Live your life [RPG]

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Live your life [RPG]

Alohaaaaaaaaaa, das ist dann wohl MEIN RPG [ѕσℓαηgє]!
Wendet euch bei Fragen an mich! Die Steckbriefe und alles weitere müsst ihr an mich schicken!*-*thihi

Steckbriefe findet ihr alle in der Gruppe!
Infos werden im RPG selbst oder in der Gruppe gepostet. Bitte beachtet das =)

        Live your life RPG

        Das Leben ganz einfach…?

Ich fand, dass so ein RPG mal wieder kommen sollte =)
Hier habt ihr die freie Wahl wer ihr sein wollt und was ihr tun wollt. Lasst eure Charaktere die verschiedensten Sachen durchleben! Der Alltag ist doch das Wichtigste! Ihr könnt eine Liebesstory schreiben oder doch vielleicht ne Modelgeschichte? Wollt ihr euren Charakter vielleicht mal von ganz unten nach oben arbeiten lassen? Hier geht es nicht um Vampire oder Wölfe. Um Feen oder um sonst etwas Übernatürliches. So was gibt es hier nicht. Hier geht es allein um das echte Leben.;)

Im Text findet ihr einige Verlinkungen. Diese sollen euch ein wenig zeigen wie man sich etwas vorstellen kann. ABER ihr könnt gerne Sachen dazu erfinden. Es soll nur als Hilfe sein. Bis auf wenige Punkte [Die Schulen von außen und einige Orte im Park] ist alles frei gestaltbar. Bitte übertreibt nicht! Es ist keine Fantasiestadt >.< muss schon möglich sein=)


          Blueville…..

…..ist eine sehr große Stadt. Nicht nur ein Strand (Auch mit solchen Abschnitten lässt die Stadt zu einem beliebten Ort für die Einwohner oder Urlauber sein. Auch der See, der die Stadt in der Mitte teilt und gleichzeitig alle Viertel mit einander verbindet, scheint der Stadt einen Reiz zu geben. Was ich mit Viertel meine? Ganz einfach. Jede Stadt, also auch Blueville, hat so ihre Plätze die von einem bestimmten Status geprägt sind. Wie in New York, Chinatown oder das Getto. In vielen verschiedenen Bereichen findet man die unterschiedlichsten Kulturen. Da wäre das berühmte reiche Viertel, wo die Menschen sich kaum darum Sorgen machen ob sie am nächsten Tag noch genug zu essen haben. Oder das Viertel in dem jede Familie gerne wohnen würde, da die Gegend so sicher und ruhig scheint, zum Beispiel wie bei Desperate Housewifes die berühmte Wisteria Lane. Oder die Blockhäusern die man so kennt. Das Ghetto geprägt von den Menschen die kaum was haben und täglich darum kämpfen, dass sie das Leben bestehen und nicht nach der nächsten Ecke erschossen werden. Gibt es noch mehr Viertel die euch einfallen? Dann lasst sie raus.

        Um was geht es denn jetzt hier genau?

Spielt eine real life story! Lasst euren Chara durch das Leben gehen. Ihn durch den Alltag durch kommen. Ob reich oder arm. Berühmt oder unbekannt. Verbrecher oder brave Kirchentochter.


        Kleine Anregungen für euch

Eine Stadt wie wir sie kennen. Aber irgendwie auch nicht. Sie ist besonders. Denn hier könnt ihr alles rein erfinden dass ihr so kennt. Ob ein Freizeitpark, oder eine riesige Mall. Ein Schwimmbad oder ein Hallenbad oder ein großes Kino. Hier gibt es 4 Schulen! Die Mädchen Schule, die Jungenschule, die gemischte Schule und was nicht fehlen darf, die private Schule. Lasst euren Gedanken freien lauf. Aber denkt daran, dass es hier ein REAL LIFE RPG ist!

        Die Schulen & der Park

Bis auf die gemischte Schule, kann man in den anderen 3 auch studieren. Der Unterricht läuft ab wie in jeder Schule! Fächer könnt ihr euch aussuchen.

  • Die Schulen
    Außer der gemischten Schule hat jeder der anderen Schulen eine Uniformpflicht. Die Mädchenuniform, die Jungenuniform und die Uniformen für die private Schule. Die gemischte Schule ist für die Schüler, die es sich nicht leisten können auf extra Schulen zu gehen. Währenddessen die anderen Schulen für Schüler sind, deren Eltern eine ausgeprägter Ausbildung für ihre Kinder wünschen. Der Unterricht läuft normal ab. Ihr könnt jedoch Schulaktivitäten frei planen. Bei den Mädchen/Jungen & privaten Schule ist es so, dass man besondere Fächer hat. Auch diese könnt ihr euch ausdenken. Es ist so, das ihr dort mehr in bestimmten Punkten, die ihr euch aussuchen könnt, gefördert werdet. Die private Schule ist für die reichen Schüler! Nicht jeder wird ein Stipendium bekommen. Das wird nicht so oft vorkommen! Die Schulen liegen NICHT neben einander! Die Mädchenschule ist in der Nähe vom Park. Die Jungenschule liegt abseits von der Innenstadt. Die private Schule ist mitten in der City und hat den besten Platz um gesehen zu werden. Die gemischte Schule befindet sich etwas in der Nähe der Mädchen Schule. Sie liegt jedoch weiter weg vom Park in der Nähe des Strandes.
  • Der Park
    Ist die Zentrale der ganzen Stadt! Er befindet sich genau in der Mitte und verbindet dadurch die gesamten Gebiete mit einander. Im Park treffen also alle auf einander. Er ist wirklich verdammt groß! Man findet dort einen Skaterplatz, eine Bühne für Konzerte, einen See mit einem Steg und einige kleine Tretboten oder Schiffen und Kanus. einige chiller Plätze oder große Plätze die nur aus Wiesen/Bäumen/Blumenwiesen bestehen. Es gibt einige verschiedene Grillplätze und Toiletten Häuser. Auch verschiedenen Kiosks. Und vieles mehr! Seid kreativ. Er ist einfach der Ort, an dem die meisten Generationen oder Menschen aufeinander treffen, die sich normalerweise niemals treffen würden. Der große Park ist das Wahrzeichen der Stadt und wird dadurch immer in Takt gehalten. Der Park ist also der beliebteste Ort von allen. Jedoch könnt ihr auch außerhalb vom Park euch Sachen wie einen Skaterplatz vorstellen.

Steckivorlage:

Name in HoN: Wie heißt ihr in Houes of Night?
Name im RPG: Wie soll euer Charakter heißen?
Geschlecht: weiblich oder männlich?
Alter: Wie alt ist dein Charakter?
Aussehen (Link): Link ist erforderlich!
Charakter: Beschreibt die Persönlichkeit
Hobbys: Was macht er oder sie am liebsten?
Geschichte: Wie ist seine Lebensgeschichte?
Sonstiges:Besondere Merkmale? [Ob am Körper oder Gegenstände die man immer dabei hat?]

Mitglieder -> Steckbriefe

»Solange
»Skyfall
»Aѕнeѕ
»Miss Fabulous
»crazy_perfect
»B.salvatore
»ɢedαɴĸeɴloѕ
»Wamberly
»Sonnentänzerin
»Luxaa
»Luane
»Shairen
»Nyx_unsere_Nacht
»colourful.death
»Cassie.
»Harmony.
»Susilicious
»twn3
»Angelbird
»Sweedel
»Camille
»Limit of Soul
»Rebellious
»Chubi
»Nymeria
»Satan.
»Mirabella.


          Regeln

Die Grundgesetzlichen Regeln sind hier zu finden --> Grundsätzliche RPG Regeln

  • Kein Spam
  • Steckis an ѕσℓαηgє
  • Keine Beleidigungen es sei denn sie gehören zum RPG
  • Wenn jemand Probleme hat bei mir melden
  • Achtet auf eure Grammatik und eure Rechtschreibung. Auch mir passieren mal Fehler.. aber man kann wenigstens versuchen verständlich zu schreiben!
  • geschrieben wird in der Ich- Form und nicht anders!
  • Gesprochenes wird so wie hier geschrieben
  • Gedankensätze //Werden so// geschrieben
  • privates [wird so] oder (auch so) geschrieben
  • Bei Schwangerschaften/Hochzeit oder Tot müsst ihr MICH fragen!!!
  • Wer länger als 3 Tage nicht on kommen kann sagt mir Bescheid, damit ich euch eintragen kann als Entschuldigt!
  • Schreibt mind. 2x pro Woche. Wenn ihr länger nicht on seid dann gebt mir Bescheid!
  • Wer keine Lust mehr auf einen Charakter hat soll Bescheid sagen aber nicht einfach nicht mehr on kommen, das nervt und wird nicht geduldet!!
  • Es wird immer der Name eures Charas über den Post geschrieben!!
  • Jugendfrei schreiben! D.h. kein Sex im RPG!
  • Kein Ein-Satz-Post -.-! Sprich, es werden mehr als 4 Sätze verlangt!
  • Wer seine Namen ändert, dies mir aber nicht sagt, hat keine Erlaubnis in meinem RPG zu posten bis er mir bescheid gegebenen hat. Sorry Leute aber ich hab absolut keine Übersicht wenn ihr 1000 unnötige Male euren Namen ändert! Es nervt mich und es nervt eigentlich fast ALLE RPG Besitzer -.- Ihr habt keine Ahnung wie oft sich darüber beschwert wird!
  • Have Fun♥

Diskussion

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Jeremio Tiyam
Sie dirigierte mich über die Strasse und ich konnte sehen, wie sie ihre Jacke enger um mich zog. "Hast du kalt? Ich kann dir sonst mein Jackett geben?", fragte ich sie und sah sie an. Ich würde auch einen Arm um sie legen, aber sie war immer noch meine Angestellte und daher getraute ich mich nicht richtig. "Oh, gut. Denn ich habe inzwischen wirklich Hunger bekommen", erwiderte ich, als sie sagte, dass wir nicht lange auf unsere Burger warten müssten.
Wieder glitten meine Gedanken wieder zu ihr zurück. Wie wir vorher getanzt hatten und ich einen Arm um sie hätte legen können. Doch sie war immer noch meine Angestellte. Ich wusste einfach nicht, wieso sie mich so aus dem Konzept warf. Vielleicht lag es daran, dass ich schon viel zu lange keinen Sex mehr gehabt hatte, geschweige denn auch nur schon ein Date. Aber man konnte sich nun halt mal nicht alles im Leben aussuchen.
Wir legten den restlichen Weg schweigend zurück und kamen schliesslich beim Diner an. Das Diner sah zwar fast schon ein bisschen schäbig aus, aber das musste noch lange nichts heissen. Genau hinter solchen Fassaden versteckten sich manchmal wirklich gute Restaurants oder eben Diner. Man musste sich nicht immer von der Oberfläche verunsichern lassen oder sich einen falschen Eindruck verschaffen. Das hatte ich schon mehrmals gelernt. Wir wurden von einer Blondinen begrüsst und ich setzte mich gegenüber von Neve hin. "Dann lasse ich mich wohl überraschen", erwiderte ich und lächelte sie an. Ich nahm die Karte entgegen, die sie mir hinhielt und sah mir diese durch. Ich entschied mich für einen scharfen Burger. Ich ass gerne scharf und er würde garantiert noch den restlichen Alkohol aus meinem Körper putzen. Als die Kellnerin kam, gaben wir ihr unsere Bestellung durch und dann kam auch schon Neve mit einem Thema. Ich musste auflachen und stiess dann die Luft aus. "Das ist eine schwierige Entscheidung, aber ich pinkle mir lieber in die Hose bei einem Flirt und treffe danach meine grosse Liebe. Vielleicht kann ich es bis dahin kontrollieren." Ich lachte kurz auf. "Dann kann ich immer noch guten Sex haben", erwiderte ich und grinste sie an. "Jetzt bin ich dran", meinte ich und schürzte die Lippen. "Würdest du lieber in der Öffentlichkeit beim Sex erwischt werden oder von deinem Freund beim Sex mit einem anderen erwischt werden?", fragte ich sie und sah ihr in die Augen. Die Getränke kamen, aber auf die Burger mussten wir noch warten. Ich fuhr mir durch das Haar und sah sie abwartend an. Da war ich doch einmal gespannt auf ihre Antwort.

Save your advice, 'cause I won't hear. You might be right, but I don't care.

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River Wintour
Überraschten mich seine Worte überhaupt noch? Wie oft hatte ich nun schon verstanden dass er diese Dinge von sich selbst dachte, dass er einfach keinen Sinn mehr darin sah überhaupt noch weiter zu versuchen oder sich Mühe zu geben? Wie sollte ich einem Menschen helfen, der meine Hilfe noch nicht einmal annehmen wollte, weil er dachte es nicht wert zu sein, viel mehr aber weil er dachte dass es doch ohnehin keinen Sinn hatte zu kämpfen. Und mit einem Schlag erinnerte mich all das hier wieder so sehr an meinen Bruder, das ich nicht wusste wie ich reagieren sollte. Schon zuvor hatte ich nicht wirklich gewusst, was ich sagen oder tun sollte, jetzt aber kam es mir vor als hätte es wirklich keinen Sinn mehr überhaupt etwas zu versuchen. Ich wollte ihm so sehr helfen, und doch waren mir die Hände gebunden, weil ich einfach nicht wusste wie ich diesem Mann hier helfen sollte. Wie sollte ich ihn glücklich machen? Wie sollte ich ihm zeigen wie schön das Leben sein konnte, wenn er doch nichts Schönes sah? Ich konnte ihm noch so schöne Dinge zeigen, und doch würde er irgendetwas Schlechtes darin finden. Oder er würde sich schuldig fühlen, und denken er hätte es nicht verdient so etwas zu sehen. Ich schluckte schwer, schluckte den Kloß hinunter der sich in meinem Hals gebildet hatte und mir die Kehle zuschnürte. Er lebte nur weil ich es so wollte, wäre ich nicht hier hätte er es schon längst beendet. Warum? Weil er auf mich aufpassen musste, oder weil er nicht wollte das ihn jemals jemand so sah? Ich wusste nicht was ich dazu sagen sollte, oder ob ich überhaupt irgendetwas sagen sollte - ich wollte gar nichts mehr dazu sagen, viel mehr wollte ich mich einfach für eine Weile verstecken und so tun als wäre all das hier nicht real. Aber noch nicht einmal das konnte ich tun, weil ich mir nicht sicher sein konnte ob Jax das überleben würde. Und was war mit mir? Was dachte er passierte mit mir, wenn er alles beendete und so tat als gäbe es nichts und niemanden der ihn vermissen würde? Was war mit mir, der wahrscheinlich einzigen Person die freiwillig bei ihm blieb, und doch nicht gut genug für ihn war. Ich hatte keine Chance gegen seine Selbstzweifel und den Hass den er von seinem Vater eingeprügelt bekommen hatte. Ich war nicht gut genug, nicht wichtig genug. Was hatte ich mir aber auch gedacht, ich könnte niemals einen mir fast schon Fremden davon überzeugen wie schön das Leben war, wie lebenswert es war - wie wichtig er eigentlich war. Mein Griff wurde fester, und beinahe als könnte ich ihm so zeigen dass er jemanden hatte an dem er sich festhalten könnte wenn er zu ertrinken schien, drückte ich ihn nur noch etwas mehr an mich. Als wollte ich ihm damit Hoffnung geben, die Hoffnung die er mir irgendwie doch von Sekunde zu Sekunde nahm, immer ein kleines Stück mehr. "Weil ich nicht will das du stirbst, okay? Geht das in deinen Kopf? Ich will nicht das du stirbst verdammt", murrte ich ihm leise entgegen. Ich hätte im Bett bleiben sollen, denn dieser Morgen war nicht nur kalt, er tat auch noch weh. Und auf leeren Magen konnte ich ohnehin nicht sonderlich gut denken. Er dachte ich würde irgendwann aufgeben und einfach gehen, weil ich nicht mit ihm hier wohnen wollte und mein eigenes Leben führen wollte. Und vielleicht hatte er ja auch Recht, vielleicht aber wollte ich einfach nur eine Weile hier bleiben. Bei ihm. Nicht nur um ihm zu zeigen was für Dinge er sich nicht erlaubte. Sanft liebkosten meine Finger seinen Nacken, spielten mit den zu langen Haaren. Diese Situation war absurd, und könnte man uns sehen würde man uns Beide wegsperren. Er war an einen Baum gekettet, blutete und sah aus als hätte man ihn über Jahre hinweg durch irgendwelchen Misere gejagt - etwas was seine Situation wohl auch wirklich passend beschrieb - und ich war einfach nur hier und hatte keine Ahnung, wie ich dem Dunkelhaarigen überhaupt helfen könnte. Und trotzdem versprach ich ihm das, was ich auch meinem Bruder gesagt hatte, und was doch nichts gebracht hatte. "Nichts ist Unmöglich Jax, es gibt Dinge die schwer zu erreichen sind, aber nichts auf dieser Welt ist unmöglich. Wenn Menschen die nicht laufen können, auf Berge klettern, kannst du irgendwann auch glücklich sein", sagte ich leise und lehnte meine Wange an seine Haare. Ich schloss angestrengt die Augen, atmete tief ein und biss mir auf die Unterlippe. Gott ich hatte doch keine Ahnung was man in Situationen wie diesen tat! Ich hatte ein verdammt schönes Leben geführt, hatte noch nicht einmal meine Großeltern verloren, und dann ganz plötzlich war es Bergab gegangen. Und ich hatte noch nicht einmal den Boden erreicht, sondern war am Weg weiter hinunter.

wir sprechen zu viel,
und fühlen zu wenig
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Lucie Hayes
Während Dino die Pizzen aus dem Auto nahm, schloss ich schon einmal die Haustür auf und ging dann mit ihm in meine Wohnung. „Stell die Pizzen einfach ins Wohnzimmer, ich werde Teller und was zu trinken holen.“, sagte ich und schlüpfte aus meinen Schuhe, bevor ich schnell ins Bad ging, mir die Hände wusch und alles Wichtige fürs Pizza essen zusammensammelte und ins Wohnzimmer brachte. „Hier…ich habe Wasser, Wein oder auch ein noch Saft im Haus…“, murmelte ich und stellte die Flaschen und Gläser auf den Tisch.
Dann setzte ich mich neben ihn auf die Ledercouch und öffnete die Pizzen, „Fuck…das riecht himmlisch.“, murmelte ich und leckte mir die Lippen. Ich tat etwas auf die Teller auf, doch bevor ich ihm seinen Teller gab, hielt ich ihn zurück, „Weißt du die Idee dich für diese Pizzen, schwitzen zu sehen, bringt die Sadistin in mir zum Vorscheinen und ich überlege wirklich ob ich so fies sein soll. Aber da ich nicht will das du kotzt, kannst du von mir aus auch erst morgen alles wieder abtrainieren.“, sagte ich und grinste. Zwar gefiel mehr der Gedanke ihn auf allen vieren zu sehen, doch nicht in dem Zusammenhang mit Essen.
Ein Schauer lief mir über den Rücken, als plötzlich weder an Madrid dachte und an all das was wir angestellt hatten. Verdammt das war kein guter Zeitpunkt, nicht hier nicht jetzt, ich sollte nicht so über ihn und Sex nachdenken, wir waren Kollegen, Freunde wirklich gute Freunde. Ich sollte auch Mias Freundschaft nicht aufs Spiel setzten…und dann war da auch noch Val... Mein Leben war verdammt nochmal merkwürdig, ich hatte alles was man nur wollte und trotzdem war ich noch nicht zufrieden. Was war nur los mit mir?
„Ich habe das Puls eine Person fett unterstrichen, also kann es auch sein das er sie nicht mitbringt.“, versuchte ich ihn aufzumuntern, doch wir beide wussten, das sein Dad alles wieder geradebiegen wollte. „Weißt du, ich kann ihn immer noch anrufen, wenn du nicht willst, dass deine Mum kommt.“, murmelte ich nur und biss von meinem Pizzastück etwas ab. „Und ich habe auch nicht geschrieben, das meine Mum auch da ist…außerdem ist sie nicht die Person die sie in den Filmen verkörpert…sie hat immerhin meinen Dad geheiratet…glaub mir du wirst sie mögen.“, meinte ich nur, denn meine Mutter verkörperte in ihren Filmen immer die perfekte Frau oder jedenfalls bekam sie immer den Typen ab im Film.
Ich seufzte und hoffte nur, dass ich nichts Blödes angestellt habe ich wollte nicht das der Abend in eine Katastrophe endete, ich wollte eigentlich nur, das sein Dad sah was aus seinem Jungen so geworden ist, womit er sein Geld verdient. Ich stellte meinen Teller beiseite und nippte an meinem Wein, das hier durfte nicht zu komisch werden, wir waren nur zwei Freunde die zusammen Pizza aßen und sich unterhielte, mehr nicht…das würde nicht in einem Desaster enden diesmal nicht! Ich seufzte wollte nach einem Stück Pizza greifen, als sich unsere Hände berührten und sich dieses kribbeln wieder in mir ausbreite und ich mir auf einmal Dinos nähe bewusstwurde. Wir saßen dicht beieinander, aber so, dass sich unsere Beine nicht berührten ich die Wärme aber spüren konnte. Ich bräuchte mich nur etwas vorlehnen um ihn zu küssen, nur ein bisschen den Kopf neigen…
„Erinnerst du dich an Madrid?“, fragte ich ihn plötzlich, denn seit ich mich erinnern konnte an Madrid, verfolgten mich die Erinnerungen an ihn und an das was wir getan hatten.

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Dinario "Dino" Marquéz
Ich ließ Lucie beim Restaurant anrufen und bog in die nächste Straße ab, wo ich wieder im Stau landete. Eigentlich hatte ich gedacht, dass in dieser kleinen Nebenstraße weniger Verkehr sein würde, doch da war ich wohl nicht der Einzige, der diese Idee gehabt hatte. Ich seufzte, nahm den Gang heraus und den Fuß von der Kupplung, während ich mit den Fingern leise auf dem Lenkrad trommelte. In einigen Situationen entpuppte ich mich als sehr ungeduldiger Mensch. Diese hier war so eine. Lucie neben mir legte auf und steckte das Handy wieder weg. "Na ja, ich kann Sit-ups machen und immer wenn ich oben bin, lässt du mich einmal von der Pizza abbeißen? Oder du setzt dich auf meinen Rücken und ich mache ein paar Liegestützen. Oh oder du stellst mich direkt auf ein Laufband. Nicht, dass ich dir noch zu fett werde und kein Geld mehr einbringe." Ich grinste schelmisch und bog erneut ab, sodass ich im zähflüssigen Verkehr landete. Das aber war immer noch besser als komplett zu stehen. Ich seufzte und schloss die Finger etwas fester um das Lenkrad, als sie mir von meinem Vater und den Tickets erzählte. "Dann wird er sie mitbringen.", stellte ich bloß trocken fest. Natürlich würde er mit seiner Frau kommen. Er glaubte immer noch, dass er sie davon überzeugen konnte, dass ich einen besseren Sohn abgab als sie glaubte. "Ja, meine Mutter hat mich gezwungen ihre Filme zu sehen, um mich davon überzeugen, dass Schnulzen und Mädchenzeugs voll mein Ding sein könnte..." Ich kannte ihre Mutter also. Na ja, zumindest die Rollen, die sie gespielt hatte. Leider verband ich mit diesen Filmen allerdings keine allzu guten Erinnerungen. Ich lenkte den Wagen rechts auf den Parkplatz und ließ den Motor kurz laufen. "Na ja, wirklich alltagstauglich sind diese widerlichen Eierkneifer nicht... Ehrlich, kein Kerl trägt diese engen Badehosen. Die quetschen selbst mir die Eier ein und ich hab nicht mal Richtige.", beschwerte ich mich und schüttelte leicht den Kopf. Ich ließ Lucie kurz aussteigen, damit sie die Pizza holen konnte. Der Rückweg war dann eine ziemliche Qual. Es war nie gut im Auto mit solch einem Pizzageruch gefangen zu sein und fahren zu müssen. Zum Glück aber wohnte Lucie nicht weit weg, sodass ich bald erlöst wurde, ausstieg und die Pizzen und ihre Tasche aus dem Kofferraum nahm. Den Wagen schloss ich ab und trug die Sachen Lucie hinterher in ihre Wohnung.

