The Acting Debut (RPG)

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The Acting Debut (RPG)

Hey hoo =) Dieses RPG eröffne ich für Laufmasche - Fragen, Steckis etc. an sie.

HIER findet ihr die Gruppe zum RPG.

Story
Wir schreiben das Jahr 2010.
Ein gutes Jahr für die Schüler an der Schauspielschule TAFE in Südaustralien. Jährlich schaffen es nicht mehr als 40 verschiedene junge Leute an der Schule angenommen zu werden, meist auch nur die reichen und schönen, immerhin verdient sich die Schule an ihnen ihr Geld. Die TAFE gilt als eine der besten und angesehensten Schauspielschulen auf der Welt, auch in diesem Jahr finden Auswahlprüfungen statt, wer wird sie wohl meistern?
Der Druck, unter dem die angehenden Schauspieler/innen stehen, ist enorm hoch. Da wird schon mal die ein oder andere Pille eingeworfen um dem Stress zu entkommen und der ein oder andere Schluck Alkohol zu viel getrunken um Spaß zu haben, schließlich sind es auch nur Menschen.
Wie in jeder guten Geschichte muss es auch hier die bösen Jungs geben, sie sorgen immer wieder für Intrigen, Lügen und Skandale, jedoch werden diese immer nur in der Schule weitergegeben, es scheint so, als würde kein gesprochenes Wort welches in der Schule fällt je hinter die Türen der TAFE gelangen, was gut für den ein oder anderen zu sein scheint. Immerhin ist nicht alles aus Gold was glänzt.
Doch auch die Lehrer scheinen es faustdick hinter den Ohren zu haben, es spricht sich herum dass der ein oder andere sich schon mal an Schülern vergriffen hat. Oder war es vielleicht umgekehrt und die Schüler machen die Lehrer verrückt?
Was ist mit dir? Wirst du dem Druck standhalten können und die Schule meistern? Oder wirst dran kaputt gehen und zum Schluss in'ner Klinik landen?

Die TAFE :

Eine Schauspielschule in Südaustralien, hier wirst du ganz besonders unter Schauspiel und Tanz unterrichtet Doch natürlich gibt es noch andere Fächer. Eine Ausbildung dauert 3 Jahre und ist ziemlich anspruchsvoll, in der Schule stehen dir angrenzende Häuser zur Verfügung die genutzt werden können sofern man nicht zu Hause bleiben kann/will/darf. Der Unterricht beginnt um 8 Uhr morgens und endet erst um 15 Uhr nachmittags, auch Samstag ist Unterricht jedoch nur von 9 bis 14.30 Uhr.
Danach haben die Schüler und Lehrer Freizeit und können machen was sie wollen. Geregelte Bettzeiten gibt es an dieser Schule nicht da keiner der Schüler unter 19 Jahre sein darf.

Stundenplan

Mo. Di. Mi. Do. Fr.

  1. Tanz
  2. Körper – Stimm Training
  3. Improvisationstheater
  4. Theatergeschichte
  5. Gesang
  6. Schauspiel
  7. Pause (1. Std.)
  8. Bühnenkampf

Sa.

  1. Fechten
  2. Körperschule
  3. Schauspiel
  4. Bühnenkampf
  5. Pause (30. min.)
  6. Sprecherziehung
  7. Musik

Charaktere :
Schüler/innen
Sie dürfen nicht jünger als 19 und nicht älter als 21 sein, wenn sie auf die Schule aufgenommen werden. Entweder leben sie in der Schule oder zu Hause bei ihren Eltern. Meist sind es Kinder reicher Eltern, da ihnen der Platz gekauft wird oder aber man hat ein Stipendium und ist wirklich durch sein Talent auf dieser Schule.

Lehrer
Die Lehrer auf der Schule dürfen nicht jünger als 27 und nicht älter als 45 sein. Viele der Lehrer wohnen auch in der Schule. Einfach weil es für die meisten praktischer ist. Außerdem können sie folgende Fächer unterrichten.

  • Schauspiel
  • Tanz
  • Fechten
  • Musik
  • Bühnenkampf
  • Improvisationstheater
  • Theatergeschichte
  • Sprecherziehung
  • Körperschule
  • Körper – Stimm Training

Kein Lehrer darf mehr als 3 Fächer unterrichten.

Steckbriefvorlage :

(bitte auch Lehrer spielen, ich weiß, dass es mit Schülern mehr Spaß macht, aber ohne Lehrer geht’s leider nicht.)

HoN Name : Wie heißt ihr im HoN?
Rollen Name: Wie soll euer Chara heißen?
Geschlecht : Ist euer Chara männlich oder weiblich?
Alter: Wie alt ist euer Chara?
Schüler/in oder Lehrer?: Was seid ihr?
Aussehen (Link): Wie seht ihr aus?
Wie kam er/sie auf die Schule?: Reiche Eltern oder Stipendium?
Klasse: 1. 2. o. 3 Klasse
Charakter/Eigenschaften ( 4 – 6 Sätze sollten reichen) : Welche Eigenschaften besitzt euer Chara?
Stärken : Was sind eure Stärken?
Schwächen : Was sind eure Schwächen?
Geschichte : Was hat euer Chara alles vorher erlebt?
Extra Informationen : Ihr wollt noch etwas sagen? Hier ist Platz!
Fach (nur für Lehrer) : Welche Fächer unterrichtet der Lehrer?

Regeln ! :
- Erstmal gelten die  Allgemeinen RPG Regeln !
- Nochmals Steckbriefe, Fragen etc. bitte nur an mich.:)
- Keine richtigen Beleidigungen, es sei denn sie gehören zum RPG – aber auch dann, keine zu harten !
- Keine MarySues !
- Es wird in der Ich – Form geschrieben. Gesprochenes in „ - “. Gedachtes in ' - ' und Sachen die nicht ins RPG gehören bitte in ( - )
- Achtet bitte auch auf Groß- und Kleinschreibung. Damit das Geschriebene auch gut rüber kommt und es nicht zu monoton klingt.
- Versucht nicht all zu viele Rechtschreibfehler mit reinzubringen. Ein paar sind voll ok, aber man sollte nicht überlegen müssen, was der andere gerade geschrieben hat.
- Bitte zwei – bis dreimal die Woche im RPG vorbeischauen :)
- Falls wer in den Urlaub fährt, wegen Schulstress nicht on kommen kann etc. möge doch bitte mir, einem anderen Mitspieler oder gleich im RPG schreiben.
- Bitte immer Bescheid geben wenn man off geht, ein einfaches 'muss off, bye' reicht.
- Keine zu kurzen Sätze. Mehr als 5 wären schon schön.
- Wenn jemand gegen die meisten Regeln immer wieder verstößt und er sich nach mehrmaligem Ermahnen noch immer nicht dran hält wird er aus dem RPG gelöscht !

Diskussion

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Hae-Sung "Rian" Kang
Dieser Mann brachte alles durcheinander. Meine Gedanken, meine Gefühle, vor allem aber mein eigentlich so durchgeplantes Leben, in dem ich so unglaublich viel erreichen wollte. Mit jedem Tag fiel es mir schwerer wirklich sagen zu können, ob meine Entscheidungen wirklich die Richtigen gewesen waren. Ich mochte ihn - immer noch, obwohl ich ihn beinahe ein ganzes Jahr lang nicht gesehen hatte, obwohl ich kein Wort mehr von ihm gehört hatte und mittlerweile einen neuen Freund hatte. Und ich wollte dass alles so wurde wie früher, dafür war es aber nun schon viel zu spät. Und ich wusste nicht wieso. Ich konnte nicht sagen weshalb er mir nicht versucht hatte auszureden Schluss zu machen, und mir Mut gemacht hatte dass es doch nur ein paar Monate dauern würde. Ich wusste es nicht, und vielleicht war dieser Wunsch egoistisch ihm gegenüber, aber dennoch tat ich es. Ich wünschte mir dass er nicht einfach aufgelegt hätte, sondern mit mir gesprochen hätte. Wieso hatte ich ihm nichts dazu gesagt - wieso hatte ich einfach Schluss gemacht, statt mit ihm darüber zu reden. Wieso hatte ich geschwiegen und im Stillen entschieden, dass das Beste für uns wäre einfach Schluss zu machen. "Hätte es denn etwas geändert? Hätte es irgendetwas daran geändert dass du in Amerika warst, und ich hier saß?" Nein. Nein das hätte es nicht, aber es hätte die Möglichkeit gegeben dass ich verstand das es nicht etwa die Beste Lösung für uns war. Es war nicht das Beste gewesen, was ich hätte tun können, und das wusste ich jetzt auch. Ich hätte mit ihm sprechen sollen, anstatt einfach mit ihm Schluss zu machen. Ich wusste es! Und ich wusste auch, dass es nicht nur für mich schwer gewesen war. Ich wollte ihm hier nicht unterstellen dass es ihn völlig kalt gelassen hatte, aber ich verstand es einfach nicht. Ich verstand einfach nicht weshalb er es hingenommen hatte, wenn es doch auch für ihn schwer gewesen war. Wenn er Gefühle für mich gehabt hatte. Er hasste mich nicht? Er hasste mich nicht. Das sagte er. Mein Herz zog sich schmerzhaft zusammen, denn auch wenn ich nun wusste dass er mich nicht hasste, änderte es rein gar nichts. Er hasste mich nicht, und ich sollte ihn nicht in Ruhe lassen weil er keinerlei Gefühle mehr für mich hatte, viel mehr aber .. weil er nicht über uns hinweg war. Weil er immer noch an uns dachte, und sich die Zeiten zurück wünschte, die wir gehabt hatten. Wie ich in diesem Moment. Wie ich, seit ich wieder hier angekommen und ihn gesehen hatte. Es änderte nichts. Ich hatte einen Freund, und die Welt hörte bereits die Hochzeitsglocken - selbst Rodrigo dachte dass ich einfach so jemanden heiraten würde, mit dem ich nicht länger als ein halbes Jahr zusammen war. Schweigend drehte ich ihm den Rücken zu, raufte mir die Haare und schloss die Augen. Wieso konnte das leben nicht ein einziges Mal einfach sein? Weshalb musste es immer irgendetwas geben, das einen aufhielt etwas zu tun was man wirklich wollte? In diesem Moment wollte ich ihn. Ich wollte ihn küssen, ihn berühren und einfach nur vergessen was das letzte Jahr über passiert war - aber ich konnte nicht. Ich konnte nicht einfach so auf ihn zugehen und ihn küssen, weil ich einen Freund hatte. Ich hätte nicht hier her kommen sollen, ich hätte mit Clyde darüber sprechen müssen was mit mir los war, weshalb ich mich seit wir hier angekommen waren immer mehr distanzierte und so komisch verhielt. "Ich bin ein dummer, hormongesteuerter Teenager. Ich sollte glücklich mit Clyde sein, sollte mich darüber freuen das ich endlich Erfolg habe, stattdessen verbringe ich meine Zeit aber damit mir Gedanken über dich zu machen. Seit ich dich am Flughafen gesehen habe, habe ich keine Ahnung mehr was ich überhaupt fühle, oder fühlen soll", murrte ich über meine eigene Dummheit. "Denkst du ernsthaft ich habe dich besucht weil ich nichts mehr für dich fühle? Denkst du ich würde meine Zeit ständig damit verbringen über dich nachzudenken, wenn wir für mich beendet wäre? Ich habe mir fast in die Hosen gemacht als Mirabell mir geschrieben hat dass du ins Krankenhaus gebracht wurdest, weil sie mir nicht sagen konnte was mit dir war", Kopfschüttelnd blieb ich an Ort und Stelle stehen, weil ich mich nicht traute den Abstand zwischen ihm und mir auch nur um einen Millimeter zu verringern; weil ich keine Ahnung hatte was ich tun würde, wenn ich ihm näher kommen würde. Ich sollte noch nicht einmal hier sein, und jetzt war ich doch hier und erinnerte mich an jeden Kuss, und jede Berührung. Und ich war glücklich mit diesen Erinnerungen.

wir sprechen zu viel,
und fühlen zu wenig
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Rodrigo da Moura Brandão
Ich verstand echt nicht, was sie hier zu suchen hatte. Ihr Verlobter war zuhause, auch wenn ich keinen Ring an ihren Finger entdecken konnte. Vielleicht hatte sie ihn aber auch gerade einfach nur abgezogen, weil sie mir kein schlechtes Gewissen machen wollte. Weil sie Rücksicht auf mich nehmen wollte. Aber das hatte sie auch nicht gemacht, als sie damals mit mir Schluss gemacht hatte. Ich seufzte leise und hob dann überrascht eine Augenbraue. Ich hatte mit jeder Frage gerechnet, aber nicht mit dieser. Ich überlegte mir eine passende Antwort. Was hätte ich denn schon sagen sollen? Sie war ein Sturkopf und wenn sie sich einmal für etwas entschieden hatte, dann konnte man sie davon nicht abbringen. Bevor ich jedoch eine passende Antwort geben konnte, drängte sie sich auch schon an mir vorbei in meine Wohnung hinein. Das war keine gute Idee. Es wäre besser, wenn sie draussen wäre und ich in meiner Wohnung. Es wäre besser für uns beide, damit wir keine Dummheiten begehen würden. So viele Erinnerungen waren in diesem Ort hier verankert. Hier hatten wir den Teil unserer Beziehung gelebt, den wir gehabt hatten. Sie hatte das alles einfach weggeworfen, als hätte es nichts bedeutet. Ich schloss langsam die Türe und humpelte zu meiner Couch hinüber. Ich legte das Bein ebenfalls auf das Sofa und sah sie dann wieder an, als sie weiter redete, während ich immer noch keine Antwort auf ihre erste Frage gegeben hatte. "Wieso hast du mir denn nichts darüber gesagt?", erwiderte ich. "Willst du mir etwa unterstellen, dass es nur für dich schwierig gewesen war und für mich nicht? Aber anstatt dass du mit mir darüber reden würdest, machst du lieber gleich Schluss", erwiderte ich und presste kurz die Lippen aufeinander. Wollte sie wirklich sagen, dass nur sie hier die Leidende gewesen war? Wollte sie etwa sagen, dass mir das Ganze total egal gewesen war? Ich seufzte leise und sah sie an. "Hassen?", erwiderte ich und sah sie ungläubig an. Das glaubte sie wohl doch kaum nicht. "Ich hasse dich doch nicht", widersprach ihr und sah sie an. Sie hatte es wirklich total falsch verstanden. "Du sollst mich nicht in Ruhe lassen, weil ich dich hasse. Sondern du solltest mich in Ruhe lassen...", ich brach ab und sah sie an, während ich mir durch das Haar fuhr. "Du sollst mich in Ruhe lassen, damit ich über dich hinwegkommen kann. Wenn du die ganze Zeit in meiner Nähe bist und mich besuchst, obwohl du einen Freund hast, kann ich das nicht schaffen", versuchte ich es zu erklären. Damit war es raus. Sie wusste nun, dass ich immer noch Gefühle für sie hatte. Nun wusste sie, dass das ganze für mich noch nicht abgeschlossen war. Nun wusste sie, dass ich immer noch Gefühle für sie hatte. Sie konnte sich nun selbst denken, dass ich eifersüchtig auf ihren Freund war. Weil er all das haben konnte, was ich begehrte hatte und immer noch begehrte. Er hatte sie mir dazu nicht einmal wegnehmen müssen, sondern sie war freiwillig zu ihm gegangen. Weil ich es sehr wahrscheinlich verbockt hatte. Dabei hatte ich es mir noch nicht einmal selber ausgesucht. Ich war gezwungen worden, nach Amerika zu gehen. Ich seufzte leise und schloss die Augen. Ich hatte nun alles gesagt. Ich öffnete meine Augen wieder und sah ihr in die Augen. "Verstehst du mich nun? Du hast wohl das ganze ein bisschen falsch interpretiert", fügte ich noch hinzu, bevor ich wieder schwieg.

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Hae-Sung "Rian" Kang
Ich schluckte schwer. Es war eine wirklich dumme Idee von mir hier her zu kommen, wenn ich doch genau wusste dass er mich nicht sehen wollte. Er wollte nichts mehr mit mir zutun haben, weil wir keine Beziehung mehr haben sollten. Er war nicht mehr mein Lehrer. Er war nicht mehr mein Freund. Er sollte kein Teil meines Lebens sein, die Leute hier dachten doch alle dass ich ihn abgrundtief hasste, obwohl ich die Person gewesen war die ihn am meisten vermisst hatte. Ich hatte einen Fehler gemacht, weil ich mit ihm Schluss gemacht hatte, und ich musste damit leben, aber das konnte ich nicht wenn ich nicht wusste warum er mich nicht aufgehalten hatte. Wenn er wirklich Gefühle für mich gehabt hätte, so wie er gesagt hatte, dann hätte er mich nicht einfach gehen lassen. Dann hätte er nicht einfach aufgelegt, sondern versucht mich davon abzuhalten mit ihm Schluss zu machen. Aber das war wohl nicht sein Stil. Ich war doch ohnehin nur eine dumme Neunzehnjährige, die nicht wusste was sie denn nun eigentlich wollte. Weil ich mein Leben leben wollte, und mir eine Karriere aufbauen wollte, weil ich Spaß wollte. Warf er mir diese Dinge wirklich vor? Hasste er mich deshalb? Weil er dachte dass ich mit ihm Schluss gemacht hatte, weil ich keine Gefühle mehr für ihn gehabt hatte, oder weil er mich nur davon abhielt meine Ziele zu erreichen? Angespannt knetete ich meine Hände, während ich darauf wartete dass er mir die Tür öffnete, als er mir jedoch dann wirklich gegenüber stand stockte mir der Atem. Ich hätte mir überlegen sollen was ich ihn fragen wollte. Oder weshalb ich denn nun eigentlich hier her gekommen war. Er sah nicht unbedingt sonderlich erfreut darüber dass ich hier war, böse war er aber scheinbar nicht .. zumindest nicht so sehr, wie ich gedacht hatte. Warum war ich hier? Was wollte ich von ihm? Warum war ich wohl hier? Weil ich den Weihnachtsmann sehen wollte ganz bestimmt nicht. Kurz sank mein Blick zu Boden, und ich war bereits dabei mir Gedanken darüber zu machen einfach wieder zu gehen und ihn letzten Endes doch endlich in Ruhe zu lassen, sammelte aber schließlich doch meinen Mut. "Warum hast du mich einfach mit dir Schluss machen lassen? Wenn du ernsthaft Gefühle für mich hattest, wieso hast du einfach aufgelegt?" fragte ich ihn. Ich hatte seinen kurzen Blick bemerkt, den Blick der scheinbar ebenso nach einem Ring suchte wie die Fotografen oder Reporter die nur darauf warteten dass Clyde und ich die Gerüchte bestätigten, obwohl die Situation völlig aus dem Kontext gerissen worden war. Er glaubte es. Er glaubte, genauso wie der Rest der Welt, das ich so glücklich mit Clyde war, dass ich ihn nach nur wenigen Monaten Beziehung schon heiraten wollte. Mit neunzehn, fast zwanzig Jahren und einer Karriere die ohne ihn wahrscheinlich nur halb so steil gewesen wäre. Ich sah ihn für einen Moment an, schob mich an ihm vorbei in seine Wohnung ohne darauf zu warten von ihn darum gebeten zu werden. Ich wollte es wissen, denn auch wenn ich die Wahrheit möglicherweise nicht hören wollte, musste ich es einfach wissen um ihn vergessen zu können, wie er es bei mir scheinbar gekonnt hatte. Kurz stockte ich, erinnerte mich an die unzähligen Stunden die wir hier verbracht hatten, schöne Stunden die ich nur zu gerne wiederholt hätte. Jetzt sofort. Später. Irgendwann. Gott, ich hatte einen Freund! "Denkst du allen Ernstes das es mir leicht fiel? Ich war hier, ich und nicht du! Ich habe verdammt nochmal täglich hier hocken können, und so tun müssen als wärst du mir scheiß egal, weil die Leute hier denken dass ich dich nicht ausstehen kann. Du hast dich wenigstens nicht täglich damit beschäftigen müssen jedem etwas vorzuspielen! Ich habe nicht Schluss gemacht weil ich keine Gefühle mehr für dich hatte, Gott ich habe Schluss gemacht weil ich keine Ahnung habe wie ich damit umgehen soll!" Oh. Das klang anders, als ich es sagen hatte wollen. Kopfschüttelnd lachte ich auf und fuhr mir durch die Haare. "Sag es mir. Wieso hasst du mich so sehr, dass ich dich in Ruhe lassen soll? Was habe ich getan, außer mit dir Schluss zu machen?" Er hatte mir doch gesagt dass ich Spaß und Erfolg haben sollte, und trotzdem hasste er mich. Er hatte mich nicht aufgehalten verdammt, er hatte mich doch einfach nur in eine Richtung geschubst, in der ich ihn nie mehr wieder sehen sollte.

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Rodrigo da Moura Brandão
Langsam hatte ich wirklich das Gefühl, dass Hae-Sung mich verarschen wollte. Sie besuchte mich die ganze Zeit und wollte einfach nicht locker lassen und dann kam so etwas. Sie wollte tatsächlich heiraten. Aber gut, dann sollte sie das doch tun. Irgendwann würde ich mich schon irgendwie wieder einkriegen. Sie würde in dieser Zeit eine fantastische Karriere haben, heiraten und ein paar kleine Kinder kriegen. Das war doch das Leben, dass sie sich gewünscht hatte. Sie hatte diese Karriere gewollt uund sie hatte einen Freund gewollt, mit dem sie sich an der Öffentlichkeit blicken lassen konnte. All das hatte sie nun und genau das liess mich unruhig schlafen. Irgendwann gab ich es auf und starrte einfach nur noch Löcher an die Decke. Mein Bein war weiterhin hochgelagert und ich wusste nicht, was ich noch tun sollte. Vielleicht sollte ich später noch einmal ins Fitness gehen. Es war momentan die einzige Beschäftigung, die mich ein bisschen ablenkte. Ansonsten hängte ich nur immer mit meinen Gedanken Hae-Sung nach. Ich seufzte leise und hörte ein Klopfen. Wer war es denn nun? Wieder dieses Mädchen, dass mir Schokoladenmuffins von eine anscheinend unbekannten Person vorbeibringen wollte? Ich seufzte leise und schnappte mir die Krücken. Ich ging an die Tür und öffnete diese. Meine Augen weiteten sich überrascht, als ich sie vor der Türe sah. Verdammt, was tut sie denn jetzt hier? Es regnete nur so von Schlagzeilen über ihre Heirat, also was hatte sie hier zu suchen? Ich schwieg und sah sie fragend an. Ich wusste nicht, ob es eine gute Idee wäre, wenn sie hineinkommen würde. Ich wollte keine Dummheiten anstellen. Auch wenn ich ein gebrochenes Bein hatte, konnte ich immer noch sehr viel Dummheiten anstellen. "Was willst du hier?", unterbrach ich dann die Stille. Immerhin war sie hierher gekommen und sie war diejenige gewesen, die an meine Tür geklopft hatte. Ich wusste nicht, was sie hier noch zu suchen. Ohne dass ich es wollte, glitt mein Blick zu ihrem Finger. Ich erkannte keinen Ring. Vielleicht hatte sie ihn aber auch nur schnell weg gelegt. Vielleicht wollte sie ihn in der Öffentlichkeit nicht tragen, weil die Medien sonst schon genug über sie diskutierten. Das hatten sie jedoch ganz alleine zu tragen. Sie hatten diese Entscheidung gefällt und mit diesem Drang musste sie nun leben. Sie hatte ein Leben an der Öffentlichkeit gewollt. Ich blieb dort stehen, wo ich war, während ich darauf wartete, dass sie irgendwas sagte. Gott, diese Frau machte mir das Leben wirklich schwer. Aber eigentlich hatte ich es mir auch selber zuzuschreiben. Ich seufzte leise und fuhr mir durch das Haar, während ich ein bisschen an der Tür abstützte. Ansonsten müsste ich die ganze Zeit mein Zeit belasten und auf die Dauer war das nicht angenehm. Ich fragte mich wirklich, was sie hier zu suchen hatte. Sollte sie nicht schon längst dabei sein, ihre riesige Hochzeit zu planen? [Sorry, schlecht.]

