Anblick. Ich mach das schon selbst. Ich hab ja gesehen wie die Schwester es gemacht hat. Außerdem... hast du mehr als genug von meinem Blut gesehen.", witzelte ich und lächelte schief. Ich wollte nicht, dass sie wieder an meinen Wunden herumwerkeln musste. Es war kein angenehmer Anblick und ich würde mich schon für die verheilten Narben ein wenig schämen. Das hier... war mir unangenehm. Ich wollte nicht, dass sie sich irgendwann nicht mehr traute mich anzusehen, weil sie nur noch die verbrannte, wundnässende Haut sehen würde. Sicher hatte sie genügend Alpträume von der Wunde in meinem Rücken. Sie sollte mich ansehen können, ohne dass es sie ekelte.

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Asher „Ash“ Erikson
Ich seufzte und lief weiter mit ihr durch den Park, es war schon ziemlich dunkel geworden war aber zum Glück noch nicht Arschkalt. Zusammen schlenderten wir also den Weg lang und ich hörte Liah zu, „Sagen wir es so wir beiden würden unseren Job nicht tun ohne Geld, denn wenn ich nicht wüsste, dass ich so mehr Geld bekommen würde, würde ich sicher mit keinen der Frauen flirten.“, sagte ich ehrlich, dennoch fand dieses ganze Sexsymbol Ding scheiße, ich könnte den Frauen Schrott verkaufen und würde einen Haufen Geld kassiere, aber natürlich tat ich das nicht. Vor allem da ich ja eigentlich kein Immobilienmakler war, sondern Agent und verdeckt ermittelte. Sicher würde Ellie mich hassen dafür, ich meine ich log sie ja die ganze Zeit an und das fühlte sich warum auch immer schrecklich an.
„Das du mit den Kerlen die dich bezahlen mehr Zeit verbringst als mit mir und ich solange warten muss, bis ich dich wiedersehen kann.“, sagte ich und strich ihr zärtlich eine Haarsträhne hinters Ohr. Ein bisschen würde ich mich schon langweilen, denn dann würde ich nur meine Rolle spielen oder Berichte schreiben. Auf der anderen Seite würde ich auch ein bisschen Freizeit haben und könnte Helena schreiben und ein bisschen Fragen wie es allen Zuhause ging.
„Ich riskiere ein NO-GO? Was ist das? Ich meine nicht das ich mit jemanden Sex hatte in der letzten Zeit, doch mich würde schon interessieren was passieren würde. Natürlich nur rein hypothetisch und nicht das ich es tun würde.“, sagte ich und wie kurz nachdenklich wurde, Sex war anscheinend ein Thema worüber wir nicht redeten. Ich glaubte einfach, dass es besser wäre alles ruhig anzugehen, doch wir liefen immer im Kreis, was ein bisschen ärgerlich war, doch Liah war so anders, dass ich manchmal einfach nicht wusste was bei ihr okay war und was nicht. Immerhin wollte ich sie auch nicht vergraulen oder zu Tode langweilen, doch langsam kam es mir so vor als würde uns ein bisschen der Gesprächsstoff ausgehen. Vielleicht sollte ich sie einfach nach Hause bringen, immerhin war es ja schon ziemlich spät und ich wussten nicht, ob ihr Bruder ihr eine Ausgangssperre verpasst hatte. „Ich finde deine Brüste auch gut, ich meine zu große sind irgendwie auch blöd…du weißt schon Doppel D und so, ich weiß nicht was manche Kerle daran finden.“, murmelte ich und zuckte die Schultern, bevor wir wieder Richtung statt gingen. „Es ist schon spät, ich bring dich nach Hause, möchtest du mit Taxi fahren?“, fragte ich höflich und lächelte sie an. (Wollen wir springen? Mir fällt irgendwie nix kreativ mehr dazu ein;/)

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Dean McAllen
Die Stimmung war im Keller, was ziemlich mies war immerhin war er Abend noch jung und ich wollte auch nicht unbedingt, dass Liz mich gleich bemitleidete. Ich wollte ihr die Geschichte mir Hanna (Helena? Keine Ahnung wie die hieß), nicht auch noch erzählen, deshalb versuchte ich nur zu lächeln. „Ist schon gut, es ist passiert und so schlimm war meine Kindheit auch nicht um ehrlich zu sein.“, murmelte ich und zuckte die Schultern. Ich war glücklich, ich hatte meinen wundervollen Sohn und eine gut bezahlte Arbeit. „Ich würde gern mit ihm verreisen, doch es ist schwer durch meine Arbeit und Schottland ist auch nicht gerade um die Ecke. Ich meine so ein zehn Stunden Flug ist schon holprig.“, murmelte ich und nahm mir ebenfalls das Dessert.