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Jackson "Jax" McCoy
"Wieso? Wir verschieben dieses Gespräch ständig und dennoch kommt es immer wieder auf. Wir reden fast nur noch davon und es endet fast immer im Streit. Es macht keinen Sinn mehr darüber zu reden. Du weißt, dass ich es beenden will und ich weiß, dass du dir dann Vorwürfe machen würdest und du es nicht willst. Im Endeffekt ist es aber eigentlich egal. Zur Zeit lebe ich nur wegen dir, River. Wärst du nicht, würde ich es beenden oder hätte es schon getan." Sie war momentan der einzige Grund für mich es nicht zu tun. Ich wollte es ihr nicht antun, obwohl ich ja eigentlich nichts für sie bedeutete. Es könnte ihr egal sein, wenn ich tot war, davon würde sie nichts zu spüren bekommen, wenn sie wieder bei ihrer Familie war. Dennoch aber würde sie ein schlechtes Gewissen haben, sich die Schuld geben wollen oder noch ein kleines Trauma durchleben. Ich wollte ihr nicht weh tun, deshalb tat ich es nicht. Würde sie aber jetzt gehen, würde ich keine Sekunde länger überlegen und es tun. Bei meinem momentanen Stand war ich mir ziemlich sicher in meinem Vorhaben. "Siehst du, wir wollen beide nicht so leben. Wieso sollten wir uns weiter hiermit quälen? Wofür?" Wir würden uns gegenseitig nur leiden lassen und am Ende würde River so oder so gehen. Sie gehörte nicht hier her und ich würde niemals normal sein und in der Stadt leben können. Unsere Wege würden sich trennen und von da an wäre ich wieder genauso einsam wie zuvor. Momentan sah ich wirklich keine Aussichten auf Besserung. Mein Leben hatte absolut keinen Sinn. Ich war lediglich hier und existierte. Ich seufzte leise, als ihre Hand sich in meinen Nacken schob und ihre Fingerspitzen meinen Haaransatz berührten. Immer noch lehnte mein Kopf an ihr, da ich einfach nur noch k.o. war und ihr zudem auch nicht wirklich in die Augen sehen konnte. Ich hatte das Gefühl sie ständig zu enttäuschen und auch das machte mich fertig. "Findest du es nicht ein wenig grausam einem Verzweifelten das Unmögliche zu versprechen?" Sie wusste nicht, ob es jemals besser werden könnte. Falsche Hoffnungen würden jemandem in meiner Lage wohl vermutlich nur den Todesstoß geben.

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[Hey hat jemand von euch vlt. noch einen chara frei?]

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Lucie Hayes
Ich sah kurz zu Dino, als endlich James an sein Telefon ging und mich begrüßte, „Hey James, wie geht es meinem Lieblingschefkoch?“, fragte ich ihn und drehte das Radio etwas leiser. „Oh Lucie du weißt, wie du mein Herz weichklopfst. Aber danke der Nachfrage mir geht es, wie du weißt blendend, ich habe neulich ein weiteres Restaurant in San Francisco eröffnet. Danke übrigens für dein Geschenk, den Käse habe ich als geheimzutat für meine nächste Kreation verwendet!“, sagte er und ich hörte das zischen und klappern der Töpfe im Hintergrund. „Ach da habe ich doch gern gemacht James und ich werde sicher mal zu dir kommen und dein neues Gericht probieren und ob es den Hayes-Test besteht.“, meinte ich lachend und schmunzelte.
„Aber Lucie wie kann ich dir helfen?“, fragte er und brüllte danach etwas zu seinen Köchen. „Also ein Freund und ich wollen uns einen entspannten Abend machen und da du ja weißt, machst du die beste Pizza und wir sind gerade auf dem Weg zu dir und ich hatte gehofft, ob du uns vielleicht zwei deiner Spezialpizzen machen könntest!“, fragte ich und zuckersüß. James lachte nur „Natürlich Lucie, für meinen größten Fan tue ich doch alles! Eure Pizzen sind in zwanzig Minuten fertig und gehen aufs Haus!“
„Danke James, du bist wirklich ein Schatz.“, meinte ich nur und verabschiedete mich dann von ihm, bevor ich mich wieder Dino zu wand der auf dem Lenkrad im Takt trommelte. „Du wirst die Pizza lieben, James ist wirklich ein Pizza-Gott, wäre er nicht zu alt und hätte eine Frau und Kinder, würde ich ihn sogar heiraten. Aber egal ich, denke wenn du ein bisschen trainierst wäre das jetzt nicht ein vergehen.“, murmelte ich und grinste ihn an. Mein Blick ruhte ein bisschen länger auf ihm als es normal wäre, denn verdammt, er sag wirklich gut aus.
Ich seufzte und schüttelte den Kopf, ich sollte nicht so über ihn denken, ich war sein Boss und eine gute Freundin…ich war nicht mehr und sollte nicht mehr sein…die Nacht war ein Versehen, ein Fehler und eigentlich hatte ich Val und sollte somit auch nicht an ihn denken. //Gott war ich ein schlechter Mensch\\
„Ach ja und das mit deinen Eltern - ich habe deinem Vater eine Einladung geschickt, mit zwei Karten – in der Einladung steht das er eingeladen ist und noch eine Karte zusätzlich hat um jemanden mitzunehmen…“, fing ich an und rutschte etwas hin und her. „Ich habe ihm Karten für die erste Reihe besorgt, er sitz neben meiner Mutter…ich weiß nicht ob du sie kennst, sie ist Schauspielerin.“, murmelte ich, denn die meisten Leute verglichen mich immer mit meiner erfolgreichen Mutter, was ziemlich nervig war. „Ihr Künstlername ist Grace Benson, ihr neuster Film ist Das Vermächtnis von Atlantis, keine Ahnung doch ich denke du dürftest sie kennen ihr hattet echt viele DVDs Zuhause.“, sagte ich und sah aus dem Fenster. „Also falls dein Dad deine Mum mitbringt und diese dich blöd anmacht, wird meine Mum deine sicher zurechtstutzen und wenn nicht, wird dein Dad sicher gut unterhalten, von dir und meine Mum.“, sagte ich nur und hoffte das, dass nicht zu schräg war. Das war keine Absicht, das sein Dad meine Mum kennenlernt, doch ich dachte es wäre ganz nett seinem Dad ein unvergesslicher Abend zu machen, genau wie ihm.
Als er das mit dem Shooting gesagt hatte, grübelte ich kurz nach ob er nun zu oder abgesagt hatte, doch dann fragte ich mich was dabei denn schon sei, es war nur Bademode. Zwar sehr kurze und knappe Bademode, doch wie schlimm konnte das schon werden, wir würden ja sicher nicht einander ab schlabbern. Dennoch hatte ich etwas Angst, denn die Erinnerungen kamen nach und nach hoch, tja und ich merkte, dass es mir gefallen hatte…sogar sehr und dass ich ab und zu davon träumte… „Ähm…ja du hast recht, die Klamotten sind wirklich ziemlich kurz hoffentlich sind die Leute wirklich nicht so dumm und kaufen sich das Zeug.“, murmelte ich und sah wieder zu ihm rüber.
„Fahr hier rechts rann, ich gehe die Pizzen holen und dann können wir zu mir fahren.“, erklärte ich und stieg aus dem Auto aus, ging ins Restaurant, begrüßte James und holte die frischen und duftenden Pizzen. Bevor ich wieder zu ihm ins Auto stieg und ihm den Weg zu meiner Wohnung diktierte. (Schreibst du dann weiter bis zu Wohnung usw.?)

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Asher „Ash“ Erikson
Händchenhalten ging ich mit Liah in Richtung Park und da wir im etwa teurerem Teil von Millaville waren, war dieser zu dieser Jahres Zeit auch unheimlich hübsch, überall blühten farbenfrohe Blumen und es roch nach frisch gemähten Gras. Ich liebte diesen Geruch, besonders wenn es vorher noch geregnet hatte. „Weißt du Liah, auch wenn dir Überraschungen ein wenig zu wieder sind, wirst du es sicher auch ohne viel Date Erfahrung schaffen, mich zu beeindrucken und zu verzaubern.“, erklärte ich ihr und grinste schelmisch. Sie wusste ja welche Wirkung sie auf Männer hatte, besonders auf mich und verdammt, sie war bezaubernd und wunderschön, dennoch war es in ihrer Nähe gefährlich und musste höllisch aufpassen.
Wir schlenderten um den kleinen See auf dem der Vollmond und die Sterne sich spiegelten und genossen die Ruhe. Tja und auch wenn es romantisch und kitschig war und ich nicht genau wusste, ob das wirklich Liahs Geschmack war, war es wundervoll. Sie war wundervoll und so langsam fing ich an sie zu verstehen und versuchte ihr wirkliches Ich kennenzulernen. Sie vertraute mir immer mehr und mehr und ließ die Hüllen buchstäblich fallen.
„Aha, einen Begleitservice, das ist auch mal ein spannender Beruf, ein bisschen flirten, feiern und Alkoholfreie Cocktails trinken. Würdest du auch einen Teenager zu seinem Abschlussball begleiten? So etwas hätte ich gebrauchen können, nicht das ich niemanden hatte aber naja, die meisten Mädchen wollten dann eine feste Beziehung und…ja ich war jung und noch nicht bereit dafür.“, murmelte ich grinsend. „Aber weißt du was, unsere Berufe unterscheiden sich gar nicht so sehr, ich werde sozusagen auch von Kunden gebucht, suche ein Haus aus und muss sie – naja die Damenwelt zumindest – bezirzen und verkaufe ihnen teure Häuser.“, murmelte ich und schüttelte den Kopf. „Leider habe ich keine Bodyguards die mir helfen das mich keiner anfasst. Du willst gar nicht wissen was ich alles schon erlebt habe.“, murmelte ich und dachte an die eine Mutter die mich flachlegen wollte.
„Tja weißt du, um ehrlich zu sein bin ich sogar ein klein wenig eifersüchtig, das du mit anderen Männern flirtest.“, sagte ich und blieb stehen, sodass sie mich angucken musste. „Und ich mache mir Sorgen…sein vorsichtig, Kerle sind manchmal wirklich scheiße…natürlich alle aus ich selbst. Ich bin der geniale Gentleman und Sexgott.“, sagte ich und lachte leise. Ich strich ihr eine lose Strähne hinters Ohr und seufzte, das hier was so falsch und dennoch konnte ich nicht leugnen, dass sich meine Meinung über sie änderte, dass ich Gefühle entwickelte, ganz langsam und versteckt. Sie fing an mir etwas zu bedeuten und ich machte mir Sorgen um sie und das war nicht gut…
„Sag mal, wenn du einen Wunsch frei hättest, nur einen einzigen…was würdest du dir davon wünschen?“, fragte ich nachdenklich.

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River Wintour
Egal was ich versuchen würde, es würde doch nichts helfen. Egal wie oft ich sagen würde dass ich ihm helfen wollte, egal wie sehr ich mir wünschte ihm helfen zu können, ich saß doch nur hier, mit gebundenen Händen und keinem Plan wie ich es anstellen sollte. Wie sollte ich ihm bei etwas helfen, von dem ich noch nicht einmal ansatzweise eine Ahnung hatte? Gott ich wusste ja noch nicht einmal wie ich damit umgehen sollte plötzlich in einer Welt gefangen zu sein, von der ich nicht einmal geahnt hatte das sie existierte. Ich hatte in meiner sicheren Blase gelebt, geliebt von meiner Familie und meinen Freunden, beobachtet und zufrieden - glücklich. Und plötzlich hatte sich alles geändert, auf einen Schlag war meine Welt auf den Kopf gestellt worden und ich hatte keine Ahnung wie ich damit umgehen sollte. Mein Bruder hatte das alles ins Rollen gebracht, und nun saß ich hier im Dreck und versuchte einem Mann zu helfen den ich eigentlich hassen sollte. Ich sollte ihn hassen, weil er mich hier her gebracht hatte, weil er mir nicht erlaubte meine Eltern anzurufen, weil er mich verletzte, vor allem aber weil er gefährlich war. Ich sollte Angst vor ihm haben, sollte mich von ihm zurückbringen lassen. Leise seufzte ich, ließ den Kopf in den Nacken sinken und schloss die Augen. Ehrlich, ich wusste nicht was ich denn noch sagen sollte um ihn zu beruhigen. "Können wir später darüber sprechen?" flüsterte ich leise. Um ehrlich zu sein hatte ich gerade einfach keinen Kopf um mir darüber Gedanken zu machen. Ich wollte nicht darüber nachdenken was passieren hätte können, oder was in Zukunft passieren würde, oder könnte. Ich wollte doch nur das er mir endlich die Chance gab, die er mir versprochen hatte. Er hatte gesagt dass er mir die Chance geben würde ihm zu zeigen wie schön das Leben sein konnte, und alles was ich bis jetzt erreicht hatte waren mehrere Zusammenbrüche seinerseits, blaue Flecken und möglicherweise Prellungen meinerseits und das Gefühl das ich wirklich nichts ausrichten konnte. Vielleicht war es ja Hoffnungslos, und trotzdem wollte ich nicht das er so endete wie mein Bruder es getan hatte. Nicht bevor ich nicht alles versucht hätte es zu verhindern. Ich strich ihm sanft über den Rücken, lehnte mein Kinn an seinen Hinterkopf und wog uns weiterhin hin und her, das Rasseln der Ketten versuchte ich so gut es nun einmal ging zu ignorieren. "Natürlich will ich nicht so leben. Ich will nicht ständig darüber nachdenken müssen was passieren könnte, oder was ich sagen kann, aber wenn es das ist was ich tun muss um hier bleiben zu können dann mache ich es", erklärte ich leise und schüttelte lächelnd den Kopf. Natürlich wollte ich nicht ewig darüber nachdenken wie schwer es ihm fallen könnte, meine Worte zu verkraften. Aber ich wollte hier nicht weg. Ich wollte hier bleiben, bei ihm. Ich seufzte ein weiteres Mal, legte meine Hand in seinen Nacken und spielte sanft mit seinen Haaren. Wenigstens hatte er sich etwas beruhigt. "Doch das kann ich", wiedersprach ich ihm. Natürlich konnte ich das einfach so versprechen. Und natürlich wusste ich dass er es mir übel nehmen würde wenn es nicht bald besser werden würde, aber ich wollte ihm doch nur etwas Mut geben. Nur etwas Mut nicht jetzt schon aufgeben zu wollen, weil er bessere Zeiten in Aussicht hatte.

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Jackson "Jax" McCoy
So konnte es nicht weitergehen. Etwas musste sich ändern. Ich wusste aber, dass ich mich nicht ändern konnte. So lange ich lebte, hatte ich diese Alpträume, die Flashbacks und Halluzinationen. Ich hörte Stimmen in meinem Kopf, die nicht wirklich da oder existent waren. Sie redeten mir zu, prügelten auf mich ein und ließen mich Dinge tun, die ich nicht tun wollte. Ich war nur 90% der Zeit wirklich ich selbst, die andere Zeit wurde ich von Erinnerungen gesteuert, die so gestört waren, dass man Angst um die Menschen in meiner Umgebung haben musste. Und River war momentan die einzige Person in meiner Umgebung. Sie stand direkt in der Schusslinie und ich wusste, dass ich früher oder später abdrücken und sie zerstören würde, wenn ich jetzt nichts unternahm. Irgendwann würde es darauf hinauslaufen. Irgendwann würde ich sie umbringen oder ihre Seele brechen. Irgendwann würden die Schäden, die ich hinterließ irreparabel sein. So wie bei dem Mann, der durch meine Hand gestorben war. "Und wenn du es irgendwann nicht tust? Oder wenn ich dir keine Anweisungen mehr geben kann; wenn du nicht mehr in der Lage bist mich wegzusperren, um dich selbst zu schützen." Ja... was wenn? Sie wollte nicht gehen. Sie glaubte wirklich das alles hier lernen zu können, es richten zu können. Das konnte sie aber nicht. Nicht einmal sie würde mich zusammenkleben können wie die Vase ihrer Großmutter. Zu viele Leute waren über die Scherben gelaufen, zu viele Teile fehlten und kein Kleber der Welt konnte meine Puzzleteile ewig zusammenhalten. Sie setzte mich jedes Mal wieder zusammen und dennoch zerfiel alles wieder. Wollte sie das wirklich ihre Aufgabe nennen? Eine Vase immer wieder reparieren zu wollen, auf die keiner wirklich wert lag und die sowieso nie benutzt werden sollte? "Du kannst nicht lernen mit dem hier umzugehen. Offensichtlich kann nicht einmal ich das! Alles, was du tun könntest wäre dich an die Schmerzen zu gewöhnen, die ich dir zufügen werde, wenn du völlig unschuldig ein falsches Wort nennst, das mich unerwartet zurückwirft. Nur ein Wort, River. So will doch keiner leben..." Wollte sie so leben? In ständiger Angst und immer geduckt, weil sie einen Ausbruch von mir erwartete? Wollte ich so leben? In dem Wissen ihr jederzeit weh tun zu können? "Du kannst das nicht einfach versprechen, Riv." Glaubte sie wirklich das hinzubekommen oder belog sie gerade auch sich selbst?

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River Wintour
Ich wusste nicht was ich sagen sollte. Mir war bewusst und völlig klar dass es für ihn schwer war, schließlich hatte er mir vorhin noch gesagt was in einem der Flashbacks passiert war; oder viel mehr was er mit einem anderen Menschen getan hatte als er in seiner Vergangenheit und seinem eigenen Leid gefangen gewesen war. Ich wusste dass er mich nicht verletzen wollte, oft genug hatte er es mir gesagt und bewiesen, immerhin hatte er alles getan um mir jegliche Schmerzen zu ersparen. Und dennoch saßen wir nun hier, er völlig fertig und am Boden zerstört, und ich vollkommen planlos. Ich konnte das hier nicht, hatte keine Ahnung wie man in Situationen wie diesen umging. Ich wusste noch nicht einmal wirklich was genau denn nun der Grund dafür war dass er dieses Mal die Kontrolle verloren hatte, die letzten Male aber nicht. War es die Tatsache gewesen dass ich nicht verstanden hatte dass er kurz davor war, die Kontrolle zu verlieren? War es die Tatsache das er ohnehin schon am Boden zerstört gewesen war, und ich nur noch auf ihn eingetreten hatte indem ich ihm Dinge an den Kopf geworfen hatte, die ich ihm nicht an den Kopf hätte werfen sollen? Unsicher sah ich den Wuschelkopf an und verzog das Gesicht. Er meinte dass er mir nicht gut ging. Natürlich ging es mir nicht gut, ihm doch aber auch nicht! Ihm ging es hier wohl sehr viel schlechter als mir! Was wäre wohl passiert, wenn ich nicht auf ihn gehört hätte. Ich schluckte etwas, denn um ehrlich zu sein wollte ich mir gar nicht erst ausmalen was passiert wäre. Ich wollte gar nicht wissen, wie diese Erinnerung ausgegangen wäre, denn das hieße ich würde wissen was er erlebt hatte. Ich schüttelte den Kopf leicht. Er darfte gar nicht erst daran denken was passiert wäre wenn ich nciht auf ihn gehört hatte. Er durfte sich gar nicht erst Gedanken darüber machen was passieren hätte können, viel mehr sollte er sich darauf konzentrieren was wirklich passiert war. "Aber ich habe auf dich gehört", sagte ich leise und biss mir auf die Lippe. Er verletzte sich hier gerade selbst, um irgendwie damit umgehen zu können. Ich zuckte etwas zusammen, auch wenn ich es wirklich nicht wollte. "Das tue ich doch nicht. Jax ich will doch nur dass du mich nicht wegschickst und wenn es bedeutet dass ich lernen muss mit dem hier umzugehen dann mache ich es", verstand er denn nicht dass ich mich nicht einfach so von dem hier abschrecken lassen wollte? Natürlich hatte ich Angst, gott er konnte sich wahrscheinlich gar nicht vorstellen wie große Angst ich eigentlich hatte, ich wollte aber nicht vor ihm zurückschrecken. Ich wollte ihm nicht das Gefühl geben Angst vor ihm zu haben. "Doch. Doch es ist in Ordnung", wiedersprach ich ihm erneut. Vorsichtig, da ich wirklich nicht sicher war ob es das denn nun mit dem Flashback gewesen war, oder ob er plötzlich wieder zurückrutschen könnte. Es brach mir das Herz mit anzusehen, wie zerstört er eigentlich war. Ich schluckte, schloss meine Arme etwas fester um ihn und drückte ihn an mich. Wenn er schon Schutz suchte, wollte ich ihn diesen wenigstens jetzt geben. Ich vergrub meine Nase an seinen Haaren, schloss die Augen und wog uns etwas hin und her, während ich ihm beruhigend über den Rücken strich. "Und wenn jetzt nicht alles in Ordnung ist, dann wird es besser. Es wird alles gut Jax, das verspreche ich dir", denn wenn es etwas war was ich wusste, war es die Tatsache dass es nicht ewig so weitergehen könnte.

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Jackson "Jax" McCoy
Wie konnte sie das sagen? Dass es ihr gut ging! Ich hatte meine Hände um ihren Hals geschlossen und ihr die Kehle fast zerdrückt. Ich hatte sie gewürgt, sie beinahe erdrosselt. Ich hatte sie doch niemals verletzen wollen, aber ich hatte es eben getan, auch wenn ich nicht wirklich anwesend gewesen war. Ich war froh nicht bewusst dabei gewesen zu sein. Ich hätte nicht zusehen wollen und dennoch war es fast genauso schlimm nur die Konsequenzen zu sehen. Würde ich es überhaupt ertragen zu wissen, was genau ich ihr alles angetan hatte? Ich war froh es nicht zu wissen. Ich wollte es gar nicht wissen, denn wüsste ich, was meine Hände ihr angetan hatten, würde ich sie wirklich abhacken. Ich konnte den Gedanken nicht ertragen ihr aktiv weh getan zu haben. "Nein, es geht dir nicht gut! Scheiße, was glaubst du wäre passiert, wenn du nicht auf mich gehört hättest? Ich weiß genau wie die Erinnerung weitergegangen wäre." Ich hätte sie umgebracht, verdammte scheiße. Sie hätte das, was als nächstes gekommen wäre niemals einfach so weggesteckt. Ihre Finger schoben sich zwischen meine, doch der Schmerz an meiner Kopfhaut hielt mich ruhig. Ich brauchte diesen Schmerz, um klar zu denken und dennoch half es mir nicht. "Du verstehst es einfach nicht... Du solltest nichts lernen müssen, River! Ich kann und will nicht von dir verlangen dich mir unterzuordnen, dich den Flashbacks unterzuordnen." So war das alles hier nicht geplant gewesen. Sie hätte mit all dem niemals in Berührung geraten dürfen und erst recht sollte sie sich nun nicht danach richten müssen. Ich schüttelte den Kopf, kniff die Augen zusammen und versuchte ihrem Anblick auszuweichen, der mir nur noch mehr Schmerzen bereitete. Ich hätte es nie so weit kommen lassen dürfen. "Nein, es ist nicht in Ordnung! Nichts ist in Ordnung.", knurrte ich. Ich war so wütend auf mich, auf die Flashbacks, auf meinen Vater, der erst dafür gesorgt hatte, dass ich Leute verletzte, die ich gern hatte. "Ich will das nicht mehr. Ich kann das alles nicht mehr!", wimmerte ich und rollte mich in ihren Armen leicht zusammen, bettete meinen Kopf an ihrer Brust und krümmte meinen Rücken. Wieso ließ sie es mich nicht einfach beenden? Nach all dem, was sie gesehen und nun auch erleiden hatte müssen, sollte sie es doch endlich verstehen und mir zustimmen. Niemand konnte das wieder richten. Niemand konnte mich wieder hinkriegen. Ich war verloren.