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Hae-Sung "Rian" Kang
Ich war es leid. In diesem Moment war ich dieses Leben - schon jetzt - leid. Die Tatsache dass ich nichts tun konnte, ohne von irgendwelchen Fotografen verfolgt zu werden, damit sie Bilder an irgendjemanden verkaufen konnten um ihnen den nötigen Stoff für einen kurzen Artikel zu liefern, der doch nur aus Gerüchten und Einbildungen bestand. Nichts, rein gar nichts, war an diesen Gerüchten wahr. Ich hatte nicht vor mein Leben schon jetzt mit jemandem ernsthaft zu teilen; ich wusste doch noch nicht einmal ob ich den Rest meines Lebens überhaupt mit Clyde verbringen wollte, um ehrlich zu sein war das mit ihm und mir aber wohl doch einfach nur etwas für den Moment. Gott, er hatte etwas Besseres verdient als jemanden wie mich, der ihn belog wenn es darum ging wohin ich ging - nicht etwa zu Mirabell, sondern zu einem anderen Mann - und danach noch nicht einmal ein schlechtes Gewissen hatte, wann auch immer ich neben ihm im Bett lag, oder mit ihm duschte. Was für ein Mensch war ich bitte? Sollte das nicht bereits genügend über mich aussagen? Vielleicht hatte Blake mich nicht zu dem hier gemacht, schließlich war er schon lange aus meinem Leben verschwunden, und trotzdem benahm ich mich noch so als könnte mir die Welt gehören. Als hätte ich ein Recht darauf andere Menschen zu verletzen, nur um selbst ein schönes Leben führen zu können, oder einfach nur amüsiert zu werden. Nicht alleine zu sein. Dass die Welt sich wirklich die Mühe machte mir tagtäglich zu folgen, und überhaupt interesse an meinem Spiel zeigte, überraschte mich um ehrlich zu sein nicht wirklich. Sie wussten nicht, was in mir vorging. Sie hatten keine Ahnung. Sie sahen einfach nur das, was ich ihnen zeigte: die nette, hübsche Schauspielerin, die gerade dabei war die Welt zu erobern, und dabei ein paar Herzen brach. Leise seufzte ich, bog um die Ecke und versteckte mich im Türrahmen eines Hauses. Diese Fotografen waren schlimmer als die Pest, und um ehrlich zu sein glaubte ich wirklich nicht dass es durch diese Gerüchte besser werden würde. Nicht, wenn wahrscheinlich jeder ein Bild vom schönen Ring sehen wollte, oder der Erste sein wollte der das Babybäuchlein zu sehen bekam. Konnten mich diese Idioten nicht in Ruhe lassen?! Irritiert zog ich mein Handy heraus. Clyde. Hatte er nicht kapiert dass ich nicht mit ihm sprechen wollte? Er sollte mich einfach in Ruhe lassen, alle hier sollten mich in Ruhe lassen. Ich ignorierte den Anruf, sowie die nächsten Drei - und scheinbar hatte er begriffen dass ich nicht mit ihm reden wollte, denn nach einer Weile verblieb mein Handy stumm. Schweigend ließ ich mich auf die Rückbank des Taxis sinken, bat ihn einfach loszufahren während ich mir ein Ziel überlegte. Womöglich wäre es gut zu Mirabell zu fahren, ihr alles zu erklären und mit ihr zu sprechen, vielleicht hätte sie eine Idee was ich denn nun tun sollte.Ob es aber eine wirklich gute Idee war zur TAFE zu fahren, wenn ich mich eigentlich von Rodrigo fernhalten wollte, wusste ich dann doch wieder nicht. Es spielte aber keine wirkliche Rolle, denn nach nur einer halben Stunde war ich an der TAFE, und nun stand ich wieder hier vor seiner Tür, die Hand erhoben und dennoch fehlte mir der Mut zu klopfen. Weil ich wusste dass er mich nicht sehen wollte; erst Recht nicht mit diesen Gerüchten die durch die Welt kursierten. Unsicher kaute ich auf meiner Lippe, spürte ein weiteres Mal in meiner Hosentasche das Handy vibrieren. Ich wollte mit ihm reden, wollte wissen wieso er mich einfach hatte Schluss machen lassen, wieso er mich dafür so sehr hasste, wenn er doch scheinbar keinerlei Probleme gehabt hatte mich gehen zu lassen. Kurz ließ ich die Hand wieder sinken, legte den Kopf in den Nacken und atmete tief ein. Ich hasste mich hierfür. Schnell hob ich die Hand, und klopfte bevor mich der Mut wieder verließ. Wahrscheinlich würde er mir die Tür vor der Nase zuwerfen. Ich schluckte etwas, richtete den Blick dem Boden zu und trat bereits einen Schritt zurück, unsicher ob ich nicht doch lieber gehen sollte, bevor er mir die Tür öffnete. Irgendwann musste ich aber erfahren warum er einfach zugelassen hatte das ich Schluss machte. Warum er mich so sehr hasste, dass er mir noch nicht einmal mehr begegnen konnte ohne genervt davon zu sein. Hatte er überhaupt eine Ahnung wie schwer es mir fiel nicht einfach die Hand auszustrecken, oder ihn zu küssen? Nein. Nein das hatte er natürlich nicht, vielleicht interessierte es ihn aber auch einfach nicht. Sehr wahrscheinlich sogar.

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und fühlen zu wenig
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Rodrigo da Moura Brandão
Ich hatte mit allem gerechnet. Ich hätte mit jeder Schlagzeile über Hae-Sung gerechnet ausser mit dieser. Heiraten? Schwanger? Das konnte doch nicht ihr Ernst sein oder? Langsam kam es mir wirklich so vor, als würde sie mir mein Leben ruinieren wollen. Als würde sie mich wirklich in den Ruin treiben. Vielleicht wäre es wirklich das beste, wenn ich mir eine neue Wohnung suchen würde. Zu viele Erinnerungen waren mit dieser Wohnung verbunden. Hier hatten wir unsere gemeinsame Zeit verbracht. Wir hatten hier gelacht, geredet - über unsere Zukunft und Vergangenheit, hatten zusammen miteinander in meinem Bett geschlafen. Wir hatten uns alles über den anderen erzählt. Sie hatte mir erzählt, dass ihre Mutter tot war und sie in diesem Moment nicht einmal bei ihr hatte sein können. Ich hatte ihr von meiner Zeit im Slum erzählt. Etwas, was ich sonst niemanden erzählt hatte. Es war das erste Mal gewesen, dass ich mich jemanden anvertraut hatte. Es war das erste Mal seit langem, dass ich mich gegenüber von jemanden geöffnet hatte und ich Gefühle zugelassen hatte. Nun schien es so, als würde ich dafür ziemlich bestraft werden. Sie hatte mich die ganze Zeit aufgesucht. Sie hatte einfach nicht locker gelassen und nun las ich dafür diese Schlagzeilen? Natürlich konnte es sein, dass dies nicht stimmte. Aber früher oder später wäre diese Schlagzeile doch sowieso aufgetaucht oder nicht? Immerhin hätte man eine Heirat früher oder später doch sowieso von den beiden erwartet. Sie waren beide das Newcomer Pärchen. Sie waren das Pärchen, um das momentan am meisten Wind gemacht wurde. Wenn es weiter mit den beiden so gut ging, würden sie doch wirklich heiraten. Vielleicht stimmte die Schlagzeile sogar und sie würden sehr bald heiraten und kleine Babys bekommen. Ich fuhr mir durch das Haar und kämpfte mich auf die Beine. Am liebsten hätte ich irgendwas zusammen geschlagen, aber das konnte ich wohl gerade nicht machen. Ich holte mir etwas aus dem Kühlschrank, wobei mein Blick auf die Cupcakes fiel. Vielleicht wäre es das beste, wenn ich sie fortwerfen würde. Das war auch so ein Stück, dass mich nur immer wieder an sie erinnern würde. Andererseits brachte ich es nicht über das Herz. Ich seufzte leise und bereitete mir ein kleines Frühstück vor, obwohl ich nicht wirklich Hunger hatte. Ohne dass ich viel von dem Essen spürte, ass ich es auf. Lustlos ging ich wieder in mein Schlafzimmer und legte mich wieder auf das Bett, wobei ich mein Bein ein bisschen hochlegte. Dies und das andere sollte ich tun. Jedoch hatte ich nicht immer Lust darauf, das zu tun, was andere sagten. Ich wollte das tun, was ich wollte. Ich wollte das tun, wonach ich gerade Lust hatte und was mir meine Gefühle sagten. Das könnte ich jedoch wohl vergessen. Irgendwann überkam mich die Müdigkeit jedoch wieder und ich fiel in einen leichten Schlaf. Ich fand jedoch nicht wirklich Ruhe. Die ganze Zeit schwirrten die Bilder in meinem Kopf herum, die ich gesehen hatte. Sie waren wie in mein Hirn gebrannt, dabei wollte ich sie eigentlich nur noch vergessen. Ich war voller Eifersucht, denn ich hatte ihr genau das nicht geben können. Ich hatte ihr kein Leben an der Öffentlichkeit geben können, weil sie meine Schülerin gewesen war. Eigentlich war ich ja selbst schuld, dass ich mich überhaupt darauf eingelassen hatte. Aber schon damals hatte ich viel zu viele Gefühle für sie gehabt und dafür hatte sich mein Verstand verabschiedet.

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Hae-Sung "Rian" Kang
"Ich bringe diese Vollidioten um!" fuhr ich Clyde wütend an, warf einen weiteren Blick auf die dümmste Schlagzeile aller Zeiten und verdrehte knurrend die Augen. Natürlich! Natürlich hatten diese Vollidioten wieder einmal alles in den falschen Hals bekommen, sich eine romantische Geschichte zu einem völlig unromantischen, normalen Moment ausgedacht und es einfach veröffentlicht. Weil sie verdammt nochmal nichts besseres zutun hatten als zwei frisch verliebte Schauspieler zu verfolgen, und ihnen das Leben schwer zu machen. Ich hasste es. Ich hasste diese Schlagzeile, ich hasste diese Reporter, vor allem aber hatte ich diese Situation in der ich nun deshalb steckte. Wieder einmal wurden Gerüchte über mich verbreitet, die noch nicht einmal ansatzweise der Wahrheit entsprachen, und was tat die Welt? Sie glaubte diesem Schwachsinn! Selbst Clyde war davon amüsiert, grinste mich breit an als wäre nichts weiter dabei in den Medien als frisch verlobt oder gar schwanger abgestempelt zu werden. Oh nein, er war ja auch nicht wie ich bereits mehrmals in den Medien aufgefallen - für weniger ehrliche Aussagen. Zerknirscht ließ ich mich aufs Sofa sinken, strich mir die Haare aus dem Gesicht und legte den Kopf in den Nacken. "Ich schwöre dir, wenn mich heute irgendjemand fotografier bringe ich ihn persönlich in die Hölle", murmelte ich. Clyde jedoch ließ sich sichtlich amüsiert und lachend aufs Sofa sinken und zog mich an sich. Warum nahm er diese verdammten Gerüchte bitte nicht ernst? Hatte er überhaupt eine Ahnung was das für uns bedeuten könnte?! "Oh ja toll! Lach ruhig, ist ja auch wirklich unglaublich witzig! Gott, die verheiraten mich nicht nur, die zwingen mir auch noch ein Kind auf!" Als wäre ein Heiratsantrag nicht schon genug Neuigkeit, sie mussten auch gleich mit einer Schwangerschaft ankommen. War ich fett? Sah ich aus als wäre ich schwanger? War es das? "Beruhig dich doch, was ist so schlimm wenn uns die Medie als verlobt betiteln? Ich sehe wirklich kein Problem darin", oh nein er nicht, ich aber! War das sein Ernst? Dachte er allen Ernstes dass es so einfach war? Verdammt nochmal, er hatte ja auch wirklich keinen Grund dafür daraus eine große Nummter zu machen! Ich aber schon! Weil ich Gefühle für einen anderen Mann hatte, und ehrlich nicht wusste wie ich mit dieser Situation hier umgehen sollte. "Das Problem liegt darin dass die Medien wieder einmal etwas erfinden und Geld damit verdienen", murrte ich ihm genervt entgegen und schob ihn von mir. Irritert befreite ich mich aus seinem Griff, stand auf und sah zum Fenster hinaus. "Das ist nicht das Problem. Was ist mit dir los? Seit wir wieder in Australien gelandet sind ziehst du dich zurück", irritert zog ich die Augenbrauen zusammen, kniff mir in den Nasenrücken und atmete laut aus. "Ich habe kein Problem", log ich ihn an. Und er wusste, dass ich los. Er wusste das ich log, und er wusste dass ich ein Problem hatte seit wir wieder in Australien waren. "Ich brauche Luft", wieder einmal nahm ich die Beine in die Hand und lief weg. Weil ich mich gerade nicht mit Clyde darüber unterhalten wollte - oder konnte - weshalb es ein Problem war, dass wir plötzlich als Verlobt abgestempelt wurden, vor allem aber weil ich nicht mit ihm darüber sprechen wollte - und konnte - was für ein Problem ich hatte seit wir wieder in Australien gelandet waren. Schnell schlüpfte ich in meine Schuhe, hörte Clyde hinter mir noch sagen dass das doch nicht mein Ernst sein konnte, als ich aber auch schon die Tür hinter mir zuzog, meinen Blick dem Boden zuwandte und mit der Hand vor dem Gesicht an den Fotografen vorbei lief. Ich hasste es. Gerade in diesem Moment hasste ich meine Entscheidung dieses Lebens so sehr, dass ich wirklich bereute mit Mühe gegeben zu haben.

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Rodrigo da Moura Brandão
Ich hätte gedacht, sie hätte es endlich verstanden. Nachdem ich mehrere Tage nichts mehr von ihr gehört hatte, hatte ich wirklich damit gerechnet, dass sie nichts mehr mit mir zu tun haben wollte. Doch anscheinend war dies nicht der Fall. Ansonsten hatte sie wohl mir keine Muffins gebracht. Sie waren zwar über Umwege gekommen, aber vermutlich war das besser so. Zu viele Erinnerungen waren an diesen Ort gebunden und ich hätte nur eine Dummheit begangen. Ich seufzte leise und fuhr mir durch das Haar. Ich konnte jedoch nicht alle auf einmal essen. Weil ich auf meinen Körper achtete. Die restlichen Schokoladenmuffins stellte ich in den Kühlschrank, während ich den Kaffee austrank. Es war inzwischen zwar schon ein bisschen später, aber das war mir egal. Ich zog mich um und ging trotz meinem gebrochenen Bein in den Fitnessraum. Ich war alleine. Zum Glück. Andere Personen hätten mich nur davon abhalten wollen. Aber ich konnte ja ein bisschen meine Arme, Schultern und meine Brust trainieren, ohne dass ich mein Bein brauchte oder belastete. Ich würde mich nicht von einem gebrochenen Bein einschränken lassen. Da könnten noch so viele Personen etwas sagen, es würde mich nicht interessieren. Nach ungefähr anderthalb Stunden verliess ich den Trainingsraum wieder und war einigermassen zufrieden. Es war zwar ein richtiges Training gewesen, aber wenigstens hatte ich ein bisschen trainiert. Mein Bein schmerzte war ein bisschen, aber das konnte auch daran liegen, dass ich die Medikamente nicht nahm. Ich duschte, als ich wieder in meinem Zimmer war und machte es mir danach im Bett bequem. Ich war müde. Es dauerte nicht lange und dann war ich auch schon eingeschlafen. Das war ein positiver Nebeneffekt, wenn man trainieren ging. Man hatte wirklich etwas gemacht. Am nächsten Morgen wachte ich mit einigermassen guter Laune auf. Ich wusste jedoch nicht, dass diese bald vorbei sein würde. Ansonsten wäre ich wohl noch ein bisschen im Bett liegen geblieben. Ich zog lediglich eine Trainerhose an und ging in mein Wohnzimmer. Ich nahm den Laptop und klappte ihn auf, während ich ein bisschen die neusten Neuigkeiten durchsah. Auf einmal stachen mir mehrere Worte in die Augen. Clyde und Hae-Sung. Heiratsantrag. Ist sie schwanger? Mein Herz zog sich schmerzhaft zusammen. Sie heirateten? Es war noch ein Bild abgebildet, auf dem dieser Clyde vor Hae-Sung auf den Knien war. Ich wusste, dass man den Medien nicht alles glauben sollte. Aber vielleicht hatte er sich ja wirklich geschwängert und daher musste nun die Heirat her. Ich klappte meinen Laptop zu. Wieso tat sie mir das an? Dann suchte sie mich die ganze Zeit auf und verhinderte damit, dass ich endlich von ihr los kommen konnte und dann kam diese Neuigkeit? Sie wollte mich wohl verarschen. Ich machte das alles nicht mehr mit. Vermutlich trug sie nun schon einen fetten Klunker an ihrem Finger und sie freute sich, dass ihr Leben wirklich diesem Richtung annahm, die sie sich gewünscht hatte. Sollte sie noch einmal hierher kommen, würde ich ihr die Türe nicht mehr öffnen. Sie hatte mein Herz gebrochen. Zweimal sogar. Ich würde nicht zulassen, dass sie das noch ein drittes Mal tun würde. Wut war in mir und dennoch wusste ich, dass ich immer noch viel zu viel für diese Frau übrig hatte. Liebte ich sie? Ich wusste es nicht. Das kann man nicht herausfinden, wenn noch Wut und Eifersucht im Spiel war. Ich biss die Zähne zusammen. Ich musste aus diesem Raum. Ich konnte nicht in einem Raum sein, der mich die ganze Zeit an sie erinnerte. Vielleicht sollte ich einfach von hier ausziehen. Hier wurde ich doch sowieso nur die ganze Zeit an sie erinnert.

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Hae-Sung "Rian" Kang
Mein Leben hatte eine völlig andere Richtung eingenommen, als ich zuerst erwartet hatte. Nicht nur die Tatsache dass mein Traum der Schauspielerei mittlerweile wirklich in Erfüllung gegangen war, und ich das Leben lebte das ich mir selbst ausgesucht und hart erarbeitet hatte, auch die Tatsache dass ich mittlerweile Gefühle für jemanden entwickelt hatte, für den ich nichts empfinden sollte; und die Beziehung zu Clyde. Mein Leben lief .. gut, wirklich unglaublich gut, und trotzdem gab es noch Situationen in denne ich mir einfach nur wünschte mit jemandem sprechen zu können, darüber wie ich mich in diesem Moment fühlte, und darüber was sich in meinem Kopf abspielte. Es war verdammt nochmal nicht einfach als neunzehn - fast zwanzig - Jährige sich auf etwas festzulegen, geschweige denn wirklich sagen zu können was in meinem Kopf eigentlich vor sich ging; um ehrlich zu sein hatte ich selbst jetzt keine Ahnung, obwohl ich Clyde gegenüber in einem schönen Restaurant saß und eigentlich keinerlei Hunger verspürte. Eine knappe Stunde saßen wir nun schon hier, nur wenige Meter von den anderen Gästen entfernt und ohne darüber nachdenken zu müssen was wir sagten oder taten. Es war .. angenehm, und so unglaublich schön einfach nur in die Öffentlichkeit gehen zu können, ohne seine Gefühle verstecken zu müssen, weil sie nicht in Ordnung waren. Etwas, was ich mit Rodrigo ständig hatte tun müssen. Wir hatten uns in seiner Wohnung verstecken müssen, und dort hatten wir noch nicht einmal wirklich sicher sein können ob man uns nicht irgendwann einmal entdecken würde. Mittlerweile aber spielte es keinerlei Rolle mehr. Ich hatte Schluss gemacht, und Rodrigo hatte nichts dagegen unternommen, hatte nicht etwa versucht mir irgendwie klar zu machen dass es nur eine Phase war; er hatte es einfach hingenommen, und mittlerweile hasste er mich. Und nun musste ich mit diesem Fehler leben lernen, und einfach vergessen dass ich für diesen Mann Gefühle gehabt hatte - oder immer noch hatte. Beinahe die gesamte Zeit die wir hier verbracht hatten, sprach Clyde darüber dass er dafür sorgen würde dass ich meinen Geburtstag feierte, wie man diesen Tag nun einmal feiern sollte. Zwar war es immer noch einige Wochen hin bis ich Geburtstag hatte, und ich hatte auch wirklich nie sonderlich viel Sinn darin gesehen meinen Geburtstag zu feiern, wenn Clyde aber unbedingt wollte, würde ich es ihm wohl nicht verbieten. Die angenehme Abendluft umhüllte mich, während wir schließlich auch schon zurück zum Auto liefen, auf der anderen Seite der Straße waren bereits Fotografen zu sehen, die sich scheinbar nicht ganz hier her trauten - ein Glück. Irgendwann aber blieb Clyde stehen, den Blick die ganze Zeit auf meinen Schuh gerichtet, ehe er sich einfach auf den Boden sinken ließ. Ich legte die Stirn in Falten, etwas panisch davor was möglicherweise passieren könnte, diese Panik ließ ich mir aber nicht anmerken. "Was zur Hölle tust du da bitte?" fragte ich ihn lachend und ging ebenfalls in die Knie, während ich seine Hand von meinem Schuh zog und diesen kurz ansah. "Du hast da irgendwas kleben", sagte er. Ich zuckte die Schultern, beugte mich etwas vor und legte meine Lippen kurz auf seine. "Ich zieh die Schuhe doch sowieso gleich aus. Los, sonst kommen die Fotografen", breit grinsend zog ich Clyde wieder mit mir hoch und verschwand binnen der nächsten Minuten in unserem Auto. Wir konnten wohl nicht damit rechnen dass diese Situation so total aus dem Kontext gerissen werden würde, und Gerüchte aufflammen würden die nicht mehr ganz so schnell beseitigt werden könnten.

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Rodrigo da Moura Brandão
Die Tagen zogen relativ langsam an mir vorbei. Ich versuchte die Zeit irgendwie tot zu schlagen, aber mit meiner Lieblingsbeschäftigung - dem Sport - konnte ich es nun nicht mehr tun. Ich konnte mit diesen behinderten Krücken nicht einmal gut am Strand entlang laufen. Es war einfach alles sehr mühsam. Ich durfte ja noch nicht einmal unterrichten, weil sie mir gesagt hatten, ich solle in Ruhe gesund werden. Ehrlich gesagt hatte ich wirklich viel zu viel Ruhe. Ich hätte nur zu gerne wieder unterrichtet. Das hatte ich jetzt schon viel zu lange nicht mehr getan. Von Hae-Sung hatte ich seit ihrem letzten Krankenhausbesuch nichts mehr gehört. Vielleicht hatte sie endlich bemerkt, dass ich schlussendlich nur eine Zeitverschwendung für sie war. Sie hatte einen Freund. Sie hatte eine Karriere am Laufen, die gerade ziemlich steil aufwärts ging. Also wieso sollte sie sich nicht darauf konzentrieren? Sie hatte sicher einen sehr vollen Terminkalender und wenn sie mal eine ruhige Minute hatte, dann sollte sie diese mit ihrem Freund oder alleine verbringen. Auf jeden Fall nicht mit mir, nicht mit ihrem Exfreund. Sie selbst hatte mich damals abserviert und dennoch kam sie nun immer wieder auf mich zu. Sie hatte diese Entscheidung gefällt, nicht ich. Ich hatte da überhaupt nichts mitzureden gehabt. Ich seufzte leise und schob die Gedanken weg. Ich war nicht mal viel im Internet, weil ich sie dann wahrscheinlich zu oft auf den Bilder sehen würde. Es war ja schön, dass ihre Karriere nun endlich so verlief, wie sie es sich gewünscht hatte. Nur musste ich nicht die ganze Zeit diese Bilder sehen, auf denen sie meistens mit ihrem Freund abgelichtet war. Ich musste nicht sehen, wie glücklich sie mit ihm war. Vermutlich war sie das nie wirklich mit mir gewesen. Sie hatte es vielleicht nur nicht sagen wollen, um mich zu verletzen. Ich wusste es nicht. Sie hatte mich dennoch verletzt. Sie hatte sich entschieden, dass ihre Karriere wichtiger war wie ich. Sie hatte entschieden, dass ihre Gefühle nicht so eine grosse Rollen spielen sollten. Sie hatte einfach ihre Entscheidung gefällt und damit musste ich leben. Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen, als es an der Tür klopfte. Ich schnappte meine Krücken und humpelte an die Türe. Ich wusste ehrlich gesagt nicht, wer denn jetzt klopfen sollte. Ich hatte niemand, der sich um mich sorgte. Ich öffnete die Tür und sah das Mädchen vor mir, dass Hae-Sung vor den anderen beschützt hatte. Ich runzelte die Stirn und sah sie fragend an. "Kann ich dir helfen?", fragte ich sie, aber dann streckte sie mir auch schon eine Schachtel mit Schokoladenmuffins entgegen und einen Kaffee. "Das ist für Sie", meinte das Mädchen und ich sah sie noch mehr verwundert an. "Von wem denn? Von dir?", fragte ich nach, aber sie schüttelte lediglich den Kopf. "Ich spielte nur den Boten, mehr nicht", mit diesen Worten drehte sie sich um und lief davon. Ich sah ihr hinterher, aber ich glaubte kaum, dass ich von ihr noch eine Antwort bekommen würde. Ich seufzte leise und schloss die Tür wieder. Mit den Muffins und dem Kaffee liess ich mich auf das Sofa sinken, als ich endlich dort angekommen war. Eigentlich könnte es nur Hae-Sung gewesen sein. Sie hatte dieses Mädchen gekannt, immerhin hatte sie dieses Mädchen beschützen wollen. Ich schüttelte den Kopf. Sie hätte es auch persönlich vorbei bringen können, aber vermutlich wäre das nicht so eine gute Idee gewesen. Wir hatten viel zu viel Erinnerungen in dieser Wohnung, vor allem sehr schöne. In meinem Bett, vor dem Sofa, in der Küche, einfach überall. Hier hatten wir die meiste Zeit von unserer kleinen und kurzen Beziehung verbracht, die danach auch schon gescheitert war. Ich schüttelte den Kopf und öffnete die Schachtel. Ich nahm einen Muffin heraus und nahm einen Bissen. Alle könnte ich jedoch nicht essen. Jetzt wo ich keinen Sport mehr machte, musste ich schon mehr darauf achten, was ich ass. Ansonsten würden meine Muskeln sehr schnell verschwinden und dafür würde sich das Fett zeigen. Das wäre definitiv nicht mein Ziel.

