The Acting Debut (RPG)

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The Acting Debut (RPG)

Hey hoo =) Dieses RPG eröffne ich für Laufmasche - Fragen, Steckis etc. an sie.

HIER findet ihr die Gruppe zum RPG.

Story
Wir schreiben das Jahr 2010.
Ein gutes Jahr für die Schüler an der Schauspielschule TAFE in Südaustralien. Jährlich schaffen es nicht mehr als 40 verschiedene junge Leute an der Schule angenommen zu werden, meist auch nur die reichen und schönen, immerhin verdient sich die Schule an ihnen ihr Geld. Die TAFE gilt als eine der besten und angesehensten Schauspielschulen auf der Welt, auch in diesem Jahr finden Auswahlprüfungen statt, wer wird sie wohl meistern?
Der Druck, unter dem die angehenden Schauspieler/innen stehen, ist enorm hoch. Da wird schon mal die ein oder andere Pille eingeworfen um dem Stress zu entkommen und der ein oder andere Schluck Alkohol zu viel getrunken um Spaß zu haben, schließlich sind es auch nur Menschen.
Wie in jeder guten Geschichte muss es auch hier die bösen Jungs geben, sie sorgen immer wieder für Intrigen, Lügen und Skandale, jedoch werden diese immer nur in der Schule weitergegeben, es scheint so, als würde kein gesprochenes Wort welches in der Schule fällt je hinter die Türen der TAFE gelangen, was gut für den ein oder anderen zu sein scheint. Immerhin ist nicht alles aus Gold was glänzt.
Doch auch die Lehrer scheinen es faustdick hinter den Ohren zu haben, es spricht sich herum dass der ein oder andere sich schon mal an Schülern vergriffen hat. Oder war es vielleicht umgekehrt und die Schüler machen die Lehrer verrückt?
Was ist mit dir? Wirst du dem Druck standhalten können und die Schule meistern? Oder wirst dran kaputt gehen und zum Schluss in'ner Klinik landen?

Die TAFE :

Eine Schauspielschule in Südaustralien, hier wirst du ganz besonders unter Schauspiel und Tanz unterrichtet Doch natürlich gibt es noch andere Fächer. Eine Ausbildung dauert 3 Jahre und ist ziemlich anspruchsvoll, in der Schule stehen dir angrenzende Häuser zur Verfügung die genutzt werden können sofern man nicht zu Hause bleiben kann/will/darf. Der Unterricht beginnt um 8 Uhr morgens und endet erst um 15 Uhr nachmittags, auch Samstag ist Unterricht jedoch nur von 9 bis 14.30 Uhr.
Danach haben die Schüler und Lehrer Freizeit und können machen was sie wollen. Geregelte Bettzeiten gibt es an dieser Schule nicht da keiner der Schüler unter 19 Jahre sein darf.

Stundenplan

Mo. Di. Mi. Do. Fr.

  1. Tanz
  2. Körper – Stimm Training
  3. Improvisationstheater
  4. Theatergeschichte
  5. Gesang
  6. Schauspiel
  7. Pause (1. Std.)
  8. Bühnenkampf

Sa.

  1. Fechten
  2. Körperschule
  3. Schauspiel
  4. Bühnenkampf
  5. Pause (30. min.)
  6. Sprecherziehung
  7. Musik

Charaktere :
Schüler/innen
Sie dürfen nicht jünger als 19 und nicht älter als 21 sein, wenn sie auf die Schule aufgenommen werden. Entweder leben sie in der Schule oder zu Hause bei ihren Eltern. Meist sind es Kinder reicher Eltern, da ihnen der Platz gekauft wird oder aber man hat ein Stipendium und ist wirklich durch sein Talent auf dieser Schule.

Lehrer
Die Lehrer auf der Schule dürfen nicht jünger als 27 und nicht älter als 45 sein. Viele der Lehrer wohnen auch in der Schule. Einfach weil es für die meisten praktischer ist. Außerdem können sie folgende Fächer unterrichten.

  • Schauspiel
  • Tanz
  • Fechten
  • Musik
  • Bühnenkampf
  • Improvisationstheater
  • Theatergeschichte
  • Sprecherziehung
  • Körperschule
  • Körper – Stimm Training

Kein Lehrer darf mehr als 3 Fächer unterrichten.

Steckbriefvorlage :

(bitte auch Lehrer spielen, ich weiß, dass es mit Schülern mehr Spaß macht, aber ohne Lehrer geht’s leider nicht.)

HoN Name : Wie heißt ihr im HoN?
Rollen Name: Wie soll euer Chara heißen?
Geschlecht : Ist euer Chara männlich oder weiblich?
Alter: Wie alt ist euer Chara?
Schüler/in oder Lehrer?: Was seid ihr?
Aussehen (Link): Wie seht ihr aus?
Wie kam er/sie auf die Schule?: Reiche Eltern oder Stipendium?
Klasse: 1. 2. o. 3 Klasse
Charakter/Eigenschaften ( 4 – 6 Sätze sollten reichen) : Welche Eigenschaften besitzt euer Chara?
Stärken : Was sind eure Stärken?
Schwächen : Was sind eure Schwächen?
Geschichte : Was hat euer Chara alles vorher erlebt?
Extra Informationen : Ihr wollt noch etwas sagen? Hier ist Platz!
Fach (nur für Lehrer) : Welche Fächer unterrichtet der Lehrer?

Regeln ! :
- Erstmal gelten die  Allgemeinen RPG Regeln !
- Nochmals Steckbriefe, Fragen etc. bitte nur an mich.:)
- Keine richtigen Beleidigungen, es sei denn sie gehören zum RPG – aber auch dann, keine zu harten !
- Keine MarySues !
- Es wird in der Ich – Form geschrieben. Gesprochenes in „ - “. Gedachtes in ' - ' und Sachen die nicht ins RPG gehören bitte in ( - )
- Achtet bitte auch auf Groß- und Kleinschreibung. Damit das Geschriebene auch gut rüber kommt und es nicht zu monoton klingt.
- Versucht nicht all zu viele Rechtschreibfehler mit reinzubringen. Ein paar sind voll ok, aber man sollte nicht überlegen müssen, was der andere gerade geschrieben hat.
- Bitte zwei – bis dreimal die Woche im RPG vorbeischauen :)
- Falls wer in den Urlaub fährt, wegen Schulstress nicht on kommen kann etc. möge doch bitte mir, einem anderen Mitspieler oder gleich im RPG schreiben.
- Bitte immer Bescheid geben wenn man off geht, ein einfaches 'muss off, bye' reicht.
- Keine zu kurzen Sätze. Mehr als 5 wären schon schön.
- Wenn jemand gegen die meisten Regeln immer wieder verstößt und er sich nach mehrmaligem Ermahnen noch immer nicht dran hält wird er aus dem RPG gelöscht !

Diskussion

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Rodrigo da Moura Brandão
Wir waren anders wie die anderen Paare. Das waren wir schon immer gewesen. Aber wenn man in so einer Welt lebte wie in unserer, dann konnte man auch kein normales Paar sein. Man musste Kompromisse eingehen und die Momenten zu schätzen wissen, weil man wusste, dassm an seinen parten vielleicht für längere Zeit nicht mehr sehen könnte. Wir brauchten nicht zu heiraten, um uns gegenseitig die Liebe zu beweisen und das wusste auch sie. Wir würden heiraten, damit wir es der Welt zeigen konnten und auch die Vorteile daraus geniessen zu können. Ich wusste noch ganz genau, als Hae-Sung auf der Party zusammen geklappt war. Ich hatte keine Ahnung gehabt, was mit ihr los gewesen war und im Krankenhaus hatte man mir keine Informationen gegeben, bis Hae-Sung ihr Einverständnis erteilt hatte. Diese Informationen hatte ich nicht bekommen, weil ich nicht der Familie angehörig war und diesen Satz wollte ich niemals mehr hören. Verdammt, ich war stundenlang dort gesessen und hatte nicht gewusst, wie es der Frau ging, die ich über alles liebte. Konnte sich jemand überhaupt vorstellen, was für eine Folter das war? Vermutlich nicht. Ich wollte jedoch nie wieder stundenlang im Gang eines Krankenhauses warten, ohne zu wissen, was mit ihr los war. Am besten wäre es jedoch, wenn wir gar nie wieder in ein Krankenhaus gehen müssten. Leider spielte das Leben aber nicht immer so, wie man es haben wollte. Falls wir mal Kinder haben würden, dann wäre es sowieso besser, wenn wir verheiratet wären. Sie sollten den gleichen Namen haben wie beide Eltern ihn trugen. Jedoch wusste ich nicht, ob Hae-Sung das wollte und ausserdem bedrückte mich immer noch die Angst, dass ich ein schlechter Vater wäre. Im Moment kam das jedoch überhaupt nicht in Frage. Hae-Sung wollte wohl kaum schwanger werden, wenn sie gerade dabei war, ihre Karriere aufzubauen. Meine Gedanken wurden auf etwas komplett anderes gelenkt. Wir sprachen schon ab und zu über Sex, aber noch öfters hatten wir Sex. Ich fand das gut. Vor allem weil aber auch der Sex mit ihr so verdammt gut war. Ich lachte leise und sah sie an. "Nur wird es dieses Mal vielleicht schwieriger, dass uns niemand dabei beobachtet. Sonst haben die Medien dann ein verdammt scharfes Sextape", witzelte ich und grinste sie an. Wir stiegen in den Wagen ein, wobei wir wahrscheinlich schon über ein Dutzend Mal fotografiert worden waren. Die Medien konnten es wohl einfach nicht lassen. Wir sahen immer noch gleich aus wie gestern mit dem einzigen Unterschied, das wir nicht mehr so aufgebrezelt daher kamen. Manchmal war die Welt einfach nur oberflächlich. Ich nickte leicht. Zum Glück gab es Handy, jetzt nicht nur auf das Fotografieren bezogen. Man konnte damit mit den liebsten Personen auf der ganzen Welt ohne Probleme in Kontakt bleiben mit ihnen telefonieren oder skypen. Das war etwas vom besten. Wir stiegen aus und ich holte die Karte, bevor ich wieder zu ihr zurückging. Hae-Sung konnte wirklich gut kontern und ich fand es immer wieder lustig, wenn wir uns gegenseitig ein bisschen versuchten fertig zu machen. Wir waren beide nicht solche, die das gleich Ernst nahmen und das gefiel mir. "Na ja, ich steche wenigstens nicht so aus der Gruppe hinaus, während du vermutlich wie ein Albino bei denen aussiehst", erwiderte ich auf ihre Worte und grinste sie breit an. Dann wurde ich aber auch schon von ihr in den Zoo gezogen und damit ging das Abenteuer los. Wir besuchten alle Tiere, machten teilweise Fotos von ihnen und immer wieder vergleichen wir den anderen mit einem besonders hässlichen oder komischen Tier. Die Zeit hatte ich komplett vergessen und eigentlich spielte es auch keine Rolle. Wir lachten viel und es fühlte sich einfach nur perfekt an. Wie hätten wir den Tag auch besser verbringen können?

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Leopold Ares Westfield
Meine Finger tasteten vorsichtig über mein Gesicht und meine Wangen, bis ich den Schlauch spürte, der unter meiner Nase entlang führte, um mich mit Sauerstoff zu versorgen. Ich richtete ihn ein wenig, zupfte an den Seiten und spürte schon einen deutlichen Unterschied, konnte wieder besser atmen und führte den Schlauch dann stramm hinter meinen Ohren entlang, damit er vernünftig saß. Ich atmete tief durch und sah zur weißen Decke über uns. "Nein... ich hab keinen Hunger..", murmelte ich leise und presste die Lippen aufeinander. Ich hatte doch so gut wie gar keinen Hunger mehr! Ständig war mir übel oder ich übergab mich. An anderen Tagen hatte ich einfach solche Halsschmerzen, dass ich nichts herunter bekam. Ich hatte nicht umsonst so viel abgenommen und war zu diesem typischen Krebspatienten geworden. Ich konnte keinen Sport machen, also waren meine Muskeln zuerst verschwunden. Nun verlor ich aber dennoch immer weiter Gewicht. Und diese verdammte Glatze ging mir auf die Nerven! Jetzt, wo ich daran dachte, zupfte ich auch wieder an meiner Mütze, bis sie wieder verünftig saß. Es war lächerlich, denn Zara wusste, dass sie da war. Sie hatte ich bereits so gesehen, aber dennoch... schämte ich mich für diesen Mist, für den ich nichts konnte! Als wir uns kennengelernt hatten, war ich noch der attraktive Spinner gewesen und jetzt..? Ich war praktisch der Tod in Person und alles, was ich ihr bieten konnte, war neben mir im Bett zu legen. Ich wollte mit ihr Dinge unternehmen, wollte mit ihr reisen oder sonst was machen! Aber ich konnte das alles nicht mehr. Ich würde die letzten Monate meines Lebens im Bett liegen und alles, was ich hätte wäre ihre Gesellschaft, die sie selbst aber auch kaputt machte. Ich war eine Bombe... und keiner wusste, wann sie hoch ging oder wie groß der Schaden unter ihr werden würde.

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HAE-SUNG Rian Kang
Wir sprachen allen Ernstes über einen Heiratsantrag. Nicht zwingend jetzt sofort, oder in nähester Zukunft, jedoch sprachen wir über diesen Antrag als wäre sowohl er als auch ich bereit, den Rest unseres Lebens miteinander zu verbringen. Um ehrlich zu sein glaubte ich nicht daran, dass man dafür unbedingt die Ehe brauchte. Man musste sich nicht erst vor ein paar Hunderten Leuten das Ja-Wort geben, um letzten Endes genau das zu tun, was einen ohnehin schon die ganze Zeit über glücklich gemacht hatte. Ich glaubte eigentlich nicht wirklich daran, dass die Ehe auch nur irgendetwas veränderte. Lediglich die Tatsache, dass ich ihn dann meinen Ehemann nennen könnte, würde sich ändern. Meine Gefühle jedoch wären immer noch die Gleichen. Meine Ansichten wären immer noch die Gleichen. Ich wäre immer noch Hae-Sung, und er wäre immer noch Rodrigo. Die Ehe bestand wohl irgendwie nicht für das Paar selbst, sondern für alles und jeden um diese Menschen. Es war doch früher schon als etwas benutzt worden, dass es nicht sein sollte, wurde selbst heute noch als Druckmittel benutzt. Die Ehe war für die Menschen um uns, und um ihnen zu zeigen das man es wirklich Ernst meinte, dass man auch wirklich den Rest seines Lebens mit dem Partner verbringen wollte. Und irgendwie war es wohl auch einfach nur für den Staat, um diesem klar zu machen, dass man zusammen gehörte. Für mich spielte es keine Rolle ob ich ihn nun meinen Freund, meinen Verlobten oder meinen Mann nennen konnte - ich liebte ihn über alles, und dass war es was zählte. Meine Gefühle, nicht irgendetwas das auf den Papieren stand. Letzten Endes aber war es wohl doch wichtig was auf den Papieren stand, man hatte schließlich gesehen wie es geendet hatte, als ich zusammengebrochen war. Rodrigo hatte noch nicht einmal ins Zimmer gekonnt, weil die Ärzte seinem Wort nicht einfach Glauben schenken konnten und doch lieber darauf gewartet hatten, dass ich wach wurde. Vielleicht sollte man das ändern. Wer wusste schon, ob ich nicht doch noch einmal irgendwann im Krankenhaus landete - ich hatte es nicht vor, aber damals war es auch nicht geplant gewesen. Es konnte doch immer etwas passieren. Schmunzelnd zuckte ich die Schultern. Der Antrag sollte so nahe an Perfekt kommen, wie nur möglich. Damit konnte ich leben - wirklich. Er würde es wohl nicht schaffen, den perfekten Antrag zu machen, aber das musste er nicht einmal. Ich wäre schon vollkommen damit zufrieden von ihm gefragt zu werden, ob ich offiziell mein Leben mit ihm verbringen wollte. Irgendwann einmal. Dann würde es wohl auch niemanden mehr wirklich interessieren, was wir taten und die Paparazzi würden uns zumindest ein klein wenig in Ruhe lassen. Dann wäre es auch vollkommen möglich einfach hinaus zu gehen und den Tag zu genießen wie vollkommen normale Menschen, die nicht etwa in der Öffentlichkeit standen. Das konnten wir aber nicht. "Oh ja das müssen wir," gab ich ihm Recht. Wir sollten unser Abenteuer am Strand wirklich irgendwann einmal wiederholen. Oh ich hatte wirklich nichts dagegen, nur konnten wir wohl schlecht einfach zum Strand und uns keinerlei Gedanken machen, was mit den Paparazzi war. Das war das Gute an damals gewesen. Es hatte nicht Tausende oder Millionen von Menschen gegeben die wissen hatten wollen, was wir taten. Es hatte noch nicht einmal wirklich unsere Freunde interessiert. Gut, meine schon aber das war wieder etwas ganz anderes. Grinsend zuckte ich die Schultern. Warum denn nicht? Er glaubte wohl nicht, dass wir allen Ernstes Wochen oder sogar Monate darauf warten würden wieder im selben Land zu sein, sollte er dieses Angebot wirklich annehmen, oder? Telefonsex sollte nun wirklich etwas ganz anderes sein als gewöhnlicher Sex, dafür hatte ich aber auch wirklich schon genügend darüber gehört. Zwar wäre es bestimmt komisch, aber was tat man nicht alles für ein klein wenig Intimität wenn man tausende von Kilometern getrennt war? Leise lachte ich auf und nickte. Oh ja da hatte Rodrigo wohl doch Recht. Photoshop war heutzutage aber auch wirklich viel zu bekannt, und viel zu einfach zu nutzen. Selbst Amateure wie ich konnten wenigstens Kleinigkeiten darin ändern, und das sollte eigentlich nicht so sein. "Ein Glück das es Handys gibt," schmunzelte ich. Ehrlich gesagt glaubte ich nicht zwingend, dass wir hier tausende von Bildern schießen würden. Viel lieber wollte ich ohnehin meinen Tag mit Rodrigo verbringen, abgelichtet wurde ich ohnehin schon genug. Private Bilder waren aber wohl doch irgendwie etwas ganz anderes. Ich beobachtete Rodrigo, als er auch schon die Karten besorgte, wirklich lange blieb er aber auch nicht aus. Das war unser Glück - die Leute mit Familien kamen erst später, und wir hatten im Moment wirklich den ganzen Zoo für uns alleine. Lachend runzelte ich die Stirn und verdrehte die Augen. Natürlich hatte so etwas kommen müssen - etwas anderes hatte ich fast schon gar nicht von ihm erwartet. "Meine Geschwister freuen sich bestimmt schon darauf dich endlich kennenzulernen. Du passt aber auch wirklich gut in die Familie," hey was er konnte, konnte ich ebenso gut. Ich mochte es, dass wir so mit einander umgehen konnten, ohne gleich beleidigt zu sein. Wirklich - wann konnte man jemanden schon aufziehen ohne dafür eine über den Deckel zu bekommen? Amüsiert zog ich Rodrigo auch schon mit in den Zoo. Ja, ich mochte diesen Tag schon jetzt.

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Rodrigo da Moura Brandão
Unsere Beziehung hatte schon so viel erlebt. Wir waren durch sehr durchgegangen und das, obwohl wir es noch nicht einmal gewollt hatten. Dennoch hatten wir uns entschieden, dass wir es gemeinsam versuchen wollten. Bevor es dann aber zuerst begonnen hatte, hatte sie es auch schon wieder beendet, weil ich nach Amerika geschickt worden war. Gott, das war damals alles so verwirrend gewesen. Wenn ich das Angebot annehmen würde, dann würde ich indirekt wieder weg geschickt werden. Meine grösste Sorge war, dass sich das alles wieder wiederholen würde. Das könnte ich nicht ertragen. Sie hatte mir einmal das Herz gebrochen. Wenn sie es noch einmal tun würde, dann wäre ich gebrochen - nicht nur mein Herz. Ich verdrehte ein bisschen die Augen, musste aber auch grinsen. "Das sagst auch ausgerechnet du", erwiderte ich und grinste sie an. "Ich will dennnoch, dass der Antrag so nahe wie möglich an das perfekt herankommt", fügte ich hinzu und sah sie an. Von unserer Hochzeit mussten wir gar nicht reden. Es würde die beste der beste werden. So etwas würde man noch nie gesehen haben. Natürlich könnte Hae-Sung entscheiden, wie sie die Hochzeit haben würde. Ich würde ihr da nicht reinreden und ausserdem kannten sich doch Frauen sowieso besser mit solchem Zeug aus? Die Heirat und auch der Antrag würden jedoch nicht gleich heute oder morgen passieren, also musste ich mir wohl auch nicht zu viele Gedanken darum machen. Als sie den Sex am Strand erwähnte, glitten meine Gedanken kurz zurück. Wir hatten es wirklich getrieben am Strand und waren so geil aufeinander gewesen, dass wir sogar das Risiko eingegangen waren, dass man uns hätte entdecken können. "Das sollte wir vielleicht mal wiederholen", schlug ich breit grinsend vor und zwinkerte ihr verschwörerisch zu. Wir waren in der Zwischenzeit nicht viel braver geworden und ich wusste sehr wohl, wie versaut Hae-Sung war. Gegen aussen wirkte sie nicht unbedingt so, aber sie war wirklich total versaut was der Sex anging. Dennoch war der Telefon eine neue Ebene von Versautheit, immerhin wäre ich nie darauf gekommen. "Trotzdem hätte ich nicht gedacht, dass auch nur schon auf die Idee mit Telefonsex kommst", ich schüttelte leicht den Kopf. Hae-Sung war wohl immer wieder für eine neue Überraschung gut. Wir stiegen ins Auto ein, wobei wir schon fleissig von den Paparazzis fotografiert wurden. Die bekamen wohl einfach nie genug Material und wenn es dann etwas gab, reagierten sie wie Haie - schrecklich. "Dennoch ist es schön, wenn wir unsere eigene Fotos haben ohne lediglichen Photoshop", sagte ich grinsend und betrachtete sie. Die Bilder in den Magazinen und im Internet waren heutzutage ja alle bearbeitet. Von einem Promi sah man vermutlich kein einziges Bild mehr, dass nicht bearbeitet worden war. Das alles nur, weil man der restlichen Welt vermitteln will, dass die berühmten Person perfekt waren. Dabei stimmte das überhaupt nicht. Jeder Mensch hat seine Fehler, dennoch versucht man das zu vertuschen. Wir kamen beim Zoo an und ich ging an die Kasse, wobei ich für uns beide die Tickets kaufte. Danach ging ich zu ihr zurück und nahm ihre Hand. "Gehen wir am besten zu den Affen, dann können wir deine Geschwister ansehen", zog ich sie auf und grinste sie breit an. Sie wusste genau, dass ich sie manchmal gerne ein bisschen nervte.