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River Wintour
Hätte ich gewusst dass dieses Gespräch so enden würde, mit Blut und blauen Flecken und wer wusste was noch alles unter dem Stoff meines Pullovers versteckt war, hätte ich es gelassen. Vielleicht aber war ich wirklich zu unüberlegt und naiv um das hier zu verstehen, um den Ausmaß zu verstehen - um Jax' Gefühle und Gedanken zu akzeptieren und wirklich zu verstehen. Ich hatte keine Ahnung wie er sich fühlte. Hatte keine Ahnung wie genau er sich fühlte, wenn er sah was für Flecken und Spuren er auf meiner Haut hinterlassen hatte. Ich wusste dass er mich nicht hatte verletzen wollen, und ich wusste wie unglaublich schwer es ihm gerade jetzt in diesem Moment fiel mich anzusehen, weil er wusste dass er mich Schmerzen bereitet hatte. Und egal wie sehr ich mir wünschte ihm gerade zeigen zu können dass es mir gut ging, und dass er mich nicht nachhause bringen musste damit ich sicher vor ihm war, wusste ich nicht wie ich eben das tun sollte. Ich könnte es ihm sagen, hatte jedoch die Befürchtung das meine Worte doch nichts nutzen würden. Ich hatte ihm doch bereits so oft und so vieles gesagt, und alles was ich bekommen hatte war das Wissen das er mir doch nicht glaubte. Ich konnte nicht hier bleiben wenn er mir so etwas antat. Womöglich sollte ich mich bei ihm entschuldigen, schließlich hatte ich gesagt dass ich aufpassen würde, und nun saßen wir doch hier. Ich schluckte etwas, ließ die Hand sinken als er seine in seinen Haaren vergrub und scheinbar irgendwie versuchte mit dieser Situation klar zu kommen. Was? Kopfschüttelnd ließ ich mich zurücksinken. Das konnte er doch nicht tun. Ich wollte nicht nachhause, viel mehr aber wollte ich hier bleiben. Weil ich bei ihm bleiben wollte. Und er konnte sich nicht einfach die Hände abhacken. Wie sollte das denn funktionieren? Dann könnte er sich hier doch genauso gut vom nächsten Baum hängen, oder von einer Klippe springen und am Kopf landen. Erneut bewegte ich mich etwas, rutschte näher an ihn und legte meine Hände an seine, die ich versuchte aus seinen Haaren zu lösen. "Es geht mir gut Jax", sagte ich leise und wandte den Blick von seinen Handgelenken ab, die wundgescheuert und rot waren. Ich gab den Kampf mit seinen Haaren auf, und legte stattdessen meine Hände an seine Wangen um seinen Kopf etwas anzuheben und mich in sein Blickfeld zu schieben. "Ich kann es doch lernen", was genau wollte ich lernen? Damit umzugehen wahrscheinlich täglich Flashbacks zu verursachen? Damit umzugehen dass er nicht normal war, und sehr wahrscheinlich so ziemlich den Rest seines Lebens in seiner Vergangenheit gefangen zu sein? Damit umzugehen möglicherweise immer wieder blaue Flecken oder Prellungen, vielleicht sogar irgendwann Schlimmeres davonzutragen weil er nicht verstand was er tat wenn er in seiner Erinnerung gefangen war? Ich strich ihm mit dem Daumen über die Wange. "Ich kann doch lernen zu merken wann es gefährlich wird. Jax ich will nicht nachhause, und deine Hände sollst du dir auch nicht abhacken", gott wie konnte ein Mensch nur so verdammt kaputt sein? "Es geht mir gut", es wäre gelogen zu sagen dass ich keinerlei Schmerzen hatte. Auch wenn ich ihm nicht sagen würde das es weh tat. Es würde ihn nur noch fertiger machen als ohnehin schon. "Es ist in Ordnung. Jax, es ist in Ordnung", sagte ich leise. Ich konnte so oft ich wollte sagen dass es in Ordnung war, wir wussten doch Beide das es eben das nicht war. Es war nicht in Ordnung dass er Schmerzen hatte, und es war nicht in Ordnung das ich Schmerzen hatte. Leise löste ich meine Hände wieder von seinen Wangen, und legte stattdessen meine Arme um ihn. Es war so ziemlich das Einzige was mir einfiel, und möglicherweise jedes Mal irgendwie alles etwas besser machte.

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Jackson "Jax" McCoy
Ich hatte mich immer davor gefürchtet ihr weh zu tun. Von Anfang an hatte ich mit dem Gedanken gespielt die Entführung doch fallen zu lassen, weil ich genau wusste, zu was ich fähig war. Ich hätte damals schon wissen müssen, dass es irgendwann einmal so weit kommen würde. Ich hatte sie schon damals geliebt. Schon damls hatte ich ihr nicht weh tun wollen, doch jetzt war es etwas anderes. Jetzt kannte ich sie und mein Herz gehörte praktisch ihr - ihr ganz allein. Sie war alles, was mir momentan wichtig war und ich hatte ihr das angetan. Ich wollte nicht wissen wie sie unter den Klamotten aussah, was ich ihr noch angetan hatte, bevor sie es mit den Ketten hatte stoppen können. Es tat weh. Ich wusste wie sich Knochenbrüche anfühlten. Wie sich Prellungen, Zerrungen und sämtliche anderen Schmerzen anfühlten, doch das hier war anders. Es war wirklich als würde mein Herz brechen und ich wollte dieses Gefühl nie wieder verspüren. Lieber würde ich für immer nichts fühlen als das hier in dem Wissen sie verletzt zu haben. Ich hielt den Blick auf den Boden gerichtet und kniff dennoch die Augen zu. Was hatte ich ihr nur angetan... Ich war völlig neben der Spur gewesen, als ich in diesem Flashback gesteckt hatte. Sie war in der Realität das Ich im Flashback gewesen. Ich schüttelte nur den Kopf, versuchte die Bilder der Striemen an ihrem zierlichen, viel zu gebrechlichen Hals zu verdrängen, doch es ließ sich nicht zur Seite schieben. Das hier war real. Ihre Schmerzen waren real. Ihre Angst war es ebenso. "Du kannst aber nicht hier bleiben, wenn ich dir sowas antue!", antwortete ich schnell und verzog das Gesicht, hob die Hände an den Kopf und vergrub sie fest in den Haaren. "Ich lasse nicht zu, dass ich dich weiter verletzen kann... Entweder du gehst oder ich hack mir die verdammten Hände ab." Ich würde zerbrechen, wenn meine Hände ihr auch nur ein einziges Mal erneut Leid zufügen würden. Ich würde es beenden, bevor es so weit kommen würde. Nicht einmal sie konnte ich halten. Nicht einmal die Frau, die ich liebte, war vor mir in Sicherheit. Nicht einmal sie drang soweit zu mir durch, dass sie meine Vergangenheit verdrängen konnte. Wenn sie es nicht konnte, dann konnte es keiner. Es würde niemals aufhören.

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Letizia-Isabella

Ich wusste nicht, ob es Dean wirklich zu holprig im Flugzeug werden würde. Sein kleiner Nathan wäre wahrscheinlich begeistert darüber im Flugzeug zu fliegen. Aber wahrscheinlich hatte das alles noch einen weiteren Grund. Ich wusste ja selbst das so ein Flug nach Schottland nicht ganz billig war und dann würden die beiden auch noch eine Unterkunft brauchen, die war dann auch nicht gerade billig. "Na ja, ich könnte mir vorstellen, dass Nathan nicht die ganze Zeit still auf seinem Platz sitzen kann." sagte ich breit grinsend. So wie ich Nathan bis jetzt kennengelernt hatte war er ganz schön aufgeweckt. Aber er war wirklich süß.
Nachdem wir aufgegessen hatten, fragte mich Dean, ob wir zusammen tanzen wollten. Er meinte, dass ich das ja können müsste, weil es sicherlich meine Familie so gewollt hatte. "Es scheint, als würdest du meine ganze Lebensgeschichte zu kennen. Langsam wird es gruselig." sagte ich breit grinsend und nahm die Hand, die er mir anbot und stand auf. Wir gingen zusammen wieder rein auf die Tanzfläche. Hier war es um einiges voller als draußen. Wahrscheinlich war es den meisten Frauen draußen zu kalt in ihren kurzen Kleidchen. Aber ich fand es draußen um einiges schöner. Hier drinnen im Saal war es durch die vielen Menschen viel zu stickig, da war mir die frische Luft draußen wirklich lieber und die Kälte war mir dabei egal. Aber für einen Tanz zusammen mit Dean war mir die stickige Luft hier drinnen auch egal. Es war nicht gerade die Musik die ich bevorzugte, aber man musste ja seinen Spaß daraus ziehen. "Ich musste tanzen schon mit vier Jahren lernen." meinte ich schließlich, als wir zusammen auf der Tanzfläche tanzten um seine Worte von vorhin zu unterstützen. Andere Kinder hatten in diesem Alter die Zeit ihres Lebens und konnten rund um die Uhr spielen. Aber ich hatte meinen Tagesplan. Frühs stand lesen und schreiben auf dem Plan, nachmittags tanzen, aber auch Fremdsprachen lernen und das mit vier! Ich wusste aufjedenfall, dass ich meinen Kindern sowas nicht antun würde, wenn ich einmal Kinder bekommen würde.

Einmal um die Welt und wieder zurück!

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River Wintour
Angst war etwas so Mächtiges, obwohl es so unscheinbar wirkte. Angst löste so unglaublich viel in einem Menschen aus, sorgte dafür dass das Leben völlig verrückt spielte und irgendwie doch nicht real wirkte. Angst sollte ich empfinden. Ich sollte Angst vor Jax haben, und den Dingen die er mit mir anstellen könnte wenn er in seiner Vergangenheit gefangen war. Ich sollte Angst davor haben Schmerzen zu verspüren wann auch immer er, oder viel mehr die Erinnerung, seine Hand erhob und einen blauen Fleck auf meiner Haut hinterließ. Ich sollte Angst empfinden, jetzt und in diesem Augenblick. Aber genau das tat ich nicht. Ich hatte keine Angst vor ihm, oder vor den Dingen die er mit mir anstellen könnte, viel mehr aber fürchtete ich mich vor der Tatsache dass er mich gerade jetzt in diesem Moment Dinge fühlen ließ, die ich schon so lange nicht mehr gefühlt hatte. Nicht auf diese Art und Weise, und nicht so stark dass mir alles egal gewesen war. Lange war es her dass ich das letzte Mal Schmetterlinge im Bauch gehabt hatte, die wild herumgeflattert waren um irgendwie doch nirgendwohin zu kommen. Ich wusste dass ich nicht so empfinden sollte, alleine schon weil Jax jemand war der doch irgendwie nie wirklich ganz so sein würde wie die Anderen, möglicherweise war es aber genau das was mich so fühlen ließ. Ich wusste jedoch auch, dass er Recht damit hätte wenn er mich jetzt sofort in den Camper setzen würde, um mich nachhause zu bringen. Er war nicht gut für mich, er brauchte Hilfe die ich ihm niemals geben könnte, egal wie sehr ich es doch wollte. Er war nicht gut für mich, weil er viel zu viele Probleme hatte, mit denen ich ihm einfach nicht helfen könnte. Mit denen ich ihm niemals helfen könnte. Um ehrlich zu sein konnte ich noch nicht einmal sagen ob er jemals normal sein würde. Ob er jemals keine Flashbacks haben würde, ob er jemals in die Stadt gehen könnte ohne sofort übermannt zu werden. Ich wusste es nicht, und es machte mich verrückt so unglaublich viele Dinge nicht zu wissen. So viele Dinge, die so unglaublich wichtig waren, und doch nicht wichtig erschienen. Zumindest nicht für diesen Moment, diesen kurzen Augenblick in dem die Welt stillzustehen schien, und ich erleichtert ausatmen konnte, weil alles in Ordnung schien obwohl es doch nicht so war. Eben das machte mir Jax klar, indem er sich von mir löste und eine unglaubliche Kälte hinterließ die meine Haut streifte, und mich zum zittern brachte. Der Wind der zuvor nur kühl gewirkt hatte, hinterließ das Gefühl als wäre mir wirklich unglaublich kalt, und dort wo eben noch seine Wärme gewesen war, war ich nun dem Wetter ausgesetzt. Ich schluckte etwas, und ließ mich vorsichtig etwas zurück sinken, nicht sicher ob ich mich denn nun bewegen wollte, oder ob ich noch zu ängstlich war um ihn irgendwie in die Realität zurück zu holen. Ich schwieg, und die Schmetterlinge die eben noch geflogen waren wurden durch Übelkeit ersetzt. Mein Herz hämmerte, nun aber nicht mehr nur wegen seinen Lippen die bis eben noch auf meinen gelegen hatten, viel mehr aber vor Anspannung und Angst vor seiner Reaktion wenn er verstehen würde, was gerade passiert war. Diese Stille brachte mich schier um, machte mich verrückt und ließ mir keine Ruhe. Unsicher kaute ich auf meiner Lippe herum, bis er vorsichtig die Augen öffnete und mich ansah. Musste er es mir so verdammt schwer machen?! Konnte er mich nicht einfach ansehen? Ich sah ihm an, wie unglaublich schwer es ihm fiel mich anzusehen, und man konnte wohl auch den Schmerz in seinen Augen nicht übersehen. Es tat ihm weh zu sehen, was er getan hatte. Vorsichtig legte ich meine Finger an meinen Hals um diesen zu verdecken, denn auch wenn ich keine Ahnung hatte wie ich denn nun aussah war ich mir sicher, dass er seine Spuren hinterlassen hatte. Scheiße ich konnte es ja sogar spüren. Er schwieg, machte diese Situation nur noch schwerer und angespannter als sie ohnehin schon war, und auch wenn ich meine Finger einfach nach ihm ausstrecken wollte um ihm zu zeigen dass ich keine Angst hatte, und ganz bestimmt nicht vor ihm zurückweichen würde, konnte ich es nicht. Weil ich wusste das er Recht hatte. Das ich nicht hier her gehörte, sondern nachhause. Vorsichtig schüttelte ich den Kopf, ließ meine Hand sinken und sah ebenso zu Boden. "Ich will nicht nach Hause", flüsterte ich leise, nicht sicher ob ich meiner Stimme denn nun schon wieder trauen konnte oder nicht. Langsam schob ich mich etwas in seine Richtung und legte meine Hand zögernd an seine Wange, ehe ich meine Stirn vorsichtig an seinen Kopf lehnte und die Augen schloss. Ich sollte keine Angst haben. Er würde mir niemals etwas tun, er würde sterben bevor er mich verletzen wollen würde. Dennoch wusste ich nun, was er gemeint hatte als er gesagt hatte das er gefährlich war wenn er in diesen Flashbacks gefangen war. "Ich will hier bleiben", sagte ich leise und strich Jax sanft über die Wange. "Ich will hier bleiben. Bei dir", fügte ich schnell hinzu. Ich hatte ihm nicht versprochen dass er mich zurückbringen könnte, wenn ich durch ihn verletzt werden würde. Ich hatte lediglich gesagt dass wir noch darüber sprechen würden, wenn es soweit wäre. Dass es schon so früh dazu kommen würde, hätte ich jedoch niemals gedacht.

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Jackson "Jax" McCoy
Was zur Hölle war hier gerade passiert? Es war als wäre mein Gedächtnis komplett ausgelöscht. Wie war es hierzu gekommen? Was war passiert, dass ich hier gelandet war? Ich spürte nur noch sie, ihre Wärme, ihre Güte, ihren Duft... Da war nur sie und der Geruch frischer, feuchter Erde, in der ich kniete und die meine Hose ziemlich aufweichte. Aber kümmerte mich das? Nicht wirklich. Nichts hätte in diesem Moment meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen können. Nicht einmal Nuklearraketen, die direkt neben uns einschlugen. Wirklich absolut nichts hätte mir das hier kaputt machen können. Mein geschundenes Herz fühlte sich plötzlich viel weniger wund an. Es war, als hätte sie das klaffende Loch in meiner Brust für eine Zeit lang geschlossen. Als hätte sie meine Löcher geflickt, mich wieder zusammengebaut und... mich repariert. Ich fühlte mich ganz und am Stück - nicht mehr wie ein Spielzeug, das schon defekt hergestellt worden war und das niemand kaufen wollte. Das hier - dieser kurze Moment - war so viel mehr als alles, was mir jemals gegeben worden war. Hatte sie überhaupt eine Ahnung, was sie mir hiermit schenkte? Es schien, als hätte ich für einen winzigkleinen Zeitraum den Einblick in eine andere Welt - in eine Welt, in der ich nicht der Sündenbock für alles war. Eine Welt, in der auch ich glücklich sein konnte und auch durfte. Eine Welt, in der ich ehrlich und aufrichtig lächeln und mehr als nur zufrieden mit der Situation sein konnte. Leider nur holte mich die Realität etwas schneller ein, als mir lieb war. Ich küsste hier River. Die kleine, zarte Blume, die ich hergeholt hatte, um sie zu pflegen und wieder aufzupeppeln und die ich eben noch beinahe aus ihren Wurzeln gerissen hatte. Ich wusste, an was ich mich erinnert hatte... und ich musste nachsehen, ob es ihr gut ging. Langsam ließ ich von ihr ab, sank zurück auf meine Fersen und erzeugte dabei ein Rascheln der Ketten, das ich zuvor gar nicht wahrgenommen hatte. Dennoch öffnete ich nicht die Augen. Wollte ich das sehen? Wollte ich sehen, was ich angestellt hatte? Konnte ich überhaupt? Ich musste. Langsam - und als könnte ich so die Ausmaße abmildern - hob ich meine Lider und mein Blick fiel als erstes auf die roten Striemen an ihrem Hals. Ich sah es. Ich konnte meine Hand an ihrem Hals förmlich sehen. Meine Finger hatten tiefrote Schlieren hinterlassen, die sicher noch andere Farben annehmen würden. Weiter traute ich mich schon gar nicht. Ich war froh, dass sie einen Pullover trug. Ich konnte nicht ertragen zu sehen, was ich ihr da angetan hatte. Mein Vater hatte mich mit Schmerzen darauf gedrillt niemals schwach zu sein, dennoch tat mir ihr Anblick so weh in der Brust, dass eine Träne einfach ausbrach und über meine Wange rann. Schnell aber war sie von meinen blutigen Fingern weggewischt. Ich senkte den Blick herunter auf die frisch von mir aufgewühlte Erde und meine Hände, die all das erst getan hatten. Eine Weile schwieg ich nur, ehe ich durchatmete. "Lass mich dich bitte nach Hause fahren." Sie hatte es gesehen - zu was ich fähig war, wie gefährlich ich für sie werden konnte. Ich hatte ihr weh getan! Ich hatte ihr Schmerzen zugefügt, sie verängstigt. Das war nicht das, was ich mit all dem hier erreichen wollte. Mein Versagen erinnerte mich nur wieder einmal daran, dass ich nicht gut für sie war. Das hier hatte keinen Sinn, denn ich tat ihr nicht gut - ich machte sie nur noch weiter kaputt.

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River Wintour
Ich hätte wissen müssen dass es wieder dazu kommen würde. Ich hätte wissen müssen dass er nicht dazu bereit war über Dinge zu sprechen, über die er noch nicht einmal wirklich nachdenken wollte. Ich hätte damit rechnen müssen dass es wieder passieren würde, und das hatte ich auch, ich hatte jedoch nicht gedacht dass es so schlimm werden würde. Ich hatte nicht gedacht, dass ich so große Angst empfinden könnte. Nicht vor jemandem, nicht davor von ihm verletzt zu werden, viel mehr aber um ihn. Weil ich wusste dass es ihn umbringen würde zu bemerken dass er mich verletzt hatte. Weil ich wusste dass er es nicht ertragen könnte wenn er mir auch nur ein Haar gekrümmt hätte, und auch wenn ich mir verdammt sicher war das ich verdammt viele blaue Flecken von seinen Erinnerungen davontragen würde, wollte ich nicht dass er es sich vorwarf. Er hatte sich nichts vorzuwerfen. Ich wollte nicht das er Angst davor hatte mich verletzen zu können, und ich wollte nicht Angst vor ihm haben müssen. Womöglich würde er mir immer und immer wieder vorwerfen dieser ganzen Situation einfach nur naiv entgegen zu treten, denn auch wenn ich gerade miterlebte und sah wie unglaublich gefährlich er werden konnte wenn er in seinen Flashbacks festsaß, hielt ich mich doch nicht fern von ihm. Ich nahm keinen Abstand von ihm, viel mehr aber suchte ich seine Nähe und wollte ihm zeigen dass er in Sicherheit war. Vielleicht war ich verrückt, und vielleicht sollte er mich zurück nachhause bringen, doch wenn man ganz ehrlich war wussten wir doch Beide das ich niemals im Leben freiwillig in meine Wohnung laufen würde. Ebenso wenig wie ich mich in diesem Moment von ihm fernhalten konnte. Ich tat es nicht, stattdessen lagen meine Lippen ein weiteres Mal auf seinen, und auch wenn ich der Hoffnung gewesen war dass es ihn aus seinem Trip befreien könnte, war ich überrascht als sich sein Körper zu entspannen schien und er sich nicht mehr gegen mich stemmte als müsste er mit aller Macht darum kämpfen vorwärts zu kommen, obwohl er doch von Ketten zurückgezogen wurde. Er entspannte sich, sein Gewicht wurde geringer und das bedrückende, beengende Gefühl in meiner Brust löste sich. Er kam zurück in die Realität, ließ den Flashback hinter sich. Und mit einem Mal war die Erinnerung vergessen, und er wieder in der Realität. Seine Hände zog er ohne groß Schwierigkeiten zu haben aus meinem Griff, sein Gewicht stemmte sich wieder mir entgegen und dennoch war nichts bedrohliches daran. Seine Hände lagen an meinen Wangen, und mit jeder Sekunde die verging war ich mir sicherer: Jax war nicht mehr in diesen Erinnerungen, oder irgendwelcher Vergangenheit. Er küsste mich. Er küsste mich und ich war noch nie in meinem Leben war so froh darüber gewesen, von jemandem geküsst zu werden, und noch nie in meinem Leben hatte ich von einem Moment auf den nächsten vollkommen unterschiedliche Gefühle in mir gehabt. Mein Kopf spielte verrückt, mein Herz klopfte heftig in meiner Brust und trotz der Unsicherheit ob es nun war weil ich gerade noch Angst empfunden hatte, oder ob es des Kusses halber war, löste ich mich nicht von ihm. Ich wollte mich nicht von ihm lösen. Stattdessen fand nun meine Hand seinen Nacken, ich lehnte mich ihm ebenso entgegen, und mit einem Mal fühlte sich mein Magen flau an. Anders. Ich fühlte mich leicht, als wäre gerade nichts passiert, und als wäre er nicht an einen Baum gekettet. Gerade in diesem Moment spielte das alles keine Rolle, viel mehr aber die Tatsache dass er meinen Kuss erwiederte, und mir damit fast schon das Gefühl gab schwerelos zu sein.