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Hae-Sung "Rian" Kang
Das Leben war nicht fair, und das wusste wohl jeder. Gut, die Menschen die so ziemlich alles bekamen ohne auch nur einen Finger dafür zu krümmen wussten wohl nicht, wie es eigentlich ablief, Leute wie Rodrigo und ich aber wussten dass das Leben einem nichts schuldig war. Nichts - absolut gar nichts. Keine faire Behandlung, keine möglichen Chancen für die Zukunft, man musste sich alles selbst erarbeiten. Es war hart, sobald man aber auch nur etwas Geld hatte oder irgendwie bekannter wurde, bekam man so ziemlich alles hinterher geworfen. Weil alles und jeder zur Elite dazugehören wollte, und sich dafür wohl auch irgendwie verkaufen würde. Ich wusste wie es ablief, und auch wenn ich liebendgerne vergessen würde wie ich mich vor einigen Monaten noch benommen hatte, wusste wohl so ziemlich jeder was für einen Wandel ich durchgenommen hatte. Die Welt vergaß nichts, vor allem aber die Medien hielten einem seine Fehler immer wieder vor. Das war einer der Gründe weshalb ich mir so unglaublich viel Mühe gab, um nicht etwa irgendwie negativ aufzufallen; auch wenn es bereits einige Momente in meinem Leben gab, in denen ich irgendwie doch ins falsche Licht gerückt war. Den ganzen Tag über war ich von einem Interview zum nächsten gelaufen, hatte mich in einem Studio über dies und in einem anderen über jenes unterhalten, und irgendwie waren wir doch jedes Mal dazu gekommen wie Clyde und meine Beziehung denn nun eigentlich aussah. Erschöpft ließ ich mich in den Autositz sinken und schloss die Augen für einen Moment. Zwar war es gerade einmal siebzehn Uhr, aber trotzdem war ich geschaffen. Dieses ewige hin und herhetzen machte einen fertig. In meiner Jackentasche vibrierte mein Handy. Kurz ließ ich es einfach in meiner Tasche, seufzte dann aber und nahm den Anruf entgegen. "Hey Prinzessin, hast du schon gegessen?" begrüßte Clyde mich. Scheinbar hatte er wieder bemerkt dass ich weniger aß als vor einigen Tagen noch, und auch wenn ich es wirklich nicht tat weil ich meinem Körper etwas schlechtes tun wollte, hatte ich einfach nie wirklich großen Hunger. "Ich schätze, du willst mich gerade zum Essen einladen?" schmunzelnd strich ich mir die Haare zurück, hielt mir die Hand vors Gesicht um mich vor den Fotografen zu schützen. Das Auto setzte sich in Bewegung, und wir fuhren los. "Das heißt wohl du hast noch nichts gegessen. Treffen wir uns am Restaurant?" Ich konnte die Sorge schon in seiner Stimme hören. "Wir treffen uns am Restaurant. Ich will nur noch kurz zu Mirabell und ihr ihren Pullover bringen", eine dicke, fette Lüge. Ich hatte keinen Pullover von ihr, trotzdem wollte ich kurz zur TAFE auch wenn ich wusste dass es eine dumme Idee war. "Okay, wir treffen uns in einer Stunde dort. Und dann reden wir über deinen Geburtstag - keine Party kommt gar nicht erst in Frage!", antwortete Clyde und ich konnte sein Lächeln in seiner Stimme hören. Ich legte auf und lächelte etwas. Ich bat den Fahrer zur TAFE zu fahren, blieb aber noch an einem Café stehen um ein paar Schokolademuffins und einen Kaffee zu holen. Um ehrlich zu sein wusste ich nicht wirklich ob es eine gute Idee wäre Rodrigo jetzt zu besuchen, ich wusste zwar dass er bereits wieder zurück in seiner Wohnung war, jedoch wollte er mich nicht sehen. Kurz überlegte ich, legte aber einen anderen Weg ein und klopfte kurz darauf an der Tür des Mädchens, dessen Namen ich selbst heute nicht wusste. Die Dunkelhaarige öffnete mir die Tür, ehe sie mich fast schon geschockt ansah. "Hey, du musst mir helfen", fiel ich mit der Tür ins Haus und lächelte sie unschuldig an. Das Mädchen nickte etwas, wollte mich schon an sich vorbei ins Zimmer lassen, ich schüttelte aber nur den Kopf und reichte ihr die Schokoladenmuffins und den Kaffee. "Bring das hier zu Brandão, wenn er dich fragt von wem du es hast weißt du meinen Namen nicht okay?" Sie sah mich zuerst etwas irritiert an, nickte dann aber erneut. "Wieso zu ihm?" fragte sie nach. Ich zuckte die Schultern. "Er hat mir geholfen, und da er im Krankenhaus war dachte ich, könnte er ein paar Muffins gebrauchen", erklärte ich. Kurz sah ich sie noch an, verabschiedete mich dann aber auch sogleich von ihr und machte mich auf den Weg zu Clyde ins Restaurant.

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Rodrigo da Moura Brandão
Jede Sekunde in diesem Krankenhaus verging wie eine Ewigkeit. Ich wollte einfach nur noch hier raus. Auch gegen meinen Protest wollten sie mich keinen Tag früher gehen lassen. Verdammt, wieso konnte ich nicht einfach zurück in meine Wohnung? Aber es ging nicht und so versuchte ich diese Stunden abzusitzen. Besuch bekam ich keinen mehr. Wahrscheinlich war es auch besser so. Ich wusste nicht, was Hae-Sung hier zu suchen hatte, wenn sie doch einen Freund hatte, der zuhause wartete. Sie hatte mich für ihn abserviert. Sie hatte mich im Stich gelassen und stattdessen lieber ihr Leben gelebt. Ich hatte ihr einfach schlichtweg zu wenig bedeutet, als dass sie das noch weiter ziehen würde. Schlussendlich kam der Tag, an dem ich endlich entlassen werden konnte. Ich musste noch alles gerecht ausfüllen und danach konnte ich endlich gehen. Ich bekam so ein Paar hässliches Krücken, aber damit musste ich wohl die nächsten paar Wochen damit leben. Ich seufzte leise und humpelte aus dem Krankenhaus. Ich rief mir ein Taxi und zum Glück kam auch schon eines. Ich stieg ein und meinte, dass er zur Schule fahren sollte. Ich stieg aus, als das Taxi bei der TAFE ankam. Ich stieg aus und humpelte in meine Wohnung. Ich hatte nichts mehr von Hae-Sung gehrt. Ich hatte auch davon nichts mehr in den Medien gehört. Vielleicht wäre es auch besser, wenn es so bleiben würde. Ich seufzte leise und kam in meiner Wohnung an. Ich würde mir jetzt zuerst einmal etwas zu essen kochen. Ich musste dieses schreckliche Essen aus dem Krankenhaus so schnell wie möglich vergessen. Mein Telefon war stumm. Es hatte nicht mehr geklingelt, seitdem Hae-Sung mit mir Schluss gemacht hatte. Ich hatte ja sonst niemanden, also von wem sollte ich schon Besuch empfangen? Nur zu gerne hätte ich sie angerufen und hätte mit ihr geredet. Noch lieber hätte ich sie berührt und sie geküsst. Aber all das konnte und durfte ich nun nicht mehr. Das durfte nun nur noch ihr Freund. Ihr richtiger, fester Freund, mit dem sie auch eine richtige und öffentliche Beziehung führen konnte. Etwas, was sie mit mir nicht hatte können. Das war der Grund gewesen, wieso sie uns fallen gelassen hatte. Vielleicht hatte es gar nie ein Uns gegeben. Ich konzentrierte mich auf das Kochen und irgendwie brachte ich es auch hin. Es war zwar relativ komisch, wenn man die ganze Zeit nur ein Bein belasten konnte, aber da musste ich wohl durch. Ich schaffte es, den Teller zu meinem Tisch zu tragen und liess mich darauf sinken. Ich fing an zu essen und sah auf die Uhr. Ich würde die nächsten paar Wochen nicht unterrichten können. Das hiess wohl, dass auch wieder eine Stellvertretung her musste. Ich wusste nicht, wie lange ich nicht unterrichten könnte. Wenigstens war ich jetzt nicht mehr in diesem langweiligen Krankenhaus. Doch auch hier würde niemanden mich besuchen kommen. Ich war alleine. Einsam und verlassen.

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Fleetwood "Flick" McLauren
Ich würde Tiago umbringen, wenn er das nicht wieder hinbekommen würde. Klar, er konnte nichts dafür, aber verdammt noch mal, an dieser einen Hand hing einiges Mein Körper zwar nun nicht mehr, aber das war meine starke Hand gewesen. Ich konnte nur mit rechts schreiben, zielen und schießen. Wie sollte ich ein Drogenimperium und Missionen wie solche eben leiten, wenn ich selbst nicht schießen konnte? Wie sollte man mich ernst nehmen? Wer würde schon auf einen einhändigen Mann hören, der zu blöd war einer Majete auszuweichen, die direkt auf ihn zusauste? Gott ich war total fertig und aufgewühlt und das selbst in der Narkose. Ich war froh das alles nicht mehr mitbekommen zu müssen. Ich wollte gar nicht sehen wie verzweifelt Tiago gerade versuchen musste mich wieder zusammenzupuzzlen. Meine Hand war im Dreck gelandet. Sie war nicht gekühlt worden, als wir hergefahren waren - weil wir im Auto kein verdammtes Eis gehabt hatten - und sie war schon ganz weiß gewesen, als wir in den Op gerollt waren. Ich hatte nicht allzu viele Hoffnungen, aber auch nur daran zu denken ein Krüppel zu sein, wenn ich aufwachte, bereitete mir ernsthafte Angst. Ich fürchtete nicht viel, aber den Verlust meiner Macht, meines Einflusses und meines Lebens sehr wohl. Mein Job war mir wichtig. Ich machte das für die Leute und nicht für mich, aber ich musste auch durchgreifen. Würde mein Bruder übernehmen, würde er den Drogenhandel zwar gut auf die Reihe bekommen, aber mehr auch nicht. Er würde nur auf sich und das Geschäft achten. Das konnte ich nicht zulassen. Diese Hand musste zurück an meinen Arm gebracht werden!
Das erste, was ich spürte, war die kratzige Decke, die mir bis unters Kinn gezogen wurde. Beide meiner Arme lagen darunter. Ich fühlte mich gerädert und so als wäre ich einen ganzen Marathon gelaufen. Ich war einfach nur fertig und wollte schlafen, doch zuerst musste ich wissen, was los war. Ich spürte meine Hand. Mein Kopf sagte mir, dass sie noch da war. Ich konnte jeden einzelnen Finger spüren. Vorsichtig bewegte ich die Finger meiner linken Hand. Jeden einzeln. Ich traute mich nicht hinunterzusehen. Ich spürte wie ich die Decke mit dem Finger berührte und wusste, dass ich sie bewegte. Ich atmete tief durch, hielt die Augen geschlossen und versuchte es mit der anderen Hand. Nichts. Es bewegte sich rein gar nichts. Ich spürte nichts als die bloße Anwesenheit meiner Hand. Es fühlte sich wirklich so an, als wäre dort noch etwas, aber... ich konnte nichts kontrollieren. Ich betete, dass Tiago sie wieder an Ort und Stelle gesetzt hatte und es einfach eine Weile dauern würde, bis es wieder klappen würde. Ich befürchtete aber, dass es nicht so war. "Tiago..", krächzte ich ohne die Augen zu schließen. Ich wollte mit meinem Arzt reden und wissen, was los war. Ich wollte nicht hinunter sehen, wollte nicht sehen, dass dort ein erheblicher Teil meines Körpers ganz plötzlich einfach fehlte. Ich wollte das einfach nicht wahr haben! Ich schluckte hart und öffnete die Augen einen Spalt weit. Ich schaute vorsichtig zur Seite, entdeckte Leona und presste die Lippen aufeinander. Wieso war sie hier? Wer hatte sie hier reingelassen?! Sie sollte schlafend in meinem Bett liegen! Scheiße, wie viel Uhr war es? "Hab mein Versprechen wohl gebrochen, was?" Wieso fühlte sich meine Stimme nach der Narkose bloß immer so an, als hätte ich tagelang nicht gesprochen? "Bitte hol Tiago... und bleib draußen. Vorerst. Bitte." Ich bat nie um etwas, aber ich wollte sie wirklich nicht hier haben, wenn ich Tiago zur Sau machte, weil er keine Chance gehabt hatte meine Hand zu retten. Noch aber hatte ich nicht nachgesehen und das konnte ich dank der Decke, die über mir lag auch nicht.

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Leona
Als ich auf die Krankenstation kam, war ich positiv davon überrascht, wie gut sie ausgestattet war. Ich spürte direkt Vertrauen in die Einrichtung und auch in die behandelten Ärzte. Ich hoffte nur, dass mich dieses Gefühl nicht täuschen würde. Schließlich waren das hier sicherlich keine normalen Ärzte, sondern eher so welche die akut auf Schussverletzungen und ähnliches geschult waren. Ich hoffte nur, dass die Flick auch wieder zusammen setzen konnten. Wenn nicht... ich würde das nicht überleben. Er war alles was ich im Leben gewollt hatte ohne es wirklich zu wissen.
Auf Station musste ich noch warten, bestimmt eine Stunde, wenn nicht mehr. Erst dann kam Tiago zu mir, der mehr als gerädert aussah. Er schien überrascht zu sein, mich zu sehen.
"Du solltest gar nicht hier sein", meinte er kopfschüttelnd und rieb sich die müden Augen. In diesem Moment sah er einfach unfassbar alt aus und ich bekam leichte Panik, schließlich wusste ich noch immer nicht was vorgefallen war.
"Was ist passiert?" piepste ich und Tiago setzte sich neben mich. Ich hatte das Bedürfnis seine Hand zu nehmen, weshalb ich das auch einfach tat. Sollte nicht er mich trösten, schließlich war ich Flicks Freundin? Nein, es war egoistisch zu denken, dass Flick Tiago weniger bedeutete als mir. "Es war... heftig. Aber er ist stabil", murmelte er und lehnte sich erschöpft gegen die Wand hinter uns. "Seine Hand konnten wir nicht mehr retten. Er liegt sediert auf unserer Intensivstation. Du solltest bei ihm sein, wenn er aufwacht... Obwohl... lieber doch nicht. Er wird nicht damit klar kommen, dass wir seine Hand nicht haben retten können", flüsterte er träge und sah zu mir rüber. Ich schluckte. Das Flick am Leben war, war das Erste was ich aus seinen Worten filterte. Das Zweite war, dass er seine Hand nicht mehr einsetzen konnte. Das war wesentlich besser als sein Tod.
"Ich möchte gerne bei ihm sein", flüsterte ich und stand auf. Tiago sah mich müde, zermürbt und unfassbar väterlich an, bevor er nickte und mir den Weg beschrieb. Mechanisch lief ich ihn entlang, bis ich Flick hinter einer schweren Tür mit Glasfenster entdeckte. Ich ging leise hinein, setzte mich zu ihm und sah ihn einfach nur an. Er war noch immer nicht bei Bewusstsein, aber allein ihn Atmen zu sehen ließ mir ein Stein vom Herzen fallen. Über die Ausmaße seiner Verletzungen war ich mir in diesem Moment noch nicht bewusst, doch es spielte für mich auch keine Rolle. Denn er lebte.

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Fleetwood "Flick" McLauren
"Ich will keine verdammte Narkose, Tiago! Sag mir gefälligst, ob du das wieder hinkriegst! Kannst du meine Scheißhand wieder annähen?!", brüllte ich ihn unter Schmerz und Totalschock an, während ich auf einer Trage durch die Wohnung nach hinten in den Krankenabteil rollte. "Ich weiß nicht, ich muss sehen wie die Hand aussieht! Gott, jetzt beruhige dich erstmal! Ich muss dir doch die Medikamente und die Narkose geben, ohne arbeite ich nicht. Nicht diesmal!", erwiderte Tiago ebenso panisch. Bisher hatte er solche Wunden nie versorgen müssen. Sowas passierte selten - um genau zu sagen bisher vielleicht zwei Mal - und dann waren die Patienten gestorben, bevor sie hier angekommen waren. Auch ich stand unter ordentlichem Blutverlust, aber mein Puls war dennoch auf 180. Wie zur Hölle sollte ich ein Drogenimperium mit nur einer Hand leiten? Wie sollte ich schießen? Wie Messer werfen? Oder gar schreiben?! "Dann spitz mir deine verdammten Medikamente, du musst das wieder hinbekommen, Tiago!", brüllte ich zurück und fuhr beinahe aus der Haut und bäumte mich auf der Trage auf, sodass Marquéz mich zurück auf die Trage drückte. "Flick, bleib gefälligst liegen! Reiß dich zusammen, Junge!", brüllte er nun genauso laut zurück, sodass ich zu ihm hochsah und das Adrenalin und die Wut ein wenig wichen. Plötzlich bekam ich einfach nur Panik. Scheiße, meine abgetrennte Hand lag neben mir auf der Trage! "Gott, ich muss kotzen. Bin gleich wieder da.", murrte Aires, verschwand aus meinem Sichtfeld und schon hörte ich Würgegeräusche. Ich hatte mich noch nie so hilflos gefühlt wie gerade in diesem Moment. "Du musst draußen warten, Marquéz. Wir können nicht riskieren, dass die Hand eine Infektion fängt.", wies Tiago Marquéz an und auch er verschwand aus meinem Sichtfeld, sodass ich nun mit Tiago allein war, der sich aber im Nebenraum waschen und umziehen ging, während mir einer der anderen Hilfsärzte die Narkosespritze setzte. Mir war mittlerweile einfach nur noch kalt und kotzübel. Ich wusste nicht, was ich tun würde, wenn sie mich nicht wieder vollständig zusammengesetzt bekommen würden...

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Leona
Ich schlief wirklich unfassbar schlecht. Wenn ich überhaupt schlief. Es war eher so, dass ich halb wach da lag und an Flick dachte. Ich konnte mich einfach nicht beruhigen, weinte sogar ein bisschen und machte mir Sorgen ohne Ende. Darauf vertrauen dass er gesund zu mir zurück kam, konnte ich nicht. Es ging einfach nicht, dazu hatte ich die Brutalität in seinem Beruf schon zu intensiv erlebt. Ich vertraute Flick, allerdings bedeutete das nicht, dass ich mir keine Sorgen machte. Und ich hatte generell ein total schlechtes Bauchgefühl. Es war einfach falsch ein Treffen zu sprengen. Hatte er sich das überhaupt genau überlegt? So was machte man bestimmt nicht alle Tage. Ich stellte es mir total mysteriös und gefährlich vor. Lauter Glatzköpfige Männer mit scharfen Waffen. Nein, daran sollte ich wirklich nicht denken, wenn mein Liebling sich gerade in die Höhle des Löwen begab.
Es war gegen halb fünf Morgens, als die Tür zu Flicks Appartement sich öffnete. Ich drehte mich stöhnend auf die Seite, freute mich schon auf meinen Flick der endlich zu mir gekommen war.
"Schatz?" fragte ich leise und richtete mich auf. Aber es war keineswegs Flick der in der Tür stand, sondern es war Aries. Augenblicklich fühlte ich mich komplett nackt, weshalb ich die Decke enger über meinen Körper zog. Ich war zwar angezogen, aber ich fühlte mich in seiner Nähe einfach unwohl. "Wo ist Flick?" fragte ich leise. Ich wusste, dass etwas passiert sein musste und es ließ mir das Herz fast stehenbleiben. Flick hätte Aries niemals von sich aus zu mir geschickt. "Was ist passiert?!" fragte ich jetzt lauter, als dieser Idiot noch immer nichts sagte. Er schien etwas mit sich zu ringen. Wieso war er dann überhaupt hier? So ein Idiot! Ich richtete mich auf, war jetzt schon den Tränen nahe. "M wird gerade von Tiago und weiteren Ärzten versorgt", er erzeugte eine Kaugummiblase, "Es sieht... heftig aus. Marquéz sagt ich soll dich holen. Hopp", sagte er plump und ich schluckte schwer. Ohne eine Sekunde zu zögern stand ich auf, schlüpfte in meine Jogginghose und eilte ihm hinterher. Wieso sagte er mir denn nicht, was passiert war?!

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Hae-Sung "Rian" Kang
Ich wusste nicht was ich tun sollte. Rodrigo und ich waren Geschichte, Vergangenheit und wahrscheinlich schon längst vergessen. Er und ich, wir gehörten der Vergangenheit an. Clyde und ich jedoch waren die Gegenwart, eine wirkliche Zukunft jedoch sah ich auch hier nicht. Ich .. wusste nicht, was ich tun sollte. Weil ich Gefühle für meinen Ex hatte, obwohl ich mit ihm Schluss gemacht hatte. Ich hatte Gefühle für diesen Mann, so stark dass sie mich immer wieder dazu brachten in seine Nähe zu gehen, obwohl er mir bereits gesagt hatte dass ich es nur Schlimmer machen würde, wenn ich ihn wirklich wieder besuchen würde. Ich hatte Gefühle für diesen Brasilianer, obwohl ich mit Clyde zusammen war, mit ihm schlief und eine Beziehung führte die der Öffentlichkeit scheinbar so unglaublich viel Spaß machte, dass ich fast schon über die Verbissenheit mancher Reporter lachen musste. Laut atmete ich aus, und sah die Tür vor mir an. Den gesamten Weg über zur Wohnung hatte ich darüber nachgedacht ob es nicht die beste Lösung wäre mit Clyde Schluss zu machen, ob ich ihm hier nicht einfach völlig falsche Hoffnungen machte indem ich mit ihm zusammen war, obwohl ich Gefühle für einen anderen Mann hatte. Und nun stand ich doch vor unserer Tür, die Hand bereits auf dem kühlen Metal der Türklinke, unsicher ob ich nicht lieber zu Mirabell gehen sollte. Trotzdem ging ich hinein. Trotz der Gedanken und Schuldgefühle, trotz der Sorgen und des Wissens dass das zwischen Clyde und mir niemals auch nur ansatzweise an das kommen würde, was ich mit Rodrigo gehabt hatte. Oder gedacht hatte zu haben. "Hey", sagte ich leise und schlüpfte aus meinen Schuhen, hing meine Jacke über einen der Stühle und ließ mich neben Clyde aufs Sofa sinken. "Hey", antwortete er ebenfalls, strich mir eine Haarsträhne hinters Ohr und küsste mich. Leise seufzte ich, lehnte mich an ihn und schloss erschöpft die Augen. "Alles in Ordnung? Hast du schon gegessen?" Knapp nickte ich und atmete tief ein. Er roch anders, nicht nach Sommerregen und wilden Herbstnächten, nicht nach Anstrengung und Liebe. Nicht so wie Rodrigo. "Ich habe mit Mirabell gegessen", log ich. Ich hatte keinen Hunger, konnte vor lauter Gedanken einfach nicht auch noch Gedanken an irgendetwas zu Essen verschwenden. Vorsichtig legte Clyde seine Arme um mich, zog mich eng an sich und vergrub seine Nase an meinen Haaren. Ich mochte es, wenn er das tat. Ich mochte das Gefühl das er mir gab, weil ich wusste dass er sich aufrichtige Sorgen machen würde, wenn ich länger weg war als nötig. Weil er auf mich aufpasste, und dafür sorgte das es mir gut ging. Weil er mir tagtäglich zeigte wie wichtig ich ihm binnen der letzten Monate geworden war. Und ich spielte ihm etwas vor. Ich war so egoistisch, dass ich diesem Mann der so viel Besseres verdient hatte, etwas vorspielte. "Ich bin müde, kommst du mit?" fragend hob ich den Blick und sah Clyde an. "Ich komme nach", antwortete er mir und gab mir einen Kuss auf die Stirn. Ich nickte, strich ihm kurz über die Wange und ging dann auch schon ins Bett. Schlafen war die einzige Möglichkeit meinen Gedanken zu entkommen. Die nächsten Tage verbrachte ich damit, den Terminen nachzugehen, mich mit Clyde in der Öffentlichkeit blicken zu lassen, darüber nachzudenken was ich denn nun eigentlich tun sollte, und wahrscheinlich viel zu wenig zu essen. Ich fühlte mich gestresst, schlecht und fast schon so, als hätte ich mein ganzes Leben versaut. Rodrigo hatte ich im Krankenhaus nicht mehr besucht; weil er mich nicht sehen wollte, vor allem aber weil ich nicht wusste, was ich tun würde wenn ich ihn zu diesem Zeitpunkt sehen würde. Ich .. wollte ihn berühren und ihm Nahe sein, so sehr das ich bereits mehrmals seine Handynummer angestarrt hatte, darüber nachdenkend ob ich ihn anrufen sollte oder nicht. Unsicher biss ich mir auf die Unterlippe, strich meine Haare über die Schulter und sah zu Clyde, der seinen Anzug noch einmal zurecht zupfte. Ich hatte keine Beziehung verdient. Gott, was für ein Mensch war ich bitte? Es war doch einfach nicht fair! [Nöö XD]