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HAE-SUNG Rian Kang
Einfach war kein Wort, dass ich jemals mit meinem Leben in Verbindung bringen würde. Es gab kein Einfach für Leute wie mich und ihn, es gab kein Einfach für Menschen die in etwas hineingeboren wurden, dass sie ohnehin nicht steuern konnte, gab kein Einfach für Leute die ihren Träumen folgten und alles dafür gaben, nicht auf ewig dort zu bleiben, wo sie begonnen hatten. Ich wollte nicht so enden wie meine Mutter, egal wie sehr ich sie liebte - ich wollte nicht letzten Endes in ein Land flüchten müssen, in der Hoffnung meinem Kind eine Zukunft bieten zu können die ich selbst niemals haben würde. Ich wollte nicht von früh morgens bis spät nachts arbeiten, um letzten Endes doch nichts zu haben. Es ging mir nicht um Geld, oder Häuser, es ging mir auch nicht um irgendwelche materiellen Werte - diese Dinge brachten mir letzten Endes doch ohnehin nichts. Ich wollte jedoch nicht tagtäglich darüber nachdenken müssen was ich tat, um den nächsten Tag überleben zu müssen. Ich wollte meinen Traum verwirklichen die Welt zu sehen, wollte von den Menschen als jemand gesehen werden, der ein Vorbild sein konnte. Trotz des Skandals mit Clyde und Rodrigo, und trotz der Tatsache wie die Dinge mit Mr. Blake und meinem Management in London gelaufen war. Ich wollte das mich die Menschen sahen wie ich war, und mich akzeptierten - mir meine Fehler verziehen und mir die Chance gaben, ein gutes Vorbild zu sein. Vor allem jetzt verstand ich, worum es mir eigentlich ging. Ich wollte glücklich sein. Um mehr ging es mir nicht, und Rodrigo machte mich glücklich. Selbst wenn er nicht da war und ich einfach nur wusste, dass er zuhause auf mich wartete, oder ich neben ihm einschlafen konnte. Selbst wenn ich nur wusste, dass er mein Freund war, die Person an die ich mich lehnen konnte wann auch immer es mir schlecht ging. Er hatte mich selbst nach Brasilien mitgenommen, um dafür zu sorgen, dass ich gesund wurde! Rodrigo war möglicherweise die Liebe meines Lebens, und selbst wenn ich gerade einmal zwanzig Jahre alt war wusste ich, dass ich nichts anderes wollte als Rodrigo an meiner Seite zu wissen. Mit ihm könnte ich die Welt besiegen. Lächelnd nickte ich. Der Antrag würde perfekt werden - wenn er denn dann kommen würde. Ich erhoffte mir von ihm keinen Antrag, nicht jetzt sofort und wer wusste, vielleicht würde ja sogar ich ihn fragen ob wir nicht heiraten wollten, wenn er mir einfach zu lange brauchte um mich zu fragen, und ich nicht mehr darauf warten wollte. "Perfekt gibt es aber nicht," das war etwas was ich in den letzten Monaten gelernt hatte. Perfekt existierte nicht, es war etwas das man nicht verfolgen sollte - es sollte kein Ziel sein. Zwar wollte ich immer noch perfekt sein, für ihn und irgendwie auch die Welt, mittlerweile aber tat ich nicht mehr alles dafür. Vor allem aber versteckte ich dafür nicht einfach Dinge. Unschuldig zuckte ich die Schultern und sah Rodrigo an. Was? Er hatte wirklich nicht gedacht, dass so etwas in mir steckte? Er kannte mich und wusste ganz genau, was wir im Schlafzimmer taten. Andere Menschen möglicherweise nicht, aber er schon. "Niemand würde denken das ich mit meinem Lehrer Sex am Strand habe," antwortete ich ebenso leise und grinste breit. Genau das war jedoch passiert. Wir hatten Sex am Strand gehabt, und meine Freunde hatten es gewusst. Gut sie hatten nur gewusst, dass ich Sex gehabt hatte, mit wem oder wo war dann doch nicht unbedingt etwas gewesen was ich erwähnt hatte. Außerdem hatte ich anfangs nun wirklich nicht gedacht, dass wir jemals so enden würden. Scheiße ich hatte ihn ja sogar weggeschubst, als er mich das erste Mal geküsst hatte. Nachdem ich den Kuss erwidert hate, wohl gemerkt. Ich lachte leise auf, schob meine Finger zwischen Rodrigos und schob mir die Haare über die Schulter. Dieser Tag gehörte uns, die Medien könnten das nicht ändern, und ganz ehrlich interessierte es mich gerade auch nicht einmal was sie schrieben. Oder was für Bilder sie druckten. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg zum Zoo, die Paparazzi vor unserem Hotel hatte ich wirklich schon erwartet weshalb ich ihnen schmunzelnd zuwinkte. Das war das Gute daran, wenn man sich in einem Hotel befand: man wusste eigentlich mit Sicherheit, dass man von Paparazzi verfolgt wurde, weshalb es einem leicht fiel vorbereitet zu sein. Ich sah Rodrigo amüsiert an, rutschte auf die Rückbank des Autos und auch gleich durch, dass er auch Platz hatte. "Wir müssen noch nicht einmal Fotos machen im Zoo," stellte ich lachend fest und lehnte mich zurück. Das taten die Paparazzi für uns. Etwas Gutes hatte diese Situation also doch. Zumindest zum Teil.

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Rodrigo da Moura Brandão
Wir hatten heute Morgen schon ziemlich lange darüber gesprochen und dennoch war ich mir einfach nicht sicher. Ich könnte es nicht ertragen, wenn ich sie dadurch verlieren würde, denn schlussendlich war ich derjenige, der das Angebot angenommen hatte. Ich wäre derjenige, der schuld daran wäre und das könnte ich mir nie verzeihen. Allerdings argumentierte sie total dagegen und daher wusste ich nicht wirklich, was ich tun sollte. Sie sagte es, dass ich es annehmen sollte. Weil nicht jeder eine zweite Chance bekam und wenn man schon eine zweite Chance bekam, sollte man diese auch annehmen. Sie hatte ja eigentlich Recht. Ich wollte sie doch nur einfach nicht verlieren! Ich wusste, dass ich normalerweise nicht der Typ war, der so viele Zweifel hegte. Das war eher Hae-Sungs Typ und dennoch hatte ich so viele Zweifel über die ganze Sache. Wenn ich das Angebot annehmen würde, würde ich aber meinem Manager sagen, dass ich dabei auch immer noch Zeit für sie haben wollte. Sie war mir wichtiger als das Tanzen und das Tanzen könnte ich sonst immer noch alleine machen. Schlussendlich ging es mir nur darum, dass sie bei mir war und ich sie nicht verlieren würde. Irgendwann wollte ich sie auch mit mir am Alter stehen sehen und sie meine Frau nennen. Das alles war jedoch noch zu früh und das wusste sie auch selbst. Dennoch würden wir beide es sofort tun, um dem anderen zu beweisen, wie ernst es wir miteinander meinten. Ich lächelte leicht und sah sie an. "Keine Angst, der Antrag wird perfekt sein - wenn er dann kommt", meinte ich lächelnd und sah sie an. Ich wollte für sie nur das Beste bieten und auch wenn es so etwas wie ein Heiratsantrag war. Ich wollte ihr immerhin kein Grund geben, dass sie mir nein sagen würde. Ich schürzte erneut die Lippen. Sie hatte Recht. Wenn es nicht klappen würde, dann könnte ich meinen Vertrag immer noch auflösen. Immerhin musste meine Karriere auch wieder an Schwung gewinnen. Vielleicht lief ja meine Karriere überhaupt nicht gut und wir lösten den Vertrag gemeinsam auf. Ich wusste es nicht und genau das war es, was mich störte. Ich wusste nicht, was mir erwartete. Ich war gerne vorbereitet und ich wusste gerne, was als nächstes kam und mit was man als nächstes rechnen musste. Aber ich wusste ich es nicht und man konnte es auch nicht ahnen. Es würde einfach so hinauskommen, wie es halt kommen würde. Das könnte niemand beeinflussen. Ich legte meine Arme um sie, als sie auf meinen Schoss Platz nahm. Die anderen Leute hier spielten mir keine Rolle. Von mir aus konnte es sie stören, wie sie es wollte wegen dem würde Hae-Sung trotzdem nicht ihren Platz auf meinem Schoss verlassen. Ich lachte leise auf und grinste sie an. "Niemand würde denken, dass du so versaut bist", murmelte ich leise und grinste sie an. Wie war sie denn nun bitteschön auf diese Idee gekommen? Telefonsex? Sie war einfach versaut. Ich grinste sie an und liess mich von ihr mitziehen. "Ja, lass uns gehen", stimmte ich ihr zu und lächelte sie an. Wie würden das schon irgendwie schaffen. Sie hatte es mir versprochen, dass sie sich sonst zuerst bei mir melden würde, bevor sie irgendwas tun würde. Gemeinsam gingen wir Richtung Zoo. Vermutlich waren wir nicht alleine. Aber die anderen interessierten mich herrlich wenig. Ich wollte diesen wunderbaren Tag einfach nur mit meiner Freundin verbringen und gemeinsam mit ihr Spass haben.

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HAE-SUNG Rian Kang
Ich hatte Rodrigo bereits versprochen mit ihm zu sprechen, wenn sich etwas veränderte. Wenn sich meine Gefühle veränderten, oder aber wenn ich zu zweifeln begann. Ich hatte ihm versprochen, zu sprechen und nicht alles in mich zu fressen, oder ihn ein weiteres Mal anzurufen um ihm zu sagen das ich so nicht weitermachen konnte. Ich hatte ihm bereits versprochen, dass ich ihn anrufen würde um mit ihm zu sprechen - dass ich ihm sagen würde, wenn etwas nicht stimmte, sodass er mit dem nächsten Flugzeug zu mir kommen konnte, damit wir eine gemeinsame Lösung für alles fanden. Wir hatten über das hier schon gesprochen, und eigentlich hatte ich fast schon gedacht, dass er dieses Angebot wirklich annehmen würde. Zum ersten Mal jedoch war nicht ich es, die zweifelte sondern er. Er zweifelte, anders als ich aber nicht an unserer Beziehung oder irgendetwas dergleichen, sondern daran ob wir wirklich schon bereit dazu wären einen so großen Schritt zu gehen. Ich wusste, dass es nicht einfach werden würde, und ich wusste auch dass ich mich sehr wahrscheinlich dafür hassen würde ihm gesagt zu haben, dass er dieses Angebot annehmen sollte sobald er wirklich im Flugzeug saß oder am anderen Ende der Welt - das hieß jedoch nicht, dass sich etwas ändern würde. Er konnte dieses Angebot nicht einmal wegen dieser Beziehung hier ablehnen, denn dann würde er mich letzten Endes dafür hassen dass ich ihm diese Chance genommen hatte. Er würde es mir irgendwann vorhalten, dann wenn er eigentlich etwas so viel Besseres tun könnte als Klausuren bearbeiten oder mich lediglich auf dem roten Teppich zu begleiten. Ich wollte nicht, dass er dachte er müsste seine Träume oder diese Chance wegen mir aufgeben. Rodrigo hatte mir doch immer selbst gesagt, ich sollte dafür kämpfen was ich wollte, und mich bloß nicht von ihm oder jemand anderes abhalten lassen meine Träume zu verwirklichen. Selbst wenn es bedeutete dass er und ich Geschichte wurden. Ich wusste, dass er selbst heute noch so dachte. Würde ich mit ihm nicht glücklich werden, würde er augenblicklich gehen. Weil ich ihm so viel bedeutete - ich würde jedoch genau das Selbe tun. Ich schürzte die Lippen und seufzte leise. Oh er konnte mir also jetzt sofort und auf der Stelle einen Antrag machen? Jetzt waren wir also doch schon so weit? "Ah, wenn du mir schon einen Antrag machen willst dann muss der romantisch sein," lachte ich und zuckte die Schultern. "Das soll jetzt nicht heißen das du mir einen machen musst," fügte ich jedoch auch schon hinzu. Ich wollte wirklich nicht, dass er dachte er müsste mir jetzt sofort oder in den nächsten Tagen einen Antrag machen. Es veränderte sich doch gerade ohnehin so viel, eine Hochzeit würde ohnehin nur irgendwie noch mehr verändern und alle Aufmerksamkeit auf uns ziehen. Selbst wenn ich Aufmerksamkeit mochte, mein Privatleben wollte ich eigentlich privat halten. Zumindest zum Teil, immerhin brachte ich Rodrigo mit zur Premiere meines neuen Filmes, und zeigte der ganzen Welt wie glücklich wir waren. Lächelnd betrachtete ich ihn und strich sanft mit meinem Daumen über seinen Handrücken. Knapp nickte ich. "Du solltest das Angebot annehmen. Wenn es nicht funktioniert, können wir es doch immer noch ändern," aber wenn er einfach ablehnte konnte er nicht wissen, was passieren würde. Ich konnte es ebenso wenig wissen - ich konnte ihm lediglich versichern das ich ihn nicht verlassen würde. Dass er mich wirklich nicht verlieren würde. Schmunzelnd schob ich mich von meinem Stuhl hoch, ließ mich auf Rodrigos Schoß nieder und schlang die Arme um ihn. "Du verlierst mich dadurch nicht, versprochen," ich hauchte ihm einen knappen Kuss auf den Hals und atmete tief ein. Mir war gerade wirklich vollkommen egal, dass die Leute sehr wahrscheinlich keinem frisch verliebten Paar dabei zusehen wollten, wie sie sich über Dinge unterhielten die diese Leute eigentlich sowieso nicht interessieren sollte. "Außerdem kann Telefonsex auch heiß sein. Habe ich zumindest gehört," murmelte ich leise und zuckte unschuldig die Schultern. Fast so, als hätte ich überhaupt nichts gesagt. Ich sah Rodrigo noch für einen Moment an, stand dann aber auch schon wieder auf und zog ihn gleich mit. "Komm, lass uns in den Zoo," trällerte ich glücklich. Ernsthaft - ich würde ihm keine Chance geben darauf etwas zu sagen. Das war doch ohnehin nur ein weiterer Versuch meinerseits ihn dazu zu bringen das zu tun, was er wirklich für richtig hielt. Vor allem aber wollte ich wirklich nicht, dass er nur wegen mir und dieser Beziehung ablehnte.

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Rodrigo da Moura Brandão
Ich fragte mich, ob wir auch nur schon einen Tag gehabt hatten, an dem wir so viel Zeit hatten, wie wir wollten und tun und lassen konnten, was wir wollten. Wenn man mal von Brasiliena absah, hatte man das sehr wenig gehabt - leider. Wir waren beide beschäftig gewesen. Sie war am Drehen gewesen für einen Film, der als neuen Kassenschlager berüchtigt gewesen war und das vermutlich auch umsetzen würde und ich war damit beschäftigt gewesen, Klausuren zu bewerten. Das hörte sich im Vergleich zu ihr sehr langweilig an. Es war nicht so, als würde ich meinen Job nicht gerne machen. Aber es war ein bisschen ein.. eintöniger Job. Das Tanzen war da etwas ganz anderes. Da konnte man seine ganze Kreativität ausleben. Natürlich war man immer noch eine Choreographie gebunden, aber meistens waren die zuständigen Personen auch offen für andere Vorschlage. Man musste nur die richtigen bringen. Ich nickte zustimmend. "Natürlich, ich habe ja nicht gesagt, dass ich dagegen bin", erwiderte ich schmunzelnd und lächelte sie an. Ich drückte sanft ihre Hand. Ich freute mich, mit ihr in den Zoo zu gehen. Das Wetter war toll und das könnten wir auch richtig geniessen. Ich wollte immerhin nicht, dass sie ihre ganze Bräune von Brasilien verlor, obwohl das fast schon der Fall war. Da gab es nicht mehr besonders viel zu retten. Ich seufzte leise und lauschte dann ihren Worten. Unsere Beziehung würde nicht darunter leiden - sagte sie. Aber war sie sich da sicher? Was wenn sie es sich wieder anders überlegen würde? Sie war immerhin immer noch ein paar Jahre jünger als ich und somit standen ihr noch so viele Wege offen. Ich wollte nicht unsere Beziehung verlieren, weil sie mich einfach zu wenig sah und sie sich weiter entwickelte. Es würde mir das Herz brechen, vor allem weil ich dann wusste, dass es allein meine Schuld war. Ich seufzte leise und sah sie an. "Doch, das könnte ich", erwiderte ich auf ihre Worte. Ich könnte dieses Angebot sehr wohl ablehnen, weil ich dachte, dass unsere Beziehung diesen Druck nicht aushalten würde. Ich musste schmunzeln und sah sie an. "Ich kann dir auch hier sofort einen Heiratsantrag machen", erwiderte ich schmunzelnd auf ihre Worte, wobei ich von denen wirklich ein bisschen überrascht war. Ich hätte nicht gedacht, dass sie so etwas sagen würde. Sie würde mich sofort heiraten? Ich lächelte sie an und führte ihre Hand an meine Lippen, wobei ich diese kurz küsste. Sie wusste gar nicht, wie sehr sie mich etwas bedeutete. Ich lächelte leicht und schürzte dann wieder die Lippen. "Also denkst du, dass ich das Angebot annehmen soll?", hackte ich zur Sicherheit noch einmal nach. Ich wollte nicht die ganze Zeit darüber reden und sie vermutlich auch nicht. Allerdings hatte sie auch davon angefangen. Ich verflocht ihre Finger mit meinen und hob meinen Blick wieder. Würde ich sie dadurch wirklich nicht verlieren?

