Live your life [RPG]

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Live your life [RPG]

Alohaaaaaaaaaa, das ist dann wohl MEIN RPG [ѕσℓαηgє]!
Wendet euch bei Fragen an mich! Die Steckbriefe und alles weitere müsst ihr an mich schicken!*-*thihi

Steckbriefe findet ihr alle in der Gruppe!
Infos werden im RPG selbst oder in der Gruppe gepostet. Bitte beachtet das =)

        Live your life RPG

        Das Leben ganz einfach…?

Ich fand, dass so ein RPG mal wieder kommen sollte =)
Hier habt ihr die freie Wahl wer ihr sein wollt und was ihr tun wollt. Lasst eure Charaktere die verschiedensten Sachen durchleben! Der Alltag ist doch das Wichtigste! Ihr könnt eine Liebesstory schreiben oder doch vielleicht ne Modelgeschichte? Wollt ihr euren Charakter vielleicht mal von ganz unten nach oben arbeiten lassen? Hier geht es nicht um Vampire oder Wölfe. Um Feen oder um sonst etwas Übernatürliches. So was gibt es hier nicht. Hier geht es allein um das echte Leben.;)

Im Text findet ihr einige Verlinkungen. Diese sollen euch ein wenig zeigen wie man sich etwas vorstellen kann. ABER ihr könnt gerne Sachen dazu erfinden. Es soll nur als Hilfe sein. Bis auf wenige Punkte [Die Schulen von außen und einige Orte im Park] ist alles frei gestaltbar. Bitte übertreibt nicht! Es ist keine Fantasiestadt >.< muss schon möglich sein=)


          Blueville…..

…..ist eine sehr große Stadt. Nicht nur ein Strand (Auch mit solchen Abschnitten lässt die Stadt zu einem beliebten Ort für die Einwohner oder Urlauber sein. Auch der See, der die Stadt in der Mitte teilt und gleichzeitig alle Viertel mit einander verbindet, scheint der Stadt einen Reiz zu geben. Was ich mit Viertel meine? Ganz einfach. Jede Stadt, also auch Blueville, hat so ihre Plätze die von einem bestimmten Status geprägt sind. Wie in New York, Chinatown oder das Getto. In vielen verschiedenen Bereichen findet man die unterschiedlichsten Kulturen. Da wäre das berühmte reiche Viertel, wo die Menschen sich kaum darum Sorgen machen ob sie am nächsten Tag noch genug zu essen haben. Oder das Viertel in dem jede Familie gerne wohnen würde, da die Gegend so sicher und ruhig scheint, zum Beispiel wie bei Desperate Housewifes die berühmte Wisteria Lane. Oder die Blockhäusern die man so kennt. Das Ghetto geprägt von den Menschen die kaum was haben und täglich darum kämpfen, dass sie das Leben bestehen und nicht nach der nächsten Ecke erschossen werden. Gibt es noch mehr Viertel die euch einfallen? Dann lasst sie raus.

        Um was geht es denn jetzt hier genau?

Spielt eine real life story! Lasst euren Chara durch das Leben gehen. Ihn durch den Alltag durch kommen. Ob reich oder arm. Berühmt oder unbekannt. Verbrecher oder brave Kirchentochter.


        Kleine Anregungen für euch

Eine Stadt wie wir sie kennen. Aber irgendwie auch nicht. Sie ist besonders. Denn hier könnt ihr alles rein erfinden dass ihr so kennt. Ob ein Freizeitpark, oder eine riesige Mall. Ein Schwimmbad oder ein Hallenbad oder ein großes Kino. Hier gibt es 4 Schulen! Die Mädchen Schule, die Jungenschule, die gemischte Schule und was nicht fehlen darf, die private Schule. Lasst euren Gedanken freien lauf. Aber denkt daran, dass es hier ein REAL LIFE RPG ist!

        Die Schulen & der Park

Bis auf die gemischte Schule, kann man in den anderen 3 auch studieren. Der Unterricht läuft ab wie in jeder Schule! Fächer könnt ihr euch aussuchen.

  • Die Schulen
    Außer der gemischten Schule hat jeder der anderen Schulen eine Uniformpflicht. Die Mädchenuniform, die Jungenuniform und die Uniformen für die private Schule. Die gemischte Schule ist für die Schüler, die es sich nicht leisten können auf extra Schulen zu gehen. Währenddessen die anderen Schulen für Schüler sind, deren Eltern eine ausgeprägter Ausbildung für ihre Kinder wünschen. Der Unterricht läuft normal ab. Ihr könnt jedoch Schulaktivitäten frei planen. Bei den Mädchen/Jungen & privaten Schule ist es so, dass man besondere Fächer hat. Auch diese könnt ihr euch ausdenken. Es ist so, das ihr dort mehr in bestimmten Punkten, die ihr euch aussuchen könnt, gefördert werdet. Die private Schule ist für die reichen Schüler! Nicht jeder wird ein Stipendium bekommen. Das wird nicht so oft vorkommen! Die Schulen liegen NICHT neben einander! Die Mädchenschule ist in der Nähe vom Park. Die Jungenschule liegt abseits von der Innenstadt. Die private Schule ist mitten in der City und hat den besten Platz um gesehen zu werden. Die gemischte Schule befindet sich etwas in der Nähe der Mädchen Schule. Sie liegt jedoch weiter weg vom Park in der Nähe des Strandes.
  • Der Park
    Ist die Zentrale der ganzen Stadt! Er befindet sich genau in der Mitte und verbindet dadurch die gesamten Gebiete mit einander. Im Park treffen also alle auf einander. Er ist wirklich verdammt groß! Man findet dort einen Skaterplatz, eine Bühne für Konzerte, einen See mit einem Steg und einige kleine Tretboten oder Schiffen und Kanus. einige chiller Plätze oder große Plätze die nur aus Wiesen/Bäumen/Blumenwiesen bestehen. Es gibt einige verschiedene Grillplätze und Toiletten Häuser. Auch verschiedenen Kiosks. Und vieles mehr! Seid kreativ. Er ist einfach der Ort, an dem die meisten Generationen oder Menschen aufeinander treffen, die sich normalerweise niemals treffen würden. Der große Park ist das Wahrzeichen der Stadt und wird dadurch immer in Takt gehalten. Der Park ist also der beliebteste Ort von allen. Jedoch könnt ihr auch außerhalb vom Park euch Sachen wie einen Skaterplatz vorstellen.

Steckivorlage:

Name in HoN: Wie heißt ihr in Houes of Night?
Name im RPG: Wie soll euer Charakter heißen?
Geschlecht: weiblich oder männlich?
Alter: Wie alt ist dein Charakter?
Aussehen (Link): Link ist erforderlich!
Charakter: Beschreibt die Persönlichkeit
Hobbys: Was macht er oder sie am liebsten?
Geschichte: Wie ist seine Lebensgeschichte?
Sonstiges:Besondere Merkmale? [Ob am Körper oder Gegenstände die man immer dabei hat?]

Mitglieder -> Steckbriefe

»Solange
»Skyfall
»Aѕнeѕ
»Miss Fabulous
»crazy_perfect
»B.salvatore
»ɢedαɴĸeɴloѕ
»Wamberly
»Sonnentänzerin
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»Cassie.
»Harmony.
»Susilicious
»twn3
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»Sweedel
»Camille
»Limit of Soul
»Rebellious
»Chubi
»Nymeria
»Satan.
»Mirabella.
»Amandla.


          Regeln

Die Grundgesetzlichen Regeln sind hier zu finden --> Grundsätzliche RPG Regeln

  • Kein Spam
  • Steckis an ѕσℓαηgє
  • Keine Beleidigungen es sei denn sie gehören zum RPG
  • Wenn jemand Probleme hat bei mir melden
  • Achtet auf eure Grammatik und eure Rechtschreibung. Auch mir passieren mal Fehler.. aber man kann wenigstens versuchen verständlich zu schreiben!
  • geschrieben wird in der Ich- Form und nicht anders!
  • Gesprochenes wird so wie hier geschrieben
  • Gedankensätze //Werden so// geschrieben
  • privates [wird so] oder (auch so) geschrieben
  • Bei Schwangerschaften/Hochzeit oder Tot müsst ihr MICH fragen!!!
  • Wer länger als 3 Tage nicht on kommen kann sagt mir Bescheid, damit ich euch eintragen kann als Entschuldigt!
  • Schreibt mind. 2x pro Woche. Wenn ihr länger nicht on seid dann gebt mir Bescheid!
  • Wer keine Lust mehr auf einen Charakter hat soll Bescheid sagen aber nicht einfach nicht mehr on kommen, das nervt und wird nicht geduldet!!
  • Es wird immer der Name eures Charas über den Post geschrieben!!
  • Jugendfrei schreiben! D.h. kein Sex im RPG!
  • Kein Ein-Satz-Post -.-! Sprich, es werden mehr als 4 Sätze verlangt!
  • Wer seine Namen ändert, dies mir aber nicht sagt, hat keine Erlaubnis in meinem RPG zu posten bis er mir bescheid gegebenen hat. Sorry Leute aber ich hab absolut keine Übersicht wenn ihr 1000 unnötige Male euren Namen ändert! Es nervt mich und es nervt eigentlich fast ALLE RPG Besitzer -.- Ihr habt keine Ahnung wie oft sich darüber beschwert wird!
  • Have Fun♥

Diskussion

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Arielle Stonem
Es war, um ehrlich zu sein, sehr viel besser gelaufen als ich zuvor gedacht hatte. Ich war nicht sonderlich überzeugt von der Idee gewesen, einen Fremden dabei zu helfen eine Ausstellung aufzubauen, die mich als Künstlerin der Welt vorstellen würde. Ich war skeptisch gewesen, hatte ich gewusst ob ich überhaupt schon soweit war, nun aber hatte ich beinahe schon das Gefühl als wäre Illion genau die richtige Person dafür mir zu helfen diese Ausstellung hier, die mein Debüt in die Welt der Ausstellungen sein sollte, zu helfen. Möglicherweise würde es einiges an Arbeit und Überlegungen kosten, und besonders billig würde es wohl auch nicht werden, aber um ehrlich zu sein - es war es mir wert. Wenn diese Idee die ich in meinem Kopf hatte, wirklich in die Welt getragen werden konnte, und meine Kunst so viel mehr Menschen beeindrucken oder einfach nur berühren könnte, weil wirklich ein jeder in dieses Wunderland eintauchen könnte, hätte ich genau das erreicht war ich mit meiner Kunst erreichen wollte. Menschen berühren, ihnen irgendwie ein klein wenig ihrer Kindheit und Fantasie zurückgeben und dabei selbst die lachenden Gesichter und leuchtenden Augen der Menschen sehen. Das war es, was ich an der Kunst so sehr liebte, und das war es, was so viele Menschen - vor allem Künstler - einfach vergaßen. Worum es wirklich ging, nicht etwa um das Geld das man durch Bilder verdiente, sondern um die Gefühle die man in die Welt trug. Natürlich mussten Künstler etwas verdienen, und irgendwie musste ich an dieser Ausstellung wohl auch etwas verdienen, aber zu neunzig Prozent wollte ich es völlig Kostenfrei für die Menschen gestalten. Nur kurz nachdem ich mich von Illion verabschiedet, und wir abgemacht hatten das er gegen sieben Uhr bei mir sein würde, hatte ich mich auf den Weg nachhause gemacht. Es dauerte eine ganze Weile, fast eine Stunde war ich unterwegs, jedoch verging keine Sekunde an der ich nicht etwa nicht an die Ausstellung dachte. Das war wohl auch der Grund weshalb ich bereits im Bus begonnen hatte meine Ideen für die Ausstellung auf meinem Notizblock niederzukritzeln, einige meiner Bilder in die bunten und wirren Gebilde einzubauen die ich in meinem Kopf vor mir sah. Es waren nur schnelle Skizzen, die ich - kaum war ich zuhause - auf einer Leinwand richtig ausarbeitete. Mit bunten Farben, wirren Gebilden und sichtlichen Inspirationen im Wunderland, arbeitete ich die Ideen aus die ich später Illion zeigen würde, um ihm das was in meinem Kopf so vor sich ging wenn ich an die Ausstellung dachte, bildlich erklären zu können. Irgendwie schien ich wohl die Zeit vergessen zu haben - wieder einmal, denn als ich das nächste Mal auf die Uhr sah zeigte es bereits halb sieben. Oh Shit. Hatte ich nicht eigentlich vorgehabt wenigstens ein klein wenig Platz zu schaffen, um am Esstisch auch wirklich essen zu können? Die Küche war wohl irgendwie wirklich der einzige Raum in diesem Loft, in dem nicht etwa Unmengen an Zeug herumstand oder lag, von dem ich einfach nicht mehr wirklich wusste wohin damit.

I need my sons to grow up,
hating the thought of me
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Liah Levin
Jetzt stand ich hier am Brunnen und wartete auf Asher. Ein mulmiges Gefühl machte sich breit. In solchen kurzen Momenten wusste ich nicht was ich denken sollte. Zum einen war das zwischen uns einfach komisch gelaufen und zum anderen fühlte ich mich verpflichtet meinen Bruder und die anderen zu schützen. Sie jemanden vorzustellen war gefährlich. Es bedeute das ich Asher Vertrauen schenkte. Das tat ich nun nicht wirklich oft. Einige Minuten später spürte ich Asher schon an meinem Körper. Er umarmte mich und gab mir einen Kuss auf die Wange. Natürlich fing diese kaum merklich an zu brennen. Gott, ich brauchte dringend mehr Zeit für mich. Ich lächelte ihn an, versuchte dabei gelassen zu wirken. „Du hättest ja ruhig absagen können. Das wäre kein Problem gewesen.“ Zumal Kunden wichtig waren. „Aber wieso ein Geschäftsessen? Ist da nicht der Sinn einer Besichtigung verfehlt?“ fragte ich ihn. Meiner Meinung nach empfand ich das für übertrieben. Er ging zu weit mit Kunden. Ich fragte mich ob das nur bei Frauen so war. Konnte aber wohl mich nicht offen beklagen, bei dem Job den ich hatte. Asher fragte mich was ich denn geplant hatte. Ich lächelte erneut „Nein, wir gehen heute in die Bar in der du mich auf die dümmste Art der Welt angemacht hast“ scherzte ich. „Es wird Zeit das du jemanden kennenlernst“ fügte ich hinzu. „Benimm dich, denn davon hängt unser Kontakt ab“ sagte ich etwas ernster. Natürlich ließ ich mir den Kontakt nicht verbieten. Dennoch verlangte ich von beiden Seiten Respekt. Ich zog Asher am Arm in die richtige Richtung, dann liefen wir nebeneinander bis zur Bar. „Mein Bruder meint das er dich gerne kennenlernen will. Er ist es nicht gewohnt mich mit jemanden teilen zu müssen.“

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Lean Collens
„Wäre es zu Machomäßig, wenn ich nun sage du hast jetzt was vor?“ grinsend schaute ich sie einen Moment an. Ich wollte sie nicht direkt verscheuchen, nur weil ich ihr zeigte wie gerne ich alles im Griff hatte. Schon gar nicht, da ich bereits merkte dass sie an ihrem Stolz hing und sie eine starke Persönlichkeit hatte. Sie sollte nicht das Gefühl bekommen, dass sie zu brechen mein Ziel war. Ich lenkte in die nächste Straße ein, die mich leider wieder ein Stück mehr an ihr zu Hause führte. Am liebsten hätte ich sie einfach mitgeschleppt. So konnte sie sich nicht einfach um entscheiden. „Das kann wohl sein.“ Bemerkte ich knapp. Was sollte ich dazu auch schon sagen? Ich wusste das ich mit dem Geld das große Los gewonnen hatte und ich wusste es zu schätzen. Ja, ich war reich und ich genoss es. Ein einfaches Leben war für mich nichts. Einfach weil ich es nicht kannte. Dennoch warf ich mein Geld nicht einfach um mich. Ich kaufte mir keine 10 Villen und 5 Schiffe. Das brauchte ich nicht, da ich eh selten am selben Ort ständig Zeit verbrachte. Hotels waren doch auch gut. „Aber der Moment sollte dabei nicht leiden Chloé. Ansonsten lebst du zu wenig“ Ein dummer Spruch, der wohl sehr bekannt war. „Dann nehme ich an dass ich dich heute Abend abholen kann und wir was schönes Essen gehen. Besondere Wünsche? Oder eher etwas was auf keinen Fall sein sollte?“ fragte ich sie „Nur damit ich guten Eindruck mache“ alberte ich. Und dann war da auch schon das Haus in dem sie wohnte. Fast – aber auch nur fast – hätte ich geseufzt und damit gezeigt das es mich ehrlich störte. Ich ließ ungern etwas enden, wenn ich nicht bereit dafür war. Und verdammt.. ich war nicht bereit Chloé aus meinen Fängen zu lassen. Dazu war ich zu neugierig.

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Edward "Nash" Amisville
Es war wie immer. Wir mieden das Thema Berufung und sie ignorierte es. Mittlerweile waren wir wirklich geübt darin. Jedenfalls sagten wir nicht viel, während wir die Dinge vergruben, die wir nicht verbrennen konnten und den Baum darüber pflanzten, damit kein Metalldetektor der Welt sie dort fand. Wer suchte schon unter den dicken Wurzeln eines locker bereits 30 Jahre alten Baumes? Die Schaufeln spülte ich danach ab und stellte sie wieder in die Garage, ehe wir hochgingen und den Einbruch planten. Sie beschrieb mir das Medikament, nannte mir sogar die chemische Verbindung, damit ich nachsehen konnte, ob ich die richtigen Pillen hatte. Dann suchte ich mir auf Maps eine gute Apotheke aus. Klein und in einer Seitengasse. Sie lud praktisch dazu ein überfallen zu werden. Ich begann also mir einen Plan zu machen, hing Stunden lang am Esszimmertisch, auf dem ich Stadtkarten, Bilder von der Apotheke und einen Grundriss der Wohnung darüber ausgedruckt und verteilt hatte. Ich umkreiste mögliche Überwachungskameras rot, packte mir kleine Saugnäpfe ein, die ich auf die Linsen kleben würde, um nichts zu beschädigen und packte alles andere Nötige in die Tasche, während Ayla.... keine Ahnung, was sie tat. Ich war viel zu konzentriert auf meinen nächsten Miniauftrag. Gegen elf Uhr nahm ich alles, verabschiedete mich von Ayla und ging dann los. Ich verzichtete auf das Auto, um von den Kameras nicht erkannt zu werden. Ich kletterte über eine kleine Mauer in der Seitenstraße, sodass ich mich von hinten an die Apotheke anschleichen konnte. Von hinten klatschte ich dann auch die Saugnäpfe auf die Linsen, sodass ich ungestört mit einem Draht zur Tür gehen konnte. Es war ein altes Gebäude und damit auch ein altes Schloss, was es mir sehr viel leichter machte es zu knacken. Binnen einer Minute war ich drinnen, störte mit meinem Funksignal die Alarmanlage und spazierte nach hinten zu den Medikamenten. Ich fand mehrere Marken von Pillen, in denen aber alle die selbe Verbindung war, sodass ich von jeder Sorte eine Packung nahm und sie einsteckte. So würde es auch nicht unbedingt auffallen und reichen tat es für uns alle Mal. Also schnappte ich mir meine Sachen, hinterließ alles wie ich es vorgefunden hatte und entfernte die Saugnäpfe, als ich außer Sichtweite war. So würde vom Raub nichts weiter übrig bleiben als ein wenig gestörtes Filmmaterial. Vermutlich würde es nicht einmal auffallen, dass etwas fehlte. Ich lief also wieder zurück nach Hause, ließ meine Tasche im Loft auf den Boden fallen und kroch zur Couch. Eigentlich sollte ich mich nochmal um die Schusswunde kümmern, aber ich war einfach zu fertig. Wie ich den Tag überstanden hatte ohne nochmal umzukippen, war mir ein Rätsel, aber jetzt war ich fertig und konnte erstmal ein oder zwei Tage ausruhen und mich auskurieren.