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Rodrigo da Moura Brandão
Sie sollte zuhause sein. Sie sollte bei ihrem Freund sein. Sie sollte mit ihm vor dem Fernseher sitzen und sich einen gemütlichen Abend machen, wenn sie schon einmal ein bisschen Zeit für sich selbst hatte. Sie sollte nicht hierher kommen, nur weil ich mir ein Bein gebrochen hatte. Es sollte sie gar nicht mehr interessieren. Sie hatte mit mir Schluss gemacht und das bedeutete auch, dass sie für mich nicht genug Gefühle gehabt hatte. Ich war es ihr einfach nicht wert gewesen zu warten. Sie war es leid gewesen, den anderen etwas vorzuspielen. Das hiess dann wohl, dass sie einfach zu wenige Gefühle für mich hatte - wenn sie überhaupt schon einmal Gefühle für mich gehabt hatte. Denn dies stellte ich gerade ziemlich in Frage. Sie hatte vielleicht freundschaftliche Gefühle für mich aber keine Gefühle, die darüber hinaus gingen. Vielleicht hatte sie diese gar nie gehabt. Vielleicht hatte ihr der Sex einfach ganz gut gefallen, bis sie gemerkt hatte, dass sie doch nicht mehr als Freundschaft für mich übrig hatte. Danach hatte sie alles auf dem schnellsten Weg abgebrochen. Ich hatte von ihr gar keine Erklärung hören wollen. Denn das hätte sowieso nichts geändert. Sie erhob sich und steckte ihre Hände in ihre Jackentasche. Ich seufzte leise und musste mich zusammenreissen, dass ich nicht die Augen verdrehte. "Danke", erwiderte ich lediglich. Ich hätte sie am liebsten aufgehalten, aber das wäre sowieso keine gute Idee. Sie führte nun ihr eigenes Leben. Ausserdem wäre ich sowieso nicht aus dem Bett gekommen mit dem gebrochenen Bein. Sie ging und ich liess mich nach hinten sinken. Ich schloss die Augen und ein tiefer Seufzer entwich mir. Gott, diese Frau machte mich einfach total durcheinander. Ich wusste gar nicht, was sie damit erreichen wollte, wenn sie die ganze Zeit immer wieder auftauchte. Wieso hatte sie mit mir Schluss gemacht, wenn sie danach sowieso immer wieder in meine Nähe kam? Sie war am Strand zu mir gekommen und heute zu mir ins Krankenhaus. Wahrscheinlich hatte es ihre Kollegin von der Schule ihr das erzählt. Morgen wüsste es sowieso schon die ganze Schule. Sie schloss die Tür und ich war alleine. Ich versuchte noch ein bisschen zu schlafen, aber es ging nicht. So schaltete ich den Fernseher ein und später kam dann irgendwann das Essen. Es war nicht ganz schlimm, wie man sich Krankenhausessen vorstellte, aber es gab ganz sicher besseres. Ich wollte einfach nur wieder nach Hause in meine Wohnung. In meine Wohnung, in der ich mir mein eigenes Essen kochen konnte und ich meine Ruhe haben konnte. Ich seufzte leise und nahm Gabel für Gabel von dem Essen in den Mund. Ich würde schauen, dass ich morgen schon nach Hause gehen könnte. Ich würde es ganz sicher nicht länger als einen Tag hier aushalten. [Mähh, schlecht ._.]

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Fleetwood "Flick" McLauren
Wie oft war ich schon auf solche halsbecherischen Missionen mitgegangen? Wie oft hatte ich in Lebensgefahr gesteckt? Viel zu oft, um es auch nur zählen zu können. Und dennoch erfuhr ich erst heute Nacht, dass ich bisher mit all meinen Verletzungen noch Glück gehabt hatte. Ich war dem Tod schon oft nah gewesen und hatte schreckliche Schmerzen erlitten, doch das, was mir heute zustieß war eine völlig neue Ebene von Schmerz und Schock. Wir hatten gegen Mitternacht das Treffen gesprengt, waren mit einem großen SUV einfach durch die dünne Mauer gefahren und standen mitten im Geschehen. Es waren allerdings doch mehr Leute dort als erwartet. Klar, das hier war ein großes Treffen zwischen zwei Kartellen, die zusammen größer waren als mein Imperium, aber niemand hätte mit fast drei Dutzend Leuten gerechnet, immerhin sollte von diesem geheimen Treffen ja niemand wissen. Wir waren in der Unterzahl, doch auch das bereitete mir nur wenig Sorgen. Wir waren oft in der Unterzahl. Dennoch siegten wir eigentlich immer. Es ging hier nur um zwei Menschen. Nur einer der Anführer musste sterben und dann wären wir dieses Problem hier los und es müsste kein Krieg mehr ausbrechen. Zumindest nicht zwischen diesen zweien und meinem Kartell. Wir strömten aus, verteilten uns, begannen zu kämpfen, während die anderen ihren Boss verteidigten. Es ging alles verdammt schnell. Ich war zu fixiert auf diese eine Person, die heute ihr Leben lassen musste, dass ich auf meine Umgebung hätte achten können. Ich huschte zwischen all den Leuten durch, zielte ab und zu mit meiner Glock 17 auf den ein oder anderen Kopf und empfand den Abstand irgendann als klein genug, um die Hand auszustrecken und zu zielen. Ich musste nur Carter umlegen. Nur dieser eine Mann müsste heute sterben. Er würde gehen und das alles hier müsste nicht weiter passieren. Carter war viel zu abgelenkt, schien viel zu verwirrt und überfordert, weil er vermutlich selbst nicht kämpfen konnte, als dass er mich bemerkte. Ich hatte freie Schusslinie und drückte ab. Ich traf immer mein Ziel. Allerdings war ich dabei viel zu fokussiert, als dass ich auf mein Rechts und Links achten könnte. Ich hielt den Arm gerade nach vorn gestreckt, als einer von Carters Männern seitlich auf mich zugerannt kam und die Majete in seiner Hand direkt vor mir senkrecht nach unten führte. Zuerst zuckte ich zurück, spürte den Schock und wollte sofort kämpfen, doch dann bemerkte ich, dass ich die Pistole in meiner Hand nicht mehr spürte. Ich schaute zu Boden, sah sie dort liegen, aber es lag nicht nur sie im Dreck, sondern auch ein ganz erheblicher Teil von mir. Atemlos starrte ich herunter auf meine Hand und wagte es dann erst meinen Arm anzusehen. Das alles passierte innerhalb von Sekunden, doch hätte Aires den Feind neben mir nicht erschossen, hätte ich vermutlich nicht nur meine Hand, sondern auch mein Leben gelassen. Heißes Blut strömte meinen nun nur noch halben Unterarm herunter und mir wurde kotzübel. Nein... Nein, er hatte nicht wirklich meine verdammte Hand abgeschlagen! Aires war sofort bei mir, schnappte erschrocken nach Luft und sah so aus, als würde er sofort loskotzen müssen, doch er fing sich, sah mir ins Gesicht und bemerkte wohl, dass ich nicht mehr lange stehen bleiben konnte, sodass er mich zeitig noch auffing, bevor ich auf dem Boden landete. Ich hielt immer noch die Luft an, als er sich das Tshirt vom Körper zerrte und scheinbar alles richtig machte. Er wickelte es um meinen Armstumpf, zurrte die Enden fest zu und rief dann schnell nach Marquéz, der seinem Gegner den Kopf mit einem Maschinengewehr wegblies, ehe er rübersah und urplötzlich genauso bleich war wie wir beide. Er ließ alles stehen und liegen, rannte zu uns herüber und fing an Befehle herumzuschreien, die ich kaum wahrnahm, da mir nur ein unaufhörliches Piepen im Ohr lag. Das hier war ein Scherz. Das passierte nicht wirklich, oder? Aires hob mich hoch, während Marquéz sich meine Hand vom Boden schnappte und dann die anderen zurückpriff. Carter war tot. Unsere Arbeit hier war getan, also könnten wir uns zurückziehen. Außerdem glaubte ich, dass ich jetzt lieber so schnell wie möglich zu Tiago kommen sollte, damit er meinen Arm und die Hand irgendwie retten konnte...

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Leona
[Ja springen wäre gut :)]
Ich seufzte leise und sah Flick hinterher. Ich vermisste ihn jetzt schon und hoffte inständig, dass seine Worte wahr werden würde. Ich könnte es nicht ertragen, wenn ihm doch etwas zustoßen würde. Die Wahrscheinlichkeit, dass etwas passierte schätzte ich auf über siebzig Prozent ein. Also relativ viel. Ich hoffte nur, dass die Männer wussten was sie taten. Wenn Flick etwas zustoßen würde... ich würde im Dreieck springen, ich könnte es einfach nicht ertragen wenn er nicht als mein Fleetwood zurück kommen würde.
Nachdem ich noch etwas umher gewandert war, brachte mich jemand in Flicks Wohnung. Sie war schön, aber unpersönlich eingerichtet. Das machte mir jedoch nichts, es hätte mich gewundert wenn hier Familienfotos oder Fotos einer Verflossenen hängen würden.
Ich kam trotz einer heißen Badewanne, Flicks Duft im Kopfkissen und seinem Oberteil an meinem Körper nicht zur Ruhe. Ich vermisste meinen Mann, machte mir Sorgen und wollte nur bei ihm sein, ihm überreden nicht zu gehen. Gut, vermutlich war er schon unterwegs, weshalb ich ihn sowieso nicht mehr aufhalten konnte.
Ich kuschelte mich unter die Decke und kuschelte mich an Flicks Kissen. Ich kam nicht zur Ruhe, wartete auf meinen Liebsten und hoffte, dass er wirklich heil zu mir zurück kommen würde.

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Hae-Sung "Rian" Kang
Wollte er mich eigentlich verarschen? Wollte er mir wirklich sagen dass es ihn völlig kalt ließ? Das es ihn nicht im Geringsten interessierte? Wahrscheinlich lag es einfach an mir. Es war beinahe ein Jahr her seit ich mit ihm Schluss gemacht hatte, und unsere Beziehung hatte noch nicht einmal sonderlich lange angedauert - lediglich ein paar Wochen, in denen ich mich so unglaublich gut gefühlt hatte dass ich nicht wusste ob ich seine Wohnung jemals hätte verlassen sollen. Ich hatte mich wohl gefühlt, hatte mich nicht verstecken oder verstellen müssen, hatte tun und lassen können was ich wollte, natürlich konnte ich bei Clyde auch der Mensch sein der ich war, und trotzdem erwartete irgendwie mehr von mir. Weil er und ich auch in der Öffentlichkeit funktionieren sollten, weil wir in der Öffentlichkeit stehen sollten, um als das nächste Traumpaar abgestempelt zu werden. Weil es Ruhm mit sich bringen würde, ich wollte meine Beziehung aber nicht so sehr in die Öffentlichkeit schieben. Meine Gefühle gehörten mir, mir ganz alleine - ich wollte sie nicht etwa mit der gesamten Welt teilen, um dann doch möglicherweise gesagt zu bekommen dass ich doch alles einfach nur vorspielte, weil ich Clyde nicht etwa anhimmelte und ansah als wäre er mein persönlicher Gott. Weil ich nicht etwa auf den ersten Blick in ihn verliebt gewesen war, er sich aber schon damals verliebt hatte - sagte er. Ob er sich denn nun in Hae-Sung verliebt hatte, oder aber Rian, konnte ich selbst heute nicht sagen. Ich schätzte jedoch das er selbst nicht wusste, das Rian Geschichte war. Das ich nicht absolut alles dafür tun würde, um Erfolgreich zu sein. Innerlich seufzte ich, denn das Chaos in mir schien einfach nicht abebben zu wollen, und die Tatsache das Rodrigo scheinbar nichts darauf legte das ich mir Sorgen um ihn machte, verursachte lediglich einen unglaublichen Schmerz in mir. Ich war ihm egal, oder aber er hasste mich. Vielleicht versuchte er mich einfach nur völlig zu vergessen, jegliche Gefühle - auch den Hass - für mich einfach nur zu vergessen, dass er ein normales Leben führen konnte. Und spätestens jetzt, sollte es kein mehr für mich geben. Dieses mehr, das ich ihm nach unserer ersten gemeinsamen Nacht am Strand bestätigt hatte, weil ich nicht etwa einfach nur mit ihm hatte schlafen wollen um etwas Spaß zu haben, sondern weil ich Gefühle für diesen Mann entwickelt hatte. Ich biss mir auf die Lippe und zuckte die Schultern. Ich wollte nicht lügen, die Wahrheit konnte ich ihm aber auch nicht sagen, also war es vorbei. Es war zu spät - also schwieg ich. Selbst wenn ich ihm sagen würde, das ich immer noch Gefühle für ihn hatte, würde er mich verurteilen. Weil ich mit einem anderen Mann schlief. Weil ich mit ihm so ziemlich die letzten Monate über ständig beisammen gewesen war. Weil ich sogar für eine ganze Weile das Hotelzimmer mit ihm geteilt hatte, und nun sogar bei ihm wohnte, weil ich selbst noch keine Wohnung hier hatte, und um ehrlich zu sein wusste ich auch nicht ob ich eine Wohnung wollte. Australien war nicht meine Heimat: London aber schon. Clyde aber war hier. Er hatte eine Wohnung hier, und die Menschen die ich meine Freunde nannte waren ebenfalls in diesem Land. Und trotzdem nannte ich Australien nicht meine Heimat, nicht mein zuhause. Bei Rodrigo hatte ich mich zuhause gefühlt, geborgen und vollkommen sicher. Frustriert über mich selbst rieb ich mir über die Stirn. Es war eine berechtigte Frage, was ich denn nun hier wollte wenn es doch nichts mehr zu besprechen gab. Warum war ich hier - ganz einfach, ich hatte mir Sorgen gemacht. Ich wollte nicht, das er verletzt war oder Schmerzen hatte, das musste er doch verstehen. Gott, es war eine so dumme Idee gewesen hier her zu kommen. Wieder einmal. Leise erhob ich mich, schob meine Hände in meine Jackentaschen und umklammerte das Handy. "Ich .. lasse dich schon in Ruhe. Gute Besserung", für einen kurzen Moment sah ich ihn an, schluckte dann und drehte mich der Tür zu. Es brachte nichts. Er hasste mich, wollte mich nicht mehr in seinem Leben, und ich musste es akzeptieren und mich endlich dem Menschen zuwenden, mit dem ich eine Beziehung führte. Auch wenn es nicht das selbe war. Leise schloss ich hinter mir die Tür und atmete tief ein. Er spielte keine Rolle mehr, was ich sagen oder tun würde. Wahrscheinlich hasste er mich mehr, als damals als ich Mr. Blake das Video geschickt hatte. Und das, obwohl er mich noch nicht einmal erklären lassen hatte, weshalb ich Schluss machte. Und nun war es zu spät.

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Rodrigo da Moura Brandão
Es war so, wie ich gesagt hatte. Sie hatte mit mir Schluss gemacht, weil sie keine Gefühle für mich hatte. Wenn dann waren es nur noch freundschaftliche Gefühle und damit konnte ich nichts anfangen. Ich musste zuerst ein bisschen über meine Gefühle klar werden oder besser gesagt, mich von ihnen verabschieden, bevor ich mich auf irgendeine Freundschaft einlassen konnte. Ich seufzte leise und sah an die Decke. Ich würde nur wieder auf die falschen Gedanken kommen. Zum Beispiel wie ich meine Finger über ihre Wangen gleiten liess. Wie ich sie einfach wieder berühren könnte. Wie ich normal mit ihr hatte über alles reden können. Ich vermisste diese Momente. Es würde aber nie mehr dazu kommen. Sie hatte es beendet - schon fast vor einem Jahr. Ich wusste selbst nicht, wieso ich so Mühe damit hatte, endlich einfach loszulassen. Verdammt, ich war fast dreissig und benahm mich fast wie ein Teenager. Dabei war sie hier der Teenager. Anscheinend hatte sie jedoch sehr viel weniger Probleme damit wie ich. Ich hob eine Augenbraue. Ich hatte damals gar keine Erklärung verlangt. Denn eigentlich hatte ich damit schon gerechnet. Ich hatte sie ja dazu noch sogar gedrängt, ihr Leben zu geniessen. Daher war ich wohl selbst schuld, dass ich mit ihr Schluss gemacht hatte. "Dann ist es wohl spätestens jetzt so weit, dass es kein Mehr für dich gibt", erwiderte ich und versuchte meine Stimme nicht zu hart zu klingen. Dabei versuchte ich doch nur meine Emotionen zu verstecken. Sie sollte es nicht sehen, wie sehr sie mich verletzt hatte. Ich lachte auf. Gut, sie ging davon aus, dass es mich nicht interessiert hatte. Dann sollte sie das wohl denken. Es wäre wohl besser, wie wenn sie wusste, dass sie mir in Wirklichkeit das Herz aus der Brust gerissen hatte. Ich sagte jedoch nichts zu. Es war egal. "Wenn es Aus ist und es nichts mehr zu besprechen gibt, was tust du dann noch hier?", erwiderte ich auf ihre Worte. Sie machte immer noch keinen Sinn. Ich versuchte es. Ich versuchte wirklich aus ihr schlau zu werden, aber ich wusste es nicht. Sie tat immer wieder etwas, was mich verwirrte. Sie tat immer wieder etwas, dass ihrer Aktion widersprach, als sie mit mir Schluss gemacht hatte. Sie hatte mit mir Schluss gemacht und dennoch war sie hier im Krankenhaus. Sie kam hier zu mir ins Krankenhaus, anstatt dass sie bei ihrem Freund zuhause war. Wer schaute denn schon bei seinem Ex vorbei? Immerhin war es schon lange aus. Es war nicht üblich, wenn man man seinen Ex im Krankenhaus besuchte, vor allem wenn es nur ein gebrochenes Bein war. Ich war ja nicht irgendwie lebensgefährdet oder so. Es nervte mich nur jetzt schon, dass ich mehrere Wochen keinen Sport treiben könnte. Ich schloss kurz die Augen. Die Schmerzen machten sich in meinem Bein langsam wieder bemerkbar. Doch es würde schon gehen. Ich hielt lieber einigermassen die Schmerzen aus, anstatt die ganze Zeit mit Schmerzmitteln voll gepumpt zu werden. Ich mochte es nicht, wenn ich zu viele Medikamente nehmen sollte. Ich wollte das einfach nicht. Ich fuhr mir durch das Haar und öffnete dann wieder die Augen. Inzwischen musste es wohl wirklich reichlich spät sein. Wollte sie nicht irgendwann langsam nach Hause gehen? Sie hatte morgen sicher wieder einen vollen Terminplan.

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Hae-Sung "Rian" Kang
Für einen kurzen Moment zuckte mein Mundwinkel. Dachte er wirklich dass es so einfach war? Man machte Schluss, weil man für den anderen nichts mehr empfand? Dachte er wirklich dass das der Fall gewesen war? Das ich Schluss gemacht hatte, weil ich nichts mehr für ihn empfand - das genaue Gegenteil war der Fall. Ich hatte mit ihm Schluss gemacht, weil ich etwas für ihn empfand. Weil ich ihn an meiner Seite haben wollte, und nicht etwa hunderte von Kilometer über dem Ozean. Dachte er wirklich dass es irgendwann einen Zeitpunkt gab, an dem man sagte dass man nichts mehr für den anderen empfand. Das man von einer Sekunde auf die Nächste entschied, das es vorbei war? Es gab keinen Zeitpunkt an dem man feststellte, das man keine Gefühle mehr für den anderen hatte. Diesen Zeitpunkt an dem jeder, der jemals mit jemandem Schluss gemacht hatte, anscheinend verstanden haben wollte dass die Gefühle die man für den anderen gehabt hatte, sich verändert hatten und man einfach keinen Sinn mehr darin sah weiter zu versuchen etwas zu retten, was schon längst verloren war. Diesen Zeitpunkt gab es nicht, und wann auch immer ich versuchte mir das Gegenteil einzureden, funktionierte es nicht. Kein bisschen. Die Wahrheit war, man wollte es einfach nicht mehr versuchen weil man den ewigen Kampf nicht aushielt. Man wollte nicht ständig aufwachen, und wissen dass es doch ohnehin nicht funktionierte, weil man zu verschieden war. Weil man durch Kilometer getrennt wurde. Weil man einfach keine Ahnung hatte, wie die Beziehung jemals funktionieren sollte, wenn man doch schon wegen jeder Kleinigkeit an einander geriet. Es gab so viele Gründe weshalb man versuchte sich einzureden dass sich die Gefühle verändert oder gar ganz verschwunden waren, und doch gab es nur einen einzigen Grund weshalb man Schluss machte: weil man im Endeffekt doch nur Angst hatte. Ich sollte mir keine Gedanken oder Sorgen mehr um ihn machen, weil ich ab dem Zeitpunkt an dem ich mit ihm Schluss gemacht hatte, gesagt hatte dass ich keine Gefühle mehr für ihn hatte. Ich hatte ihm aber nie gesagt dass ich keine Gefühle mehr für ihn hatte. Nie, denn das war nicht die Wahrheit. Die Wahrheit war dass ich selbst heute noch Gefühle für diesen Mann hatte - obwohl ich bereits in einer anderen Beziehung war. In einer, die doch noch weniger Zukunft hatte als Rodrigo und ich gehabt hatten. "Ich habe nicht Schluss mit dir gemacht weil ich keine Gefühle mehr für dich hatte", antwortete ich leise und wandte den Blick der Zimmerdecke zu. War das der Grund weshalb er mich nicht mehr sehen wollte? Weil er dachte dass ich keinerlei Gefühle mehr für ihn hatte, weil sich meine Gefühle innerhalb nur so kurzer Zeit so sehr verändern haben sollten das ich ihn nicht mehr mochte? "Aber das hat dich damals nicht interessiert, weshalb sollte es dich also heute interessieren. Es ist auch egal. Es ist aus, mehr gibt es nicht zu besprechen", und doch wollte ich mich ihm erklären, wollte das er mir zuhörte und nicht etwa urteilte; über meine Gründe, oder gar meine Gefühle. Leise seufzte ich und schloss die Augen für einen weiteren Moment. Ich sollte mir keine Sorgen um ihn machen, ich sollte gar nicht darüber nachdenken was mit ihm war - er wollte nichts mehr mit mir zutun haben, und das musste ich wohl irgendwann akzeptieren. Knapp nickte ich. Er musste diese und die nächste Nacht noch hier bleiben, wahrscheinlich wollten die Ärzte auf Nummer sicher gehen; bei was auch immer denn nun genau, schließlich hatte Rodrigo sich doch einfach nur ein Bein gebrochen. Ich kaute auf meiner Unterlippe, spürte mein Handy in meiner Jackentasche und ignorierte es. Ich sollte nicht hier sein - ich sollte bei Clyde sein, weil er möglicherweise ausgehen wollen würde, weil er vielleicht die Stadt unsicher machen wollte, oder einfach nur etwas Essen gehen wollte. Weil er mein Freund war. Mein Freund, für den ich nicht im geringsten die selben Gefühle hatte wie für den Mann, der mir hier gegenüber saß. Es war nicht fair Clyde gegenüber, und das wusste ich, dennoch war ich mit ihm zusammen.