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HAE-SUNG Rian Kang
Es war etwas vollkommen anderes nun hier zu sitzen, mit jeder Menge Zeit und jemandem den ich liebte, und selbst entscheiden zu können was ich tun wollte. Es war befreiend, und irgendwie konnte ich für den Moment nicht wirklich sagen ob wir allen Ernstes den ganzen Tag im Zoo verbringen würden, oder ob wir nicht doch irgendwann eine bessere Idee haben würden. Für den Moment jedoch reichte mir der Zoo, denn um ehrlich zu sein wollte ich dieses Erlebnis selbst einmal. Selbst wenn es kindisch war, und ich möglicherweise dafür belächelt werden würde. Mit meiner Mutter war ich nie im Zoo gewesen, zumindest konnte ich mich nicht mehr wirklich daran erinnern - wahrscheinlich waren wir schon ein oder zwei Mal dort gewesen, ich war jedoch einfach zu klein gewesen um mich daran zu erinnern. Wie ich meine Mutter kannte, hätte sie mich jedoch wahrscheinlich noch öfter mit zu irgendwelchen Tieren gezerrt, um mir ein klein wenig Freizeit zu bieten. "Der Zoo klingt doch nach Spaß, wieso nicht? Vielleicht haben sie ja auch niedliche Tierbabys dort," lachte ich leise auf und zuckte erneut die Schultern. Vielleicht hatten sie ja wirklich niedliche Tierbabys, vielleicht wäre ich auch ohne diese zufrieden mit einem Vormittag, oder gar einem ganzen Tag dort. Vielleicht hatten wir ja auch Glück und die Paparazzi würden uns nicht etwa verfolgen, oder erst gar nicht entdecken. Ich bezweifelte jedoch, dass wir völlig unbeobachtet bleiben würden, da diese Leute doch ohnehin schon vor unserem Hotel darauf warteten, dass wir hinaus kamen, aber davon würde ich mich nicht abhalten lassen meinen Tag zu genießen. Vor allem nicht, wenn Rodrigo dabei war. Wann hatten wir schon jemals die Möglichkeit etwas außerhalb der Wohnung zu machen? Bis jetzt waren wir –zuhause– noch nie ausgegangen, nur ein einziges Mal und das hatte in einem Krankenhausaufenthalt und späteren Kurzurlaub in Brasilien geendet. Und erst in Brasilien waren wir wirklich ausgegangen, hatten jegliche Menschen ignoriert und hatten einfach unseren Spaß gehabt. Diese Trips wären wohl kaum mehr möglich, würde Rodrigo das Angebot annehmen. Er war mit seinem Lehrerdasein doch unmöglich wirklich ausgefüllt und zufrieden - niemand, der die Welt gesehen hatte und die Dinge erlebt hatte, die er nun einmal erlebt hatte, war mit einem langweiligen Lehrerjob zufrieden. Vor allem nicht dann, wenn es unzählige Klausuren und Arbeiten zu benoten gab, die ihn bis spät nachts wachhielten. Ich runzelte die Stirn und musterte ihn. "Unsere Beziehung leidet darunter nicht Rodrigo. Ich habe dir schon einmal gesagt, wenn du es willst dann finden wir einen Weg," denn noch einmal wäre eine Trennung keine Lösung. Eine Trennung wäre verdammt nochmal Grund genug für mich darüber nachzudenken, irgendwelche Filmangebote abzusagen und Rodrigo durch die Welt zu folgen, bis er damit fertig war und das Selbe für mich tat. Ich zuckte leicht die Schultern und betrachtete unsere Hände für einen Moment, ehe ich Rodrigo wieder ansah. Was würde ich in seiner Situation tun - gute Frage, auf die ich nicht wirklich eine Antwort hatte. "Früher, als ich noch ein Kind war, habe ich schon davon geträumt die Welt zu sehen und irgendetwas Großes zu tun. Irgendwann wollte ich aufgeben, weil ich keinen Grund dafür sah mich von Audition zu Audition zu schleppen, nur um sowieso eine Absage zu bekommen. Außerdem hätte eine Karriere bedeutet, dass ich meine Mutter nicht mehr gesehen hätte," und Rodrigo wusste wie viel mir meine Mutter bedeutet hatte. Wie viel sie mir selbst heute noch bedeutete. "Als sie verstanden hat, dass ich Zweifel hatte meinte sie, dass ich mich von nichts davon abhalten lassen soll meinen Traum zu leben und genau das zu tun, was ich für Richtig halte," und das musste Rodrigo nun auch tun. "Du willst tanzen, und das wissen wir Beide. Das weiß wahrscheinlich die ganze Welt. Diese Beziehung hier soll nicht der Grund dafür sein, dass du es doch nicht tust. Du hast die Chance es noch einmal zu versuchen Rodrigo, und normalerweise bekommt man diese Chancen nicht einfach so ein zweites Mal. Du kannst nicht einfach ablehnen weil du nicht weißt ob das hier dem Standhalten würde." Genau das würde es jedoch. Das hier, diese Beziehung würde dem Abstand standhalten. "Gott Rodrigo ich würde dich sofort heiraten, wenn du mir dann glauben würdest dass unsere Beziehung sich selbst durch ein paar Monate Abstand nicht ändern würde." Und das war etwas, was ich eigentlich nicht hatte sagen wollen. Wer zur Hölle sprach hier bitte jetzt schon vom heiraten? So weit waren wir noch nicht - eindeutig noch nicht. Ich würde es jedoch trotzdem augenblicklich tun, wenn es Rodrigo dazu brachte einfach das zu tun was er wollte, wovon er träumte.

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Rodrigo da Moura Brandão
Wenn ich das Angebot annehmen würden, dann würden wir uns nicht mehr so oft sehen. Das würden wir jedoch auch, wenn ich das Angebot annehmen würde. Spätestens wenn sie ihren nächsten Film drehen würde, würden wir uns automatisch weniger sehen. Ich war mir immer noch nicht ganz sicher. Ich wusste, dass unsere Beziehung momentan perfekt lief. Es würde jedoch auch nicht immer so laufen. Das war normal in einer Beziehung. Man stritt sich - manchmal heftiger - und dann vertrug man sich wieder. Es gab eine Zeit, in der stritt man sich mehr und eine Zeit, da läuft alles perfekt. Das hiess jedoch noch lange nicht, dass ich sie aufgeben würde. Das würde ich nie tun. Ich würde immer für sie da sein und ich würde so lange auf sie warten, bis sie wieder bei mir war. Das spielte mir überhaupt keine Rolle. Ich grinste und nickt leicht. Ja, ich wusste genau,wie leicht sie sich von Mr. Blake beeinflussen hatte lassen. Immerhin war auch er derjenige gewesen, der ihr eingeredet hatte, dass es gut wäre, wenn ich ein Vertrag mit ihm eingehen würde. Genau das hätte ich nie im Leben getan. Das wäre nicht das gleiche wie das Angebot von meinem ehemaligen Manager. Es wäre etwas total anderes. Nur schon dass Mr. Blake ein verdammtes Arschloch, während der andere Manager sowas wie mein Ziehvater war. Er hatte mich aufgezogen. Er hatte den Rodrigo aus mir gemacht, den ich heute war. Ich wusste nicht, ob ich sonst so geworden wäre wie mein Vater. Ich wollte es aber auch gar nicht wissen. Es war vermutlich das beste, was mir je passiert war. Dass ich aus diesen verdammten Slums herausgekommen war. "Aber nun möchtest du freiwillig dort hin?", fragte ich sie und lächelte sie an. Sie rutschte nach vorne und seufzte leise bei ihren Worten. Sie kannte mich einfach zu gut, das konnte ich wohl nicht abstreiten. "Es ist jetzt nicht wirklich ein schlechter Job.., aber du hast schon Recht", gestand ich ein und ich seufzte tief. "Ich möchte einfach nicht, dass unsere Beziehung darunter leidet. Dann bleibe ich lieber Lehrer", murmelte ich leise und sah sie an. Aber das wusste sie bereits und das hatte ich ihr auch schon gesagt. "Wenn du in meiner Situation wärst, würdest du es annehmen?", fragte ich sie fast schon ein bisschen zaghaft und sah sie an. Ich wollte wissen, was sie tun würde. Ich würde nicht etwas tun, was sie nicht tun würde. Ich nahm ihre Hände in meine und begann mit dem Finger kleine Muster auf ihren Handrücken zu malen.

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HAE-SUNG Rian Kang
Mir war klar, dass es für uns nicht ewig so weitergehen würde. Wir würden nicht für den Rest unseres Lebens völlig zufrieden mit der Situation sein, würden wieder und wieder streiten –etwas was wir ohnehin gerne taten– letzten Endes aber spielte es keine Rolle was denn nun eigentlich passierte. Das Wichtigste für mich war, Rodrigo an meiner Seite zu wissen. Ob ich Tage, Wochen oder Monate von ihm getrennt wäre um meinen Traum zu verfolgen, und mein Leben so zu leben wie ich es wünschte oder nicht, war egal - ich wüsste, dass Rodrigo immer noch da war. Dass er nirgendwohin gehen würde, sondern auf mich wartete. Ich würde es auch tun. Ich würde augenblicklich auf ihn warten, wenn er sich dazu entschied das Angebot das ihm sein ehemaliger Manager gemacht hatte, anzunehmen. Ich würde auf ihn warten, würde ihm möglicherweise folgen wenn ich wusste das ich nicht wirklich etwas zutun hatte, und ohnehin nur zuhause sitzen würde. Er und ich waren nicht einfach so für Zwischendurch; wir hatten das Alles schon hinter uns. Ich hatte ihm bereits das Herz gebrochen, ich hatte mich bereits von ihm getrennt und nun sahen wir doch was es mit uns getan hatte - wir konnten doch nicht einmal wirklich einen Tag ohne einander leben. Ich lachte leise auf und zuckte die Schultern. "Ich war schon im Zoo, nur nie wirklich weil ich es wollte. Du weißt wie leicht Mr. Blake es hatte mir Dinge einzureden," die mich nicht einmal irgendwie repräsentierten oder auch nur ansatzweise meine Meinung oder meinen Charakter darstellten. Ich hatte mich für diesen Mann verstellt, hatte für Jahre eine Rolle angenommen für die ich letzten Endes bestraft worden war, und nun .. tat ich es nicht mehr. Ich würde mich nie mehr wieder für meinen Traum verstellen, würde nie mehr für etwas lügen das ich auch mit der Wahrheit erreichen könnte. Ich nickte lächelnd, schob mir die letzte Gabel von meinem Frühstück in den Mund ehe ich mich wieder etwas zurücklehnte und kaute. Wir würden uns nie mehr wieder verstecken. Gut, sehr wahrscheinlich würden wir genau das doch irgendwann wieder tun, aber nicht aus den selben Gründen wie zuvor. Wir würden uns nicht verstecken weil wir nicht wollten, dass die Welt etwas erfuhr. Wir würden uns wohl eher verstecken, weil wir nicht gefunden werden wollten, und einfach nur etwas Ruhe wollten. Ich rutschte wieder etwas vor, schob meinen Teller etwas zur Seite und stützte mein Kinn in meine Hand. "Du nimmst das Angebot an, oder?" Natürlich wollte er das Angebot annehmen. Ich sah es ihm an, außerdem hatte er mir die Situation ja auch erklärt. "Wir können es auch einfach versuchen. Wenn es nicht funktioniert, können wir es immer noch ändern," ich schob meine Hand über den Tisch und meine Finger zwischen seine. Schmunzelnd zuckte ich die Schultern. "Ich meine .. es war dein Traum, und dann plötzlich nicht mehr? Du kannst als Lehrer doch unmöglich wirklich glücklich sein." Das war er wohl auch nicht. Das konnte unmöglich sein Ernst sein.

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Rodrigo da Moura Brandão
Ich log nicht, wenn ich sagte, dass Hae-Sung das beste war was je in meinem Leben passiert ist. Wäre sie nicht in mein Leben gekommen, dann würde ich vermutlich immer noch nur so ein bisschen vor mich hinleben und weiter unterrichten. Sie hatte frischen Wind in mein Leben gebracht. Natürlich hat es Höhen wie auch Tiefen gegeben. Doch das, was wir nun hatten, waren die Tiefen alles wert gewesen. Ich hatte schon ein bisschen das Gefühl, dass es uns nur noch näher zusammen geschweisst hatte. Ich würde sie nie im Leben verlieren wollen. Dazu war sie mir einfach zu wichtig. Mein Leben würde ohne sie einfach trostlos sein. Natürlich würde ich sie nicht zwingen zu bleiben, wenn sie gehen wollte. Ich wusste, dass ich sie damit nur unglücklich machen würde und das wichtigste für mich war, dass sie glücklich war. Das war das absolut Wichtiste für mich. Es spielte mir dabei keine Rolle, wie ich da stand oder wie es mir ging. Hauptsächlich ihr ging es gut. Das war mein oberstes Gebot. Gestern waren wir das erste Mal zusammen in der Öffentlichkeit gewesen und vermutlich wurde in den ganzen Medien darüber geredet. Jedoch interessierte mich das überhaupt nicht. Sie konnten meinetwegen darüber schreiben, was sie wollten - ich gab einen Scheiss drauf. Mir war nur die Beziehung mit Hae-Sung wichtig und alles andere konnte mir am Arsch vorbei gehen. Ich würde sie sofort zur Frau nehmen, wenn ich könnte. Das wäre vermutlich aber ein bisschen übertrieben und ehrlich gesagt, war ich mir nicht sicher, ob Hae-Sung sich dann nicht ein bisschen überrumpelt fühlen würde. Ich musste leise auflachen, als ich sah, wie begeistert sie war, als sie sagte, dass es hier einen Zoo hatte. "Du hörst dich so an, als wärst du noch in einem Zoo gewesen", sagte ich ein bisschen amüsiert und lächelte sie an. War das wirklich so gewesen? Ich wusste es nicht. "Aber wir können gerne in den Zoo gehen. Ich war auch schon lange nicht mehr in einem Zoo", stimmte ich ihrer Idee zu und lächelte sie liebevoll an. Ich hob eine Augenbraue, als sie mich fragte, was das Gute daran ist. Sie konnte immerhin gerade von allem möglichen reden, da konnte ich diese Frage wohl nicht beantworten. Ich musste leise lachen und sah sie an. "Das werden wir nie wieder tun", versprach ich und lächelte sie an. Jetzt, wo die ganze Welt wusste, was mit uns beiden war, sah ich auch keinen Grund mehr dazu, wieso wir uns verstecken sollten. Ich ass meinen Teller aus und legte das Besteck in den Teller, bevor ich mich zufrieden zurücklehnte. Ich betrachtetet sie voller Zufriedenheit. Ich war der glücklichste Mann auf dieser ganzen Welt mit dieser Frau an meiner Seite. Alle anderen konnten mich darum beneiden, denn sie würden nie so eine perfekte Frau an ihrer Seite wissen wie ich. Ich konnte nicht einmal in Worte fassen, wie viel sie mir bedeutete und wie sehr ich sie liebte.

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HAE-SUNG Rian Kang
Er und ich waren nicht wie andere Paare. Ja, manchmal benahmen wir uns genau so wie es gewöhnliche Paare nun einmal taten, und ja manchmal unterschied uns nicht das Geringste von diesen Menschen - andere Male jedoch wurde mir klar, dass wir uns niemals mit anderen Menschen messen könnten. Wir mussten es jedoch auch nicht. Das hier war etwas Besonderes. Das hier war etwas völlig Anderes, etwas das man nicht mit Worten beschreiben konnte. Ein einfaches Ich liebe dich war nicht ausreichend um meine Gefühle für Rodrigo auszudrücken. Ein einfaches Ich liebe dich beschrieb der Welt nicht, was ich für Rodrigo fühlte - es kam dem jedoch nahe, und war besser als zu schweigen. Schweigen konnte man so oft falsch interprätieren, man konnte so vieles ins Schweigen legen und trotzdem war man sich nie wirklich sicher, ob es erklärte was denn nun eigentlich ausgedrückt werden sollte. Außerdem waren diese Worte nicht für die Welt bestimmt, sondern nur für ihn. Ich wollte mich nicht vor der Welt rechtfertigen müssen, wollte nicht mit jemand Fremdes über meine Gefühle oder Beziehung sprechen. Es ging niemanden etwas an - nur ihn und mich. Mir fiel es doch ohnehin schon schwer genug, mit Rodrigo über meine Gefühle zu sprechen. Ich wusste nicht einmal, ob ich überhaupt mit jemand anderes darüber sprechen könnte. Andererseits wollte ich, dass die Welt wusste was mir Rodrigo bedeutete. Alles und so viel mehr. Irgendwann würde ich wohl wirklich in irgendeinem Interview darüber sprechen, irgendwann würde ich Rodrigo jedoch auch mitnehmen wollen. Er sollte dabei sein, wenn ich das erste Mal offiziell und in aller Öffentlichkeit über unsere Beziehung sprach und in die Welt hinaus rief wie viel er mir doch bedeutete. Schmunzelnd wünschte ich Rodrigo ebenfalls einen guten Appetit, ehe ich zu essen begann. Ich wusste ehrlich gesagt nicht mehr, wie ich es geschafft hatte so lange ohne Essen zu überstehen. Ich zuckte die Schultern und schmunzelte etwas. Woher sollte ich denn wissen, was wir hier tun könnten? Oder was ich hier tun wollte - wir waren gerade einmal aufgestanden, so weit hatte ich noch nicht gedacht. Alles was ich wusste war, dass wir uns alle Zeit der Welt nehmen könnten, weil dieser Tag nur uns gehörte. Und das gefiel mir. Besonders gefiel mir jedoch der Gedanke, dass wir uns nicht mehr verstecken mussten. Das wir tun und lassen konnten was wir wollten, ohne auch nur irgendwie darüber nachzudenken was die Medien, oder irgendwelche Leute die wir kannten, denken würden. "Wir können uns die Stadt ansehen. Oh sie haben hier einen Zoo!" In einem Zoo war ich noch nie so wirklich gewesen, und wenn doch nie wirklich interessiert gewesen. Amüsiert lehnte ich mich etwas zurück und musterte Rodrigo. "Weißt du was das Gute hieran ist?" Natürlich wusste er nicht, woran ich dachte. Wie sollte er auch? "Wir müssen nicht in deiner Wohnung bleiben und uns verstecken," fügte ich auch sogleich hinzu. Das war wohl wirklich das Beste hieran. An allem, an dieser ganzen Situation. Mittlerweile spielte es noch nicht einmal irgendwie eine Rolle, was denn nun eigentlich gesagt wurde. Die Medien spielten keine Rolle. Und die Leute auch nicht.

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Rodrigo da Moura Brandão
Hae-Sung wusste vermutlich gar nicht, wie viel besser sie mit ein paar Kilogramm mehr aussah. Sie war nur noch attraktiver geworden. Vor allem beruhigte es mich aber auch, weil ich nicht das Gefühl haben musste, dass sie sofort auseinander fallen würde. Ich seufzte leise und lächelte sie an. Was wäre wohl geschehen, wenn ich sie nicht mit nach Brasilien genommen hätte? Ich wusste es nicht und ehrlich gesagt, wollte ich es auch nicht wissen. Es war eine verdammt gute Zeit gewesen in Brasilien. Ich würde ohne Umschweife wieder mit ihr in den Urlaub fliegen. Ich hatte schon viel von der Welt gesehen und ich wollte ihr all diese Orte zeigen. Wir machten uns auf den Weg nach unten, wobei sich unsere Hände miteinander verschränkten. Ja, von mir aus konnte man die ganze Zeit essen. Das lag aber auch nur schon daran, dass ich mehr verbrannte wie Hae-Sung. Ich hatte um einiges mehr Muskeln als Hae-Sung und diese Muskeln brauchten daher auch mehr Energie als Hae-Sung. Sonst würden sie nur wieder anfangen zu schrumpfen. Das wollte ich garantiert nicht. Erstens weil es mir selbst gefiel und ich hart dafür gearbeitet hatte und zweitens gefiel es auch Hae-Sung. Ich wurde von Hae-Sung noch einmal zurückgezogen, als wir uns einen Teller genommen hatte. Ich erwiderte den sanften Kuss und schlang kurzerhand einen Arm um ihre Hüften. "Ich liebe dich auch, Babe", murmelte ich leise an ihren Lippen. Ich gab ihr noch einen kurzen Kuss auf die Lippen und begann das Frühstücksbuffet zu betrachten. Ich war nicht besonders heikel, was das Essen anging. Innerhalb von kurzer Zeit hatte ich meinen Teller so voll beladen, das nicht besonders viel mehr darauf gepasst hätte. Ich lächelte sie an und zwinkerte ihr zu. Ich wartete bis sie auch ihr Frühstück auf den Teller geladen hatte und zusammen gingen wir zu einem Tisch, wo wir uns hinsetzten. "Guten Appetit, meine Schöne", erwiderte ich breit lächelnd und fing dann auch schon an zu essen. Gott, ich hatte jetzt aber auch wirklich Hunger bekommen. Der heisse Sex von letzten Nacht und das lange Duschen hatten mich wirklich hungrig gemacht. "Was möchtest du nachher unternehmen?", fragte ich sie und lächelte sie an. Sie könnte entscheiden. Immerhin hatten wir heute noch den ganzen Tag für uns. Wir konnten tun und lassen, was wir wollten.

