The Acting Debut (RPG)

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The Acting Debut (RPG)

Hey hoo =) Dieses RPG eröffne ich für Laufmasche - Fragen, Steckis etc. an sie.

HIER findet ihr die Gruppe zum RPG.

Story
Wir schreiben das Jahr 2010.
Ein gutes Jahr für die Schüler an der Schauspielschule TAFE in Südaustralien. Jährlich schaffen es nicht mehr als 40 verschiedene junge Leute an der Schule angenommen zu werden, meist auch nur die reichen und schönen, immerhin verdient sich die Schule an ihnen ihr Geld. Die TAFE gilt als eine der besten und angesehensten Schauspielschulen auf der Welt, auch in diesem Jahr finden Auswahlprüfungen statt, wer wird sie wohl meistern?
Der Druck, unter dem die angehenden Schauspieler/innen stehen, ist enorm hoch. Da wird schon mal die ein oder andere Pille eingeworfen um dem Stress zu entkommen und der ein oder andere Schluck Alkohol zu viel getrunken um Spaß zu haben, schließlich sind es auch nur Menschen.
Wie in jeder guten Geschichte muss es auch hier die bösen Jungs geben, sie sorgen immer wieder für Intrigen, Lügen und Skandale, jedoch werden diese immer nur in der Schule weitergegeben, es scheint so, als würde kein gesprochenes Wort welches in der Schule fällt je hinter die Türen der TAFE gelangen, was gut für den ein oder anderen zu sein scheint. Immerhin ist nicht alles aus Gold was glänzt.
Doch auch die Lehrer scheinen es faustdick hinter den Ohren zu haben, es spricht sich herum dass der ein oder andere sich schon mal an Schülern vergriffen hat. Oder war es vielleicht umgekehrt und die Schüler machen die Lehrer verrückt?
Was ist mit dir? Wirst du dem Druck standhalten können und die Schule meistern? Oder wirst dran kaputt gehen und zum Schluss in'ner Klinik landen?

Die TAFE :

Eine Schauspielschule in Südaustralien, hier wirst du ganz besonders unter Schauspiel und Tanz unterrichtet Doch natürlich gibt es noch andere Fächer. Eine Ausbildung dauert 3 Jahre und ist ziemlich anspruchsvoll, in der Schule stehen dir angrenzende Häuser zur Verfügung die genutzt werden können sofern man nicht zu Hause bleiben kann/will/darf. Der Unterricht beginnt um 8 Uhr morgens und endet erst um 15 Uhr nachmittags, auch Samstag ist Unterricht jedoch nur von 9 bis 14.30 Uhr.
Danach haben die Schüler und Lehrer Freizeit und können machen was sie wollen. Geregelte Bettzeiten gibt es an dieser Schule nicht da keiner der Schüler unter 19 Jahre sein darf.

Stundenplan

Mo. Di. Mi. Do. Fr.

  1. Tanz
  2. Körper – Stimm Training
  3. Improvisationstheater
  4. Theatergeschichte
  5. Gesang
  6. Schauspiel
  7. Pause (1. Std.)
  8. Bühnenkampf

Sa.

  1. Fechten
  2. Körperschule
  3. Schauspiel
  4. Bühnenkampf
  5. Pause (30. min.)
  6. Sprecherziehung
  7. Musik

Charaktere :
Schüler/innen
Sie dürfen nicht jünger als 19 und nicht älter als 21 sein, wenn sie auf die Schule aufgenommen werden. Entweder leben sie in der Schule oder zu Hause bei ihren Eltern. Meist sind es Kinder reicher Eltern, da ihnen der Platz gekauft wird oder aber man hat ein Stipendium und ist wirklich durch sein Talent auf dieser Schule.

Lehrer
Die Lehrer auf der Schule dürfen nicht jünger als 27 und nicht älter als 45 sein. Viele der Lehrer wohnen auch in der Schule. Einfach weil es für die meisten praktischer ist. Außerdem können sie folgende Fächer unterrichten.

  • Schauspiel
  • Tanz
  • Fechten
  • Musik
  • Bühnenkampf
  • Improvisationstheater
  • Theatergeschichte
  • Sprecherziehung
  • Körperschule
  • Körper – Stimm Training

Kein Lehrer darf mehr als 3 Fächer unterrichten.

Steckbriefvorlage :

(bitte auch Lehrer spielen, ich weiß, dass es mit Schülern mehr Spaß macht, aber ohne Lehrer geht’s leider nicht.)

HoN Name : Wie heißt ihr im HoN?
Rollen Name: Wie soll euer Chara heißen?
Geschlecht : Ist euer Chara männlich oder weiblich?
Alter: Wie alt ist euer Chara?
Schüler/in oder Lehrer?: Was seid ihr?
Aussehen (Link): Wie seht ihr aus?
Wie kam er/sie auf die Schule?: Reiche Eltern oder Stipendium?
Klasse: 1. 2. o. 3 Klasse
Charakter/Eigenschaften ( 4 – 6 Sätze sollten reichen) : Welche Eigenschaften besitzt euer Chara?
Stärken : Was sind eure Stärken?
Schwächen : Was sind eure Schwächen?
Geschichte : Was hat euer Chara alles vorher erlebt?
Extra Informationen : Ihr wollt noch etwas sagen? Hier ist Platz!
Fach (nur für Lehrer) : Welche Fächer unterrichtet der Lehrer?

Regeln ! :
- Erstmal gelten die  Allgemeinen RPG Regeln !
- Nochmals Steckbriefe, Fragen etc. bitte nur an mich.:)
- Keine richtigen Beleidigungen, es sei denn sie gehören zum RPG – aber auch dann, keine zu harten !
- Keine MarySues !
- Es wird in der Ich – Form geschrieben. Gesprochenes in „ - “. Gedachtes in ' - ' und Sachen die nicht ins RPG gehören bitte in ( - )
- Achtet bitte auch auf Groß- und Kleinschreibung. Damit das Geschriebene auch gut rüber kommt und es nicht zu monoton klingt.
- Versucht nicht all zu viele Rechtschreibfehler mit reinzubringen. Ein paar sind voll ok, aber man sollte nicht überlegen müssen, was der andere gerade geschrieben hat.
- Bitte zwei – bis dreimal die Woche im RPG vorbeischauen :)
- Falls wer in den Urlaub fährt, wegen Schulstress nicht on kommen kann etc. möge doch bitte mir, einem anderen Mitspieler oder gleich im RPG schreiben.
- Bitte immer Bescheid geben wenn man off geht, ein einfaches 'muss off, bye' reicht.
- Keine zu kurzen Sätze. Mehr als 5 wären schon schön.
- Wenn jemand gegen die meisten Regeln immer wieder verstößt und er sich nach mehrmaligem Ermahnen noch immer nicht dran hält wird er aus dem RPG gelöscht !