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Rodrigo da Moura Brandão
Wusste sie überhaupt, wie stark mein Bedürfnis war, die Hand auszustrecken und sie berühren? Ich vermisste es. Ich vermisste es, sie zu berühren. Sie zu küssen. Mit ihr zu diskutieren und die Zeit tot zu schlagen. Ich vermisste es, mit ihr einfach Zeit in meinem Zimmer verbringen. Ich vermisste sie. Ich vermisste sie einfach überall. Ihr ging es jedoch nicht so. Sie dagegen hatte bereits schon wieder einen neuen Freund. Sie vermisste niemanden an meiner Seite, denn sie hatte mich bereits schon ersetzt. Wieso war sie noch hier? Ich würde garantiert nicht einfach auf gute Freunde machen. So einer war ich nicht. Das hatte vielleicht mit Jelena geklappt, aber mit ihr war ich auch schon vorher befreundet gewesen. Das war nicht dasselbe wie mit Hae-Sung gewesen. Es waren nicht so viele Gefühle im Spiel gewesen wie mit ihr. Mit ihr war es einfach etwas total anderes gewesen wie mit Jelena. Man konnte diese beiden Frauen nicht vergleichen, denn sie waren einfach nur total verschieden. "Na ja, normalerweise macht man Schluss, weil man für den anderen nichts mehr empfindet - daher solltest du dir ja auch keine Sorgen um mich machen", erwiderte ich auf ihre Fragen. Sie hatte keinen Grund mehr, um sich Sorgen zu machen. Das hätte sie vielleicht machen können, als wir noch zusammen gewesen waren. Wahrscheinlich hatte sie nach der Trennung nicht einmal einen einzigen Gedanken verschwendet, ob mir etwas zugestossen wäre oder nicht. Ich dagegen sehr wohl. Auf ihre Worte, dass sie ihren Freund nicht anbeten würde, erwiderte ich nichts darauf. Die beiden hatten doch schon garantiert Sex miteinander gehabt. Bei diesem Gedanken musste ich mich zusammenreissen, dass ich nicht total durchdrehte. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie die Hände von einem anderen Mann über ihren Körper wanderten. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie sie ihre Lust mit einem anderen Mann teilte. Aber so war es sehr wohl. Daran konnte ich auch nichts mehr ändern. Sie zog die Beine an und fragte mich, wann ich hier rauskommen würde. Wieso wollte sie das alles wissen? Sie würde mich danach so oder so nicht mehr besuchen kommen und das war wohl auch besser so. Ich brauchte Abstand von ihr. Es hätte auch gereicht, wenn sie mir eine einfache SMS gesendet hatte. Aber nein, sie musste ja unbedingt hierher kommen. Sie hätte sicher besseres zu tun, nur hatte sie sich geschickt aus dieser Sache rausgeredet. "Ich muss noch diese und die nächste Nacht bleiben. Danach kann ich wieder nach Hause", beantwortete ich trotzdem ihre Antwort. Was wollte sie denn jetzt mit diesen Informationen anfangen? Es wäre besser, wenn sie Abstand von mir hielt. Ich musste über sie hinweg kommen und ansonsten würde ich nur noch auf dumme Ideen kommen. Das würde uns beiden nur noch mehr schaden. Verdammt, sie hatte einen Freund. Sie gehörte jetzt zu jemanden anderen. Mein Hirn wollte aber diese Information einfach nicht akzeptieren. Es spielte lieber verrückt nach dieser Frau, an der ich kein Interesse mehr haben sollte.

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Fleetwood "Flick" McLauren
Ich wollte nicht, dass wir so auseinandergingen. Sie sollte nicht sauer sein und ich wollte nicht wütend sein, weil sie hergekommen war. Irgendwann hatte ich sie sowieso herholen wollen, nur war es gerade einfach ein unpassender Moment, weil es zu gefährlich für sie hier war. Sie war nicht in Sicherheit und ich konnte sie nicht beschützen. Es machte mich fertig das zu wissen und dehalb war ich so außer mir. Ich konnte gar nicht wirklich wütend auf sie sein, ich war sauer auf mich selbst. "Nein, zwei bleiben hier. Sollte das heute Abend nicht klappen, wird es zu gefährlich für dich. Ich will, dass du in Sicherheit bist, wenn etwas schlimmeres passieren sollte. Ich lasse dir Eduardo und Tiago hier. Ihn habe ich in letzter Zeit auch schießen lassen, er kann mit Waffen umgehen. Sie werden dich mit ihren Leben beschützen, verstanden? Wenn dir etwas geschieht könnte ich mir das nie verzeihen.", flüsterte ich und presste die Lippen aufeinander, während ich meine Stirn an ihre lehnte und den Moment genoss. Ich wusste nicht, ob ich diese Nacht zurückkehren würde. Natürlich hoffte ich darauf, aber eine Chance bestand immer, besonders wenn es so ein großes, wichtiges Treffen war wie das, welches wir heute Abend sprengen würden. "Ich verspreche dir zu dir zurück zu kommen, unverletzt. Wir werden uns heute Nacht noch wiedersehen und bis dahin bleibst du gut geschützt hier und tust einmal, was ich dir sage, ja?", flüsterte ich und schmunzelte leicht. Ich konnte zu dem Zeitpunkt ja noch nicht wissen, dass ich alles andere als unverletzt zurückkehren würde. "Wir werden vorsichtig sein. Wir haben den ganzen Tag geplant wie wir am sichersten das Treffen unterbrechen. Ich werde das durchziehen und danach zu dir zurück kommen und heute Nacht noch zu dir ins Bett kommen." Ich machte viel zu viele Versprechungen. Ich würde alle davon brechen, aber das wusste ich in diesem Augenblick noch nicht. "Ich muss jetzt los, aber ich werde zurück kommen. Bis in ein paar Stunden.", flüsterte ich direkt vor ihren Lippen, küsste sie ein letztes mal - für mich ganz untypisch - liebevoll und ließ sie dann los, warf ihr noch ein Lächeln zu und drehte mich dann um. Ich hätte nie geglaubt, dass es nach dieser Nacht ganz anders und nie wieder so wie vorher werden würde. Ich würde sie nie wieder so ansehen können wie ich es in dieser Nacht getan hatte. Alles würde sich durch diesen einen Angriff ändern. (Springen? :o sonst hast du ja nix zu schreiben..)

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Leona
Ich hatte ihm tatsächlich meine Liebe gestanden. Ich hatte das erste Mal jemandem gesagt, dass ich ihn liebte und das... fühlte sich einfach fantastisch an. Klar, diese drei magischen Worte waren absolut mit dem falschen Gefühl -nämlich Wut- übermittelt worden, aber es ging nicht anders. Wenn er heute Nacht losziehen würde, dann sollte er es wissen. Er sollte sich nicht leichtfertig in irgendwelche gefährlichen Situationen bringen. Er musste einfach wissen, dass nicht nur das Kartell Zuhause auf ihn wartete, sondern auch jemand der ihn bedingungslos liebte.
Flick rief meinen Namen und im nächsten Augenblick fand ich mich schon in seinen Armen. Seine Lippen pressten sich auf meine. Auch der Kuss war nicht von Liebe gedrängt, sondern von Verlangen, Verwirrung und... ja doch ein kleines bisschen Liebe. Er löste sich und ich sah ihn perplex an. Ich hörte ihm aufmerksam zu und schüttelte langsam den Kopf. "Flick", flüsterte ich und ging einen Schritt auf ihn zu. Sanft legte ich meine Hände an seine Wangen und streichelte darüber. "Du brauchst keinen bei mir lassen, hörst du? Nimm mit, wen du brauchst, ich komme zurecht. Ich bin ein großes Mädchen. Du brauchst vermutlich jeden Mann", flüsterte ich und gab ihm noch einen liebevollen Kuss auf seine sinnlichen Lippen. Dann löste ich mich und sah ihn ernst an. "Komm zu mir zurück, Flick. Sei vorsichtig, du bist alles was ich jemals wollte. Mach keine Dummheiten", bat ich ihn und gab ihm dann direkt noch einen Kuss. Allein der Gedanke daran, dass er sich in eine gefährliche Situation begab ließ mir die Knie weich werden. Also schlang ich meine Arme um ihn und vergrub das Gesicht an seiner Schulter. "Pass bitte auf dich auf!" flüsterte ich und schluchzte.

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Hae-Sung "Rian" Kang
Wie oft hatte ich mich innerhalb meiner Zeit in Australien bereits entschuldigt? Für gewöhnlich hielt ich nicht viel davon mich zu entschuldigen, wenn ich einen Fehler machte stand ich dazu und versuchte nicht etwa mit irgendeiner dummen Ausrede die Situation zu retten. Ich hielt nicht viel von Entschuldigungen, weil sie doch nie wirklich ernst gemeint waren. Nicht, wenn man mit verschmiertem Make Up im Treppenhaus saß, weil man gerade erfahren hatte dass die eigene Mutter gestorben war ohne das man dabei gewesen war, nicht wenn man erfuhr das die beste Freundin nicht sonderlich nett über einen sprach, und nicht wenn man ein Problem mit jemandem hatte, den man nicht einmal wirklich kannte. So oft hatte ich bereits gehört dass es Menschen leid tat wenn sie unangenehme Dinge erfuhren, und sich dann entschuldigten um die Situation irgendwie zu verbessern, im Endeffekt aber nutzte es einem rein gar nichts. Es zeugte lediglich davon das man dieser Heuchlerei der Gesellschaft nachgab, und sich lieber für Dinge entschuldigte als sich auch nur irgendwie von anderen Menschen einschränken zu lassen. Ich wusste, dass ich selbst einer dieser Menschen war, die sich hinter einem nett gemeintem Tut mir leid versteckten und dachten dass es irgendwie die Situation retten würde, oder auch nur irgendwie etwas verbessern könnte. Dennoch wusste ich, dass es nicht so war. Nicht zwischen Rodrigo und mir. Ich hatte ihn verletzt und verraten, mehrmals, und mittlerweile glaubte er mir wahrscheinlich nicht mehr wenn ich mich bei ihm entschuldigte. Weil ich es so oft tat, dass ich mich noch nicht einmal mehr selbst ernst nehmen konnte. Und doch war es nicht gelogen wenn ich mich bei ihm entschuldigte. Es tat mir leid, das tat es wirklich. Es tat mir leid das ich ihn verletzt hatte, und es ihm gerade wahrscheinlich so viel schwieriger machte ein friedliches, ruhiges Leben führen zu können. Ich wollte ihn aber nicht aus meinem Leben streichen, nicht ganz. Ich wollte mich gelegentlich mit diesem Mann treffen, um zu sprechen, wenn ich ihm schon nicht nahe sein konnte weil er es nicht mehr wollte. Weil ich es versaut hatte, und mein Leben einfach weitergelebt hatte als wäre nie etwas zwischen Rodrigo und mir gewesen - etwas was die Außenwelt auch denken sollte. Das ich nun aber wirklich hier stand, und das Gefühl vermisste das mich durchströmt hatte wann auch immer ich einfach seine Haut auf meiner spüren konnte, oder einfach im Wissen das er es mindestens genauso schwer hatte wie ich, wenn ich seine Wohnung verließ, zeugte davon das ich nicht darüber hinweg war. Ich hatte Schluss mit ihm gemacht, weil ich es nicht ertragen hatte können den Menschen hier etwas vorspielen zu müssen, obwohl ich ihn doch am meisten vermisste. Weil ich mich in ihn verliebt hatte, und möglicherweise selbst heute noch verliebt in ihn war. Es brachte mir aber nichts weiter als Probleme. Ich konnte nicht in diesen Mann verliebt sein, weil er mich nicht mehr wollte. Und weil ich diejenige war die es erst so weit hatte kommen lassen. Weil ich diejenige war die nun einen neuen Freund hatte, und sich das Bett mit diesem teilte, weil ich mit ihm duschen ging und dabei an Rodrigo dachte. Weil ich mir hier doch selbst etwas vormachte, indem ich mir einredete etwas für Clyde zu empfinden, das gar nicht wirklich da war - weil ich Gefühle für einen Mann hatte, den ich möglicherweise eifersüchtig sehen wollte. Von dem ich wollte, dass er mich genauso mochte und wollte wie ich ihn. Gott, es war doch einfach nicht fair! Das Leben hier hätte einfach sein sollen. Ich hatte vor gehabt mich nur auf meine Karriere vorzubereiten, und durchzustarten. Ich hatte nicht vorgehabt hier her zu kommen und jemandem näher zu kommen, der eigentlich nur mein Lehrer hätte sein sollen - dürfen. Und trotzdem stand ich nun hier, weil ich mich versichern hatte wollen dass es ihm auch wirklich gut ging, und dass er nicht etwa dachte dass die Welt sich kein bisschen für ihn interessierte. Nicht etwa die öffentliche Welt, die Fotografen und Reporter, viel mehr aber die Menschen in seinem Leben. Jelena. Ich. Wahrscheinlich wäre er verdammt froh darüber wenn Jelena hier wäre, denn mit ihr konnte er befreundet sein - mit mir aber nicht. Mit mir wollte er wahrscheinlich nicht befreundet sein. So wie es nun einmal war, oder sein sollte, wenn man mit jemandem Schluss machte. Er hatte aber noch nicht einmal etwas dagegen gesagt! Er hatte nicht etwa versucht mir zu erklären dass es nur eine schlechte Phase war, und dass er bald schon wieder zurück wäre. Er hatte mir lediglich gesagt dass ich viel Spaß in meinem Leben und meiner Karriere haben sollte, und dann hatte er aufgelegt. Es schien mir noch nicht einmal so schlimm, wenn ich daran dachte wie er darauf reagiert hatte dass ich übers Telefon mit ihm Schluss machte. Es wäre nicht anders gegangen, und trotzdem hatte er fast schon so reagiert als hätte er damit gerechnet. Als hätte er nur darauf gewartet dass ich den Schwanz einzog und weglief. Und möglicherweise war es nicht fair von ihm gewesen, möglicherweise war es nicht fair von ihm nun so zu tun als wäre einzig und alleine ich diejenige gewesen die Schluss gemacht hatte. Er hatte nichts dazu gesagt, hatte nicht nachgefragt weshalb ich so plötzlich so dachte - er hatte es einfach akzeptiert und so getan als wäre nichts dabei. Kopfschüttelnd lehnte ich meinen Kopf an die Wand hinter mir. Ich sollte wirklich aufhören mir ständig Gedanken über etwas zu machen, das ohnehin vergangen war. Ihm nun aber gegenüber zu sitzen - trotz des Abstandes - fiel mir nicht einfach. Ich wollte meine Finger ausstrecken und seine weichen Haare berühren, wollte seinen Duft einatmen wie früher, wollte mich zu ihm legen und die Welt vergessen. Erneut lachte ich etwas auf und neigte den Kopf zur Seite. Ausgerechnet er hielt mir vor, das er nicht schlau aus mir wurde? Dachte er denn überhaupt, dass ich irgendwie eine Ahnung davon hatte was in seinem Kopf vor ging? Ich hatte keine Ahnung, verstand kein Wort von dem was er mir sagte, obwohl er die selbe Sprache sprach wie ich. Ich lehnte den Hinterkopf an die Wand, und sah zu ihm hinüber, während ich mit den Schultern zuckte. "Nur weil ich Schluss gemacht habe heißt es nicht, dass ich mir nicht Sorgen mache", wenn er wirklich dachte dass die Gefühle die ich für ihn gehabt hatte völlig verschwunden waren, hatte er wirklich keine Ahnung. Wahrscheinlich dachte er ja sogar dass ich ihm alles nur vorgespielt hatte. "Ja, mein Freund sitzt zuhause - vielleicht, keine Ahnung. Vielleicht ist er auch mit seinen Freunden unterwegs, weil er sie Monate nicht mehr gesehen hat. Das heißt aber nicht das ich auch sofort nach den Terminen nachhause laufe um ihn anzubeten", das hatte ich möglicherweise bei Rodrigo tun wollen, aber das war etwas völlig anderes. Das war aber auch etwas gewesen, das eigentlich nicht hätte sein dürfen - etwas spannendes und aufregendes. Vielleicht hatte mich auch die Tatsache dass ich nicht bei ihm hätte sein dürfen, dazu gebracht so unglaublich viel Zeit mit ihm verbringen zu wollen. Ich seufzte leise, zog die Beine auf den Stuhl und musterte ihn. "Wann kommst du hier raus?" fragend stützte ich meinen Kopf auf meinen Armen ab, und atmete tief ein. Er wollte nicht dass ich hier war, geschweige denn dass ich ihn besuchte oder aufsuchte. Er wollte Zeit für sich, und ich verstand es, aber er musste doch verstehen dass ich mir nicht einfach schweigend Sorgen um ihn machen würde, obwohl ein einfacher Besuch beruhigend wirken könnte. Oder eben nicht.

wir sprechen zu viel,
und fühlen zu wenig
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Rodrigo da Moura Brandão
Ich verstand nicht wirklich, wieso sie hier war. Was wollte sie damit erreichen? Es würde nie so sein, wie zwischen mir und Jelena. Das ging einfach nicht. Jelena und ich waren schon vorher Freunde gewesen, bevor wir es als Paar versucht hatten und dann hatten wir auch bald gemerkt, dass dies nicht funktionierte. Mit Hae-Sung war ich aber nie befreundet gewesen und ich würde es auch nie können. Dafür hatte ich einfach viel zu starke Gefühle für sie - immer noch. Für Jelena hatte ich nicht so starke Gefühle gehabt. Für Jelena hatte ich halt einfach nur freundschaftliche Gefühle gehabt. Daher würde eine Freundschaft zwischen mir und Hae-Sung nicht funktionieren. Auch wenn sie das noch so sehr wollte, da könnte ich nicht mitmachen. Ich würde nur mehr selbst mir schaden, als dass diese Freundschaft etwas positives hätte. Am liebsten hätte ich den Kopf geschüttelt. Sie hätte ihre Einstellung nicht geändert? Lag es also an dem Mann, mit dem sie gerade zusammen war? Aus dieser Frau konnte man einfach nicht schlau werden. Ich liess jedenfalls dieses Thema sein und sagte nichts mehr dazu. Es war ja sowieso aus, also sollte ich auch nichts mehr dazu sagen. Ja, sie hatte viel Zeit bei mir verbracht, aber anscheinend tat sie das nicht mit ihrem neuen Freund. Sie konnte es ja selbst entscheiden. Sie drehte sich um und ging wieder zurück zu den Stühlen an den Wänden. Wieso war sie hier? Wieso brachte sie mir einen Teddybären? Wieso konnte sie es einfach nicht sein lassen, sondern musste alles einfach nur noch schlimmer machen? Ich seufzte leise und schloss kurz die Augen. Sie lachte auf und runzelte bei ihren Worten die Stirn. Sie wusste doch selbst, dass ihre Worte überhaupt keinen Sinn machten. Ich richtete mich auf, damit ich sie besser ansehen konnte. "Ich werde einfach nicht schlau aus dir", erwiderte ich und schüttelte den Kopf. "Du machst mit mir Schluss und dennoch nimmst du dir die Zeit, um mich im Krankenhaus zu besuchen, obwohl dein Freund zuhause auf dich wartet", fügte ich hinzu. Sie wusste selber, wie schräg sich das anhörte. Das machte doch einfach keinen Sinn! Sie hatte Schluss gemacht, weil sie es nicht durchstehen hatte wollen. Sie hatte lieber ihr Leben genossen und das nahm ich ihr auch nicht übel. Aber wieso musste sie immer wieder zu mir kommen? Sie war vielleicht über mich hinweg, aber ich war definitiv nicht über sie hinweg. Sie war vielleicht bereit für eine Freundschaft, ich war es definitiv nicht. Ich hatte immer noch viel zu starke Gefühle für sie. Sie anscheinend aber nicht mehr für mich. Das war schön für sie. Aber sie musste mir halt ein bisschen Zeit geben. Sie musste mir Raum. Immerhin hatte sie mit mir Schuss gemacht, damit sie auch wieder mehr Freiheiten hatte. Wieso konnte sie mir dann aber nun nicht ein bisschen mehr Freiheiten geben, damit ich mich von ihr los sagen könnte? Vielleicht quälte sie mich auch einfach nur gerne. Vielleicht sah sie gar nicht, dass ich immer noch Gefühle für sie übrig hatte. Es war vermutlich auch besser so, wenn sie nichts von meinen Gefühlen wusste. Sie hatte einen Freund. Sie war vergeben. Und ich war alleine.

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Hae-Sung "Rian" Kang
Womöglich dachte er so von mir, wie man von seiner Ex auch denken sollte. So wie er von Jelena nicht dachte, weil Jelena und er immer noch befreundet waren. Konnten wir das nicht auch? Einfach nur befreundet sein, und die Tatsache dass wir einmal etwas mit einander gehabt hatten übersehen? Wahrscheinlich nicht, schließlich hatte er auch gesagt das es mit ihm und Jelena schon früh klar gewesen war das es nicht klappen würde - bei uns aber war es etwas ganz anderes, und im Moment war ich - wieder einmal - eifersüchtig auf die schöne Tänzerin. Nicht etwa weil sie Talente besaß, von denen ich wirklich nur träumen konnte, viel mehr aber weil sie mit Rodrigo sprechen konnte wann auch immer sie wollte. Weil sie ihm um den Hals fallen konnte, und er sich auch noch freute. Schulterzuckend sah ich den Brasilianer an. Dann hatte ich meine Einstellung diesbezüglich eben geändert, was spielte es denn bitte für eine Rolle ob ich nun mit Clyde so ziemlich jede freie Sekunde verbringen wollte, oder ob ich meine Zeit lieber alleine verbrachte? Nur weil ich meine Zeit unglaublich gerne mit Rodrigo verbracht hatte, musste das doch nicht gleich heißen dass ich gerne mit jedem Mann so viel Zeit verbringen wollte. "Ich schätze nicht das ich meine Einstellung dazu verändert habe", und das war die Wahrheit. Es kam wohl einfach nur auf die Person an, mit der man seine Zeit verbrachte. Seufzend musterte ich ihn, und lächelte etwas. Wenigstens nahm er den Teddybären an, und sagte mir nicht etwa das er diesen nicht haben wollte, einfach nur weil er von mir kam. Ob er ihn dann auch behalten würde wusste ich nicht, ich konnte mir aber fast schon vorstellen das er ihn doch nur wegwerfen würde. Wie ging es ihm - so wie es jemandem mit gebrochenen Bein nun einmal ging. Ich nickte knapp. Es war dumm gelaufen - tja, wenn ich wüsste was dumm gelaufen war, könnte ich vielleicht mitlachen, so aber hatte ich keine Ahnung was er denn getan hatte dass er sich sein Bein gebrochen hatte. Er war nicht tollpatschig, das war er die Zeit über die wir zusammen gewesen war nicht gewesen, und auch in Amerika hatte er sich wohl nichts gebrochen. Zumindest ging ich davon aus, denn auch wenn ich unzählige Mal das Display meines Handys und seine Nummer angestarrt hatte, hatte ich nie angerufen. Weil ich den Mut nicht gefunden hatte. Leise drehte ich ihm wieder den Rücken zu und ließ mich an der Wand auf den Stuhl sinken. Abstand wäre gut, denn auch wenn ich nicht sollte, wollte ich ihn küssen und berühren wie ich es früher gekonnt hatte. Es wäre aber nicht fair. Ihm gegenüber nicht, und auch Clyde gegenüber nicht. Ich lachte etwas auf und verdrehte die Augen. Ich brauchte meine Zeit nicht hier verschwenden? Ich verschwendete meine Zeit hier wann auch immer ich wollte, vor allem aber so lange wie ich wollte. Beschäftigt. Ja, möglicherweise war ich beschäftigt aber noch lange nicht so sehr dass ich ihn alleine im Krankenhaus liegen lassen würde. "Selbst wenn ich beschäftigt wäre, hätte ich immer noch Zeit um dich hier zu besuchen", lächelnd zuckte ich die Schultern. Selbst wenn ich in Europa gewesen wäre, und mitbekommen hätte das er verletzt war, würde ich ihn irgendwie besuchen wollen. Weil ich ihn mochte, trotz der Tatsache dass ich mit ihm Schluss gemacht hatte, und nicht etwa umgekehrt.