Nachdem wir aufgegessen hatten, lehnte ich mich zurück und seufzte, das Essen war gar nicht so schlecht gewesen wie zuerst gedacht. Die Luft war draußen zum Glück angenehm kühl und da die meisten Leute sich am Buffet unterhielten, war es angenehm leer. Ich trank mein Glas Wein aus und lauschte der Musik bevor ich mich zu Liz wandte und sie anlächelte. „Wie wäre es mir einem Tanz? Ich wette, dass musstest du als Kind ebenfalls lernen? Immerhin würden dein adligen Verwandten, das sicher wollen oder?“, fragte ich und bot ihr meine Hand an, während der Kellner das Geschirr abräumte.

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Neve Carter
Ein bisschen suspekt über seine Sex Fantasien sah ihn an, konnte aber nicht ernst sein, er wirkte immerhin nicht wie ein Typ der sich von einer Frau nimmt was er will. Generell entweder war er wirklich ein anständiger Typ, da er wie geleckt aussah in seinem Anzug, oder er war einer der Psychos, doch ich schätzte ihn eher für einen harmlosen Typen ein, der wahrscheinlich auf Blümchensex und kuscheln stand. Als wir über den Lieferservice diskutierten, hatte ich nicht anders erwartete, er war einer der Typen das viel gesundes Zeug aßen und nicht so wie ich gern Burger oder anderes Fast Food in mich hineinstopfte. Zwar trainierte ich auch und wusste wie schändlich Fast Food war, doch ich konnte es einfach nicht lassen.
„Aha, also bist du kein Arschloch Freund, sondern einer der Typen die sich wirklich Kümmern wollen?“, sagte ich interessiert. Dennoch klang es so als würde eine Freundin sehr viel Aufmerksamkeit bekommen und verwöhnt werden. Ich hatte lange nicht mehr einen Freund gehabt, der so etwas getan hätte, die meisten Kerle waren einfach Idioten und somit war ich auch nicht unbedingt traurig Single zu sein. Beziehungen waren wie er schon sagte anstrengend und ätzend. Als Blondie dann kam und wir bezahlen wollten, biss ich mir auf die Unterlippe und meinte dann, „Eigentlich müsste ich bezahlen immerhin habe ich dich hergebracht.“, sagte ich und bezahlte für uns beide bevor er mir widersprechen konnte. „Nächstes Mal kannst du mich ja dann einladen.“, sagte ich und grinste ihn an, bevor ich aufstand und mit ihm wieder nach draußen auf die dunklen Straßen Millavilles ging. „Lass uns ein bisschen durch den Park gehen.“, meinte ich und zog ihn mit mir. Es war kühl draußen, doch zum Glück windstill, meine Füße taten höllisch weh in den Schuhen, sodass ich kurz anhielt und auszog. Zwar lief ich dann barfuß, doch im Park konnte ich ja immer noch auf dem Rasen laufen um keine Kieselsteine in meiner Fußsohle herauspopeln zu müssen. Darauf hatte ich wirklich keine Lust, ich würde heute Abend noch ein schönes Bad nehmen und mich dann gleich ins Bett fallen lassen.