Diskussion

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Hae-Sung "Rian" Kang
Ich hätte nicht hier her kommen sollen. Ich hätte nicht klopfen sollen, hätte die Beine in die Hand nehmen und schnellstmöglich wieder umdrehen müssen um zurück zu Clyde zu gehen, und den Streit zu diesem lächerlichen Thema beenden. Stattdessen aber saß ich nun hier, in der Wohnung in der ich so unglaublich viel Zeit damit verbracht hatte glücklich zu sein, und küsste den Mann mit dem ich vor einigen Monaten noch gegen die Welt gekämpft hätte wenn nötig. Von dem ich gewusst hatte, das er da war und das er zuhören würde wenn ich jemanden brauchte der einfach nur das tat. Er war aber nicht mehr derjenige zu dem ich gehen sollte, wenn ich jemanden brauchte der mir zuhörte. Er war nicht mehr derjenige den ich küssen sollte, in den ich verliebt sein sollte. Ich sollte noch nicht einmal an ihn denken, und doch tat ich es so ziemlich die ganze Zeit. Ich kannte dieses Gefühl, das er in mir auslöste. Ich hatte es schon gespürt, als ich noch hier zur Schule gegangen war, und er mit seiner Freundin-nicht-Freundin auf Jahrmärkte gegangen war. Ich sollte nicht hier sein! Ich sollte nicht hier sein und mit ihm über Dinge sprechen, die nicht mehr relevant waren, aber vielleicht war es die Tatsache das wir nie wirklich beendet hatten, was da zwischen uns gewesen war. Ich hatte zwar Schluss gemacht, aber wirklich beendet hatte ich es doch nicht. Er hatte nichts dazu gesagt, hatte einfach so getan als würde er meine Entscheidung respektieren und akzeptieren, und hatte aufgelegt. Ich hatte etwas beendet, das noch nicht einmal wirklich begonnen hatte, und trotzdem gab es noch so unglaublich viele unausgesprochene Dinge die wir klären mussten bevor ich überhaupt daran denken konnte ihn in Ruhe zu lassen: obwohl ich bereits einen neuen Freund hatte, und dieser scheinbar kein Problem damit hatte verlobt zu sein. Vielleicht hätte ich einfach in London bleiben sollen, bei Mr. Blake und bei T-ara. Irgendwie hätte ich mich über Wasser gehalten, und irgendwann hätte ich meinen Traum Schauspielerin zu werden einfach aufgegeben. Mittlerweile aber musste ich davon nicht mehr träumen, und trotzdem war es nicht ganz das was ich mir vorgestellt hatte. Ich liebte es, ja, aber es war so völlig anders als ich gedacht hatte. Das Leben im Rampenlicht war ich bereits gewohnt, die Tatsache das ich überall hin verfolgt wurde ebenfalls, viel mehr aber war es die Tatsache das Rodrigo dafür gesorgt hatte das ich meine ach-so-tolle Fassade fallen hatte lassen, und der Welt gezeigt hatte wer ich wirklich war. Wegen ihm hatte ich das getan. Weil ich ihm beweisen hatte wollen, das ich nicht das Mädchen war für das er mich hielt. Weil ich Blake hatte zeigen wollen, dass ich sein Spiel nicht verlieren würde, und neue Regeln schrieb wann auch immer ich wollte. Das er also sagte, dass ich die Beziehung zu Clyde doch ohnehin nicht beenden würde, weil sie mir den erhofften Erfolg versprach, tat weh. Weil ich wirklich gedacht hatte, dass er mich verstand. "Du denkst ich bin nur mit ihm zusammen weil ich dadurch Gesprächsthema bin", stellte ich fest und lachte bitter auf. Das dachte er von mir? Wirklich? Hatte er eine so schlechte Meinung über mich, ein so falsches Bild? Sollte nicht wenigstens er wissen, was eigentlich Sache war? Gerade er sollte doch verstehen dass ich nicht etwa mehr nur auf diesen beschissenen Erfolg aus war, und alles dafür geben würde. "Du denkst ich bin eine Schlampe, die für Erfolg alles macht. Aber machen wir uns nichts vor, das war doch wahrscheinlich sowieso schon immer deine Meinung zu mir. Wie könnte es auch nicht, das denkt ja die ganze Welt!" Ich erhob mich vom Boden, trat einige Schritte von ihm weg und schüttelte Schulterzuckend den Kopf. "Was solls, richtig? Ich habe Schluss gemacht, und dir hat es damals schon nichts ausgemacht. Wahrscheinlich war ich auch einfach nur Spaß für Zwischendurch", wenn er schon dachte dass ich alles für Erfolg tat, wollte ich ihn ebenso verletzen. Ich verzog das Gesicht, drehte mich von ihm weg und sah zur Tür. Ich sollte gehen, wollte aber noch etwas sagen. Die Worte lagen mir auf der Zunge, wollten ausgesprochen werden um ihn wirklich zu verletzen. Ich ließ es jedoch bleiben, schüttelte den Kopf und ging zur Tür. Ich lief schon wieder weg, dieses Mal aber tat ich es nicht weil ich wollte, viel mehr aber weil Rodrigo mich doch ohnehin nicht hier haben wollte. Ich knirschte die Zähne, und verließ ohne ein weiteres Wort seine Wohnung. Sollte er doch denken dass ich eine verdammte Schlampe war, und alles für den Erfolg tat - selbst wenn es bedeutete eine Beziehung mit jemandem einzugehen, den ich nicht mochte. Sollte er doch denken was er wollte. Er hatte mich genügend verletzt, hatte mich genug Gründe gegeben ihn zu hassen, und trotzdem konnte ich es nicht. Dafür aber hatte ich die Tatsache, dass ich scheinbar wirklich immer und überall einen Eindruck hinterließ, den ich nicht hinterlassen wollte.

wir sprechen zu viel,
und fühlen zu wenig
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Rodrigo da Moura Brandão
Wieder einmal wurde ich einfach nicht schlau aus Hae-Sung. Inzwischen wusste ich nicht einmal mehr, ob sie noch die Hae-Sung war, die ich kennen gelernt hatte. Vielleicht hatte sie sich in diesem Jahr auch verändert. War reifer geworden, hatte gelernt, Entscheidungen selber zu treffen. Aber wieso küsste sie mich dann? Sie hatte sich entschieden, mich fallen zu lassen. Sie hatte sich entschieden, eine Beziehung mit Clyde anzufangen. Sie hatte sich dazu entschieden, mit ihm eine richtige Hollywood Beziehung in der Öffentlichkeit zu führen. Das was ich nicht gewollt hatte, hatte sie alles mit ihn gehabt. Doch Clyde hatte nicht zu ihr gehalten, als es darum gegangen war, wie ihre Karriere weiter gegangen war. Ich hatte ihr geholfen, ihre Karriere zu retten. Eine bessere Karriere zu führen, obwohl sie mich dazu verraten hatte. Dies alles schien ihr jedoch keine Rolle mehr zu spielen - manchmal. Denn warum hatte sie mich jetzt gerade geküsst? Bevor es noch schlimmer werden konnte, zog ich mich zurück. Es würde nur noch ausarten und das wollten wir doch nicht. Sie war immer noch in mich verliebt. Immer noch. Wieso hatte sie dann überhaupt mit mir Schluss gemacht? Ich verstand sie einfach nicht. Sie hatte diese Entscheidung gefällt. Dennoch hatte sie mich nun geküsst und sie sagte nun, dass sie immer noch in mich verliebt war. Doch das reichte nicht. Verliebt sein reichte nicht. Denn das merkte ich nun. Ich liebte sie. Und ich würde alles für sie aufgeben. Ich würde wieder zurück an die Öffentlichkeit gehen und das Leben in Ruhe aufgeben - für sie. Ich seufzte leise und sah sie an. Sie hatte mein Herz erobert, obwohl ich selbst sehr lange nicht gewusst hatte, was ich denn nun für sie fühlte. Doch sie war nur verliebt. Sie würde dafür nichts aufgeben. Sie würde dafür nicht ihre ach so perfekte Hollywood Beziehung aufgeben. Sowas tat sie nicht. Dafür war ihr ihre Karriere zu wichtig und ich war ihr zu unwichtig. Schlussendlich spielte ihr nur der Erfolg eine Rolle. "Nein, denn ich weiss, dass du das nicht tun wirst. Du wirst nicht deine ach so perfekte Hollywood Beziehung aufgeben, denn sie hilft dir deinen gewünschten Erfolg zu erreichen", erwiderte ich und sah sie an. "Aber dann halte dich einfach bitte von mir fern, ausser du willst mich fertig machen", meinte ich und sah sie an. Ich seufzte leise und fuhr mir durch das Haar. "Ich weiss, dass diese Entscheidung nicht einfach ist, von daher erleichtere ich sie dir", fügte ich hinzu und sah ihr in die Augen. "Leben das Leben, für welches du dich entschieden hast. Ich werde mich nicht mehr reinmischen", beendete ich meine Worte und lehnte mich nach hinten. Wenn sie mich fertig machen wollte, dann könnte sie mich weiter aufsuchen. Aber ich wusste nicht, wie lange ich dieses Spiel von ihr weiterspielen könnte. Irgendwann würde ich daran zerbrechen. Ich hatte schon genug in Einsamkeit gelebt. Vielleicht sollte ich auch einfach nur von hier weg gehen. Vielleicht wäre dies das beste für mich. Und für sie.

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Fleetwood "Flick" McLauren
Meine Entscheidung war gefallen. Ich würde mich nicht betäuben und benebeln lassen. Wenn ich immer noch so gute Arbeit leisten wollte wie zuvor, um allen zu zeigen, dass ich trotzdem noch funktionierte, musste ich mir Mühe geben. Ich durfte mir keine Pausen erlauben, musste genauso schnell auf die Beine kommen wie sonst auch, wenn nicht sogar schneller. Ich durfte nicht den Anschein erwecken lassen, dass ich schwach war. Ich musste nach außen hin stark wirken. Als wäre es mir egal und hätte damit schon abgeschlossen. Wenn ich es ignorierte, es zur Seite schob, könnte ich vielleicht gute Arbeit leisten und niemand würde an mir zweifeln. Mit all den Mitteln jedoch würde ich keine Entscheidungen treffen dürfen und genau das musste jetzt geschehen. Das Kartell hatte Vorrang. Anders aber sah das Leona. Natürlich. Sie war nicht in all das hier hineingeboren worden. Ich schaute hoch zu ihr, sah sie nur emotionslos an und schüttelte den Kopf. "Ich muss klare Gedanken haben, wenn ich Entscheidungen treffe.", erklärte ich ihr und schob ihre Hand mit meiner übrigen langsam von meiner Wange. "Du weißt nicht wie das hier läuft. Ich liege keine Wochen im Bett und schone mich. Hier geht es um mehr als mich und meine Gesundheit. Diese Nacht sind Leute gestorben, darunter auch meine Leute. Ich muss mich darum kümmern." Jemand musste die Beerdigungen planen, die Trauerfeiern... die Rache. Ich würde diese Tode nicht einfach so geschehen sein lassen. "Ich bin nicht so schwach wie die anderen Typen, die du gedated hast, Leona. Du wirst mir nicht sagen, was ich zu tun habe.", sagte ich bestimmt und zog meinen Armstumpf unter die Bettdecke. Momentan war ich schwach. Ich war verletzt, verwirrt, verzweifelt und verängstigt, was passieren würde. Ich wusste nicht wie ich mit der Situation umgehen sollte. Sowohl privat, als auch beruflich. Ich wollte nicht herausfinden wie es war, wenn ich mir morgen bei der Entlassung die Schuhe binden wollte. Ich wollte nicht wissen wie ich die Jacke mit nur einer Hand anziehen, mir den Hosenknopf schließen würde. Ich wollte nicht, dass es passierte. Ich wollte nicht, dass ich herausfand wie gehindert ich durch diese Behinderung sein würde. Ich wollte nicht wissen wie mein Leben als Krüppel sein würde. Ich wollte nicht und vorerst würde ich auch nicht.