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Illion Tyrone
„Okey, das kann ich verstehen.“ In ihrem Beruf musste man spontan sein. Nicht nur weil es wohl zum Job gehörte, sondern auch weil Kunden selten so viel Geduld hatten auf einen Künstler zu warten. Man musste schon an der Spitz stehen um sich so etwas leisten zu können. „Ich denke aber auch selbst wenn der Führerschein kein Thema mehr wäre, dann müsste man spontan schnell zum richtigen Ort kommen. Die Straßen sind oft genug verstopft. Selbst in der Nacht könnte man hier noch in den Stau geraten. Ohne ein paar geheime Kenntnisse braucht man eine Ewigkeit.“ Fügte ich amüsiert hinzu. In der heutigen Welt war der Nutzen eines Führerscheins immer nach der Stadt und dem Job zu orientieren. In einer kleinen Stadt lohnte es sich nicht. Ein Auto war da viel teurer als laufen oder die Bahn. Aber in einer großen Stadt konnte der eine große Vorteil sein. Zumindest wenn die Straßen gut liefen. Arielle zog aus ihrer Tasche einen kleinen Block heraus und notierte eifrig etwas. Ich verstand erst was sie da tat, als sie mir den Zettel anbot und ich so nachlesen konnte. „Ist das denn ein gutes Zeichen?“ fragte ich lächelnd „Einer der berühmtesten Vorurteile Künstlern gegenüber ist doch der Hang zur kreativen Auslebung der Kunst und damit das beherrschte Chaos das hinterlassen wird.“ Ich war der letzte der an Vorurteilen hing. Dennoch war es ganz witzig zu sehen wenn an manchen Dingen wohl doch irgendwo ein wenig Wahrheit steckte. Ebenso aber auch wenn das absolute Gegenteil geschah, da Charaktere nun einmal einen starken Einfluss hatten. „Gut! Das freut mich sehr“ gab ich offen zu. „Gut, dann werden sich wohl unsere Wege bis zum Treffen trennen. Sollte etwas sein oder dazwischen kommen, dann hast du meine Nummer. Ich reagiere meistens direkt.“ (Wann wollten die sich noch einmal treffen? xD Und sollte er Essen mitbringen?)

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Dinario "Dino" Marquéz
Ich schluckte schwer und legte den Arm enger um ihren Rücken, während ich meinen Kopf auf ihrem abstützte. "Das war es. Es war zu früh und hättest du mich gefragt, hätte ich dir den Vogel gezeigt. Du hast mich ins kalte Wasser geschmissen und deswegen bin ich auch sauer auf dich! Aber als alle so... normal reagiert haben, hab ich es doch ein wenig vermisst. Nur ein wenig." Ich hatte gerade angefangen es zu genießen, als Mia hereingeplatzt war, also wirklich gehabt hatte ich von der Party nicht viel. Ich seufzte leise und lehnte meine Stirn an ihren Kopf. "Na ja... ich feiere meinen Geburtstag generell nicht gern. Es ist für mich kein Grund zu feiern, weißt du? Ich bin immerhin nicht so geboren wie es hätte sein sollen." Eigentlich war es eher ein Tag, den ich nicht feiern wollte. Den Tag, an dem ich endlich zu dem geworden war, was ich sein sollte, hätten wir feiern sollen, aber auch dann wäre ich noch nicht bereit für diese Menschen gewesen. Das wäre ich aber nie gewesen. "Ich... weiß nicht, was ich mit meinem Dad machen soll. Wir würden nur hier sitzen und... reden und das will ich eigentlich nicht. Das kann ich nicht. Nicht allein." Er würde nach dem Absturz fragen, nach meiner Therapie und meinen Fortschritten und ich konnte ihn nicht anlügen, es ihm erzählen aber auch nicht. Ich wollte jetzt nicht mehr darüber nachdenken! Ich suchte lieber einen Film heraus, den wir zusammen sehen konnten, als sie mit einer Decke zurück kehrte. Sie reichte sie mir und ich presste kurz nachdenklich die Lippen aufeinander, ehe ich die Decke über meinem Schoß ausbreitete, die Prothese darunter löste und erleichtert seufzte. Mein kompletter Stumpf war wund von dem Training. Natürlich tat es gut die Prothese auszuziehen, aber wäre die Decke nicht, hätte ich sie anbehalten. Selbst bloß mit dem Metallgestell fühlte ich mich wohler als ohne. Auch wenn es unter der Hose nicht aussah wie ein Bein. "Heute Nacht?", fragte ich sie, als sie gerade wieder ins Zimmer kam. Sie wollte, dass ich die Nacht hier blieb, weil sie nicht allein sein wollte. Ich schluckte, presste die Lippen aufeinander und wusste nicht so recht, was ich tun sollte. "Uhm... auf der Couch?" Vielleicht reichte es ja, wenn ich nur in der Wohnung war. Nur sehr ungern schlief ich direkt neben ihr, dann fühlte ich mich so... nackt und schutzlos. Natürlich würde sie mir nie etwas vorhalten oder sonst etwas, aber... "Okay gut..."

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Neve Carter
Mein Leben sollte eigentlich den Bach runtergehen, da ein Mafia Boss hinter mir und meiner Schwester her war. Da dieser unser Vater oder bessergesagt Erzeuger war, machte es alles nur noch schlimmer. Die Strafe die uns erwarten würde oder bessergesagt, das Leben würde scheußlich werden. Lieber würde ich mich von einer Brücke stürzen als mit diesem Kerl mitzugehen. Er hatte meine Eltern ermordet, eiskalt und brutal es war ein einziges Massaker gewesen. Unser altes Haus hatte ich nicht wiedererkannt, überall waren Blutpfützen gewesen…es war schrecklich und ich wollte am liebsten vergessen, das einzige was dabei half, war sich vor unserem Vater zu Verstecken…oder Rache. Doch das war etwas anderes, einen Mafioso zu ermorden, war unglaublich schwer und dumm, denn dann würde ich noch tiefer in der Scheiße sitzen.
Eine Bewegung aus dem Augenwinkel ließ mich aus meinen düsteren Gedanken holen, es war Jeremio, der sich auf den Rücke gelegt hatte aber weiterschlief. Ich drehte mich zu ihm und betrachtete ihn von der Seite, er musste es guthaben, ein normales Leben führen zu können. Ich wünschte ich könnte mit ihm tauschen, denn er hatte eine sichere Zukunft, ich hingegen nicht. Ich würde nie das haben was er hat, ich würde nie irgendwo Zuhause sein. Denn so etwas gab es lang nicht mehr für mich, seit dem Tod meiner Eltern war ich leer innerlich. Zwar hatte ich Ash, doch sie konnte mir nicht helfen, die Lust auf Rache wuchs stetig und manchmal glaubte ich, dass sie dies an unseren leiblichen Vater erinnerte.
Ich musterte ihn und eine Erinnerung ließ mich wohlig erschaudern, denn Jeremio, war ein ausgezeichneter Liebhaber, ich kam auf meine Kosten, jedes Mal! Deswegen waren diese kleinen Momente mit ihm das, was einigermaßen normal und beständig war.
Heute war es das erste Mal, dass ich bei ihm geschlafen hatte, sonst hatten wir es meist auf Arbeit getan oder er war noch mit zu mir gekommen. Seine Wohnung war im Gegensatz zu meiner hell und geräumig, er hatte moderne Möbel und nichts wahllos Zusammengestelltes wie ich. Außerdem war sein Bett fiel größer und bequemer.
Ich rückte näher zu ihm und ließ meinen Blick über seinen nackten Oberkörper wandern, verdammt sah Jeremio gut aus. Mit meiner freien Hand fuhr ich über seine Brust über den Bauch und verharrte auf seiner Hüfte. Dort zeichnete ich die tätowierten Daten nach und fragte mich wie so oft wofür sie standen. Eigentlich wollte ich nicht über sein Leben plaudern oder über meins, doch mich juckte es in den Fingern zu wissen was das Datum für eine Bedeutung hatte. Ich verteilte hauchzarte Küsse auf seiner Brust und als, bis ich über seinen Lippen anhielt und ihn angrinste, „Morgen, Boss.“, murmelte ich und sah in seine immer noch müden Augen, bevor ich meine Lippen mit seinen verschloss.
Damit ich einen besseren halt hatte, setzte ich mich rittlings auf ihn und fuhr durch seine weichen Haare. Jedoch ließ ich kurz danach von ihm ab, denn wenn wir so weitergemacht hätten, dann hätte ich ihn womöglich gleich vernascht und wäre nicht dazu gekommen ihn über sein Tattoo auszufragen. Also lehnte ich mich zurück und musterte ihn von oben, ich strich über das Tattoo und fragte dann, „Wofür stehen die Daten?“

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Lucie Hayes
Ich schmiegte mich an ihn und spürte die Sicherheit die mir seine Umarmung gab. Nach allem was passiert war, fühlte ich mich schrecklich und drohte zu explodieren, da ich nicht wusste wie ich es wieder geradebiegen sollte. Auch sagte es wäre nicht meine Schuld…konnte ich das nicht richtig glauben. „Ich hatte Angst, dass du stinksauer bist, wegen der Party oder dass es noch zu früh ist, deine Freunde und deinen Vater wiederzusehen.“, fing ich an und legte meine Handfläche auf seine Brust. „Ich weiß auch nicht, ich wollte dir einen Geburtstag geben, wie du ihn noch nie hattest. Vielleicht wärst du dann auf den Geschmack gekommen?“ Ich lächelte ihn traurig an und vergrub dann mein Gesicht an seinem Hals
„Übrigens dein Vater bleibt noch übers Wochenende hier…ich dachte, dass du ihn gern sehen würdest? Er wohnt in einem Hotel nicht weit weg von hier…du solltest dich mit ihm treffen, er hat dir viel zu erzählen.“ Ich schloss die Augen und roch sein Aftershave, sodass ein wohliger Schauer über meinen Rücken lief. Jedoch hörte dieser abrupt auf, daran dachte wieso wir hier waren, denn auf einer Seite wusste ich, dass ich nicht am Absturz schuld war dennoch war ich schuld, dass wir unseren Flieger verpasst hatten.
Jedoch wollte ich mich heute nicht weiter mit ihm streiten, es war sein Tag und das was davon übrig blieb wollte ich genießen. „Okay…“, sagte ich gedehnt und richtete mich auf, wischte mir die Tränen von der Wange und fuhr mir durchs Haar. „Die Filme sind gleich hier in der DVD Box, such dir etwas aus. Ich hole uns Knabberzeugs und etwas zu trinken aus der Küche.“, rief ich noch hinter her und ging dann aber nochmal am Schlafzimmer entlang und schnappte mir eine Kuscheldecke. Auf nackten Füßen tapste ich dann zurück und stellte alles auf den Tisch. „Von mir aus, kannst du die Prothese auch abnehmen, ich kann mir vorstellen, dass es auf Dauer ziemlich drückt. Außerdem habe ich hier eine Kuscheldecke, also werde ich es nicht sehen.“, sagte ich und warm ihm die flauschige Decke zu, bevor ich den Fernseher einschaltete und den ausgewählten Film einlegte und auf Play drückte.
Ich seufzte und sah dann zu Dino, „Kannst du nicht heute Nacht hierbleiben? Ich…ich will nicht allein sein, nach allem was passiert ist. Ich würde dich morgen auch ganz früh zurück in die Klinik fahren, versprochen.“ Ich legte meine Hand über mein Herz um das Versprechen zu verdeutlichen, obwohl ich eigentlich hoffte, dass er die Chance mit seinem Vater zu sprechen nutzen würde. Denn wahrscheinlich war es nicht gerade angenehm zu wissen, dass sein Vater von unserer Affäre wusste, und dass sein Sohn dazu überhaupt in der Lage war. Doch vielleicht würde es sich ja ändern, wenn mit ihm darüber reden würde oder Kyle. Vielleicht sollte er ja mal mit jemand anderen reden als mit seinem Psychodoc, den Pflegern oder auch mir.

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Dinario "Dino" Marquéz
So, jetzt war es raus. Meine Liebe zu Lucie, mein Selbstmordversuch... Mia wusste es und natürlich machte es meine Taten nicht ungeschehen oder wieder gut, aber... vielleicht verstand sie es so. Sie sollte es nicht gut finden oder uns beide unterstützen - das hatten wir nicht verdient - aber sie sollte verstehen wieso wir ihr das hier angetan hatten. Wieso sie so leiden musste und das nur weil wir so egoistisch waren. Sie hätte hiervon nie erfahren sollen. Als es vorbei war mit der Affäre, hatte ich wirklich geglaubt wir wären aus dem Schneider. Wir hatten aufgehört sie zu betrügen und ich hatte einfach nicht daran geglaubt, dass uns all das wieder einholen könnte. Nicht nachdem ich mich selbst nicht einmal ansehen konnte. Ich hatte geglaubt in diesem Zustand würde man mir keinen Sex nachsagen und mich auch nicht auf früher ansprechen. Falsch gedacht. Mia war schlau. Es war ein Wunder, dass sie es erst jetzt herausgefunden hatte. Mia drehte sich um und ging. Ohne ein weiteres Wort und ich hätte mir lieber noch einen Schlag eingefangen, als sie so gehen zu sehen. Lucie lief ihr noch hinterher, doch auch sie kehrte verheult zurück. Wir hatten es verkackt. Endgültig. Lucie setzte sich wieder zu mir und ich legte meinen gesunden Arm um sie, zog sie an meine Brust und schaute über ihren Kopf hinweg auf einen imaginären Punkt an der Wand. "Du hast das gut geplant. Ich habe gerade angefangen es sogar ein wenig zu genießen. Der wäre schön geworden... das ist nicht deine Schuld.", flüsterte ich leise, auch wenn ich mich wünschte heute in der Klinik geblieben zu sein. Lieber hätte ich meinen Geburtstag wie all die Jahre zuvor allein mit einem Bier verbracht. Keine Pillen dieser Welt könnten daran etwas ändern oder meine Stimmung heben. "Es. Ist. Nicht. Deine. Schuld. Lu. Hör auf das ständig zu sagen! Ich will keine verdammten Schuldzuweisungen mehr hören." Niemand war Schuld an dieser Sache, am Absturz. Ja, was die Liste betraf, war sie Schuld, aber nur diese Liste hielt mich momentan am Leben. "Können... wir einfach nur einen Film gucken und dann zurück in die Klinik?" Mehr konnte ich heute nicht mehr ertragen. Ich wollte nur noch runterfahren und hoffen, dass ich die Nacht irgendwie schlafen konnte...

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Ayla Eastwood

Auf dem Weg in den Baumarkt und auch im Baumarkt herrschte eher stille zwischen uns. Wir redeten nicht viel miteinander. Wir redeten eigentlich nur miteinander, als wir zusammen einen Baum aussuchten, der groß genug war, dass niemand Zweifel daran haben könnte, dass er nicht schon eine ganze Weile hier stand. Als wir diesen ausgesucht hatten, machten wir uns wieder auf dem Weg zurück. Wir hatten gerade so Glück, dass der Baum in das Auto passte.
Bei Nash Zuhause angekommen gingen wir direkt in den Garten, wo wir ein Loch für den Baum gruben. Beziehungsweise Nash grub das Loch. Doch dies schien ihm wirklich an die Kraft zu gehen. Das konnte ich voll und ganz verstehen, er hatte gestern erst einen Streifschuss eingefangen und eine sehr schlechte Nacht hinter sich gebracht. Wahrscheinlich hatte er auch immer noch Fieber. Da war es kein Wunder, dass er eine Pause machen musste. Er musste ja auch ein ganz schön großes Loch graben. Der Baum war schon relativ groß, deshalb auch der Wurzelballen. Doch schließlich hatte er es geschafft und wir konnten die Sachen in das Loch werfen, die niemand mehr finden sollte. Danach pflanzten wir den Baum darauf und zu aller Letzt streute Nash auch noch ein bisschen Rasensamen drauf, dass auch bald niemand mehr sehen konnte, dass dieser Baum erst vor kurzem gepflanzt wurde. Da war diese Sache wenigstens schon mal erledigt, jetzt musste Nash nur noch in die Apotheke einbrechen und die Medikamente besorgen, die wir für John brauchten. Dann lag es nur noch an mir. Ich musste John alle seine richtigen Erinnerungen auslöschen und neue einflössen. Dazu musste ich Nash auch noch die Medikamente aufschreiben, die ich für diese Behandlung brauchte. Dies machte ich gleich, als wir wieder oben im Loft waren.

Einmal um die Welt und wieder zurück!