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Rodrigo da Moura Brandão
Wieso war sie hier? Sie verstand es wohl wirklich nicht. Sie machte es mir nur noch viel schwerer. Ich wurde schon genug von alten Erinnerungen gequält, die ich mit ihr gemacht hatte. Wenn ich sie zu oft sah, dann würde ich diese Erinnerungen nie los werden. Und die Gefühle erst recht. Bevor sie sich zu erkennen gab, liess sie die Schultern von dem Teddybären zucken. Ich wusste gar nicht, wer mich denn sonst besuchen kommen sollte. Eine Familie hatte ich nicht, meine Freunde waren nicht in der Nähe und die Lehrer würden mich genug früh wieder sehen. Ich liess mich wieder in das Kissen sinken und sah sie an. Sie blieb artig auf dem Stuhl sitzen, als hätte sie Angst, dass etwas passieren würde, wenn ich ihr zu nahe kommen würde. Wieso war sie denn überhaupt hierher gekommen? Sie sollte doch lieber die freie Zeit, die sie hatte, mit ihrem Freund nutzen. Immerhin hatte sie bei mir auch fast jede freie Minute verbracht. Überraschung? Ich runzelte die Stirn. Hatte sie damit bezwecken wollen, dass ich sie netter begrüsste? Ich war nur nicht nett, weil es besser so wäre. Es wäre besser so, wenn sie keinen Kontakt mehr hätte. Meine Nummer hatte sie vermutlich gar nicht mehr - ich ihre dagegen schon. Sie hatte einen neuen Freund. Dann konnte ich mir gut vorstellen, dass sie die Nummer von ihrem Exfreund aus ihrem Telefonbuch gelöscht hatte. Sie liess den Kopf gegen die Wand sinken und schloss die Augen. War sie genervt? Vermutlich. Dann hätte sie halt nicht hierher kommen sollen, wenn ich sie so nerven würde. Ich hob überrascht eine Augenbraue und sah ihr in die Augen. "Ach, wirklich?", fragte ich skeptisch und sah sie an. "Dann hast du deine Einstellung wohl ziemlich geändert", fügte ich hinzu und wandte meinen Blick wieder der Decke zu. Ich wusste noch ganz genau, wie wir Stunden miteinander verbracht hatten, ohne dass uns langweilig geworden war. Ich wusste noch ganz genau, wie sie damals nicht aus meiner Wohnung hatte gehen wollen, sondern am liebsten bei mir übernachtet hätte. Nun wollte sie mir ernsthaft weiss machen, dass sie doch nicht so war? Sie hatte mir kaum wohl etwas vorgespielt. Ich wusste es nicht. Inzwischen glaubte ich nicht mehr daran, dass es für sie auch nur ansatzweise eine Beziehung gewesen war. Für sie war es vielleicht ein Techtelmechtel oder eine Affäre gewesen, aber mehr war es für sie wahrscheinlich nie gewesen. Für mich dagegen schon - nur musste sie das nicht wissen. Sie stand auf und kam zu meinem Bett. Ich nahm den Teddybären entgegen, den sie mir hinstreckte und platzierte ihn auf meinem gesunden Bein. Ich zuckte mit den Schultern. Wie sollte es mir denn gehen? "So wie es halt jemandem geht, der sein Bein gebrochen hat", erwiderte ich von daher, denn eine bessere Antwort fiel mir nicht ein. Sie stand so nahe an meinem Bett. Ihr Duft stieg in meine Nase und damit kamen nur wieder alte Erinnerungen mit ihr hervor. Wie sie unter mir gelegen war, wie sie nackt auf mir gesessen hatte. Ich seufzte leise und versuchte die Erinnerungen zu unterdrücken. Das hatte doch alles keine Zukunft mehr. "Ist halt dumm gelaufen", ich zuckte die Schultern und liess mein Kopf wieder in das Kissen sinken. Es würde sowieso niemanden gross interessieren. Ich war alleine. Ich sorgte für mich alleine und niemand verschwendete Gedanken an mich. Ich war nicht nur alleine, sondern ich war auch einsam. Ich seufzte leise und sah sie wieder an. Sie war eine wunderschöne Frau. Nur würde sie nie mehr wieder zu mir gehören. Diese Zeit war schon lange vorbei. "Du musst deine Zeit hier nicht verschwenden. Ich kann mir vorstellen, wie beschäftigt du bist." Ich sah sie an und fuhr mir ein weiteres Mal durch mein wirres Haar. Ich wusste noch ganz genau, wie gerne Hae-Sung mit ihren Finger durch mein Haar gefahren war. Diese Zeiten waren aber auch vorbei. Alle Zeiten mit ihr war vorbei. Sie hatte es beendet schon vor langer Zeit. Ich müsste es nur noch akzeptieren und mich damit abfinden. Das war allerdings schwerer getan als gesagt.

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Hae-Sung "Rian" Kang
Schon jetzt war mir klar dass Rodrigo mich nicht sehen wollen würde. Er hatte es mir schließlich gestern unmissverständlich gesagt - ich sollte nicht mehr zu ihm kommen, wenn ich es nicht noch schlimmer machen wollte. Wie machte ich es schlimmer, indem ich ihn besuchte? Hasste er mich allen Ernstes so sehr, dass er mich nie mehr wieder sehen wollte, weil ich nicht etwa das gehalten hatte was ich ihm vor seiner Abreise versprochen hatte? Weil ich nicht etwa das knappe Jahr auf ihn gewartet hatte, so wie ich es ihm versichert hatte. Um ehrlich zu sein konnte ich ihn verstehen. Wirklich, schließlich war es nicht das erste Mal dass ich im Laufe des letzten Jahres etwas Unüberlegtes, Dummes oder einfach nur aus dem Affekt heraus getan hatte. Und jedes Mal war es irgendwie darauf hinaus gelaufen, dass Rodrigo dadurch verletzt worden war. Weil ich Mr. Blake ein Video schickte, das ihn nichts anging. Weil ich mit Rodrigo Schluss machte, obwohl ich ihm gesagt hatte dass ich auf seine Rückkehr warten würde. Weil ich jemand Neues gefunden hatte, mit dem ich möglicherweise eine Beziehung führen konnte, die auch wirklich funktionieren konnte. Ich seufzte innerlich, vergrub das Gesicht am roten Fell des Teddybären und schloss die Augen. Ehrlich gesagt wusste ich nicht wieso ich jetzt wirklich hier saß und darauf wartete dass der Brasilianer wieder aufwachte. Er war nicht mehr mein Freund, und auch wenn ich möglicherweise noch Gefühle für diesen Mann hatte, bedeutete dass nicht das ich hier sein sollte. Ich sollte nicht hier sein - ich sollte nicht einmal daran denken hier zu sein. Hinter dem Teddy bewegte sich etwas, das leise Rascheln der Bettdecke war zu hören und schließlich wurde mir klar, das Rodrigo wohl aufgewacht war. Wie spät es war konnte ich nicht sagen, früher Abend würde ich sagen, die Sonne war zwar mittlerweile beinahe untergegangen, es interessierte mich aber im Moment nicht wirklich. Wer bist du? Schmunzelnd schob ich meine Finger unter die Arme des Teddybären und ließ ihn die Schultern zucken. Er hasste mich, wollte mich nicht wieder sehen, und jetzt saß ich allen Ernstes vor ihm im Krankenhaus weil ich wissen wollte wie es ihm ging. Oder weil ich einfach auf Nummer sicher gehen wollte, dass auch wirklich alles in Ordnung war, und es lediglich ein gebrochenes Bein war, und nicht etwa irgendetwas anderes. Für einen Moment blieb ich noch sitzen, schob dann aber meinen Kopf hinter dem Teddy hervor und sah Rodrigo an, der scheinbar wirklich nicht geglaubt hatte dass ich hier auftauchen würde. Lächelnd zuckte ich die Schultern. "Überraschung?" Wahrscheinlich war es eine gelunge Überraschung, eine mit der er ganz bestimmt nicht gerechnet hatte - ob er sonderlich erfreut darüber war wusste ich nicht. Jemand anderes war aber wohl nicht hier her gekommen um ihn zu besuchen, zumindest hatte es nicht so ausgesehen. Trotz des Dranges aufzustehen und ihm näher zu kommen, bewegte ich mich keinen Zentimeter vom Stuhl an der Wand. War das jetzt sein Ernst? Er wollte mir Vorwürfe machen, weil ich mit Clyde zusammen war? Seufzend ließ ich den Kopf an die Wand sinken und schloss die Augen. "Ich kann immer noch selbst entscheiden wann und wie viel Zeit ich mit meinem Freund verbringe. Ich muss nicht jede Sekunde auf ihm hocken", zumindest war es bei Clyde so. Vorsichtig schob ich mich vom Stuhl hoch, trat doch an sein Bett und hielt ihm den Teddybären hin. "Wie geht es dir?" Er hatte nur ein gebrochenes Bein - schlimm genug für jemanden wie ihn - er würde also nicht sterben, trotzdem war nur ein gebrochenes Bein schlimm genug. Vor allem wenn man so ziemlich jede freie Sekunde seines Lebens damit verbrachte entweder Sport zu machen, oder zu tanzen. [Macht ja nichts das du schon Mal etwas weiter gesprungen bist XD]

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Rodrigo da Moura Brandão
Ich wusste nicht, wie lange ich schlief. Ich wusste nur, dass ein sehr unruhiger Schlaf war. Vielleicht lag es an den Medikamenten. Vielleicht lag es auch an dem Gedanken, dass ich nun eine ganze Weile nicht mehr tanzen konnte, geschweige denn trainieren. Meine Kondition würde schlechter werden und das nervte mich total. Das änderte aber nichts daran, dass ich nun ein gebrochenes Bein hatte. Wenigstens konnte ich noch unterrichten, denn ansonsten würde es mich wohl wahrscheinlich noch umbringen vor Langeweile. Ich seufzte leise und wachte langsam auf. Ich öffnete kurz meine Augen, aber schloss sie dann sogleich auch wieder. Diese weissen Wände vom Krankenhaus waren einfach viel zu hell, wenn man aufwachte. Es blendete einen regelrecht. Ich brauchte eine Weile, bis ich mich an die Helligkeit gewöhnt hatte. Ich fühlte mich immer noch müde. Das lag wahrscheinlich wirklich an den Medikamenten. Ich setzte mich langsam ein bisschen auf und merkte etwas im Raum, was vorhin nicht hier gewesen war. Ich drehte meinen Kopf. Auf den Besucherstühlen sass jemand. Mit einem riesigen Teddybären auf dem Schoss. "Wer bist du?", fragte ich und fuhr mir über das Gesicht. Danach fuhr ich mit der Hand durch mein Haar und versuchte diese ein bisschen zu ordnen. Ich sah wohl wirklich nicht gerade wie aus dem Ei gepellt aus. Ich setzte mich noch ein bisschen mehr auf. Ich wollte aus diesem gottverdammten Krankenhaus raus. Es war alles in Ordnung, also wieso sollte ich noch eine Nacht hier bleiben? Die Operation war ebenfalls durchgeführt worden. Ich seufzte leise und sah immer noch den Teddybären an. Schlussendlich gab sich die Person hinter dem Teddybären bekannt. [Sorry, wenn ich dir etwas vorschreibe xD] "Du?", sagte ich erstaunt, als ich erkannte, wer es war. Hatte ich mich heute nicht deutlich genug ausgedrückt? Sie sollte mich nicht mehr aufsuchen. Ich würde von ihr sonst nie los kommen. Ausserdem war es sicher schon später Abend und dann sollte sie doch bei ihrem Freund zuhause sein. Stattdessen war sie nun hier. Ich verstand diese Frau einfach nichtt. Einerseits machte sie mir Schluss. Sie hatte genug deutlich gesagt, dass unsere Beziehung nie eine Zukunft gehabt hätte. Andererseits kam sie die ganze Zeit wieder zu mir. Am Strand schon und jetzt schon wieder. Ich liess mich wieder in die Kissen sinken und schloss kurz die Augen, bevor ich sie dann wieder öffnete. Diese Frau würde mich irgendwann wirklich noch so in den Wahnsinn treiben, dass man mich vermutlich in ein Irrenhaus einliefern muss. Ich seufzte leise. "Was willst du hier? Solltest du nicht bei deinem Freund sein?", fragte ich sie, während ich nicht verhindern konnte, dass sich ein bitterer Unterton sich in meiner Stimme bemerkbar machte. Sie meinte vielleicht, dass ich sie nicht mehr mochte. Vielleicht dachte sie auch, dass ich ihr ihren neuen Freund nicht gönnen würde. Da lag sie aber komplett falsch. Es wäre aber für sie besser, wenn sie nichts von meinen immer noch existierenden Gefühlen wüsste. Es ging sie ja eigentlich auch gar nichts mehr an.

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Hae-Sung "Rian" Kang
Ich war glücklich. Ich war glücklich mit Clyde. Ich war glücklich weil ich eine Karriere auf die Beine gestellt hatte. Ich war glücklich, und irgendwie doch nicht. Ich war glücklich weil ich in den Armen des Mannes einschlief, mit dem ich die letzten paar Monate so viel Zeit verbracht hatte, dass ich mir nicht einmal sicher war ob die Welt überhaupt wusste dass wir nicht etwa nur im Doppelpack unterwegs waren. Der Mann, der mir die letzten Monate dabei geholfen hatte meinen Gedanken und Sorgen zu entkommen, indem er einfach da gewesen war; und trotzdem war es nicht das Selbe. Clyde war nicht Rodrigo. Meine Beziehung zu Clyde wurde an die große Glocke gehangen, wurde in jedem Interview angesprochen weil wir doch so glücklich aussahen. Meine Beziehung zu Rodrigo aber war geheim gewesen. Hinter einer Tür versteckt in seiner Wohnung, weil es nicht in Ordnung gewesen wäre wenn wir eine Beziehung geführt hätten. Weil Rodrigo seinen Job verloren hätte, und ich sehr wahrscheinlich ebenfalls Probleme bekommen hätte. Unsere Beziehung hatte keine Zukunft gehabt, weil wir sie für Jahre versteckt hätten halten müssen. Zumindest waren das die Aussichten gewesen, denen wir zu Beginn unserer kurzen Bekanntschaft in die Augen geblickt hatten. Ich hatte nicht wissen können dass ich so früh schon die Möglichkeit bekommen würde, meine Schauspielkarriere zu starten. Ich hatte noch nicht einmal wissen können dass ich für einige Monate nach Europa gehen würde, um dort einen Film zu drehen, für den ich nun Werbung machen durfte. Seufzend begab ich mich auf den Weg zu meinen Terminen, dieses Mal aber war ich wenigstens schlau genug um nicht etwa zu Fuß durch die Straßen zu laufen, und möglicherweise wieder von irgendwelchen Fotografen und Reportern verfolgt zu werden. Zu meiner Verwunderung verlief der Tag wirklich gut. Die Interviews verliefen nicht halb so oberflächlich wie gedacht, meine Beziehung zu Clyde wurde zwar angesprochen und trotzdem gelang es mir das Gespräch doch wieder in Richtung des Filmes zu treiben. Irgendwann Abends war ich schließlich wieder Am Weg nachhause, hörte durch die Kopfhörer Musik und hatte fast schon die Hoffnung einfach nur meinem gewöhnlichen Leben nachgehen zu können. Die Musik wurde unterbrochen, mein Handy vibrierte und fragend sah ich auf den Display. Du glaubst nicht was gerade passiert ist. Brandão wurde heute ins Krankenhaus gebracht. Was? Ungläubig, und vielleicht auch um auf Nummer sicher zu gehen dass ich mich verlesen hatte, überflog ich die Worte ein zweites Mal. Er war ins Krankenhaus gebracht? Wieso? Augenblicklich zog ich mir die Kopfhörer vom Kopf, warf einen kurzen Blick aus dem Fenster und schluckte. Wieso? schickte ich Mirabell nach nur wenigen Sekunden und rutschte auf der Rückbank des Autos etwas zurück. Unsicher kaute ich auf meiner Unterlippe, wartete und wartete, bis mein Handydisplay endlich erneut aufleuchtete. Hab gehört er hat sich was gebrochen, bin mir aber nicht sicher. Er hatte sich etwas gebrochen. Ich hob den Blick und gab dem Taxifahrer Bescheid das er mich zum Krankenhaus bringen sollte, auch wenn Rodrigo mich nicht sehen wollte. Wenn er im Krankenhaus lag, konnte ich doch nicht einfach zuhause herum hocken. Ich betrachtete mein Handy ein weiteres Mal und schrieb Clyde das ich wohl erst spät nachhause kommen würde, weil ich mich noch mit Mirabell treffen wollte. Ich konnte ihm wohl schlecht sagen dass ich Rodrigo im Krankenhaus besuchen wollte, immerhin dachte selbst Clyde das ich diesen Mann hasste. Am Krankenhaus gab ich dem Taxifahrer sein Geld, und betrachtete den Gebäudekomplex vor mir. Ernsthaft, ich konnte dort nicht einfach so auftauchen. Er wollte mich nicht sehen. Leise lauschte ich wieder der Musik aus meinen Kopfhörern, drehte mich etwas und sah mich um. Schmunzelnd betrachtete ich einen großen Plüschteddybär, der mir schon fast entgegen winkte. Wenn er den Teddybären sehen würde, und nicht etwa mich, wäre er vielleicht nicht gleich so .. angepisst. Mit dem großen, knallroten Teddybären vor dem Gesicht bewegte ich mich durchs Krankenhaus, erkundigte mich nach Rodrigos Zimmernummer und bedankte mich lächelnd bei der Krankenschwester. Er schlief bereits, hatte sie gesagt. Etwas was mich nicht davon abhielt mich leise in sein Zimmer zu schleichen, mich auf den Stuhl an der Wand zu setzen und den Teddybär auf meinem Schoß zu platzieren. Ich war mir ziemlich sicher dass er mich nicht gleich sehen konnte, und um ehrlich zu sein hoffte ich auch wirklich dass er nicht etwa gleich ausflippte oder mich rauswarf, ich wollte schließlich nur wissen wie es ihm ging, und was passiert war. Man bekam schließlich nicht täglich die Nachricht das jemand ins Krankenhaus gebracht worden war, und erst Recht kein gesunder Mann dem eigentlich nichts fehlte - der nun aber mit einer Schiene am Bein im Bett lag und schlief.

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Rodrigo da Moura Brandão
Ich wachte ziemlich unbequem wieder auf, wobei mein Nacken ziemlich schmerzte. Ich seufzte leise auf und kämpfte mich auf die Beine. Ohne noch gross weiter zu überlegen, ging ich in mein Schlafzimmer. Noch fast im Halbschlaf liess ich mich auf mein Bett fallen. Ohne noch gross weiter zu überlegen, drehte ich mich auf die Seite und schlief weiter. Mein letzter Gedanke war, dass ich hoffte, dass ich den Wecker nicht überhören würde. Schlussendlic wachte ich wieder auf - zum Glück durch meinen Wecker. Ansonsten hätte ich wohl verschlafen, wenn ich nicht durch den Wecker geweckt worden wäre. Ich bereitete mir ein Frühstück vor und danach ging ich auch schon in mein Klassenzimmer. Es war eine Ewigkeit her, seit ich hier gewesen war. Ich seufzte leise und fuhr mir durch das Haar. Ich versuchte den Unterricht einigermassen zu gestalten, aber es war relativ schwierig, wenn man nicht wusste, wo die Schüler momentan standen. Schliesslich kamen die Schüler in den Klassenraum und ich begann die Stunde. Ich begrüsste die Schüler und fragte die Schüler dann zuerst einmal, wo sie momentan waren. Anschliessend musste ich halt den Unterricht improvisieren. Ich könnte immer noch die nächsten Stunden gestalten. Nachdem der Unterricht vorbei war, ging ich zuerst einmal eine Runde rennen an den Strand hinunter. Ich rannte und rannte einfach nur weiter. Die Musik dröhnte mir in die Ohren und ich lief einfach weiter. Anscheinend hatte ich jedoch einen Stein übersehen und ich landete ungeschickt auf meinem rechten Bein. Ein Schmerz durchzuckte mein Bein und ich biss mir auf die Zähne, damit ich nicht aufschrie. Gleich danach war der Schmerz verschwunden, allerdings spürte ich mein Bein nicht mehr. Ich fluchte mehrmals und kämpfte mich auf die Beine. Ich konnte das Bein nicht mehr belasten. Ich konnte es gar nicht mehr bewegen. Ich stiess einen lauten Fluch aus und humpelte weiter. Gott, ich hasste es. Ich könnte damit eine ganze Weile nicht trainieren. Irgendwann kam ich an der Schule an. Ich fand den Weg zu einem der Lehrer. Diese brachten mich auf direktem Weg ins Krankenhaus. Dort wurde ich dann zuerst einmal untersucht. Ich sollte zwei Nächte hier bleiben. Heute würde ich noch operiert werden. Es war leider kein glatter Bruch, das hiess wohl, dass er länger brauchen würde um zu heilen - leider. Ich biss mir auf die Lippen und stiess wieder einen unschönen Fluch aus, wobei mich der Arzt verwundert ansah. Er sollte es gar nicht verstehen. Ich schüttelte den Kopf und wurde dann auch schon in Narkose gesetzt. Ich bekam nicht viel mit von der Operation. Als ich wieder aufwachte, lag mein Bein in einer Schiene. Ich seufzte leise und liess den Kopf wieder sinken. Ich wollte einfach nur wieder hier raus. Ich schüttelte den Kopf. Ich rechnete gar nicht erst damit, dass ich Besuch kommen würde. Irgendwann gab es später etwas zu essen und dann fiel ich in einen unruhigen Schlaf. Vielleicht lag es auch an den Medikamenten, vielleicht auch nicht.

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Fleetwood "Flick" McLauren
Ich verstand nicht wieso sie sauer war. Ich versuchte doch nur alles, um sie in Sicherheit zu wissen. Ich war gefährlich, mein Job war gefährlich und mit mir zu tun zu haben, war ebenfalls gefährlich. Alles, was ich wollte, war für ihre Sicherheit zu sorgen und das ging nur, wenn ich sie in Frankreich ließ. Dort würde sie niemand mit mir in Verbindung bringen. Ich versuchte doch nur sie zu schützen! Okay, ich war es falsch angegangen. Ich war einfach abgehauen, nachdem wir das erste Mal zusammen Sex gehabt hatten, aber verdammt, was hätte ich denn tun sollen?! "Hätte ich dich in der Nacht geweckt, hättest du mich nicht gehen lassen, Leona. Du hättest darauf bestanden mitzugehen und das wollte ich vermeiden. Weil du hier einfach nicht sicher bist. Ich kann dich hier auf Noyus nicht beschützen, verstehst du?!" Ich erstarrte leicht, als sie mich plötzlich Fleetwood nannte. Oh wow, sie war echt sauer. Meinen vollen Namen hatte ich noch nie aus ihrem Mund gehört. Generell noch nie aus irgendjemandes Mund, außer aus dem meiner Eltern, wenn ich Mist gebaut hatte und jetzt schon lief es mir eiskalt den Rücken herunter. "Ich sage dir nichts, um dich nicht in Gefahr zu bringen. Je mehr du weißt, desto gefährlicher wird das, verstehst du? Und mein Job ist immer gefährlich. Ich könnte jederzeit auf offener Straße erschossen werden, Leona. Niemand weiß wie viel Zeit mir noch bleibt und du kannst dich wohl kaum jedes Mal von mir verabschieden, wenn ich raus joggen gehe." Dieser Lebensstil war einfach nichts für sie. Sie kannte all das nicht und ich bezweifelte, dass sie es je verstehen würde. Sie war einfach nicht in diese Gesellschaft hineingeboren worden. Sie kam mir nun näher und ich hoffte wirklich, dass sie sich jetzt mit mir vertragen würde und alles gut werden würde, doch ihr Blick sah so aus, als wollte sie mich tot sehen. Sie sprach nur drei kleine Worte aus und dennoch ging es mir durch Mark und Bein. Sie liebte mich? Perplex sah ich sie an, als sie sich plötzlich umdrehte und ging. Das war nicht ihr ernst oder? Schnell lief ich ihr hinterher. "Leona!", rief ich und bekam sie am Handgelenk zu fassen. Ich drehte sie um und zog sie fest in meine Arme, sodass sie nicht entkommen konnte, selbst wenn sie sich weigern würde. Ich presste meine Lippen auf ihre, küsste sie wild und dennoch ziemlich emotional und löste mich dann erst von ihr, als mir die Luft wegblieb. "Du weißt ich will es erwidern. Ich... ich traue mich nur nicht, okay? Jeder, den ich liebe, wird getötet und ich will, dass du sicher bist. Diese Nacht heute wird schlimm und... ich werde es dir erst sagen, wenn ich weiß, dass wir aus der Sache raus und sicher sind. Es klingt total bescheuert, ich weiß. Ich werde es sagen, wenn ich zurück bin und ich werde zurück kommen, okay? Weil ich immer zurück komme.", flüsterte ich und küsste ihre Tränen sanft weg. Manchmal war ich über meine eigenen liebevollen Gesten überrascht. Ich hatte nicht einmal gedacht, dass ich überhaupt fähig war Liebe zu empfinden und doch hatte ich einer Frau gerade etwas gesagt, was einer Liebeserklärung wohl am nahesten kam. "Ich werde heute Nacht losziehen und zwei Männer hier lassen, die auf dich aufpassen werden. Du wirst hier sicher sein. Tiago ist auch noch hier, ihn kennst du ja. Ich werde... versuchen das heute zu regeln und wenn es nicht klappt, wirst du morgen wieder in einen Flieger steigen und zurück nach Australien reisen müssen, ja? Also drück mir die Daumen, dass das klappt.", flüsterte ich und küsste sanft ihre Stirn, ehe ich sie los ließ. Ich wollte nicht mehr mit ihr streiten und ich wollte nicht, dass sie sauer auf mich war. Ich war einfach nur so gestresst. Ich spürte jetzt schon, dass irgendetwas schief laufen würde, doch mit dem Kommenden hatte wohl niemand gerechnet.