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Hae-Sung 'Rian' Kang
Es tat gut zu wissen, dass Rodrigo mich attraktiv fand. Dass er mich trotz der Tatsache, dass ich zugenommen hatte, immer noch liebte und nicht etwa wollte das ich wieder abnahm. Er hatte schon früher gesagt, dass mir ein paar Kilo mehr auf den Rippen wohl kaum schaden würden - das sie mich für ihn nur noch attraktiver machen würden, und mittlerweile verstand ich was er meinte. Es gab immer noch Tage an denen ich nicht wirklich verstand, weshalb ich so plötzlich verstanden hatte, dass ich nicht so weitermachen konnte wie gehabt, zu diesem Tag war es jedoch nun einmal gekommen. Ich hatte es verstanden. Und trotzdem gab es auch heute noch Tage an denen ich mir wünschte, anders auszusehen. Dünner zu sein, oder mich nicht etwa so aufgebläht fühlen wollte. Ich wusste, dass das alles nur in meinem Kopf war, und dass ich mich darüber hinwegsetzen musste weil ich nicht wieder in alte Muster verfallen konnte, es war jedoch schwer. Vor allem an Tagen, an denen ich mich einfach nicht hübsch fand. An denen einfach nur jemand einen Kommentar abließ, oder einfach nur etwas bemerkte das mit meinem Gewicht oder Aussehen zutun hatte. Es war schwer diese Dinge einfach so zu vergessen, und ich wusste das ich selbst jetzt nicht vollkommen gesund war - es würde noch lange dauern, bis ich gänzlich gesund war - aber ich war am Weg der Besserung. Und Rodrigo war irgendwie der Grund dafür. Weil er sich nicht hatte gefallen lassen, dass ich nichts mehr zu mir nahm. Weil er aufgepasst hatte, dass ich den Ratschlägen und Forderungen der Ärzte Folge leistete. Vor allem aber weil er mich nicht einfach alleine gelassen hatte, sondern das alles hier mit mir durchgemacht hatte. Ich wusste nicht, ob Rodrigo sich nur ansatzweise vorstellen konnte, wie unglaublich dankbar ich ihm für all seine Versuche es mir leichter zu machen, war. Und selbst jetzt machte er es besser, und das nur indem er hier war und mir Komplimente machte, diese aber auch wirklich noch so meinte. Ich erwiderte lächelnd seinen Kuss. Rodrigo hatte auch Hunger - wann hatte er aber auch einmal nicht Hunger? Wahrscheinlich war das noch nicht einmal ein Wunder, so viel Sport wie er täglich trieb. Sein Körper brauchte nun einmal so viel Energie. Schmunzelnd schob ich meine Finger zwischen seine und folgte ihm hinunter zum Frühstücksbuffet. Das war das Gute an Hotelaufenthalten - das Essen, und die Tatsache das man nicht einmal nach sich aufräumen musste. Ich nahm ebenfalls einen Teller, zog Rodrigo jedoch noch einmal zu mir zurück und legte meine Lippen sanft auf seine. "Ich liebe dich," dafür das er es mit mir aushielt und das er mich unterstützte, obwohl es hieß das diese Beziehung nicht so werden könnte wie die eines normalen Paares. Dafür das er er war, und dafür das er mich nicht alleine ließ, dass er mich nicht hasste. Gott ich liebte ihn so sehr, ich wollte mir gar nicht erst vorstellen wie ich mich fühlen würde, würde ich ihn verlieren. Das würde ich aber nicht, denn ich hatte ihm versprochen das er mich nicht verlieren würde - und dieses Versprechen wollte ich halten.

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Rodrigo da Moura Brandão
Stellten wir es schlimmer dar, als es wahrscheinlich war? Vermutlich. Doch war das nicht immer so, wenn man Angst hatte, von dieser Person getrennt zu werden, die man am meisten liebte? Ich wusste es nicht. Ich seufzte leise auf und sah sie an. Der heutige Tag gehörte jedoch nur uns. Wir würden das tun, was wir wollten und das ohne Stress. Niemand von uns hatte später einen dringenden Termin, den wir wahrnehmen mussten. Wir hatten einfach die Zeit für uns selbst und die würden wir auch geniessen. Das zeigten wir nur schon, indem wir eine halbe Ewigkeit unter der Dusche waren. Wir genossen einfach unsere gemeinsame Zeit miteinander, daran war ja auch nicht wirklich schlimmes. Wenn wir schon mal so viel Zeit für uns hatten, dann würden wir diese auch geniessen. Wir traten aus der Dusche und trocknete meinen Körper ab, bevor ich meine Haare leicht trocken rubbelte. Ich hätte definitiv nicht die Nerven die Haare zu föhnen, wie es die Frauen oft tun mussten. Das würde mich auf Dauer einfach anscheissen. Hae-Sung ging zu ihrem Koffer und ich tat dasselbe. Hier war es schön warm und von daher könnte man noch locker mit einer kurzen Hose herumlaufen. Ich zog ein normales weisses und eng anliegendes Shirt hervor, dass ich anzog. Dazu folgten frische Unterwäsche und ein paar kurze Hosen. Ich fuhr mit den Händen noch durch das leicht feuchte Haar. Es musste ja danach nicht gleich in alle Richtung herumstehen. Ich war vor Hae-Sung fertig und betrachtete, wie sie dann blau-weisses Kleid anzog. Es war wunderschön. Sie war wunderschön. Sie hatte wohl wirklich selbst eingesehen, dass sie auch schöner war, wenn sie ein bisschen mehr Kurven hatte. Sie sah einfach nur perfekt aus in diesem Kleid. Ich gestellte mich zu ihr und stellte mich hinter ihr hin, während sie sich im Spiegel betrachtete. Ich hauchte ihr einen sanften Kuss auf den Hals und lächelte sie an. "Du bist die wunderschönste Frau", murmelte ich leise. Ich drehte sie zu mir und gab ihr einen Kuss, bevor ich zu ihrer Frage nickte. Es war immer noch ein bisschen ungewohnt, wenn sie sagte, dass sie Hunger hätte. Aber es gefiel mir, wenn ich das von ihr hörte. "Ich habe auch Hunger", erwiderte ich und grinste sie an. Ich lächelte sie an und nahm dann ihre Hand. Wir verliessen das Hotelzimmer und begaben uns an das Früstücksbuffet. Es hatte unglaublich viel Auswahl. "Ich denke, du wirst genug haben, um deinen Hunger zu stillen", meinte ich grinsend und nahm mir dann auch schon einen Teller. Das lange Duschen hatte mich nun wirklich auch sehr hungrig gemacht.

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Hae-Sung 'Rian' Kang
Wahrscheinlich war es zu früh darüber zu sprechen, was wir tun würden, würde er dieses Angebot annehmen und ich einen weiteren Film drehen. Wahrscheinlich machten wir es uns so viel schwerer als es eigentlich sein musste, aber genau das hatten wir wohl schon immer getan. Es komplizierter gemacht als es war, und Dinge ständig in eine Richtung gedrängt in die wir gar nicht erst hätten gehen müssen. Wir mussten uns wahrscheinlich auch gar nicht so verdammt viele Gedanken darüber machen, was passieren würde, und mussten einfach den versuch starten diese Dinge zu tun. Wenn es nicht funktionierte gab es doch bestimmt auch Wege es zu ändern. Es gab so viele Paare wie uns, schwerbeschäftigte Leute die kaum Zeit für einander hatten, aber dennoch so glücklich waren wie sie alleine nicht wären. Und dann gab es wiederum die Paare die am Zeitmangel zerbrachen. Schmunzelnd sah ich zu Rodrigo und trocknete mir dabei die Haare. Wie lange wir nun unter der Dusche verbracht hatten konnte ich nicht wirklich sagen, es tat jedoch gut einfach nur vollkommen entspannt und ohne jeglichen Stress Zeit mit ihm verbringen zu können. Ohne auch nur ansatzweise irgendetwas zu erledigen müssen, denn dieser Tag hier gehörte nur uns. Ihm und mir, und Sydney. Und sehr wahrscheinlich auch den Paparazzi, die uns nicht einfach in Ruhe lassen würden. Das taten sie nämlich nie, und nach gestern Abend würden sie das ganz bestimmt nicht tun - schließlich hatten wir gestern erst unseren ersten, offiziellen gemeinsamen Auftritt in der Öffentlichkeit. Gott hatte ich Hunger. Neben meinem Koffer ging ich in die Hocke, legte das Handtuch in meinen Schoß und durchwühlte meine Klamotten, ehe ich eines der unzähligen Sommerkleider daraus hervorzog und es betrachtete. Um ehrlich zu sein zog ich Kleider nicht wirklich sonderlich oft an. Früher ja, dann aber hatte ich einfach immer mehr abgenommen, sodass ich meine Figur doch nicht zwingend mit Kleidern betonen hatte wollen. Rodrigo aber schien es zu gefallen, wenn ich Kleider trug, und selbst mochte ich sie ja auch. Ich liebte Kleider, nur hatte ich nie gedacht das ich besonders gut darin aussah. Vor allem nicht mit diesem Körper. Ich schlüpfte in frische Unterwäsche, zog mir das Kleid an und zupfte es etwas zurecht, ehe ich mich wieder zu Rodrigo drehte und in meine einfachen Sneaker schlüpfte. "Ich habe Hunger, wollen wir los?" Denn ab jetzt würde ich mich nicht mehr verstecken. Ich würde mich nicht vor Paparazzi verstecken, vor allem aber würde ich mich nicht in Rodrigos Wohnung verkriechen weil ich nicht verfolgt werden wollte. Wir würden ausgehen, und unser Leben leben, und dabei Spaß haben. Und irgendwann würden die Paparazzi schon das Interesse verlieren.

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Zara Winther
Ich hatte keine Ahnung wie, aber irgendwie würden wir einen Weg finden, um Leopold zurück nach Australien zu bringen. Wahrscheinlich würde alleine der Prozess ihn nachhause zu bringen schon sämtliche Kräfte aus ihm saugen, er aber wollte nicht hier sterben. Und ich wollte nicht, dass er sich Gedanken darüber machte, dass er möglicherweise zu schwach war um zu reisen. Wir würden einen Weg finden, die Ärzte würden uns dabei helfen, und selbst seine Eltern würde ich mit etwas Überredenskunst dazu bringen, uns zu unterstützen. Sie hatten sich immerhin dazu einverstanden erklärt für seine Unterkunft, Versorgung und die Ärzte in Australien zu zahlen. Ich wollte nicht, dass Leopold sich unnötig Gedanken oder Sorgen machte, wollte nicht dass er seine Kraft an Dingen wie diesen hier verschwendete wenn es viel wichtiger war, dass er wenigstens ein klein wenig kräftiger wurde, und nicht etwa mehr aussah wie vom Bus überfahren. Ich konnte mir die Gedanken machen, und ich würde einen Weg finden um ihn zurück nach Australien zu bringen. Genau dafür war ich doch hier her gekommen - um ihn nachhause zu holen. Und ich hatte mich fast schon darauf vorbereitet, dass es kein Spaziergang über Blumenwiesen werden würde. Zu wissen, dass Leopold neben mir lag, und ich ihn fest umschlingen konnte, ohne es mir einzubilden, beruhigte mich ungemein, denn seit seine plötzlichen Aufbruch nach London hatte ich ständig die Sorge gehabt dass ich ihn nie mehr wieder sehen würde. Nun aber war er hier, oder ich bei ihm, und ich würde ihn nicht mehr alleine lassen. Ich würde es nicht zulassen, dass er ein weiteres Mal einfach ging, dass er mich einfach von sich stieß weil er dachte es wäre die beste Möglichkeit mich vor etwas zu schützen. Müde blinzelte ich dem Licht entgegen, drehte den Kopf etwas zur Seite als sich Leopold auf den Rücken drehte, und ich ihn somit etwas loslassen musste. "Hast du Hunger?", fragte ich ihn leise und ließ den Kopf wieder zurücksinken. Selbst nach etwas Schlaf war ich immer noch müde. Irgendwie kam mir das alles hier aber auch wirklich verrückt vor. Leopold und ich hatten wohl irgendwie Beide das Problem, dass wir viel zu viel und viel zu gerne schliefen. Zumindest hielten wir uns wirklich verdammt oft im Bett auf, ohne auch nur ansatzweise etwas spannendes zu tun. Stattdessen lagen wir einfach nur da, redeten, kuschelten uns aneinander und vergaßen dabei die Welt. Zumindest manchmal, denn im Moment fiel es mir nicht so einfach alles um uns zu vergessen.

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Leopold Ares Westfield
Wir würden uns etwas überlegen. Ich brauchte mir keine Sorgen zu machen. Glaubte sie das wirklich? Wenn es wirklich so schlimm um mich stand wie ich es befürchtete, dann würden wir überlegen können wie wir wollten, es würde keinen Unterschied machen. Wir konnten die Gegenbenheiten nicht ändern. Sollte ich wirklich nicht mehr selbstständig atmen können, würde ich wirklich mit so einem dämlichen Sauerstofftank herumrennen müssen, dann könnten wir vergessen zurück nach Australien zu fliegen. Und mit dem Schiff? Wir wären Tage unterwegs. Würde ich dort umkippen, wäre das vermutlich wirklich mein Tod. Sie hatten nicht die medizinische Ausrüstung auf so einem Schiff, um einen Krebskranken zu versorgen. Ich wusste einfach nicht wie das funktionieren sollte und diese Sorgen hielten mich wach. Zumindest eine Weile, denn ihre Finger, die meinen Nacken streichelten, beruhigten mich. Sie hatte früher immer meine Locken auf ihren Fingern gedreht oder hatte mit ihren Fingern durch die durch gekämmt. Jetzt waren da keine Haare mehr, aber es hatte die gleiche beruhigende Wirkung auf mich. Mir war warm, ich lag bequem und ich spürte Zaras Herz unter meinem Ohr ganz deutlich regelmäßig schlagen. Irgendwann nickte ich dann zum Glück auch schon weg. Ich schloss die Augen und glitt einfach weg. Es tat gut ein wenig Schlaf zu bekommen. Ich hatte zwar sehr viel geschlafen, seit ich Australien verlassen hatte, aber es war keinesfalls erholsam gewesen. Ich hatte im Bett gelegen, weil mein Körper schlapp gemacht hatte. Ich hatte den ganzen Tag über geschlafen und mich doch nie ausgeschlafen gefühlt. Die paar Stunden in Zaras Armen aber taten gut. Sie reichten natürlich nicht aus nach den ganzen verdammten Strapazen dieser Nacht, aber ich fühlte mich wesentlich fitter. Ich streckte mich ein wenig, spürte wie sie mich dadurch aber nur wieder enger an sich zog. Ich ignorierte das Ziehen der Narbe an meiner Brust. Ich genoss das hier dafür einfach zu sehr. Dennoch drehte ich mich irgendwann auf den Rücken und entschloss mich dazu langsam mal aufzuwachen. Ich musste doch irgendwann mal erfahren wie es nun mit mir aussah.

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Zara Winther
Mir war klar das wir nicht einfach auf ein Schiff gehen könnten, ohne auch nur irgendwie abgeklärt zu haben, ob etwas passieren könnte - vor allem aber was passierte, wenn es zu irgendeinem Zwischenfall kam. Wir mussten auf Nummer sicher gehen, mit einem Arzt sprechen und diesem vertrauen, auch wenn ich nicht wirklich wusste ob ich Leopolds Leben überhaupt aufs Spiel setzen wollte, nur damit er zurück nach Australien konnte. Wenn es ihm schon jetzt zu schlecht ging, wäre es nicht besser einfach hier zu bleiben? Ich konnte doch auch einfach die Zeit über hier bei ihm bleiben, schließlich hatte ich den Abschluss ohnehin schon abgeschrieben, das Tonstudio wäre wohl kaum sonderlich erfreut über diese Nachrichten, aber hey - ich hatte ihnen gerade erst zwei Songs geliefert, mit denen ich gerade einmal ein paar Tage im Radio lief. Ich wusste das ich mich nun nicht darauf ausruhen konnte, weil es noch nicht einmal wirklich begonnen hatte, aber Leopold war mir nun einmal wichtiger. Seine Gesundheit war mir wichtiger, denn er würde sterben, und ich hätte immer noch Zeit mir ein neues Tonstudio zu suchen. "Leopold wir überlegen uns etwas. Du musst dir keine Sorgen machen," erklärte ich leise und zuckte die Schultern. Er musste sich darüber wirklich keine Gedanken machen. Wir würden schon einen Weg finden, um ihn zurück nach Australien zu bringen, und wenn die Ärzte wirklich dachten es sei zu gefährlich, würden wir eben hier bleiben. Es sollte doch eigentlich auch gar keine Rolle spielen ob wir nun hier oder dort waren, oder? Wir waren zusammen, und das war das wirklich Wichtige. Sanft strich ich Leopold über den Nacken, lehnte meinen Kopf an seinen und schloss die Augen. Ich versuchte zumindest zu schlafen, auch wenn ich nicht wirklich sagen konnte, ob ich nun wirklich lange schlief. Ich hatte nicht wirklich das Gefühl als wäre ich besonders ausgeschlafen, als ich wieder aufwachte. Viel verändert hatte sich auch nicht, eine Uhr gab es hier aber nirgendwo, und selbst wenn hätte ich nicht gewusst wann wir uns hier ins Bett gelegt hatten. Oder wohl eher, ich zu Leopold ins Bett geklettert war, obwohl ich eigentlich auf Abstand hätte bleiben sollen. Ich zog ihn automatisch etwas enger an mich, blinzelte dem grellen Licht entgegen und atmete tief ein. In letzter Zeit fiel mir das schlafen wirklich nicht mehr sonderlich leicht.

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Leopold Ares Westfield
Ich wollte doch bloß nach Hause, war das denn zu viel verlangt? Ich wollte doch bloß an einem Ort sterben, der mir etwas bedeutete, wo ich mich wohl fühlte. Und das war definitiv nicht hier. Das hier war nicht mein Zuhause und hier wollte ich nicht meinen letzten Atemzug tun. Klar, letztendlich war es egal, wenn es erstmal vorbei war, aber das hier war mir einfach wichtig. Ich wollte mich wenigstens die letzten Tage, Wochen - oder wie lange auch immer ich noch zu leben hatte - in einer Umgebung verbringen, in der ich mich wohl fühlte. Dort würde es mir besser gehen als hier. Aber in meinem Zustand funktionierte es nicht. Ich konnte nicht mit einer frischen Lungenoperation in das Flugzeug steigen und mehrere Stunden über den Wolken verbringen. Dort war der Druck viel höher und es fiel mir ja schon hier unten schwer allein zu atmen. Schon hier hatte ich den Schlauch in meinem Gesicht hängen, damit ich mit dem Sauerstoff versorgt wurde, den mein Körper brauchte. Tja... und ich glaubte kaum, dass ich mit einem riesigen Sauerstofftank ins Flugzeug steigen könnte. Aber sie hatte eine andere Idee. Sie wollte mit dem Boot übersetzen. "Du glaubst nicht wirklich, dass wir mit dem Schiff bis nach Australien fahren können... Was, wenn an Board etwas passiert? Die Überfahrt würde Tage dauern, viel länger als ein Flug." So langsam glaubte ich, dass ich vielleicht nicht mehr nach Hause kam. Ich hatte Angst, dass... ich zu krank war, um zu reisen, dass ich noch hier sterben würde. Ich klammerte mich an Zara, kniff die Augen zu und versuchte ruhig zu atmen. Ich sollte mir darüber keine Gedanken machen. Noch wusste ich nicht wie es aussah. Ich könnte die Ärzte fragen. Wenn ich es wusste, konnte ich mir noch genug Gedanken machen. Bis dahin sollte ich so schnell wie möglich wieder gesünder werden, kräftiger. Ich sollte mich ausruhen und wieder zu Kräften kommen. So gut es eben ging, um meine Chancen zu erhöhen noch nach Hause zu kommen.

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Zara Winther
Mir war klar, dass Leopold zweifelte. Natürlich zweifelte er. Das war mit das Einzige was ihm noch blieb, denn Hoffnung hatte er ja scheinbar wirklich keine mehr. Ich konnte es verstehen, immerhin hatte ich selbst mittlerweile auch keine wirkliche Hoffnung mehr das er noch einmal gesund werden könnte. Er lag nun schon im Krankenhaus, weil sein Körper schlapp gemacht hatte. Weil er nicht mehr selbst hatte atmen können. Weil der Krebs mittlerweile in seine Lungen vorgedrungen war, er nun eine Narbe auf der Brust trug die er noch nicht einmal irgendwie verstecken konnte. Vielleicht wollte er es, aber er konnte nicht. Ebenso wenig wie er seinen kahlen Kopf verstecken konnte, oder den plötzlichen Gewichtsverlust. Ich schüttelte leicht den Kopf. Er musste sich nicht selbst fertig machen. Das musste er wirklich nicht - selbst wenn sein Vater es ihm so gelernt hatte. Manchmal musste man nun einmal aus diesen alten Mustern ausbrechen, dass hatte ich selbst auch erst lernen müssen. Ich zog Leopold eng an mich, als er seinen Kopf auf meine Brust legte, dorthin wo er schon des Öfteren geschlafen hatte. Ich bemutterte ihn, hatte er mir gestern vorgeworfen. Weil ich ihn nicht einfach trinken gehen lassen wollte, und weil ich nicht wollte das er das Haus verließ. Ich hatte doch aber Recht damit gehabt, dass es eine dumme Idee gewesen war das Haus zu verlassen! Man sah doch, wohin das geführt hatte. Für einen Moment öffnete ich die Augen wieder, blinzelte Leopold an und nickte. Ich konnte ihn doch wirklich verstehen. Ich war hier her gekommen, um ihn nach Australien zurück zu holen. Und nun .. saßen wir hier für eine Weile fest, zumindest bis es ihm wieder besser ging. "Wir finden schon eine Lösung. Wenn du nicht fliegen kannst, nehmen wir eben den Zug und dann ein Boot," es gab doch bestimmt genügend Möglichkeiten um zurück nach Australien zu kommen. Ob es dann eine besonders gute Idee war mit ihm zu reisen, war eine andere Frage. Vielleicht mussten wir auch einfach einen Arzt einfliegen lassen, damit er mit uns zurück nach Australien fliegen konnte. Oder die Ärzte hier wären bereit dazu uns zu helfen, Leopold zurück nachhause zu bringen. Seine Eltern würden bestimmt alles dafür tun, immerhin könnten sie dann weiterhin mit ihm um Aufmerksamkeit betteln. Ich gähnte, schloss die Augen wieder und atmete ein. Ich war müde. Wie lange ich gebraucht hatte um zum Motel zu kommen wusste ich nicht, ebenso wenig wie ich sagen konnte wie lange ich im Bett gelegen hatte ohne auch nur ansatzweise einschlafen zu können. Und das merkte ich nun einmal. Leopold ging es dabei nicht besser, wahrscheinlich hatte er sogar sehr viel größere Probleme als ich.