Always. ∞ ϟ 9¾ ♔ ⚯͛ △⃒⃘ ➵ ♆

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Leona
Es war ein egoistischer Gedanke von mir, dass ich mich nutzlos fühlte. Flick hatte seine Hand verloren, war dementsprechend gelaunt und ich wollte mir seine Gefühlslage eigentlich ungerne ausmalen. Es war total bescheuert von mir auch nur an meine Gefühle zu denken. Ich liebte Flick, sehr sogar, allerdings wusste ich absolut nicht wie ich ihn behandeln sollte. Mein Gefühl sagte mir, dass ich einfach für ihn da sein sollte. Allerdings wusste ich nicht, ob das nicht genau das Gegenteil in ihm auslöste. Und ich wollte ihm auf keinen Fall zu nah treten. Vermutlich würde ich das, wenn ich einfach versuchte verständnisvoll und für ihn da zu sein. Ich kannte ihn in der Hinsicht auch einfach nicht. Wie ich wohl reagieren würde? Keine Ahnung.
Als Flick nach Marquéz verlangte, sah ich zu wie Tiago das Zimmer verließ und ich setzte mich daraufhin wieder zu Flick ins Bett. Sanft legte ich meine Hand an seine Wange und versuchte ihn aufmunternd anzusehen. "Du bist verrückt, wenn du dir nichts geben lässt, Flick. Ich weiß, dass ein bisschen verrückt sein voll okay ist, aber Liebling... Sei kein Idiot", bat ich ihn erneut und beugte mich zu ihm, um ihm einen Kuss auf die Wange zu geben. Ich war jetzt schon komplett am Ende und das obwohl ich wusste, dass der ganze Spaß erst anfangen würde.

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Hae-Sung "Rian" Kang
Scheiße. So eine verdammte Scheiße! Das konnte doch nicht wahr sein! Warum konnte ich nicht ein einziges Mal darüber nachdenken was ich tat, bevor ich es dann wirklich tat? Wieso konnte ich nicht ein einziges Mal in meinem Leben nicht etwa ständig auf die logischen Dinge in meinem Kopf hören, sondern auf das Gefühl das ich hatte wann auch immer Rodrigo in meiner Nähe war? Clyde gab mir dieses Gefühl nicht. Er .. hatte etwas an sich, das es mir unglaublich einfach machte bei ihm zu sein und mit ihm über alles reden zu können, jedoch hatte er diese kleinen Fehler an sich, die mich unglaublich nervten. Clyde gab mir nicht etwa das Gefühl die Welt vergessen zu können. Er gab mir nicht etwa das Gefühl das es in Ordnung war einmal Fehler zu machen, so große Fehler das es mich möglicherweise meine Karriere kosten könnte - er hieß es noch nicht einmal wirklich gut dass ich mit Mr. Blake in aller Öffentlichkeit diskutiert hatte und mich in den Medien über diesen Mann ausgelassen hatte. Rodrigo aber unterstützte es, gut ich war alleine hin gegangen weil ich etwas hatte erreichen wollen und es der einzige Weg gewesen war auch nur Ansatzweise das zu erreichen, was ich denn nun wirklich gewollt hatte, jedoch gab Rodrigo mir nicht etwa das Gefühl es wäre eine falsche Entscheidung gewesen. Es gab so viele Unterschiede, das ich noch nicht einmal wusste wo genau ich denn nun beginnen sollte. Der größte Unterschied aber war wohl einzig und alleine die Tatsache das Clyde und ich die selben Ziele hatten, und uns dabei nicht etwa von unserer Beziehung zurückhalten lassen würde. Bei Rodrigo aber wollte ich nicht so tun als wäre es in Ordnung ihn zu etwas zu zwingen, was er hinter sich gelassen hatte. Er wollte nicht mehr in die Medien, wollte nicht ständig seine Bilder in irgendwelchen Magazinen, Zeitschriften oder gar Fernsehsendungen sehen. Ich aber lebte genau dafür: damit man über mich sprach, wann auch immer es die Möglichkeit dazu gab. Ich lebte dafür zu schauspielern, was nun einmal auch bedeutete dass ich ein Leben in der Öffentlichkeit führen müsste. Es bedeutete jedoch nicht dass ich mein Privatleben zur Schau stellen musste, etwas was ich mit Clyde doch wieder tat. Wahrscheinlich war das der zweitgrößte Unterschied. Die Beziehung zwischen Rodrigo und mir war einzig und alleine uns bestimmt gewesen, die Beziehung die Clyde und ich führten wurde aber von tausenden von Menschen beobachtet und verfolgt. Und dann ganz plötzlich sagte ich etwas, was ich wohl auch nicht sagen sollte. Ich war immer noch in ihn verliebt, deshalb war ich bereits mehrmals dort aufgetaucht wo er auch war. Deshalb war ich ins Krankenhaus gefahren als ich mitbekommen hatte dass er verletzt gewesen war, deshalb hatte ich meinen Freund schon mehrmals angelogen. Ich war eine schlechte Freundin weil ich Gefühle für meinen Exfreund hatte, obwohl ich bereits in einer neuen Beziehung steckte und diese Gefühle für ihn empfinden sollte. Nicht für Rodrigo. Dieser gab mir aber Recht. Ich hätte das nicht tun sollen, und gab ihm damit nur einen weiteren Grund mir das nächste Mal die Tür vor der Nase zuzuwerfen. Scheiße war das einzige Wort, das mir in diesem Moment wirklich in den Sinn kam. Unzählige Dinge schwirrten durch meinen Kopf, und auch wenn ich versuchte meine Gedanken irgendwie zu ordnen konnte ich nicht wirklich etwas gegen dieses Chaos in mir ausrichten. Ich sollte was? Ich musste was? Er konnte so nicht weitermachen, und ich musste mich entscheiden. Wofür? Eine Zukunft mit Clyde, in der ich mich nicht ein einziges Mal von ihm zurückhalten lassen würde, oder eine Zukunft mit Rodrigo die sowieso nicht mehr so werden würde wie es einmal war? Das konnte ich nicht. So einfach war es nicht. Ich konnte nicht einfach mit Clyde Schluss machen um mit Rodrigo in die Zukunft zu blicken. Wie würden es die Medien denn bitte darstellen? Als wäre ich die größte Schlampe der Welt, und wahrscheinlich hätten sie sogar Recht damit. Ich sollte gar nicht hier sein, und trotzdem tat ich es. Küsste ihn sogar, obwohl ich nur meinen Freund küssen sollte. "Du willst das ich mich entweder von dir fernhalte, oder mit Clyde Schluss mache", stellte ich trocken fest und ließ den Kopf in den Nacken fallen. "Gott die Entscheidung wäre einfach, okay? Aber mein Leben ist es nicht, und die Medien erst Recht nicht. Ich kann nicht mit ihm Schluss machen und mit dir plötzlich rausgehen", schon alleine weil er mein Lehrer gewesen war und wir eigentlich gar nichts mit einander zutun haben dürften. Sollten. Wie auch immer. Ich war verzweifelt, und frustriert und vielleicht machte ich mir auch einfach nur viel zu viele Gedanken, und hörte viel zu wenig auf mein Herz. Und das obwohl mir meine Mutter immer gesagt hatte ich solle weniger nachdenken und mehr fühlen. Vor allem aber mehr mit meinem Herzen entscheiden. [Ganz viel Spaß!]