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Hae-Sung "Rian" Kang
Früher hatte ich immer gedacht, dass ich es sehr wahrscheinlich nicht weiter als zu einer Eintagsfliege schaffen würde. Eine Eintagsfliege die möglicherweise einmal etwas Ruhm ergattert hätte, weil sie irgendjemandem gezeigt hatte was in London aufgewachsene Mädchen eigentlich konnten, und dass sie sich nicht einfach so in irgendeine Schublade stecken ließen. Früher hatte ich immer gedacht dass ich es nicht sonderlich weit schaffen würde, immerhin hatte mir so ziemlich jedes Wochenende ein anderer Manager oder Talentscout gesagt dass ich einfach nicht das Zeug zum Star hatte. Mittlerweile aber hatte ich es diesen Menschen gezeigt, mittlerweile hatte ich der Welt gezeigt was in London aufgewachsene Mädchen denn nun wirklich konnten. Wir kämpfen, arbeiteten hart dafür unsere Träume in Erfüllung gehen zu sehen, und ließen uns nicht einfach so von irgendjemandem sagen das es nicht klappen würde. Ich hatte nicht damit gerechnet, das ich wirklich jemals das schaffen würde, was ich nun erreicht hatte. Ich hatte nicht damit gerechnet dass ich wirklich einmal behaupten könnte, aus eigener Kraft eine Karriere aus dem Boden stemmen zu können. Sehr wahrscheinlich aber hatte die Tatsache, dass ich durch Mr. Blake und T-ara bereits bekannt war, irgendwie doch etwas damit zutun. Und trotzdem konnte ich stolz auf mich sein, schließlich hatte ich endlich das erreicht was ich mir so sehr gewünscht hatte. Möglicherweise verlangte ich einfach zu viel vom Leben und den Menschen, mit denen ich zutun hatte. Gott ich konnte doch nicht von jemandem den ich sehr wahrscheinlich mehrmals verletzt hatte, verlangen froh darüber zu sein mich zu sehen, wenn wir doch meiner Meinung nach nie eine Zukunft gehabt hätten. Ich seufzte leise auf, und spürte eine sanfte Berührung an meinem Rücken. Müde öffnete ich die Augen und sah Clyde ins Gesicht, legte auch sogleich meine Arme um seine Schultern damit er mich auch wirklich nicht auf den Boden werfen könnte. "Hey", begrüßte ich ihn leise und kuschelte meine Wange an seine Schulter, als er mich auch schon wieder sanft auf die Matratze sinken ließ. Ich streckte meine Arme nach ihm aus, hörte sein tiefes Lachen und spürte seine sanften Lippen an meiner Stirn. "Gleich Prinzessin", flüsterte er mir leise zu. Er nannte mich immer so, und auch wenn ich mich dadurch wirklich fühlte als hätte dieser Mann einzig und alleine für mich Augen, fühlte es sich gerade in diesem Moment .. komisch an. Wenige Minuten später lag er wirklich neben mir, zog mich eng an sich und legte seine Arme um mich. Ich war glücklich mit diesem Mann. Ich war glücklich, und trotzdem nicht zufrieden mit der Situation in der ich mich gerade befand. Seufzend vergrub ich meine Nase an seiner Halsgrube, und erwischte mich ein weiteres Mal dabei ihn mit Rodrigo zu vergleichen. Vorsichtig schob der Blonde seine Finger unter mein Shirt und zeichnete sanfte Muster auf meine Haut. Und so schlief ich ein. In den Armen des Mannes mit dem ich die letzten Monate über meine gesamte Zeit verbracht hatte, und den ich wirklich mochte, in Gedanken aber bei einem anderen Mann, den ich mindestens genauso sehr mochte und trotzdem nie mehr wieder auch nur irgendwie so berühren könnte wie zuvor. Irgendwann am nächsten Vormittag wachte ich auf, die Tatsache dass ich alleine im Bett lag störte mich schon beinahe. Fragend hob ich den Blick, sah mich etwas um und ließ den Kopf schließlich wieder seufzend ins Kissen sinken. Clyde war schon weg. War ich allen Ernstes ein so fauler Mensch, das er schon früh morgens aufwachte, und ich einfach nur bis zehn Uhr im Bett lag, weil ich nicht vor 12 beim ersten Interview für heute sein musste? Es tat gut so lange zu schlafen, und auch wenn ich immer noch irgendwie fühlte das ich die letzten Monate nicht etwa in Australien verbracht hatte, gewöhnte sich mein Körper wieder an die Zeitumstellung. Müde schob ich mich aus dem Bett und machte mich fertig, um wirklich noch rechtzeitig zum Studio zu kommen, und vorher wenigstens noch eine Kleinigkeit frühstücken konnte.

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Rodrigo da Moura Brandão
Sie sollte ihr Leben geniessen. Genau diese Worte hatte ich zu ihr gesagt. Schlussendlich hatte sie das auch getan, als sie mit mir Schluss gemacht hatte. Sie hatte ihr Leben geniessen wollen. Sie hatte nicht jemandem hinterher trauern wollen, dem sie eigentlich nicht hinterher trauern sollte. Sie hatte ihre Trauer niemandem zeigen können. Ich hatte von ihr Anfang an gesagt, dass sie es einfach sagen könnte, wenn sie das beenden wollte. Ich wusste noch ganz genau, wie sie damals auf meinem Schoss gesessen hatte und dabei gesagt hatte, dass sie auf mich warten würde. Ich wusste noch ganz genau, wie gefühlsvoll dieser Kuss gewesen war. Das spielte jedoch alles keine Rolle mehr. Sie hatte einen neuen Freund. Vermutlich auch einen besseren Freund. Sie hatte auf jeden Fall einen Freund, der zu ihr passte. Er wollte das gleiche wie sie. Ruhm. Berühmt sein. Ein Leben in der Öffentlichkeit. Anerkennung. Sie passten einfach perfekt. Ich versuchte mich stattdessen mit Sport abzulenken. Es wäre, als würde ich hoffen, dass der Sport mir helfen würde sie zu vergessen. Ich konnte nicht sagen, dass es klappte. Aber wenigstens fiel ich dann am Abend so müde ins Bett, dass ich nicht mehr gross träumen konnte. Dafür war ich dann einfach viel zu müde. Nach zwei Stunden Training war ich todmüde. Der Jetlag hatte mir wirklich zugesetzt. Ich ging in meine Wohnung zurück. Ich duschte und holte mir danach etwas zu essen aus meinem nun gut gefüllten Kühlschrank. Hae-Sung hatte ihr eigenes Licht in meine Wohnung gebracht. Doch dieses Licht war nun wieder verschwunden. Sie war mit diesem Licht verschwunden. Erst jetzt merkte ich, wie alleine ich eigentlich war. Ich hatte nicht viele Freunde und wenn, dann reisten sie um die Welt. Familie hatte ich ebenso keine mehr und sie war nun auch wieder aus meinem Leben verschwunden - oder versuchte es jedenfalls. Ich schüttelte den Kopf und ass den Teller aus. Morgen war wieder Schluunterricht angesagt, also sollte ich vermutlich mal schlafen gehen. Ich wusste nicht, wer mich die letzten paar Monate vertreten hatte. Eigentlich spielte es auch keine Rolle mehr. Diese Klasse war nun eine Klasse höher und hatten somit auch einen anderen Lehrer. Ich hatte meistens die erste Klasse. Wahrscheinlich weil ich sie von ihrem hohen Ross hinunter holen konnte. Viele kamen hierher und meinten, dass sie nun etwas besseres seien, weil sie nun an dieser Schule wären. Doch sie würden auch nachher nichts besseres sein. Sie könnten nur ihr Können unter Beweis stellen und berühmt werden. Aber sie konnten nichts besseres sein. Denn es gab nichts besseres. Jeder war ein Mensch und jeder Mensch machte Fehler. So war das Leben. Ich setzte mich auf das Sofa und schaltete den Fernseher im Wohnzimmer an. Ich zappte ein bisschen durch die Programme, bis ich irgendwann bei einer Sendung hängen blieb. Doch ich blieb nicht lange wach. Ich war dazu einfach zu müde. Heute war aber auch wirklich ein anstrengender Tag gewesen. Irgendwann übermannte mich die Müdigkeit und ich schlief vor dem Fernseher ein.

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Hae-Sung "Rian" Kang
Es verwirrte mich. Diese gesamte Situation in der ich mich in diesem Moment befand, verwirrte mich so sehr das ich keine Ahnung hatte wo ich beginnen sollte um etwas Ordnung hinein zu bringen. Ich hatte keine Ahnung wo ich beginnen sollte, um mir im Klaren zu werden wie ich mich denn nun verhalten sollte. Ich konnte noch nicht einmal einfach zu Mirabell gehen und sie danach fragen, konnte noch nicht einmal mit meiner Mutter darüber sprechen. Sie war nicht hier, und wieder einmal wurde mir schmerzhaft bewusst wie sehr ich sie eigentlich noch brauchte. Ich hatte keine Ahnung vom Leben. Mit neunzehn Jahren sollte man aber auch noch nicht so viel Erfahrung haben, dass man mit diesen Situationen umzugehen wusste. Vorsichtig biss ich mir auf die Unterlippe und schüttelte den Kopf, ehe ich den nächsten Reporter mit einem knappen Lächeln begrüßte. Ein weiteres Interview in dem ich sehr wahrscheinlich über die Beziehung zu Clyde sprechen musste, wie wir uns kennengelernt hatten und wie die letzten Monate am Set verlaufen waren. Und ich würde immer noch genau das sagen, was ich schon in den Interviews zuvor gesagt hatte. Nach einer knappen Stunde, und drei weiteren Interviews an diesem Tag, hatte ich das Gefühl als könnte ich keinen klaren Gedanken mehr fassen. Zu meinem Glück musste ich mich heute auch nicht mehr mit irgendwelchen Reportern unterhalten, und zu meinem Glück musste ich Clydes Wohnung nicht mehr verlassen. Er aber hatte sich scheinbar wirklich sehr viel mehr vorgenommen als ich, so dass ich die nächsten drei Stunden alleine in seiner Wohnung saß und .. nichts mit mir anzufangen wusste. Ich durchforstete das Internet, versuchte mich irgendwie davon abzulenken nicht etwa an Rodrigo oder unsere knappe Begegnung heute und gestern zu denken, während ich irgendwie einen Grund dafür finden wollte um vorerst etwas Zeit für mich alleine zu bekommen. Rodrigo brachte alles durcheinander. Er hatte mein Leben schon durcheinander gebracht als ich noch zur Schule gegangen war, hatte mein Leben auf den Kopf gestellt. Und jetzt tat er es wieder, ohne auch nur irgendwie wirklich etwas zu tun. Er war einfach nur da. Müde ließ ich meinen Kopf auf die Armlehne des Sofas sinken und schloss die Augen. Ich war müde, hatte keinen Hunger und einfach keine Idee wie ich mich in dieser Situation verhalten sollte. Rodrigo hatte gesagt ich sollte mich von ihm fernhalten, hatte gesagt ich sollte ihn nicht mehr aufsuchen. Er wollte nichts mehr von mir. Es würde nichts bringen mit Clyde Schluss zu machen, nur um wieder zu Rodrigo zu gehen und ihm zu sagen das es vorbei war - es würde ihn nicht interessieren, und so einfach wäre es ohnehin nicht. Schweigend zog ich meine Beine etwas näher an mich, schloss die Augen und seufzte tief. Es war einfach nicht mehr fair, mein Leben sollte Spaß machen, ich sollte zufrieden sein. Mein Traum war in Erfüllung gegangen, ich hatte einen unglaublichen Freund, bereiste die Welt. Und trotzdem hatte ich das Gefühl als wäre es nicht mehr wirklich wichtig. Und daran war einzig und alleine diese verdammte Verwirrung zu Rodrigo schuld.

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Rodrigo da Moura Brandão
Es wäre besser so. Es war wirklich besser so, wenn sie mich nicht mehhr aufsuchte. Ich musste mich so oder so an ein Leben ohne sie gewöhnen. Sie hatte mich verlassen und ich glaubte kaum, dass sie noch einmal zurückkommen würde. Das wäre doch überhaupt nicht ihr Stil. Wenn sie einmal weg war, dann war sie vermutlich immer weg. Ich brauchte meinen Freiraum. Nicht weil ich sie nicht mochte, sondern weil ich sie zu fest mochte. Ich musste diese Gefühle für sie verlieren oder ich könnte nie ein ansatzweise normales Leben führen. Gott, ich war jetzt dann auch schon dreissig. Für Kinder wäre es vermutlich wohl auch bald zu spät. Andererseits wusste ich gar nicht, ob ich Kinder wollte. Ich wollte nicht so ein schrecklicher Vater sein wie es mein Vater gewesen war. Wahrscheinlich würde ich einfach nur alleine enden. Ich konzentrierte mich wieder auf die jetzige Lage. Die Luft schien rein zu sein und ich ging zu meinem Wagen. Schnell schloss ich die Tür auf und setzte mich in das Auto hinein. Ohne mich noch umzusehen wegen den Reportern, fuhr ich los. Es wäre vermutlich das beste, wenn ich so schnell wie möglich von hier wegkam. Weg von Hae-Sung. Weg von den Reportern. Ich hätte dieses Leben an der Öffentlichkeit nur ausgewählt mit ihr zusammen. Alleine wollte ich damit nichts zu tun haben. Dann wollte ich nur meine Ruhe haben, so wie ich es vor Hae-Sung gehabt hatte. Sie hatte mein ganzes Leben ziemlich durcheinander geworfen. Andererseits hatte ich wohl dasselbe mit ihrem Leben gemacht. Ich seufzte leise und kam nach kurzer Fahrt bei der TAFE an. Ich parkte meinen Wagen und hob die Einkaufstüten aus dem Wagen. Ich machte mich auf direktem Weg zurück in meine Wohnung. Ich räumte die Lebensmittel ein und zog mich danach um. Ich würde jetzt zuerst einmal ins Fitness gehen. Vielleicht würde mich das ein bisschen von diesen lästigen Gedanken ablenken. Ich fragte mich, wie wohl die Beziehung mit diesem Typen von Hae-Sung verlief. Als sie ihn das erste Mal gesehen hatte, war er ihr ziemlich auf den Wecker gegangen und nun waren sie zusammen. Das war doch total verdreht! Dafür war er in ihrem Alter und wollte ebenfalls berühmt sein. Sie passten doch perfekt zusammen. Sie waren beide berümt, hatten beide die Hauptrollen in einem Film und sie waren beide ein paar. Perfekt, einfach nur perfekt. Tja, dann sollte sie wohl mit ihm glücklich werden. Mit ihm konnte sie dieses Leben führen, welches sie mit mir nicht hatte führen können. Sie hätte mit mir die ganzen nächsten paar Jahren nicht an die Öffentlichkeit können. Mit ihm konnte sie es. Mit ihm konnte sie ihren Traum leben. Sie hatte alles, was sie wollte. Also was wollte sie denn noch von mir? Ich war doch nur ein Hindernis für sie und wahrscheinlich hatte sie das in der Zwischenzeit auch selber eingesehen. Ich seufzte leise und ging in den Fitnessraum. Ich musste diese Frau einfach nur noch vergessen. Sie liebte einen anderen. Ich war nichts für sie.

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Hae-Sung "Rian" Kang
Diese ganze Situation war als wäre ich im falschen Film, als wäre das hier irgendeine billig produzierte Romcom, in der ich nicht spielen wollte. Ich wollte nicht in diesem Film mitspielen, wollte nicht täglich daran erinnert werden das ich sehr wahrscheinlich einen riesigen Fehler begangen hatte, indem ich diesen Mann ein weiter Mal verletzt und verraten hatte, als ich mit ihm Schluss gemacht hatte. Ich wollte keinen Teil in dieser verdrehten, unfairen Romcom spielen, in der ich einfach nicht wusste was ich denn nun tun sollte oder konnte. Ich wusste ja noch nicht einmal wirklich was ich überhaupt für Gefühle hatte! Ich mochte Rodrigo. Ich mochte ihn immernoch, und die Tatsache dass ich selbst nach so vielen Monaten immer noch einfach nur die Hand ausstrecken wollte um seine Haut zu berühren, weil ich das Verlangen hatte ihm Nahe zu sein, würde sich wohl selbst in Zukunft nicht verändern. Ich mochte Clyde, und trotzdem war es nicht das Selbe wie mit Rodrigo. Ich wollte nicht etwa jede Sekunde meines Lebens damit verbringen bei Clyde zu sein, wollte nicht etwa jede Sekunde meines Tages mit ihm gemeinsam im Bett liegen; etwas, was ich mit Rodrigo hatte tun wollen. Es war .. anders, und es war auch schön, aber es war einfach nicht das Selbe wie mit diesem Mann hier. Dem Mann, der mich nicht mehr wollte weil ich ihm vor einigen Monaten den Laufpass gegeben hatte, weil ich nicht etwa Monatelang so tun hatte wollen als könnte ich ihn nicht leiden, obwohl ich doch eigentlich nur auf seinen Anruf wartete. Ich hatte nichts von Clyde gewollt. Ich hatte noch nicht einmal an ihn gedacht, selbst nachdem ich mit Rodrigo Schluss gemacht hatte war nichts zwischen uns gelaufen. Lediglich die Tatsache dass er die männliche Hauptrolle dieses Filmes übernommen hatte, hatte überhaupt die Möglichkeit geliefert sich kennenzulernen. Gott, ich wusste einfach nicht was ich tun sollte. Wahrscheinlich wäre es das Beste einfach zu ignorieren dass Rodrigo auch in der Stadt war, ich sollte ihm das geben was er von mir verlangt hatte: seinen Freiraum. Ich sollte ihm diesen Freiraum geben, ihn vergessen und mit Clyde glücklich werden. Wenn das denn überhaupt eine Möglichkeit war, schließlich wäre er ebenso damit beschäftigt für Filme durch die Welt zu reisen, wie ich. War eine Karriere und eine Beziehung so verdammt schwierig unter einen Hut zu bekommen? Musste man allen Ernstes ständig wählen zwischen persönlichem Glück, und dem Traum den man schon seit frühesten Kindestagen gehabt hatte? Erschöpft, durch die wenigen Stunden Schlaf und vielleicht auch die Tatsache dass ich Rodrigo öfter sah als ich wollte, lehnte ich meinen Hinterkopf einen Moment an die Tür. Ich hatte noch Termine, musste mich irgendwie an diesen verdammten Menschen vorbeidrängen und hoffen, Rodrigo nicht mehr zu begegnen. Wahrscheinlich sollte ich noch nicht einmal mehr zur TAFE, nicht einmal um Mirabell zu sehen. Langsam bewegte ich mich wieder durch das kleine Café, öffnete die Tür vor der sich die ganzen Fotografen und Reporter angesammelt hatten, und seufzte. "Darf ich jetzt vorbei, oder muss ich die Polizei rufen?" Fragend legte ich die Stirn in Falten, drängte mich durch die Menschenmenge und ließ sie schweigend am Café stehen. Er wollte nichts mehr mit mir zutun haben, weil ich ihm wahrscheinlich ein Mal zu oft gezeigt hatte was für ein Mensch ich eigentlich war, und ich musste damit klar kommen. Schnell schob ich meine Hände in meine Jackentasche, lief die Straße entlang und verschwand im nächsten Gebäude in dem ich einen der vielen PR-Termine hatte.

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Rodrigo da Moura Brandão
Wir hatten uns getrennt. Sie hatte mit mir Schluss gemacht, weil wir kilometerweise getrennt voneinander waren. Und nun wo wir getrennt waren, trafen wir wieder die ganze Zeit aufeinander. Das konnte doch einfach nicht wahr sein. Von ihr kam nur ein kleines 'Okay'. Sie würde es vielleicht falsch auffassen. Sie dachte vielleicht, dass ich sie nicht mehr sehen wollte, weil ich sie nicht mehr mochte. Aber es war genau das Gegenteil. Ich mochte sie zu sehr und diese Gefühle würden nicht verschwinden, wenn wir immer wieder aufeinander treffen würden. Dann würde ich immer etwas für sie übrig haben, während sie einen anderen Typen liebte. Sie drehte mir den Rücken zu und griff wieder nach der Türklinke. Sie hätte gar nie hier nach hinten kommen sollen. Immerhin waren diese Typen alle nur wegen ihr hier. Dann konnte sie sich wohl auch um diese kümmern. Aber sie sollten auf keinen Fall um mich zukommen und mich mit Fragen bombardieren. Ich war nicht mehr berühmt. Ich war es vielleicht einmal gewesen, aber diese Zeiten waren vorbei. So viel war jetzt einfach nur vorbei. Ich hatte mich schon wieder umgedreht, dass ich gehen konnte. Ihre Worte liessen mich aber noch einmal umdrehen. Ich hob eine Augenbraue und musterte sie. Sie hatte nichts von ihm wollen? Wollte sie mich jetzt schon wieder anlügen? Denn gestern am Flughafen hatte es ganz anders ausgesehen. Sie hatte glücklich ausgesehen - und ich machte das wahrscheinlich nur wieder gerade kaputt. Ich seufzte leise und sah ihr in die Augen. "Du hast nichts von ihm gewollt und doch bist du nun mit ihm zusammen", und nicht mit mir. Ich wollte ihr damit nur aufzeigen, wie verkorkst sich das anhörte. Sie sagte, dass sie nichts von ihm gewollt hatte. Aber das war Vergangenheit. Das hatte sich sehr fest geändert in der Zwischenzeit. Dafür hatte sie mich abserviert und sich um diesen Typen gekümmert. Sie verschwand dann auch schon wieder. Sie lief mal wieder einmal weg. Wahrscheinlich ging sie auch, weil ich ihr gesagt hatte, dass sie gehen sollte. Sie sollte mich nicht mehr besuchen kommen. Ich müsste zuerst einmal über sie hinweg kommen. Wenn ich dann immer noch Kontakt mit ihr haben wollte, dann konnte ich mich auch selber melden. Zuerst brauchte ich jedoch ein bisschen Zeit für mich. Würde sie mir diese Zeit nicht geben, dann würde ich nicht von ihr loskommen. Dann würde ich es nie schaffen. Aber genau das musste ich schaffen, wenn ich nicht mein ganzes Leben unglücklich bleiben wollte. Ich wollte nicht die ganze Zeit verletzt sein, weil ich Gefühle für eine Frau hatte, die schon länger vergeben war. Dafür brauchte ich aber jetzt zuerst einmal ein bisschen Abstand von ihr. Sie hätte gestern schon nicht zu mir kommen sollen und dennoch hatte sie sich neben mich hingesetzt. Sie sollte sich um ihren Freund kümmern. Sie sollte zu ihm nach Hause gehen. Ich hatte keine Bedeutung mehr für sie.

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Leona
Ich verschränkte die Arme vor der Brust und schüttelte langsam den Kopf. Das was er sagte, machte Sinn. Ich verstand, dass er bei seinen Leuten sein musste und auch, dass er jede Menge Verantwortung hatte. Aber ich verstand einfach nicht, wieso er mich nicht geweckt und mir genau das erzählt hatte. Er wusste selbst nicht, ob er aus dieser Situation lebend heraus kam. Es hörte sich so an, als sei das alles hier brand gefährlich und wenn er sich in die Höhle des Löwen begab... Dachte er wirklich ich hätte es mir verziehen, wenn er einfach gegangen wäre? Dachte er tatsächlich, es hätte mich nicht zerstört mich nicht wenigstens verabschieden zu können? Mir hätte dann sowieso keine Sau bescheid gesagt, wenn Flick nicht mehr aus dem anderen Kartell zurück kam.
"Du willst mich doch verarschen", fuhr ich ihn unbeirrt an und schickte ihm meinen bösesten Blick. "Du hast den springenden Punkt nicht verstanden, Fleetwood. Du lässt mich ganz alleine in Frankreich zurück, du begibst dich augenscheinlich in eine gefährliche Situation -von der ich sowieso schon ausgegangen bin!- und gibst mir nicht die Chance mit dir zu kommen oder mich wenigstens zu verabschieden. Ich kann dich nicht verstehen. Du sagst mir absolut nichts über deine Arbeit, obwohl das augenscheinlich ja wichtig ist! Und dann erwartest du, dass ich brav in Frankreich sitzen bleibe und auf dich warte? Oder auf den Anruf warte, dass du tot bist?! Du kannst mich nicht alleine in Europa lassen und erwarten, dass ich einfach sitzen bleiben werde!" fuhr ich ihn wütend an und ging einen Schritt auf ihn zu. Es schien ihm gleichgültig zu sein. Natürlich, seine Arbeit war wichtig und er brauchte seine volle Konzentration. Allerdings würde es mein Leben komplett zerstören, wenn er nicht zu mir zurück kommen würde. Ich atmete tief durch. Ich hätte nie gedacht, dass ich diese Worte mal aus Zorn zu jemandem sagen würde. Allerdings blieb mir nichts anderes übrig. Er wollte mich nicht hier haben, das war deutlich geworden, deshalb würde ich wieder abreisen. Wohin, wusste ich allerdings noch nicht.
Ich ging noch einen Schritt auf ihn zu, funkelte ihn wütend an. Jedoch war meine Liebe zu ihm vermutlich stärker, weshalb ich einknickte. Zumindest teils. "Ich liebe dich", flüsterte ich und wischte mir fix die aufsteigenden Tränen weg. "So, jetzt kannst du gehen. Und wenn du nicht zurück kommst, dann weißt du das wenigstens", sagte ich lauter, wischte mir nochmals über die Augen und nahm wieder Abstand von ihm. Für einen dramatischen Abgang fehlte mir gerade die Kreativität und die Kraft. Also drehte ich mich nur um, schniefte und versuchte den Weg zurück in das Zimmer zu finden, aus dem ich gekommen war. Jedoch fehlte mir jegliche Orientierung und ich sah nur noch verschwommen.