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Leopold Ares Westfield
Ich legte den Kopf nach vorn an ihren, als sie ihre Finger in meinen Nacken schob. Ich mochte es, wenn sie das tat. Ihre Hände waren immer so warm und es beruhigte mich, wenn sie diese Muster auf meine Haut malte. Ich schloss die Augen und schob ein wenig zögerlich meinen Arm um ihren Bauch, hielt sie dann aber fest, genauso wie sie mich. "Doch, das muss ich." So war ich aufgewachsen. Wenn ich etwas tat, das nicht okay war, musste darauf auch eine Bestrafung folgen. Mein Dad hatte vieles nicht okay gefunden und damals hatte ich es auch so geglaubt. Mittlerweile aber hatte ich meine eigene Definition von richtig und falsch. Das, was ich gestern aber gemacht hatte war definitiv nicht richtig gewesen. Also musste ich daraus lernen, indem es mir weh tat. Und das tat es. Ich konnte es aber nicht einfach so passieren lassen und vergessen. So funktionierte das nicht. Ich baute Scheiße und dafür musste mir irgendjemand in die Fresse schlagen. Wenn sie es nicht wollte, dann musste ich es eben tun. Ich seufzte tief und legte meinen Kopf auf ihre Brust. Ich schlief gern so nah bei ihrem Herzen. So konnte ich ihren Herzschlag hören, konnte mich vergewissern, dass sie noch da war, noch atmete. Ich zog die Decke über uns beide drüber, schob meine Arme um sie und zuckte kurz zusammen, als die Operationsnarbe kurz ihren Seite streifte. "Wie sollen wir das mit Australien machen? So werden sie mich doch nicht fliegen lassen. Ich will nach Hause, Zarzar..." Ich spürte doch, dass es langsam mit mir zu Ende ging. Ich wollte zu Hause sein, wenn es passierte, nicht hier. Aber so könnte ich nicht fliegen. Nicht frisch operiert und sicher nicht mit Sauerstoffgerät im Schlepptau. Wir mussten darauf hoffen, dass es wieder besser werden würde. Sonst würde ich nicht mehr hier weg kommen, bevor es zu spät war. Auch wenn ich verdammt müde war, konnte ich jetzt nicht einfach schlafen.

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Zara Winther
Um ehrlich zu sein konnte ich mir gar nicht vorstellen, wie es Leopold gerade erging. Ich sah es, konnte erkennen dass es ihm nicht mehr gut ging, aber dennoch konnte ich nicht sagen wie es ihm ging. Wie er sich fühlte - scheiße wahrscheinlich, alleine die Tatsache dass er sich selbst fertig machte ließ mich fast schon verstehen, dass ich ihm auch nicht sonderlich dabei half sich besser zu fühlen, oder einfach eine Weile abschalten zu können. Ich seufzte leise. Egal wie sehr ich es versuchte, ich konnte ihm doch nicht helfen. Weil er sich eigentlich gar nicht helfen lassen wollte, vor allem aber weil er sich noch nicht einmal darauf einließ. Vorsichtig löste ich eine Hand von seiner, schob meine Finger in seinen Nacken und schloss die Augen. Wenigstens wollte er mich gerade nicht mehr loswerden oder wegschicken. "Du musst dir keine Vorwürfe machen," wiederholte ich meine Worte und strich ihm sanft mit dem Daumen über den Nacken. Vor nicht allzu langer Zeit waren da noch Haare gewesen, die meine Fingerkuppen gekitzelt hatten, und nun plötzlich war da nichts mehr. Es war fast schon erschreckend wie schnell es mit Leopold Berg ab ging. Müde lehnte ich meinen Kopf an seinen, atmete tief ein und laut wieder aus. "Schlaf etwas." Schlaf war wohl irgendwie alles was ich ihm bieten konnte, vor allem aber konnte ich ihm so wenigstens etwas helfen. Es war mit die einzige Möglichkeit für ihn da zu sein; indem ich hier blieb und ihm dabei zusah wie er schlief. Dass ich ihn festhielt und ihm zeigte das ich hier bleiben würde, das es mir egal war ob er mich gestern verletzt hatte oder nicht. "Ich bin da, wenn du wieder aufwachst," versprach ich ihm leise. Vor allem aber wusste ich, dass ich wahrscheinlich selbst gleich einschlafen würde. Wir müssten aber wohl auch noch mit den Ärzten reden, so konnte er doch nicht fliegen. Wenn er keine Luft bekam, hatten wir doch aber ohnehin ein Problem, und konnte nicht einfach so zurück nach Australien.

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Leopold Ares Westfield
Ich wünschte keinem, dass er jemals Probleme mit der Lunge hatte. Zu atmen war das erste, das man im Leben lernte. Es war das einfachste auf der Welt. Damit Schwierigkeiten zu haben war... heftig. Man glaubte verrückt zu werden. Der Sauerstoffmangel ging direkt ins Gehirn und man fühlte sich, als würde einem alles entgleisen. Dieses Gefühl hatte ich vor wenigen Stunden erleben müssen. Ich wäre beinahe an meinem eigenen Blut erstickt, hätte man mir kein Luftröhrchen in meinen Brustkorb gestoßen. Mir war alles entglitten und dieses Gefühl hatte ich immer noch. Als würde... ich nichts mehr in der Hand haben. Als würde alles einfach passieren, ohne dass ich einen Einfluss darauf hatte wie oder wann es geschah. Ich fuhr mir mit der Hand über das Gesicht, zwickte in meinen Nasenrücken und versuchte einfach herunterzukommen, mich zur Seite zu drehen und ein wenig zu schlafen, aber meine Gedanken hielten mich wach. Womit hatte ich ein so perfektes Wesen wie Zara in meinem Leben denn verdient? Sie wurde mir geschenkt und alles, was ich tat, war sie zu verletzen. Ich sollte froh sein und dankbar! Und das war ich auch! Aber es tat einfach so weh daran zu denken, dass ich sie bald verlieren würde, dass ich Dinge tat und sagte, die ich nicht wollte oder so meinte. Es war als wäre ich in meiner eigenen Dummheit gefangen. "Ich kann nicht einfach aufhören mir Vorwürfe zu machen. Wenn du mir schon keine machst, dann muss ich es wenigstens tun. Ich kann nicht... einfach so davon kommen." Irgendjemand musste mich für mein dämliches Verhalten gestern doch bestrafen! Und wenn sie es nicht tat, musste ich es eben selbst tun. Ich schaute auf unsere Hände. Sie hielt meine fest, umschlang sie förmlich. Ich seufzte leise, drehte den Kopf zu ihr und schob meine Nase in ihre Haare, schloss die Augen und versuchte zu vergessen, dass wir hier im Krankenhaus lagen und ich nicht wusste, wann oder ob ich hier überhaupt nochmal hier raus kam.

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Zara Winther
Er hielt sich für nutzlos, für egoistisch und ein Arschloch. Er hielt sich für nicht gut genug, für jemanden der immer nur verletzen konnte, jemanden der es verdient hätte geschlagen und fertig gemacht zu werden. Ich war aber nicht sein Vater. Ich schlug nicht zu, nur weil mir etwas nicht passte, und ich würde auch nicht einfach mit Beleidigungen um mich werfen nur weil er mich verletzte. Weil er mich verletzt hatte. So war ich nicht, und das müsste Leopold eigentlich wissen. Eigentlich müsste er wissen, dass ich nicht so war, und es auch niemals sein würde. Weil ich zu viel Wert auf das hier legte, weil ich ihn viel zu sehr mochte, weil ich selbst wusste wie schlimm sich diese Dinge anfühlen konnten. Ich sollte gar nicht erst versuchen ihn aufzubauen. Oh wow. Jetzt durfte ich ihm noch nicht einmal mehr ein Freund sein, obwohl wir genau das waren? Freunde? Wahrscheinlich wünschte er sich gerade viel mehr alleine zu sein, als mich hier zu haben. Das war doch ohnehin seine Meinung. Das ich gar nicht hier sein sollte, dass ich wütend auf ihn sein sollte, vielleicht sogar schon auf dem Weg zurück nach Australien. Ich seufzte leise, ließ meinen Kopf wieder zurück ins Kissen sinken und sah zur Decke. Es brachte doch wirklich nichts, egal was ich versuchte er war deprimiert, und er hatte ja auch jedes Recht dazu immerhin starb er. Aber das hieß doch noch lange nicht, dass er mich gleich wieder so weit von sich entfernt halten musste. Er hätte es noch nicht einmal zugelassen, wäre ich nicht stockbesoffen gewesen. Er hätte es nicht zugelassen. Ich nickte leicht und sah weiterhin zur Decke. Gerade wusste ich wirklich nicht ob es eine sonderlich gute Idee war hier zu sein, es war doch eindeutig das er mich nicht hier haben wollte. Und das war .. ernüchternd. Ich zog seine Hand etwas hoch, legte nun auch meine zweite Hand an diese und drehte mich etwas in seine Richtung. "Du bist immer noch mein Freund Leopold. Hör auf dir Vorwürfe zu machen, oder dich wegen gestern schlecht zu fühlen," das konnte er später immer noch tun. Dann, wenn er nicht mehr zu kämpfen hatte.

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Leopold Ares Westfield
Das war Strafe genug? War das ihr Ernst? Das machte es noch lange nicht wieder gut. Nur weil ich hier lag, vor wenigen Stunden noch offen auf dem Op-tisch gelegen hatte und nun an einer scheiß Sauerstoffmaschine saß, hieß das noch lange nicht, dass es all das wieder in Ordnung brachte. Das war kein Gleichgewicht. "Machst du mich dann zur Sau, wenn ich hier raus bin?" Es war ihr gutes Recht zurück zu schlagen. Sie sollte mich seelisch genauso verletzen wie ich es bei ihr getan hatte. Ich fühlte mich schrecklich und es würde mein Gewissen beruhigen, wüsste ich, dass sie manchmal genauso über mich dachte und dass ich nicht der einzige widerliche Kerl hier war. Es ergab vielleicht keinen Sinn, aber ich ertrug es nicht, dass sie zuließ, dass ich sie ständig verletzte und sie es nur herunterschluckte. Ständig machte ich die Fehler und sie war neben mir einfach so perfekt und fehlerfrei. Ich kam mir vor wie ein Tyrann und genau das war ich momentan auch! Weil ich Angst hatte, ließ ich es an ihr aus und das war nicht fair! Aber ich wusste nicht mehr wohin mit meinen Gefühlen, ich war überfordert mit all dem! Sie drehte meinen Kopf zu sich, während ich eigentlich nur ihrem Blick ausweichen wollte. Selbst jetzt sorgte sie sich noch um mich, wollte noch für mich sorgen! "Nutzlos war ich doch schon immer. Und egoistisch bin ich auch. Versuch jetzt nicht noch mich aufzubauen." Ich wusste was für ein Idiot ich war. Was hatte ich denn bisher schon großartig erreicht? Ich hatte falsche Freunde gehabt, hatte Leute herumgeschubst und hatte nicht mal meinen Abschluss geschafft. Ich war... bloß irgendsoein Kerl, der bald sterben würde. Zara wa das einzige, was ich bisher erreicht hatte und selbst das zerstörte ich! Ich versuchte immer wieder sie zu retten, aber ständig war ich dann doch der Grund wieso sie verletzt wurde. "Nein... Auch wenn du nüchtern gewesen wärst, bin ich immer noch der gleiche Idiot." Selbst wenn sie es wirklich gewollt hätte, nüchtern und klar bei Sinnen gewesen wäre, hätte ich es nicht getan. Dafür respektierte ich sie zu sehr. Ich wünschte ihr das Beste und das war definitiv nicht ich.

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Zara Winther
Weshalb war ihm so wichtig, dass ich ihn ebenso verletzte wie er mir weh getan hatte? Wieso akzeptierte er nicht einfach, dass ich hier war und mir Sorgen machte, dass ich ihn nicht beleidigen würde, geschweige denn schlagen. Er fühlte sich doch ohnehin schon schlecht genug. Ich wollte nicht der Grund dafür sein, dass es ihm noch schlechter ging, nur weil ich meine Wut auf ihn auch an ihm ausließ. Das wollte ich nicht; das würde ich nicht tun. Weil ich wusste wie es sich anfühlte an seiner Stelle zu sein. Nicht direkt, aber ich kannte dieses Gefühl. Er wollte nicht wirklich, dass ich meine Wut an ihm ausließ, dass ich ihn dafür schlug oder ebenso verletzte. Niemand wollte verletzt werden, und erst Recht niemand der sich ohnehin nicht richtig verteidigen konnte. Ich hatte es damals nicht gekonnt, und hatte diese Schmerzen ertragen können, und damals hatte ich mir geschworen niemals der Grund dafür zu sein, dass es jemandem wirklich schlecht ging. Dass sich jemand schlecht fühlte. Ich würde mich nicht an ihm auslassen, egal wie sehr er mich verletzt hatte. Weil ich es selbst an der TAFE noch erleben hatte dürfen, ständig hatten sie über mich getuschelt oder gelacht, hatten dumme Kommentare geworfen oder einfach nur dumm gestarrt, und jedes Mal hatte ich mich schlecht gefühlt. Leopold musste und wollte sich nicht so fühlen, und er würde sich nicht so fühlen. Ich würde es nicht zulassen. Wir waren Freunde, und Freunde verletzten sich nicht mit Absicht gegenseitig, nur um etwas wieder besser zu machen. "Du liegst hier. Das ist Strafe genug," murmelte ich leise. Es war Strafe genug. Müde schloss ich die Augen, drehte den Kopf etwas zur Seite und atmete tief ein. Er roch nicht einmal mehr ansatzweise so wie er früher gerochen hatte, stattdessen lag hier einfach nur dieser Gestank von Putzmittel und Medikamenten in der Luft, den ich nicht ausstehen konnte. Noch nicht einmal ansatzweise roch er nach sich selbst, und um ehrlich zu sein machte mir das nur noch mehr Angst. Ich hätte besseres verdient. Der Kuss war schon zu viel gewesen - er hatte nicht gewollt das ich mein erstes Mal mit einem nutzlosen, egoistischen Arschloch hatte wie ihm. Langsam drehte ich den Kopf gänzlich in seine Richtung und öffnete die Augen wieder. Weshalb dachte er so von sich selbst? Weil er krank war? Weil er sich gerade schlecht fühlte? Ich schob meine Finger um sein Kinn, drehte seinen Kopf in meine Richtung und rutschte etwas hoch, legte dabei meine Lippen sanft auf seine. "Du bist nicht nutzlos oder egoistisch. Manchmal bist du ein Arschloch, aber das wusste ich." Das war ja auch die Wahrheit. Nutzlos aber war er nicht. Egoistisch .. möglicherweise, aber war das nicht jeder irgendwie? Ich strich sanft mit meinem Daumen über seinen Kiefer und zuckte die Schultern. "Hättest du es getan, wäre ich nicht so betrunken gewesen?" Dann wäre es etwas völlig anderes gewesen. Dann hätte ich mich daran erinnert, und es auch hundert Prozent gewollt. Wahrscheinlich lautete seine Antwort aber selbst auf diese Frage nein.

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Leopold Ares Westfield
Ich nahm einen tiefen Atemzug, der mir auch mit dem Sauerstoffgerät nicht gerade leicht fiel. Meine Brust dehnte sich aus und ich spürte den Druck auf meinen Lungen, spürte die Spannung an der Operationsnarbe direkt auf meiner Brust. Ich legte meine Hand über den Verband und schloss die Augen, atmete einfach langsamer, weniger, ruhiger. Zumindest durch den Sauerstoff ging der Schwindel langsam weg, auch wenn meine Lunge noch nicht so wirklich bereit war mitzuarbeiten. Ich wäre beinahe an meinem eigenen Blut erstickt. Es war nicht schön keine Luft mehr zu bekommen. Man geriet in Panik und das machte alles nur noch schlimmer. Irgendwann aber ging einem der Sauerstoff aus und dieser Mangel führte zu Schwindel und Benommenheit. Man bekam nicht mehr viel mit. So war es bei mir gewesen. Ich war irgendwann einfach weg gewesen, hatte alles nur noch verschwommen gesehen und war dann wieder hier aufgewacht. Mit dem dämlichen Schlauch in meinem Gesicht, für den ich mich fast noch mehr schämte als für die Glatze auf meinem Kopf. Himmel, niemand würde mir glauben, dass ich früher Mal der Schulschwarm gewesen war, oder? Ich seufzte leise. Diese "sorglosen" Zeiten waren vorbei. "Dann verpass mir wenigstens eine. Revanchier dich." Sie sollte mir genauso weh tun wollen wie ich ihr weh getan hatte. Aber sie war dieses kleine perfekte Wesen, das sich lieber um mich sorgte, anstatt mich zu hassen, obwohl ich so grausam zu ihr gewesen war. Ich schloss die Augen, als sie sich neben mich legte. Kurz dachte ich an damals zurück. Für einen Moment fühlte es sich so an, als wäre all das hier gar nicht real. Als lägen wir in ihrem Zimmer auf der TAFE, ich dreist wie immer in ihrem Bett und sie krabbelte zu mir rüber. Doch diese Erinnerung hielt nicht lange an, als sie nach der einen Nacht fragte, in der alles ein wenig schief gelaufen war. Wieso ich den Kuss unterbrochen und es nicht weiter passieren gelassen hatte? "Weil ich dich respektiere. Ich wollte nicht, dass du dein erstes Mal mit einem nutzlosen, egoistischen Arschloch wie mir hast. Schon der Kuss war zu viel. Du hättest besseres verdient." Das hatte sie immer noch. Besseres als mich. Aber nun war es zu spät, oder? Ich hatte nicht aufhören können zu nehmen und nun steckte sie mit mir in dieser ganzen Scheiße. Nur, weil ich nicht rechtzeitig hatte loslassen können.

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Zara Winther
Hatte er es verdient hier zu liegen, nachdem er mir gestern noch gedroht hatte das es möglicherweise zu spät sein könnte, wenn ich ihn einfach alleine ließ? Ja. Es war wohl Karma, dass ihn einholte und für all die Dinge bestrafte die er in seinem Leben so falsch gemacht hatte, aber um ehrlich zu sein hatte Karma mittlerweile einfach nur die Übertreibung des Jahrhunderts geleistet. Er hatte doch keinen Krebs verdient, hatte nicht verdient keine Luft zu bekommen und keine Haare mehr zu haben, er hatte nicht verdient das er niemanden an sich ranließ weil er Angst hatte Schaden anzurichten, den er nicht mehr reparieren konnte, weil er bald schon sterben würde. Er hatte kein kurzes, unglückliches und unerfülltes Leben verdient. Er hatte jedoch verdient das ihn jemand ins Gesicht lachte, weil er mir einfach so Dinge an den Kopf warf die ich nicht verdient hatte zu hören. Bis jetzt verstand ich nicht, weshalb er so unglaublich mies hatte reagieren müssen, weshalb er ausgerechnet mir Dinge an den Kopf hatte werfen müssen, die alle nicht der Wahrheit entsprachen - von denen er wusste, dass es nicht die Wahrheit war. Er hatte es getan, weil er wütend gewesen war. Vielleicht sogar verletzt, genau konnte ich es aber nicht sagen. Was erwartete Leopold denn von mir? Das ich hier um etwas kämpfte, dass er ohnehin niemals zulassen würde? Das ich noch nicht einmal selbst wirklich zulassen konnte, weil mir mein Kopf sagte das ich Abstand brauchte um nicht völlig verrückt zu werden, sollte er wirklich bald schon sterben? Ich richtete meinen Blick auf unsere Hände, legte meine Finger um seine und schüttelte den Kopf. "Ich werde dich nicht beleidigen," weshalb sollte ich? Weil ich wütend war? Weil er mich verletzt hatte? Nein das würde ich nicht tun. Ich würde ihn nicht beleidigen, oder ihm Dinge an den Kopf werfen die er nicht verdient hatte zu hören. Ich schob mir die Schuhe von den Füßen, rutschte zu ihm hoch und zwängte mich an seine Seite, ohne dabei seine Hand loszulassen. Ich lehnte meinen Kopf an seine Schulter, sah zur Decke und seufzte leise. "Wieso bist du nicht weiter gegangen als wir uns das erste Mal geküsst haben?" Ich war stockbesoffen gewesen, konnte mich selbst heute nicht mehr an den genauen Verlauf des Abends erinnern, ich wusste aber das er es gewesen war der sich von mir gelöst hatte. Das er es gewesen war, der dafür gesorgt hatte das nicht mehr passierte als es sollte. Wahrscheinlich hätte das wirklich alles verändert - es hätte eindeutig alles verändert. Ein Kuss war unschuldig, ich war aber so betrunken gewesen das ich wahrscheinlich noch nicht einmal etwas dagegen gehabt hätte, mehr zu tun. Wenn ich ihn schon fast angebettelt hatte mich zu küssen.