wir sprechen zu viel,
und fühlen zu wenig
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Rodrigo da Moura Brandão
Wieso tat sie das? Wieso küsste sie mich? Sie hatte doch einen Freund, der zuhause auf sie wartete und den sie küssen sollte. Ich sollte es nicht mehr tun. Das war nun nicht mehr meine Angelegenheit. Dennoch tat sie es gerade. Sie küsste mich. Wie schon vor einem Jahr breitete sich genau das gleiche Gefühl aus. Es war immer noch dasselbe, wenn es nicht schon fast stärker war, weil ich es so lange nicht mehr getan hatte. Ich seufzte leise auf. Ein Kribbeln breitete sich meinen Lippen in meinem ganzen Körper aus. Wie von selbst, ohne dass ich es kontrollieren konnte, legte ich meinen Arm um ihre Taille und meine Hand vergrub sich in ihrem langen Haar. Das alles fühlte sich einfach nur wunderschön an. Ich wollte gar nicht mehr damit aufhören. Es fühlte sich normal an. So wie damals. Damals als noch alles einigermassen normal gewesen war. Dann hatte sich Schlag auf Schlag alles verändert. Wir waren auseinander gerissen worden und vor allem sie war noch nicht bereit dazu gewesen. Darum hatte sie wohl auch so schnell Schluss gemacht. Ich löste mich von ihr, auch wenn ich eigentlich das Gegenteil haben wollte. Ich wollte sie nur zu gerne in mein Schlafzimmer tragen. Aber erstens wäre dies das falsche und zweitens würde es nicht besonders gut klappen mit dem noch nicht ganz verheilten Bein. Ich seufzte leise und sah ihr in die Augen. Wieder einmal biss sie sich auf die Unterlippe. Das tat sie immer, wenn sie nicht wusste, was sie denn nun sagen wollte. Wenn sie sich nicht ganz sicher war oder wenn sie sich nicht getraute. Sie liess sich ein bisschen zurücksinken, aber sah mich weiterhin an – schweigend. Schliesslich sagte sie die Worte, die ihre Antwort waren. Sie waren ganz leise. Ich musste mich anstrengen, dass ich sie überhaupt hörte. Weil ich immer noch in dich verliebt bin. Diese Worte hallten in meinem Kopf und ich sah sie an. Ich schluckte leicht und schürzte die Lippen. Sie liess sich ganz zu Boden zu sinken und ich sah sie an. Ich wusste gerade nicht, was ich sagen sollte. Kurz darauf meinte sie, dass sie das nicht hätte tun dürfen. Sie erhob sich und brachte schnell Abstand zwischen uns. „Ja, das hättest du wohl nicht tun sollen“, erwiderte ich mit leiser Stimme. Das hiess jedoch nicht, dass ich etwas dagegen gehabt hätte. Ich fuhr mir durch das Haar und ein tiefer Seufzer entschlüpfte mir aus dem Mund. „Du musst dich entscheiden. Ich kann so nicht weitermachen“, murmelte ich leise und sah sie an. Sie war in mich verliebt, aber sie liebte mich nicht. Ich würde alles für sie tun. Ich würde sogar für sie wieder zurück in die Öffentlichkeit gehen, damit wir eine richtige und gute Beziehung führen konnten. Aber das hatte sie nicht gewollt. Sie hatte gesagt, dass sie das nicht wollte. Vermutlich hatte das daran gelegen, dass ich einfach die viel stärkeren Gefühle hatte wie sie. Immerhin war sie diejenige gewesen, welche schon nach kurzer Zeit wieder einen neuen Freund gehabt hatte. Ich dagegen war so einsam wie ich es vor ihrer Ankunft gewesen war. Vermutlich hatte ich es auch verdient. Ich hatte sie nicht verdient. [Bin von morgen bis Donnerstag in den Ferien :3 bis dann.]

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Hae-Sung "Rian" Kang
Mein Kopf setzte aus, meine Gefühle spielten verrückt und mit jeder Sekunde die meine Lippen die seinen berührten hatte ich das Gefühl als würde mein Brustkorb enger werden. Mein Herz klopfte heftig , und wüsste ich nicht das Rodrigo sich wahrscheinlich auf seinen eigenen Herzschlag konzentrierte, hätte ich wahrscheinlich Angst dass er meinen hören könnte. Er ließ es zu; ließ zu dass ich ihn einfach küsste obwohl wir beide wussten dass ich einen Freund hatte, der nicht etwa er war. Er war nicht mein Freund, und trotzdem wollte ich ihn küssen. Ich wollte ihn spüren, wollte ihn küssen und berühren ohne darüber nachdenken zu müssen was passieren würde. Was passieren könnte oder was wir in Zukunft noch bewältigen müssten. Er erwiderte den Kuss, und ohne auch nur eine Sekunde zu zögern zog er mich näher an sich. Seine knappe Berührung, und die Tatsache dass er seinen Arm so selbstverständlich um meine Taille legte, als gehörte er genau dort hin, so wie seine Finger die sich in meine Haare vergruben. Es fühlte sich so unglaublich gut an, fast schon so als gehörte ich genau hier her und nicht etwa zu Clyde. Er löste die selben Gefühle in mir aus, die er schon vor einem knappen Jahr ausgelöst hatte, und selbst heute konnte ich noch nicht genau sagen was ich denn nun eigentlich für diesen Mann fühlte. Ich hatte keine Ahnung, denn auch wenn ich bereits vor ihm Beziehungen gehabt hatte, war keine so ernst gewesen wie mit ihm. Keine einzige Beziehung hatte ich so sehr gewollt wie die zu Rodrigo, und trotzdem war genau diese so unglaublich schnell in die Brüche gegangen. Clyde zu küssen fühlte sich nicht halb so intensiv und schön an, wie dieser knappe Kuss den Rodrigo auch wieder löste, bevor wir überhaupt zu weit gehen konnten und irgendetwas passierte, für das wir Beide keine wirkliche Erklärung hatten. Ich schluckte, bewegte mich keinen Millimeter und hatte keine Ahnung was ich diesem Mann denn nun eigentlich sagen sollte. Wieso hatte ich ihn geküsst? Wieso hatte ich mir das Recht heraus genommen ihn zu küssen, obwohl ich mit ihm Schluss gemacht hatte und bereits in einer anderen Beziehung war? Scheiße. Scheiße war das erste und einzige Wort das diese Situation beschreiben könnte, und das meine Gefühle in diesem Moment erklärten. Das alles hier war so unglaublich verdreht, so verdammt verkorkst und einfach nur ein dummer Witz. Ich wollte ihn küssen, wollte ihm Nahe sein wann auch immer mir danach war, wollte ihn berühren können ohne davor zurückschrecken zu müssen weil es möglicherweise als etwas falsches aufgenommen werden könnte. Gott ich wollte das alles so war, wie vor seinem Aufbruch nach Amerika, und meiner Zeit in Europa! Ich biss mir auf die Unterlippe, unsicher wie ich ihm auf seine Frage antworten sollte, wenn ich mir doch selbst ständig wiedersprach. Vorsichtig ließ ich mich zurück sinken, und sah zu Rodrigo auf. Scheiße. Verdammt, ich hätte ihn nicht küssen dürfen! Ich hätte gar nicht erst klopfen dürfen, hätte nicht hier sein sollen. Was verdammt noch einmal hatte ich mir bitte dabei gedacht? Ich hatte einen Freund der zuhause auf mich wartete, saß aber hier und küsste ihn - meinen Ex. Den Mann, der so ziemlich jeden Aspekt meines Lebens irgendwie beeinflusst hatte. Der so ziemlich alles auf den Kopf gestellt hatte. Wieso saß ich hier und küsste ihn, obwohl ich einen Freund hatte der in seiner Wohnung darauf wartete, das ich nachhause kam? "Weil ich immer noch in dich verliebt bin", antwortete ich leise. Kaum hörbar, weil ich zu große Angst hatte diese Worte laut auszusprechen; als würde man uns hier wirklich jederzeit erwischen können. Nun ließ ich mich ganz zu Boden sinken und schüttelte ungläubig über mein eigenes Handeln den Kopf. "Es .. ich hätte das nicht tun dürfen", sagte ich schnell und erhob mich, brachte so etwas mehr Abstand zwischen ihn und mich, um es uns vielleicht etwas einfacher zu machen nicht etwa einen weiteren Fehler zu begehen.