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Lucie Hayes
Es herrschte Stille, beunruhigende Stille. Dino hatte es ihr gestanden und das war verdammt hart. Immerhin war es anfangs nur eine Affäre. Es wäre nicht so schlimm gewesen, wenn es nur Sex war, doch das wir uns ineinander verliebt hatten, war viel schlimmer. Es würde mir in Mias Situation das Herz brechen und verdammt sie so zu sehen ließ mein kleines kaputtes Herz auch zersplittern. Als ich sie ansah, entdeckte ich keine Wut mehr, eher Verzweiflung, Trauer und Schmerz. Es war viel schlimmer als die wütende Mia, sie wirkte zerbrechlich, sodass ich sie am liebsten in den Arm nehmen wollte. Doch ich selbst durchlebte, den zweit schlimmsten Tag meines Lebens nochmal. Meine Angst und Panik, Dino zu verlieren, sowie die dumme Liste und mein Versprechen ihn Sterben zulassen, wenn er es am Ende wirklich wollte.
Mias Kiefer war angespannt, ihre Fäuste geballt, Tränen rannen ihr über die geröteten Wangen, doch sie war sprachlos. Ich selbst war wie Mia gewesen, gelähmt und ungläubig. Doch der Mann vor ihr war nicht mehr der lebenslustige Frischling im Modelbusiness. Jetzt war er gebrandmarkt und zerstört. Es musste eine ganz schöne Überwindung gewesen sein Mia das zu gestehen. Doch alles was Mia tat, war sich umzudrehen und aus meiner Wohnung zu stürmen. Ganz perplex stand ich auf und lief ihr hinter her, sodass ich sie vor dem Fahrstuhl noch abfing. „Mia….warte…“, flüsterte ich. „Was…? Willst du das ich dir verzeihe, dass alles wieder okay ist?“, schluchzte sie und wischte sich die Tränen von der Wange. „Nein…ich…ich wollte nur sagen, dass es mir leidtut…ich habe dich wirklich geliebt Mia…“ „…aber Dino liebst du mehr…ich habe das auch schon verstanden.“, murmelte sie.
„Ich hoffe ihr werdet glücklich…ihr habt euch beide mehr als verdient…“, brummte sie sarkastisch und verschwand dann.
Ich fühlte mich schrecklich, es war schlimm, viel schlimmer als ich es mir je vorgestellt hätte. Nun hatte ich meine beste Freundin verloren, ich wusste zwar das Dino mich liebte…dennoch war ich mir nicht sicher ob ihn diese Liebe noch einmal vor dem Tod retten wird. Ich konnte nur hoffen, dass alles wieder gut werden würde. Mit hängenden Schultern ging ich wieder ins meine Wohnung, schloss die Tür hinter mir und schleifte mich regelrecht ins Wohnzimmer. Dort lagen noch überall Konfetti herum, angegessene Kuchenstücken und die Mülltüte mit Geschenkpapier.
Niedergeschlagen setzte ich mich wieder auf die Couch und sah zu Dino. „Tut mir leid…das alles ist meine Schuld…ich…ich…“, fing ich an doch meine Stimme versagte, als ich mich entschuldigen wollte. Mein Körper bebte und Tränen waren in meinen Augen, ich hatte das alles nicht gewollt, hätte ich es bloß bei Dino und mir gelassen und einem netten Abend mit Pizza und schrägen Filmen. „Ich wollte, dass der Tag heute besonders wird, dein Geburtstag mit Freunden und deinem Vater…eine echte Party eben…“, wisperte ich.
Ich schloss gequält die Augen, „Mia wird uns nie verzeihen…verdammt…ich hasse es sie zu verletzen…ich fühle mich schrecklich…doch zu selben Zeit bereue ich unsere Taten auch nicht.“, schniefte ich. „Ich bin ein furchtbare Mensch…es ist meine Schuld, dass wir in dem Falschen Flieger waren, dass ich Mia verletzt habe und dich zwinge diese Pillen zu nehmen und die Liste abzuarbeiten…es ist meinen Schuld, dass du sterben willst…“ Ich schluchzte laut und sah starr auf den Tisch. „Ich wollte dir heute nur einen schönen Tag machen und jetzt ist dieser mit Absicht schlechteste Geburtstag aller Zeiten geworden. Es tut mir alles so leid…“, hauchte ich und raufte mir die Haare.

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Edward "Nash" Amisville
Es machte keinen Sinn weiter darüber zu reden. Sie war nicht realistisch genug, um zu sehen, dass es für mich so gut wie unmöglich war ein normales Leben zu führen oder Kindertrainer zu werden. Niemand würde mich mit Kindern arbeiten lassen, wenn ich keine Ausbildung hatte. So funktionierte das nicht. Ich war schon zu kaputt, um normal zu funktionieren. Morden war alles, das ich konnte und ich tötete die richtigen Leute. Ich tat doch Gutes. Ich tötete die, die andere töteten und es selbst nicht verdient hatten zu leben. Ich minimierte das Leid auf dieser Erde, aber niemand schien das zu schätzen. Immer hieß es nur der böse Nash hatte jemanden getötet, aber niemand konnte zählen wie viele Leben ich dadurch schon gerettet hatte. Dafür interessierte sich niemand. Ich ließ es also einfach bleiben. Ich musste diese Hoffnung nicht schöpfen, um enttäuscht zu werden. Ich wusste, dass es nicht klappen würde. Irgendwann würde man meine Leiche im Müllcontainer finden und dann wäre es für mich vorbei. Ich glaubte nicht daran lange zu leben. Dafür war ich nicht gemacht. Ich schnappte mir die Schlüssel und fuhr mit Ayla in den Baumarkt. Sie half mir einen Baum, der so groß war wie ich selbst, auf den Wagen zu hieven. Diesen dann nach Hause zu transportieren, war im Auto ein wenig schwierig. Am Ende hing er aus dem hinteren, rechten Fenster, aber die Fahrt war nicht lang. Ich zog den Gefrierbeutel mit der Pistole, dem Handy und der Gürtelschnalle hervor und dann machten wir uns auch schon auf den Weg in den Garten. Wir mussten erst ein großes Loch für die Wurzeln graben und als ich eine gute Stelle gefunden hatte, begann ich zu graben, bis mir schwindelig wurde und ich eine Pause brauchte. Das Fieber setzte mir noch ziemlich zu, doch ich warf den Beutel in das tiefe Loch und positionierte dann den Baum darüber, schaufelte alles wieder mit Erde zu und verstreute dann Grassamen darüber, damit in einer Woche alles so aussah, als wäre es schon so gewesen.

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Dinario "Dino" Marquéz
Was brachte es jetzt noch zu lügen? Sie wollte die Wahrheit hören und die hatte sie nun auch verdient. Ich musste ehrlich mit ihr sein, auch wenn sie mich danach noch mehr hassen würde als sowieso schon. Alles, was ich getan hatte, war um sie zu beschützen. Diese Affäre war ein riesiger Fehler gewesen und doch bereute ich es nicht. Ich hatte das hier verdient. Dafür, dass ich es nicht bereute. Ich sollte es bereuen, denn ich liebte Mia genauso und sie zu verletzen tat auch mir weh, aber Lucie... das mit Lucie konnte ich einfach nicht bereuen. Also ließ ich mich von ihr schlagen und wehrte mich nicht. Auch nicht, als sie die Hand zur Faust ballte und meine Nase zu tropfen begann. Sie holte zum dritten Schlag aus, den ich widerstandslos zugelassen hätte, als Lucie ihre Hand packte und sie aufhielt. Von da an schrie sie nur noch. Gott, ihre Worte und ihre Tränen, ließen irgendetwas in mir zerbrechen. Wie hatte ich ihr das nur antun können? Dann schrie sie mich nur noch an und Lucie übernahm für mich und antwortete ihr. Ich zuckte bloß zusammen, wenn Mia die Stimme erhob oder kniff die Augen zusammen. Ich musste ihr die Wahrheit sagen. So oder so, sie musste es erfahren, auch wenn sie es nicht verstehen würde. Es würde nichts wieder gut machen und es würde unsere Taten auch nicht in Ordnung machen, aber ich musste das einfach loswerden, egal wie sehr sie mich danach hassen würde. "Ich wusste es vor allen anderen... Sie hat es mir erzählt und ich habe ihr geraten Val abzuservieren und dass ich mich mit ihr um das Kind kümmern könnte. Ich... hätte sie unterstützt, weil... weil ich sie liebe, okay? Ich weiß du hasst mich und du musst mich auch hiernach nie wieder sehen, wenn du das willst, aber so ist es nun einmal. Ich liebe dich Mia, wirklich und ich kann nichts dafür tun, um dir zu zeigen wie leid es mir tut, aber ich bereue es nicht." Ich war mir sicher, dass ich dafür noch den ein oder anderen Schlag oder vielleicht auch Tritt kassieren würde. "Vor ein paar Tagen habe ich mich in einem Motelzimmer eingeschlossen und wollte Tabletten schlucken, damit ich nie wieder aufwache. Sie war der einzige Grund weshalb ich es nicht getan habe. Scheiße Mia, ich wünschte wirklich es wäre nicht so und ich hätte dir all die Sachen nicht angetan, aber ich liebe Lucie! Und ich... ich bereue das nicht, denn sonst wäre ich heute vermutlich tot." Klar, ich würde es dann nicht mehr spüren, aber die wenigen und kurzen, luziden Momente mit Lu in meinem Leben, waren schön... und dafür hatte ich jeden Schlag von Mia verdient.

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Ayla Eastwood

Wenn Nash nicht genauer nachdachte und sich vielleicht einen handfesten Plan machte, wie er so ein ganz normales Leben mit einem ganz normalen Job erreichen konnte, dann konnte es ja nichts werden. Er wollte es nicht und deshalb dachte er auch nicht genauer darüber nach. Er war fest davon überzeugt, dass es nur das eine Leben für ihn gab. Er war der Meinung, dass er für dieses Leben bestimmt war und zu nichts anderem in der Lage. So war es aber nicht. Er wurde in diese Rolle hinein gedrängt durch seinem Lehrer. Ich war mir ganz sicher, dass er nicht so geworden wäre, wenn es diesen Lehrer nie gegeben hätte und er bei seinen Eltern aufgewachsen wäre. Ich wollte mich nicht weiter über dieses Thema mit Nash unterhalten, weil es sowieso keinen Sinn hatte. Er würde sich nicht ändern. Wieso sollte er auch? Er hatte doch keinen Grund dafür. Für sich selbst? Sicherlich nicht, weil er mit seinem Leben zufrieden war, so wie es war.
Im Schlafzimmer machte ich mich für unseren Ausflug in den Baumarkt zurecht. Ich hatte mich noch nie als Mann verkleidet. Aber es gab immer ein erstes Mal, auch wenn ich jetzt total bescheuert aussah. Es war zum Schutz. Ich wollte mich davor beschützen erkannt zu werden, schließlich wurde ich für die Mörderin gehalten und wurde von der Polizei gesucht. Als ich fertig war, kehrte ich ins Loft zu Nash zurück. Er fand diese Verkleidung anscheinend genauso bescheuert wie ich und meinte, dass wir das nicht zu oft durchziehen können und ich hoffentlich schnell von hier weg kam. Gerade hatte er mir noch gesagt, dass er es genoss, dass ich hier war und jetzt konnte es ihm nicht schnell genug gehen, dass ich wieder von hier verschwand. Ich zuckte nur mit meinen Schultern und ging dann mit ihm zusammen los. Wir hatten schließlich noch einiges zu tun.

Einmal um die Welt und wieder zurück!

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Lucie Hayes

Ich zuckte zusammen als Mia ausholte und Dino im Gesicht traf. Entsetzt sah ich zu Mia, die die noch nie jemanden geschlagen hatte, die die einer Friedenstaube glich und nie Gewalt für eine Lösung hielt. Doch das hier, schien ihr den Rest zu geben, sie schlug noch einmal zu und diesmal mit der Faust, sodass Blut aus Dinos Nase tropfte. Ich wollte etwas sagen, traute mich jedoch nicht, ich würde ihren Blick nicht ertragen. Als sie Dino jedoch wieder schlagen wollte packte ich vorher hier Handgelenk. „Stopp Mia, dass reicht…Gewalt…Gewalt ist keine Lösung.“, sagte ich bestimmt und spürte ihren zornigen Blick der sich auf mich richtete.
„Zu dir komme ich auch noch, du verdammtes Miststück!“, fauchte sie und wollte sich wieder Dino zu wenden, doch ich hielt sie auf. „Mia…hör auf, bitte. Ich verstehe das du wütend bist aber…,“, fing ich an wurde jedoch von einem hysterischen Lachen unterbrochen. „Wütend? Du denkst ich bin ernsthaft nur wütend?!“, sie war wuchsteufelswild und verzog das Gesicht. „Du hast meinen Freund gevögelt Lucie! Ich habe dir vertraut, du warst meine beste Freundin verdammt! Ich habe dir alles erzählt…und du lügst und betrügst mich? Du scheiß Flittchen…machst du denn vor gar nichts halt?“
Mia schlug mich nicht, jedoch taten ihre Worte mehr weh als ein Schlag es tun würde. „Mia es…tut mir leid…ich wollte dich nie verletzen…wir beide wollten das nicht.“, versuchte ich ihr kläglich zu erklären. „Ach ja? Ihr wolltet mich nicht verletzen? Tja scheiße gelaufen, würde ich sagen.“ Ich presste die Lippen zusammen und fuhr mir durchs Haar, „Bitte Mia…beruhige dich…“, wisperte ich. „Scheiße nein, ich werde mich nicht beruhigen, die Menschen die mir am wichtigsten waren haben mich betrogen. Du…verdammt…wann ist das überhaupt passiert? Wann war ich nicht mehr gut genug für dich?!“, sagte sie und wandte sich zu Dino, dessen Gesicht angeschwollen und Blutverschmiert war. Ich räusperte mich, „Seit dem ersten Madrid Shooting bei Caprice…“
„Wir waren gerademal drei Monate zusammen? Nach drei Monaten hast du angefangen meine Freundin zu vögeln…wieso? Wieso verdammt nochmal!!“, schrie sie zu Dino und ließ die Tränen rollen. Ich schluckte hart, „Mia…es war nicht geplant wir wollten es beide nicht…am Anfang war es bedeutungslos…“
„Es…war bedeutungslos? Was soll das heißen? Verdammt Lucie du hattest einen Freund!! Du hattest einen Freund und hast während eurer Beziehung mit die geschlafen? Du warst schwanger von Val!!! Wie abgefuckt bist du eigentlich? Du hattest doch alles…wieso konntest du nicht die Finger von meinem Freund lassen.“ „Ich…ich…-es ist kompliziert…“, fing ich verzweifelt an, doch sie schüttelte nur den Kopf und wandte sich Dino zu. „Wusstest du davon? Das sie schwanger war von Val? Hättest du dann aufgehört oder hättet ihr eure Affäre weitergeführt?!“
Ich wollte am liebsten die Zeit zurückdrehen…das hier sollte nicht passieren, nicht an Dinos Geburtstag. Ich wollte nicht wieder daran erinnert werden, was ich hätte haben können…ich hätte Dino gehabt…der mich geliebt, es mir aber nie gebeichtet hätte. Ich hätte ein Baby…dass einen wundervollen Vater hätte…und ich hätte Mia als beste Freundin. Doch jetzt hatte ich nichts mehr…Mia hasste mich, Dino war depressiv und wollte sterben…ich würde die Menschen verlieren die mir ab wichtigsten waren…

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Dinario "Dino" Marquéz
Den Kuchen anzuschneiden bekam ich noch hin, doch als mir Kyle dann begann die Geschenke in die Hand zu drücken, musste ich mich hinsetzen. Ich rutschte mit dem Po an die Kante, sodass ich das steife Metallgerüst alias mein Bein ablegen konnte. Ich legte die Schachteln dann auf meinen Schoß, bettete meinen schlaffen Arm darauf und hielt das Geschenk mit dessen Gewicht fest, sodass ich mit dem anderen das Papier entfernen konnte. Es kostete Anstrengung und Konzentration, doch Kyle legte immer wieder nach, sodass ich praktisch in Akkordarbeitdie Geschenke öffnete. Die Leute um mich herum begannen in Gespräche zu verfallen und Kyle berichtete mir von seinem neuen Kerl, den er an der Angel hatte. Zum ersten Mal seit Langem fühlte ich mich wieder... ein klein wenig normal. All die Leute hier machten das wirklich gut. Sie sprachen nicht über mein Problem, sondern ignorierten es und gaben mir damit ein gutes Gefühl. Zumindest so lange, bis Mia plötzlich ins Wohnzimmer geplatzt kam und sie begann herumzuschreien. Ich hatte gerade begonnen diese Feier wirklich ein wenig zu genießen und dann tauchte sie auf und riss alte Wunden wieder auf. Ich wollte Mia nicht böse sein - immerhin hatte ich mit ihr Schluss gemacht - aber sie zerstörte gerade meinen ersten Moment, in dem ich mich wieder wohl gefühlt hatte. Ich schluckte bloß und fühlte mich schrecklich fehl am Platz, als Mia Lucie all diese Dinge vorwarf und sie schließlich noch auf die Affäre zu sprechen kam. Was? Glaubte Mia ich stieß sie weg, weil ich mich schämte und würde in diesem Zustand Sex mit Lucie haben? Ich konnte mich ja kaum selbst im Spiegel betrachten. Ich wäre gar nicht in der Lage... Doch. Doch, ich war schon in dieser Lage gewesen. Wir hatten Mia betrogen und genau das bemerkte sie nun auch. Wow... ich hatte mir meinen Geburtstag ganz anders vorgestellt. Kyle stand nun auf und schaffte die Leute heraus, klopfte mir noch fast aufmunternd auf die Schulter, ehe er schnell mit allen verschwand, sodass wir allein mit Mia zurückblieben. Ich starrte derweil bloß geradeaus auf einen imaginären Punkt, als Mia sich vor uns beiden aufbaute. Ich schloss die Augen. Besser wir brachten es direkt hinter uns und ich konnte zurück in die Klinik. "Ich hab nach dem Absturz nicht mal eine Sekunde an Sex gedacht, Mia. Ich kann mich selbst kaum ansehen, glaubst du da könnte ich intim werden?", flüsterte ich nur und schüttelte den Kopf. "Es war vorher. Vor dem Absturz und es war mehr als nur einmal. Ich habe da noch nicht verstanden, dass ich in Lucie -" Weiter kam ich nicht, denn eine heftige Ohrfeige renkte mir beinahe den Kiefer aus, als mein Kopf zur Seite flog. "Du verdammtes Schwein! Wie konntest du nur! Habe ich dir denn nicht gereicht?! War ich dir nicht genug, huh?! Musstest du unbedingt meine beste Freundin vögeln! Du hast mir alles nur vorgespielt!", schrie sie mich an und schlug direkt noch einmal zu. Diesmal mit der Faust, sodass mir etwas Blut aus der Nase floss. Das hatte ich wohl verdient. Sie hatte ja recht, es war nicht richtig gewesen. "Ich habe dich geliebt, Mia, nur..." - "Nur was?!", brüllte sie und ich schluckte. Ja, was? Nur Lucie liebe ich mehr? Das konnte ich doch nicht sagen, verdammt! Ich richtete den Blick wieder nach vorn, sah ihr aber nicht ins Gesicht. "Schlag einfach nochmal zu." Sie hatte jedes Recht dazu.