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Leopold Ares Westfield
Nein, sie hasste mich nicht. Das hatte sie von Anfang an nicht getan, obwohl ich ihr so viele Gründe dazu gegeben hatte. Ihr Herz war groß. Ich wusste nicht, ob sie Gefühle wie Hass überhaupt empfinden konnte. Sie war sauer, ja, aber immer noch dachte sie an mich und kam hier her, um... zu sehen, ob ich okay war. Das alles müsste sie nicht tun. Sie müsste nicht herkommen und nach mir sehen, obwohl sie stinksauer auf mich war. Ich hatte ihr gestern Dinge gesagt, die ich nicht hätte sagen dürfen. Sie hätte gestern mit mir abschließen können und ich hätte es verstanden. Sie hätte heute einen Flug zurück nach Australien nehmen können - ohne mich - und ich hätte es verstanden. Es war nicht fair von mir gewesen ihr Dinge übel zu nehmen, die ich ihr doch eingeredet hatte, die ich selbst genauso tat. "Mach dir keine Sorgen.", bat ich sie immer noch schwerer atmend. Scheiße, ich weigerte mich diesen verdammten Schlauch in meine Nase zu stecken. Ich sollte ja wohl noch allein atmen können, aber nicht einmal das klappte mehr! Als ihre Hand sich von meinem kahlen Kopf entfernte, zog ich einsichtig endlich die Mütze wieder über meinen Kopf und legte das Beatmungsgerät wieder unter meine Nase, führte es hinter meine Ohren und grub die Finger dann unwohl wie ich mich fühlte in die Bettdecke. Sie aber schob ihre Finger zwischen meine und hielt meine Hand. Gott, sie hatte wirklich ein viel zu großes Herz. "Du solltest mir genauso Vorwürfe machen. Du kannst nicht einfach hier sitzen und es in dich hineinfressen. Beleidige mich, sag mir, was du zu sagen hast. Ich habe es verdient. Genauso wie ich es verdient hätte, wenn du mich hier allein lassen würdest." Verdient hätte ich den Tod im Haus meiner Eltern, die mich hassten. Ich hätte so vieles verdient... Ich wusste selbst nicht wie ich zu dieser Person hatte werden können. Die, die um sich schlug, sobald sie Gefühle empfand, mit denen sie nichts anfangen konnte. Vielleicht war es eine Art Schutzmechanismus, der aber nicht wirklich funktionierte. Ich verletzte mich dadurch doch selbst nur noch mehr...

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Zara Winther
Mir war klar, dass ich nicht hier sein sollte. Dass ich ihn hassen müsste, dafür was er gestern gesagt hatte, dafür was gerade mit ihm passierte, und was er mir damit antat. Ich müsste ihn dafür hassen, dass er mich überhaupt angesprochen hatte, und noch nicht einmal aufgehört hatte sich in mein Leben zu drängen, nachdem ich ihm erzählt hatte was früher schon passiert war. Wie ängstlich ich eigentlich war, mich Menschen zu öffnen. Leopold hätte aufhören sollen, hätte zurückstecken müssen als er bemerkt hatte, dass es zu ernst wurde. Als es begann nicht mehr nur eine Freundschaft zu sein, sondern plötzlich zu etwas Größerem geworden war, etwas das ich selbst jetzt nicht wirklich verstand. Aber ich hasste ihn nicht, und würde es selbst in Zukunft nicht tun. Kopfschüttelnd schluckte ich. "Ich hasse dich aber nicht. Ich bin wütend, vor allem aber mache ich mir Sorgen," und das wollte ich eigentlich gar nicht. Ich wollte mir keine Sorgen machen müssen, eigentlich wusste ich ja aber auch was mit Leopold passierte. Ich wusste das er starb, und dass sein Körper mit der Zeit einfach schwächer wurde. Das wusste ich, dennoch machte ich mir Sorgen, einfach weil es viel zu schnell ging. Er sollte noch nicht so schwach sein. Das war doch nicht normal, oder? Sein Körper sollte doch nicht so schlimm auf diese Therapie reagieren, damit hatte er mir doch noch Zeit verschaffen wollen, und nun .. verschlimmerste sich alles nur noch. Ich sah meine Finger an, die sanft seine Kopfhaut berührten. Leopold aber wollte es nicht, und ich konnte es verstehen. Ich hatte es immer gemocht durch seine Haare zu fahren, hatte es immer gemocht damit spielen zu können, oder ihn einfach damit beruhigen zu können. Nun war da nichts mehr auf seinem Kopf, und es war komisch. Aber es änderte doch nichts, nicht wirklich zumindest. Ich zog meine Hand etwas zurück, legte sie auf seine und zog diese langsam von seinem Gesicht. "Ich bleibe hier," sagte ich. Ich blieb hier. Ich würde mich nicht von ihm verjagen lassen. Das fiel mir gar nicht erst ein. Ich ließ mich behutsam auf die Bettkante sinken, zuckte die Schultern und schob meine Finger zwischen seine. "Ich bleibe hier. Selbst wenn du mir wieder irgendwelche Dinge an den Kopf wirfst." Ich war immer noch wütend. Nur weil ich hier war bedeutete das nicht, dass ich nicht wütend war. Ich war wütend und er hatte mich verletzt, vor allem aber machte ich mir Sorgen. Wütend sein konnte ich immer noch, wenn er wieder etwas gesünder war. Falls das jemals wieder der Fall sein würde.

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Leopold Ares Westfield
Ich sollte ja wohl noch im Stande sein allein atmen zu können! Ich brauchte diesen verdammten Schlauch in meinem Gesicht nicht. Der Krebs hatte sich zwar in meine Lungen ausgebreitet, aber das war erst ein oder zwei Wochen her! So schnell konnte das hier nicht passieren. Das ging nicht! Ich wollte es einfach nicht einsehen. Ich war dabei zu sterben und ich hatte es noch nicht verinnerlicht, okay? Ich war noch nicht bereit. Ich war nicht bereit meinen Lebensstandart aufzugeben, aber ich hatte keine anderen Wahl. Und doch war ich stur wie ein Esel. Ich hielt den Schlauch weiter in meiner Hand und versuchte selbst zu atmen. Ich konnte das. Ich konnte das allein! Gott, meine Lunge fühlte sich an wie nach einem Marathon! Ich konnte einfach nicht tief und regelmäßig atmen. "Das solltest du genauso wenig wollen.", erwiderte ich leise. Sie sollte nicht hier sein wollen. Ich hatte mich schrecklich aufgeführt! Sie sollte mich nicht mal mehr sehen wollen. Und doch war sie hier. Ich fühlte mich dadurch nur noch schrecklicher. Konnte sie nicht wenigstens wütend auf mich sein? Mich abblocken, nicht auf meine Nachrichten antworten? Sie sollte nicht so perfekt sein und trotz allem herkommen, um mich zu unterstützen! Herrgott, sie sollte sauer sein und das auch zeigen! "Du solltest mich wirklich hassen, Zarzar." Sie sollte nicht herkommen, um mir zu zeigen, dass ich falsch lag. Das wusste ich doch! Sie ließ mich nicht allein, obwohl sie es sollte! Ich fuhr mir verzweifelt durch das Gesicht, als sie zu mir ans Bett kam und ihre Finger unter meine Mütze schob. Ich wich ihrem Blick aus, als ihre Fingerkuppen über meinen kahlen Kopf strichen. "Nicht..." Gott, das... fühlte sich falsch an. Ihre Finger sollten durch meine Locken gleiten, mich daran packen können. Aber dort war nichts mehr. Ich hob die Hand vors Gesicht und rieb mir die Augen, versuchte mich zu beruhigen. "Und trotzdem tue ich es! Gott, ich bin unausstehlich! Du hättest nicht herkommen sollen, ich richte nur noch mehr Schaden an!", grummelte ich atemlos. Für sie wäre es besser gewesen, wenn ich sie nie angesprochen hätte...

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Zara Winther
Abstand war alles, was mich jemals gerettet hatte. Ich hatte mich nachdem man mich einfach herumgereicht hatte, wie irgendeinen Gegenstand, nie mehr wirklich auf jemanden eingelassen. Ich hatte mich verschlossen und versucht auf Abstand zu gehen, bis man mir wirklich das Gefühl gegeben hatte, dass es in Ordnung war mich zu öffnen. Und mit einem Mal war alles so viel leichter gewesen, so viel schöner. Weil es da jemanden gegeben hatte, mit dem ich mein Leben teilte, jemanden den ich meine Familie nennen hatte können. Bis sich alles verändert hatte, und diese Familie lieber auf Geld achtete als auf mich. Weil ich nicht ihr Blut hatte, weil ich nicht so war wie sie. Ich war nicht ihre Familie gewesen, sondern Mittel zum Zweck, und das hatte ich verdammt lange mitgemacht. Mit der Zeit aber hatte ich immer mehr Abstand genommen, hatte versucht meine Gefühle zu diesen Menschen in eine Richtung zu lenken, in die ich bis heute nicht gekommen war. Ich hasste sie, aber sie waren mir nicht egal. Ich dachte selbst heute noch an sie, hatte selbst heute noch Probleme mit den Dingen, die sie mir damals angetan hatten, trug selbst heute noch die Narben. Und nun hatte ich jemanden gefunden der mir all das geben konnte, was ich mir immer gewünscht hatte. Etwas Sicherheit und Friede, etwas Luft zum Atmen wenn es mir schlecht ging - ihm ging es aber selbst schlecht. Ein Grund mehr, auf Abstand zu bleiben und mir nicht noch mehr zu wünschen als ich ohnehin schon wollte. Ich wollte eine Beziehung, und ich wünschte mir das er Gesund wurde, aber ich konnte mir keine Hoffnungen machen. Ich konnte nicht optimistisch denken, nicht mehr. Obwohl ich hier her gekommen war, weil ich gedacht hatte das Leopold in Australien möglicherweise noch eine Chance hätte, gesund zu werden. Obwohl ich es gehofft hatte. Nun saß ich aber doch hier, und er lag im Krankenhausbett, sah dabei noch nicht einmal mehr aus als hätte er sonderlich lange zu leben. Ich schluckte schwer und hob das erste Mal seit ich ins Zimmer gekommen war den Blick, um Leopold anzusehen. Den Schlauch der ihm eben noch mit Sauerstoff versorgt hatte, hielt er in einer Hand, atmete dabei selbst schwer und war trotzdem zu stur sich von einer Maschine helfen zu lassen. "Weil ich hier sein will," lautete meine Antwort. Ich sollte nicht hier sein, weil er ein Arschloch war. Aber das hatte ich gewusst. Ich hatte gewusst das er ein Idiot war, ein Arschloch sein konnte und dieses gerne einmal raushängen ließ. Selbst wenn es noch schlimmere Menschen gab als ihn. "Ich will nicht das du denkst ich lasse dich alleine, nur weil du mir .. Dinge an den Kopf wirfst, für die ich dich erschlagen könnte." Ich zuckte die Schultern und schob mich langsam vom Stuhl hoch. Ich wollte hier sein, und auf Nummer sicher gehen das er nicht wirklich einfach starb, oder doch noch in irgendein Pub ging um sich die Kante zu geben. Wahrscheinlich würden ihn die Ärzte aber auch gar nicht aus den Haus lassen. Leise schob ich meine Hände in meine Jackentaschen, und blieb neben Leopolds Bett stehen. Eigentlich hatte ich auf Abstand bleiben wollen, aber eigentlich wollte ich auch das er gesund wurde. "Ich will eine Beziehung mit dir Leopold. Ich habe mir in meinem Leben noch nie etwas so sehr gewünscht, aber so bin ich nicht. Ich gehe kein Risiko mehr ein. Du kennst meine Gründe, du weißt wieso ich immer auf Nummer sicher gehen will. Selbst wenn ich weiß das du mich nicht verletzen willst," erklärte ich leise und streckte meine Hand vorsichtig aus. Langsam schob ich seine Mütze vom Kopf, strich mit meinen Fingerkuppen über seine Kopfhaut und schluckte. Er war krank. Und er starb vor meinen Augen. Von Tag zu Tag ein klein wenig mehr. Und trotzdem war ich hier, trotzdem wünschte ich mir eine Beziehung. Trotzdem hatte ich Gefühle für ihn und wusste, dass ich noch nicht einmal etwas daran ändern konnte, dass ich ihm nun doch gänzlich verfiel.

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Leopold Ares Westfield
Sie stimmte mir zu. Sie sollte nicht hier sein. Nicht nach allem, was ich ihr an den Kopf geworfen hatte. Ich hatte sie nicht verletzen wollen, wirklich nicht, aber ich war verletzt gewesen. Mein ganzes Leben war ich nur abgelehnt worden. Mich hatte nie jemand gewollt. Meine Freunde waren alle falsch gewesen - nur hinter meinem Image her gewesen - und meine Eltern? Die hatten mich schon immer gehasst. Mein Leben war nie sinnvoll gewesen, weil es nie jemanden interessiert hatte. Alle hatten sich an mich gehangen, aber niemand hatte sich wirklich um mich gesorgt, wenn etwas war. Nun hatte ich diese eine einzige Person auf der Erde gefunden, die mich mochte wie ich war und der Krebs, der gerade dabei war mich zu töten, hielt mich davon ab ihr so nah zu sein wie ich es momentan gern sein wollte. Ich wollte eine Beziehung mit ihr, auch wenn ich nicht wusste wie ich mich machen würde. Aber der Krebs hielt mich davon ab. Ich beschützte sie, denn ich hatte ihr gesagt, dass sie das nicht mehr machen musste. Sie aber... schützte sich selbst ebenso. Klar, ich sollte stolz auf sie sein, denn sie traf die richtige Entscheidung, aber dennoch tat es weh. Ich hatte - nach dem, was gestern passiert war - vermutlich nicht mehr allzu viel Zeit, die mir blieb. Natürlich wäre ich gern glücklich in dieser Zeit. Nur ein einziges Mal. Zara brauchte sich keine Sorgen machen. Ich hatte sie immer beschützt. Dennoch hätte ich mir gewünscht, dass ihre Liebe zu mir stärker gewesen wäre und sie das hier mehr gewollt hätte als sich zu schützen. Ja, das klang bescheuert und das war es auch! Ich sah es ja nun ein. Ich führte mich auf wie ein kleines Kind! "Und wieso? Wenn du weißt, dass du nicht hier sein solltest, dann geh wieder. Ich bin momentan unausstehlich, ich würde es dir nicht übel nehmen." Es ging immer weiter mit mir den Bach herunter. Meine Psyche machte das auch nicht so einfach mit. Ich musste mich langsam damit befassen zu sterben, aber ich konnte es nicht. Ich schob meine Hand auf die Brust und versuchte regelmäßiger zu atmen. Die andere Hand hielt immer noch den Schlauch, der mich eigentlich mit Sauerstoff versorgen sollte. Ich wollte dieses Ding nicht brauchen! Ich wollte nicht auch noch mit einem Sauerstofftank durch die Gegend rennen! Ich wollte nicht ständig einen Schlauch im Gesicht haben! "Mir war nicht danach." Nach dem Streit hatte ich nicht einmal mehr trinken wollen. Ich trank immer, wenn ich Probleme hatte, aber das gestern war anders gewesen. Es war heftiger gewesen, schlimmer. Ich hatte ins Bett kriechen und wirklich nicht mehr aufwachen wollen. Tja und nun lag ic hier, also war es ja fast in Erfüllung gegangen, was?

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Zara Winther
Ich sollte gar nicht hier sein. Nicht nach diesem Streit. Ich hätte darauf warten müssen, dass Leopold anrief oder einfach nur eine SMS schrieb, in der er sich entschuldigte. Für das was er gesagt hatte, als wir aus der Gondel gestiegen waren. Um ehrlich zu sein verstand ich selbst jetzt nicht, weshalb er so verdammt wütend auf mich war. Ich hatte nur das ausgesprochen, was er mir nun schon so lange sagte. Ich hatte nur das ausgesprochen, was er schon längst wusste, was er doch auch selbst dachte. Ich hatte mich selbst schützen wollen, und tat es selbst jetzt noch. Immerhin saß ich nun auf Abstand zu ihm, einfach nur weil ich nicht wusste ob ich damit klar kommen würde näher an ihn zu rutschen, wenn ich eigentlich wütend sein sollte. Die Wut aber war wie verschwunden, stattdessen war da nur noch die Sorge das seine Drohung möglicherweise wirklich eintreffen hätte können, wäre er alleine durch die Stadt gelaufen. Er war nicht in irgendein Pub gegangen, wie er es gesagt hatte. Er war nichts trinken gewesen, stattdessen war er direkt nachhause gelaufen, während ich mich durch Londons dunkle Straßen bewegt hatte, ohne wirklich zu wissen wohin ich denn eigentlich musste. Leise zuckte ich die Schultern und wandte meinen Blick wieder meinen Händen zu, die ich immer noch in meinen Schoß gelegt hatte. Ich wollte Leopold gerade nicht ansehen, wusste auch gar nicht ob ich es ertrug ihn so krank zu sehen. Vielleicht hatte er ja Recht gehabt, und ich hätte einfach in Australien bleiben sollen. Dann wäre das alles hier nicht passiert, und ich würde mir nicht Vorwürfe machen. Vor allem aber müsste ich ihn so nicht sehen. "Stimmt, sollte ich nicht. Ich bin es aber." Weil das nun einmal war, was Freunde taten. Ich war als eine Freundin hier, weil ich wusste das sonst niemand hier auftauchen würde. Seine Eltern nicht, weil sie besseres zutun hatten, und andere Freunde hatte er wohl irgendwie keine. Zumindest keine die sich früh morgens ins Krankenhaus setzten, nur damit er nicht alleine war. "Warum bist du gestern nicht doch noch etwas trinken gegangen?" Ganz bestimmt nicht wegen mir. Er hatte ein Drink gewollt, und den hätte er sich auch geholt. Dann hatten wir gestritten, und ich war verschwunden. Einfach so, weil ich keine Ahnung gehabt hatte, was ich denn sonst tun sollte. Zusehen wollte ich ihm nämlich wirklich nicht, wie er sich selbst in den Abgrund stürzte.

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Leopold Ares Westfield
Ich fühlte mich unwohl. Ich wusste, dass ich scheiße gebaut hatte. Ich hatte ihr Dinge an den Kopf geworfen, die ich nicht hätte sagen dürfen. Ich hätte ihr nicht vorwerfen sollen, dass der Krebs sie von mir fern hielt. Ich hätte es ihr nicht an den Kopf werfen dürfen, dass sie sich selbst versuchte zu schützen. Das hatte ich doch immer von ihr gewollt, oder? Ich hatte sie doch immer auf Abstand gehalten. Ich hatte sie immer vor mir gewarnt und ich hatte gesagt, dass eine Beziehung zwischen uns niemals sein würde. Wieso also wollte ich von ihr, dass sie es wollte? Ich wünschte mir, dass sie um mich kämpfen würde, dass sie mich lieben würde trotz all der Scheiße, aber ich war es doch gewesen, der von Anfang an gesagt hatte, dass sie mir nicht zu nah kommen durfte. Ich hatte ihr gesagt sie durfte es nicht und sie tat nur, was ich auch getan hatte. Wieso also war ich nun so verletzt? Hätte ich darauf nicht vorbereitet sein müssen? Ich hob beide Hände vor mein Gesicht und zog den Sauerstoffschlauch von meiner Nase und aus meinem Gesicht. Ich wollte das alles hier nicht! Wieso bloß musste in meinem Leben alles schief gehen? Wieso gönnte mir niemand, dass ich einmal glücklich war? Meine Atmung wurde ein wenig unregelmäßiger, aber das konnte durchaus auch damit zu tun haben, dass ich einen dicken Kloß im Hals hatte und ich versuchte meine Tränen zu ersticken. Ich würde jetzt nicht flennen. Ich hatte den Schaden doch angerichtet! Es war bloß meine Schuld. Ich hatte mir all das selbst angetan. Und jetzt schnürte es mir wortwörtlich die Luft zum Atmen ab. "Und du solltest nicht einmal hier sein, nach allem, was ich gestern zu dir gesagt habe.", erwiderte ich mit erstickter Stimme und starrte die Decke über mir an. Ich konnte nicht schlafen. Selbst wenn ich wollte. Genauso hatte sie aber nicht von mir fern bleiben können, oder? Sie war trotz allem hier.