wir sprechen zu viel,
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Rodrigo da Moura Brandão
Seit sie hierher gekommen war, hatte mein Leben eine komplette Kehrwende gemacht. Vor allem hatte sie mir aber etwas sehr deutlich gemacht. Sie hatte mir deutlich gemacht, wie alleine ich doch eigentlich war. Das hatte ich vorher gar nicht so sehr bemerkt. Aber seit sie gegangen war, hatte ich gemerkt, wie alleine ich gewesen war. Sie hatte eine Leere in mir gelaassen und diese konnte ich nicht einfah so füllen. Sie wusste über mich Bescheid. Sie wusste alles über mich. Sie wusste, dass ich von meinem Manager fallen gelassen wurde. Sie wusste, dass ich in einem Slum aufgewachsen war und sie wusste, dass mein Vater mich als lebendiger Aschenbecher missbraucht hatte. Aber all das schien ihr keine Rolle zu spielen. Sie wusste genau, dass ich den Medien gegenüber nie etwas von ihr oder von ihrer Mutter erzählen würde. Aber wie sah es bei ihr aus? Konnte ich ihr immer noch vertrauen oder hätte ich damit aufhören sollen, nachdem sie mit mir Schluss gemacht hätte. Eigentlich sollte ich jedes Wort hinterfragen. Immerhin hatte sie mir auch hoch und heilig versprochen, dass sie auf mich warten würde und danach hatte sie schon nach wenigen Wochen Schluss gemacht. Das war das erste Mal gewesen, als sie ein Versprechen gebrochen hatte und seither sollte ich ihr eigentlich nichtt mehr trauen. Sie murrte mich an, dass sie mir nicht die Schuld gab - dennoch tat sie es irgendwie. Immerhin hatte sie mir vorhin gerade vorgeworfen, dass ich nach Australien zurück gekommen war. Jedoch war ich hier schon viel länger als sie. Australien war meine zweite Heimat geworden. Sie dagegen hatte hier nur wenige Monate verbracht, bevor sie auch schon nach Amerika gegangen war. Also hatte sie wohl kein Recht mir irgendwas vorzuwerfen. Ich hatte hier eine Wohnung, sie nicht. Sie biss sich auf die Unterlippe. Ich wusste nur noch zu genau, wie wunderbar weich sich diese Lippen anfühlten. Jedoch hatte ich auch ein Bild in meinem Kopf, wie ihr neuer Freund sie küsste und es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dass es mich nicht störte. Dennoch war sie diejenige, die sich selbst davon abhielt, ein Leben zu leben. Das war nicht ich. Ich hatte sie in Ruhe gelassen, während sie mich in jeder freien Minute hier aufgesucht hatte. Sie wurde wütend. Ich konnte es an ihrem Gesichtsausdruck sehen. Anscheinend hatte ich einen wunden Punkt getroffen. "Manchmal reicht Hoffnung alleine eben nicht aus", meinte ich und fuhr mir durch das Haar, nachdem ich mich aufgesetzt hatte. Sie musste mir gar nicht erklären, wieso sie Schluss gemacht hatte. Schlussendlich hatte sie doch ihr Versprechen gebrochen und es würde doch auch nichts rückgängig machen. Trotzdem würde sie wieder zu Clyde zurückgehen und weiterhin das Liebesleben in der Öffentlichkeit weiterspielen. Sie starrte an die Wand und sagte nichts mehr. Auch wenn sie diese Beziehung zwischen uns gewollt hatte, so war ihr Willen doch zu wenig stark gewesen. Ich seufzte leise und sah auf den Boden, bis ich von ihr eine Bewegung wahrnahm. Ich sah sie an und sie mich. Mein Herz setzte kurz einen Schlag aus, als sie näher kam. Herrgott, was tat sie hier? Sie hatte einen Freund. Dennoch wollte ich nichts dagegen unternehmen. Ich wollte es sogar! Ich wollte es wirklich. Ich wollte ihre Lippen auf meinen fühlen und ihren Körper unter meinem. Ihre Lippen legten sich vorsichtig auf meine und ein sehnsüchtiger Seufzer entwich. Ich erwiderte den Kuss und zog sie augenblicklich näher zu mir hin. Ich hielt es einfach nicht mehr aus ohne sie. Der eine Arm legte sich um ihre Taille, während sich die andere Hand in ihrem Haar vergrub. Dieses gewohnte, wunderbare Gefühl durchflutete mich und ich vertiefte den Kuss nur noch mehr. Verdammt, ich wollte gar nicht mehr aufhören. Ich wollte das jeden Tag tun. Ich wollte sie jeden Tag küssen. Ich wollte sie jeden Tag verwöhnen und ich wollte ihr zeigen, wie schön eine Beziehung wirklich sein kann. In diesem Moment wurde mir klar, was das für ein wunderbares Gefühl war. Liebe. Ich liebte sie. Ich war nicht in sie verliebt, sondern ich liebte sie. Darum hatte ich wahrscheinlich auch so Probleme damit, dass ich nicht über sie hinweg kommen konnte. Ich löste den Kuss und sah ihr in die Augen, während ich schwer atmete. Ich konnte das nicht. Ich konnte sie nicht küssen und dieses Gefühl weiter verstärken, obwohl sie eigentlich gar nicht mir gehörte. "Wieso? Wieso hast du mich geküsst?", murmelte ich leise und sah sie an. Ich musste mich mit aller Macht zurückhalten, dass ich sie nicht gleich wieder küssen würde. "Du.. du hast einen Freund, der zuhause auf dich wartet", murmelte ich leise und senkte den Blick. Ich konnte nicht verhindern, dass ich das Wort Freund wie etwas schlechtes aussprach. Ich sollte seinen Platz innehalten, nicht er. Er war nur eine Verschwendung für Hae-Sung.

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Hae-Sung "Rian" Kang
Seit über einem Jahr war mein Leben in stetiger Veränderung. Tag ein, Tag aus wurde irgendetwas von irgendjemandem beeinflusst, und sorgte dafür dass ich meinem täglichen Ablauf nicht einfach folgen konnte. Seit ich an diese Schule gekommen war, weil ich gedacht hatte dass ich von Blake wirklich eine Chance bekommen hatte endlich mein Talent für die Schauspielerei beweisen zu können, hatte sich mein Leben einfach nur noch verändert. Oder war es ich die sich verändert hatte? Anfangs hatte ich einfach weiterhin Rian gespielt, das Mädchen das ihre Jugend im Rampenlicht verbracht hatte, und irgendwie doch nie aus dem Schatten ihrer Bandmitglieder hatte treten können - bis auf mein Gesicht hatte ich nämlich wirklich nicht zum internationalen Erfolg von T-ara beitragen können. Es machte mir mittlerweile nicht wirklich etwas aus, schließlich hatte mich eben diese Zeit bei T-ara hier her gebracht. Ich war nach Australien gekommen, weil Mr. Blake meinen Studienplatz hier bezahlt hatte, obwohl er mich eigentlich doch nur hatte loswerden wollen. Und anfangs hatte ich es nicht einmal gesehen, hatte wirklich alles versucht um diesem Mann zu beweisen dass ich ebenso Talent hatte - dass ich nicht etwa verschwendete Zeit war. Mittlerweile fragte sich Blake wohl weshalb er mir nicht einfach die Chance geben hatte können, um die ich ihn seit meines ersten Auftrittes angefleht hatte - mittlerweile aber hatte ich eben auch Erfolg. Alleine, und ohne ständig von irgendjemandem manipuliert zu werden. Mittlerweile wusste ich nun eben einmal selbst, was ich konnte. Wahrscheinlich war Rodrigo einer der Gründe, weshalb mein Leben so plötzlich eine Kehrtwende gemacht hatte und ich plötzlich nicht mehr wusste, was ich tun sollte. Ich hatte ihn getroffen, und plötzlich hatte sich alles verändert. Ich hatte kapiert dass ich nicht etwa nur eine Puppe für Mr. Blake hatte sein wollen, ich hatte verstanden dass er mir niemals das geben würde, was er mir versprochen hatte - und ich hatte verstanden dass ich mich Jahrelang hinter ihm versteckt hatte, weil ich ihn als jemanden angesehen hatte der er niemals auch nur annähernd gewesen war. Ich hatte nie einen Vater gehabt, und wahrscheinlich war auch das der Grund gewesen weshalb ich diesem Mann so urplötzlich verfallen war, ihm aus der Hand gefressen hatte und ihm wirklich jedes noch so gelogene Wort geglaubt hatte. Blake wusste jedoch auch mit Worten umzugehen, das hatte er schon immer. Zuerst hatte es mit Mr. Blake und meiner nicht sonderlich erfolgreichen Gesangskarriere begonnen, bis es auf meine schulischen Leistungen übergegangen war, und letzten Endes hatte es dann doch mein Privatleben auf den Kopf gestellt. Und ich hatte diese kurze Zeit wirklich unglaublich genossen, hatte mir tagtäglich gewunschen dass ich nur noch ein paar Stunden länger bei ihm hätte bleiben können. Bis er ebenso plötzlich nach Amerika hatte müssen, und ich in meinem Chaos zurückgeblieben war. Völlig alleine und ohne wirklich zu wissen wie wir die nächsten Monate überstehen hätten wollen. Ich hatte es beendet, bevor es überhaupt richtig begonnen hatte, hatte viel zu früh die Reißleine gezogen und nun wünschte ich mir eben das nicht getan zu haben. Dann wäre ich vielleicht nicht mit Clyde am Flughafen gewesen, sondern wäre Rodrigo um den Hals gefallen. Dann wären mir jegliche Fotografen und Reporter egal gewesen. "Nein ich gebe dir nicht die Schuld", murrte ich ihn an und schloss genervt die Augen. Er verdrehte mir die Worte im Mund, stellte es so hin als würde ich ihm hier irgendwelche Vorwürfe oder Schuld zuschieben obwohl ich genau das nicht tat! "Ich habe schon mitbekommen dass ich nicht hätte kommen sollen, du musst es mir nicht unter die Nase reiben", seufzte ich leise und biss mir auf die Unterlippe. Natürlich, jetzt gab er mir auch noch die Schuld daran das er von irgendwelchen Vollidioten verfolgt wurde! Weil ich hier aufgetaucht war, und diese Reporter und Fotografen mitgenommen hatte. Er hatte aber Recht - mein Job hatte mich nicht etwa hier her getrieben, sondern Clyde. Clyde lebte hier, und ich hatte keine eigene Wohnung mehr in London. Ich hätte also entweder hier her zurückkommen können, um mein Schuljahr zu beenden, oder aber ich konnte mit Clyde das tun, wofür wir bezahlt wurden - den Medien geben, was sie eben wollten. Ich schwieg, denn auch wenn ich ihm wirklich etwas an den Kopf werfen wollte wusste ich, dass er jeden Grund dazu hatte wütend zu sein. Oder verletzt. Ich hatte mit ihm Schluss gemacht, und nicht etwa er mit mir. Ich war davongelaufen, und ich war plötzlich wieder vor seiner Tür gestanden. Er hielt mich nicht davon ab mein Leben zu leben, sondern ich. Ich saß hier, obwohl ich bei Clyde sein sollte um ihm zu erklären weshalb es mir so gegen den Strich ging dass man uns plötzlich als verlobt betitelte, oder mir ein Kind andrehen wollte. "Ich hatte Hoffnung verdammt nochmal! Unterstell mir nicht dass ich nicht daran geglaubt habe das unsere Beziehung irgendwie doch klappen könnte!" fuhr ich ihn wütend an und biss die Zähne zusammen. "Ich wollte das es funktioniert! Und dann hat man dich nach Amerika geschickt und alles war verdammt nochmal scheiße, okay?" Ich rieb mir über die Stirn und schüttelte den Kopf. Was versuchte ich hier überhaupt noch zu erklären weshalb ich Schluss gemacht hatte? Was ich mir dabei gedacht hatte? Es spielte doch nun wirklich keine Rolle mehr, ich hatte es getan und er wollte nichts mehr mit mir zutun haben - weil er keine Freundschaft wollte. Weil er entweder alles oder gar nichts von mir wollte. Gott mir ging es doch kein bisschen anders. Ich atmete tief ein, versuchte wirklich meine Gedanken zu richten und irgendwie etwas Ordnung in dieses verdammte Chaos zu bringen, zu versuchen mir irgendwie Gedanken darüber zu machen was ich hier wollte. Kopfschüttelnd sah ich zur Wand, strich mir die Haare aus der Stirn und biss die Zähne zusammen. Was wollte ich überhaupt noch hier, wenn ich sowieso pessimistisch war was das zwischen uns anging. Schweigend saß ich für einige Sekunden einfach nur da, versuchte mir irgendwie eine Antwort zu überlegen die auch wirklich nach der Wahrheit klang, aber alles woran ich dachte war er und die Tatsache, dass ich einfach nur die Hand ausstrecken müsste um mich möglicherweise wieder so zu fühlen wie früher. Ich schluckte, schob mich etwas vom Boden hoch und drehte mich augenblicklich zu Rodrigo. Gott ich wollte ihn so gerne berühren und küssen, das mir gerade völlig egal war das ich eigentlich mit Clyde zusammen war und mit ihm gerade darüber gestritten hatte wie ernst unsere Beziehung denn nun eigentlich war. Ich antwortete ihm nicht, stattdessen schob ich mich nur ein weiteres Stück näher an ihn und legte meine Lippen vorsichtig auf seine.