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Wo war er hin?! Wo war dieser kleine dreckige Bastard hin, der eben noch vor meiner Nase gesessen und mich verhöhnt hatte? Nur eine Sekunde hatte ich nicht hingesehen und hatte an den Ketten gezogen. Wo war dieses Dreckskind hin?! Wild schmiss ich mich weiter nach vorn und hörte und spürte meine Handgelenke verdächtig knacken. Plötzlich wurde ich zurückgezogen. Meine verschwommene Sicht half mir dabei nicht gerade weiter. Meine matten Augen schienen nichts wieder fixieren zu können. Nicht einmal, als River sich direkt vor mich setzte. Es war, als würde ich durch sie hindurchsehen, da ich nur eine Silhouette und wenige verschwommene Farben wahrnahm. Ich spürte wie mein Körper ansetzte nach vorn zu preschen und diese Person vor mir endlich in die Finger zu kriegen, um sie fertig zu machen, aber mich hielt etwas auf. Mein Herz, das ganz plötzlich mehrere Schläge einfach aussetzte. Der Tinitus versuchte sich in meinen Kopf zu drängen, doch dann waren da wieder die Stopfen in meinen Ohren und ich hörte absolut nichts mehr. Für einen kurzen Moment gefror das Blut in meinen Adern und mein Körper hörte auf zu funktionieren. Mein Blut zirkulierte nicht mehr, mein Herz pumpte nicht mehr, meine Lungen atmeten nicht mehr. Es war, als hätte jemand die Zeit angehalten, aber mein Verstand würde noch weiterziehen. Dann mit einem Mal, begann mein Herz schneller zu schlagen und das Blut rauschte durch meine Adern, meine Lider flatterten kurz zitternd und schlossen sich dann und meine Haut war endlich nicht mehr wie betäubt und ich spürte meinen eigenen Körper wieder, fühlte mich nicht mehr wie der Bewohner im Kopf eines völlig fremden Körpers. Ich spürte meinen Körper, spürte warme Finger, die meine Hände fest umschlossen, spürte warmen Atem auf meinem Gesicht, spürte meinen Bauch, der sich anfühlte, als säße ich in einer Achterbahn und würde fallen. Ich spürte ihre Lippen - ihre warmen, weichen Lippen, die auf meinen lagen und ihre harte Kontur langsam brachen. Alle Muskeln, die ich angespannt hatte, schienen sich nun zu lösen und auch meine Lippen wurden unter ihren wieder weich und entspannten sich. Es ging mir gut. Das erste Mal in meinem Leben ging es mir wirklich gut und das obwohl dünne Blutgerinnsel in meine Handflächen liefen, mein Körper sich anfühlte, als sei er unter eine Dampfwalze geraten und meine Arme beide beinahe von meinem Körper abgerissen worden waren. Es ging mir gut. Vielleicht etwas zu schnell und enthusiastisch löste ich meine Hände aus ihren und legte sie an ihre Wangen, kniete mich hin und lehnte mich ihr entgegen. Ich wollte sie nicht erschrecken, doch das hier... Kein Wort der Welt wäre dem hier gerecht geworden.

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River Wintour
Jeder Muskel meines Körpers war angespannt, und auch wenn ich die Hoffnung hatte das Jax möglicherweise nicht wieder in irgendeiner Erinnerung feststecken würde, wusste ich dass ich diese Hoffnung aufgeben konnte. Er würde immer wieder in diese Erinnerungen eintauchen, egal wie oft ich ihm helfen würde wieder in die Realität zurück zu kommen, und egal wie oft ich dachte irgendwie zu ihm durch zu kommen. Es spielte doch sowieso alles keine Rolle, er wollte meine Hilfe doch scheinbar nicht einmal. Er gab mir ja noch nicht einmal eine wirkliche Chance ihm zu helfen, denn anstatt mir zu glauben warf er mir jedes Mal irgendwelche Dinge an den Kopf und wir stritten. Immer und immer wieder über das selbe Thema, und immer und immer wieder endete es mir der selben Situation. Es war als säßen wir hier fest, an Ort und Stelle in dieser Situation die sich niemals ändern würde. Ich zuckte ein weiteres Mal zusammen, schreckte etwas zurück als Jax sich einfach nach vorne warf und mir so unglaublich nahe kam, obwohl ich genau das getan hatte was er von mir verlangt hatte. Darum hatte er mich gebeten: ich solle das tun, was er von mir verlangte, wenn es um diese Flashbacks ging. Wenn er sagte ich solle weglaufen, sollte ich laufen und nicht etwa nachdenken. Und nun hatte ich ihn an diesen Baum gekettet, ohne nachzudenken wie sehr er sich dabei eigentlich verletzen könnte. Denn wenn man ehrlich war, konnten diese Ketten ihn ganz bestimmt nicht einfach so davon abhalten irgendwie in eine Erinnerung zu versinken. Genau das tat er doch gerade wieder. "Jax!" versuchte ich es ein weiteres Mal zu ihm durchzudringen, er aber war viel zu sehr damit beschäftigt sich hin und her zu werfen, und dabei seine Handgelenke blutig zu reiben. Das hier konnte doch nicht wirklich sein, oder? Er hatte mich noch davor gewarnt nicht so wild an den Ketten zu zerren weil ich mich verletzen würde und nun war er es der sich an eben jenen Ketten die Handgelenke wundrieb. Weil er mich nicht verletzen wollte, und lieber jeglichen Schmerz auf sich nahm als nur ein einziges Mal die Hand gegen mich zu erheben. Gott. Ich musste doch etwas tun! Irgendetwas; egal was, so lange er damit aufhörte sich selbst zu verletzen! Unsicher sah ich ihn an, biss die Zähne fest zusammen und suchte nach irgendeiner Idee. Mir fiel jedoch nichts ein, denn mit Worten schien ich dieses Mal kein bisschen weiter zu kommen. Er steckte viel zu sehr in seinem Kopf fest, und ich könnte noch so oft versuchen ihn mit meiner Stimme zu beruhigen: es würde nichts helfen. Erneut schrie er auf, warf sich in die Ketten und es kam mir wirklich so vor als käme er mir mit jeder Sekunde die verging ein wenig näher. Gott er würde sich doch nur ernsthaft die Arme brechen, oder gar die Hände abreißen! "Hör auf!" erhob ich meine Stimme. Meine Beine setzten sich in Bewegung, meine Hände fanden die seinen und mit ganzer Kraft stemmte ich mich gegen ihn, und schob ihn zurück. Scheiße war er schwer! "Hör auf", wiederholte ich meine Worte leise und sah ihm in die Augen, ließ ihm aber keine Zeit irgendwie darauf zu reagieren. Ein weiteres Mal legte ich meine Lippen auf seine, dieses Mal aber nicht nur für eine hauchzarte Berührung. Meine Hände hatte ich fest um seine Finger geschlungen, hielt ihn fest und versuchte wirklich irgendwie zu ihm durchzudringen. Ich wollte nicht das er sich verletzte. Ich wollte nicht das er Schmerzen hatte. Gott ich wollte doch nur dass er ein normales, glückliches Leben führen konnte. War das zu viel verlangt?

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Jackson "Jax" McCoy
Sie musste etwas tun! Sie konnte mich diesmal nicht einfach hier liegen lassen und warten bis der Flashback wieder anfing - denn das würde er. Das hier war ernst. Das hier würde nicht einfach wieder abklingen, indem River ein paar nette Worte zu mir sagte und ich mich beruhigte. Ich steckte knietief in der Scheiße und niemand wüde mich hier rausbekommen. Diesen Flashback musste ich ausleben, musste warten, bis die Erinnerung komplett und bis zum Ende durch war, ehe ich zusammensacken und mich ausruhen konnte. Das hier musste erst vorbeigehen. Gerade jedoch wünschte ich mir nichts sehnlicher als dieses Geräusch zu beenden. Es bohrte sich in meinen Kopf und es schmerzte so sehr, dass ich erfolglos meinen Kopf in den Händen hielt und so fest zudrückte, dass ich eine Wassermelone sicher gesprengt hätte. Ich kroch nur über den Boden zum nächsten Baum hin, den ich nur verschwommen wahrnahm, wo ich an dessen Wurzeln wieder zusammensackte und die Hände auf die Ohren presste. Ich wollte es nicht hören. Weder die Stimmen, noch dieses grässliche, schmerzhafte Piepen, das in meinem gesamten Körper wiederhallte und meine Sehnen bis zum Zerreißen spannte. Kaltes, kantiges Metall legte sich um meine Handgelenke und ich wusste, dass ich loslassen konnte. Diesmal aber fiel ich nicht zurück in die Erinnerungen. Ich war körperlich eingeschränkt und so funktionierte das nicht. Ich halluzinierte. Realität und Erinnerung vermischten sich. River wurde zu dem kleinen Jackson und es entstand eine Erinnerung, die so nie stattgefunden hatte. "Du dreckiger kleiner Bastard! Mach mich los!", schrie ich, sodass es im gesamten Wald wiederhallte. Ich hörte Vögel, die irgendwo aufgeschreckt aus dem Baumkronen verschwanden. Mit vollem Körpergewicht schmiss ich mich nach vorn und somit in die Ketten, sodass meine Arme nach hinten gerissen wurden und ich knapp vor der Gestalt vor mir anhielt. Mit zusammengebissenen Zähnen stieß ich die Luft aus und knurrte tief, ehe ich brüllte und mich immer wieder nach vorn warf, um ihr einen Zentimeter näher zu kommen, doch alles, was passierte, war, dass ich meine Handgelenke komplett wund und blutig schürfte. Ich brüllte, warf mich von einer Seite zur anderen und grub Hände und Füße so tief in das Gras, dass die gesamte Erde unter mir aufgewühlt wurde von dem Versuch den Jungen vor meiner Nase zu erhaschen und sein erbärmliches Leben möglichst qualvoll zu beenden. "Ich bring dich um! Binde mich los!! Ich werde dir jeden verdammten Knochen in deinem beschissenen Körper brechen, du Missgeburt!", schrie ich so laut, dass ich mir sicher war so schnell keine weiteren Tiere in der Umgebung mehr anzutreffen.

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River Wintour
Verdammt. Das hier war ganz bestimmt nicht das gewesen, was ich wollte. Ich wollte doch eigentlich noch nicht einmal mit ihm streiten, und nun stand er wieder vor mir und war dieses Mal gänzlich in seinem Kopf gefangen. Und ich war Schuld daran dass er wieder diese Schmerzen durchleben musste. Ich wusste noch nicht einmal was ich denn nun schon wieder getan hatte, dass ihn dieses Mal völlig in seine Erinnerung getrieben hatte. Er hatte doch damit begonnen! Er hatte damit begonnen mir Dinge an den Kopf zu werfen, obwohl er ganz genau wusste dass ich mir niemals von ihm sagen lassen würde dass ich naiv war, und keine Ahnung hatte. Selbst wenn dem so war, würde ich es mir nicht unter die Nase reiben lassen. So war ich nun einmal, mindestens genauso stur wie der Dunkelhaarige Wuschelkopf vor mir, der gerade von seiner Erinnerung gesteuert wurde und kein Wort und keine Tat wirklich wollte. Ich konnte mir noch nicht einmal vorstellen wie es sich anfühlen musste nicht Herr über seinen eigenen Körper zu sein. Ich hatte keine Ahnung wie es war mit seinen eigenen Gedanken zu kämpfen, wusste nicht wie es sich anfühlte sich selbst nicht einmal im Spiegel ansehen zu können ohne Hass zu empfinden, ich hatte keine Ahnung wie es sich anfühlte zu leben wie er es getan hatte - ich wusste es nicht, und würde es wohl auch niemals verstehen. Und ich war so verdammt froh darüber es nicht verstehen zu können, und dennoch wünschte ich mir in diesem Moment nichts mehr als das: ihn verstehen zu können, und ihm irgendwie helfen zu können. Erneut griff er nach mir, seine Finger bohrten sich in meine Oberarme und mit einem Mal nahm die Angst doch um einiges zu. Ich sollte Angst vor ihm haben, aber genau das wollte ich nicht. Ich wollte nicht Angst vor Jax haben, ich wollte nicht hier leben und ständig Angst haben. Ich würde es nicht tun. Stolpernd folgte ich ihm über den Kiesboden, verzog das Gesicht und hoffte das er verdammt nochmal bald wieder losließ damit ich Abstand gewinnen könnte. Und plötzlich ließ er los. Schlagartig, und fast schon so als hätte er verstanden was er da gerade getan hatte - er aber presste sich lediglich die Hände an die Ohren und verzog das Gesicht. Ich schluckte schwer, trat einen Schritt zurück und sah ihn zu Boden sinken, verstand noch nicht einmal wirklich dass er sich gerade nicht in seinen Erinnerungen befand sondern in der Realität war. Erst als er seine Stimme ein weiteres Mal erhob und meinte, ich solle ihn wegsperren wusste ich dass er mich gerade jetzt nicht verletzen würde. Dennoch traute ich mich nicht mich zu bewegen, näher an ihn ran zu gehen oder gar irgendwie eine Bewgung zu tun. Er hatte Recht gehabt. Ich hatte keine Ahnung gehabt wie diese Flashbacks aussahen, und das hier war wahrscheinlich noch nicht einmal das Schlimmste was passieren könnte. Ich zuckte zusammen, als seine Stimme sich erhob, dieses Mal aber brüllte er mir fast schon einen Befehl entgegen. Augenblicklich setzte ich mich in Bewegung, lief in den Camper und holte die Handschellen und Ketten vom Camper. Ich näherte mich ihm ohne zu zögern, auch wenn ich Angst hatte dass er doch gleich wieder ausflippen könnte. Ich schluckte schwer, hielt die Luft an und spürte das Adrenalin das durch meine Adern pumpte, mir irgendwie die Angst nahm und neuen Mut gab das zu tun was Jax von mir verlangt hatte. Es ging schnell, war fast schon unglaublich einfach in an den Baum zu ketten der als einziger hier in der Nähe war und nicht etwa Teil des Waldes war, dennoch hatte ich das Gefühl als wären gerade Stunden vergangen. "Jax ich .. es tut mir leid okay? Ich habe es nicht so gemeint", sagte ich leise und ließ mich vorsichtig vor ihn sinken, blieb jedoch doch auf Abstand. Scheiße das hatte ich doch nicht gewollt!

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Jackson "Jax" McCoy
Der kleine Bastard musste vernichtet werden, aber das wäre noch zu gut für ihn. Ich wollte ihn brechen, ihm die Seele rauben und ihn leiden lassen. So wie er mich leiden ließ. Dieser Junge hatte nichts weiter verdient als das. Er bettelte ja geradezu darum. Röchelnd schob er sich über den Boden, wandte sich hin und her und wollte davonkriechen. Glaubte er so könnte er mir entkommen? Ich würde immer da sein. Ich würde ihm die Scheiße aus dem Leib prügeln. Egal ob jetzt oder später, wenn er versuchte wegzulaufen. Ich würde ihn überall finden und das wusste er. Dennoch wollte er immer wieder abhauen. Dieses Weichei! Er sollte sich stellen wie ein Mann. Er hatte das hier verdient. Er musste das hier spüren, damit er kapierte, was er angerichtet hatte. Nichts als Mist hatte er mir bisher gebracht. Nur Probleme, Schmerz und Unglück. Dann sollte er auch noch ungeschoren davon kommen? Nein! Nein, ganz sicher nicht! Knurrend packte ich ihn an beiden Oberarmen und zerrte ihn zurück auf die Füße, grub meine Finger in sein Fleisch und zog ihn mit mir, schleifte ihn regelrecht zurück ins Wohnzimmer, wo ich ihm den Schaden zeigen würde, den er verursacht hatte. Nie wieder würde er mit einem Fußball die Scheibe kaputt machen, wenn ich erstmal mit ihm fertig war. Er würde nie wieder einen Fußball auch nur ansehen! Jackson. Nur mein Vater nannte mich so. Ich zuckte zusammen, hielt inne. Was zur...? Es war als würde man mir Stöpsel aus den Ohren ziehen und gleichzeitig eine Augenbinde abnehmen. Ich blinzelte heftig und stolperte zuerst einige Schritte zurück, ehe der schrille Tinitus in meinem Ohr einsetzte, der mir Kopfschmerzen bereitete. Sofort löste ich meine Hände, die ich um irgendetwas geschlungen hatte und presste sie auf meine Ohren in dem verzweifelten Versuch diesen lauten, viel zu hohen Ton zum verstummen zu bringen. Ich wimmerte und drückte die Handballen gegen meine Schläfen, als ich strauchelte und auf meinem Hintern landete, wo ich die Beine anzog und viel zu schnell atmend weiter versuchte meinen Kopf zum Schweigen zu bringen, als vor meinen Augen, die nur verschwommen sahen, eine Silhouette auftauchte. Ich war nicht allein. Natürlich war ich das nicht. Das hier war die Realität. Ich war hier mit... River... River. Eine Weile brauchte ich, um neben diesem trommelfellzerreißenden Geräusch noch zu denken. Ich wusste wie die Erinnerung weiterging und ich wusste, dass ich River nicht weh tun wollte. Diese eine Sache konnte ich noch zu Ende denken. "Sperr mich weg.", keuchte ich, konnte meine eigene Stimme unter dem Piepen aber nicht hören. "Nimm die Handschellen mit der Kette und leg sie um einen Baum oder sperr mich in den Camper.", brüllte ich nun lauter, obwohl es um uns herum totenstill war. Ich aber hörte nur dieses Fiepen und selbst brüllend konnte ich um mich herum nichts wahrnehmen. Nicht einmal meine eigene Stimme. "Ich weiß wie die Erinnerung endet, tu es verdammt nochmal!" Es blieb nun wirklich keine Zeit weiter darüber nachzudenken. Dieses Geräusch war unerträglich und ich wusste, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis es aufhören und ich wieder komplett abtauchen würde. Was dann passieren würde, konnte ich nur ahnen.

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River Wintour
War ich Schuld daran, das er den Verstand verlor wann auch immer wir diskutierten oder gar stritten? War ich der Grund dafür das er immer und immer wieder in die selben Erinnerungen verfiel, denen er nun scheinbar seit einer ganzen Weile ausweichen hatte können? War ich allen Ernstes der Grund dafür dass dieser Mann so sehr unter seiner Vergangenheit litt, das er noch nicht einmal mehr morgens neben mir liegen konnte oder wollte, weil er .. ich wusste noch nicht einmal weshalb er einfach aufgestanden war. Ich wusste nicht, weshalb er mich jedes verdammte Mal von sich stiße als hätte ich irgendeine ansteckende Krankheit, obwohl ich ihm doch eigentlich nur helfen wollte. Ihm nur zeigen wollte dass selbst er, jemand von dem er dachte dass er das Leben nicht verdient hätte, etwas Liebe verdient hätte. Einen Freund, irgendjemanden an dessen Schulter er sich ausheulen konnte. Gott, konnte es so verdammt schwer sein einzusehen das ich Recht hatte? Natürlich fiel es ihm schwer mir zu glauben, schließlich hatte man ihm über zwanzig Jahre gesagt und eingeprügelt das er nichts weiter verdient hatte als Schmerzen und Leid. Ich wusste das! Das tat ich wirklich, jedoch verstand ich nicht weshalb er es mir so verdammt schwer machte ihm zu helfen. Weil er Angst hatte dass ich ihn letzten Endes doch auslachen könnte? Weil er dachte dass er mich verletzten könnte? Ich wusste doch dass er mich verletzen könnte, wenn er es - nicht - wollte. Man hatte doch bereits gesehen wozu er in der Lage war, als er mir dieses Tuch vor Mund und Nase gehalten hatte, um mich hier her zu holen. Wenn er dann erst keine Kontrolle über seinen eigenen Körper hatte, war er gefährlich. Und trotzdem glaubte er dass ich naiv war, dass ich dachte dass er mich nicht verletzen könnte. Ich glaubte nicht dass er mich nicht verletzen könnte, ich wollte einfach daran glauben dass er es nicht tun würde. Das er es irgendwie verstehen würde, bevor er seine Hand erhob und mich schlug oder verletzte. Vielleicht hoffte ich ja auf ein Wunder, darauf dass er Gefühle für mich hatte die stärker waren als die Erinnerungen an seinen Vater und die Schmerzen die dieser Mann ihm zugefügt hatte, und vielleicht war das mein Fehler. Die Tatsache dass ich auf etwas hoffte, das man nur aus Filmen und Büchern kannte, das in der realen Welt niemals funktionieren könnte. Vielleicht war ich naiv, und vielleicht verstand ich wirklich nicht was es bedeuten würde wenn er wirklich einmal in einem Flashback gefangen sein würde, aber hieß das gleich dass ich von ihm gesagt bekommen sollte das ich doch keine Ahnung hatte? Gott ich konnte doch noch nicht einmal wirklich sagen wann er sich denn nun im Hier und Jetzt befand, und wann er denn nun in seinen beschissenen Erinnerungen gefangen war. Scheinbar hatte ich es aber gerade wieder einmal zu weit getrieben, und noch nicht einmal bemerkt dass er einfach so in seine Vergangenheit gesprungen war. "Jax?" Was zur Hölle war hier los? Unsicher schob ich mich von den Treppenstufen hoch und musterte ihn, nicht wirklich sicher ob ich denn nun einen Schritt näher an ihn treten sollte oder nicht. Scheiße was?! Das hier ging alles viel zu schnell um überhaupt zu verstehen was er denn nun eigentlich tat oder sagte, oder gar reagieren zu können. "Jax!" rief ich beinahe schon etwas panisch als sich seine Finger um meinen Hals legte und er mich einfach so zurückdrängte als wäre ich ein Fliegengewicht. Scheiße. Automatisch lagen meine Hände an seiner, die meinen Hals umschlang und mir die Luft abschnürten. Scheiße ich hatte es zu weit getrieben. Ich kniff die Augen zusammen, verzog schmerzhaft das Gesicht und röchelte nach Luft, nicht wirklich sicher wie ich denn nun reagieren sollte. Was sollte ich denn bitte tun!? Er hatte mir verdammt nochmal nicht gesagt was ich tun sollte wenn er wirklich einmal in einem beschissenen Flashback saß, und alleine lassen konnte ich ihn doch nicht einfach! "Jax", presste ich unter Schmerzen hervor, versuchte seinem Griff zu entkommen, doch schon wurde ich verdammt unsanft zu Boden geschleudert. Augenblicklich holte ich tief Luft, griff an meinen Hals als wolle ich irgendeine Schlinge davon lösen und kroch über den Boden etwas von ihm weg. "Jax!" keuchte ich und schob mich vorsichtig etwas hoch. Mir war schwindelig. Ich schluckte schwer, und auch wenn die Angst gerade in mir hochkroch und meinen Körper übernehmen wollte, erlaubte ich es mir nicht daran zu denken wegzulaufen. Ich hatte ihm gesagt dass ich ihm helfen wollte. Ich wollte nicht das er verletzt wurde, oder sich selbst verletzte, und um ehrlich zu sein hatte ich genau davor Angst. Dass er sich verletzen könnte. Ich atmete tief ein, schob mich vom Boden hoch und richtete mich gänzlich auf. "Ich habe keine Angst", log ich und straffte den Rücken. Oh scheiße und wie ich Angst hatte! "Ich habe keine Angst vor dir", wiederholte ich meine Worte. Wieso hatte ich das Gefühl als sollte ich doch einfach darauf hören was Jax gesagt hatte, und die Beine in die Hand nehmen? Vielleicht war ich ja doch zu naiv. Vielleicht war es aber die einzige Möglichkeit für ihn jemals ein ansatzweise normales Leben zu führen. Möglicherweise war die einzige Möglichkeit ihm zu helfen, seinen Vater aus seinen Kopf zu bekommen, und ihn daran zu hindern ihn weitere Schmerzen zuzufügen. Immer und immer weider. "Ich habe keine Angst vor dir, und du wirst Jackson ganz bestimmt nichts mehr tun", zischte ich. Ich wurde wohl auch verrückt. Danke, Natur, jetzt sprach ich mit Menschen die gar nicht wirklich da waren.