Als wir schweigen den Park erreicht haben, roch ich den frischgemähten Rasen, die Blumen und hörte eine Eule die irgendwo zwischen den Bäumen saß. Der der Weg war beleuchtet wir waren ganz allein hier. Ein bisschen erinnerte mich der Park, an den Central Park er war ebenfalls ziemlich groß und bot eine große Vielfalt an Aktivitäten. Ich sah wieder zu Jeremio und überlegte was ich noch so alles aus ihm herausquetschen konnte. „Okay also ich weiß ja nun schon ziemlich viel über dich und auch deine Vorlieben beim Sex.“, witzelte ich und kicherte. „Jetzt kommen die wirklich spannenden Sachen ans Licht…“, wisperte ich und rieb mir mit einem breiten Grinsen die Hände. „Erzähl mir von deinem ersten Mal, hast du dir auch einfach aus Bett geschmissen.“, zog ich ihn auf und knuffte ihm in die Seite.

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River Wintour
Mir war klar gewesen das er das sagen würde. Natürlich würde er immer und immer wieder dafür sorgen dass ich keine Probleme hatte, das ich keinen Gefahren ausgesetzt war, und immer alles hatte was ich brauchte und was ich in meinem Leben wollte um glücklich sein zu können. Er gab so viel für mich, tat so vieles um mich in Sicherheit zu wissen, oder einfach nur um mir Probleme zu ersparen. Und selbst jetzt würde er immer noch dafür sorgen wollen, dass mir ein gutes, schönes Leben bevorstand - wenn wir denn erwischt werden würden. Ich wusste dass er es gut meinte, dass er wirklich einfach nur dafür sorgen wollte das ich ein schönes Leben hatte, jedoch hatte ich ihm bereits mehrmals gesagt das er das nicht brauchte. Das ich nicht vor allem und jedem beschützt werden musste. Nicht von ihm, und nicht von meinen Eltern. Ich war erwachsen, und konnte meine eigenen Entscheidungen fällen, und ich trug nun einmal schon mein ganzes Leben die Konsequenzen meiner eigenen Entscheidungen. Knapp schüttelte ich den Kopf und schluckte. Nach dieser Aktion war ich mir gar nicht mehr so sicher ob ich immer noch zu meinen Eltern zurück könnte. Ob sie mir nicht irgendwelche Dinge vorhalten würden - oder ob sie einfach nur all meine dummen Entscheidungen auf Jax schieben würden. Weil er mich zu irgendetwas gezwungen hatte, das ich nicht wollte. "Ich .. will im Moment nicht an meine Eltern denken", sagte ich leise und sah ihn aus dem Augenwinkel an. Er wusste wie wichtig mir meine Eltern waren, wahrscheinlich wusste er jedoch nicht warum ich im Moment noch nicht einmal an meine Eltern denken wollte. Ich hatte im Wald schließlich versucht sie anzurufen, obwohl Jax gesagt hatte dass ich es nicht konnte. Ich hatte ja sogar eines der Handys aus dem Camper gestohlen, obwohl ich genau gewusst hatte wozu es führen würde - er hatte gedacht dass ich versucht hatte Hilfe zu rufen. Oder aber er hatte viel mehr gedacht das ich einfach nicht bei ihm sein wollte. Er hatte mich ja sogar noch an diesem Tag nachhause bringen wollen. Und ab da war alles schief gelaufen. Ich schob meine Haare hinter meine Ohren und seufzte leise. Das alles hier war einfach viel zu kompliziert um es wirklich zu verstehen. Das alles hier war .. chaotisch, und unübersichtlich und vollkommen neu für mich. So total anders als alles andere was ich in meinem Leben bis jetzt erlebt hatte. Ich schmunzelte und nickte erneut. Ja, dort wo wir hinfuhren würde es wohl auch Supermärkte geben. Und irgendwo wohl auch einen Wohnort, an dem wir uns wohl fühlten, vor allem aber an dem uns niemand sonst begegnete. Ich war mir bereits jetzt sicher dass wir irgendwo im Wald eine Hütte finden würden. "Wäre schlimm wenn nicht", antwortete ich etwas lachend. Es wäre wirklich schlimm wenn es dort keine Supermärkte gebe, denn Hasen könnte ich wohl kaum fangen und enthäuten. Wie lange wir genau fuhren wusste ich nicht. Irgendwann hatten wir einfach begonnen zu schweigen und waren einfach nur gefahren. Es fiel mir schwer nicht einfach einzuschlafen, denn um ehrlich zu sein lag mir der Schlafmangel schwer in den Knochen. Erst irgendwann im Laufe der Nacht wies Jax mich an rechts ran zu fahren, damit wir bis morgen früh warten konnten. Ich tat was er gesagt hatte, denn auch wenn ich noch nicht ganz davon überzeugt war das wir weit genug von Millaville entfernt waren, war ich einfach viel zu Müde um mich noch länger konzentrieren zu können. Erst als wir standen und ich den Schlüssel umdrehte, lehnte ich mich zurück und schloss für einen Moment die Augen. Wie lange hatte ich nun schon nicht mehr richtig geschlafen? Jax konnte sich wahrscheinlich nicht ansatzweise vorstellen wie schwer mir diese plötzliche Umstellung eigentlich fiel. Ich wusste ja noch nicht einmal selbst weshalb mir so schwer fiel einfach eine ruhige Nacht zu haben, mittlerweile aber regte es mich noch nicht einmal mehr auf. Kurz sah ich Jax an. "Wir sollten die Verbände wahrscheinlich wechseln bevor wir schlafen gehen", ein Glück das ich noch eine Menge Verbände eingepackt und gekauft hatte - die hatte ich nämlich nicht aus dem Krankenhaus mitgehen lassen.