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Lucie Hayes
Soweit so gut. Dino war ganz damit beschäftig die Kerzen auszupusten und die Torte anzuschneiden. Kyle nahm sich ein größeres Stück und fing dann auch schon an Gossip zu erzählen. Er erzählte von den neusten Gerüchten aus der Hollywoodwelt und dass Myra -ein für ihn billiges Flittchen-, sogar eine kleine Schauspielrolle bekommen hatte. Ich seufzte und trank meinen Drink aus, bevor ich mir ebenfalls en Stück Torte nahm und etwa abseits hinsetzte. Für Dinos Vater musste, dass alles merkwürdig sein, er kannte die ganzen Menschen nicht. Dennoch glaubte ich, dass es ihm ganz gefiel seinen Sohn wieder zu sehen. Ich hatte ihm ein Hotelzimmer in der Nähe gebucht, so würde er noch ein verlängertes Wochenende hier verbringen und könnte sich hoffentlich nochmal mit Dino treffen. Immerhin hatte ich ihm darum gebeten allein zu kommen, sodass seine Mutter die beiden nicht störte. Ich wollte, dass sein Geburtstag…schön wird…dass er wieder ein bisschen unter die Leute kommt. Außerdem hätte er die Möglichkeit ein bisschen Vater-Sohn Zeit zu verbringen.
Momentan sah es jedoch eher so aus, als wäre Dino etwa überfordert, vor allem als Kyle ihm alle möglichen Geschenke in die Hand drückte, die er auspacken sollte. Ich seufzte und lehnte mich gegen die Wand, während ich dabei zu sah wie Dino die Geschenke auspackte und Kyle wieder plapperte wie ein Wasserfall. Vor allem, als er von seinem neuen Typen anfing. Die anderen stimmten mit ein, sodass Dino also nicht das Problem hatte nicht mit den anderen interagieren zu können. Sie fragten ihn nicht aus über die Therapie, seinen Stumpf oder sonstige Sachen, die die Zukunft betrafen. Es war einfach normaler Small Talk unter Freunden wie früher und ich hoffte, dass ihn das nicht überforderte. Denn gerade entspannt sah er nicht aus.
Nach einer Weile und meinem dritten Long-Drink, klopfte es an der Tür. Eigentlich erwartete ich niemanden mehr und das bestellte Essen war ebenfalls schon längst da. Heute gab es nur Fingerfood, immerhin wusste ich ja wie blöd es für Dino war zu Essen. Mit meinem Drink in der Hand ging ich aus dem Wohnzimmer in den Flur und zur Tür und öffnete sie.
„Oh Shit…“, hauchte ich, als ich Mias im Türrahmen stehen sah. „Das ist aber keine nette Begrüßung.“, raunte sie, nahm mein Gesicht in ihre Hände und küsste mich stürmisch, sodass ich gegen die Wand taumelte. Sie grinste nur und öffnete ihren Mantel unter dem sie die Reizunterwäsche trug, welche ich für sie entworfen hatte. Ich schluckte hart und versuchte sie auf Abstand zu halten, „Mia…warte…stopp!“, rief ich und ich sah wie sie mürrisch von mir abließ. „Was denn? Ich dachte du freust dich?“, brummte sie. „Ja…ähm…schon…aber wieso bist du hier? Du solltest in London sein…beim Chanel Shooting!“ Sie verdrehte nur die Augen. Ich habe „Paula gebeten mich früher gehen zu lassen…immerhin haben wir uns so lang nicht mehr gesehen, du warst so beschäftigt…ich habe dich vermisst!“, schnurrte sie und kam wieder näher.
Plötzlich stand Dave im Flur, der uns mit großen Augen beobachtete, „Fuck Mia…du siehst echt heiß aus…“, brüllte er angetrunken und hielt sie am Rahmen fest. Mia sah verwirrt von mit zu Dave und wieder zurück? „Was zur Hölle machst du hier Dave? Warte sind noch mehr hier?“, fragte sie zog sich den Mantel über und raste ins Wohnzimmer wo sie erstarrt stehen blieb und „Dino?“ flüsterte. Ich biss mir auf die Unterlippe, „Scheiße…“, hauchte ich und sah wie aus Mias Fassungslosigkeit Wut wurde als sie verstand was los war. Ich spürte die gleich die Bombe platzen würde, alle wurden leise und ich wollte mich am liebsten unter meiner Decke verkriechen.
„Du schmeißt eine Geburtstagsparty für meinen Ex, hinter meinem Rücken? Hast du mich extra zu diesem Shooting geschickt? Du wolltest mich nicht dabeihaben oder?“, fauchte sie und ballte die Hände zu Fäusten. Seitdem sie die Trauerphase überwunden hat, kam die Wutphase, in der sie Dino hasste und immer, wenn ich ihn erwähnte gleich rumnörgelte. Es war fast so als wäre sie eifersüchtig, was total dämlich war, da sie immer noch an ihm hing. Sie verleugnete es jetzt nur.
„Mia…“, fing ich an, doch sie unterbrach mich. „Hör auf mit der Mia scheiße…wie kannst du nur…“ Ich fuhr mir durchs Haar und seufzte, „Du verstehst das nicht Mia…es ist kompliziert…bitte, lass es sein…“, hauchte ich. „Nein, ich verstehe, das sehr wohl du hängst mit meinem Ex ab, schmeißt eine Geburtstagsparty für ihn und jagst mich ans andere Ende der Welt! Du bist in letzter Zeit kaum noch erreichbar, hast nie Zeit und bist immer woanders mit deinen Gedanken? Scheiße verdammt habt ihr beiden so etwas wie eine Affäre?“
Ich lachte bitter, „Natürlich nicht…Mia.“, sagte ich empört, wurde jedoch etwas rot.
Das Dino und ich intim wären, war unvorstellbar. Zwar waren wir uns nahe und ja ich liebte ihn, doch es war nie so intim. Ich glaubte auch kaum, dass Dino zu so etwas in nächster Zukunft bereit wäre.
„Du lügst! Ich weiß es…du hast was mit Dino“, kreischte sie hysterisch. „Nein, wir sind Freunde, wie oft noch…zwischen mir und Dino ist gar nichts.“, fauchte ich und funkelte sie wütend an. Sie hatte den Geburtstag verdorben, sie stellte nicht nur mich, sondern auch Dino vor unseren Freunden und seinem Vater bloß. Ich sah schon wie Kyle den Mund aufmacht irgendwas zu sagen doch Mia war voll in Fahrt. Dann ganz plötzlich schien ihr ein Licht aufzugehen und so sah mich geschockt an. „Okay, ihr habt heute nichts miteinander…aber früher schon.“, hauchte sie und ich hatte große Bemühungen mein Pokerface aufrecht zu erhalten. Jedoch war Mia wie ein Lügendetektor.
„Ähm…ich glaube wir sollten gehen…“, murmelte Kyle und sah uns an. „…Mr. Marquez, ich nehme sie mit zu ihrem Hotel…ich glaube die drei haben noch einiges zu bereden.“ Er wandte sich dann zu Dino und klopfte ihm auf die Schulter. „Wir holen das ein anderes Mal nach…“ Tja und dann gingen sie, die Stimmung war unter dem Gefrierpunkt, ich hasste Mia im Moment dafür…das sie seinen Geburtstag ruiniert hatte und uns entblößte vor unseren Freunden und seinem Vater. Mit wackeligen Beinen setzte ich mich ans andere Ende der Couch, Mia stand wütend vor uns und sah aus wie eine Furie. „Okay, wann…wann hattet ihr die Affäre? Als wir uns getrennt haben? Nach dem Absturz oder vor dem Absturz? War es etwas einmaliges oder etwas längeres?“, knurrte sie und sah so aus als wollte sie uns die Köpfe abreißen.

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Edward "Nash" Amisville
Ich schüttelte bloß den Kopf, als sie meinte mir die Lösung auf dem Silbertablett präsentieren zu können. Sie hatte keine Ahnung wie aufwendig es war den kleinen Club nebenbei zu haben. Ich trainierte bereits Kinder, weil es mir Spaß machte und es war da schon schwer genug zu fälschen und zu täuschen. Um mit Kindern zu arbeiten, brauchte ich eine pädagogische Ausbildung und auch als Trainer musste ich Ausbildungen absolviert haben. Das alles hatte ich gefälscht und es hatte gerade so gereicht, um die wenigen Eltern der Kinder zu täuschen. Würde ich das hauptberuflich machen, müsste ich die Stadt und viele Eltern täuschen. Das war nahezu unmöglich. Ich müsste jemanden finden, der nahezu perfekte Zertifikate fälschte und zu diesen Leuten hatte ich bisher nie Kontakt gehabt. Immerhin lebte ich im Untergrund und wollte nicht in die Öffentlichkeit gehen. Ich fuhr mir über die Stirn und schüttelte bloß den Kopf. "Ich kann nicht mit Kindern arbeiten und ihnen Kampfsportarbeiten beibringen, wenn ich nicht geschult bin. Die Eltern werden das nicht zulassen und die Stadt sowieso nicht. Ich kann nicht einfach so und ohne Vorwissen ein Unternehmen gründen und mit Kindern arbeiten." Wie stellte sie es sich denn bitte vor? Ständig heißt es "du kannst doch" und "du solltest doch", aber verraten wie ich das alles anstellen soll ohne doch lebenslänglich im Gefängnis zu landen, konnte sie mir nicht! Weil es nicht funktionierte! Ich ließ sie ins Schlafzimmer gehen und sich umziehen. Währenddessen fuhr ich mir durch die Haare, trank mit zitternden Händen noch ein Glas Wasser und drehte mich dann um, als Ayla aus dem Schlafzimmer zurückkehrte. Ich zog die Stirn kraus, seufzte und ging zur Tür, wo ich in der Schlüsselschale eine Sonnenbrille herausnahm und sie ihr gab. "Das könnten wir nicht oft durchziehen. Hoffentlich bist du schnell hier raus." Dann konnten wir alle unseren gewohnen Tagesabläufen nachgehen. Irgendwie musste ich das ja hinbekommen und sievergessen. Früher oder später hatte ich keine andere Wahl.

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Ayla Eastwood

Nash hatte wirklich keine Hoffnung mehr, dass es eine Möglichkeit gab ein ganz normales Leben zu führen und in einen normalen Beruf einzusteigen. Ja, Nash hatte Recht, es war nicht einfach. Dagegen hatte ich ja nie etwas gesagt. Es würde schwer werden und es würde sicherlich keinen einfachen Ausweg geben. Aber ich war mir ganz sicher, dass es eine Lösung gab. Nichts war unlösbar. Es gab eben leichtere Probleme, mit leichten Lösungen und schwerwiegende Probleme mit schweren Lösungen. "Es gibt immer eine Lösung. Ich bin mir sicher, dass es irgendwo auch einen Job gibt in dem du keine Ausbildung brauchst. Du bist sicherlich nicht der einzige Mensch in den Staaten, der keine Schule besucht hat. Es gibt so viele Leute die es auch geschafft haben. Vielleicht kannst du ja wirklich irgendwie bei der Polizei anfangen oder wirklich Kinder trainieren. Sie kennen deine Geschichte doch nicht. Sie wissen nicht, dass du etwas mit den Morden zu tun hast. Warum sollten sie dich dann verdächtigen? Nur weil du keine Ausbildung hast? Das haben sicherlich auch andere nicht." versuchte ich ihm zu erklären. Aber Nash würde den leichtesten Weg gehen. Er würde nichts ändern und sein altes Leben einfach weiter leben. So wie es war. Er würde sein Leben nicht ändern.
Nash schien dieses Thema wirklich an die Haut zu gehen. Er entschuldigte sich bei mir dafür, aber ich winkte nur ab. Schließlich war es ein Thema in das wir uns beide sehr gerne hinein steigerten. Ich nickte schließlich, als Nash mich darum bat, dass ich mir mein Kostüm anzog. Also schnappte ich mir die Perücke und die anderen Sachen, die er mir raus gesucht hatte und ging ins Schlafzimmer. Ich zog mir die Sachen an und setzte mir auch die Perücke auf. Ich sah wirklich total bescheuert aus und ich hoffte wirklich, dass wir mir schnell eine Frauenperücke besorgen würden, denn als Mann würde ich sicherlich nicht nochmal rum laufen.

Einmal um die Welt und wieder zurück!

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Dinario "Dino" Marquéz
"Ich weiß deine Mühen zu schätzen, aber ich möchte es in kleinen Schritten angehen. Wenn ich mich jetzt zu sehr freue und es mit dem gruseligen Teil hier nicht klappt, dann falle ich nur wieder in ein Tief.", erklärte ich ihr und lächelte zaghaft, weil ich sie nicht verletzen wollte. Würde ich scheitern, würde ich nur wieder einen Rückfall haben und das konnte ich nicht gebrauchen. Nicht jetzt, wo es mit den Pillen und allem endlich einigermaßen glatt lief. Ich stellte das Bein in der Schachtel also zu dem Rollstuhl in der Ecke und nahm mir das steife Metallbein, das ich mir mit dem Überzug an meinem Stumpf befestigte. So konnte ich neben Lucie herlaufen - das erste Mal seit so langer Zeit wieder - auch wenn ich verdammt langsam und holprig unterwegs war. Sie stützte mich immer noch auf meiner gesunden Seite und musste nach jedem Schritt kurz inne halten, um weiter zu gehen, aber wir hatten es ja nicht eilig. Lieber humpelte ich im Schneckentempo durch die Gegend, als weiter herumgeschoben zu werden. Der Weg zum Auto dauerte lange, noch schlimmer aber waren die Stufen hoch zu Lucies Loft. Es waren nur die zwei oder drei Stufen zur Eingangstür und im Hausflur konnten wir dann den Aufzug nehmen, doch ich brauchte gefühlte Ewigkeiten, bis ich herausgefunden hatte wie ich das meisten konnte. Stufen hatte ich bisher noch nicht geübt. Im Aufzug dann hielt ich mich an den Handläufen fest und kaum stand ich in der Wohnung, kippte ich beinahe um. Völlig unerwartet tauchten vor mir Luftschlangen, Ballons und so viele Leute auf, dass ich beinahe einen Herzinfarkt bekam. Ich stolperte kurz zurück, hielt mich aber am Türrahmen fest, als ich all die Leute sah. Klar, es waren keine zwanzig Menschen, aber so viele Freunde hatte ich auch nicht. Trotzdem waren es... viele Leute. Für mich jedenfalls. Das war ein Sprung ins kalte Wasser. Ich hatte mich bisher nur Mia und Lucie so gezeigt. Mit Arm in der Schlinge und steifem Metallgerüst als Bein. Ich war so überfordert mit der Situation, dass ich nicht einmal sauer auf Lucie sein konnte. Dafür blieb mir aber auch kaum Zeit, denn kurz darauf lag ich schon in den Armen all dieser Menschen und ich... ich wusste gar nicht wohin mit mir. Dann war da auch plötzlich noch mein Dad und er drückte mir das traditionelle Bier in die Hand, sodass ich bloß sprachlos zu ihm aufsah. "Feliz cumpleaños, mi hijo.", hörte ich ihn nur sagen, als Kyle auch schon vor mir auftauchte. Scheiße, das war... wirklich viel auf einmal. Erst jetzt, als Kyle plötzlich vor mir stand, blieb mir die Zeit, um wirklich etwas zu fühlen. Scham. Niemand der hier Anwesenden hatte mich bisher so gesehen und ich bildete mir wirklich ein, dass sie mich anders ansahen als sonst. Kyle nicht. Nein, er war grob. Er wollte den Kuchen essen, sodass er mich einfach in die Richtung schob und ich beinahe über die Prothese stolperte. Er griff mir noch rechtzeitig unter die Arme, um mich vor dem Kuchen wieder gerade hinzustellen. "Los! Blas die Kerzen aus und wünsch dir was, Dino!", drängte mich Kyle und stupste mir dabei in die Seite, sodass ich kurz blinzelte. Was sollte ich mir denn wünschen? Mein Bein würde ich nicht zurückbekommen, aber ich wollte immer noch meinen Arm zurück. Wenigstens ihn, damit ich nicht doch noch als Pflegefall endete. Ich wünschte mir die nötige Motivation dafür weiterzumachen. Kaum waren die Kerzen aus, drückte Kyle mir schon das Messer in die Hand und ich schnitt den Kuchen an und gab ihm augenrollend das erste Stück. Er war so ein Idiot, wenn er hungrig war!