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Jackson "Jax" McCoy
Dieses Mal hatte ich nicht genügend Selbstbeherrschung. River merkte nicht, dass ich schon anfing in den Flashback zu verfallen. Sie merkte nicht, dass die Worte meines Vaters sich bereits in den Vordergrund gedrängt hatten und sie drohten meinen Körper zu übernehmen. Sie war wütend und sie wollte mit mir diskutieren, mit mir streiten, mir beweisen, dass sie Recht hatte. Das war nicht gut, denn sie trieb es immer weiter bis zur Spitze. Mit ihrer Wortwahl traf sie genau ins Schwarze. Na ja... mein Gehirn filterte nur die Sachen heraus, die es wahrnehmen wollte und die es brauchte, um all die Bilder in meinem Kopf zu lösen, gegen die ich ständig ankämpfte. In meinem Kopf spielte sich bereits das Gespräch ab. Alles um mich herum war still. Es war, als würde ich nicht mehr hören, nicht mehr sehen und nicht mehr riechen. Alles war ausgeblendet, als wären alle meine Sinne tot. Alles, was ich hörte waren diese Stimmen in meinem Kopf. Meine und die meines Vaters. Ich hörte nur das und die Bilder kamen wie von selbst und setzten sich in meinen Körper fest. Ich spürte die Wut, den Hass, die Aggression meines Vaters in meiner eigenen Brust und meinen Fingern. Rivers Worte gingen von Realität über in den Flashback. "Ich will nicht ewig Angst haben.", hörte ich meine eigene, jungenhafte und ziemlich brüchige Stimme. Ich sah mich vor mir selbst stehen. Ich sah den kleinen Jungen, mit den geröteten blauen Augen und den Sommersprossen im Gesicht, die ich heute noch bekam, wenn ich zu lange in der Sonne lag. Seine kleinen Hände waren zu Fäusten geballt und in sein löchriges Tshirt geschlungen. Sein Kopf war leicht gesenkt, er versteckte sich hinter seinen viel zu lang gewordenen, dunklen Haaren. "Du bist ein verdammter Schisser, du wirst aber ewig Angst haben. Kapier es doch einfach oder akzeptier es!", knurrte ich genervt. Ich konnte die Sorgen meines kleinen Gegenübers nicht verstehen. Angst im Dunkeln! Es gab keine verdammten Monster. Keine außer diesen kleinen Bastard vor mir, der nun anfing zu flennen. "Halt dein Maul! Halt deine verdammte Klappe!" Ein Sprung. Das nächste Gespräch flackerte vor meinem Kopf auf. Diesmal war der Junge noch kleiner. Vielleicht drei oder vier Jahre alt, noch wacklig auf den Beinen und gerade groß genug, dass ich ihn fest am Kinn packen konnte, wenn ich mich bückte. "Natürlich hasse ich dich!", brüllte ich dem kleinen Ding entgegen, nachdem er mich gefragt hatte, ob ich es tat. Wie könnte ich nicht? Er hatte alles zerstört. Dieses Dreckskind ganz allein! Erneuter Szenenwechsel. Ich zuckte zurück. Dieser Elfjährige hatte mir gerade nicht wirklich in den Magen boxen wollen, oder? "Du hast einen Fehler gemacht!" Ich packte ihn am Hals, drängte ihn daran bis zur Wand und drückte ihn fest und ruckartig dagegen, sodass sein Hinterkopf unsanft gegen die Wand in unserem Wohnzimmer klatschte. "Du kleiner Bastard, dich mache ich fertig!", brüllte ich und grub meine Finger fest in seinen zierlichen Hals. Am liebsten würde ich ihm hier und jetzt das Genick brechen. "Nein. Nein, so war es aber nicht. Du siehst das ganz falsch!", keuchte er. Dass er unter dem Sauerstoffmangel überhaupt noch einen Ton herausbrachte... "Wenn dann bist ja wohl du hier derjenige der sich die Dinge so dreht wie er sie gerade brauchen kann! Sie ist verdammt noch mal weg! Du bist Schuld daran. Nur du, Jackson! Du! Ich kann damit leben, das solltest du vielleicht auch tun! Übernimm endlich Verantwortung für deine Taten!", zischte ich und schleuderte den schmächtigen Jungen zu Boden, wo ich am liebsten auf ihn eingetreten hätte, bis er Blut spuckte und daran erstickte.

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River Wintour
Konnte dieser Tag eigentlich noch schlimmer werden? Nein, oder? Ich war aufgewacht, hatte einen halben Herzinfarkt bekommen weil ich geglaubt hatte dass Jax mich einfach so alleine gelassen hatte ohne darüber nachzudenken was mit mir passieren könnte. Ich hatte ihn auf Dinge angesprochen über die er ebenso wenig sprechen wollte wie ich, und nun waren wir wieder am besten Weg dazu zu streiten: über das selbe Thema wie bereits die letzten Tage. Er und ich waren nicht der selben Meinung, und trotz der Tatsache dass wir nicht zwingend immer der gleichen Meinung sein mussten, wollte ich das er einfach nur verstand das ich Recht hatte und er nicht. Zumindest in diesem Fall! Ich seufzte, raufte mir die Haare und biss mir auf die Unterlippe. "Wie kann ich so unvorsichtig sein?! Ich bin ja scheinbar immer unvorsichtig, sonst wäre ich doch niemals hier her gekommen!" fuhr ich ihn wütend an und warf die Arme in die Luft. Ich war unvorsichtig gewesen als ich ihn einfach so morgens in meine Wohnung gelassen hatte, war unvorsichtig gewesen als ich ihm den Rücken zugedreht hatte, war unvorsichtig gewesen als ich herumgeklettert war um Netz fürs Handy zu haben, und nun war ich unvorsichtig weil ich nicht etwa tagtäglich meine Zeit damit verbringen wollte Angst vor der einzigen Person zu haben, die mir wirklich helfen wollte über den Tod meines Bruders hinweg zu kommen?! Ich war nun einmal nicht sonderlich vorsichtig! "Ich will verdammt nochmal nicht ewig Angst haben! Kapier es doch einfach, oder akzeptier es!" fügte ich wütend hinzu. Wieso musste dieser Mann eigentlich immer Recht haben? Wieso konnte er mir nicht ein einziges Mal die Chance geben selbst zu entscheiden ob ich das richtige tat oder nicht? Ich war kein Kind mehr, und er ganz bestimmt nicht so verdammt gefährlich wie er ständig sagte! Ich biss die Zähne zusammen, strich mir mehrmals über die Beine und schüttelte ungläubig den Kopf. Ich hatte ihn gehasst, von Anfang an hatte ich ihn gehasst. Oh wow, wollte er mir also eine vollkommen natürliche Reaktion vorhalten?! Wollte er mir also jetzt die Schuld dafür geben dass er mir nicht glaubte, weil ich genau so reagiert hatte wie jeder normale Mensch nun einmal reagieren würde wenn er entführt wurde?! "Du hast mich entführt! Natürlich habe ich dich gehasst!" verteidigte ich mich. "Das heißt aber verdammt nochmal nicht dass ich dich ewig hassen muss. Du hast einen Fehler gemacht, na und? Du bist auch nur ein Mensch!" Warum zur Hölle stritten wir hier eigentlich schon wieder? Weil er wieder einer vollkommen anderen Meinung war als ich? Natürlich, das war doch immer der Grund dafür. "Ich bilde mir gar nichts ein Jax! Wenn dann bist ja wohl du hier derjenige der sich die Dinge so dreht wie er sie gerade brauchen kann", murrte ich wütend und lehnte mich etwas zur Seite. Es wurde wieder zu viel, und wieder einmal müsste ich entweder nachgeben oder aber er musste endlich verstehen dass ich nicht ständig von ihm zurückgeschoben werden konnte, wie es ihm gerade passte. Ich biss die Zähne zusammen. "Was willst du hören? Das du Recht hast? Das es nicht normal ist das ich dich mag? Dann ist es eben nicht normal, na und? Ich kann damit leben, das solltest du vielleicht auch tun!" Wenn dieser Streit wirklich noch sehr viel länger gehen würde, war ich mir ziemlich sicher dass er völlig ausflippen würde. Dieses Mal aber wusste ich wirklich nicht ob ich ihm denn überhaupt helfen könnte. Er dachte ja aber auch von sich dass er ein Mörder war, obwohl es ein Unfall gewesen war.

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Jackson "Jax" McCoy
Sie konnte sich das alles nicht vorstellen. Sie nahm es auf die leichte Schulter und das sollte sie nicht tun. Auf gar keinen Fall. Sie hatte begriffen, dass ich schuld daran war, dass jemand tot war. Jemand, der bei einem Flashback bei mir gewesen war. Das hatte sie verstanden wie es schien, aber dennoch bläute ihr das nicht genügend Angst ein. Was stimmte mit ihrem Verstand nicht, dass sie nicht Abstand von mir nahm? Sich nicht einmal ein bisschen vor mir fürchtete? Klar, ich war ein Waschlappen und Schwächling für gewöhnlich - so wie es mein Vater mir immer angepriesen hatte - aber während dieser Flashbacks steckte ich in seiner Haut und dann wurde ich unberechenbar und verdammt noch Mal gefährlich. "Ganz genau! Ich habe jemanden getötet, River! Ich habe diesen Mann umgebracht, ihn ermordet! Scheiße, wie kannst du nur so unvorsichtig sein? Ich bin eine verdammte Tötungsmaschine und dir ist es einfach egal! Spätestens jetzt solltest du doch begreifen, dass du Angst haben solltest!" Wieso bloß nahm sie das alles so einfach hin? Ich wollte, dass sie sich mehr um sich selbst kümmerte, auf sich selbst Acht gab. Ich hätte sie zurück bringen sollen. Ich hätte sie einfach fahren sollen, sie zu ihrem Glück zwingen müssen. Hier brachte sie sich nur selbst in Gefahr. "Wie sollte ich es dir denn glauben?! Du hast mich gehasst! Von Anfang an! Sowas ändert sich nicht einfach so. Du warst Wochen hier, hast nur mich gesehen. Es gibt mehr Fälle wie diesen. Stockholm-Syndrom. Schon mal davon gehört? Ich bin die einzige menschliche Person weit und breit und dein Verstand spielt verrückt. Du bist doch nicht mehr klar im Kopf, wenn du anfängst den Typen zu mögen, der dich entführt und geschlagen hat. Verdammt, du... du bildest dir das alles nur ein! Du solltest mich hassen. Das ist es, was du wirklich fühlen solltest. Hass! Nichts als Hass! Das ist alles, was du jemals zu spüren bekommst!", wurde meine Stimme plötzlich lauter. Scheiße, dieses ganze Gespräch zehrte an meinen Nerven. Ich verlor langsam noch den Verstand und die Kontrolle. Mit ihr war es, als hätte man mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Alles, was ich jemals wirklich wusste - dass mich alle Welt hasste und das zu Recht - wurde mir von ihr weggenommen. Ich wusste nicht mehr woran ich überhaupt noch glauben sollte...

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River Wintour
Wieder nahm dieses Gespräch eine andere Richtung an - eine die ich nicht mochte. Zuerst war es einfach nur komisch gewesen mit ihm über diese Dinge zu sprechen, weil ich keine Ahnung hatte wie er sich fühlte, und nicht wusste wie genau er denn nun darauf reagieren würde, jetzt aber kamen wieder die Vorwürfe zum Vorschein. Naiv nannte er mich. Als wäre ich ein kleines Kind das keinerlei Ahnung von der Welt hatte, und nicht bereits wusste wie grausam und gefährlich die Welt sein konnte. Ich biss die Zähne auf einander und verbiss mir den Kommentar darauf, denn auch wenn ich ihm liebendgerne sagen wollte das er aufhören sollte mich zu behandeln als hätte ich keinerlei Ahnung von nichts, wollte ich nicht schon wieder streiten. Wir stritten ständig, und immer wieder war es nur aus einem einzigen Grund: der Tatsache dass er viel zu schlecht von sich selbst dachte, und ich nicht mitmachen wollte ihn schlechter zu machen als er war. Er nahm wieder Abstand von mir, stieß mich zurück und behauptete dass ich zu naiv war um es zu verstehen. Gott ich gab mir hier doch verdammt nochmal Mühe es zu verstehen, und nur weil ich keine verdammte Angst vor ihm hatte hieß das noch lange nicht dass ich nicht glaubte dass er wirklich einmal richtig ausflippen könnte! "Du hast mir gesagt das ein Mann gestorben ist Jax. Ich glaube nicht das es noch schlimmer werden kann als das", okay das klang jetzt anders als ich gewollt hatte. Ich wollte es nicht so klingen lassen als hielt ich es ihm vor, oder als gäbe ich ihm die Schuld daran denn das tat ich nun wirklich nicht. Ich wollte ihm doch nur sagen das ich ihn ganz bestimmt nicht für seine früheren Entscheidungen hassen würde. Dazu hatte ich doch gar kein Recht. Fragend zog ich die Augenbrauen zusammen und schüttelte den Kopf knapp. Er entschuldigte sich dafür nicht normal zu sein. Er entschuldigte sich allen Ernstes bei mir, nicht normal zu sein. Und wieder hielt er mir etwas vor, was nicht stimmte. Ob ich ihm verzeihen könnte dass er mich betäubt und hier her gebracht hatte? Keine Ahnung, ich dachte im Moment einfach nicht mehr daran und versuchte diese Tatsache so gut wie möglich auszublenden. Er glaubte allen Ernstes das ich ihn nur so behandelte, weil ich Mitleid hatte. Weil ich ihn nur aushielt, damit er nichts dummes tat, und ich mich letzten Endes noch schlechter fühlen würde als ohnehin schon. Bitter lachte ich auf und zog meine Hand zurück. "Ich habe kein Mitleid mit dir. Stell dir vor aber ich bin nicht hier weil ich Mitleid habe, sondern weil ich nicht will das noch jemand stirbt den ich mag. Du hast richtig gehört, ich mag dich, aber das kannst du mir ja scheinbar einfach nicht glauben!" genervt verdrehte ich die Augen und stand von seinem Schoß auf, schüttelte den Kopf etwas. Ich hätte doch schon längst wissen müssen dass er ohnehin wieder genau das Thema ansprechen würde, das wir schon unendliche Male durchgekaut hatten. "Weißt du, ich gebe mir hier verdammt nochmal Mühe dir zu zeigen dass es auch Menschen gibt die dich nicht einfach so hassen, aber du bist einfach zu stur um mir überhaupt eine Chance zu geben! Jedes verdammte Mal wenn ich denke das du es möglicherweise irgendwie verstanden haben könntest, oder damit anfängst es zu verstehen, trittst du einfach so auf meine Versuche ein und tust so als wäre ich irgendwie krank weil ich dir helfen will", ich fuhr mir durch die Haare und sah ihn kurz an, ließ mich wieder an der Treppe zum Camper nieder und richtete meinen Blick dem Boden zu. Jedes Mal tat er das. Jedes verdammte Mal, und mittlerweile sollte ich bereits darauf vorbereitet sein. [Finde ich klingt nach einem guten Plan mit Streit & Flashback X-Trem XD]

wir sprechen zu viel,
und fühlen zu wenig
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Jackson "Jax" McCoy
Ich schüttelte nur leicht den Kopf und schaute sie besorgt an, als sie mir ins Gesicht sagte, dass sie keine Angst hatte, dass ich sie verletzen könnte. "Riv, das, was du bisher von mir und den Flashbacks mitbekommen hast, war nichts... Ich will nicht, dass du es unterschätzt. Du bist zu naiv, um dir das genaue Ausmaß überhaupt vorstellen zu können." (Dachte ich lass mal nen kleinen Streit nochmal aufkommen und dann lassen wir es mal auf nen richtigen Flashback hinauslaufen? :3 Vllt ein klein wenig Action für zwischendurch?) Ich wollte sie nicht beleidigen, aber sie schien sich einfach nicht sicher zu sein, was alles passieren könnte. Sie musste es wohl erst sehen, bevor sie es sich ganz und gar vorstellen konnte, doch so weit wollte ich es nicht kommen lassen. Deshalb musste ich sie so gut es ging sensibilisieren, damit sie verstand. Ich würde mir hier und jetzt die Pulsadern aufschneiden, wenn ich wüsste, dass ich sie irgendwann in Zukunft verletzen würde. Ich würde es beenden, bevor ich ihr weh tun konnte. Niemals könnte ich den Gedanken ertragen meine wunderschöne, zarte Blume verletzt zu haben. Damit könnte ich nicht leben. "Aber macht mich meine Vergangenheit nicht zu dem, was ich bin? Sie gehört zu mir und du würdest mich vielleicht nicht mehr so sanft anfassten wie du es tust, wenn du erfährst, was ich für einen Dreck am stecken habe.", flüsterte ich und legte ihre Hand auf meine, die wiederum an meiner Wange ruhte. Ich schloss kurz die Augen strich mit dem Daumen über den Knöchel an ihrem Handgelenk und seufzte leise. "Es tut mir leid, dass ich nicht normal bin.", hauchte ich und öffnete die Augen wieder, um direkt in ihre zu sehen. "Ich meine... ich hätte dich dann einfach auf offener Straße ansprechen können und das wäre nicht halb so psycho gewesen wie dich zu betäuben und herzubringen. Glaubst du, du kannst mir das jemals wieder verzeihen? Glaubst du... du kannst mich irgendwann einmal so mögen wie du einen Kerl mögen kannst, der auch dich gern hat und nicht wie eine gebrochene Seele, für die du nur Mitleid empfindest und sie aushältst, weil sie der einzige Mensch weit und breit ist?" Das war es doch, oder? Sie hatte hier keinerlei soziale Kontakte. Sie hatte nur mich zu reden. Sie sah nur mich, hörte nur mich, spürte nur mich. War es nicht logisch, dass sie dann irgendwann Gefühle entwickelte? Spielte ihr Gehirn ihr vielleicht einfach einen Streich? Stockholm-Syndrom hieß es, oder nicht? Was, wenn es nur das war? Das und nichts weiter...

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Dinario "Dino" Marquéz
Sie hatte recht. Mia würde eingeschnappt sein, wenn wir ihr erzählten, dass wir nicht dort gewesen waren. Dann würden wir das nächste Mal wieder hierher geschleppt werden, also würden wir ein wenig flunkern. "Okay, dann machen wir es so. Sicher gibt sie dann auch Ruhe und wir können mal etwas Vernünftiges machen, wie zum Beispiel... einen Strandtag oder eine stinklangweilige Fahrradtour. Das wäre immer noch besser als Spa." Was Mia sich dabei gedacht hatte, wusste ich immer noch nicht. Ja, sie wollte, dass ich mal entspannte nach allem, was mit meinen Eltern war, aber das war für mich keine Entspannung. Es bewirkte eher das Gegenteil. Lucie schien das zu verstehen und auch zu wissen. Ich runzelte leicht die Stirn und startete den Wagen. "Wenn meine Chefin mir das erlaubt, würde ich gerne eine Pizza nehmen. Ich verspreche Mrs Hayes dann auch, dass ich morgen brav trainieren gehe.", witzelte ich zurück. Ich war diszipliniert, ja, aber nur, was das Trainieren anging. Essen tat ich, was ich wollte und ich freute mich auf diese verdammte Pizza, die ja so gut sein sollte. Lucie schaltete das Radio ein und ich hielt an, da vor uns der Berufsverkehr einsetzte. Das Restaurant war nicht weit weg, aber durch die Mengen an Autos würde es etwas länger dauern als gewöhnlich. Ich trommelte ein wenig ungeduldig auf dem Lenkrad herum und fuhr mir mit den Fingern über die Stirn und dann über die Lippen. Eine Geste, die ich in letzter Zeit entwickelt hatte. Besonders, wenn ich nervös war oder unsicher, was ich als nächstes sagen oder tun sollte. Leider passierte das meistens in Lucies Nähe. Sie brachte Unruhe in mein Innerstes, die ich nicht stillen konnte und langsam trug es sich auch nach Außen hin ab. "Oh bitte frag nicht nach meinen Eltern. Ich habe mit keinen der beiden mehr geredet seit wir von da weg sind. Mit meiner Mom werde ich es auch nicht und mein Dad... ich weiß nicht, ob er zu mir oder zu seiner Frau halten wird." Ich leckte mir die Lippen, die plötzlich ganz trocken waren und schaute ein wenig geschockt zu Lucie herüber, die mir erklärte, dass sie meinem Dad Tickets geschickt hatte. "Er soll zur Show kommen? Was... was hat er gesagt?" Würde er kommen? Würde er Mom mitbringen? Würden die beiden stolz auf mich sein, wenn sie sahen wie ich auf und ab lief? Ich legte die Stirn kurz in Falten und richtete den Blick nach vorn, war froh in diesem Moment der Fahrer zu sein und so tun zu können, als müsste ich mich aufs Autofahren konzentrieren. "Oh du... du meinst das Shooting am Strand? Für die Bademode? Ja... ja, davon habe ich gehört. Sollen ziemlich kleine Fetzen sein.", murmelte ich abwesend. Wieso sprach sie mich auf das Shooting an? Weil ich Caprice zugesagt hatte? Hätte ich das nicht tun sollen? Ich meine... ja, ich hatte echt Schiss vor diesem Shooting, aber ich brauchte das Geld - auch, wenn ich zur Zeit ziemlich gefragt war und gut verdiente. Wer wusste schon wie lange das anhalten würde? Außerdem... war es ja nur ein Job, oder? Das sollte es zumindest sein.