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Zara Winther
Ich hatte Leopold gesagt, dass ich es nicht für eine sonderlich gute Idee hielt, wenn wir das Haus verließen. Ich hatte es ihm gesagt, hatte ihm mitgeteilt, dass es eine noch bescheuerte Idee war in irgendein Pub zu gehen und zu trinken, wenn er eigentlich im Bett hätte liegen sollen, und nicht mir London zeigen. Ich hatte es ihm gesagt, und trotzdem waren wir einfach raus gegangen als wäre alles in Ordnung. Und nun lag er hier, sah aus als würde er jederzeit umfallen können, und kam seiner Drohung das er morgen schon tot sein könnte, ziemlich nahe. Ich hatte es Leopold gesagt, verdammt! Aber er hatte wieder einmal seinen sturen Schädel durchsetzten müssen, weil dass nun einmal das war, was er besonders gut konnte! Ich lehnte schweigend den Kopf an die Wand, schloss müde die Augen und schluckte schwer. Wie weit es von seinem Haus bis zum Krankenhaus war, wusste ich nicht. Meine Seiten taten aber weh, weil ich den gesamten Weg über hier her gehetzt war, als ginge es dabei um mein eigenes Leben. Außerdem fühlte sich mein Hals unglaublich kalt an, etwas was bei diesen Temperaturen wohl wirklich nicht komisch war. Erst als Leopold seine Stimme erhob –nur heiser, aber er sprach– öffnete ich die Augen wieder und sah zu ihm. Ich hatte nicht vor mit ihm zu sprechen, immerhin hatte er mir wirklich Dinge an den Kopf geworfen, die er nicht hätte bringen müssen. Er hätte mir nicht all diese Dinge vorwerfen müssen, hätte nicht so tun müssen als sei mir doch völlig egal das er starb, denn das war es nicht. Es war mir nicht egal! Und jetzt sprach er darüber ob ich die Mini-Tumore sehen wollte? Angewiedert verzog ich das Gesicht, lehnte den Kopf wieder an die Wand und sah zur Decke. Ich wollte keine beschissenen Tumore sehen, ich wollte dass er verstand das er dieses Mal zu weit gegangen war, und dass er mich dieses Mal wirklich verletzt hatte. Und dieses Mal hatte er es gewollt. "Du solltest schlafen," stellte ich leise fest. Das sollte er wirklich. Er sollte schlafen, und nicht mit mir über seine dämlichen Mini-Tumore reden die er mir zeigen wollte. Ich war hier und würde auch hier bleiben, einfach nur weil wir Freunde waren, und weil ich ihm zeigen wollte das er mir nicht egal war. Sprechen würde ich aber nicht mit ihm. Nicht nach dem, was er am Riesenrad gebracht hatte. Er hatte mich verletzt, hatte mir Dinge an den Kopf geworfen die nicht stimmten, und dabei hatte er verdammt nochmal genau gewusst das er falsch lag. Alleine die Tatsache das ich hier war sollte ihm zeigen, dass er Schwachsinn von sich gegeben hatte.

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Leopold Ares Westfield
Wow das war ja wirklich mies gelaufen, was? Zuerst drohte ich Zara damit, dass ich tot sein könnte, wenn sie morgen vor meiner Tür stand und jetzt? Jetzt lag ich im Krankenhaus und hatte eine Notoperation hinter mir. Das war Karma, was? Ich wurde dafür bestraft so unausstehlich zu ihr gewesen zu sein. Ich hob meinen Arm ab und fuhr mir über das Gesicht, rieb mir die brennenden Augen und blieb einfach liegen. Ich konnte nicht schlafen, da meine Gedanken mich wach hielten. Mein Körper aber machte schlapp. Ich war müde und erschöpft. Ich konnte nicht vernünftig atmen und die Narbe auf meiner Brust tat weh. Alles in allem ging es mir also ziemlich scheiße und doch wollte mein Körper keine Ruhe geben, obwohl ich sie brauchte. Ich war einfach nur völlig fertig. Irgendwann kam dann aber ein Arzt und klärte mich ein wenig über den Verlauf der Operation auf. Sie hatten mich aufgeschnitten und den verwachsenen, blutenden Tumor wieder geflickt. Mehr hatten sie mit diesem nicht tun können. Aber dafür hatten sie während des Eingriffs schon mal ein paar kleinere Metastasen entfernen können. Tatsächlich wurden mir diese auch in einem Glas gezeigt. Dass sie diese widerlichen Teile noch nicht verbrannt hatten, wunderte mich. Vielleicht aber überließen die das auch mir, denn der Arzt ließ das Glas neben mir auf dem Beistelltischchen stehen. Als wäre es so interessant, was mich da gerade tötete. Ich wurde wieder allein gelassen und schaute weiter die Tierdoku, die mich eigentlich einen Scheiß interessierte, aber sonst war ja nichts hier, womit ich mich befassen konnte. Besuch erwartete ich keinen. Meine Eltern würden mich auch vom Chauffeur abholen lassen, wenn ich hier raus kam. Und Zara? Na ja, bei ihr konnte ich verstehen wieso sie nicht kam. Vielleicht saß sie ja bereite in einem Flugzeug auf dem Rückweg nach Australien. Diese Theorie aber bewahrheitete sich nicht. Die Tür öffnete sich und Zara kam tatsächlich ins Zimmer. Kurz glaubte ich mir das einzubilden - wer wusste auf was für Medikamenten ich war. Aber sie setzte sich einfach nur auf den Stuhl und... schwieg, während ich sie ansah. Es war ein ziemlich unangenehmes Schweigen, aber was sollte ich auch sagen? Ich war ein Idiot und war nicht gut in Entschuldigungen. Also sagte ich einfach das Dämlichste, was mir in den Sinn kam. Zumindest könnte man das meinen. „Willst du die Mini-Tumore sehen, die sie mir rausgeschnitten haben?“, fragte ich sie mit heiserer Stimme. Herrgott, wer wollte sowas schon sehen?!

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Zara Winther
Ich wusste nicht, ob ich Leopold sehen wollte. Was auch immer hinter dieser Tür auf mich wartete, obgleich Leopold gerade im Sterben lag oder auf dem Weg der Besserung war, ich wusste nicht ob ich bereit dazu war diese Tür zu öffnen und einfach so zu tun als wäre nichts passiert. Wir hatten gestritten, wieder einmal. Er hatte mich nicht verletzten wollen, und trotzdem hatte er es getan. Wieder einmal. Er versuchte mich zu schützen, erreichte damit aber genau das Gegenteil, und wann auch immer ich versuchte mich selbst ein klein wenig zu schützen, weil ich es einfach nicht anders gewohnt war und dachte er würde es verstehen, wurde er wütend oder war sogar beleidigt. Ich verstand ihn nicht, kapierte nicht was er denn nun überhaupt von mir wollte. Wollte er, dass ich eine Beziehung mit ihm führen wollte, vollkommen egal ob er nun sterben würde oder nicht? Wollte er, dass ich all meine Hoffnungen in etwas lag, das nicht gut enden würde, und letzten Endes völlig zerstört zurückblieb weil ich nicht ein einziges Mal ein wenig an mich selbst gedacht hatte, und auf Abstand gegangen war? Ich wünschte mir eine Beziehung, und ich wollte das er mein erster Freund war - nichts mehr als das, aber ich konnte doch nicht einfach so vergessen das er bereits jetzt im Sterben lag, und nur noch wenige Wochen oder Monate hatte. Das konnte ich einfach nicht. Unschlüssig legte ich meine Hand an die Türklinke und betrachtete den schmalen Spalt unter der Tür. Ich sollte einfach hinein gehen und so tun als wäre nichts passiert, ich sollte einfach hinein gehen und so tun als wären wir einfach nur Freunde, als würde es da zwischen uns nicht mehr geben - als hätte es nie mehr zwischen uns gegeben. Das konnte ich aber genauso wenig. Ich konnte doch nicht einfach meine Gefühle überspielen und so tun als wäre nichts! Frustriert drückte ich meine Hand nach unten, spannte mich an und öffnete die Tür ohne weiter darüber nachzudenken. Ich sollte einfach hinein gehen und mir keine Gedanken machen, genau das tat ich aber nun einmal. Denn ich wusste nicht, was mit ihm los war, und ich wusste nicht wie es um ihn stand. Und ich wusste nicht, ob ich einen weiteren Streit überstehen würde - ob er ihn überleben würde. Ich hob vorsichtig den Blick, schluckte schwer und sah Leopold an, der in seinem Krankenbett lag als wäre er gerade wirklich dabei einfach so von dieser Welt zu verschwinden. Er wurde mit Sauerstoff versorgt, also stand es wohl doch irgendwie schlechter als gedacht. Schweigend schloss ich dir Tür hinter mir wieder, sah mich im Zimmer um und setzte mich auf einen der Besucher-Stühle an der Wand. Was sagte man in Situationen wie diesen? Vor allem aber, was war das alles hier für eine Situation? Ich legte meine Hände in meinen Schoß, lehnte mich unsicher zurück und biss mir auf die Unterlippe, ohne Leopold dabei anzusehen. Ich hätte doch nicht so schnell hier her kommen sollen. Ich hätte gar nicht hier her kommen sollen, denn dafür war ich einfach nicht bereit.

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Leopold Ares Westfield
Ich spürte wie das Blut aus meinen Lungen direkt meinen Hals hinauf in meinen Rachen lief. Mit letzter Kraft drehte ich mich also herum und brachte mich auf alle Viere, röchelte das restliche Blut aus meiner Luftröhre, während meine Mutter den Krankenwagen rief. Ja, ich wurde hier zu Hause ambulant behandelt, aber für solche Notfälle hatten wir einfach nicht die Mittel hier, um mich... na ja, keine Ahnung, wieder auf den Damm zu bringen? Um mir das Leben zu retten? Wenige Minuten, die ich hustend und röchelnd auf dem Boden gekrampft hatte, kamen dann auch die Sanitäter und drehten mich wieder auf den Rücken. Sie horchten meinen Brustkorb ab und dann plötzlich blieb mir ganz die Luft weg. Das Blut in meinen Lungen hatte sich gestaut und ich schnappte nach Luft. Sie handelten zum Glück schnell, griffen nach irgendeinem dünnen Metallröhrchen und ganz plötzlich rammten sie es zwischen meine Rippen, sodass Blut aus dem Röhrchen spritzte und der Druck in meinem Brustkorb sich abbaute. Ich holte wieder Luft, zog diese aber gleichzeitig auch durch das Röhrchen. Scheiße, was bitte war gerade passiert?! Sie hievten mich auf eine Trage, fuhren mich im Krankenwagen ins Krankenhaus und schoben mich direkt weiter in den Op. Ich glaubte, dass sie dort den Tumor in meiner Lunge, der leckte, irgendwie wieder verschließen würden. Bisher waren es nur kleine, unerhebliche Mengen an Blut gewesen, die nicht unbedingt lebensgefährlich gewesen waren. Durch diesen Hitze-Kälte-Schock und den schnellen Luftwechsel, die Anstrengung und auch den ganzen Stress war vermutlich einfach alles ein wenig... aufgeplatzt? Keine Ahnung. Jedenfalls wachte ich ein paar Stunden später mir einem dieser dämlichen Sauerstoffschläuche in der Nase und einem länglichen Mullbinden-Pflaster auf meiner Brust auf. Ich fühlte mich lädiert und wirklich müde, aber wirklich schlafen konnte ich nicht. Also schaltete ich den Fernseher an und... schaute irgendeine dumme Tierdoku, während ich wie ein Schluck Wasser in der Kurve im Bett lag und schlärfig meine Augen auf den Bildschirm richtete.

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Zara Winther
Es war unfair von ihm, mir diese Dinge vor- und an den Kopf zu werfen. Es war unangebracht, weil alles was ich wollte war, dass er gesund wurde. Das er nicht etwa mit dem Tod zu kämpfen hatte, und mich nicht gleich wieder alleine lassen würde. Ich wünschte mir nichts mehr, als dass Leopold gesund wurde und ich ihn meinen ersten Freund nennen konnte. Keinen Kumpel, sondern meinen Freund. War das denn so schwer für ihn zu verstehen? War das wirklich so verdammt schwer, dass er mir etwas vorwerfen musste, von dem er wusste das es Schwachsinn war? Scheiße, ich hatte ja noch nicht einmal wirklich eine Ahnung was genau er mir denn nun vorwarf! Dass ich ihn alleine ließ, weil er starb? Das tat ich nicht! Ich ließ ihn nicht stehen weil er starb, sondern weil er wieder einmal das Arschloch raushängen ließ, und weil ich wieder einfach nichts mit ihm zutun haben wollte. Weil er das Problem hier war, weil sein Verhalten einfach nur zeigte das er mich doch eigentlich gar nicht in seinem Leben haben wollte. Um ehrlich zu sein hatte ich keine Ahnung wie lange ich denn nun durch die Straßen Londons lief. Irgendwann hatte ich es einfach aufgegeben, meine Kapuze tief ins Gesicht gezogen und war einfach umhergelaufen, die Kälte hatte meine Haut gekitzelt und mich irgendwie betäubt. Meine Gedanken aber hatte ich keine Sekunde einfach von mir schieben können. Wie sollte ich auch, wenn ich wieder einmal mit Leopold gestritten hatte, und das obwohl ich hier her gekommen war um ihn nach Australien zurückzuholen. Dorthin, wo er auch wirklich Freunde hatte, dorthin wo es Leute interessierte ob er gesund war oder gerade starb, und dort wo Leute waren die nicht etwa irgendwelche Vorteile aus seinem Leid ziehen wollten. Vielleicht waren es nicht viele, vielleicht war ich auch die Einzige, aber das interessierte mich nicht. Eine einzige Person der man nicht egal war, war so viel besser als umgeben von Lügen zu sein, und davon hatte ich eine Ahnung. Irgendwann und irgendwie hatte ich mein Motel gefunden. Das alte Gebäude in dem wahrscheinlich schon tausende von Menschen ihre Geschichten erzählt und gelebt hatten. Die Wände können womöglich so viele Geschichten erzählen, dass ich nicht einmal wusste ob ich mich dadurch geekelt oder irgendwie fasziniert fühlen sollte. Letzten Endes waren es aber nicht die Wände die mich wach hielten, sondern der Streit mit Leopold. Immer wieder sah ich mein Handy an, betrachtete das leere Display und hoffte einfach nur darauf das Leopold sich bei mir meldete weil es ihm leid tat, oder einfach nur weil er nicht alleine in seinem Bett liegen wollte, denn dieses Mal würde ich ganz bestimmt nicht einfach so nachgeben. Er hatte Scheiße gebaut, und er hatte verdammt nochmal Dinge gesagt die ihm leidtun sollten. Dennoch tauchte ich am nächsten Morgen wieder an seinem Haus auf, nicht unbedingt ausgeschlafen und um ehrlich zu sein auch mit einem flauen Gefühl im Magen. Das hier war doch nicht normal, und eigentlich sollte ich nicht schon wieder hier stehen und darauf warten zu ihm zu kommen. Er sollte sich bei mir melden, weil er Mist gebaut hatte! Leopold aber war ohnehin nicht zuhause. Zuerst hatte ich keine Ahnung ob ich seinen Eltern glauben sollte, zuerst dachte ich ja aber auch wirklich sie wollten mich einfach nicht ins Haus lassen, Leopold aber tauchte wirklich nicht auf der Treppe auf, und irgendwie wusste ich, dass seine Eltern Recht hatten. Und da war es wieder: das schlechte Gewissen, dass Leopold mir schon so oft verabreicht hatte, ohne auch nur irgendwie etwas dafür zu tun. Ich war in meinem Leben wohl noch nie so schnell von A nach B gekommen. Denn nur fünfzehn Minuten später stand ich völlig außer Atem vor Leopolds Zimmertür, und wusste nicht so Recht ob ich überhaupt hineingehen wollte.

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Leopold Ares Westfield
Wow, sie verstand echt nicht worum es ging, oder? Scheiße, ich hatte es mir nicht ausgesucht zu sterben! Wegen einer Sache, die ich nie gewollt hatte, vor der ich solche Angst hatte, ließ sie mich allein. Sie wollte nur mit mir befreundet sein. Schon klar, das hatte ich immer für sie gewollt, damit sie sich nicht ganz in mir verlor. Sie sollte nicht auf mich angewiesen sein. Sie sollte glücklich sein, mich irgendwann vergessen können. Würden wir uns zu nah stehen, wenn ich sterben würde, würde es sie zerstören. Das war immer Sinn der Sache gewesen, wenn ich sie auf Abstand gehalten und von mir gestoßen hatte. Ich hatte sie immer schützen wollen, aber ich hatte auch immer mehr gewollt. Natürlich wollte ich sie meine Freundin nennen. Himmel, ich hatte immer geglaubt niemals Liebe zu finden und nun war es so. Ich hatte sie gefunden und mein bevorstehender Tod hinderte mich daran endlich glücklich zu sein und zu haben, was ich wollte. Sogar sie sah das. Sie hielt sich genauso von mir fern wie ich sie auf Abstand hielt, weil ich starb. Es tat weh, auch wenn es nur rationales Denken war. Ich wollte eben, dass sie das hier auch wollte. Himmel, wir redeten völlig aneinander vorbei. Und es war nicht in Ordnung, womit ich ihr da gerade gedroht hatte, da hatte sie Recht. Niemand wusste wie lange mir noch blieb und ich drohte ihr damit, dass ich morgen tot sein könnte, wenn sie jetzt ging... Ich stand eine ganze Weile wie angewurzelt an ein und der selben Stelle. Ich starrte ihr hinterher, obwohl sie schon längst weg war. Irgendwann aber hatte ich mich wieder gesammelt, drehte mich um und ging nach Hause. Es war nicht in Ordnung für mich, auf keinen Fall. Es ging mir scheiße mit diesem Streit, den wir gerade gehabt hatten, aber was sollte ich denn jetzt auch tun? Wir mussten uns beide abreagieren und ich wusste nicht, wo ihr Motel war. Also blieb mir nichts anderes übrig, als erstmal nach Hause zu gehen. Und wie sich herausstellte, war das auch die richtige Entscheidung. Es war meine Mutter, die mir entgegenkam, als ich in den warmen Flur trat und mich kurz der Hitzeschock traf. Ich schälte mich aus der Jacke, während meine Mutter auf mich einredete. "Wo warst du Leopold?! Du weißt doch, dass du in deinem Zimmer bleiben musst! Deine Lungen könnten kollabieren!", schrie sie mich an, doch ich löste nur den Schal um meinen Hals und atmete tief ein. Die kalte Luft draußen war ein kompletter Unterschied zu der trockenen Heizungsluft hier drinnen und es... war zu viel. Das Blut in meinen Lungen rasselte, ich hustete und hob die Hände vor den Mund, hustete das Blut in meine Hände, bis mein Kopf viel zu schwer wurde und ich vor den Füßen meiner Mutter zusammenbrach und nach Luft schnappte. Ich bekam keine Luft und die Panik machte es mir nicht gerade leichter zu atmen. "Dummer Junge, du hättest hören sollen!" Natürlich musste meine Mutter mich noch kritisieren, bevor sie den Krankenwagen rief. Ich war mir dem Risiko bewusst gewesen, aber ich hätte nie gedacht, dass es schon so schlimm war... Ich schien generell zu unterschätzen wie schnell diese ganze Scheiße passierte.

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Zara Winther
Oh das dachte er also. Das dachte er also wirklich von mir, dass ich ihn bemutterte und so tat als wüsste ich was er tun müsste um wieder gesund zu werden, als wüsste ich was das Beste für ihn wäre. Genau das tat ich, meinte er, und ich hatte keine verdammte Ahnung was jetzt schon wieder sein beschissenes Problem war. War das sein Ernst? War das ernsthaft sein Eindruck von mir, dass ich ihm diese Dinge verbieten wollte, weil ich dachte es besser zu wissen als er? Wollte er mich verdammt nochmal verarschen, oder was war los mit ihm?! Zähneknirschend blieb ich stehen und drehte mich doch wieder in Leopolds Richtung, verzog dabei das Gesicht. Es war sein Ernst. Und dabei warf er mir nun auch noch vor das ich doch nur keine Beziehung mit ihm führen wollte weil er starb, und es mir nicht in den Kram passte. Weil es meinen Vorstellungen einer perfekten ersten Beziehung nicht gerecht wurde. Wütend schüttelte ich den Kopf, warf die Arme in die Luft und verdrehte die Augen. "Zuerst willst du nicht das wir weiter gehen weil du mich nicht verletzten willst, und jetzt bist du verdammt nochmal wütend weil ich sage das wir keine Beziehung führen können, weil du stirbst! Gott, was zur Hölle stimmt nicht mit dir!? Das waren deine Worte Leopold!" Und ich hatte nicht gesagt das ich keine Beziehung zu ihm wollte! Ich hatte ihm verdammt nochmal gesagt, dass ich eine Beziehung wollte, das ich mir gewünscht hatte das er mein erster Freund wäre, aber so lief dieses beschissene Leben nun einmal nicht! Und nun stritten wir darüber das er starb, ich wenigstens ein klein wenig auf mich achten wollte, und ihm nicht noch vollkommen verfallen wollte obwohl ich genau wusste das ich damit glücklich wäre. Zumindest für die Zeit, in der er noch hier war. Ich schluckte schwer, verzog das Gesicht ein weiteres Mal und knirschte die Zähne. Das war verdammt nochmal nicht wirklich sein Ernst! Jetzt spielte er auch noch darauf an das er starb, und tat so als wäre es mir vollkommen egal. "Leck mich Leopold. Das hättest du verdammt nochmal nicht sagen müssen," er hätte aber auch sehr vieles davon nicht sagen müssen. Ich schnaubte, drehte mich wieder von ihm und lief weiter. Ich hatte zwar keine Ahnung in was für eine verdammte Richtung ich hier musste um zu meinem Motel zu kommen, ich wusste ja aber noch nicht einmal wirklich wo ich hier genau war! "Dann geh saufen, ich werde dir nicht dabei zusehen," fuhr ich ihn wütend an, schob dabei meine Hände in meine Jackentaschen und stampfte davon. Dann sollte er sich aber auch keine dummen Ausreden suchen, von wegen er wollte nur einen Drink. Es würde doch sowieso nicht bei einem Drink bleiben, und das wussten wir.