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Lucie Hayes

Ich hätte wissen sollen, dass es noch zu früh war, nach allem was passiert gesehen ist. Ich seufzte und nickte, natürlich wollte und erwartete ich nicht, dass er gleich losstürmte um mit seiner Prothese zu laufen. Ich meine ich hoffte das er sie irgendwann tragen würde und dadurch auch selbstbewusster wurde, doch ich verstand, wenn er erst einmal mit seiner jetzigen Prothese klarkommen wollte. Immerhin war das wichtigste ja, dass er überhaupt anfing zu laufen und sich daran gewöhnte alles auszubalancieren.
„Keine Sorge, ich verstehe und weiß das es noch eine Weile dauert, bis alles so klappt wie es soll. Doch wenigsten hast du dann einen Ansporn…oder eine Möglichkeit dich wieder ein bisschen normal zu fühlen.“, sagte ich und lächelte ihn sanft an. Vielleicht freute er sich nicht so wie erhofft, doch irgendwann, wenn er bereit dazu war, dann war er eventuell ganz glücklich darüber, die Prothese zu haben.
„Dino, ich sagte dir, es war keine große Summe, eigentlich war es fast geschenkt, außerdem solltest du eh keinen Alkohol trinken und dir Fußballkarten zu schenken kam mir nicht in den Sinn, da ich nicht dachte das du rausgehen würdest. Immerhin gehen wir schon in keinem Restaurant essen indem wir nur sitzen, Essen und uns unterhalten, müssten.“, sagte ich und verschränkte die Arme vor der Brust. „Für mich spielt Geld keine große Rolle, ich habe Geld und ich will es für etwas Sinnvolles ausgeben für dich. Ich freue mich, wenn es dir bessergeht und du nicht mehr ganz so traurig bist, dafür ist es das Geld wert. Ich meine was soll ich sonst damit run? Ich habe sonst alles was ich will und Spenden tue ich es auch an Organisationen. Also fang nicht wieder damit an…außerdem kann ich die Prothese ja auch schlecht zurück geben…es ist immerhin maßgefertigt.“, brummte ich und half ihm dann die Prothese wieder zu verpacken und sicher zu verstauen.
Wenn er wüsste, was ich für heute geplant hatte würde er sicher nicht mehr so locker drauf sein, wahrscheinlich würde er sich sogar ans Bett fesseln, doch es war immerhin sein Geburtstag und den sollte er auch feiern, hin oder her, was für schlechte Erfahrungen er gemacht hat. Ich würde ihm neue Erinnerungen schaffen, bessere. Auch wenn ich ein bisschen Angst hatte, dass er nach heute Abend nie wieder mit mir rausgehen würde.
„Ja vielleicht werde ich die Pizza aussuchen oder auch mehr wer weiß, ich meine heute ist zwar dein Geburtstag, doch wenn es um Essen geht habe ich das erste und letzte Wort.“, sagte ich lachend und nahm dann meine Tasche. „Okay los geht’s, lass uns einen schönen Abend bei mir verbringen.“
Während der war, wurde ich immer nervöser, ich wusste nicht ob ich zu weit mit der kleinen Überraschungsparty ging, doch sein Dad freute sich so und auch Kollegen zum Beispiel Kyle, ich weiß, dass er ihm getextet hat und auch um ihn besorgt war. Er sollte einfach sehen wie viele Leute sich einfach freuten ihren Kumpel wieder zu sehen.
Wie gewohnt parkte ich den Wagen in der Tiefgarage und zusammen nahmen wir den Fahrstuhl zu meinem Apartment. Ich schloss die Tür auf, wartete bis er reinkam und machte dann das Licht ans. Sofort schrien alle „Überraschung!“ und es regnete Konfetti, Luftballons schwebten in der Luft und eine Torte stand auf dem Tisch umgeben von Geschenken. Alle nacheinander kamen zu ihm drückten ihn, wünschten ihm alles Gute und freuten sich ihn zu sehen. Ich wusste, dass ich definitiv einen Vortrag heute Abend noch hören würde…ich war geliefert. Vermutlich würde er mich sogar die nächsten Tage oder Wochen ignorieren und schmollen, doch es war schön zu sehen wie sich alle freuten, vor allem das Dino relativ normal wirkte anstatt krüppelig wie er immer behauptete. Er war ein wenig blass und doch dass würde sich sicher bald ändern, als letztes und kleine Überraschung kam sein Vater aus der Küche mit einem zwei Bier in der Hand, welche ich hielt, als er seinen Sohn umarmte und sichtlich Mühe hatte nicht zu heulen. Ich glaubte kaum, dass er aus Kummer weinte um das fehlende Bein seines Sohnes, sondern eher aus Freude ihn nach so langer Zeit wieder zu sehen. Sein Vater flüsterte ihm etwas auf Spanisch ins Ohr und übergab ihm dann ein Bier welches ich für ihn hielt. Während die beiden ihren Vater Sohn Moment hatten, machte ich mich aus dem Staub und mixte mir einen Longdrink.
Kyle der Dino auf die Schulter kloppte sagte irgendwas von „Verhungern, blasen und Kuchen“ ich seufzte und fuhr mir durchs Haar, während Kyle Dino zur Torte dirigierte und erwarteten, dass er die Kerzen auspustete.
Ob Dino überhaupt einmal eine Geburtstagsparty mit Freunden gefeiert hat? Immerhin war seine Geburtstage zuvor relativ scheiße gewesen.

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Edward "Nash" Amisville
Ich schüttelte bloß den Kopf. Sie verstand es nicht. Wieso nicht? Konnte sie nicht ganz normal darüber nachdenken? War ihr nicht klar, dass ich dafür Ausweise und Zeugnisse fälschen musste, was das Zeug hielt? Ich war nicht gebildet genug, um irgendeinen anderen Job zu machen, den ich nicht bereits schon kannte. Ich müsste mit dem Morden aufhören, würde ich ein normales Leben führen wollen. Ich konnte nicht Vieles gut, aber Morden gehörte dazu. Also was blieb dann noch übrig an Talenten, die ich in einem normalen Leben nutzen könnte? Ich konnte gut mit Kindern umgehen, genauso gut aber auch mit Waffen jeglicher Art. Ich kannte mich mit den meisten Kampfsportarten aus und konnte gut mit Computern und Spionage umgehen. Was davon würde mir in einem normalen Leben schon helfen? Ja, ich könnte weiter Kinder trainieren, allerdings müsste ich das Vollzeit tun, um über die Runden zu kommen und welche Eltern schickten ihre Kinder schon zu einem ungebildeten Mann, dessen Herkunft nicht bekannt war? Ich würde ein Geschäft daraus machen müssen, es anmelden, versteuern und aufbauen müssen. Wie stellte sie sich das alles denn bitte vor?! "Dann präsentier mir eine Lösung und ich nehme sie an! Es geht nicht, Ayla, siehst du das nicht? Dafür ist schon zu viel kaputt." An mir. Ich war kaputt. Mein Leben genauso. Das konnte man nicht einfach so retten. Mich konnte man nicht einfach so retten. Vermutlich überhaupt nicht. Ich seufzte und senkte den Blick ein wenig, rieb mir die pulsierenden Schläfen und atmete tief aus. "Tut mir leid." Das normale Leben war wohl irgendwie sowas wie mein wunder Punkt. Natürlich wäre ich gern normal aufgewachsen. Ich glaubte aber wirklich, dass ich genauso verkorkst geworden wäre. Ich hätte nur weniger Möglichkeiten gehabt, hätte vielleicht einfach nur Kleinkrimineller werden können. "Dann... guck, ob du das Kostüm irgendwie hinkriegst. Bitte.", murmelte ich und stützte meinen Kopf in die Hände. Ich wollte früh los, um vor dem Einbruch noch etwas schlafen zu können. Wie gesagt, ich war absolut nicht in Bestform.

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Ayla Eastwood

Nash stellte fest, dass ich sauer war. War ich sauer? Irgendwie ja schon. Aber auch wieder nicht direkt. Ich konnte einfach nicht verstehen, dass er sich so hängen lies. Woher sollte er wissen, dass er kein ganz normales Leben führen konnte, wenn er es nicht ausprobiert hatte. Deshalb zuckte ich nur mit meinen Schultern als Antwort. "Ich kann einfach nicht verstehen, dass du wirklich denkst, dass du für ein ganz normales Leben ohne Morde nicht in der Lage bist, wenn du es noch nie wirklich probiert hast und auch noch nie wirklich darüber nachgedacht hast." meinte ich zu ihm und sah ihn an. Aber wieso sollte ich weiter mit ihm diskutieren? Es hatte doch sowieso keine Wirkung. Ich könnte mir meinen Mund wund reden und es würde sich sowieso nichts ändern. Seine Lebenseinstellung war so tief in ihm verankert, dass sie nur schwer zu ändern war. Selbst wenn sie zu ändern war, wusste ich nicht, wie ich ihn dabei helfen sollte. Ich war der Meinung, dass er es selbst auch wollen musste und er hatte mir klar und deutlich gesagt, dass er nicht wollte. Er wollte nicht weiter mit mir darüber sprechen, weil es dabei nur wieder zum Streit kommen würde. Da hatte er wohl Recht. Jedes Mal, wenn wir über dieses Thema gesprochen hatten, war es in einem Streit ausgeartet. Er wollte es nicht, also sprach ich auch nicht weiter über dieses Thema.
Nash fragte mich, ob ich trotzdem noch in den Baumarkt mitkommen wollte. "Ja, ich komme trotzdem mit." erklärte ich ihm. Ich wollte ihn auch trotz diesem Gesprächs in den Baumarkt begleiten, weil so viel auf dem Weg dahin passieren konnte, schon allein wegen seiner Wunde. Er war schließlich immer noch nicht wirklich auf dem Damm.

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Dinario "Dino" Marquéz
Ich wusste nicht so recht wie ich mich fühlen sollte. Klar, es war ein sehr durchdachtes Geschenk und sicher würde es mein Leben leichter machen - was wollte man für ein Geschenk denn mehr? - aber ich war noch nicht ganz bereit dafür gewesen. Vor mir lag die Abbildung des Beines, das mir bei vollem Bewusstsein vom Körper abgetrennt worden war. Mir war so kotzübel wie im Flugzeug und es würde wohl auch nicht so bald vergehen. Ich schaute dieses Ding an und mir kamen die Bilder vor Augen wie mein Bein unter mir zu Boden ging, wie es im Krankenwagen neben mir gelegen hatte und wie es nun im Mülleimer verrottete. Natürlich, das alles war nicht real und eine Ausgeburt meines Traumas, aber... es war einfach nicht leicht und ich hatte es noch nicht verarbeitet. "Natürlich läuft man authentischer. Es knickt sich, aber... ich komme kaum mit einer steifen Prothese klar. Ich bin noch nicht so weit mich daran zu wagen. Dieses Knicken hinzubekommen ohne durchzuknicken, ist eine Herausforderung. Zumindest sagen das meine Ärzte. Ich habe ja schon früher um eine mit Kniegelenk gebeten, aber sie haben es mir noch nicht zugetraut. Du... du bist mir nicht böse, wenn ich es erstmal nicht benutze, oder? Wie gesagt, ich... ich bin noch nicht so weit. Weder körperlich, noch psychisch. Es sieht einfach so echt aus...", erklärte ich ihr vorsichtig und schaute auf das Bein herunter. "Das heißt nicht, dass es mir nicht gefällt. Du hast dir sehr viel Mühe gegeben und es tut mir leid, dass ich mich momentan noch nicht so freuen kann." Es war als würde man mir ein Auto schenken, bevor ich den Führerschein machen konnte. "Trotzdem schenkt man einem Freund normalerweise ein Sixpack Bier oder Fußballkarten. Das hier... ist wirklich zu viel, Lu. Du bezahlst schon die Klinik und die Forschung." Sie bezahlte zu viel für mich und ich fühlte mich wirklich unwohl deswegen. Ich hatte das Gefühl ihr ständig auf der Tasche zu liegen. "Ja... ja, es gefällt mir. Ich bin nur noch nicht so ganz bereit, um damit zu laufen." Ich hatte mich gerade so an die steife Metallprothese gewöhnt, mit der ich so langsam wie eine Schildkröte war. Wäre ich mit dem Kniegelenk so langsam, würde die Prothese unter mir zusammenklappen, bevor ich mein zweites Bein aufgesetzt hatte. Ich musste noch viel üben, bevor ich mich an diese Prothese wagen könnte. Ein Kniegelenk zu bedienen, über das man keine wirkliche Kontrolle hatte, war nicht leicht. Wir könnten losfahren. "Fast alles? Heißt das, dass du heute Abend die Pizza aussuchst?" Sie hatte mir einen Abend zu Hause versprochen. Ich verstand darunter Filme gucken und Pizza essen. Sie allerdings etwas ganz anderes...

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Lucie Hayes

Ich musterte ihn genau als er die Prothese begutachtete und zum Glück nicht ausflippte. Irgendwie war es etwas makaber jemanden ein Bein zum Geburtstag zu schenken. Ich lächelte etwas unsicher und murmelte, „Naja also ich habe es nicht unbedingt nachbilden lassen…das hört sich gruselig an…“ Ich rutschte auf meinem Stuhl etwas hin und her, „…doch ich hatte ziemlich viel Zeit und mir war langweilig, also habe ich ein bisschen im Internet recherchiert und mit Berichte angesehen. Tja und viele dieser Leute haben gesagt, dass es sich besser und authentischer läuft mit einer Beinprothese mit Kniegelenk.“
Ich stand auf, strich mein Kleid glatt und ging zu ihm, „Mit dem richtigen Training wird es vielleicht gar nicht auffallen, jedenfalls war es bei den anderen so…immerhin ist es kein steifes Metallbein, sondern beweglich. Ich glaube man muss kein Profi sein um mit der Prothese zu laufen. Es braucht Übung, das haben jedenfalls die Anderen gesagt.“ Ich strich über das Silikon, welches wirklich wie Haut aussah und seufzte. „Ich habe mich informiert und die Leute gefragt, ob sie die Prothese verkleiden können, sodass es wie dein Bein aussieht. Deshalb habe ich ihnen Fotos gezeigt und naja…die Ärzte haben dich vermessen und das Gewicht des Beines ausgerechnet, sodass es sich wesentlich einfacher laufen wird.“
Es war so merkwürdig sein Bein so anzusehen und irgendwie kam es mir so vor als würde ich ihm ein verlorenes Körperteil schenken, anstatt eine Prothese. Gott, das war sicher das merkwürdigste Geburtstagsgeschenk aller Zeiten.
„In meiner Vorstellung, war es weniger gruselig, doch ich habe auch nicht erwartet, dass es so echt aussehen würde. Als es bei mir Zuhause rumstand hat es mich ein bisschen an eine Halloween-Deko erinnert. Ich habe es dann im Kleiderschrank versteckt.“, sagte ich und musste unwillkürlich grinsen. Ich setzte mich aufs Bett und ließ die Beine baumeln, bevor ich die Augen verdrehte, „Es war nicht besonders teuer, ich kenne ein paar Leute durch meinen Dad und hatte noch ein paar Kontakte, also habe ich nur die Hälfte es eigentlichen Preises bezahlt. Für mich war das nicht besonders viel Geld, also -nein- es war nicht zu teuer.“, versuchte ich ihm zu verklickern sammelte das Papier auf dem Bett ein.
„Gefällt es dir denn? Ich meine es ist schon ein gruseliges Geburtstagsgeschenk, doch um ehrlich zu sein, hätte ich nicht gewusst, was ich dir sonst schenken würde. Ich meine du bist ja eh schon ein Geburtstagsmufti.“
Ich lächelte und betrachtete ihn eingehend, „Willst du sie mal anprobieren oder wollen wir los düsen? Heute ist dein Geburtstag, also kannst du auch fast alles bestimmen.“

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Edward "Nash" Amisville
Ich legte die Arme um meinen Rumpf und schaute sie an, als sie bloß schwieg und nichts mehr zu dem sagte. Sie machte das erstaunlich oft und jedes Mal wieder wusste ich nicht, was ich in dem Moment zu tun hatte. Ich war das nicht gewohnt. Diese sozialen Kontakte waren neu für mich und ich hatte das Gefüh sie immer wütend zu machen, wenn sie so schwieg und ich nichts tat. Was hatte ich denn überhaupt gesagt, um dieses Schweigen zu verursachen? Ja, ich wollte nicht mehr mit ihr darüber streiten, aber deswegen musste sie nicht so kryptisch "Wie du willst" sagen und dann nichts mehr erwidern. Ich zog die Stirn kraus und ließ mich langsam auf einen der Stühle auf dem Esszimmer sinken, den Blick auf die Verbände, meine Klamotten und die Perücke gerichtet. "Du bist sauer.", stellte ich bloß fest. Super Erkenntnis. Und jetzt? Was sollte ich denn dagegen tun? Mich in ein normales Leben stürzen und hoffen nicht aufzufliegen, obwohl es doch so absehbar war? Ich konnte kein normales Leben führen! Das ging einfach nicht. Dafür war ich zu kaputt. Normal war bei mir nicht möglich. Das war ich nun einmal auch nicht und würde es auch niemals sein. Dafür hatte mein lehrer gesorgt. "Willst du noch mit mir in den Baumarkt gehen? Du musst nicht mitkommen, wenn du nicht willst." Wenn sie sauer auf mich war, würde ich den Baum schon irgendwie allein kaufen, das Zeug allein vergraben und allein die Apotheke überfallen. Ich riss mir wirklich den Arsch auf und ging den komplizierteren Weg, nur um ihr den Weg frei zu machen. Ich half ihr anstatt John einfach zu töten - was für mich so viel einfacher wäre - damit sie ihr altes Leben zurückbekam und mich verließ. Himmel... sie verließ mich nicht. Sie... hatte nie zu mir gehört.

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Ayla Eastwood

Nash tat mir irgendwie schon leid, dass er so wenig gebildet worden ist. Das einzige was ihm sein Lehrer wirklich beigebracht hatte, war das Morden. Mehr hatte er Nash nie beigebracht. Wie er schon sagte, er hatte keine Kenntnisse in der Geschichte, noch in Physik oder wahrscheinlich auch Chemie. Mehr als Morden hatte er nie gelernt. So würde er auch nie einen Abschluss in einer Abendschule oder so nachholen können. Dafür waren seine Wissenslücken einfach viel zu groß. Wie konnte man einfach so ein schrecklicher Mensch sein und einem Kind die Erfahrungen nehmen. Nash hatte wahrscheinlich noch nie eine Schule von innen gesehen. Sein Lehrer war ein viel krankerer Mensch. Nash konnte ja irgendwie gar nichts dafür, dass er heute so war, wie er nun mal ist. Er wurde so erzogen und kannte einfach nichts anderes. Für ihn war es das normalste auf der Welt. Irgendwie musste es doch einen Ausweg aus diesem Teufelskreis geben. Ja, er müsste Dokumente fälschen und da war die Gefahr wirklich hoch, dass sie ihn aufdecken würden. Am Ende würden sie die ganzen Morde aufdecken und dann würde er hinter Gitter kommen.
Gut, er wollte nicht darüber reden. Er wollte weiter sein altes Leben führen, sobald ich weg war. Es war ja auch nur ein Versuch, da ich wirklich der Meinung war, dass er ein ganz anderes Leben führen könnte. "Wie du willst." sagte ich deshalb nur und zuckte mit meinen Schultern, als er meinte, dass er nicht mit mir streiten wollte und die Zeit genießen wollte, solange er mal Kontakt mit einem anderen Menschen hatte. Wenn ihm das genügte. Wenn er danach wieder in sein altes Leben zurück kehren wollte und nichts anderes in Betracht ziehen konnte, dann sollte er machen. Auch wenn ich es irgendwie wirklich schade fand. Wahrscheinlich würde irgendwann in den Nachrichten kommen: Serienmörder gefasst oder irgendein anderer Titel.

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Edward "Nash" Amisville
"Kinder, die zu Hause unterrichtet werden, sind Kinder von Lehrern. Sie alle brauchen am Ende ein Zertifikat und schreiben die Prüfungen vom Land ebenfalls mit. Ich habe nie eine Prüfung geschrieben, keinen Test, keine Arbeit, keine Hausaufgaben. Ich kann gerade mal lesen, schreiben und rechnen. Ich könnte dir nicht einmal sagen wie unser Sonnensystem aussieht. Ich weiß nicht, was im Unabhängigkeitskrieg passiert ist, noch was an diesem Hitler im zweiten Weltkrieg so schlimm war. Ich bin absolut ungebildet und das kann ich doch nie irgendwo aufholen, sodass ich meinen Abschluss noch nachmachen könnte. Das schaffe ich nicht. Deswegen müsste ich es fälschen und das kann ich auf ewig nicht. Irgendwann würde ich auffliegen.", erklärte ich ihr und fuhr mir über die Stirn. Sie verstand es einfach nicht. Das alles wäre für sie vielleicht leicht. Sie hat ja nicht wie ich irgendwann einfach zu existieren begonnen. Sie hatte einen Abschluss und eine Ausbildung. Sie könnte mit Synonym morden und nebenbei oder danach wieder ein normales Leben führen. "Ich könnte es nicht schaffen. Selbst wenn ich wollen würde, es würde nicht funktionieren. Sie würden mich fassen und ich würde den Rest meines Lebens im Gefängnis verbringen. Dann könnte ich mir genauso gut auch einfach die Kugel geben. Dann würde das Morden ja auch aufhören.", murmelte ich leise und verschränkte die Arme fröstelnd vor der Brust. "Hör... einfach auf darüber zu reden, okay? Es ändert nichts außer dass wir streiten und ich will das nicht. Du bist der einzige menschliche Kontakt seit Langem und du wirst bald wieder weg sein, also... will ich die Zeit einfach genießen, okay?" Ich wollte die Zeit nicht mit Streiten vergeuden.