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Neve Carter
Draußen war es nun schon ziemlich dunkel und es regnete mal wieder, was zu dieser Jahreszeit irgendwie alltäglich war. Ich zog deshalb meine Jacke etwas enger um mich und verfluchte Ash, dass sie mich überredet hatte solch ein kurzes Kleid anzuziehen – von den Schuhen wollte ich gar nicht erst anfangen. Als er fragte wo es nun hinging, dirigierte ich ihn ich ihn erst einmal über die Straße und meinte dann, „Es ist nicht besonders weit, wir müssen nur ein paar Straßen weiter geradeaus gehen und dann sehen wir das Diner eigentlich. Es wird dir gefallen, um die Zeit ist meistens wenig los, von daher werden wir nicht lang auf unsere Burger warten müssen.“, sagte ich und sah in einer Nebengasse ein knutschendes, verliebtes Pärchen.
Während wir so nebeneinander hergingen dachte ich über unser voriges Gespräch nach und verfluchte mich dafür ihm über meine kampfsportarten erzählt zu haben. Ich hoffte er hatte jetzt keine Angst oder hielt mich für merkwürdig oder seltsam, nicht das ich viel Wert legte wie andere über mich dachten…doch bei Jeremio war, dass etwas Anderes. Vielleicht lag es daran, dass er heiß, sexy und einfach mein Chef war? Nicht das ich ihn flachlegen wollte – das wäre eine der dümmsten Sachen die ich jetzt machen könnte, doch ich musste gestehen das ich sicher nachts von ihm Träumen würde. Bei dem Gedanken färbten sich meine Wangen rosig, denn ich fragte mich wirklich wie sein Körper ohne diesen nervigen Stoff aussah!
Ich hatte viel zu lang keinen Kerl mehr nackt gesehen, aber so sehr ich auch in Versuchung war, wusste ich, dass ich lieber aufhören sollte darüber nachzudenken. Fürs erste würde ich keinen Mann mehr mir nach Hause nehmen!
Nachdem wir eine Weile schweigend nebeneinander liefen, sah ich schon vom weitem, Trudys Diner, es leuchtete in grellen Farben und wirkte nicht unbedingt einladend, doch oft trügt der Schein und so auch bei Trudys Diner. Ich öffnete die Eingangstür und ging mit ihm hinein, „Willkommen in Trudys Diner!“, sagte eine Blondine und lehnte an der Theke. Ich setzte mich an einen Fenster Platz und deutete Jeremio ebenfalls sich mit gegenüber zu setzten. „Trudys Diner macht wirklich die besten Burger oder auch Frühstückswaffeln.“, sagte ich und nahm die Karte um sie ihm zu geben, da ich wusste was ich bestellen wollte.
„Ich denke wir sollten, uns etwas näher kennenlernen…das ist immerhin wichtig, wir arbeiten schließlich zusammen.“, sagte ich und lächelte. „Also es ist eine Art Spiel - Ash und ich haben es früher immer gespielt, es heißte Was würdest du lieber tun.“, sagte ich und grinste ihn an. „Keine sorge ich fang an. Also würdest du lieber immer wenn, du mit jemanden flirtest in die Hose pinkeln ODER die Liebe deine Lebens treffen und dafür für immer schlechten Sex haben?“

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Natalia
Es dauerte einige Minuten ehe ich mit der erstaunlich kalten Anwesenheit von Zachary Underwood beehrt wurde. Die Dame am Empfang hatte mich gebeten kurz zu warten. In der Zeit hatte ich mich gefragt was denn jetzt passieren würde. Wie er sein würde, wie er mich ansehen, ansprechen oder berühren würde. Zwar war ich deshalb nicht aufgeregt aber die Situation fühlte sich unbehaglich an. Schließlich hatte er es wirklich fast geschafft. Beinahe hatte er mich in die Kiste bekommen. So ‚billig‘ hatte ich mich noch nie gefühlt. Wobei ich hier doch Gefallen daran gefunden hatte ihm zu gehören. Bevor er gekommen war hatte ich mich ermahnt ruhig zu bleiben und mich auf die Arbeit zu konzentrieren. Das er dann so kalt reagierte war… komisch. Seine Bemerkung bezüglich meiner Klamotten schockierte mich fast. Was war der Fehler? Zeigte ich zu wenig Haut? Beim letzten Mal hatte ich davon deutlich mehr und es hatte ihm gefallen. Stand er wirklich auf den billigen Look? Ich hatte ein ganz normales Oberteil an, eine ordentliche Jeans und Schuhe, die es sogar etwas schicker wirken ließen. Und jetzt war es unangemessen? Voller kleiner Zweifel vergaß ich sogar seine Wirkung auf mich. Denn keine 20 Sekunden zuvor hatte ich einen schnellen Puls gehabt, meine Wangen waren rot geworden und ich fühlte mich schon wieder schwach. Er hatte mich durch seine kühle Art und diese Distanz zwischen uns auf den Boden geholt. Hier war nicht mehr der nette, charmante und heiße Zack. Vor mir stand ein Geschäftsmann der zu viel im Kopf hatte als mich auch nur anzusehen. Es bestätigte meine Vermutung. Er hatte sein Spiel gewonnen. Auch wenn er mich nicht ganz haben konnte, hatte er gewonnen. Immerhin hätte es geklappt wären wir nicht unterbrochen worden. Es machte mich wütend und gleichzeitig fühlte ich große Dankbarkeit für meine Freunde und meinen Bruder. Diesen Fehler hätte ich bereut. Ich hatte ganz vergessen ihm zu antworten. Also sagte ich schnell „Ja, Sir.“ Doch ihn ansehen wollte ich nicht. Stattdessen folgte ich ihm still und leise mit offenen Ohren. Wir liefen gar nicht weit. Blieben sogar im Erdgeschoss. In einem weiteren Raum, der von arbeiten Menschen gefüllt war – die deutlich kreativer angezogen waren als ich – rief er eine Frau zu sich. Nannte sie ‚Süße‘. Meine Wut auf ihn stieg an. Ich dachte nicht daran ihm diesen Sieg zu schenken und das Praktikum sausen zu lassen. Ich hatte Ziele. Und so lange ich sie verfolgen konnte, tat ich es auch. Er stellte mich vor und die Frau, die sich Lydia nannte, fing an ihm das Sprechen abzunehmen. Sie sprach einige Komplimente für mich aus, die ich lächelnd annahm und mich bedankte. Im weiteren Verlauf des Gespräches erklärte sie mir ihren Plan für mich. Es klang alles ziemlich vielversprechend und nach einer Menge neuer Erfahrungen. Ich dankte ihr herzlich und stellte klar wie gut ich ihre Idee fand. Als Mr. Underwood sich verabschiedete nickte ich höflich, zeigte ihm jedoch keine glücklichen Emotionen. Ich blieb neutral. Wenn er mir die kalte Schulter zeigen konnte, dann zeigte ich ihm mein professionelles Gesicht. „Vielen Dank. Ich weiß Bescheid und freue mich. Bei diesem kompetenten Personal werde ich Sie sicher nicht belästigen müssen.“ Lydia harkte sich in meinen Arm ein und führte mich in den Raum hinein. Sie schaute zur Tür um sicher zu gehen dass er weg war. Ich glaubte natürlich weil sie mich über ein paar Sachen aufklären wollte. Die meisten Chefs wussten nicht alles was die Mitarbeiter unter sich ausmachten. „So kleines. Da wir gerade alle mitten drin sind, gebe ich dir erst einmal eine einfache Aufgabe“ sie zeigte auf den Tisch neben uns. Es war ein sehr großer Bürotisch, überfüllt von Fotos, Kartons und anderen Schreibzeug. „Es ist wichtig das er aufgeräumt ist. Da wirst du später arbeiten.“ Sagte sie mir. „Sortiere einfach zusammen was zusammen gehörte. Sag Bescheid wenn du fertig bist.“ Damit war sie auch schon zu ihren Kollegen verschwunden. Ich dachte mir nichts dabei. Der erste Tag war doch normalerweise immer so. Außerdem hatte ich keine zu großen Vorstellungen gehabt. Ich begann zu tun was sie mir gesagt hatte. Nutzte dafür leer stehende Kartons. Ich schmiss nichts weg, da ich nicht wusste was wichtig war. Fotos sortierte ich zusammen. Achtete darauf natürlich das die Fotos, die so wirkten als würden sie zusammen gehören, auch zusammen lagen. Schreibutensilien landeten in einem anderen Karton. So ging das immer weiter. Für diese Arbeit brauchte ich den ganzen Morgen. Da es viel Kleinarbeit beinhaltete. In der Zeit hatte sich kein einziger zu mir gesetzt oder mir was erzählt. Ich wusste nicht was die hier trieben oder ob ich helfen konnte. Ich bildete mir ein ab und an ein Lachen und ein Blick zu sehen, der in meine Richtung führte. Dachte mir jedoch nichts dabei. Sobald ich fertig war ging ich zu Lydia und klärte sie auf. Sie ging zum Tisch und schaute sich die Sachen an. „Ist das etwa dein Ernst??“ fragte sie mich. „Die Fotos ist ja alle vollkommen durcheinander! Wenn du den Zusammenhang nicht gesehen hast, dann hättest du etwas sagen sollen. Jetzt müssen wir diese Fotos wieder durch gehen und uns selbst erinnern welche Fotos wir nehmen wollten“ sagte sie. „Aber ich sollte doch genau das tun. Sie hatten mir nicht gesagt das..“ sie hob die Hand „Kleines, du hast dein eigenes Gehirn. Du solltest es nutzen und nicht alles auf andere schieben.“ Sie warf die Kiste auf den Tisch „Also das hätte ich nicht geglaubt.“ Sie schaute mir in die Augen „Du solltest Pause machen. Nicht das du sie verdient hättest aber nach diesem Chaos kann ich dich nicht hier gebrauchten. Eine neue Aufgabe muss ich dir auch noch suchen.“ Befand ich mich im falschen Film? War da gerade wirklich verdammt klischeehaft? Diese Frau war wie aus einem Buch geschrieben. Vor dem Chef ein Engel und hinten rum eine Zicke. Ich seufzte „Ok.“ Was sollte ich auch tun? Es war mein erster Tag. Vielleich hatte ich wirklich besser aufpassen müssen. Ich verließ den Raum und ging geradewegs am Empfang vorbei nach draußen. Ich war nicht schwach. So was brachte mich nicht zum Weinen oder machte mich traurig. Eher fühlte ich mich verwirrt und versuchte den Fehler zu finden. Die Fotos hatten optisch zueinander gepasst und waren geordnet. Bei den Fotos war auch keines markiert gewesen. Außerdem hatten sie vorher einfach nur rum gelegen. Der ganze Müll hatte darauf gelegen.. Draußen setzte ich mich auf eine Bank, die genau vor dem Gebäude stand. Ich sah kurz nach oben. Da wo ich Zacharys Büro glaubte zu sehen. Dann widmete ich mich meinem Handy, das ich aus der Tasche fischte.

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Liah
„Das stimmt wohl“ erwiderte ich lachend. „Ich bin nicht dafür gemacht entspannt auf ungeplantes zu reagieren. Aber manchmal kann ich es trotzdem hin und wieder zu lassen.“ Fügte ich dann ruhiger hinzu. Mir gefiel die Ungewissheit einfach nicht. Dahinter konnten sich zu viele Gefahren verstecken. Doch bei Asher versuchte ich offener zu sein, da ich nicht mehr glaubte er könnte etwas Böses vorhaben. Natürlich war das idiotisch. Nicht einmal tief gegraben hatte ich bei ihm. Es tat gut einen Menschen kennenzulernen und das ohne Hintergrundinformation. „Ich dachte ich überlasse das alles dir und dir fällt das nie auf. Da habe ich mich wohl geirrt.“ Was Dates anging hatte ich keine Ahnung. Ich verbrachte meine Zeit eigentlich nur mit Arbeit, meinem Bruder oder mit den Anderen in der Bar. „Da fragst du mich? Ich denke du bist da weitaus erfahrener als ich.“ Mittlerweile hatten wir das Gebäude verlassen. Wir liefen in langsamen Schritt den Bürgersteig entlang. Die Nacht war in ihrer vollen Pracht aufgegangen. Die Sterne leuchteten stark, lediglich die Laternen übertönten ihr Strahlen. Erhellten so in großen Flecken unseren Weg. Asher fragte nach meinem Auftrag als wäre es etwas Merkwürdiges. Mir wurde klar dass ich noch nie genau benannt hatte als was ich arbeitete. Es war auch schwer zu erklären. Ich brachte immerhin Kerle um ihr Geld, ließ sie investieren und verdienen. Dabei sah ich hübsch aus und ließ sie mit mir angeben. Wer investierte machte natürlich auch Gewinn. „Man kann es Begleitservice nennen.“ Erzählte ich. „Als diesen bin ich auch eingetragen. Aber ich mache mehr. Und NEIN damit meine ich nicht was so ein Callgirl tun würde.“ Ich zuckte mit den Achseln „Ich begleite Kunden auf ihre Feiern, lasse mit mir angeben und helfe ihnen Geschäfte abzuwickeln. Manchmal als Beraterin und manchmal einfach als Ablenkung. In diesem Fall ist es beides. Ich soll die Entscheidungen im Auge halten und gleichzeitig den Kunden bezirzten.“ Nach meiner Erklärung schaute ich in den Himmel. So schlecht hörte sich das gar nicht an. „Damit verdien ich mein Geld..“ und das war nicht gerade wenig. „Es macht eigentlich auch Spaß. Mal ehrlich, es ist als würde man jeden Tag feiern. Ich mag es zu sehen wie Menschen in bestimmten Situationen reagieren. Was ich nicht mag ist wenn sie zu viel vom Alkohol schlürfen. Ich hab mittlerweile gelernt gekonnt mein Glas mit Alkoholfreien Getränken zu füllen, während die Gäste denke das ich mit ihnen einen Hebe. Die Mädchen die immer mittrinken müssen Lebensmüde sein. Sie riskieren zu viel. Außerdem sorge ich immer dafür das mein Bruder oder ein anderer Bodyguard da ist. Ich will nicht angefasst werden. So wie sie es manchmal gern hätten.“ Der Alkohol ließ sehr oft die Hemmungen fallen. Ashers warme starke Hand umhüllte die meine. Händchenhalten. Das war etwas was er oft tun wollte. Anfangs hatte ich mich sogar erschreckt, da er das gerne sehr plötzlich machte. Doch mit der Zeit spürte ich fast schon wenn er es tat. Er nutzte gewisse ruhige Situationen aus und kam mir dadurch näher. Jedoch ohne Grenzen zu überschreiten. „Nein, wir können ruhig ein Stück laufen. Es ist noch so früh. Bestimmt gerade mal 23 Uhr!“ sagte ich und blickte zu ihm. „Wie läuft es denn bei deiner Arbeit?“ fragte ich ihn „Hast du schon ein Haus verkauft?“

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Lucie Hayes
Ich ging mit Dino zu seinem Auto und setzte mich auf den Beifahrersitz, „Am besten erzählen wir Mia einfach, dass wir eine entspannten Spa Tag haben um ihre Gefühle zu verletzten und nächstes Mal plant einer von uns einen Ausflug…wäre sicher eine bessere Idee.“, murmelte ich und beschrieb ihm den Weg zu einem meiner Lieblingsrestaurants. Ich würde auf der Fahrt, James anrufen, damit er unser Essen bereits zubereiten konnte, während wir noch fuhren. Durch den Nachtmittagsverkehr würden wir wahrscheinlich genug Zeit brauchen, sodass ich nur noch rausgehen und das Essen holen musste. Während Dino sich also in den Verkehr einfädelte wählte ich schon einmal James Nummer und wandte mich an Dino, „Hast du irgendwelche bestimmten wünsche? Also was das Essen angeht? Ich tendiere zu Pizza, aber falls du keine Pizza willst…weil du ja noch modeln und trainieren musst, kann ich auch einen Salat oder sonst was bestellen.“, sagte ich grinsend und zog ihn ein bisschen auf.
Ich trainierte nur zum Spaß und auch nicht übertrieben wie Dino oder Val, ich war dafür viel zu unmotiviert und hatte zu viel Glück durch Mums Gene die mir erlaubten essen zu können was ich wollte. Ich seufzte und begrüßte James, der schwor sich sofort ans Werk zu machen. Ich bedankte mich und legte dann auf, „Okay, alles geklärt, es müsste alles fertig werden, wenn wir da sind.“, murmelte ich und lächelte ihn an. Dann beugte ich mich vor und schaltete das Radio an in dem natürlich jeder über Sex, Drogen und Liebe sang. Ich verdrehte nur die Augen und rutschte etwas im Sitz herum da ich nicht an den ganzen Abend oder die Nacht denken wollte.
Ich hatte es doch in Madrid am nächsten Tag auch vergessen können! Wieso also nicht auch jetzt? Ich biss mir in die Wange und kam dann auf eine Idee, wies redeten wir nicht über seine Eltern? Die hatten uns schließlich auch abgelenkt…auch wenn das eher beschissen ausgegangen war. „Sag mal wie geht’s deinen Eltern?“, fragte ich und sah aus dem Fenster. „Ich habe deinem Vater Karten geschickt für die Show in Mailand, nächste Woche...“, gab ich zu, denn eigentlich sollte es eine Überraschung werden denn Mia war schon etwas sauer, das ich seine Eltern vor ihr kennengelernt hatte. Tja und so dachte ich, könnte ich beide irgendwie überraschen und mein Gewissen beruhigen, immerhin waren wir ja alle Freunde…mehr oder weniger.
„Übrigens hat Caprice dir schon von der dem Vermont Shooting erzählt, das sie mit uns beiden machen will?“, fragte ich beiläufig und versuchte cool zu bleiben, denn ich wollte von ihm wissen wie er es fand, immer hin würde Caprice sich sicher etwas einfallen lassen…das viel Haut zeigte und anzüglich bzw. erotischer sein könnte als die letzte Show. Außerdem hatte ich noch nicht zu gesagt, da ich das erst mit ihm besprechen wollte.

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Zachary
Whiskey, eine Zigarette, Meeting. Eine Zigarette, ein Whiskey, Telefonkonferenz. Miranda bemerkte meine Routine und brachte mir zwischendurch sogar etwas zu essen, damit ich nicht gleich betrunken durch die Gegend torkelte. Das letzte Mal, als ich so ein Verhalten an den Tag gebracht hatte, war als mein Vater mir seinen Scherbenhaufen hinterlassen hatte. Nun trank ich schon, damit ich mich von einer Frau ablenken konnte. Ich sah durch die Kampagnen des nächsten Quartals und musste zugeben, dass ich wirklich zufrieden war. Ich hatte vier wirklich große Fische vorzuweisen. Der Rest war entweder renommiert, hatte aber keine großen Budgets oder es handelte sich um kleine Unternehmen, die einfach ein wenig auf sich aufmerksam machen wollten. Alles in allem sehr gut.
„Zachary, Ms Lorander wartet in der Lobby.“, hörte ich plötzlich Miranda sagen. Jeder Muskel in meinem Körper verkrampfte sich bei diesem Namen und ich schloss für einen Moment die Augen, als ich so über den Plänen beugte. Ein Fehler. Sofort spürte ich ihre Haut unter meinen Fingern und ihren Herzschlag an meinem, ihre Lippen auf meinen… Das musste aufhören! Ein für alle mal. „Soll sich Smith drum kümmern.“, brummte ich und versuchte mich wieder zu konzentrieren. Smith war mein Kreativdirektor und er war auch derjenige, der in Natalias Praktikumsvertrag als Kontaktperson stand. Er übernahm sämtliche Verantwortung für ihre Bildung und ich hatte nichts damit zu tun. Was sollte eine Fotografin auch bei einem Geschäftsmann wie mir lernen? Sie interessierte sich sicher nicht für Strategien und Finanzen. Nicht, dass ich mich für letzteres sonderlich interessiert hatte, aber das gehörte zum Job eines CEO’s dazu.
„Der ist doch in Jamaika für die nächsten zwei Wochen.“ Verdammt! Mein kleiner Plan mich vor Natalia zu drücken krümelte langsam dahin.
„Sicher hat er für eine Vertretung gesorgt.“ Ich hob meinen Blick und sah, dass Miranda die Situation sichtlich unangenehm war. Sie sah mir einen Moment zu lang an. Da verstand ich was sie von mir wollte. Verdammt, verdammt, verdammt! Wir hatten eine Art Kette im Unternehmen gelegt. Wenn Smith fehlte, sprang ich ein. Wenn ich fehlte, sprang Trixie ein und wenn Trixie fehlte, sprang Smith ein. Dieser Plan war bisher wirklich gut gelaufen. Das war allerdings bevor ich wusste, dass ich Vögelware als Praktikantin hatte. Nein, das wurde ihr nicht gerecht und das wusste ich. Ich hatte so viel mehr von ihr gewollt, dass es mich verängstigt hatte. Ich scheute zurück, war ein Ar***, das trank und rauchte. Das war Zachary Underwood, der CEO dieser Agentur, der sich nichts anhaben ließ. Nicht einmal eine Praktikantin, die ihn um ihren Finger gewickelt hatte.
„Gut.“, sagte ich kurz und bündig, auch wenn mir das Herz bis zum Hals schlug und fuhr mit dem Aufzug nach unten in die Lobby. Es war ja nicht so als wäre ich schwer beschäftigt oder so, aber ich hätte es mir fast schon gewünscht, dass Miranda in meinem Namen diese Tour machte. Unten angekommen sah ich sie schon in ihren außerordentlich legeren Sachen, die an ihr umwerfend aussahen. Ich lief auf sie zu und blieb mit Sicherheitsabstand vor ihr stehen. „Guten Morgen, Ms Lorander. Schön, dass Sie sich so sehr für unsere Agentur und unsere Arbeit interessieren. Nächstes Mal achten Sie jedoch darauf, dass Sie ein Outfit mitnehmen, das kundentauglich ist.“, ratterte ich herunter und machte ihr mit einem Kopfnicken klar, dass sie mir folgen sollte. Mein Gott! Ich konnte ihr ja nicht einmal in die Augen sehen, ohne die Luft anzuhalten oder ihren Körper anzugaffen. Sie machte mich kampfunfähig und das hasste ich über alles. Ich war kein kleiner, hilfloser Mann.
Die Kreativabteilung befand sich im Erdgeschoss, da ich es wichtig fand, dass man sofort von dieser kreativen Aura erschlagen wurde, wenn man das Gebäude betrat. Ich ging am Empfang vorbei in einen der Teamräume, wo schon fleißig gearbeitet wurde.
„Lydia, Süße, komm mal her!“, rief eine Blondine Anfang 30 zu mir. Sie war Smith’s Assistentin und zufällig auch seine Verlobte. Ich wusste, dass ich seine offizielle Vertretung war, aber Lydia war wirklich diejenige, die wusste, was hier abging. Sie stöckelte in hohen Absätzen und einem perfekt sitzenden Etuikleid zu uns und begrüßte mich mit einem Küsschen auf die Wange. „Das ist Natalia Lorander, eure…“
„Praktikantin. Ich weiß.“, sagte sie grinsend und schüttelte Natalias Hand. „Ich habe deine Arbeit gesehen und bin wirklich hingerissen. Du hast viel Talent. Wir haben zugesehen, dass du jede Woche in ein anderes Team schnuppern kannst. Unsere Teams sind nach Kunden aufgeteilt. Daher bekommst du von Haute Couture bis hin zu non-profit Bildern alles einmal mit. Ich denke, das sollte dir auch am meisten bei deiner Berufswahl helfen. Deshalb haben wir dich in das Team Vogue gesteckt. Zumindest für die erste Woche. Ich bin deine Ansprechpartnerin hier. Also wenn was ist, kannst du gerne zu mir kommen.“ Sie schielte zu mir herüber. „Ich denke den Rest können wir auch später besprechen.“ Sie sah mich nun komplett an. „Gibt es sonst noch was, Zack?“
Ich lächelte schief und schüttelte den Kopf. „Nein, ich sehe du hast alles unter Kontrolle. Wir sehen uns beim Mittagessen mit Beatrice? Wir wollten die Kampagnen für dieses Quartal besprechen. Investitionen und potenzielle Gewinne.“
Sie strahlte und nickte. „Das würde ich mir nie entgehen lassen.“ Sie wusste, dass wir exklusives Sushi in meinem Büro essen würden und vielleicht würde Trixie auch an den Champagner denken. Das machten wir ja auch nur viermal im Jahr.
Ich lachte leise und sah zu Natalia. „Ich wünsche Ihnen einen schönen ersten Tag bei uns, Ms Lorander. Wie Sie schon gehört haben, wissen Sie ja, an wen Sie sich wenden können. Wir sehen uns sicher.“ Damit ging ich. Ich wollte, dass sie nicht auf die Idee kam in meinem Büro aufzutauchen. Ich hatte schon zu viele Träume von ihr und mir in meinem Büro gehabt und Klamotten waren definitiv nicht involviert gewesen.

It's OK, I got lost on the way
but I'm a supergirl and supergirls don't cry ♥♥♥

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Chloé Viola
Dieser Mann… machte mich nervös. Ausserdem wusste ich nun nicht, was er denn genau von mir wollte. Wollte er mit mir ausgehen oder wollte er mir weitere Jobs besorgen? Er musste sich für eine der beiden Seiten entscheiden, denn beides würde nicht gehen, wenn er mein Chef wäre. Das würde ich auch nicht tun. Ansonsten, wenn dies herauskommen würde, würden alle nur denken, dass ich es nur geschaffen hatte, weil ich etwas mit meinem Chef gehabt hatte. So eine war ich nicht. Ich zuckte die Schultern. Ich wusste ja, dass ich Potenzial hatte, aber ich war auch realistisch. Heutzutage musste man eine Menge Glück haben. Viele wurden in die Welt des Reichtums hineingeboren so wie er. Andere mussten sich hinaufkämpfen, solche wie ich. Er wandte sich von mir ab und mein Verstand klärte sich wieder ein bisschen. Er hatte mich gerade wirklich ein bisschen aus dem Gleichgewicht gebracht. Ich folgte ihn zu dem Baum und sah ihn an, als er mir eine Frage stellte. „Nachdenken, die Ruhe geniessen, Musik hören, Texte auswendig lernen, Sport machen…, so ziemlich alles, was man hier machen kann“, zählte ich auf und lächelte ihn an. Ich sah ihn ein bisschen verdutzt an. „Verführen?“, fragte ich ein bisschen, bevor ich kurz lachen musste. „Entweder zeigen die Männer, dass sie wirklich an mir interessiert sind oder ich lasse es sein. Ich habe nicht so viel Freizeit, um Männer zu verführen“, erwiderte ich grinsend. Was hatte denn dieser Mann nur für schmutzige Gedanken? „Ausserdem… was heisst hier andere Männer? Ich mache doch gar nichts“, fragte ich ihn und ging einen Schritt auf ihn zu. Er machte mich neugierig. Immerhin tat ich nichts und er hatte vorhin gerade wirkliche Andeutungen gemacht, dass ich ihn verführen würde. Ich schürzte die Lippen und sah ihn prüfend an. „Bist du dir sicher, dass ich dir meine Erlaubnis gegeben hatte?“, neckte ich ihn ein bisschen und sah ihn an. Ich hatte kein definitives Ja gesagt. Dieses Gespräch nahm eine gefährliche Richtung ein und dennoch… es machte mir Spass. Es machte mir Spass, mich so mit ihm zu unterhalten und ihn zu fragen, zu necken. Ich war nicht unbedingt eine Frau, die sich nicht zur Wehr setzen konnte. Das tat ich, wenn es notwendig war.