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Jackson "Jax" McCoy
Wir waren auf der Flucht, verdammt nochmal! Das klang so absurd! Ich wollte nur zurück in meinen gewohnten Lebensraum, nachdem man meine tödlichen Wunden im Krankenhaus versorgt hatte. Ich wollte lediglich meine Freiheit wiederhaben und das machte mich zum flüchtigen Verbrecher. War das zu fassen? Wie war die Gesellschaft bloß gestrickt, dass man für Freiheit verfolgt wurde? "Du weißt, dass ich damit niemals aufhören werde. Sollten wir je erwischt werden, würde ich alles versuchen, damit sie glauben, dass ich dich dazu gezwungen habe. Weißt du, ich wandere sowieso in den Knast, wenn wir gefunden werden. Du hättest aber noch die Chance zu deiner Familie zurückzukehren.", erinnerte ich sie. In dem Moment fiel mir ein, dass ich dringend Einweghandys kaufen musste. Sie hatte für mich ihre Familie zurückgelassen, ich würde zumindest dafür sorgen, dass sie sie regelmäßig anrufen konnte, ohne Angst zu haben, dass der Anruf zurückverfolgt wurde. Das war ich ihr schuldig für das Opfer, das sie gerade für mich brachte. Ein Opfer, das ich so niemals von ihr verlangt hätte. "Kein Problem. Dort, wo wir hinfahren, wird es wohl auch Supermärkte geben." Wir würden alles von vorn aufbauen. Wir würden eine kleine Hütte kaufen, Einrichtung und Vorräte kaufen und für ein paar Wochen verschwinden, bevor wir unser Leben wieder wie gewohnt beginnen würden. Na ja... ich zumindest. Sie würde ihren Alltag dann schon finden. Wir würden das schon meistern. Jetzt aber fuhren wir erstmal vier Stunden in Richtung Norden, bis es irgendwann zu spät wurde um weiterzufahren. "Fahr rechts ran. Dort ist ein Campingparkplatz. Wir stellen uns zwischen zwei Wohnwagen und schlafen die Nacht über. Morgen können wir weiterfahren.", wies ich sie an, bezahlte am Eingang die Stellplatzgebühr für eine Nacht und zeigte ihr einen Parkplatz, der ziemlich verdeckt von zwei Campern war. Links und Rechts von uns standen zwei riesige Wohnwagen, die unsere Fenster abdunkelten und unseren Kleinbus beinahe verschwinden ließen. Perfekt.