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Ayla Eastwood

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass hier in diesem Land wirklich jedes Kind eine Schule besucht. Es gibt genug Eltern, die ihre Kinder Zuhause lassen und sie dort unterrichten. Mehr oder weniger lehrreich." versuchte ich Nash zu erklären. Klar, ich dachte wirklich leicht und dachte auch wirklich daran, dass das alles klappen könnte. Aber auch ich wusste, dass es vielleicht nicht ganz so leicht werden würde. Ohne eine Schulbildung oder anderem. Dennoch war ich der Meinung, dass sich Nash nicht so runterziehen sollte. Er konnte etwas und er brauchte sicherlich nicht sein Geld mit Morden verdienen. Es gab sicher auch andere Wege, legale Wege.
Nash seine Idee mit der Polizei war nicht schlecht. Er hatte Recht, dass er Mörder und andere Verbrecher gut aufspüren konnte, aber das war schon ein bisschen Ironisch, dass er wirklich darüber nachdachte zur Polizei zu gehen, obwohl er ein Mörder war. Aber so würde er die Menschen wenigstens nicht weiter umbringen und trotzdem die Verbrecher zur Strecke bringen. Aber vielleicht war das alles wirklich nicht möglich. Alles nur ein Traum. Nash glaubte selbst nicht an sich. Er glaubte selbst nicht, dass sich sein Leben verändern könnte, wie sollte ich ihn davon überzeugen? Er würde mir doch sowieso nicht glauben. "Trotzdem glaube ich, dass du es wirklich schaffen könntest. Aber dazu müsstest du es auch wirklich wollen." sagte ich nur und schüttelte meinen Kopf. War es überhaupt sinnvoll immer und immer wieder mit Nash darüber zu diskutieren, obwohl es sowieso keine Wirkung haben würde? Er würde seine Meinung nicht ändern. Ja, er hat im Moment keine Aufträge angenommen und das rechnete ich ihm wirklich sehr hoch an, aber sobald ich weg sein würde, würde er wieder Aufträge annehmen und sein altes Leben führen.
[Sorry, die letzten Tage hatte mein Freund frei und da waren wir die ganze Zeit unterwegs. ;)]

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Dinario "Dino" Marquéz
Mein Geburtstag war nichts Besonderes. Seit meine Mutter mir keine Kleidchen mehr schenken konnte, feierten wir ihn sowieso kaum. Es war der Tag im Jahr gewesen, an dem mein Dad mir ein Bier gegeben und mit mir geredet hatte. Sonst war nicht viel passiert. Seit ich hier in Millaville lebte, feierte ich ihn deshalb auch selbst nicht mehr. Lucie hatte schon letztes Jahr feiern wollen, doch ich hatte mir nur traditionell ein Bier aufgemacht und hatte abgelehnt. Mein Geburtstag war nichts, was ich gern feierte. Einerseits wegen der schlechten Erinenrungen, andererseits weil ich anders geboren worden war als ich hätte sein sollen. Dieser erste Geburtstag nach dem Unfall jedoch... war schwerer. So viel schwerer und doch hatte ich zugestimmt. Wieso? Ich fuhr mir durch das Gesicht und nahm mir das Tshirt, in das ich mich mittlerweile irgendwie selbst schlängeln konnte. Danach kamen die Schwestern, legten meinen nutzlosen Arm in eine Schlinge und halfen mir bei den Hosen. So saß ich kurze Zeit später in Jeans und einem verdammten Hemd auf dem Bett und wartete darauf von Lucie zur Schlachtbank geführt zu werden. Sie hatte zwar versprochen nur zu Hause zu feiern, aber ich traute ihr nicht so ganz. Sie saß am Steuer. Sie könnte mich immer noch irgendwo anders hinbringen und weglaufen konnte ich mit dem Metallteil, das da in der Ecke stand, sowieso nicht. Ich zuckte zusammen, als es klopfte, wollte gerade den Gast reinbitten, als die Tür schon aufflog. Lucie. Natürlich. Ich schaute auf und schenkte ihr ein schwaches Lächeln zur Begrüßung, als sie schon auf mich zugelaufen kam. Sie schien... glücklicher seit ich diese Pillen nahm und mein Leben einigermaßen auf die Reihe bekam. Ich erwiderte ihre Umarmung kurz, dann seufzte ich, als die Pfleger tatsächlich ein ziemlich großes Paket hineintrugen. "Mach bitte kein großes Ding draus, ja?" Mir war nicht nach feiern zumute und ich wollte auch keine Geschenke. "Ich habe doch gesagt ich will keine Geschenke.. Du weißt wie ungern ich überhaupt feiere." Immerhin hatte ich sie letztes Jahr schon abgewiesen, als sie in irgendeinen Club gehen wollte. Doch sie wäre gekränkt, würde ich dieses monstermäßig große Geschenk nun ablehnen, also seufzte ich nur tief, drehte mich etwas zu dem Karton hin und fing an das Papier zu entfernen, um dann auf einen weißen Karton herab zu blicken. Ich entfernte den Deckel und dann wurde mir kurz übel. Das letzte Mal hatte ich ein abgetrenntes Bein gesehen, als der Flugzeugabsturz gerade passiert war. Das hier aber... war viel weniger blutig. Ich atmete kurz durch, piekte dann vorsichtig in die Wade und spürte das Silikon nachgeben. Die dunklen Haare auf den Beinen, die Knöchel, scheiße sogar die Narbe am Knie war da. Stirnrunzelnd schaute ich zu den Zehen, die natürlich nicht ganz so ausgeprägt waren. Sie waren alle miteinander verbunden, um eine größere Angriffsfläche zu haben, aber sie waren ziemlich echt geschnitzt. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Dieses... Ding erinnerte mich an mein verlorenes Bein, andererseits aber sah es fast genauso aus. Ich drehte es vorsichtig, sodass ich das Schraubelement zur Befestigung an meinem Bein sah und schluckte. "Du hast mein Bein nachbilden lassen? Aber ich habe doch eine.. Prothese. Ich kann ja nicht einmal mit der richtig laufen. Die hier... das ist eine für Profis. Mit Kniegelenken kann ich noch nicht umgehen. Wie... wie hast du es so echt aussehen lassen? Das ist ganz schön gruselig.", murmelte ich fasziniert und hob das Bein nun aus der Schachtel heraus. Es war wesentlich leichter als mein echtes Bein, aber vermutlich auch hohl und mit sämtlichen Mechanismen ausgestattet. Ich würde es jetzt noch nicht tragen können, dafür war ich zu ungeübt, aber wenn ich sie eines Tages vielleicht tragen könnte... würde man in langen Hosen oder Capri-Shorts keinen Unterschied sehen, solange es die Verbindung zu meinem echten Bein verdeckte. Bloß an meinem Gang würde man es dann erkennen können. "Das war doch viel zu teuer." Allein die nicht verkleideten Prothesen waren ein kleines Vermögen wert. Ich wollte gar nicht wissen wie viel Arbeit und wie viele Spezialisten hierfür nötig gewesen waren.

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Lucie Hayes

Fürs erste lief alles wie geplant, Dino nahm seine Tabletten und machte die Therapie. Das meckern stellte er auch ein bzw. er war nicht mehr ganz so deprimiert. Genaugenommen, sah er manchmal sogar motiviert aus! Tja und irgendwie ließ mich das alles ein bisschen Hoffnung schöpfen und ebenfalls nach vorn sehen, ich versuchte mein Leben selbst wieder zu
regeln und mich nicht von der Angst, Dino zu verlieren, leiten lassen. Ich stürzte mich nicht nur in die Arbeit, sondern traf mich ebenfalls mit Freunden und überlegte sogar ob ich ein paar Modelangebote annehmen sollte.
Doch für die letzten paar Wochen geisterte mir ein anderer Gedanke im Kopf herum, nämlich Dinos Geburtstag. Es war nicht der erste Geburtstag, den wir zusammen feierten, doch es war der erste nach dem Unfall und ich wollte das er gut wurde.
Dino dazu zu bekommen seinen Geburtstag überhaupt zu feiern, war schon eine Herausforderung für sich, doch mit viel Überzeugungskraft und ein bisschen schmollen hatte er eingewilligt den Tag mit mir zu verbringen als in der Klinik.
Ich stieg aus meinem Auto mit dem ich Dino früher mal angefahren hatte und holte mir ein paar Pfleger heran, welche sein Geschenk netter weiße trugen, da es ein bisschen schwer für mich war. Nun dirigierte ich sie zu Dinos Zimmer und klopfte drei Mal an die Tür, bevor ich sie aufriss und hineinstürmte. „Ich hoffe du bist nicht nackt!“, trällerte ich und grinste ihn breit an, als ich ihn halb auf dem Bett sitzen sah.
Wie so oft setzte für einen Moment mein Herz aus, denn er sah das erste Mal seit langem wieder wie er selbst aus. Ich seufzte kurz, bevor ich dann zu ihm ging, ein Kuss auf die Wange gab und ihn umarmte. „Alles Gute zum Geburtstag, Dino.“, murmelte ich und lächelte ihn an. Dann wies ich den beiden Pflegern an, das Geschenk aufs Bett zustellen, „Hier, dein Geschenk, ich wollte es dir jetzt schon geben…als nachher. Ich hoffe es gefällt dir.“, sagte ich und freute mich wie ein Honigkuchenpferd. Ich hoffte es gefiel ihm, ich hatte so viel Arbeit da reingesteckt...okay ich war nicht allein gewesen, ein paar Leute hatten mir dabei geholfen, doch ich wollte einfach nur sein Gesicht sehen, wenn er die große rechteckige Schachtel aufmachte und die neue Prothese sah.
Ich wusste zwar, dass er eine hatte, mit der er übte und schon gehen konnte, aber dennoch war er eingeschränkt, da sie einfach…zu steif war. Deswegen hatte ich mich recherchiert und mit ein paar von Dads alten Arbeitskollegen geredet, die ein ähnliches Schicksal wie Dino erlitten haben. Sie zeigten mir ihre verschiedenen Prothesen, die ein künstliches Kniegelenk und klärten mich auf, welches sie bisher am besten fanden. Ich ließ mich dann jedoch noch anderweitig beraten, da ich noch eine eigene Idee hatte wie man die Prothese ein bisschen aufmotzen konnte. Die restlichen Informationen für die Größe, der Prothese, bekam ich von Dinos Ärzten die ihn nach den Angaben vermessen hatten. Um Dino ein bisschen Normalität zu geben, hatte mit ein paar Spezialisten, die Prothese verkleidet…genauer gesagt hatten wir durch Fotos versucht sein Bein irgendwie nachzubilden. Sodass die Prothese wie Dinos altes Bein aussah, es fühlt sich nicht ganz wie Haut an, sah jedoch so aus und nicht nur von weitem, ich hatte an alle kleinen Details geachtet, sogar an die Haare. Anfangs als ich die Prothese gesehen hatte, war es etwas merkwürdig gewesen, Dinos Bein anzusehen und zu wissen, dass es nicht echt war…sondern nur so aussah, doch je länger öfters man es sah, desto einfacher wurde es.
Mit einem Mal kam mir der Gedanke, ob es ihn vielleicht gar nicht gefallen würde, was wenn es zu viel war und er ausrastete? Ich biss mir in die Wange und sah ihn etwas besorgt an, als er das ganze Papier entfernte. Mir wurde ein bisschen mulmig und so setzte ich mich auf den Drehstuhl und wartete einfach ab, bis er das ganze Papier entfernt hatte.

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Dinario "Dino" Marquéz
Ich stimmte dem Deal tatsächlich zu. Ich ließ mir von meinem Arzt Antidepressiva verschreiben und auf wundersame Weise war die Welt nicht mehr schwarz, sondern hellgrau. Natürlich nahmen diese Pillen mir nicht all meine Ängste. Oh nein. Es waren ja keineAntidepressiva, die mir den Verstand raubten, aber zwischendurch stahl sich wenigstens ab und zu wieder ein kleines Lächeln auf mein Gesicht und meine Motivation war auch um einiges gestiegen. Ich wollte zumindest versuchen die Therapie weiterzumachen. Dabei war es für mich doppelt so schwer wie für andere Leute, deren Beine amputiert worden waren. Sie fertigten mir eine Prothese zum Laufen an. Da mein Bein oberhalb des Knies abgeschnitten worden war, hatte ich kein Kniegelenk und das konnte ich zum Üben auch nicht an der Prothese gebrauchen. Ich übte mit einem steifen Metallgestell, das sie mir umschnürten. Normalerweise würde ich nun zwischen zwei Recks laufen, mich mit beiden Händen abstützen und so üben zu laufen, aber mein rechter Arm war immer noch schlaff, gefühlslos und in eine Schlinge gelegt. So musste mir immer einer der Pfleger unter den Arm packen und mich stützen. Im Endeffekt war das auch ganz gut, denn die ersten Male legte ich mich wirklich verdammt häufig beinahe hin und er fing mich wieder auf. Ich lief mir den Stumpf die nächsten Tage wund, doch es tat so gut endlich wieder zu stehen und nicht in einem beschissenen Rollstuhl zu sitzen! Ich machte weiter, bekam dafür den ein oder anderen blauen Fleck, Schürfwunde oder Prellung am Stumpf, doch das war es mir wert. Währenddessen bekam ich weiterhin die Spritzen des Professors, in dessen Forschung mich Lucie gezwungen hatte. Sie glaubte immer noch meinen Arm retten zu können, doch in der Physiotherapie dafür versagte ich immer wieder. Ich konnte mittlerweile meine Fingerspitzen aneinanderführen, ja, aber mehr auch nicht und spüren konnte ich meinen Arm immer noch nicht. Keinen Schmerz, keine Wärme, keine Berührungen. Trotzdem machte ich bei dieser Forschung weiter mit, da ich es Lucie versprochen hatte. Ich würde diese verdammte Liste durcharbeiten, wenn sie es so unbedingt wollte. Was das Modeln betraf, würde ich allerdings nochmal mit ihr reden. Ich traute mich ja kaum wirklich aus der Klinik raus. Ich hatte zuerst abgesagt, als sie mich an meinem Geburtstag ausführen wollte. Ich rechnete damit, dass sie mich in irgendein Restaurant bringen würde und das wollte ich nicht. Ich hatte zwar das Okay die Prothese für den Ausgang haben zu dürfen, sodass ich nicht im Rollstuhl alle Aufmerksamkeit auf mich ziehen würde, aber wenn ich hinkte wie Quasimodo und so langsam war wie eine Schnecke, würde das keinen Unterschied machen. Trotzdem stimmte ich zu, da mir Lucie damit drohte es sonst eben zu einem Punkt auf der Liste zu machen. Es war eine lange Diskussion, doch als sie mir versprach kein Restaurant zu besuchen, sondern zu Hause zu feiern, stimmte ich schließlich doch zu. Immerhin wollte ich wirklich aus dieser Klinik raus, auch wenn es nur ein Tag war.

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Edward "Nash" Amisville
Ich lachte leise und bitter, als sie mir die ultimative Lösung bieten wollte. "Wie stellst du dir das vor? Ich war noch nie in einer Schule, habe noch nie einen Fuß hineingesetzt. In unserem Land besteht Schulpflicht... Sie werden fragen wo ich in der Zeit war und ich kann ja schlecht sagen, dass ich da Menschen getötet habe. Wie soll ich das anstellen? Sie würden mich nicht nehmen, würde ich plötzlich aus dem Nichts auftauchen und eine pädagogische Ausbildung machen wollen. Wer würde mir denn ihre Kinder anvertrauen? Ich müsste so oder so Papiere fälschen und darin war ich noch nie sonderlich gut." Ich kannte vielleicht Leute, die das machen könnten, aber ein Leben lang würde ich damit doch nicht durchkommen. Irgendwann würde ich auffliegen und wenn ich mit meinem richtigen Namen weiterleben wollte, würden sie mich finden. Also nein. So einfach war es nicht wie sie es sich vorstellte. So schön es auch klang. Ich würde doch immer das Jucken in den Fingern spüren, wenn ich im Fernsehen über Mörder hörte, die die Polizei einfach nicht zu fassen bekam. "Ich könnte vielleicht bei der Polizei anfangen. Ich... könnte ihnen gute Informationen liefern, könnte sie zu den Mördern führen. Darin bin ich ja gut. Aber... wenn sie es dann nicht auf die Kette kriegen, würde ich es nicht aushalten und es doch selbst machen. Außerdem... nein, das funktioniert nicht. Sie würden genauso wissen wollen wo ich herkomme. Sie würden mich überprüfen.", dachte ich laut nach und biss mir nachdenklich auf die Unterlippe. Was? Dachte ich jetzt wirklich schon darüber nach wie ich diesem Leben entkam? Hey, ich mochte dieses Leben doch, oder?! Ich war zufrieden! Ich brauchte keinen Ausweg! Nein! "Nein, es ist okay so wie es ist. Anders geht es nicht und es funktioniert ja. Ich kann mir leisten, was ich will und ich tue das, wozu ich bestimmt bin. Es... ich brauche keinen Ausweg." Oh musste ich das wirklich laut aussprechen, um mich davon zu überzeugen?