Save your advice, 'cause I won't hear. You might be right, but I don't care.

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Jeremio Tiyam
Ich staunte nicht schlecht, als sie mir aufzählte, wie viele Kampfsportarten sie beherrschte. Ich fragte mich, wieso sie so viele Kampfsportarten beherrschte. Das war doch nicht ganz normal oder? Vielleicht ein oder zwei, aber sie zählte mir gerade mehrere Kampfsportarten auf, die definitiv mehr als zwei waren. Vielleicht hatte es einen Hintergrund oder sie war einfach nur versessen darauf. Sie musste es mir nicht erzählen, wenn sie nicht wollte. Ich wusste genau, wie es sich anfühlte, wenn m an nicht über irgendwas reden wollte, aber dazu gedrängt wurde. So etwas hatte ich mit meiner Mutter nur zu oft erlebt. Ich konnte mir zu gut vorstellen, wie sie vielleicht während dem Trainieren lediglich eine Leggings anhätte und diese ihre schönen Beine und ihren Hintern betonen wurde. Immerhin hatte ich schon gesehen, wie sie nur in Unterwäsche aussah und dieses Bild war wirklich verlockend gewesen. Wahrscheinlich war das auch der Grund, wieso ich dieses Bild nicht einfach aus meinem Kopf verbannen konnte, obwohl sie meine Angestellte war! Ich schüttelte den Kopf und schob die Gedanken beiseite.
„Deine Erklärung macht Sinn“, erwiderte ich und lächelte sie an. Sie hatte mir beim Vorstellungsgespräch schon bewiesen, dass sie etwas erreichen wollte. Ich hatte das Gefühl, dass sie wirklich das Ding dazu hatte. Sie war ehrgeizig und sie machte ihre Arbeit gut. Auch wenn sie momentan eigentlich nur einen einfachen Job machte, war ich wirklich mit ihr zufrieden. Sie war zuverlässig und sie hatte sich schnell eingelebt. Wenn es so weitergehen würde, könnte ich ihr vielleicht in ein paar Wochen bereits noch ein paar andere Arbeiten in Auftrag geben. „Nein, nein“, wehrte ich ab und lächelte sie an. „Ich werde mich schon nicht mit dir anlegen“, erwiderte ich und musste kurz grinsen. Mein Blick fiel kurz auf ihre Lippen, als sie diese schürzte. Gott, sie war wirklich eine attraktive Frau und ich sollte nicht so denken. Natürlich könnte ich es auch noch ein bisschen auf den Alkohol schieben, aber der war auch nicht an allem Schuld. Ich schüttelte den Kopf bei ihren Worten. Mein Leben war vielleicht interessanter, aber es war auch viel trauriger und ich redete wirklich nicht gerne darüber. Wer redete schon gerne darüber, dass man eine Erbkrankheit in der Familie hatte, zu der man noch kein Heilmittel gefunden hatte? Das ich vielleicht schon in wenigen Monaten die gleiche Anzeichen wie meine Mutter hätte und daran sterben könnte? Alles wäre möglich und dann würde ich genauso untergehen wie meine Mutter oder meine Schwester. „Nein, dazu habe ich zu wenig Zeit und meine Eltern ebenso. Wir sind momentan mit weniger. erfreulichen Dingen beschäftigt“, wich ich aus und sah kurz auf den Boden. Ich kannte sie zu wenig lange, als dass ich wirklich darüber reden wollte.
Ich wurde gerettet, als ihre Schwester vorbei kam – mit einem Typen im Arm. Sie wollte nach Hause gehen mit diesem Typen und liess uns kurz darauf auch schon alleine. Neve sah nicht besonders erfreut aus, aber ihre Schwester war bereits schon abgehauen. Ich musste ein bisschen lächeln und schüttelte den Kopf. „Du kannst ja nichts dafür“, meinte ich und lächelte sie an. Ich trank mein Getränk ebenfalls aus und nickte dann. „Das ist eine gute Idee“, stimmte ich ihr zu. Ich nahm mein Jackett und stand auf. Wir gingen nach draussen. Als wir draussen waren, zog ich erst einmal tief die frische Luft in mich hinein. In diesem Club war es wirklich einfach total stickig und heiss gewesen. „Und wo geht es lang?“, fragte ich sie und sah sie fragend an. Jetzt sagte sie, wo es hinging. [Sorry, dass es bei mir momentan so lange dauert mit Antworten. Bin in der Lehrabschlussphase und habe daher nicht so viel Zeit.]

Save your advice, 'cause I won't hear. You might be right, but I don't care.

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River Wintour
Er war verrückt, das war der einzig wirklich erklärbare Grund für mich, weshalb er hier saß und zerstört war. Von seinem eigenen Vater, von den Menschen die eigentlich auf ihn hätten aufpassen müssen, von den Menschen die keinerlei Recht gehabt hatten auf ihn einzutreten als er ohnehin schon am Boden gelegen hatte. Er war verrückt. Und er war völlig zerstört. Wie die Vase meiner Großmutter, die wir wieder zusammengeklebt hatten, die aber doch niemals wieder ganz so geworden war wie sie eigentlich hätte sein sollen. Es fehlten einige Stücke, einige waren völlig schief drangeklebt worden - und Wasser konnte man ohnehin nicht mehr hinein füllen. Er war wie diese Vase, seine Scherben lagen gerade am Boden verteilt und mussten erst noch zusammengeklebt werden. Und er gab sich die Schuld an allem was jemals passiert war, und wahrscheinlich an allem was jemals passieren würde. "Solltest du mich jemals verletzen, sprechen wir noch einmal darüber. Ich habe keine Angst dass du mich verletzt Jax", versicherte ich ihm ein weiteres Mal. Ich zuckte lächelnd die Schultern und neigte den Kopf etwas zur Seite. Ich hatte wirklich keine Angst vor ihm, obwohl ich gerade erfahren hatte dass er einem Mann das Leben genommen hatte, weil er in seinen Erinnerungen gefangen gewesen war. Leise seufzte ich, denn eigentlich hatte ich mir diesen Morgen nicht ganz so ernst vorgestellt. Viel mehr hatte ich gehofft dass ich neben ihm aufwachen würde, und wir einfach nur schweigend im Bett liegen bleiben würden. Die Welt dort draußen vergessen, und so tun als wäre zumindest für ein paar Minuten oder vielleicht auch Stunden, alles in Ordnung. Mittlerweile fühlte es sich auch so an, als wäre zumindest irgendwie alles wieder in Ordnung, die Themen über die wir gerade sprachen aber erweckten dieses seltsame Gefühl in meinem Inneren, das ich nicht wirklich benennen konnte. Sorge? Vielleicht. Knapp lachte ich auf und schüttelte den Kopf, als Jax meinte dass ich ihn vielleicht einfach noch nicht gut genug kannte, um ihn wirklich nicht mögen zu können. Vielleicht - vielleicht aber auch nicht. "Und wenn doch? Ich muss deine Vergangenheit nicht kennen um sagen zu können ob ich dich mag oder nicht, das spielt nämlich keine Rolle", erneut lächelte ich und ließ meine Hand an seiner Wange ruhen. "Ich laufe nicht weg, weil ich schon jetzt weiß das ich dich mag, und dass das keine Vergangenheit verändern kann. Ich habe nichts damit zutun, und selbst wenn du irgendwann einmal etwas wirklich schlimmes getan hast und es wirklich gewollt hast - Menschen ändern sich", wahrscheinlich würde er wieder denken dass ich log, sagen dass ich völlig verrückt geworden war und ihm nichts versprechen sollte was ich doch nicht einhalten würde weil ich ihn irgendwann doch noch hassen würde. So lief es aber nicht. Ich hasste niemanden - noch nicht einmal die Kinder, die meinem Bruder das Leben so schwer gemacht hatten dass er es sich genommen hatte. Ich seufzte innerlich. Diese gesamte Situation war einfach nur noch verdreht und vollkommen anders als ich zuerst erwartet hatte. Vor allem als ich hier das erste Mal aufgewacht war.

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Jackson "Jax" McCoy
Bei ihr klang es so einfach. Ich hatte nicht die Absicht gehabt ihn zu töten und deshalb war ich unschuldig. Das war alles? Ich hatte mich von ihm provozieren lassen. Ich hatte nicht abgebrochen oder mich unterworfen, den Kampf absichtlich verloren. Ich hätte mich zu Boden werfen können, mich ergeben können. Ich hätte meinen Tod wegen einem verlornen Kampf riskieren können, um sein Leben zu schützen. Mein Tod wäre weniger tragisch gewesen. Niemand hätte mich vermisst, niemand um mich getrauert. Ich hätte etwas tun können, um es zu verhindern. Ich hatte diese Kämpfe, die bis auf den Tod gehen sollten, immer ohne ein Opfer beendet und es auch so belassen wollen. Nun war ich doch ein Mörder geworden. Für River jedoch zählte scheinbar tatsächlich nur meine Absicht dahinter. Natürlich war es nie Plan gewesen, aber ich hatte vor Wut und Provokation den Flashbacks nicht zurückhalten können. Es war ein Unfall gewesen. Ja, aber einer, der vielleicht hätte verhindert werden können. Ich hätte nie zu diesen Kämpfen antreten sollen. "Wenn ich dich jemals verletzen sollte, werde ich es mir nie verzeihen können, River. Dann will ich das hier nicht mehr fortführen. Besser du bist weg von mir und in Sicherheit als hier bei mir und in Gefahr." Ich würde nichts riskieren. Würde ich ihr auch nur die kleinste Schramme zufügen oder sie in Gefahr bringen, würde ich es beenden. Alles hier. Wenn ich nicht einmal die Leute, die ich liebte beschützen konnte? Ja, ich liebte sie. River war seit ich ihr erstes Foto gesehen hatte, mein Ein und Alles gewesen. Außer ihr hatte ich nichts. Das klang krank, das wusste ich selbst. Ich genoss jede Sekunde in ihrer Nähe, bis sie es herausfand und mich verließ wie jeder andere zuvor auch. Ich schaute zu River auf, die verspielt ihre Finger um meine wilden Locken drehte. "Vielleicht kennst du mich einfach noch nicht gut genug, um mich wirklich nicht mögen zu können... du weißt so vieles nicht. Eines Tages wirst du vielleicht aufwachen und sehen, wer ich wirklich bin, und wegrennen. Was bin ich dann noch? Ohne dich macht das alles hier doch gar keinen Sinn mehr. Ohne dich habe ich keinen Sinn mehr." Ich wollte nicht wie der Verrückte wirken, doch ich brauchte sie. Ohne sie ging nichts mehr. Egal wie gut oder schlecht ich sie ihrer Meinung nach kannte. Würde sie verschwinden, würde ich keinen Grund mehr sehen es noch weiter zu versuchen. Wenn die weg war, würde ich feige sein und mich mit dem Suizid noch gehasster machen als bisher ohnehin schon. Dann wäre es mir egal. Dann wäre mir alles egal.

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River Wintour
Ich war mir von Anfang an sicher gewesen dass es niemanden hatte töten wollen. Dass er niemanden hatte verletzen wollen. Er war kein böser Mensch, keiner der einfach so auf jemanden oder etwas einschlug weil er gerade Lust dazu hatte. Möglicherweise hatte er jemanden getötet, jedoch war es ein Unfall gewesen. Ein dummer Unfall, für den er nichts konnte, und für den er sich seit ich wusste nicht wie vielen Jahren fertig machte. Ich wusste nicht einmal was ich denn nun genau dazu sagen sollte, wahrscheinlich konnte man das in Situationen wie diesen aber ohnehin niemals. Wenn es eine Standartantwort darauf gab, wollte ich sie in diesem Moment wissen, wahrscheinlich würde es jedoch bedeuten dass ich schnellstmöglich Abstand zwischen ihn und mich bringen musste, weil ich Angst um mein eigenes Leben haben sollte. Aber genau das hatte ich nicht. Ich hatte keine Angst um mein Leben, weil ich wusste dass er mich niemals im Leben auch nur irgendwie verletzen würde. Weil er sich zu jeder Zeit vor mich werfen würde, wenn ich irgendwie in Gefahr war - weil er mich schon davor gerettet hatte verletzt zu werden. Natürlich war es keine Absicht gewesen diesen Mann zu verletzen oder ihm gar sein Leben zu nehmen, und das war alles was ich von ihm hören musste um zu wissen dass er niemals freiwillig jemandem das Leben nehmen würde, und dass es nur ein dummer Unfall gewesen war. Dass ich nicht aufstehen und Abstand zwischen uns bringen musste, weil er irgendeine Krankheit hatte die ihn dazu brachte Menschen zu töten. Er war gesund, so gesund wie man nun einmal sein konnte wenn man aufwuchs wie er es getan hatte. "Es war ein Unfall", sagte ich. Es war ein Unfall gewesen, etwas was er nicht gewollt hatte und dennoch passiert war. Ich war überrascht als seine Arme sich plötzlich um mich legten, als wolle er versuchen mich so ein kleines bisschen länger auf seinem Schoß zu behalten, obwohl ich keineswegs vorgehabt hatte aufzustehen. Dennoch genoss ich es, seine Arme zu spüren und zu wissen, dass er mich nicht wegschieben wollte, viel mehr aber das er wollte dass ich ihm nahe war. Das erste Mal seit ich hier her gekommen war, bat er mich mit seinen Handlungen ihm nahe zu bleiben. Er schreckte nicht etwa zurück, ließ mich los und tat so als wäre lediglich ich dafür zuständig zu bestimmen wie nahe ich ihm kommen wollte oder würde. "Falls du mir jemals weh tust, sprechen wir noch einmal darüber", versicherte ich ihm leise. Ich wusste dass er mich nicht verletzen wollte. Ebenso wenig wie er diesen Mann hatte töten wollen. Wie er unter der Erde begraben liegen hatte wollen. Manchmal hatte er jedoch keine Chance, und manchmal tat er nun einmal Dinge die er nicht unbedingt tun wollte. Ich konnte mir keine Sekunde vorstellen wie es war sich so zu fühlen, ich hoffte jedoch dass er es wenigstens für ein paar Momente vergessen konnte. Ich atmete tief ein und zuckte knapp die Schultern, legte meine Hände an seine Schultern und spielte mit seinen wilden Locken. Wie konnte ich ihn überhaupt noch ansehen? Wie konnte er nicht? "Weil ich weiß dass du kein schlechter Mensch bist. Egal was du denkst oder sagst", antwortete ich ihm leise und strich ihm sanft über den Hals. "Weil du für deine Vergangenheit nichts kannst, und ich dir nicht etwas vorhalten werde woran du nicht Schuld bist. Weil ich weiß das manche Menschen eine schöne Kindheit hatten, und andere nicht. Und weil ich nichts mit deiner Vergangenheit zutun habe", ich lächelte ihm knapp entgegen und zuckte ein weiteres Mal die Schultern. Wahrscheinlich würde er es wieder nicht verstehen, viel zu sehr war er mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt, das hieß jedoch nicht dass ich meine Meinung nicht mit ihm teilen könnte.

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Jackson "Jax" McCoy
Ich war davon ausgegangen, dass sie mich hasste. Das sollte sie ja auch. Mörder waren die wohl schlimmsten Menschen, die es auf dieser Erde gab und ich könnte mich zu ihnen zählen. Ein Mann war wegen mir tot. Ein Mann, der zwar illegale Kämpfe betrieben hatte, aber unschuldig gewesen war, weil er nichts anderes versucht hatte als in den Slums seine Familie irgendwie durch zu füttern. Ich hatte sein Leben beendet und eine trauernde Familie zurückgelassen. Natürlich zahlte ich diesen Leuten Unterhalt. Ich sorgte dafür, dass die nicht mehr hungerten, aber das war auch das Mindeste. Ich würde all das nie wieder gut machen können. Ich schämte mich so sehr dafür, dass ich es River hatte verschweigen wollen. Einen wichtigen Teil von mir, obwohl sie auch das hatte wissen müssen. Jetzt wusste sie es und ich erwartete Hass von ihr. Wie von jedem anderen auch, doch die behandelte mich eben nicht so, obwohl sie jedes Recht und jeden Grund dazu hätte. Ich verstand absolut nicht wie sie noch so sanft mit mir umgehen konnte, nachdem sie das nun von mir wusste. Wie konnte sie noch meine Hände nehmen? Wie konnte sie ihre weichen Lippen noch so sanft über meine Knöchel streifen lassen - über die Finger, die ein Menschenleben beendet hatten? Wie konnte sie zu mir so unverdient gütig sein? "Nein, natürlich war es keine Absicht... ich habe nie jemanden verletzen wollen..." Manchmal fühlte ich mich doch wie der brutale, gehasste, aber unverstandene Riese im Tal der Winzlinge. Einer, der alles kaputt machte, weil er einfach nicht so war wie alle anderen. Ich hatte Angst. Angst davor auch das winzige bisschen Liebe zu verlieren, das mir gegeben worden war - von ihr. Was, wenn ich ihr weh tat? Wenn ich sie kaputt machte? Ich hob die Augenlider etwas an und schaute zu River, die sich plötzlich vorbeugte und ihre perfekten, weichen Lippen kurz über meine Streifen ließ. Für einen winzigen Augenblick fühlte ich mich beinahe schwerelos, ehe ich wieder fiel, als sie doch löste. Schnell, weil ich nicht wollte, dass ich dieses Gefühl wieder verlor, legte ich meine Arme um ihre Taille. Ich war gierig, das wusste ich. Aber wer wusste, wann ich das nächste mal solche Höchstgefühle empfinden durfte? "Wenn ich dir jemals weh tue, ist das alles hier vorbei. Dann bringe ich dich zurück." Ich konnte nicht riskieren meine über alles geliebte Blume zu zerstören. Eher sollte sie wo anders blühen als bei mir und mit mir einzugehen. "Wie kannst du mich überhaupt noch ansehen..." Sie war zu gut - viel zu gut - für diese Welt...

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Asher „Ash“ Erikson
Ihr hatte es anscheinend gefallen, mehr oder weniger…nach all der Zeit und meinen Ermittlungen konnte ich Liah immer noch nicht gut einschätzen. Sie war verschlossen auf ihre eigene Weise. Ich würde lernen damit klar kommen zu müssen immerhin standen wir noch am Anfang unseres Falls und so würde es wohl auch noch eine Weile weitergehen, denn Liah war keine einfache Frau. Sie war für jeden Kerl eine Herausforderung…beziehungsweise ein harter Brocken und ich war dabei ihre aufgebaute Mauer zu durchbrechen.
„Du wirst doch immer Überraschungen hassen? Egal wie wundervoll sie sind? Oder?“, fragte ich du musterte sie eingehend. Ich schüttelte den Kopf und verkniff mir ein grinsen, „Ja du wirst auch mal ein Date organisieren, ich meine sonst ist es ja unfair, wenn ich immer der kreative Kopf sein würde oder? Ich meine so funktionieren Dates doch?“, sagte ich nur und lehnte mich zurück. Ich war gespannt auf ihr Überraschungsdate, doch obwohl ich mich freute, sankt meine Stimmung wieder, als sie mir eröffnete, dass ein Kunde sie gebucht hatte für eine verdammte Woche!! Bisher hatte sie mir noch nie genau gesagt was sie war, sie hatte nur erzählt das sie für ihren Bruder arbeitete, natürlich wusste ich was sie wirklich tat, doch ich hoffte das sie es mir persönlich auch einmal sagen würde.
Ich zog also die Augenbrauen hoch und sah sie etwas verwirrt an, „Ein Kunde hat dich für eine ganze Woche gebucht?“, sagte ich und sah sie fragend an. „Als was arbeitest du eigentlich, dass jemand dich buchen kann?“, fragte ich neugierig und hoffte sie würde locker bleiben und mir wenigstens ein bisschen etwas von ihren Deals zu erzählen…ich meine ich wusste wie es zu ging, sie flirtete was das Zeug hielt und bezirzte die armen Schweine, dennoch wollte ich, dass sie mir persönlich sagte, was sie dort eigentlich Tat!
Als der Kellner kam, bezahlte ich das Essen und verließ mir Mia das Restaurant. Als wir auf der Straße standen, war es schon dunkel, es fuhren nur noch vereinzelt Autos und als wir ein paar Schritte gelaufen waren, war es erstaunlich ruhig. Ich drehte mich zu ihr um und lächelte, auch wenn das hier alles nicht echt war, jedenfalls mein Leben…interessierte ich mich dennoch für Liah. Einerseits wegen meines Jobs und anderen Seite, weil ich sie als Person kennenlernen und nicht nur die Fakten auf dem Blatt wissen wollte. Ich nahm ihre Hand in meine und verschränkte unsere Finger miteinander, irgendwie hatte ich das Gefühl sie berühren zu müssen aber nicht auf die sexuelle Art…ich würde diesen Kontakt solange herauszögern wie es nur ging. Ich würde das für Liah und mich tun, denn ich wusste sie würde sich darüber ärgern und dass ich sie so nur mehr verletzten würde als so schon also war Händchenhalten wohl das kleinste Übel. „Soll ich ein Taxi rufen und dich nach Hause bringen? Wir können auch noch ein bisschen spazieren gehen…wenn du magst?“, schlug ich vor.