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Rodrigo da Moura Brandão
Es brachte mich um den Verstand, dass ich sie nicht berühren oder küssen konnte. Ich wollte sie wieder bei mir spüren. Ich wollte wieder genau wissen, wie es ihr ging und wie ihr Tag gelaufen war. Ich wollte so viel, obwohl ich genau wusste, dass ich dies nicht mehr bekommen würde. Sie hatte sich anders entschieden. Sie hatte sich entschieden, sich von mir abzuwenden und sich ihrer Karriere zu widmen. Ich konnte ja verstehen, dass sie Karriere machen wollte und das hatte sie mir auch genug deutlich gesagt. Aber sie hatte mich schon nach wenigen Wochen fallen lassen, ohne wahrscheinlich gross darüber nachzudenken. Sie hatte mich fallen gelassen, obwohl sie kurz vor meiner Abreise mir noch hoch und heilig geschworen hatte, dass genau dies nicht passieren würde. Ich hatte ihr gesagt, dass ich es verstehen könne, wenn sie ihr Leben weiterleben wolle. Wenn sie ein normales Leben führen wolle. Darauf hatte sie abgestritten, dass sie so oder so kein normales Leben hätte und man das von daher auch ganz sein lassen konnte. Ich seufzte leise und fuhr mir durch das Haar. Ich wusste noch zu gut, wie dieses Gespräch verlaufen war. Sie hatte mir Mut gemacht, dass wir diese Zeit wirklich überstehen könnte. Aber genauso wie sie mir Mut gemacht hatte, hatte sie auch all meine Träume zerstört. Sie war diejenige gewesen, die mir klar gemacht hatte, dass ich am Schluss sowieso wieder alleine und einsam dastehen würde. Sie hatte mir klar gemacht, dass ich vermutlich alleine sterben würde und niemand würde meine Hand halten. Sie wäre mit ihrer Karriere beschäftigt oder damit ihre Geldscheine zu zählen. In ein paar Jahren hätte sie mich wohl wirklich vergessen und würde sich nicht mehr um mich kümmern. Dann würde sie auch nicht mehr zu mir vorbei kommen, obwohl sie eigentlich einen Freund hatte, der zuhause wartete. Ich horchte auch und kam nicht umhin, dass ich sie bei ihren Worten ein bisschen verärgert anfunkelte. „Ach, willst du mir also jetzt die ganze Schuld zuschieben? Du hast genau gewusst, dass ich früher oder später wieder hierher kommen würde, weil ich hier meinen Job hatte. Dein Job ist jedoch nicht hier. Ausserdem hast du mich aufgesucht und nicht ich dich, denn ich wusste, dass ich damit nur alles wieder schlimmer machen würde“, auch für mich selber. All diese alten Gefühle loderten wieder in mir hoch und dennoch müssten sie wieder verschwinden. Weil sie jetzt einen anderen Mann an ihrer Seite hatte und ich weiter mein einsames Leben führen sollte. „Und dadurch dass du wieder hierher zurückgekommen bist, hast du noch all diese Reporter mitgenommen, die nun auf mich aufmerksam geworden sind“, erwiderte ich und schüttelte den Kopf. Ich seufzte leise und sah sie an. Sie war ein Teenager. Das war sie schon immer gewesen und ich hatte es einfach nicht einsehen wollen. „Dann leb dein Leben. Ich halte dich nicht davon ab. Die einzige, die sich selbst davon abhaltet, bist du“, meinte ich und sah ihr in die Augen. „Ausserdem hättet ich wissen müssen, dass du keine Hoffnung in uns siehst“, meinte ich und zuckte die Schultern. Irgendwo war es auch mein Fehler. Weil ich es einfach nicht hatte einsehen wollen. Es war komisch von uns zu sprechen, denn es gab ein Uns mehr. Dieses Uns war vor über einem Jahr gestorben. Ich hatte ihr die Möglichkeit gegeben, diese Sache zu beenden, bevor ich gehen würde. Doch sie hatte es nicht gewollt, dennoch hatte sie später genau das getan. Das war viel schlimmer gewesen, wie wenn sie es am Abend vor meiner Abreise getan hätte. Sie drehte mir den Rücken zu und ich setzte mich wieder auf. Wenn man genug Wille, Hoffnung und Stärke in diese ganze Sache hineinbrachte, könnte es klappen. Mit diesen drei Faktoren konnte man wirklich viel schaffen. Aber das wollte sie nicht. „Wenn du ja so pessimistisch bist, was das zwischen dir und mir angeht, was tust du dann noch hier?“, fragte ich. Damit wollte ich nicht sagen, dass ich sie rauswerfen würde. Ich verstand einfach nicht, was sie dann noch hier wollte, wenn sie sowieso keine Zukunft in uns sah. Wenn ich in ein paar Jahren für sie nicht mehr existieren würde, weil sie mit wichtigeren Dingen beschäftigt wäre.

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Fleetwood "Flick" McLauren
Hier ging es um mehr als nur eine Hand. Mein Körper war bereits verunstaltet und ich trauerte nicht der Hand an sich hinterher. Jeder Mensch auf dieser Erde wäre wohl völlig fertig gewesen, wenn er eine Hand bei vollem Bewusstsein abgeschlagen bekommen hätte und dann erfuhr, dass sie für immer verloren war. Bisher hatte ich keine körperlich bleibenden Schäden erhalten. Ich war nur kurzzeitig ausgefallen. Jetzt war es etwas ganz anderes. Was würde ich jetzt tun? Wie sollte ich das Kartell weiterhin leiten? Wie sollte ich das Imperium und Erbe meines Vaters fortführen? Ich könnte es nicht meinem Bruder überlassen. Mein Herz hing an diesen Leuten, die für mich illegale Scheiße abzogen. Ich konnte es nicht aufgeben. Nein... ich musste arbeiten. Sobald es ging. Ich konnte sie und das Kartell nicht im Stich lassen. Ich würde ihnen zeigen, dass ich auch zerstückelt noch zu etwas gut war und sie auf mich zählen konnten. Ich durfte jetzt nicht schwach sein, durfte ihnen nicht den Anschein erwecken lassen ich sei nicht mehr in der Lage hierzu. Ich musste dafür sorgen, dass ich wieder einsatzfähig wurde. So könnte ich gleichzeitig den Fakt verdrängen, dass ich nun entstellt war und sich für mich alles ändern würde. Ich stürzte mich in die Arbeit. Das war schon immer mein Ausweg aus einer Misere gewesen. Bisher hatte es auch immer funktioniert... bisher... Leona wollte nicht, dass ich arbeitete. Zu recht. Meine Arbeit war nicht ungefährlich und sie hatte recht damit, dass ich noch schwach war. Das bestritt ich gar nicht. Dennoch wollte ich es momentan nicht einsehen. "Ich kann auch von hier aus arbeiten.", flüsterte ich zurück und sah ihr nach, als sie Tiago holte, der sich die Nadeln und Medikamentzufuhren anschaute, die ich aus meinen Venen gezogen hatte. Er beäugte mich kritisch und kam näher - vermutlich, um alles wieder anzubringen. "Keine Beruhigungs- oder Schmerzmittel. Du führst mir nichts zu, was mich benebelt, Tiago. Antibiotika und entzündungshemmende Mittel sind okay, aber in Tablettenform.", stellte ich klar und beobachtete wie Tiago langsam seine Augenbrauen hob und seine Stirn sich in Falten legte. "Flick, das alles ohne Schmerzmittel ist Wahnsinn..", versuchte er mir zu erklären, doch ich schüttelte den Kopf. "Ich will weiterarbeiten. Ich kann diese Rauschmittel dabei nicht gebrauchen.", sagte ich bestimmt und ballte die übrige Hand zur Faust. Er hatte mir keine Widerworte zu geben. "Holst du bitte Marquéz? Er soll mir wegen gestern Nacht Bericht erstatten und die Papiere mit mir durchgehen."