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Leopold Ares Westfield
Himmel, ich wollte nur einen Drink! War das zu viel verlangt?! Ich hatte ein scheiß Alkoholproblem und würde sicher nicht neben der Chemotherapie, die den letzten Funken Leben aus mir saugen würde, anfangen einen scheiß Entzug zu machen! Ich wollte nur einen Drink in meiner Lieblingsbar, bevor wir zurück zum Anwesen gingen und ich mich wieder wie ein verdammtes Stück Scheiße fühlte! Ich wollte nur einen Drink, bevor ich wieder im Bett liegen würde, weil ich nichts anderes mehr konnte! War das denn wirklich so inakzeptabel? Ich würde doch sowieso sterben, warum gönnte sie mir nicht wenigstens mein letztes Bisschen Stolz und "erlaubte" mir einen Gin Tonic? "Oh jetzt bin ich das Arschloch?! Tut mir leid, dass ich nicht freudestahlend hier herumrenne! Ich sterbe, Zara, und du verbietest mir ein Glas zu trinken, obwohl ich sonst an nichts Freude finde! Genau deswegen habe ich dir nie etwas sagen wollen, habe dir meine Ergebnisse vorenthalten! Du bemutterst mich, als wärst du mein Arzt, als wüsstest du, was das Beste für mich wäre. Weißt du was das Beste für mich wäre? Wenn irgendjemand auf dieser Welt eine scheiß Heilung für Krebs hätte! Aber das hat niemand und ich werde abkratzen, also lass mir doch einfach meinen verdammten Drink! Mach doch nicht so ein Riesending draus...", zischte ich zu ihr zurück. Jetzt war sie beleidigt und wollte nicht mehr mit mir kommen, weil ich 200ml Gin Tonic trinken wollte? Nun brüllte sie mich an. Ach sie hätte sich eine Beziehung gewünscht? "Tja, nur dass ich leider sterbe und dir das nicht in den Kram oder die Vorstellung der perfekten ersten Beziehung passt, was?" Oh wow, okay, das hätte ich nicht sagen sollen und ich bereute es auch kaum dass es über meine Lippen gekommen war. Ich kniff die Augen zusammen und hielt kurz die Luft an. Ich wollte nicht noch mehr sagen, was ich bereuen würde. "Fein... dann lass mich eben allein. Geh, wenn es dich so sehr stört, aber so bin ich nun einmal, okay? Ich bin ein Säufer und das wusstest du... Sollte ich morgen aber nicht mehr aufwachen, wirst du es bereuen gegangen zu sein." Okay, ich spielte tatsächlich diese Karte aus... Das alles - diese sowieso schon fragile Freundschaft - könnte daran zerbrechen und ich stach immer wieder mit einem Messer auf dieses dünne Band zwischen uns ein. Wollte ich sie denn so unbedingt loswerden? Gott, nein. Ich brauchte Zara und wäre sie erstmal weg... hätte ich keine Kraft mehr weiter zu machen. Ich zog die Therapie ja immer noch durch. Für sie. Und wäre sie weg, hätte mir den Rücken gekehrt, dann... würde ich es einfach selbst beenden. Nur für sie ging ich durch all diese Qualen... weil ich noch so viel Zeit wie möglich mit ihr haben wollte. Wenn sie aber weg wäre, hätte ich keinen Grund mehr zu kämpfen.

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Rodrigo da Moura Brandão
Unsere Beziehung war noch nie besonders leicht gewesen. Die ganze Zeit war irgendwas dazwischen gekommen, was es uns gerade nicht leicht gemacht hatte. Dennoch hatten wir all das zusammen durchgestanden. Doch würde das auch weiterhin so gehen? Ich hoffte es. Und genau darum musste sie mir einfach dieses Versprechen geben. Ich könnte nicht gehen, wenn ich wüsste, dass sie nur alles in sich hineinfrisst, bis sie irgendwann explodieren würde. Ich würde alles in meiner Machtstehende tun, um diese Beziehung aufrecht zu erhalten. Lieber würde ich aus dem Rampenlicht wieder zurücktreten, als dass ich sie verlieren würde. Ihr Finger strich über meine Unterlippe und ich seufzte leise. "Und wenn du zu lange unterwegs bist und ich nichts zu tun habe, begleite ich dich", erwiderte ich auf ihre Worte. Das klang doch immerhin nach einem Plan? Es war ja nicht so als würde nach einer Tournee gleich die andere folgen. Zwischendurch hatte man immer wieder Pause, manchmal sogar wochenlang. Ich hoffte einfach, dass Hae-Sung dann auch in dieser Zeit ihre Pause hatte oder ich würde sie dann eben begleiten. Es war mir auch egal, wie viel das kostete. Für sie tat ich das noch so gerne. Unsere Beziehung würde wohl in naher Zukunft nicht viel einfacher werden. Aber wenn wir beide zusammenhielten, dann könnten wir das wirklich schaffen. Ich stiess die Luft aus und sah sie an. "Das hoffe ich, denn ohne dich könnte ich nicht weiterleben", das meinte ich auch wirklich so, wie ich es sagte. Das Leben hätte keinen Sinn mehr, wenn sie nicht mehr da wäre. Da ich immer noch verschwitzt war vom Tanzen, wollte ich nun dennoch langsam duschen gehen. Ich erwiderte ihren Kuss und lächelte sie an, als sie meinte, dass alles gut war. Wir gingen gemeinsam in die Dusche und liessen uns beim Duschen so viel Zeit wie wir wollten. Wir hatten überhaupt keinen Stress und der Flug ging auch erst morgen früh. Irgendwann kamen wir dann wieder raus aus der Dusche. Wieder liessen wir uns alle Zeit, während wir uns bereit machten uns danach hinunten gingen um gemeinsam zu frühstücken. Das war wohl einer der entspannendsten Morgen, den wir seit langem gehabt hatte. Ansonsten war immer irgendwas mit Sergio gewesen oder etwas anderes war los gewesen. Jetzt jedoch hatten wir einfach nur Zeit für uns zwei, ohne dass uns irgendwelche Sorgen belastete. Besser konnte es doch nicht sein oder?

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Hae-Sung 'Rian' Kang
War es wirklich so das Clyde eigentlich kein Recht mehr hatte, wütend zu sein? Mittlerweile war doch genug Zeit vergangen um eine Aussprache zu vereinbaren, um wenigstens so zu tun als würden wir versuchen mit einander auszukommen und Freunde zu werden, aber kein einziges Mal war ich auf die Idee gekommen ihn anzurufen und nachzufragen ob er Zeit hatte. Um ehrlich zu sein hatte ich aber auch das Gefühl als würde er meine Anrufe nicht unbedingt entgegennehmen, wahrscheinlich würde er die Geschichte irgendwie verdrehen und behaupten ich wäre doch nicht so glücklich mit Rodrigo, weil ich ihn doch anrief und einfach nicht locker ließ. Wahrscheinlich hatte Rodrigo Recht, und ich sollte mir nicht so viele Gedanken über etwas machen, dass mir eigentlich egal sein konnte. Ich hatte Clyde verletzt und es tat mir leid, er aber wollte meine Entschuldigung nicht hören und das musste ich nun einmal akzeptieren. Und wenn er ein Angebot wie dieses nicht annahm, nur weil er mit mir zutun hätte, war er einfach nicht besonders hell. Mir war klar das Rodrigo Recht hatte. Das wusste ich, es war einfach nur kindisch von mir auch nur darüber nachzudenken ob ich dieses Angebot wirklich ablehnen sollte. Ich musste noch einmal darüber nachdenken, vielleicht musste ich auch einfach nur mit meinem Manager darüber sprechen. Ich wollte weiter durchstarten, wie Rodrigo es gesagt hatte. Und dazu musste ich nun einmal irgendwann mit Menschen arbeiten, die ich nicht ausstehen konnte. Selbst wenn es ein Exfreund war, der mich hasste und wollte, dass die Welt es ihm gleichtat. Schmunzelnd strich ich Rodrigo mit dem Zeigefinger über die Unterlippe, betrachtete sein Gesicht. "Dann wäre das doch schon einmal geklärt. Du nimmst das Angebot an, und wenn du zu lange unterwegs bist und ich nichts zutun habe, komme ich mit," ich grinste ihn etwas an und zuckte die Schultern. Damit konnte ich doch nun wirklich leben. Es war doch nicht wirklich sein Ernst, dass er hier in Australien weiterhin als Lehrer arbeiten wollte, und das bis hin zu seiner Rente oder? Das wollte er nicht wirklich tun. Wahrscheinlich würde es nicht so einfach werden, wie ich es mir gerade vorstellte, aber was war schon einfach? Wir waren immer schon kompliziert gewesen, und das würde sich auch in Zukunft nicht ändern. Stirnrunzelnd lehnte ich mein Kinn an seinen Kopf. "Du verlierst mich nicht Rodrigo," darüber musste er sich wirklich keine Gedanken oder Sorgen machen. Er würde mich nicht verlieren, und ich würde ihn nicht verlieren. Seufzend schloss ich die Augen für einen Moment, wurde dann aber auch schon von Rodrigo aufgeschoben. Er wollte jetzt also doch duschen gehen - außer ich wollte noch weiter reden. Kopfschüttelnd legte ich meine Hand in seinen Nacken, zog ihn zu mir und legte meine Lippen sanft auf seine. "Alles gut," antwortete ich nur kurz und zog ihn auch schon mit ins Badezimmer. Duschen klang für mich gut. Und heute konnten wir uns so viel Zeit lassen, wie wir wollten. Wir konnten uns aber auch den ganzen Tag einteilen, wie wir wollten, denn weder ich noch er hatten irgendetwas geplant. Und der Flug nachhause ging auch erst morgen früh.

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Zara Winther
Was erwartete er denn bitte von mir? Dass ich ihm hier wieder und wieder mein Herz ausschüttete, dass ich versuchte ihn umzustimmen und nur noch mehr Kraft damit verbrauchte bei ihm zu sein obwohl ich wusste, dass es mir den Rest geben würde? Was erwartete er? Ich konnte doch nicht jedes Mal versuchen ihn umzustimmen, und jedes Mal für etwas kämpfen das er doch ohnehin nicht wollte. Er wollte keine Beziehung, weil er gesagt hatte das er nicht dazu fähig war zu lieben oder geliebt zu werden. Nun war das Gegenteil bewiesen, und immer noch ließ er es nicht zu. Weil ich es auch nicht tat, obwohl ich es mir wünschte. Obwohl ich es zulassen wollte, und obwohl ich wusste das es mich zerstören würde. Ich konnte es aber nicht. Ich konnte nicht so tun als wäre alles in Ordnung, und ich konnte nicht so tun als würde er nicht sterben. Denn genau das passierte hier nun einmal! Er starb vor meinen Augen, wurde schwächer und schwächer und war deshalb sogar gegangen. Und ich hatte nicht verstanden das er seine Worte ernst gemeint hatte, als er sich im Flugzeug von mir verabschiedet hatte. Er hatte seine Worte ernst gemeint, und ich wusste einfach nicht ob ich dazu bereit war jemanden noch näher an mich zu lassen, der doch ohnehin nicht mehr lange hier war. Den ich nicht für eine ganze Weile bei mir haben würde, sondern nur für einen begrenzten Zeitraum. Und wir wussten noch nicht einmal wie lange er noch leben würde, wie lange er noch stark genug war. Und nun wollte er auch noch in irgendwelche Pubs gehen und trinken, als wäre das eine Lösung für all seine Probleme. Nein verdammt, das war es nicht, und ich würde ihm ganz bestimmt nicht dabei zusehen wie er seinen Körper nur noch mehr bestrafte! Dann konnte er verdammt nochmal alleine dorthin laufen, und auch alleine nachhause kommen. Er aber .. zog es so weit, dass er mir sogar vorwarf ihm seinen Drink nicht zu gönnen. Einem Todgeweihten. Dachte er das wirklich? Das ich ihm den Drink nicht gönnte? Ich knirschte die Zähne, wandte den Blick ab und stieß die Luft aus. Er war ein Arschloch, und manchmal benahm er sich nicht wie mein Freund sondern wie genau das: ein Arschloch. Und jetzt gerade war eine dieser Situationen. Er warf mir hier Dinge vor, von denen er selbst wusste das sie nicht stimmten! Automatisch zog ich meinen Pullover und die Jacke enger um mich, vergrub mich im Stoff und schüttelte den Kopf. "Mach doch was du nicht lassen kannst, aber ohne mich," ohne den Blick noch einmal zu heben lief ich auch schon an ihm vorbei, stieß ihn dabei mit der Schulter an und spannte mich an. "Du kannst mich anrufen wenn du das Arschloch nicht mehr raushängen lassen willst," knurrte ich leise. Dieses Mal war er zu weit gegangen. Ich war keine Ahnung wie lange geflogen um ihn zurück nach Australien zu holen, weil ich nicht wollte das er hier bei seinen Eltern zu Grunde ging bevor er starb. Weil ich bei ihm sein wollte, wenn es zu Ende ging, und alles was er tat war mir Vorwürfe zu machen, weil ich ihm gesagt hatte das er starb und ich deshalb keine Beziehung wollte. "Zu deiner Information, ich hätte mir eine Beziehung gewünscht! Ich hätte verdammt nochmal darauf gehofft das du mein erster Freund wirst!", rief ich ohne mich umzudrehen, schlang dabei die Arme um mich und schluckte die Tränen und den Kloß in meinem Hals hinunter. Was machte es schon für einen Unterschied ob ich mir etwas wünschte? Ich bekam in meinem Leben doch ohnehin nie das, was ich wollte oder mir wünschte.

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Leopold Ares Westfield
Ich führte mich auf wie ein beleidigtes kleines Kind, das seinen Willen nicht bekam. Ich liebte diese Frau. So seltsam es auch klang, vor allem aus meinem Mund oder in meinen Gedanken, aber es war so! Ich liebte sie. Ich war fähig dazu und ich war liebevoll zu ihr. Ich hatte doch beinahe eine Beziehung mit ihr geführt, bevor ich nach London abgehauen war. Ich hatte in ihrem Bett geschlafen, hatte sie geküsst, sie an mich gezogen, wann immer ich es gewollt hatte. Ich hatte zwar noch nie eine Beziehung geführt, aber das kam dem Ganzen doch schon ziemlich nah. Ich wäre bereit gewesen weiter zu gehen, wäre da nicht der Tumor in meinem Hals, der mich langsam aber sicher tötete. Nur deswegen hielt ich sie auf Abstand. Weil ich glaubte es wäre das Beste für sie. Ich tat es für sie, damit sie weitesgehend von mir verschont blieb und das hatte ich ihr im Riesenrad erklärt. Es wäre schön gewesen zu hören, dass sie sich all das auch gewünscht hätte, aber so war es nicht. Sie hatte mich ja gern, aber ich starb, hatte sie gesagt. So war es ja auch. Ich starb. Eine Beziehung war rational gesehen Schwachsinn. Sie würde mehr Schaden bringen als Genuss. Auch wenn ich es wusste... hatte ich das aber nicht von ihr hören wollen. Es war wie wenn man genau wusste, dass man zu viel auf den Rippen hatte, aber von anderen hören wollte, dass man abgenommen hatte oder gut aussah. Selbst wenn es eine Lüge war, es hätte meine Gefühle definitiv verschont. Ich hätte sie trotzdem nicht an mich heran gelassen. Ich hätte schon für sie gesorgt. Ich fuhr mir über die Stirn und rückte meine Mütze gerade, als wir aus dem Riesenrad ausstiegen und Zara plötzlich stehen blieb. Ich war bockig und ich wollte trinken gehen. Es ging mir scheiße und ich betäubte mich mit Alkohol. So lief das hier. So war es vor ihr immer gelaufen und so war es die letzten Wochen ohne sie auch gewesen. Sie würde nicht mit mir kommen. Gut, dann würde ich eben kurz allein gehen. Doch dann drohte sie mir ernsthaft, dass sie in irgendeinem schäbigen Motel übernachten würde, wenn ich in die Pubs ging. "Was? Gönnst du einem Todgeweihten seinen Drink nicht oder was?", feuerte ich nun immer noch ziemlich beleidigt und gereizt zurück. "Ich bin alt genug und ich sterbe sowieso! Soll ich jetzt... nach Hause gehen, mich ins Bett setzen, Hühnersuppe schlürfen und auf meinen Tod warten?" Okay, das war wirklich nicht nett von mir, aber ich war irgendwie verletzt, auch wenn ich es so nicht zugeben wollte. Ich war sauer - umschrieben wir es mal so - und sie wollte mir nicht einmal mehr einen Drink lassen, um Dampf abzulassen. Also natürlich war ich motzig!

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Rodrigo da Moura Brandão
Ja, das war so eine Sache zwischen Clyde und Hae-Sung. Aber er müsste auch einsehen, da die Liebe ihnen einfach einen Streich gespielt hat. Er schien aber dafür überhaupt kein Verständnis zu haben. Vergeben war halt für manche etwas schwieriger als gedacht, obwohl es einfach zum Leben dazu gehörte. Sie könnten nicht immer nachtragend sein. Ich seufzte leise bei ihren Worten und sah sie an. "Er hatte jedes Recht wütend zu sein. Aber langsam sollte er sich wirklich aufhören so kindisch zu benehmen, denn so macht man keine richtigen Geschäfte", meinte ich und zuckte die Schultern. Die ganze Sache war nun auch schon vor einer Weile passiert und er hatte wohl auch genug Zeit gehabt, um sich damit abzufinden. Er benahm sich einfach nur noch kindisch. "Schlussendlich muss es für dich stimmen, ob du dieses Angebot annehmen willst", meinte ich und lächelte sie leicht an. Sie hatte wohl in etwa die gleiche Entscheidung zu treffen. Aber beide waren keine leichten Entscheidungen. Sie müsste mit jemanden zusammenarbeiten, mit dem sie mal das Bett geteilt hatte. Und wenn ich es annehmen würde, dann würden wir uns noch viel weniger sehen als jetzt schon. Ich betrachtete die verschiedenen Reaktionen von Hae-Sung. Manchmal schüttelte sie den Kopf, dann betrachtete sie mich mit gerunzelter Stirn. Ich wusste nicht, wie ich das alles deuten sollte. Ich stiess die Luft aus, als sie es mir versprach. "Danke.. das ist sehr beruhigend", murmelte ich leise und sah sie an. Ich wollte einfach alles für diese Beziehung tun, um sie zu retten, wenn das nötig war. Dann wollte ich nicht erst kommen, wenn es schon zu spät war. Ich schürzte die Lippen und sah sie an. "Ich könnte auch damit leben, dich zu begleiten", erwiderte ich sofort auf ihre Worte. Wenn sie das konnte, dann konnte ich das auch. Trotzdem würde es Überschneidungen geben, dann würden wir beide unterwegs sein. Wenn wir Pech hatten, würden wir sogar auf zwei verschiedenen Kontinenten sein. Ich zog sie zu mir und vergrub mein Gesicht an ihrem Hals. "Ich könnte es nicht ertragen, dich zu verlieren", murmelte ich leise und küsste sanft ihren Hals. Es würde mich wortwörtlich zerstören. Das war kein Witz, das meinte ich wirklich so. Ich hob sie sanft auf die Beine und stand dann ebenfalls auf. "Gehen wir duschen", wiederholte ich unsere Worte von vorhin. Wir hatten schon lange vorgehabt zu duschen und dennoch waren wir sitzen geblieben. Langsam bekam ich auch wirklich Hunger und wollte danach auch frühstücken gehen. "Oder willst du noch weiter reden?", fragte ich sie und sah sie an. Ich wollte sie garantiert nicht bei irgendwas unterbrechen. Wenn sie jetzt noch weiter reden wollte, dann musste sie das nur sagen. Sie wusste ganz genau, dass sie sich jederzeit wehren konnte, wenn ihr etwas nicht passte.

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