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River Wintour
Schweigend sah ich den Dunkelhaarigen an, unsicher wie genau ich denn nun eigentlich reagieren sollte. Wie reagierte man in einer Situation wie dieser? Was tat man wenn einem gesagt wurde, das jemand tot war weil er ihm das Leben genommen hatte? Jax hatte es nicht gewollt. Er hatte ihm nicht mit absicht das Leben genommen, denn auch wenn ich nun eigentlich doch nur hier saß weil er mich aus meinem Leben gerissen hatte ohne Rücksicht auf meine Wünsche zu nehmen, war er kein schlechter Mensch. Gebrochen, aber nicht schlecht. Jax aber dachte genau das: er dachte er sei ein schlechter Mensch, jemand der einem anderen Menschen das Leben genommen hatte, obwohl er es eigentlich nicht hatte tun wollen. Er gab sich die Schuld daran, an - meiner Meinung nach - einem Unfall, für den Jax nicht etwa sich selbst sondern seinen Vater verantwortlich machen sollte. Er hatte selbst gesagt dass es in einem Flashback passiert war, in einem Moment in dem er sich nicht hatte zurückhalten können, weil zu viele Eindrücke auf ihn eingeschlagen hatten. Knapp schüttelte ich den Kopf, wusste aber doch genau dass es nichts bringen würde wenn ich ihm nun wiedersprach. Er sah es so, und war stur genug um meine Worte einfach nur als Schwachsinn abzustempeln, mich doch wieder wegzustoßen weil er dachte dass er der gefährlichste Mann dieser Welt war. Ich hatte jedoch keine Angst, nicht vor ihm und eben das schien ihm im Moment so unglaublich viele Sorgen zu bereiten. Leise seufzte ich, denn um ehrlich zu sein wusste ich im Moment nicht so recht was ich sagen oder tun sollte. Ich wollte das er mir glaubte, hatte jedoch das Gefühl das ich tun oder sagen konnte was ich wollte, und doch nur auf unsichere Gedanken stoßen würde. Er war unsicher, wusste nicht ob er mir glauben sollte; er wollte es, sein Kopf aber hielt ihn davon ab. Seine Hände sanken, der kühle Morgenwind strich über die gerade freigewordene Stelle meiner Haut und hinterließ eine unangenehme Kälte. Bis vor wenigen Sekunden hatte ich den Morgenwind begrüßt, gedacht es fühlte sich angenehm an, jetzt jedoch war plötzlich die Wärme seiner Berührung verschwunden und hinterließ das Verlangen nach mehr davon. Er war so sanft gewesen, wie sonst keiner der mich bis jetzt berührt hatte. Nicht ein einziges Mal hatte ich das Gefühl gehabt als würde mich jemand als etwas zerbrechliches ansehen, ohne dabei auf mich hinab zu sehen. Bei Jax jedoch war es anders: er berührte mich als wäre ich eine fragile Blume, die welken würde sobald man sie zu stark berührte, und gab mir doch nicht das Gefühl als denke er ich sei schwach. Klein und dumm, wie andere es getan hatten. Ein leises Lächeln legte sich auf meine Lippen, ehe ich vorsichtig nach seinen Händen griff. "Du hast ihn nicht getötet, weil du es wolltest", flüsterte ich leise in seine Richtung und legte meine Lippen sanft auf seine Fingerknöchel. Sanft platzierte ich auf jedem einzelnen seiner Knöchel einen Kuss, ehe ich seine Hände umdrehte. "Manchmal passieren Dinge, die wir uns nicht erklären können. Und manchmal bedeuten sie Schmerz, oder Trauer, oder auch Wut", zart küsste ich seine Handinnenfläche und hob meinen Blick wieder etwas. "Und ich kann es vielleicht nicht rückgängig machen, oder den Mann zurückholen, aber ich kann dir sagen dass es nicht dein Fehler war. Und ich kann versuchen dir zu zeigen, dass du nicht an allem Schlimmen auf dieser Welt Schuld bist", vorsichtig hob ich seine zweite Hand an meine Lippen, und platzierte sie sanft auf seiner Haut. Ich lächelte, ließ seine Hand wieder sinken und verflocht meine Finger mit seinen. "Du musst keine Angst haben", beruhigte ich ihn, oder versuchte es zumindest. Er hatte Angst, mich zu verletzen, und ich konnte es verstehen. Zum ersten Mal verstand ich ihn wirklich, denn für gewöhnlich stieß er mich doch einfach von sich und lief weg, ließ mich nicht an seinen Gedanken oder den Dingen seiner Vergangenheit teilhaben. Jetzt aber hatte er mir gesagt, was passiert war, und alles ergab so ein kleines bisschen mehr Sinn. Langsam beugte ich mich vor und gab ihm einen hauchzarten Kuss auf die Lippen, ehe ich ihm die wild abstehenden Strähnen aus der Stirn strich. "Ich passe auf, versprochen. Ich unterschätze es nicht", versicherte ich ihm ein weiteres Mal. Er musste sich keine Sorgen machen. Ich glaubte ihm, ich hatte einfach nur keine Angst vor ihm oder der Tatsache, das er möglicherweise irgendwann einmal die Kontrolle verlieren würde.

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Jackson "Jax" McCoy
Ich hatte ihr das alles nie erzählen wollen. Ich war der Verursacher eines Todes. Ich war ein Mörder. Während des Flashbacks hatte ich einen Mann getötet, der absolut nichts dafür gekonnt hatte. River hätte davon nie etwas erfahren sollen. Ich wusste, dass ich ein schlechter Mensch war, aber nie hatte ich gewollt, dass sie mich als solchen sah. Es ergab keinen Sinn, das wusste ich selbst! Rivers Meinung war mir wichtig und sie zu machen und zu beeinflussen war falsch. Ich war nun mit der Wahrheit herausgerückt. Sie schien einfach nicht begreifen zu können wie gefährlich diese Flashbacks werden konnten. Ich wollte sie warnen, ihr verständlich machen, dass sie wirklich auf sich achten musste, wenn so etwas nochmal geschah. Ich wollte es ihr ein für alle mal erklären, sie aber möglichst nicht von mir stoßen. Ich genoss ihre Nähe, ich mochte es ihre Wange zu liebkosen, ihr Haar zwischen meinen Fingern zu drehen und sie einfach hier zu haben. Ich wollte das alles nicht verlieren, auch wenn ich es verstehen könnte. Sie rührte sich allerdings kaum. Ja, sie schien anfangs geschockt, aber sie fing sich schnell, begriff, was ich damit meinte und schien absolut nicht abgeschreckt. Wieso wich sie nicht zurück? "Natürlich. Ich habe ihn mit eigenen Händen gewürgt, bis ich ihn geschubst habe. Wäre ich nicht gewesen, würde dieser Mann noch bei seiner Familie sein." Natürlich war es meine Schuld. Ich hatte ihn während des Kampfes gestoßen und auch wenn diese Kämpfe sowieso illegal waren und man meistens auch bis auf den Tod kämpfte, war es anders gewesen. Das hatte nicht mehr zum Kampf gehört, der die Leute hatte unterhalten sollen, der Wetten ankurbeln sollte. Das war einfach nur Mord gewesen. "Und trotzdem habe ich Angst, dass du es unterschätzt." Ja, sie würde auf sich aufpassen, aber vielleicht nicht genug. Ich fürchtete mich davor sie zu verletzen. Ich schluckte und ließ meine Hände sinken. Mir blieb wohl nichts anderes übrig als ihr zu vertrauen...

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Dinario "Dino" Marquéz
Ja, Mia hatte es ziemlich übel erwischt. Den ganzen Morgen über war sie ständig am kotzen gewesen und ich als guter Freund hatte ihr natürlich die Haare gehalten. Blöderweise vertrug ich das nicht sonderlich gut und war echt froh nicht mehr bei ihr zu sein. Das klang hart, aber sicher hätten wir sonst irgendwann beide über der Schüssel gehangen. Entweder sie hätte mich angesteckt oder aber ich hätte mich zu sehr hineingesteigert. "Oh ich hoffe das legt sich bald wieder! Bei meinem Glück stecke ich mich sonst noch an und dann können wir beide nicht laufen. Mein Immunsystem ist nicht mehr so das beste.." Seit den OPs war ich ziemlich anfällig für Krankheiten und Erkältungen. Das war ganz normal. Mein ganzer Körper war künstlich verändert worden. Das machte das körpereigene Abwehrsystem irgendwann nicht mehr mit. Klar war es nicht ganz so schlimm. Ich war eben einfach etwas öfter erkältet als andere Menschen. Dafür aber steckte ich nun in dem Körper, in den ich hätte geboren werden müssen. "Ich glaube Mia war wirklich die einzige, die sich fürs Spa begeistern lassen konnte.", stellte ich fest und verzog leicht den Mund. Ich wollte nicht schlecht über meine Freundin reden, aber wenn sie übermütig war, vergaß sie so kleine Details wie zum Beispiel, dass außer ihr keiner Lust hatte. Ich sah Lucie an und nickte leicht. "Ich bin mit dem Auto. Lass uns etwas kaufen und dann zu dir fahren. Dann stelle ich das Auto vor deiner Wohnung ab." Italienisches Essen klang doch gut. Spanier kochten nicht viel oder selbst. Wenn, dann hatte meine Mutter viel italienisch gekocht. Diese Leute waren eben einfach gemacht dafür Essen zu erfinden, das jedem schmeckte. Allerdings würde ich dann morgen trainieren fahren. Dieser Körper, auf den ich so stolz war, kam eben nicht von irgendwo her. Ich schulterte meine große Trainingstasche wieder und fragte mich, ob wir beide allein wirklich so eine gute Idee waren. Ich wollte etwas mit ihr unternehmen, so war das nicht, aber ich fürchtete mich vor diesem Knistern zwischen uns.

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Liah
Ich musste zugeben, meine Aufregung stieg an. Das hier war so neu und interessant, dass mein Herz sogar schneller schlug. Nicht zu wissen was auf mich zu kam wurde bei jedem Mal mit Asher doch ganz angenehm. Dennoch war es noch sehr merkwürdig mit einem Mann so viel Zeit zu verbringen und kein Geld dafür zu bekommen. So etwas kannte ich nicht und wusste auch nicht wie ich es einschätzen sollte. Wohin lief das Ganze? Wohin wollte ich es gehen lassen? „Das wird was“ sagte ich und schaute mich um. So ganz wusste ich nicht was ich tun sollte, doch ich ließ mich darauf ein. Was diese Leute sich ausgedacht hatten war ziemlich kreativ und dann auch noch damit Geld zu verdienen. Schließlich wurden sie sogar noch dafür bezahlt, dass man hier seine schauspielerischen Begabungen ausleben konnte. Raffiniert und unterhaltsam. Ich verfolgte den Abend angemessen und tat mein bestes um auch ernsthaft teilzunehmen. Leider war ich ab und an doch in ein langes Lachen verfallen. Allein bei meinem möglichen Mordgrund konnte ich mich nicht einkriegen. Asher und ich waren ein Ehepaar und beide Tatverdächtige. Natürlich nutzte ich diese Situation um Asher ein wenig aus der Fassung zu bringen. Hier und da eine Berührung und sogar ein Kuss auf die Wange für die anderen ‚Schauspieler‘ um glaubhaft meine gespielte Liebe zu verkaufen. Mir gefiel weniger was meine Berufung war, spielte es jedoch gekonnt mit. Mit meinen Reizen zu spielen war einfach. Bis zum Schluss hielt ich mit Asher mit. Selbst mich hatte der Schluss sehr überrascht. Denn ich dachte dass es der Bluter gewesen war. Die waren es doch immer. Als es vorbei war klatschten wir, dann wandten wir uns wieder einander zu. Das Essen war das einzige am Abend was nur oke gewesen war. „Ja, das stimmt. Es war lustig“ ich nahm mein Glas zur Hand „Also, es war gut. Aber Überraschungen sind immer noch blöd“ scherzte ich „Ich?“ fragte ich „Weil ich auch so kreativ bin wie du!“ nach einem Schluck meines Glases legte ich es wieder weg „Ich würde es versuchen. Aber wir müssen es leider verschieben. Ich bin die nächste Woche die ganze Zeit mit Arbeit beschäftigt. Ein großer Kunde hat mich für die gesamte Zeit gebucht.“ Ich zuckte unschuldig mit den Achseln. Es war einer der ‚besonderen‘ Kunden. „Eigentlich mache ich das nicht gerne. Eine ganze Woche bedeutet ein hohes Risiko. Zum einen das ein Kunde sich auf etwas hineinsteigert und zum anderen weil ich dafür andere Kunden absagen muss. Aber ich kenne ihn schon lange und weiß das es eine gute und sichere Sache ist.“ lächelnd sah ich Asher in seine Augen "Aber das Wochenende darauf könnte es vielleicht klappen."

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Lean
„Du solltest dich nicht in einen Schatten stellen. Sei überzeugt von dir. Dann klappt es sicher.“ Ich wandte mich von ihr ab. Es war nicht klug zu schnell zu viel zu zeigen. Wenn ich wirklich das Interesse an dieser schönen Frau behielt, würde sie noch früh genug merken wie ich sie einfing. Gemütlich ging ich einige Schritte weiter auf dem leicht bemerkbaren Weg im Gras entlang. An Chlose gefiel mir diese taffe Art. Obwohl man ihr manchmal die Unsicherheit ansah, oder eher das sie nicht so überzeugt von sich war, konnte sie schnell, stark und ziemlich gut kontern. Sie wusste wie sie mit Menschen umgehen konnte, selbst wenn es ihr noch nicht klar war. An einem naheliegenden Baum blieb ich stark. Der Stamm fühlte sich stark und robust an. Es war ein großgewachsener Baum, der in voller Pracht seine Blätter über uns strahlen ließ. Ich verstand gut wieso es Potenzial hatte. Wieso es ein Lieblingsort sein konnte „Was machst du wenn du hier her kommst?“ fragte ich neugierig „Nur nachdenken? Durchatmen? Ruhen?“ ich konnte mir gut vorstellen wie man hier einiges machen konnte. „Etwa auch andere Männer hier her bringen und verführen?“ schmunzelnd blickte ich über meine Schulter. Es wäre ein verdammt großer Spaß sie hier und jetzt einfach zu nehmen. Aber ich wollte ein wenig länger Spaß haben und sehen wie weit Chloe ging. Was ich hier von mir gab klang sicher ziemlich verwirrend für sie. Für mich war es recht amüsant. Ihre Blicke waren dabei das Beste. „Oh, die habe ich sicher. Aber da ich jetzt auch die Erlaubnis habe, werde ich dem sicher nachgehen.“

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Arielle Stonem
Ich hatte so ziemlich mein gesamtes Leben damit verbracht etwas Farbe in eine sonst ziemlich graue und fade Welt zu bringen, die meiner Meinung nach viel zu sehr Regeln befolgte und viel zu wenig Spaß hatte. Menschen wurden zu Robotern, die Tag ein Tag aus einer Routine folgten von der sie bloß keinen Tag abweichen durften, weil sie ihren Rhythmus dadurch vollkommen zerstören könnten. Es wurde zu viel darüber gesprochen wie man sich fühlen sollte, jedoch viel zu wenig gefühlt und genossen. Um ehrlich zu sein war es traurig mit anzusehen wie unglaublich fixiert die Gesellschaft darauf zu sein schien dieses Perfekt zu erreichen, das man doch ohnehin niemals erreichen würde. Es war erschreckend zu sehen wie unglaublich steif diese Welt geworden war, farblos und total fixiert darauf bloß keine Fehler zu machen; es waren aber gerade diese Fehler die so viel Spaß machten. Es waren die Situationen in denen man nicht wirklich darüber nachdachte, und einfach nur Mensch war, die mir am meisten Spaß bereiteten. Die in denen ich nicht darüber nachdachte, sondern einfach nur genoss. Meist war es wenn ich in meinem Loft saß, die frische Luft spürte, die Welt meinem Fenster in den Straßen hörte und Farbe auf die Leinwand brachte, es gab aber auch andere Situationen. Situationen in denen ich nicht zwingend einen Bleistift oder Pinsel in der Hand hielt, sondern einfach beobachtete. Gott, wahrscheinlich war ich ohnehin ein viel zu großer Genießer und lebte wirklich in meiner eigenen kleinen Welt, die ich mir von Tag zu Tag anders gestaltete. Früher hatte Cara, meine beste Freundin, immer gesagt ich lebte mit dem Kopf in den Wolken, und wahrscheinlich hatte sie auch irgendwie Recht damit. Sie war es aber wohl auch die mich des öfteren wieder auf den Boden der Tatsachen zurück zerrte, so wie ich sie mit über die Wolken zog. Dort wo ich mir die wunderbarsten Geschichten zu alten Gebäuden und Räumen wie diesem hier ausdachte. Ich nickte etwas, richtete meinen Blick wieder der Bühne zu und lief die Treppen hinunter bis ich bei der Bühne ankam. Es sollte kein Problem sein dass ich hier arbeiten wollte, gut denn wie er die Kulissen von meinem Loft hier her hätte bringen wollen interessierte mich wirklich. Nicht nur das es eine knappe dreiviertel Stunde Fahrt war, ich lebte zudem auch noch in einem ziemlich engen Loft in dem viel zu viel herumlag - und noch dazu kam die schmale Treppe die ich täglich hinauf laufen musste. Einen anderen Weg gab es dort nämlich nicht hinauf. "Gut. Dann fange ich morgen direkt an", die Materialien und Dinge die ich dazu brauchte um sein Bühnebild anzufertigen konnte ich heute Nachmittag wohl noch hier her bringen. Ein Glück wenn man in einer Nachbarschaft lebte in der wirklich ein jeder jedem half, und selbst eine dreiviertel Stunde Fahrt auf sich nahm um mir dabei zu helfen irgendwelche Sachen herum zu kutschieren. Ich lachte etwas auf, drehte mich Mr. Wylde wieder und verdrehte die Augen etwas. "Auf eine Bühne gehörte ich ohnehin nicht, das überlasse ich Ihren Schülern", antwortete ich schmunzelnd. Auf eine Bühne gehörte ich nämlich wirklich nicht, zwar tat ich etwas was die Menschen sahen, jedoch konnte ich mich immer wieder hinter meiner Kunst verstecken und diese für sich selbst sprechen lassen wenn ich denn gerade das Gefühl hatte zu sehr Aufmerksamkeit abzubekommen - etwas was dank meiner Eltern meiner Meinung nach ohnehin schon viel zu früh begonnen hatte. Ich warf noch einmal einen kurzen Blick zur Bühne, ehe ich wieder zurück zu Mr. Wylde ging, meine Tasche nahm und lächelte. "Wenn ich Fragen habe, finde ich Sie in Ihrem Büro?" Und wenn er nicht dort wäre, könnte ich ihn später immer noch fragen. Die wichtigen Details waren aber ohnehin bereits geklärt, weshalb ich nicht unbedingt dachte dass es sonderlich viele Fragen meinerseits geben würde.

wir sprechen zu viel,
und fühlen zu wenig
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River Wintour
Vermutlich konnte er sich noch nicht einmal vorstellen wie gut es sich für mich gerade anfühlte hier zu sein; ihm nahe zu sein, und zu wissen dass er mich nicht wegstoßen wollte, es aber doch immer wieder tat indem er sich in seine eigenen Meinungen und Gedanken verbiss. Ich wollte doch nur dass er ein einziges Mal positiv dachte, dass er ein einziges Mal nicht die Worte seines Vaters im Kopf hatte sondern daran glaubte das er irgendwann in Zukunft ein schönes Leben führen könnte. Das er eine Zukunft hatte, in der er nicht von allem und jedem gehasst wurde, nur weil er atmete und Platz wegnahm den jemand anderes eigentlich hätte bekommen sollen. Kein einziges Mal hatte ich ihn wirklich Lachen hören seit ich hier war, und auch wenn ich ihn bereits lächeln hatte sehen, war es doch nur der Schatten davon gewesen und nicht etwa ein strahlendes Lächeln das seine Augen erreichte. Ich atmete tief ein, sein Atem kitzelte meine Haut und mit jeder Sekunde die verging wollte ich ein kleines weniger über dieses Thema sprechen und einfach nur hier sitzen. Und vielleicht wäre es auch gut einfach aufzuhören darüber zu sprechen. Es brachte doch ohnehin nichts. Er hatte seine Meinung zu diesem Thema, eine Meinung die meiner so vollkommen wiedersprach das ich noch nicht einmal wusste was ich denn noch sagen sollte um ihn vom Gegenteil zu überzeugen. Ich sagte nichts mehr dazu, entschied mich dieses Thema fürs Erste einfach zu belassen, da mir mein Kopf doch ohnehin schon weh tat. Es war frustrierend, und machte mich fertig. Und vielleicht tat es sogar ein kleines bisschen mehr weh als es sollte ihne so zu sehen, oder gar nur zu wissen wie er von sich selbst dachte. Er löste sich etwas von mir, hob den Kopf und richtete sich etwas auf. Schweigend erwiderte ich einfach seinen Blick, fragte mich wie so oft was in seinem Kopf vor sich ging und wünschte mir in diesem Moment mehr als alles andere Gedanken lesen zu können. Ich konnte ihn nicht lesen, hatte keine Ahnung was er dachte oder was in seinem Kopf gerade vor sich ging. Wahrscheinlich herrschte dort ebenso großes Chaos wie in meinem Kopf, und auch wenn ich im Moment nicht wirklich sagen konnte ob es seine Nähe, oder seine Gedanken waren die dieses Chaos auslösten wollte ich mir nicht sonderlich viele Gedanken darüber machen. Meine Nackenhärchen stellten sich auf, als er die Hand anhob und sanft meine Wange berührte. Fast so als wäre ich irgendein zerbrechlicher Schatz strich er über meine Wange, bis hin zu meiner Schläge. Ich schluckte etwas, und legte meine Hand vorsichtig auf seine. Er - was? Ungläubig blinzelte ich einige Male, versuchte seine Worte zu verstehen und schluckte ein weiteres Mal. Die letzte Person war gestorben. Er hatte Angst, weil die letzte Person die bei einem heftigen Flashback bei ihm gewesen war, nun tot war. "Und du gibst dir die Schuld daran", stellte ich leise fest ohne meine Hand von seiner zu nehmen, oder mich überhaupt zu bewegen. Jemand war tot, weil er in seinen Erinnerungen gefangen gewesen war. Ein weiterer Grund für ihn, sich selbst als jemand unglaublich schlechten anzusehen, schließlich war jemand tot weil er in seiner Nähe ausgeflippt war. Ich atmete tief ein und sah ihm in diese unglaublich blauen Augen. Er war doch nicht Schuld daran das jemand gestorben war, er war doch kein verdammter Mörder. "Ich passe auf, versprochen. Mir passiert nichts", versicherte ich dem Dunkelhaarigen leisen und lächelte schwach. Dieses Gespräch nahm gerade eine Richtung an, von der ich noch nicht einmal eine Ahnung gehabt hatte.

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Slater Wylde.

Meine Familie und auch meine ehemaligen Freundinnen - ach was, praktisch jeder Mensch in meinem Leben, hatte mir mehr als einmal gesagt, dass ich ein verdammter Kontrollfreak war und nichts dem Zufall überlasse. Und sie hatten recht. Ich liebte Kontrolle und Ordnung, doch wenn es um meinen Job ging - ganz besonders in einem Aspekt wie diesem, von dem ich wirklich keinerlei Ahnung hatte - war ich bereit die Kontrolle jemand anderem zu übergeben. Natürlich hieß das nicht, dass das für immer so bleiben würde. Gott bewahre! Ich war ein strenger Lehrer, doch meine Schüler hatten sich daran gewöhnt und ich hatte das Gefühl, dass sie es zu schätzen wussten, denn wir schafften wirklich etwas innerhalb eines Schuljahres. Viele Lehrer an dieser Schule waren lockere Menschen und 'chillten' gern, ich gehörte da jedoch nicht zu.So etwas wie 'chillen' gab es in meinem Leben nicht. 'Chillen' konnte ich immer noch, wenn ich alt und senil war, aber doch nicht jetzt, wenn ich noch den Großteil meines Lebens vor mir hatte. Daher kam vielleicht das Verlangen nach Kontrolle in jedem Aspekt meines Lebens - nicht nur meinem alltäglichen Leben, sondern auch meinem Liebesleben. Nicht dass ich momentan ein richtiges Liebesleben hatte. One Night Stands waren nicht mein Ding und würden es wahrscheinlich auch niemals sein.Meine Brüder dagegen, die schienen davon nicht genug zu kriegen. Ronin und Hunter - meine verrückten Brüder, die ich über alles liebte - waren wahre Frauenhelden und versuchten immer einander auszustechen. Wenn einer eine Frau mit nach Hause nahm, kam der andere mit zwei nach Hause oder spannte dem anderen die Frau aus. So lief das schon eine ganze Weile und ich hatte auch schon einmal erlebt, wie sie sich eine Frau geteilt hatten. Glücklicherweise hatten sie das bei der Frau zuhause gemacht und nicht bei uns. Seufzend schüttelte ich den Kopf und versuchte diese Gedanken so schnell es geht aus meinem Kopf zu kriegen. Es waren nicht grade schöne Bilder. Sie fragte, ob sie hier arbeiten könnte und ich hob eine Augenbraue und zuckte dann mit den Schultern ,,Das sollte kein Problem darstellen, die Bühnenarbeit fängt erst in der nächsten Woche oder gar später an. Wir fangen erst mit dem Textverstehen und der Betonung etc. an", meinte ich und machte eine ausschweifende Bewegung zur Bühne ,,Mi casa es su casa würde ich sagen, aber die Bühne gehört nicht mir.", meinte ich und grinste schief.

Mi piace quando perdo la voce perché ti urlo che sei bella quando tu sei felice