(Boah ne, sorry eh ._. Ich krieg niemals so lange Posts hin wie du >.<)

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River Wintour
Seit Jax in mein Leben getreten war, hatte dieses eine völlig andere Richtung eingenommen als ich gewohnt war. Ich hatte meinen Bruder verloren, und heute wohl auch irgendwie meine Familie, schließlich hatte ich mich gerade für Jax entschieden, und nicht etwa dafür meinen Eltern die Wahrheit zu sagen. Meinen älteren Bruder hatte ich schon eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr gesehen, und wahrscheinlich war es auch gut so. Er hatte sein eigenes Leben, und meine Eltern akzeptierten seine Entscheidungen - weil er nie auch nur auf die Idee kommen würde irgendwie etwas Falsches zu tun. Etwas, was die Gesellschaft oder gar Polizei als Falsch ansehen würde, was jedoch nicht zwingend auch wirklich so sein musste. Es gab viele Dinge die man einfach in der Situation entscheiden musste, die man nicht mit dem Kopf entscheiden konnte, und bei diesen Entscheidungen konnte man sich noch nicht einmal auf so etwas wie das Gesetz verlassen. Manche Dinge mussten nun einmal getan werden, auch wenn sie verboten waren oder nicht zwingend für etwas Gutes gehalten wurden. Das hier war eine dieser Situationen, in denen man sich dafür entscheiden konnte der Gesellschaft zu folgen, den Ärzten und der Polizei glauben zu schenken, oder aber das zu tun wovon man wusste das es die richtige Entscheidung wäre. Jax würde einen längeren Krankenhausaufenthalt nicht überleben, vor allem nicht wenn er täglich von irgendwelchen Leuten provoziert und in seine Vergangenheit zurückgeworfen wurde. Wir wussten Beide was ihm helfen würde wieder auf die Beine zu kommen, und wir wussten Beide das wir einfach ignorieren mussten was andere dachten oder sagten - selbst wenn ich meinen Eltern erklärt hätte was mit Jax los war, würden sie mir nicht glauben. Sie würden ihn wohl einfach nur für einen gefährlichen Verbrecher halten, etwas womit ich nicht leben könnte. Jax war kein gefährlicher Verbrecher. Er hatte seine Probleme, ja, und manchmal machte er mir Angst, jedoch war er kein Verbrecher, und ich wusste das er mir niemals auch nur ein Haar krümmen wollen würde. Es war eine einfache Entscheidung gewesen, die Entscheidung ihn aus dem Krankehaus zu holen. Umso schwerer aber war die Entscheidung gewesen meinen Eltern einfach den Rücken zuzukehren. Ich liebte sie, keine Frage - ich hatte meine Familie immer geliebt, und alles für sie gegeben, jedoch verstanden sie mich nicht. Nicht in diesem Punkt. Und vielleicht verstand auch Jax mich nicht, ich tat es ja noch nicht einmal selbst wirklich. Ich schaltete das Licht ein und nickte. Ich war mir ziemlich sicher das ich keine wirkliche Ruhe finden würde, wenn wir nicht schon Kilometer zwischen dieses Krankenhaus und uns gebracht hätten - erst wenn ich sicher war, das man uns nicht mehr fand, würde ich wirklich durchatmen können. Ich hatte Angst erwischt zu werden, und natürlich dachte ich darüber nach ob es eine gute Idee war Jax die Hilfe zu nehmen die ihm vielleicht irgendwann in Zukunft dazu gebracht hätte ein Leben in der Stadt führen zu können, um ehrlich zu sein glaubte ich jedoch nicht daran. Er war niemand der in der Stadt lebte, er war kein Stadtmensch wie ich es war. Er brauchte die Natur und den Wald, die Ruhe. So wie ich früh Morgens die Laute der Stadt brauchte um wirklich zu verstehen, das ein neuer Tag angebrochen war. Kurz sah ich zu Jax und zuckte schmunzelnd die Schultern. "Du musst wohl irgendwann damit leben können das du dich nicht immer vor mich werfen musst wenn es um Dinge wie die hier geht", ich war erwachsen und konnte meine eigenen Entscheidungen fällen. Und ich konnte meine eigenen Schmerzen ertragen - und wenn es die Konsequenzen einer Entscheidung waren, die ich nun einmal gefällt hatte, dann würde ich selbst diese tragen können. Er musste nicht alles tun was unangenehm war, oder verboten, oder gefährlich. Erneut nickte ich etwas. Das Essen würde nie im Leben für zwei Wochen halten, vielleicht würde es genug für eine Woche sein - wenn wir Glück hatten und einen Weg fanden, irgendwie etwas zu kochen. "Wir müssen wohl irgendwann noch etwas kaufen", antwortete ich und folgte Jax Anweisungen die Stadt