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Leona
Ich wusste ganz einfach nicht wie ich Flick helfen konnte. Ich liebte diesen Mann, aber er hatte gerade seine Existenz vor den Füßen. Wie ich ihm helfen konnte, wusste ich nicht. Seine Hand würde ich auch nicht wieder annähen können, wenn Tiago das schon nicht konnte. Ich konnte nur für ihn da sein, mehr auch nicht. Und das würde ich tun, auch wenn er mich von sich stoßen würde.
"Schatz, sei bitte vernünftig. Ich möchte nur, dass es dir gut geht. Wenn du dich einen Tag noch im Krankenhaus herum schlägst, dann geht es dir schneller wieder gut. Bitte, nur diesen Tag und eine Nacht. Bitte, Liebling", bat ich ihn und küsste seine Wange. Ich wusste ganz einfach nicht, wie ich ihn beruhigen und zur Vernunft bringen konnte. Ich hoffte nur, dass er zur Vernunft kommen würde, schließlich ging es noch immer um sein Leben und nicht nur um seine abgetrennte Hand. Es machte mich wahnsinnig, dass er so stur war.
Ich ging zur Tür, um Tiago wieder hinein zu holen. Ich wollte nur, dass es Flick gut ging und ich hoffte, dass wenigstens Tiago oder Marquéz ihn zur Vernunft bringen konnte. Er musste doch selbst einsehen, dass er sich in Gefahr brachte, wenn er sich nicht ordentlich behandeln ließ, oder? Ich hoffte einfach, dass seine Panik bald abebben und er wieder rational denken konnte.

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Hae-Sung "Rian" Kang
Es brachte mich schier um den Verstand nicht sagen zu können, was in seinem Kopf vor sich ging. Ich war nie sonderlich gut darin gewesen in seinem Gesicht lesen zu können, worüber er gerade nachdachte, jetzt schien es mir beinahe schon unmöglich wirklich sicher sein zu können ob ich mit meiner Vermutung richtig lag oder nicht. Er versteckte sich hinter dieser undurchdringlichen Miene, tat so als hätte ich wirklich nichts mehr hier zu suchen und vermittelte mir damit nur noch mehr dieses Schuldgefühl das mich die letzten Tage bereits von innen aufgefressen hatte. Was sollte ich denn tun? Ich hatte gedacht dass ich über Rodrigo hinweg gewesen war, hatte gedacht dass ich ihn sehr wahrscheinlich nie mehr wieder sehen würde und dass dieses kurze uns das es gegeben hatte, der Vergangenheit angehörte. Es war doch aber einfach nur eine Lüge gewesen, die ich mir selbst erzählt hatte um nicht täglich darüber nachzudenken ob es nicht vielleicht doch die falsche Entscheidung gewesen war mit diesem Mann Schluss gemacht zu haben. Eine Lüge, die irgendwann doch zur Wahrheit geworden wurde, weil das so ziemlich alles in meinem Leben nachkam. Und irgendwann war nun einmal Clyde gekommen, und ich war bereit dazu gewesen eine andere Beziehung einzugehen; oder aber ich hatte es gedacht. Woher hatte ich wissen können dass dem nicht so war? Dass ich nicht über Rodrigo hinweg war, und ihn nur ein einziges Mal, und nur für den Bruchteil einer Sekunde sehen musste, um Monate zurück geworfen zu werden? Ich seufzte erschöpft, raufte mir die Haare und lachte etwas auf. Wieso war ich dann mit Clyde zusammen - wunderbar! Er dachte dass ich es einfach nur für die Öffentlichkeit tat, um sie zufrieden zu stellen. Er tat ja gerade so als wäre ich die größte Schlampe die es überhaupt gab, als würde ich alles dafür geben weiterhin in den Medien zu landen. Gott, er wusste doch selbst dass ich nicht mehr so war. Nein - nein, wahrscheinlich wusste er es nicht. Wahrscheinlich dachte er dass ich selbst durch Blake nichts gelernt hatte, und einfach so weitergemacht hatte wie gehabt. Wie sollte er auch das Gegenteil wissen, wie sollte er auch denken können dass ich nicht etwa mehr alles dafür gab in den Medien zu landen, wenn er nicht hier gewesen war. Wenn es ihn noch nicht einmal wirklich interessiert hatte dass ich Schluss gemacht hatte. "Du weißt genau das es nicht so einfach ist Rodrigo! Ich war über dich hinweg, ich mag Clyde, aber dann warst du plötzlich wieder da und bringst einfach alles durcheinander!" fuhr ich ihn an. Er trug mindestens genauso die Schuld daran dass diese Situation einfach nur unglaublich schwer zu verstehen wurde, vor allem aber wusste ich nicht was ich tun sollte. Mit Clyde Schluss machen um zurück zu Rodrigo zu kriechen, um mich doch nur wieder verstecken zu müssen weil ich meinen ehemaligen Lehrer datete? Weil er nicht in die Öffentlichkeit wollte, und ich diesen Wunsch wirklich respektieren wollte? Er wusste doch selbst dass es verdammt nochmal nicht so einfach war. Ich lehnte mich an das Sofa, schloss die Augen und atmete tief ein. Als wüsste ich nicht schon selbst dass ich das nicht mehr wollen sollte. Als wüsste ich nicht selbst dass ich eine verdammte Lügnerin war, eine miserable Freundin die ihrem Freund nicht einmal die Wahrheit sagen konnte, weil er es doch nicht verstehen würde. Wie sollte er auch? "Ändern kann ich es auch nicht", murmelte ich leise und ließ den Kopf etwas nach vorne sinken. Rodrigo hatte wahrscheinlich noch nicht einmal eine Ahnung wie sehr mich das alles hier beschäftigte. Er dachte ja auch dass ich glücklich in den Armen meines Freundes lag, der mir einen Antrag gemacht hatte und ich ein Kind erwartete. Das er allen Ernstes einfach irgendwelche Gerüchte glaubte, verletzte mich schon fast. Ich schüttelte den Kopf, denn auch wenn ich ihm gerade gesagt hatte dass ich Clyde nicht heiraten wollte, und auch kein Kind bekommen würde, war seine Reaktion minimal. Was erwartete ich aber auch? Einen Freudentanz von ihm? Diese gesamte Situation war einfach nur ebenso beschissen wie vor einem knappen Jahr noch. "Selbst wenn ich mit Clyde Schluss machen würde, was dann? Huh? Selbst wenn ich mit ihm Schluss machen würde, weil ich immer noch Gefühle für dich habe und lieber mit dir zusammen wäre, könnten wir es trotzdem nicht. Du willst nicht in die Öffentlichkeit, und ich lebe davon. Du warst mein Lehrer, den ich laut jedem Schüler hier nicht ab konnte. Wir haben doch gesehen was passiert wenn wir uns einmal ein paar Tage nicht sehen", diese Beziehung hätte doch niemals auch nur den Hauch einer Chance. Ich schüttelte den Kopf leicht, drehte ihm nun vollkommen den Rücken zu und sah die Wand vor mir an. Es hätte niemals auch nur den Hauch einer Chance, und vielleicht sollte ich ihn wirklich in Ruhe lassen. Ihm Zeit geben über mich hinweg zu kommen, und das Selbe tun - über ihn hinweg kommen, damit wir mit unseren Leben weitermachen konnten. Ein paar Monate Herzschmerz, an Stelle einer Beziehung die einfach nur zum Scheitern verurteil war.