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Ayla Eastwood

Eigentlich hätte es mir klar sein müssen, dass mir Nash nicht glauben würde. Er glaubte wirklich, dass er in einem richtigen Leben ein Versager sein würde und hatte nur in diesem Leben das Gefühl gebraucht zu werden und etwas sinnvolles zu machen. So war es aber nicht. Ja, er bräuchte Unterlagen, dafür dass er die Kinder trainieren würde, aber würde es ihm wirklich so viel Spaß machen, dann würde er eine Ausbildung machen und sich diese Papiere verdienen. "Diese Papiere ist doch nicht schwer zu bekommen, wenn du eine offizielle Ausbildung zum Trainer machst. Nash du kannst das, da bin ich mir sicher, dass du das schaffen würdest. Daran könntest du glauben. Du machst das Training mit den Jungs wirklich gut und hast das wirklich drauf." meinte ich zu ihm. Wieso sollte er die Papiere fälschen? Hatte er niemals daran gedacht, dass er die Ausbildung auch so machen könnte. Ja, das kostet etwas, weil man keine abgeschlossene Schulausbildung braucht, aber da war es doch genau das richtige für ihn. Ich war mir sicher, dass er sehr viel Geld auf der Hohen Kante hatte und diese Ausbildung bezahlen könnte.
Aber wahrscheinlich war es sinnlos auf Nash einzureden. Er würde nie seine Meinung wechseln, weil sie einfach viel zu tief in ihm drin verankert war. Sein Lehrer hatte wirklich ganze Arbeit geleistet. Er hatte Nash wirklich zu einem richtigen Mörder erzogen. Er hatte ihm weder zur Schule geschickt, noch unter Leute gemischt. Er hatte einfach überhaupt keine Erfahrungen mit anderen Menschen. Obwohl ich erstaunt feststellen musste, dass er dennoch wirklich gut mit mir umgegangen war. Nash hatte Recht, dass ich die Chance nutzen würde, sobald ich wieder in mein altes Leben konnte. Aber es wäre dann doch nicht mehr ganz so, wie mein altes Leben. Ich würde arbeiten gehen und danach wäre ich auch allein, weil Tarek nicht mehr da war. Da schloss ich nicht aus, dass ich nicht hier vorbei schauen würde. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass Nash es mochte, dass ich hier war. Ich wusste auch nicht warum, aber es war so und ich musste auch zugeben, dass mir Nash nach und nach etwas sympathischer wurde.

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Edward "Nash" Amisville
Ich schüttelte bloß den Kopf. Nein. Sie stellte sich das alles so viel leichter vor als es war! Ich konnte nicht einfach so von hier auf jetzt meine Berufung wechseln und ein absolut gewöhnliches Leben führen. Ich wäre ebenso allein, würde nie zufrieden sein und... nein, das funktionierte einfach nicht. Als Killer war ich wenigstens etwas wert. Als einfacher Mensch... wäre ich bloß einsam und das ohne Grund. "Das funktioniert so nicht. Es war schwer genug die paar Eltern zu täuschen, indem ich Urkunden und pädagogische Ausbildungen gefälscht habe. Ich müsste das Vollzeit machen, glaubwürdige Unterlagen haben, um davon leben zu können." Ich mochte die Arbeit mit den Kids - ach Quatsch, ich liebte es! Es war das einzige in meinem Leben, das mir wirklich Freude und nicht nur Genugtuung und Zufriedenheit gab. Aber so funktionierte das nicht. Ich hatte ja bei sieben Kids schon das Problem gehabt nicht glaubwürdig zu wirken. Ich würde das nicht zu meinem Beruf machen können. Ich schnaubte. "An mich glauben? Woran denn? Ich glaube bloß daran, dass ich gut im Töten bin. Woran sollte ich sonst glauben? Was kann ich denn schon tun?" Sie hatte leicht reden! Sie war aufgewachsen wie jeder andere, wusste wie man unter anderen Menschen lebte und wie man liebte und geliebt wurde. Als sie witzelte, dass sie doch für immer hier bleiben sollte, nur damit ich keine Aufträge mehr wegen ihr annahm, seufzte ich. "So schön es auch wäre nicht allein zu sein, aber du würdest dir dein Leben nie so verbauen. Nicht, wenn dein Freifahrtschein in dein altes Leben dort unten im Keller sitzt. Dann bin ich schnell vergessen und ich nehme wieder Aufträge an. Wie zuvor auch. Für uns beide." Als würde sie ernsthaft denken hier zu bleiben. Selbst wenn John nicht da wäre, würde sie abhauen und mich wieder der Einsamkeit überlassen. So war das nun einmal. So war es immer gewesen.

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Ayla Eastwood

Ich schüttelte meinen Kopf, als Nash meinte, dass das Morden das einzige war, was er wirklich konnte. Ich sagte nicht, dass er Kassierer oder sowas werden sollte. "Genau das Training mit den Kindern solltest du machen. Das könntest du zu deinem Beruf machen." sagte ich zu ihm und sah ihn an. Er wich meinen Blicken aus. Aber es war die Wahrheit. "Ich weiß ganz genau, dass du dir ein ganz normales Leben ohne die Morde aufbauen kannst. Du musst nur dieses Leben hinter dir lassen und an dich glauben." sagte ich und sah ihn an. Ich war wirklich der Meinung, dass er das alles schaffen könnte. Aber er musste es wollen. Ich hatte schon so oft auf Ihn eingeredet und ihm gesagt, dass er das schaffen könnte, aber immer noch nicht wollte er mir glauben. Würde er es mir glauben, würde er es vielleicht versuchen. Vielleicht würde er ganz schnell bemerken, dass er ein völlig neues und anderes Leben führen könnte.
Ich lächelte leicht, als Nash mir erklärte, wieso er den Auftrag abgelehnt hatte. Wegen mir! Das war doch schon ein Anfang. Eigentlich könnte es ihm egal sein, was ich dachte und könnte trotzdem die Morde durchführen, aber er tat es nicht. "Danke." sagte ich imme noch leicht lächelnd. Ich war ihm wirklich dankbar, dass er das nicht tat. Ich könnte wahrscheinlich mein Gewissen nicht beruhigen, wenn ich wüsste, dass er jemanden umbrachte und ich es wusste. "Vielleicht sollte ich doch immer hier bleiben. Dann kannst du wenigstens keine Aufträge annehmen." meinte ich leicht lächelnd.

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Edward "Nash" Amisville
Ich lag richtig. Natürlich tat ich das. Ayla war das komplette Gegenteil von mir. Sie war so gutmütig, dass sie selbst den hinterlistigsten und gemeinsten Schurken noch ihren Schutz anbieten würde. Sie wollte nicht, dass Mörder starben, wollte nicht, dass Vergewaltiger litten. Sie wollte kein Leid auf dieser Welt. Nicht einmal für die Leute, die es verdienten. Nicht einmal für Leute wie mich. Leute, die ihren Ehemann umgebracht hatten, während sie daneben gestanden hatte. Sie war zu gut für diese Welt und selbst, dass ich ihre guten Erinnerungen an ihren Ehemann zerstört hatte, nahm sie mir nicht übel. "Ich mache das, weil es das einzige ist, das ich gut kann. Weil es alles ist, was ich der Welt zurückgeben kann, okay?" Was konnte ich denn sonst zum Großen und Ganzen beitragen? Ich konnte ja nicht einmal vernünftig arbeiten gehen. Ich hatte die Schule nie besucht. Ich konnte gerade mal lesen, schreiben und rechnen. "Das Training der Kinder ist das einzig normale in meinem Leben. Das ist alles an Normalität, das ich mir leisten kann. Was sollte ich denn machen? Als Kassierer arbeiten? Nicht mal die würden mich nehmen. Ich habe ja nicht einmal die Schule besucht, Ayla! Selbst wenn ich wollte..." Könnte ich es nicht. Wollte ich denn? Eigentlich war ich doch überzeugt das Richtige zu tun. Für alle das Beste. "Ich wäre der gleiche Mensch. Ich wäre immer noch schlecht!" Das wusste ich. Ich tötete und das war schlecht, aber sonst tat niemand etwas. Niemand sperrte die Verbrecher weg. Niemand kümmerte sich schnell genug darum. So viele Menschen mussten sterben wegen der Bürokratie. Ich wich ihrem Blick aus. "Ich... na ja, du... du hasst es doch, wenn ich das tue. Ich will nicht, dass du all das mitbekommst." Solange sie hier war, würde ich keine Aufträge annehmen. Sie sollte nicht sehen wie ich mitten in der Nacht blutüberströmt zurück kam.

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Ayla Eastwood

"Ja, ich mache mir Vorwürfe, dass Tarek so geworden ist. Aber dennoch wollte ich nicht in Unwissenheit leben. Unsere gesamte Ehe war eine reinste Lüge. Na ja, das Ende unserer Ehe. Was wäre, wenn ich es irgendwann anders erfahren hätte?" sagte ich nur und schüttelte meinen Kopf. Er brauchte sich keine Vorwürfe machen, dass er mir gesagt hatte, was Tarek gemacht hat. Ich war froh, dass ich nun die Wahrheit kannte.
Er möchte da helfen, wo es andere nicht machen? "Aber dadurch zerstörst du die doch dein ganzes Leben. Du hast es zwar gelernt, aber dein Lehrer ist nicht mehr da, wieso machst du es weiter?" fragte ich ihn. "Du arbeitest so toll mit den Kindern beim Training zusammen. Wünschst du dir kein ganz normales Leben? Keine eigenen Kinder?" fragte ich ihn. "Und jetzt komm mir nicht mit der Ausrede, dass dich niemand nehmen würde. Woher sollen sie wissen was du in deiner Vergangenheit gemacht hast? Du könntest so ein toller Mensch sein, wenn du nur damit aufhören würdest." sagte ich und meinte es völlig ernst. Jedoch wusste ich, dass es Nash wieder nicht wahr haben wollte. Er hatte so eine eingefahrene Meinung dazu. Er würde mir nie glauben, weil er schon nicht an sich selbst glaubte. Dabei fiel mir auf, dass er meine Frage, warum er den Auftrag gerade nicht angenommen hatte, nicht beantwortet hatte. "Du hast übrigens nicht meine Frage beantwortet. Warum hast du gerade den Auftrag abgelehnt? Ich denke du möchtest helfen, wenn es die die Gelegenheit gegeben wird?" fragte ich Nash und sah ihn direkt an.

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Edward "Nash" Amisville
Ich seufzte und ließ den Kopf ein wenig zwischen den Schultern hängen. Ich war immer noch ein wenig fiebrig und es nervte mich einfach, dass alles plötzlich so schief lief. Ich hatte ihr doch keinen Kummer bereiten wollen. Sie hätte ihren Ehemann auch in guter Erinnerung behalten können, aber das hatte ich jetzt einfach so zerstört. Konnte ich denn wirklich bloß alles kaputt machen? "Aber was bringt es dir? Das alles zu wissen... es ändert nichts, außer, dass du dich noch schlechter fühlst, richtig? Weil du denkst du hättest ihn davon abhalten können. Weil du denkst, du hättest ihn retten können." So tickte Ayla doch. Sie glaubte alles und jeden retten zu können. Scheiße, sie glaubte ja sogar, dass sie mich wieder hinkriegen könnte! Dabei war bei mir doch schon alle Rettung verloren. Ich war ein Mörder und das würde sich nie ändern. Genauso wenig wie ich mich nie ändern würde. Sie könnte mich nicht umstimmen. Ich glaubte das Richtige zu tun. So war es doch auch! Ich tötete Menschen, ohne die die Weltbesser dran war. "Ob die Polizei diese Menschen nun erschießt und dafür drei Monate braucht, in denen Menschen sterben oder ob ich sie nun erwische, bevor all das passiert... Ich meine... ich versuche doch nur zu helfen, wo es sonst keiner tut." Ich seufzte. "Ich wäre tot, würde ich nicht das tun, was ich tue." Der Mörder meiner Eltern hätte mich umgebracht, wäre ich nicht mit ihm mitgegangen. Das hier war mein Schicksal. Das oder mit meinen Eltern zusammen zerteilt irgendwo flussabwärts zu schwimmen.

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Ayla Eastwood

Wieso hatte er es mir gesagt, wenn er schon gewusst hätte, dass es mich noch mehr runter ziehen würde. Aber eigentlich war ich auch irgendwie froh, dass er mir die Wahrheit gesagt hatte. Sonst wäre ich unwissend und hätte weiter gedacht, dass der einzige Schwachpunkt von Tarek seine Spielsucht gewesen war. Aber er hatte noch viel schlimmere Dinge gemacht als nur Menschen betrogen. Er hatte Menschen umgebracht und hätte Nash mir die Wahrheit nicht gesagt, hätte ich es nie erfahren und hätte Tarek weiter für einen guten Menschen gehalten, obwohl er es nicht war. "Ich bin auf eine Art froh, dass du mir die Wahrheit gesagt hast." sagte ich leise und trat näher zu ihm. Ich sah auf das Hochzeitsbild auf den Tresen. "Sonst hätte ich nie erfahren, dass die Ehe von Tarek und mir eine größere Lüge war, die gedacht." sagte ich zu Nash. Ich wusste schon eine ganze Weile, dass unsere Ehe nicht mehr die Beste war und kurz vor dem Aus stand. Es lief schon eine ganze Weile nicht mehr zwischen uns. Nun weiß ich wie kaputt unsere Ehe wirklich gewesen war. "Ich kann dich nicht verstehen. Aber du verstehst mich genauso wenig." sagte ich zu ihm. "Ich bin nun mal der Meinung, dass es die Arbeit der Polizei ist, diese Menschen aus dem Weg zu räumen. Es ist nicht deine Aufgabe. Du hast ein schlechtes Leben, weil du dich für eine Aufgabe verantwortlich fühlst, die du eigentlich nicht machen brauchst. Es kann dir doch egal sein. Man soll schließlich sein Leben leben." sagte ich leise. "Wieso hast du eigentlich den Auftrag abgelehnt?" fragte ich ihn und stand nun direkt vor ihm und sah ihn an.

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Edward "Nash" Amisville
Ich stellte das Kehrblech ab und schaute mir das Bild an, das durch den Sturz ein paar geknickte Ecken abbekommen hatte. Ayla und ihr Mann Tarek. Sie hatten ziemlich glücklich ausgesehen. Sie hatte mir ja erzählt, dass nach dem Verlust ihres Kindes einiges schief gelaufen war, aber sie hatte ihn geliebt. Zumindest hatte sie mir das anfangs gesagt. Ich schloss die Augen und atmete tief aus, legte das Bild auf den Tresen und stützte mich an den Kanten dessen ab. Ich hatte sie zur Witwe gemacht und dafür hasste sie mich. Ich hätte nicht so dumm sein sollen zu glauben, dass sie mir vielleicht verzeihen würde, wenn ich ihr erzählte, was für ein mieser Kerl ihr Mann gewesen war. Nein. Stattdessen hatte ich ihr nun zusätzlichen Kummer bereitet und das hatte ich nicht gewollt. Ich hatte geglaubt, dass sie auf Tarek sowieso schon sauer war und es nichts änderte, wäre er noch ein wenig schlimmer als beschrieben, aber dass ich dadurch vielleicht ein paar mildernde Punkte bei ihr sammeln könnte. Was hatte ich mir dabei auch gedacht? Ich war ein Mörder und sie der wohl gutmütigste Mensch, den ich kannte. Sie versorgte ja sogar ihren möglichen Mörder. Als ich ihre Stimme hörte, kniff ich die Augen zusammen. Ja... wieso jetzt? "Anfangs war es mir egal, was du denkst. Es war mir wichtig, dass du mich fürchtest, also hab ich mich vor dir nicht rechtfertigt. Mit der Zeit... habe ich begriffen wie du so tickst und dann habe ich gemerkt, dass dir die Wahrheit nur weh tun würde und eben... ich weiß nicht, ich dachte du würdest mich verstehen, wenn ich es dir erklären würde. Stattdessen habe ich dir aber nur noch mehr Kummer bereitet. Dadurch hat sich nichts geändert. Ich weiß, dass du mich nie verstehen wirst. Das weiß ich jetzt." Und selbst wenn sie es tun würde, was würde es mir bringen? Einen Freund? Meinen einzigen Freund? Das würde mich doch nur schwach machen. Das tat es doch jetzt schon! Ohne sie hätte ich John einfach getötet. Stattdessen ließ ich Gnade walten. Das war nicht ich. Irgendetwas passierte mit mir und ich verstand nicht, was es war.

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Ayla Eastwood

Ich beobachtete, wie Nash die Scherben und die Splitter des Bilderrahmens aufkehrte. Der Bilderrahmen war zwar kaputt, aber das Bild war immer noch ganz. dennoch wollte ich es nicht mehr sehen. Ich konnte es nicht mehr sehen. Es erinnerte mich nur daran, dass es eine Lüge war.
Als Nash fertig war, meinte er, dass er mir die Sache nicht sagen hätte dürfen. Aber was hätte es geändert? Unsere Ehe wäre dennoch eine große Lüge gewesen. Nash hatte es die ganze Zeit gewusst. Er hatte die ganze Zeit gewusst, dass unsere Ehe eine große Lüge war. Aber warum hatte er es mir nicht eher gesagt? Warum hatte er es mir jetzt gesagt, wenn er es eigentlich nicht gewollt hatte? Er meinte, dass er wieder mal nur alles kaputt gemacht hatte. Was hatte er kaputt gemacht? Er konnte schließlich nichts dafür, dass Tarek so ein schlechter Mensch geworden war. Ich sah ihm nach, wie er ohne weitere Worte das Schlafzimmer verließ. Ich wischte mir die Tränen aus dem Gesicht und stand auf um Nash in die Küche zu folgen, wo er am Tresen stand. "Wieso hast du es mir jetzt gesagt? Wieso heute, wenn du es mir nicht sagen wolltest?" fragte ich ihn. Wieso hatte er es mir nicht von vornerein gesagt? Was hatte ihn davon abgehalten? Schließlich hatte er doch keinen Grund Tarek besser dastehen zu lassen. Er hatte ihn ermordet, weil er so ein schlechter Mensch war. Wieso hatte er gerade den Auftrag abgelehnt, wenn er eigentlich alle schlechten Menschen aus der Welt schaffen wollte? So viele Fragen... Mir kam es so vor, als würde mein Kopf jeden Augenblick platzen. So viele neue Informationen, die ich auch erstmal verarbeiten musste. Ich musste damit klar kommen, dass die Ehe mit Tarek eine riesen große Lüge gewesen war.

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Edward "Nash" Amisville
Ich kehrte zurück zu dem Bilderrahmen, der komplett zerstört war. Das Holz war an der Wand einfach gesplittert und zerbrochen. Ebenso wie das Glas. Seufzend begann ich erst die großen Scherben aus dem Haufen zu fischen und sie in das Kehrblech zu legen. Danach zog ich die Holzreste heraus und fing an alles mit dem kleinen Besen aufzukehren. Die Scherben hatten sich überall verteilt, sodass ich sorgfältig und lange über den Boden kehrte. Ich wollte nicht, dass sie sich hier irgendwo doch noch schnitt. Nachher trat sie noch in irgendetwas hinein. Ich entsorgte die Reste des Bilderrahmens. Das Bild allerdings war ganz geblieben. Fotopapier war robust. Es war nur der Rahmen gewesen, den sie zerstört hatte. Wieso? Etwa bloß aus Wut? Über was denn? Ich fuhr mir über die immer noch leicht schwitzige Stirn und seufzte. "Ich hätte es dir nicht sagen dürfen. Dann wäre ich immer noch der Schurke und nichts hätte sich geändert. Du hättest deinen Ehemann in guter Erinnerung behalten und würdest dir keine unberechtigten Vorwürfe machen. War ja klar, dass ich wieder einmal nur alles kaputt gemacht habe. Das scheine ich ja am besten zu können.", murmelte ich verbittert und eher nur für mich als wirklich für sie. Ich stand auf, warf die Scherben in der Küche in den Mülleimer und stellte das Kehrblech einfach unter der Spüle wieder ab, um mich auf der Arbeitsplatte abzustützen. Es war egoistisch gewesen ihr all das zu erzählen, nur damit sie mich vielleicht ein wenig besser verstehen und leiden konnte. Das tat sie ja doch nicht. Sie hatte dennoch kein Verständnis dafür und stattdessen hatte ich alles einfach nur noch schlimmer gemacht. Wieso sah ich es nicht endlich ein? Ich wäre für sie immer nur ein Mörder. So wie ich es für alle war und da störte es mich doch auch nicht, oder? So war mein Leben doch schon immer verlaufen.