hinaus, und schließlich in einen Weg. Irgendwann kamen wir an einem Zaun an, von dem jax ein Schild entfernte ehe er wieder zu mir in den Kleinbus kam und wir den schmalen Weg zur Hütte fuhren. Mir war klar gewesen dass es nicht so weit von der Stadt entfernt gewesen war wie ich zuerst gedacht hatte, jedoch war mir nicht bewusst gewesen wie Nahe diese Hütte eigentlich lag. Jax verschwand in die Hütte, während ich im Bus wartete und betete das wir nicht irgendwie auf Probleme stoßen würden. Es dauerte nicht lange bis Jax mit seiner Gitarre und einer Tasche zurück in den Hippiebus stieg, diese auf der Rückbank ablegte und wir uns auch schon auf den Weg in die entgegengesetzte Richtung machten und in Richtung Norden fuhren. Ich hatte keine Ahnung was genau der Plan war, oder wohin wir denn nun gehen würden um unsere Ruhe zu finden - ich hatte ja nicht einmal wirklich eine Ahnung was ich tun sollte. Ich konnte nicht tagtäglich dasitzen und nichts tun. Möglicherweise war das alles hier wirklich nicht so überlegt wie ich gehofft hatte, rückgängig würde ich es jedoch nicht machen. Nichts von dem, was passiert war. Ich sah kurz zu Jax und schmunzelte etwas, streckte ihm jedoch dann meine Hand entgegen. Ich wusste nicht ob er immer noch dachte dass ich ihn irgendwann verlassen würde, mittlerweile aber musste er doch schon verstanden haben dass ich nicht einfach abhauen würde. Und das ich ihn wirklich nicht alleine lassen würde.

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Jackson "Jax" McCoy
"Hey, die sind mir bis nach draußen gefolgt. Das erschien mir das sicherste Versteck zu sein.", verteidigte ich mich. Ich würde mich noch einige Male verstecken, wenn wir in solche Lagen gerieten. Ich würde nur lernen müssen sie nicht so zu erschrecken, wenn ich wieder herauskam. Das war... wirklich unüberlegt gewesen. River lenkte den Wagen aus dem Parkhaus, aber erst als wir am Krankenhaus vorbei waren, drehte ich mich zu ihr. "Jetzt kannst du das Licht einschalten. Im Parkhaus wäre es zu gefährlich gewesen." Ein wegfahrendes Auto, kurz nachdem irgendein Patient aus dem Krankenhaus ausgebrochen war? Das wäre zu offensichtlich gewesen. Im Dunkeln hätte jeder die Scheinwerfer des Autos gesehen. Jetzt waren wir auf der Straße. Hier waren wir einfach wie jedes andere Fahrzeug auch, also würde uns das Licht nicht in den Mittelpunkt rücken. Eher im Gegenteil. Alle hatten hier das Licht an, also würden wir nicht auffallen. "Na ja, ich habe nicht gesagt, dass ich sie nicht brauche. Lieber wäre mir nur gewesen, wenn du dir dadurch keine Probleme aufgeladen hättest. Ich hätte es sicher auch ohne geschafft." Schaden würden sie mir allerdings definitiv nicht. Es war gut sie zu haben, nur hätte besser ich sie entwendet als sie. Ich könnte so oder so nicht zurück in die Stadt, aber sie hätte es gekonnt. "Okay, aber ich denke nur für einen bestimmten Zeitraum? Egal. Wir kommen erstmal damit aus und wenn es aufgebraucht ist, kaufen wir Neues." Ich lotste River aus der Stadt heraus und die lange Landstraße entlang, ehe ich sie auf einen kleinen Waldweg abbiegen ließ. Dem folgten wir bis zum Zaun, der mein Privateigentum ausschilderte. Ich stieg aus, öffnete das Tür und nahm das Schild ab, ehe ich dieses mit in den Bus nahm und River den breiten Trampelpfad herunter ins Tal fahren ließ. Als wir dann endlich dort angekommen waren, stieg ich schnell aus, lief in die Hütte und hoch in das Obergeschoss, wo ich im Schlafzimmer die Kommode zur Seite schob und die drei losen Dielenbretter löste. Ja, ziemlich klischeehaft, aber ausreichend, da außer mir ja eigentlich niemand hier war. Ich zog die dicke Trainingstasche mit all meinem Schwarzgeld heraus und hängte sie mir über die Schulter. Den Rest ließ ich allerdings liegen. Würden sie meine Klamotten und Vorräte hier finden, würden sie denken ich würde hierher zurück kommen. Würde ich sie mitnehmen, wäre ihnen klar, dass ich verschwinden würde. Also ließ ich alles zurück. Bis auf die Gitarre. Die musste mit. Mit ihr und der Tasche voller Geld lief ich zurück zum Kleinbus, warf alles auf die Rückbank und ließ River wieder vom Grundstück fahren. Von jetzt an ging es in Richtung Norden. Irgendwo dort würde es schon Wälder geben, in denen uns niemand suchen würde.