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Fleetwood „Flick“ McLauren
Ich konnte mir nicht erlauben vor versammelter Mannschaft von einer Frau angeschrien zu werden, die so zierlich und klein war wie Leona. Ich würde dastehen wie ein Vollidiot, wenn ich sie nicht zurechtweisen würde und das wollte ich auch nicht. Wir waren gleichgestellt. Sie hatte nichts mit meiner Arbeit zu tun, deshalb hatte ich sie ja auch nicht herholen wollen. Deshalb war ich ohne sie gefahren, obwohl ich gewusst hatte, dass sie mich dafür hassen würde. Dass sie allerdings nachkommen würde, hätte ich nicht gedacht. Ich steckte ganz schön in der Scheiße. Ich wollte mit ihr nur schnell das Gebäude verlassen und das im Hof klären, als sie sich schon umdrehte, als wir gerade die Wohnungstür verlassen hatten. Sie regte sich auf. Natürlich. Sie machte mir eine Szene, weil ich versucht hatte sie zu beschützen. „Genau deshalb habe ich dich nicht mitgenommen! Du sollst mit meiner Arbeit nicht zu sehr in Kontakt kommen, in Sicherheit sein und dich nicht mehr fürchten müssen. Deswegen habe ich dich da gelassen. Hier bricht gerade etwas aus und es ist für niemanden hier sicher!“, knurrte ich zurück. Ich hatte nun echt keinen Nerv dafür ihr Frage und Antwort zu stehen. Sie würde das alles sowieso nicht verstehen können, weil sie nichts damit zu tun hatte. „Zwei Kartelle wollen sich heute Nacht zusammenschließen und wenn ich das nicht verhindere, wird das Krieg geben, klar?! Du hast hier nichts verloren, weil es verdammt noch Mal für niemanden hier sicher ist, wenn ich es nicht hinbekomme diese Verhandlungen zu sprengen.“ Verstand sie es jetzt? Wie dumm und unvorsichtig es von ihr gewesen war mir nachzufliegen, obwohl ich sie zurück gelassen hatte, um sie zu beschützen? „Ich bin nicht ans Telefon gegangen, weil ich den gesamten Tag im Meeting gesteckt habe! Ich konnte nicht dran gehen, weil ich einen Krieg zu verhindern habe, Leona.“, erklärte ich ihr gereizt. Wieso war ich denn nun der Böse? Ich hatte doch versucht sie zu beschützen. Mehr hatte ich damit nicht tun wollen. Sie war aus gutem Grund in Frankreich geblieben, doch jetzt war sie hier und ich würde zwei der Männer heute Nacht nicht mitnehmen, damit sie hier auf sie aufpassen konnten. Zwei Männer, die mir fehlen würden.

Always. ∞ ϟ 9¾ ♔ ⚯͛ △⃒⃘ ➵ ♆

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Leona
Unsere Blicke trafen sich und am liebsten hätte ich ihm erst eine ordentliche Ohrfeige gegeben nur um mich danach an ihn zu schmiegen. Er sollte mich nie wieder gehen lassen, mich nie wieder alleine auf einem fremden Kontinent zurücklassen. Dafür hasste ich ihn ein Stück weit und konnte kaum glauben, dass er mich tatsächlich zurückgelassen hatte. So fühlte es sich nämlich an, er hatte mich zurückgelassen ohne dass ich wusste was mit ihm war. Ans Telefon ging er schließlich auch nicht.
Er sprach mit seinen Kollegen und ich setzte mich in Bewegung. Allerdings kam ich nicht weit, da er mich direkt aufhielt und umdrehte. Keine Zärtlichkeit lag in seinem Blick oder seinen Berührungen, weshalb ich mich augenblicklich unwohl in seiner Nähe fühlte. Das versetzte mir einen unangenehmen Stich ins Herz, denn ich wollte mich nicht unwohl bei ihm fühlen wenn ich so stark für ihm empfand. Als er dann noch sprach und mir nicht mal Hallo sagte, lief das Fass über. Ich löste mich schwungvoll von ihm, ging zwei Schritte zurück und sah ihn warnend an. Ich wollte von ihm nicht angefasst werden, nicht wenn er so mit mir umging.
"Was? Wie kommst du auf die Schnapsidee mich alleine in Frankreich zurück zu lassen, obwohl du genau weißt wie ängstlich ich seit David bin? Wie kommst du darauf, einfach nachts zu verschwinden und dich nicht mal anständig zu verabschieden? Warum gehst du nicht ans Telefon wenn ich dich anrufe? Wieso besitzt du nicht den Arsch in der Hose mich einfach über diese ganze verkackte Situation aufzuklären anstatt mich nackt in einem scheiß Hotel in Paris zurück zu lassen? Hm?!" fragte ich und es war mir total egal, ob ich ihn gerade hier anschrie. Es spielte für mich keine Rolle, denn er behandelte mich gerade wie eine Fremde, ein Spielzeug mit dem er herum springen konnte wie er es wollte. Und das konnte er nicht. Nicht mit mir und nicht nachdem er mit mir geschlafen hatte. Wir waren uns ebenbürtig und so sollte er mich auch behandeln.

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Hae-Sung "Rian" Kang
Es war eine äußerst dumme Idee gewesen den Hinterausgang zu nehmen, wenn ich doch genau gesehen hatte das Rodrigo hier her gegangen war um dem ganzen Rummel vor der Eingangstür zu entkommen. Ich hatte damit rechnen können dass er sich hier aufhalten würde, dass er nicht etwa einfach die Beine in die Hand nehmen würde um vor den Reportern und Fotografen wegzulaufen. Das tat er nicht, hatte er noch nie. Er lief nicht einfach so vor Situationen wie diesen weg, und trotzdem fühlte es sich gerade in diesem Moment dennoch so an. Er hatte gefragt, ich hatte geantwortet - und jetzt wollte er meine Antwort doch nicht hören. Er wollte nicht hören weshalb ich mit ihm Schluss gemacht hatte. War es ihm ernsthaft so egal geworden? War ich ihm so egal geworden, das er noch nicht einmal mehr mit mir sprechen wollte, oder mir einfach nur einen kurzen Moment zuhören wollte damit ich es ihm erklären konnte? Ungläubig sah ich ihn an als er einfach verkündete dass er jetzt gehen würde, und das ich nicht mehr zu ihm kommen sollte, wenn ich es nicht noch schlimmer machen wollte. Er schob mich einfach weg, tat so als würde es ihn nicht im geringsten interessieren, und um ehrlich zu sein tat es weh. Ich schluckte, nickte dann aber etwas. "Okay", antwortete ich leise. Ich würde nicht mehr zu ihm gehen. Ich würde ihn nicht mehr ansprechen, weil er es nicht wollte. Ich würde ihn nicht ansehen, weil er es nicht wollte. Ich würde einfach .. mein Leben leben, als wäre er niemals passiert. Schweigend drehte ich ihm den Rücken zu und legte meine Hand auf die Türklinke. Ich wollte wirklich gehen, und ich wusste dass es wahrscheinlich auch die beste Idee wäre jetzt einfach wieder in den Laden zu gehen um durch die Vordertür zu gehen; um ihm wenigstens so etwas zu geben was er wollte. Seine Ruhe. Vor der ganzen, verdammten Welt. Vor den Medien, von mir. Ich lehnte meinen Kopf kurz an die Tür, schüttelte jegliche Gedanken aber auch sogleich wieder ab. Er wollte nichts mehr mit mir zutun haben. "Das mit Clyde hat erst begonnen, als die Dreharbeiten begonnen haben. Ich wollte wirklich nichts von ihm", sagte ich noch und sah ihn knapp an. Er wollte nichts mehr mit mir zutun haben, also würde ich ihm diesen Wunsch erfüllen. Wir konnten uns nicht leiden, das war was jeder an der Schule dachte, und mittlerweile war es auch schon vollkommen egal was denn nun eigentlich die Wahrheit war. Schluckend zog ich die Tür auch schon wieder auf, und betrat das kleine Café ein weiteres Mal. Es war aus. Das war es schon lange, und trotzdem hatte ich gerade das Gefühl als hätte er gerade mit mir Schluss gemacht - endgültig. [Meiner auch XD]

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Rodrigo da Moura Brandão
Ich hoffte wirklich, dass Hae-Sung einfach den Vorderausgang brauchen würde. Ich wollte sie gerade wirklich nicht antreffen, wenn ich schon genug in Gedanken ihr nachhing. Ich brauchte Abstand von ihr. Aber so wie es das Schicksal wollte, würde ich den wohl nicht so bald bekommen. Wahrscheinlich würde ich sie öfters antreffen, als dass ich es eignetlich wollte. Ich sollte sie nicht mehr antreffen. Ich sollte mich endlich damit abfinden, dass es aus war. Ich sollte es langsam wirklich begreifen. Ich musste damit einfach abschliessend. Während ich noch meinen Gedanken nachhing, ging die Türe auf und Hae-Sung kam hinaus. Das durfte doch nicht wahr sein! Wieso konnte nicht ein einziges Mal ein Wunsch in Erfüllung gehen? Wieso hatte sie nicht einfach die Vordertür gebrauchen können? Bevor ich etwas sagen konnte, begann sie auch schon zu reden. Sie beantwortete mir die Frage. Weil sie gemocht hatte. Sie hatte sich sehr schnell korrigiert. Also hatte sie definitiv keine Gefühle für mich übrig. Sie hatte vielleicht mal etwas für mich übrig gehabt, aber das war definitiv vorbei. Ich wartete bis sie fertig geredet hatte und hob dann meinen Blick. "Du musst dich nicht rechtfertigen", erwiderte ich und sah sie an. Sie war noch genauso hübsch wie vor einem Jahr. Hatte sie inzwischen überhaupt schon Geburtstag gehabt? Ich wusste es nicht. Über solche Themen hatten wir nicht oft geredet. Das spielte aber nun auch keine Rolle mehr. Sie hatte mich gemocht. Aber es war zu wenig gewesen, als wenn sie es durchgezogen hatte. Sie war lieber weg gelaufen. "Ich werde jetzt verschwinden", erwiderte ich und lief die Strasse entlang. "Wenn du es nicht noch schlimmer machen willst, dann komm nicht mehr zu mir", sagte ich noch zu ihr. Denn das würde alles nur noch schlimmer machen. Sie hatte vielleicht einen Freund aber ich nicht. Ich war alleine. Ich würde nur weiter den Erinnerungen und meinen Gefühlen nach ihr weiterhangen, wenn ich sie zu oft sehen würde. Ich wusste nicht, ob sie das verstand. Ich wollte ja auch gar nicht, dass sie es verstand. Sie musste gar nichts mehr tun, was mich betraf. Ich hatte immer noch Gefühle für sie und das war mir bewusst. Daher würde es nicht besser machen, wenn wir uns immer treffen würde. Sie sollte mir einfach aus dem Weg gehen, auch wenn sie mich nur per Zufall treffen würde. Ich musste zuerst einmal über sie hinweg kommen. Ich musste all diese Erinnerungen vergessen. Ich musste sie vergessen. Das war auch der Grund gewesen, wieso ich wahrscheinlich ihre Erfolgstory nicht verfolgt hatte. Es hätte mich nur noch mehr an sie erinnert, als ich sonst schon wollte. Ich sah um die Ecke. Es sah gerade nicht so schlecht aus. Ich sollte jetzt wirklich verschwinden. Es würde nicht besser werden, wenn ich länger in der Nähe von Hae-Sung wäre. [Kurz ._.]

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Hae-Sung "Rian" Kang
Wahrscheinlich wäre das Einfachste Clyde anzurufen. Er würde ohne zu zögern hier her kommen, die Reporter wegschieben und dafür sorgen dass ich unverletzt von hier wegkam. Er würde sich wahrscheinlich sogar vor einen Bus werfen, um dafür zu sorgen dass es mir gut ging. Und dafür liebte ich ihn. Nein. Liebe war ein viel zu großeses Gefühl um das zu beschreiben, was zwischen Clyde und mir war. Ich mochte ihn, das tat ich wirklich, aber es war nicht ansatzweise so intensiv und leidenschaftlich wie mit Rodrigo. Es war nicht annähernd so .. ich konnte noch nicht einmal genau sagen was die wenigen Wochen mit Rodrigo so anders machten, es war einfach so. Die Beziehung zu Rodrigo war aufregend gewesen, spannend und etwas völlig neues, etwas worin ich mich einfach verloren hatte. Die Beziehung mit Clyde aber wurde ausgehangen, von den Menschen verfolgt und kommentiert als hätten sie ein Mitspracherecht. Er war unglaublich, das war Clyde wirklich, und trotzdem hing ich ständig dem Brasilianer nach. Ich seufzte leise, zog mir das Cap vom Kopf und strich mir die Haare etwas zurück. Es war eine beschissene Idee gewesen nicht etwa ein Taxi zu nehmen, oder einfach den Fahrdienst meines Managers anzurufen. Schweigend schob ich mich von der Tür weg und deutete mit dem Daumen auf die Menschenmenge vor dieser, die Frau hinter der Kasse nickte etwas. Scheinbar schien sie wirklich zu verstehen dass man nicht unbedingt dort hinaus wollte. Anders als erwartet fand ich Rodrigo am Hinterausgang, lässig an die Wand gelehnt sah er so aus als würde ihm gleich der Kragen platzen. Ich zog mir das Cap wieder ins Gesicht und biss die Zähne etwas zusammen. Wenn ich jetzt dort hinaus gehen würde, wäre die Wahrscheinlichkeit groß das mir die Leute folgen würden, und Rodrigo könnte einfach so zu seinem Auto spazieren. Ich rieb mir die Stirn und kniff die Augen für einen Moment zusammen. Ich war ihm immer noch eine Antwort auf seine Frage gestern schuldig. "Weil ich dich mag ... mochte. Deshalb wollte ich es versuchen", sagte ich leise zu ihm und zuckte die Schultern. "Und ich weiß das du mich gewarnt hast bevor du gefahren bist, aber denkst du allen Ernstes es war einfach für mich? Ich war hier in Australien, ich habe weiterhin so tun müssen als könnte ich dich nicht leiden, während andere Schüler sich täglich darüber beschwert haben das du weg bist, wie toll du bist und wie sehr sie dich vermissen. Ich durfte nichts sagen! Du hattest das Glück in Amerika nicht allen vorspielen zu müssen das du jemanden, den du echt gerne hast, nicht leiden kannst weil es nicht in Ordnung ist .. war, keine Ahnung. Ich war aber hier, und ich habe es wirklich versucht", und ich hatte es wirklich versucht. Ich hatte versucht damit klar zu kommen und mir einzureden dass es nur für eine kurze Zeit war. Es war aber nicht so gewesen. Er war für beinahe ein ganzes Jahr dort gewesen, ich war selbst irgendwann nach Europa gereist um diesen Film zu drehen. Unsere Beziehung hatte keine Chance gehabt, und das wusste er auch.

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Rodrigo da Moura Brandão
Diese Reporter wären nicht auf mich gekommen, wenn sie gar nicht in diesem Land wären. Sie waren nur in diesem Land wegen Hae-Sung. Dann konnte sie auch nur bei Hae-Sung bleiben. Stattdessen waren sie nun hinter mir her. Sie wollten mich einfach nicht in Ruhe lassen und so verschwand ich kurzerhand in einem Laden. Ich lief durch den Laden hindurch, aber ich fand den Hinterausgang nicht sofort. So ging ich wieder nach vorne in die Kasse. Ich hörte nur eine zu vertraue Stimme und hob meinen Blick. Es war Hae-Sung. Die Reporter schienen sie ebenso zu nerven wie mich. Nur hatte sie dieses Leben ausgewählt und ich hatte es nicht ausgewählt. Ich wollte meine Ruhe haben. Sie wollte nicht ihre Ruhe haben. Sie wollte Ruhm. Sie wollte Anerkennung. Sie wollte berühmt sein und das war sie nun auch. Also konnte sie ja auch in der Nähe von den Reportern bleiben. Ich hob kurz die Augenbraue und sagte dazu nicht mehr. Ich ging dafür an die Kasse und fragte nach dem Hinterausgang. Natürlich wollte die Dame an der Kasse wissen wieso und ich deutete auf die Meute vor der Türe. Gott, sie sollte mir doch einfach den Hinterausgang zeigen! Schlussendlich nickte sie und setzte sich in Bewegung. Ohne Hae-Sung noch einmal zu beachten, folgte ich ihr durch den Laden. Sie öffnete die Tür und ich ging hindurch. Ich bedankte mich bei ihr herzlichst und ich ging hinaus. Ich landete in einer kleinen Gasse. Ich seufzte leise auf und lehnte mich gegen die Wand. Jetzt musste ich nur noch zu meinem Auto kommen, wahrscheinlich wäre es am besten, wenn ich ein bisschen hier warten würde. Hae-Sung sollte einfach nur den Vorderausgang benutzen. Die Reporter waren eigentlich hinter ihr her und nicht hinter mir. Ausserdem wollte ich ihr nicht begegnen. Sie sollte ihr Leben leben und ich würde mein Leben leben. Sie würde ein schönes Leben und würde wahrscheinlich auch immer jemanden an meiner Seite haben. Ich dagegen würde vermutlich immer alleine bleiben. Ich seufzte leise und legte den Kopf in den Nacken. Diese Frau konnte mir einfach nicht aus dem Kopf gehen. Aber natürlich mussten wir uns jetzt auch immer wieder begegnen. Das Schicksal meinte es wohl wirklich nicht gut mit uns. Dann versuchten wir etwas und wir wurden auseinander gebracht. Vorhin begegneten wir uns aber immer, obwohl wir uns nicht hatten ausstehen können. Jetzt wo wir uns wieder einmal nicht hatten sehen wollen, trafen wir wieder die ganze Zeit aufeinander. Wieso konnte das Schicksal uns nicht in Ruhe lassen? Ich sollte sie nicht mehr sehen und sie wollte mich garantiert auch nicht mehr sehen. Sie war wahrscheinlich total verschossen in ihren Freund. Ich wusste gar nicht, wie lange sie ihn schon hatte. Vielleicht hatte sie ihn kurz nach unserer Trennung in ihr Leben gelassen oder auch später. Ich wusste es nicht. Ich sollte mir auch keine Gedanken mehr darüber machen. Ich seufzte leise und fing an von sechzig Sekunden hinunter zu zählen. Danach würde ich von hier verschwinden und wieder in die Schule gehen.

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Hae-Sung "Rian" Kang
Wieso war es eigentlich so verdammt schwer zu verstehen, das etwas Abstand angebracht war? Wenn diese Leute mich verfolgen wollten, dann sollten sie - ich hatte mir dieses Leben hier ausgesucht, ich hatte alles dafür getan Erfolg zu haben und kannte die damit in Verbindung gebrachten Konsequenzen, jedoch verstand ich nicht weshalb einem diese Leute immer so unglaublich nahe kommen mussten, das sie sogar einen Blick in die Nasenlöcher werfen konnten. Ich wusste wirklich nicht, weshalb diese Leute nicht wenigstens etwas Privatsphäre respektierten, sie sollten doch wenigstens verstehen dass sie nicht etwa genau dort stehen mussten, wo jemand anderes stand. Genau das taten diese Leute aber. Sie verfolgten einen, ließen einen nicht in Ruhe und brachten einen völlig aus dem Konzept. Die Masse setzte sich jedoch in Bewegung, etwas wurde herumgerufen und schließlich war ihre Aufmerksamkeit auf etwas anderes gezogen. Fragend sah ich mich um, presste die Lippen fest aufeinander und fluchte innerlich. Natürlich war er hier! Wer denn auch sonst, das Schicksal hatte scheinbar wirklich ein riesengroßes Problem mit uns! Ich wollte diesen Moment der unachtsamkeit der Reporter nutzen um einfach zu verschwinden, Rodrigo aber einfach dort stehen zu lassen wäre nicht fair. Er wollte nicht etwa bejubelt werden, oder sein Gesicht in den Nachrichten sehen. Er hatte sich gegen ein Leben in der Öffentlichkeit entschieden, wäre mit mir dazu gezwungen dem hier täglich zu trotzen, und irgendwie fühlte ich mich schlecht dabei ihn einfach stehen zu lassen. Das tat ich wirklich, immerhin hatten diese Leute ihn doch gerade nur entdeckt weil ich auch hier herumlief. Seufzend verdrehte ich die Augen und vergrub meine Hände in meiner Jackentasche. Mittlerweile war ich nicht nur irritert, sondern wurde wirklich wütend. Mein Kaffee lag am Boden, die Reporter wollten nicht bei Seite gehen und hielten mich davon ab meinem Tagesablauf nachzugehen, und um ehrlich zu sein wünschte ich mir gerade wirklich dass Johnson hier war um mir einen Weg durch diese Leute zu verschaffen. Er hatte es immer gekonnt, hatte sich einfach durch die Leute geschoben ohne Angst zu haben irgendwie unhöflich zu erscheinen, und ich war immer dort angekommen wohin ich eigentlich sollte. Der Tummel um Rodrigo bewegte sich etwas, und schließlich hatten sie ihn verloren. Oh wow, ich fühlte mich gerade wirklich überfordert mit dieser Situation - vielleicht war es keine gute Idee gewesen zu Fuß durch die Stadt zu laufen, um zu den Terminen zu kommen. Wieder bewegten sich die Reporter, bevor sie sich aber richtig dazu entscheiden konnten wieder mich zu verfolgen betrat ich fluchtartig den Laden und zog die Tür hinter mir zu. "Der nächste der mir eine Kamera ins Gesicht hält wird bei lebendigem Leib gefressen", murrte ich leise und atmete beinahe schon erleichtert durch. Jetzt konnte ich mir also überlegen was ich tun würde. Ernsthaft, es war doch nicht fair das keine Ahnung wie viele Reporter und Fotografen einer gerade einmal neunzehnjährigen nachliefen! Egal ob ich mir dieses Leben ausgesucht hatte.

wir sprechen zu viel,
und fühlen zu wenig
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Rodrigo da Moura Brandão
Ich hatte immer noch das Gefühl, als wäre es eine komplett andere Zeit als es tatsächlich war. Es kam mir vor, als wäre es erst Morgen, dabei war es schon mitten im Nachmittag. Im Moment liefen viele Reporter herum. Viele Sender wollten ein Interview mit Hae-Sung erwischen oder mit ihrem Freund - der die andere Hauptrolle spielte. Ich kleidete mich eher dunkel und hatte ein Cap angezogen. Ich wollte nicht von den Medien erkannt werden. Sie würden mir nur auf die Nerven gehen und wahrscheinlich fragen, wieso ich denn nun doch nicht mein Comeback bekannt gegeben hatte. Ein paar wollten es einfach nicht einsehen, dass ich nicht mehr zurück wollte. Vor allem jetzt wollte ich nicht mehr zurück in die Öffentlichkeit. Hae-Sung hatte mir klar gemacht, dass ich nicht dorthin gehörte. Vor allem dass wir nicht dorthin gehörte sondern nur sie. Das hatte sie mir genug deutlich gezeigt. Ich fuhr mir durch das Haar und schnappte mir meinen Einkaufswagen und schob diesen durch den Supermarkt. Ich holte mir alles, was ich brauchte und ging danach an die Kasse. Ich zahlte und packte alles in die Einkaufstüten. Ich ging gerade hinaus, als ich sah, wie ein Kaffeebecher zu Boden fiel. Ich hob kurz den Blick und sah, wie Hae-Sung von den Medien umringt wurde. Da wollte ich jetzt wirklich nicht drin stecken. Aber sie hatte dieses Leben ausgewählt. Sie hatte es ausgewählt und hatte mich dabei abgeschlossen. Ich schüttelte leicht den Kopf und machte einen grossen Kreis um die Medien herum. Ich wollte von ihnen nicht erkannt werden. Seit ich damals nach Amerika gegangen war, war es relativ ruhig um mich geworden. Wie hätte es auch laut um mich sein sollen, wenn ich nur unterrichtet hatte und nicht gross nach draussen gegangen bin? Ich hatte meine Ruhe gehabt, aber ich war alleine gewesen. Ich war noch mehr alleine gewesen wie vorhin. Ich seufzte leise und lief weiter. Doch in diesem Moment blieb ein Reporter vor mir stehen. Ich stiess auf Portugiesischen Fluch aus und wollte mich an ihm vorbei drängen. Doch schon bald hatte er die Aufmerksamkeit von den anderen Reporter ebenso auf mich gelenkt. Sie sollten mich doch in Ruhe lassen! Sie waren wegen Hae-Sung hier und nicht wegen mir. Sie sollten mich einfach in Ruhe lassen. "Ich sage dazu nichts", erwiderte ich grimmig und schob mich weiter durch die Massen hindurch, während die Menge weiter mit mir kam. Gott, ich würde wahrscheinlich jeden Moment ausrasten. Doch das würde garantiert einen grossen Aufruhr geben, wenn ich in den Medien ausrasten würde. Schlussendlich ging ich in einen Laden hinein. Hier hatte es doch sicher einen Ausgang. Ich brauchte nur einen Hinterausgang und dann hätte ich sie abgeschüttelt. Die Meute wartete draussen, während ich hinten in den Laden lief.

Save your advice, 'cause I won't hear. You might be right, but I don't care.