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Ayla Eastwood

Ich sah wie das Bild und die Scherben auf dem Boden lagen. Ja, genau dieses Bild beschrieb mein Leben. Mein Leben war ein reinster Scherbenhaufen. Alles war kaputt. Nun gab es nur noch eine Möglichkeit, um diesen Scherbenhaufen wenigstens wieder ein bisschen ganz zu machen. Dafür musste ich diesen Mistkerl von John eine ganz neue Erinnerung schaffen.
Mein Wutausbruch blieb anscheinend nicht ganz unbemerkt. Kurze Zeit später kam Nash auch schon ins Schlafzimmer gestürmt, als hätte er gedacht, dass ich sonst etwas gemacht hatte. Sein Gesicht beruhigte sich jedoch ein bisschen, als er nur den kaputten Bilderrahmen am Boden liegen sah. Ich sah wie er sich wieder seinem Handy am Ohr zuwendete. Er sagte einen Auftrag ab? Er nahm im Moment keine an? Wieso? Ich dachte immer, es war das wichtigste auf der Welt für Nash, dass er alle schlechten Menschen eliminierte. Wieso nahm er dann nun keine Aufträge mehr an. Nash legte auf und ging direkt ins Badezimmer. Er fragte mich, was ich gemacht hatte. War das nicht offensichtlich? Ich hatte meinen Ehemann gegen die Wand geworfen. Ich hatte dieses Bild nicht mehr sehen können, weil es einfach nur eine Lüge war. Unsere Ehe war eine Lüge. Wir waren nicht so glücklich gewesen, wie es auf diesem Hochzeitsbild schien. Schon allein dieses riesen Prinzessinenkleid mit kiloweise Tüll in dem ich damals steckte, war ich nicht. Jedenfalls nicht mehr. Damals war ich es vielleicht schon gewesen. Nash holte Schaufel und Besen aus dem Badezimmer um die Scherben aufzukehren. "Siehst du das nicht?" fragte ich schließlich immer noch weinend.

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Edward "Nash" Amisville
Ich gab John das Tablett mit dem Kaffee und den geschmierten Brötchen. Er schien ziemlichen Hunger zu haben. Wir hatten ihm ja gestern auch nichts zu essen herunter gebracht. Na ja, wir hatten ja selbst nichts gegessen und waren zu beschäftigt gewesen meine Schusswunde auszubrennen, für die er gesorgt hatte. Ich sollte vermutlich wütend auf ihn sein, aber es war nicht meine erste Wunde und ich hatte Ayla versprochen ihn nicht umzubringen, also benahm ich mich. Ich hielt zwar die ganze Zeit den Auslöser für sein Sprengstoff-Armband in der Hand, was ihn nervös zittern ließ, aber das musste ich auch. Er sollte Angst vor mir haben. Anders würde das alles hier nicht funktionieren. Ich wollte ihn ab heute hier unten frei herumlaufen lassen und nur die Tür versperren. Damit das klappte, sollte er mich nicht direkt anfallen, wenn ich zur Tür hineinkam. Ich wartete bis er aufgegessen hatte und nahm dann das Tablett wieder mit hoch. Er legte sich währenddessen auf das Feldbett. Er schien die Nacht nicht geschlafen zu haben. Wie auch? Auf dem Boden und angekettet? Ich schloss ihn wieder ein und ging zum Aufzug. Kurz darauf klingelte mein Handy, sodass ich es herausholte und mich meldete. "Nash! Ich habe einen wundervollen Auftrag für dich. Vergewaltiger. Hat die kleine Tochter des Clienten entführt und während des Aktes gewürgt. Ein richtiger Psycho, du wirst den Auftrag lieben!" Ich hatte in der gesamten Stadt kleine Anlaufstellen verteilt, wo Leute für mich die Aufträge annehmen. John war eine Ausnahme gewesen. Eine Ausnahme, die ich so nie wieder zulassen würde. Die Aufzugtüren öffneten sich und genau in diesem Moment hörte ich etwas scheppern, sodass ich aufsah, das Tablett abstellte und schnell ins Schlafzimmer lief. Ich riss die Tür auf und sah Ayla auf dem Bett, aber es war offensichtlich der Bilderrahmen, der den Krach gemacht hatte. Sie hatte ihn gegen die Wand geworfen? "Nein, Ben, ich nehme zur Zeit keine Aufträge an.", antwortete ich ihm am Telefon schnell und legte dann auf und schob das Handy zurück in meine Hosentasche. "Was hast du gemacht?", fragte ich sie, während ich ins Badezimmer ging und den Handfeger holte, um die Scherben aufzukehren.

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Ayla Eastwood

Ich konnte nicht verstehen, wie Tarek sowas vor mir verheimlichen konnte. Ich hätte doch etwas bemerken müssen. Hätte er sich nicht anders benehmen müssen?Hätte er nicht vielleicht ein schlechtes Gewissen haben müssen? Ja, er hatte sich anders verhalten, beziehungsweise war er länger weg gewesen und ich hatte gedacht, dass er auf Arbeit Überstunden machen musste, aber ich hatte ihm auch zugetraut, dass er eine Affäre mit einer anderen Frau gehabt hatte. Jedoch hatte ich niemals daran geglaubt, dass er wieder spielsüchtig geworden und sogar Menschen tötete. Ich konnte es einfach nicht verstehen. Ich nahm das umgeklappte Bild von meinem Nachttisch. Ich hatte es mir fast die ganzen letzten zwei Wochen nicht mehr angesehen, weil es mir einfach viel zu großen Schmerz und zu große Wut bereitet hatte. Aber nun wurde die Wut noch größer. Die letzten zwei Wochen war ich sauer auf ihn gewesen, weil er wieder spielsüchtig geworden ist und ich es nicht bemerkt hatte. Aber nun wusste ich, dass er unschuldige Menschen getötet hatte. Die Wut stieg in mir hoch, bis ich es nicht mehr aushielt das Bild unserer Hochzeit zu sehe, als alles in Ordnung war und wir so glücklich waren. Ich konnte es nicht mehr ansehen, weil es mir vorkam wie eine Lüge. Die Tränen quollen mir immer noch aus den Augen und das Bild flog gegen die Wand, wo der Rahmen und auch das Glas vor dem Bild kaputt gingen und schließlich am Boden landeten. Niemals hätte ich gedacht, dass sich mein Leben irgendwann so drastisch ändern würde. Ich hatte immer gehofft, dass Tarek und ich unsere Ehe retten würden und irgendwann doch eine glückliche Familie werden würden. Aber es würde nie so kommen und wahrscheinlich wäre es auch nie mehr so geworden. Tarek hatte Menschen getötet. Wären wir weiter verheiratet geblieben, hätte ich es wahrscheinlich nie bemerkt. Er hätte mir weiter vorgespielt, dass alles okay war, obwohl es nicht stimmte. Es war nichts okay. Es war eine Lüge. Unsere Ehe war eine Lüge, jedenfalls am Ende.

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Edward "Nash" Amisville
Ich runzelte leicht die Stirn, als sie sich umdrehte und ins Schlafzimmer ging. Oh... Okay. Ich hatte es wohl ziemlich versaut. Vielleicht sollten wir demnächst wieder etwas auf Abstand gehen. Ich schien ihr ja bloß immer und immer wieder Schmerzen zu bereiten. Ich hätte ihr die Wahrheit über ihren Mann vielleicht nicht sagen sollen. Sie schien vollkommen zerstört von dieser Tatsache. Dabei konnte sie doch nichts für die Untaten ihres Mannes! Er hatte sich ganz allein dafür entschieden harmlose Casino-Spieler zu töten, die seinen Betrug hätten aufdecken können. Ich sollte demnächst einfach... versuchen mich nicht mehr vor ihr zu rechtfertigen. Sie verabscheute mich für das, was ich tat und ich konnte es auch nicht ändern. Ich war nun einmal so und sie hasste es. Wir teilten einfach zwei völlig verschiedene Ansichten, was das betraf. Wir wären uns niemals einig, was das betraf. Dafür saß meine Erziehung einfach zu tief. Ich war von einem Killer aufgezogen worden. Wie sollte ich da auch ein gescheiter Mann werden? Ich war völlig verkorkst und verdreht ohne es überhaupt selbst zu wissen. Ich rappelte mich irgendwie auf und sammelte mich. Erst dann nahm ich die Sachen für John und ging herunter zu ihm in den Keller. Ich kettete ihn los, stellte ihm das Tablett auf die Arbeitsplatte, sodass er sich auf den Hocker setzen konnte, auf dem man eigentlich nur saß, wenn man an der Flex arbeitete. Er stand in Mitten von Werkzeugen, aber alle waren in die verschlossenen Schränke gesperrt, sodass er hier auch frei herumlaufen konnte. Ab heute zumindest. Ich stellte ihm sogar ein Feldbett hin, das aus einem der Schränke holte. Dazu noch einen Schlafsack und ein Kissen. Ich bereitete ihm alles vor. Er hatte hier unten ein Waschbecken, ein Bett, einen Stuhl und Tisch und eine Toilette den Gang herunter. Na ja, ursprünglich war es geplant auch in den Keller eine Wohnung zu bauen, doch ich hatte es dann doch lieber in meinen Werkraum verwandelt. Wie oft hatte ich hier schon Leichen zerteilt, um sie bestmöglich loszuwerden? In Einzelteilen war es eben so viel leichter.

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Ayla Eastwood

Ich verstand ihn nicht, aber er verstand mich genauso wenig. Er verstand nicht, dass es nicht normal war einfach Menschen umzubringen. Hin oder her, ob sie es vielleicht verdient hatten, weil sie schlechte Taten vollbracht hatten. Man sollte nicht die Polizei spielen. Sie kümmerten sich schon darum, auch wenn es eigentlich immer ein bisschen länger dauerte. Nash versaute sich sein Leben, weil er sich dafür verantwortlich fühlte, solche Menschen aus dem Weg zu räumen. Aber dies dachte er auch nur, weil er einer Gehirnwäsche von seinem Lehrer unterzogen wurde. Es saß so tief und fest in ihm, dass er es nicht verstand, dass es nicht normal war. Das es andere Leute gab, die sich darum kümmerten. Es war zwecklos weiter mit Nash darüber zu diskutierten, er würde es sowieso nicht verstehen. Anscheinend hatte er sich damit abgefunden, dass er dafür so einen hohen Preis zahlen musste. Da nützte es auch nichts, dass er sich dafür entschuldigte. Er würde es sowieso nicht verstehen.
Ich antwortete nichts darauf, dass er das Essen zu John runter schaffen würde. Ich ging nun einfach ins Schlafzimmer. Ich brauchte jetzt einfach meine Ruhe. Ich hatte vor Nash geweint und das hatte ich eigentlich auf keinen Fall gewollt. Im Schlafzimmers ließ ich die Tür hinter mir ins Schloss fallen und ging zum Bett. Ich konnte es einfach immer noch nicht begreifen, dass Tarek wirklich ein Mörder sein sollte. Das wollte einfach nicht in meinen Kopf gehen, sollte ich mich wirklich so sehr in ihm getäuscht haben? Sollte ich das alles nicht mitbekommen haben? Konnte er es wirklich so gut vor mir verstecken? Aber was ich noch weniger verstehen konnte, warum hatte es mir Nash so lange vorenthalten und warum hatte er es mir heute gesagt? Warum?

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Lucie Hayes

Ich verzog das Gesicht und seufzte erschöpft, „Manchmal würde ich dir so gern eine reinhauen.“ Gott am liebsten hätte ich ihn schon öfters mal geohrfeigt, er war einfach ein totaler Idiot und blind für die Zukunft. Er war einfach unmöglich und ich hasste ihn dafür, dass er sich so gehen ließ, dass er verkümmerte. Aber am meisten ärgerte ich mich über mich selbst, das ich nicht in der Lage war ihn aufmuntern zu können oder Hoffnung zu geben. Das einzige, wonach er wirklich strebte war der Tod und das ertrug ich nicht.
„Weißt du, ich will ja gar nicht, dass du diese Tabletten nimmst, das verlange ich gar nicht von dir…natürlich wäre es mir lieb, wenn du kein großer tauber Arsch wärst, doch ich würde auch nicht riskieren, wollen, dass du süchtig wirst.“, murmelte ich leise und rückte von ihm ab. Er wollte genau, dass tun, das ich von ihm verlangte. Er würde die Liste abarbeiten. Eigentlich sollte ich doch zufrieden sein, oder?
Aber ich konnte nicht, innerlich wandte ich mich, denn ich war mir nicht mehr so sicher ob ich die Abmachung einhalten würde. Natürlich würde es ihn beruhigen und das sterben einfacher machen…doch er hatte leicht reden, er ließ mich allein. Ich wollte mir, dass alles nicht vorstellen, doch hatte ich eine andere Wahl?
Zögernd sah ich ihn an, „Okay, deal. Du machst die Therapie und versuchst danach ein Jahr zu leben und die Liste abzuarbeiten. Wenn du dann immer noch sterben willst, dann werde ich dir helfen und mich an die Abmachung halten.“, erklärte ich nochmal und sah auf meine Hände. Ich betete nicht oft zu Gott, doch hoffte inständig, dass sich alles zum Guten wenden würde.
Danach war die Stimmung ziemlich am Tiefpunkt, das merkte auch Kitty und mauzte uns richtig an. Ich half Dino dann, beim frisch machen, sodass wir endlich frühstücken konnten. Wir redeten nicht viel, irgendwie war fürs erste alles gesagt. Ich selbst war in Gedanken und dachte immer und immer wieder nach, ob es die Richtige Entscheidung war, ob ich das Versprechen halten könnte, wenn er den Wunsch hatte zu sterben? Hin- und hergerissen, löffelte ich mein Müsli und trank den frischgepressten O-Saft.
Als ich das nächste Mal auf die Uhr sah, war es kurz vor zwei und die Pfleger würden gleich ankommen und Dino abholen. Irgendwie wollte ich nicht das er geht, ich wusste, dass ich die ersten Tage unglaubliche Angst haben würde. Vielleicht mutierte ich sogar zum Stalker, doch Dino würde nicht abhauen können, ohne dass ich es wusste - nochmal würde ich den Scheiß nicht mitmachen.
Heute würde er sich sämtlichen Kontrollen unterziehen müssen, er würde die wissenden Blicke derjenigen spüren, die wussten was los war. Tja und er würde es verdammt nochmal hassen, dennoch hatte er keine andere Wahl, als das durchzustehen. Ich würde bei ihm sein und begleiten, wenn er es wollte, ich würde Woche für Woche einen Bericht haben wollen, bis ich ihm vertraute und Freiraum ließ. Genau genommen wäre es fast wie in Big Brother nur ohne Kameras. Ich würde wissen, wenn er rückfällig wird!
„Wenn du willst, dann lasse ich dich allein…du kannst bestimmen, wann ich dich besuchen soll und wie lang. Das überlasse ich dir…wir können telefonieren, schreiben oder auch zusammen etwas zu unternehmen, wenn du bereit dazu bist. Wenn du irgendwas brauchst, dann kannst du dich an mich wenden.!“, sagte ich noch, als er von der Schwester später ins in den Behandlungsraum geschoben wurde.
(Wie soll es jetzt weitergehen? Also d.h. mit der Therapie und den beiden?)

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Edward "Nash" Amisville
Ich mochte das. Ihr Körper war so... warm direkt an meinem. Es fühlte sich gut an, okay? Körperliche Nähe war mir bisher immer fern gewesen. Na ja, so fern es eben sein konnte. Ich hatte ab und zu Sex mit fremden Frauen, ja, aber niemand berührte mich wirklich so wie man eine Person berührte, die man gern hatte. Die einzigen Berührungen, die ich kannte, waren Schläge, Angriffe oder gar Streifschüsse. All meine Berührungen waren mit Schmerzen verbunden. Nur diese hier nicht. Na ja, zumindest nicht bis sie ihre Hände flach auf meine Brust legte und sich abstützte, versuchte sich von mir zu entfernen. Enttäuscht ließ ich sie gewähren. Sie hatte genügend Gründe mich zu hassen, ich wollte sie nicht auch noch zwingen in meiner Nähe zu bleiben. Ich zog mich also zurück und vergrub die Hände in meinen Hosentaschen. Ich durfte nicht Gott spielen. Ich durfte nicht entscheiden, wer lebte und wer nicht. Waren Mörder denn wirklich zu recht hier auf dieser Erde? Sollte ich sie weiter morden lassen? Sie hatten mehrere Menschen getötet und ich nahm ein Leben und rettete dafür alle anderen, die noch auf ihrer Liste gestanden hätten. "Ich weiß, dass du das nicht verstehst und mich dafür hasst. Glaub mir, ich zahle den Preis dafür, dass ich anders denke als andere." Ich war allein, konnte niemandem vertrauen, war ständig auf der Hut. Ich führte kein glückliches Leben, aber ich führte ein Leben, mit dem ich zufrieden sein konnte. Irgendjemand musste meinen Job machen - das glaubte ich wirklich. "Tut mir leid." Was sollte ich auch mehr dazu sagen? Sie würde mich niemals so akzeptieren und das war von Anfang an klar gewesen. Egal was für lächerlichen Hoffnungen sich mein Verstand da ausmalte. Sie würde mich nie leiden können. Ich war ein Mörder, genauso wie ihr Mann es gewesen war. Ich drehte mich um und ließ sie nun allein, nahm mir die Sachen für John aus der Küche und mied ihren Blick. "Ich werde ihm das Zeug bringen.", erklärte ich murmelnd und entschied mich einfach zu gehen. Ich sollte... einfach versuchen die nächsten Tage mit ihr klar zu kommen. Sie wäre sowieso sofort und für immer weg, sobald sie John dazu bekommen hatte zu gestehen.