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River Wintour
In Filmen und Serien sahen diese Ausbrüche und ähnliches immer so unglaublich einfach aus, und um ehrlich zu sein war das hier auch wirklich einfach gewesen. Ich hatte lediglich für etwas Ablenkung sorgen müssen, hatte nur alle irgendwie beschäftigt und Jax hatte sich einfach so aus seinem Zimmer und gar der Abteilung des Krankenhauses geschlichen - obwohl man ihn so ziemlich zu jeder Zeit an ein Bett gefesselt hatte und glaubte er war gefährlich. Um ehrlich zu sein kam mir das hier schon fast etwas zu einfach vor, und ich war mir ziemlich sicher das irgendjemand bestimmt etwas bemerkt hatte - wenn nicht sogar Dr. Hopkins persönlich, der ganz bestimmt nicht einfach so dumm und naiv war wie der Rest. Er hatte es schließlich die gesamte Zeit über geschafft Jax irgendwie zu lesen, und es gegen ihn zu benutzen. Und irgendwie hatte ich auch das Gefühl gehabt als hätte er mir in den Kopf gesehen ohne großartig etwas zu tun. Das hier war zu einfach - es konnte doch nicht so einfach sein aus einem Krankenhaus zu fliehen, wenn man die ganze Zeit über angebunden und angekettet gewesen war! Ich schmunzelte und schüttelte den Kopf, sah für einen Moment zu Jax. "Solange du nicht noch einmal irgendwo herauskriechst, ist alles in Ordnung", wenn er aber noch einmal unter einem Fahrzeug hervorkriechen würde, würde ich sehr wahrscheinlich einen Herzinfarkt bekommen. Oder nicht - vielleicht würde ich auch einfach nie mehr wieder einfach an ein Auto gehen, ohne vorher unter das Auto zu sehen. Ich nickte und ließ das Licht extra aus, denn auch wenn ich mir ziemlich sicher war das ein Auto auffallen würde wenn es ohne Licht fuhr - und es schon dunkel war - jedoch würden wir jetzt sehr wahrscheinlich aufgehalten werden, wenn man uns entdeckte. So oder so, wir würden in diesem Bus wahrscheinlich ohnehin auffallen. Unsicher biss ich mir auf die Unterlippe und nickte. Ich wusste das es eine ziemlich dumme Idee gewesen war, und verdammt nochmal verboten, aber hätte ich ihn einfach hier rausholen sollen ohne auch nur irgendwie dafür zu sorgen das er schlafen konnte? "Ich werde nicht noch einmal zusehen wenn du die Schmerzen deines Lebens hast Jax. Selbst wenn du die Medikamente jetzt nicht brauchst, vielleicht brauchen wir sie später", etwas was ich nicht unbedingt hoffte. Außerdem war es jetzt ohnehin schon zu spät darüber nachzudenken. Dann hatte ich eben Medikamnete mitgehen lassen. Es gab schlimmeres, vor allem da ich sie ja für ihn mitgenommen hatte, und nicht um damit Geld zu verdienen oder etwas. Und selbst mit den ganzen Überwachungskameras würde es dauern bis die Leute verstanden hätten was passiert wäre - die Ärzte waren jedoch nicht dumm, und ich war mir ziemlich sicher dass sie Eins und Eins zusammenzählen könnten. Wenn Jax weg war, und ich nicht mehr täglich auftauchte wussten sie doch schon wer ihm geholfen hatte zu fliehen. Zumal ich nicht unbedingt sehr erfreut geklungen hatte, wenn man mich aus dem Zimmer geworfen hatte. Kurz sah ich zu Jax und zuckte die Schultern, konnte mir das Grinsen aber nicht so ganz verkneifen. Ich war stolz dass ich auch endlich einmal etwas hatte tun können, um ihn wenigstens ansatzweise glücklich zu stimmen. Oder ihm die Situation leichter zu gestalten. "Essen habe ich auch eingepackt", wenn auch nur für eine Woche. Zwar hatte ich einiges an haltbaren Sachen mitgenommen, aber die konnte man wohl nicht einfach so essen. Ich hatte zwar wirklich versucht nachzudenken was ich mitnehmen könnte, aber ich war nun einmal jemand der sein ganzes Leben lang in der Stadt gelebt hatte, direkt neben einem Shoppingcenter. Ich nickte erneut, fuhr aus dem Parkhaus und atmete fast schon erleichtert aus als wir somit auch die letzte Hürde hinter uns gelassen hatten. Hier könnte uns lediglich die Polizei aufhalten, und die würden wohl nicht so schnell hier sein wie wir die Stadt verlassen hätten.

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Jackson "Jax" McCoy
Okay, vielleicht hätte ich ein wenig mehr nachdenken sollen. Ich versteckte mich hier unter ihrem Bus und sie suchte nach mir, während ich einfach ihren Fuß packte. Das hatte wohl ziemliche Gemeinsamkeiten mit Horrorfilmen. Zum Glück hatte sie aber nicht geschrien, denn dann wären wir defintiv aufgefallen. "Tut mir leid.", murmelte ich also schnell. Sie hatte recht, das war ziemlich unüberlegt und dämlich von mir gewesen. Ich hätte mich wirklich sanfter aus dem Versteck zeigen können, als sie einfach zu packen und ihr vermutlich den Schrecken ihres Lebens einzujagen, wo sie sowieso schon auf der Hut war. Ich seufzte und ließ mich schwerfällig auf den Beifahrersitz sinken, als sie den Wagen startete. "Okay, schalte bloß nicht das Licht an." Es war dunkel draußen und ja, wir brauchten Licht, aber hier im Parkhaus war das zu riskant. Man suchte nach ausgerissenen Patienten. Ein davonfahrendes Fahrzeug würde also definitiv angehalten werden. "Gut, ich sag dir, wo du langfahren sollst.", erklärte ich ihr, während sie den Kleinbus aus dem Parkhaus lotste. Als sie plötzlich Medikamente sagte, schaute ich stirnrunzelnd zu ihr rüber. Was war denn nun los? Mein Blick glitt zu der Tasche und mir klappte ein wenig der Mund auf. "Du hast Medikamente aus dem Krankenhaus gestohlen? Ach du scheiße... Ich wäre sicher auch ohne klargekommen, dafür hättest du dich nicht strafbar machen müssen. Die haben doch überall Überwachungskameras.", erinnerte ich sie leise. Ich wollte sie nicht aufregen, aber das war nicht sehr gut. Klar, wir waren sowieso auf den Bändern drauf gewesen, aber sie hatte darauf nichts Strafbares getan. Zumindest hatte ich das geglaubt. Egal! Wir würden sowieso heute verschwinden und ich würde dafür sorgen, dass uns niemand fand. Nur bedeutete das für River wohl, dass es kein Zurück mehr gab. "Okay... du hast an Vieles gedacht, hm?", fiel mir auf. Sie hatte Klamotten für uns beide besorgt, Medikamente für mich und die Matratze, die hinten im Bus lag. "Also brauchen wir nur noch ein Ziel. Lass das meine Sorge sein. Erst zurück in den Wald, dort werde ich kurz mein Zeug holen und dann suchen wir uns ein Plätzchen, wo wir bleiben können und uns niemand findet." Nur wir beide. Allein.

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