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Rodrigo da Moura Brandão
Was wollte sie hier? Sie würde Clyde doch so oder so nicht verlassen. Sie würde weiterhin an seiner Seite bleiben und ich wusste nicht genau wieso. Hoffte sie darauf, dass sie irgendeinmal so richtige Gefühle für ihn empfinden würde? Dass sie es sich doch vorstellen könnte, mit ihm zu heiraten und Kinder zu kriegen? Ich würde jedoch das alles nicht mit ansehen wollen. Ich wollte entweder alles mit ihr oder nichts. Aber eine Freundschaft konnte ich nicht haben. Da waren meine Gefühle für sie viel zu tief verwurzelt gewesen. Nein, sie waren immer noch da. Sie waren vermutlich nie ganz verschwunden. Als ich sie dann am Flughafen gesehen hatte, waren alle Gefühle für sie mit einer riesigen Wucht zurück gekehrt. Ich hatte sie wieder angefangen zu vermissen, noch mehr als damals als sie mit mir Schluss gemacht hatte. „Wieso bist du dann noch mit ihm zusammen? Um den Schein für die Öffentlichkeit aufrecht zu erhalten? Oder hoffst du irgendwann, dass du doch noch genug Gefühle für ihn aufbringen kannst, damit du nichts mehr dagegen hast, ihn zu heiraten und mit ihm Kinder zu kriegen. Ich seufzte leise und bedeckte mit den Händen mein Gesicht. Ich durfte sie nicht zu lange ansehen, sonst würde ich noch irgendeine Dummheit begehen. Diese konnte ich aber nicht begehen, denn sie hatte einen Freund. Ich nahm die Hände wieder von meinem Gesicht und seufzte tief. Ich wusste einfach nicht, warum sie hierher gekommen war. Ich wusste nicht, was sie hier tat. Was wollte sie damit bezwecken? Sie kam auf mich zu und ich konnte ihren Blick auf mir spüren. Ich wollte ihn erwidern. Ich wollte sie so anschauen wie früher. Mit den Gefühlen, mit dieser Leidenschaft oder mit der Lust, die wir beide für uns empfunden hatten. Sie liess sich neben dem Sofa auf den Boden sinken und ich fragte mich wirklich, was sie hier zu suchen hatte. „Du solltest das nicht mehr wollen“, erwiderte ich auf ihre Worte, als sie meinte, dass sie mich hatte sehen wollen. Es sollte ihr egal sein, ob ich mir jetzt ein Bein gebrochen hatte und im Spital lag oder eben nicht. Es sollte sie nicht interessieren, was in meinem Leben passierte oder was eben nicht passierte. Es sollte sie nicht interessieren, ob ich jetzt für den Rest meines Lebens alleine war oder eben doch nicht. Erleichterung durchflutete mich, als sie sagte, dass sie weder heiraten noch ein Kind bekommen würde. Ich schluckte leicht und drehte meinen Kopf zu ihr. Sie wollte ihn nicht heiraten. Das hiess nicht nur, dass sie nicht heiraten würden, sondern dass sie gar kein Interesse daran hatte. „Schön“, erwiderte ich schlussendlich jedoch nur, denn ich wusste nicht, was ich sonst dazu sagen sollte. Ich konnte ihr wohl schlecht gratulieren. Vielleicht würde sie ihn später doch noch heiraten wollen. Ich wusste nicht, wie lange sie das noch hinauszögern wollte. Wollte sie mit ihm auf den letzten Drücker Schluss machen, wenn er dann wirklich einen Heiratsantrag gemacht hatte? Aber all das sollte mich auch nicht mehr interessieren, genau so wenig wie ich sie interessieren sollte. Dennoch war sie immer noch hier. Ich konnte ihren Duft in meiner Nase spüren. Dieser Duft, welcher ich so sehr vermisst hatte. Ich hatte ihn in meiner Wohnung vermisst, auf meinem Sofa oder in meinem Bett. Ich hatte ihn einfach überall vermisst. Ich seufzte leise und schloss die Augen. So gerne hätte ich die Hand nach ihr ausgestreckt und sie berührt. Ich musste meine ganze Anstrengung aufbringen, damit ich es nicht tat.

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Fleetwood "Flick" McLauren
Ich zweifelte gerade an allem. Dass ich ein schlechter Mensch war, wusste ich selbst. Ich drehte krumme Dinge, war der meist gesuchteste Mann ganz Amerikas und auf meinen Kopf war eine Menge Geld angesetzt. Dennoch hätte ich nicht erwartet, dass ich sowas hier verdient hätte. Ich behandelte meine Leute gut. Wegen mir hatten viele Leute, die auf der Straße gelebt hatten, eine Arbeit und ein Haus, konnten ihre Familien versorgen. Ich unterstützte wohltätige Organisationen, spendete mehr als die Hälfte meines Einkommens. Niemals hätte ich gedacht, dass ich doch so böse war, dass ich sowas hier verdient hätte. Ich hatte es scheinbar wirklich verdient zerteilt zu werden. War es gerechtfertigt, dass man mir meine Hand abgeschlagen hatte? Es fühlte sich nicht gerecht an. Ich stand noch ziemlich unter den Betäubungsmitteln, weshalb ich die frische Wunde gar nicht spürte. Das Pochen nahm ich wahr, den Druck des Verbandes auch, aber kein Schmerz. Momentan fühlte ich absolut nichts. Nicht einmal, als Leona versuchte mich auf die Beine zu zerren. Ich half mit, da sie mich allein niemals hoch bekommen würde, und schlurfte mehr schlecht als recht zum Bett zurück, auf das ich mich legte, den Armstumpf immer noch an meine Brust gelehnt. Meine Hand war weg. Für immer. Wie sollte das in meinen Kopf reingehen? Nicht einmal über Leonas Witz konnte ich lachen und das obwohl sie meinen Humor sonst damit getroffen hätte. Wäre ich okay, würde ich sie jetzt sofort hier an mich ziehen und das Zimmer ein zweites Mal verwüsten, aber gerade war mir absolut nicht danach. Ich fühlte mich nicht einmal mehr wie ich selbst. Ich wusste nicht, was ich mit mir anfangen sollte, also tat ich das einzige, was mir immer geholfen hatte. Ich stürzte mich in die Arbeit. Mein Blick glitt herüber zu Leona, die an meinem Bett saß und mich ziemlich besorgt beobachtete. Sie wollte mir nicht das Gefühl geben. Sie gab sich wirklich Mühe, dass ich mich wohl fühlte, aber ich sah es ihr an. "Erst muss ich mit Marquéz sprechen... und Tiago legt mir diese Schläuche nicht nochmal an!" Ich wollte nicht von seinen dämlichen Mittelchen betäubt werden. Ich würde arbeiten, mich um die heutige Nacht kümmern, weitere Angriffe planen. Dafür musste ich voll dabei sein und da würde ich auf Tiagos Medikation verzichten. Ich tat das, was ich als einziges noch gut konnte, ohne mich komplett leer zu fühlen. Ich arbeitete. Gerade jetzt musste ich meine Fähigkeiten unter Beweis stellen. Wenn ich wollte, dass mir noch irgendjemand folgte, durfte ich mich von soetwas erst recht nicht zurückhalten lassen. Vielleicht könnte ich nach außen hin einfach so tun als wäre nie etwas geschehen.

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Leona
Irgendwann klappte Flick zusammen. Er war noch immer der starke, unabhängige Mann den ich kannte und liebte, im Moment hatte er nur ein Tief und das war mehr als berechtigt. Er hatte seine Hand verloren, er war noch immer sediert und er trug noch immer die Last des Kartells auf seinen Schultern. Niemand konnte das alles alleine stemmen und ich würde hier sein und mich um ihn kümmern, so viel stand für mich fest.
"Flick", flüsterte ich nach bestimmt zehn Minuten auf dem Boden und zwei eingeschlafenen Füßen. "Liebling, steh bitte auf, leg dich zurück ins Bett. Du hast jede Menge Blut verloren, sei nicht blöd, leg dich bitte hin", bat ich ihn und nahm sein Gesicht in die Hände. Sanft streichelte ich über seine Wangen und es brach mir das Herz, dass Flick so fertig aussah. Er würde das hier überstehen, ganz sicher, allerdings war ich mir nicht sicher welche Folgeschäden bleiben würden.
"Komm, ich helfe dir. Du bist sicher noch fertig von der Narkose", sagte ich sanft und hoffte, dass es nicht falsch ankommen würde. Für mich war er noch immer der starke Mann wie immer, weshalb ich ihm nicht das Gefühl geben wollte, dass es nicht so war. Trotzdem half ich ihm hoch und setzte ihn ins Bett. Dann sah ich mir das zerstörte Zimmer an und musste schmunzeln. "Hm... Ich wünschte du hättest mit mir das Zimmer zerstört und nicht aus Wut. Egal, das holen wir nach", meinte ich sanft und setzte mich neben ihn. "Ich hole gleich Tiago, okay? Er soll deine ganzen Funktionen checken und dann ruhst du dich etwas aus. Flick, bitte sei vernünftig."

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Fleetwood „Flick“ McLauren
Ich konnte nicht glauben, dass mir das hier passiert war. Bisher war ich nie so sehr verletzt worden, dass davon irgendetwas zurückgeblieben war. Narben hatte ich gesammelt, ja, aber keine der Verletzungen hatte mich bisher länger als ein paar Wochen eingeschränkt oder gar mein gesamtes Leben verändert. Ja, sie hatten meine Psyche angegriffen, wenn es Folter gewesen war, aber mehr war da nie gewesen. Jetzt hatte man mir ein Körperteil abgeschlagen. Ich würde meine Hand nie wieder bewegen können, sie nie wieder ansehen können, nie wieder etwas damit greifen können. Dort war nur ein Stumpf. Es machte mich unfassbar wütend, aber nachdem ich wirklich das halbe Zimmer zerlegt hatte, war ich einfach nur noch fertig. Die Wut war mit meiner Energie und Kraft dahin geflossen und zwischen den Trümmern und Federn der zerrissenen Kissen, blieb von mir nichts weiter übrig als ein Mann, der sich verzweifelt und unsicher wie sein Leben ab nun verlaufen sollte in der Ecke zusammenkauerte und den Arm an die Brust presste, bis die Naht schmerzte und im Rhythmus meines viel zu hohen Pulses pochte. Dennoch barg ich den Unterarm an meiner Brust, versteckte ihn, indem ich die Beine anzog und meinen ganzen Körper darum aufbaute wie einen Schutzwall. Ich hörte nicht wie die Tür aufging, denn alles um mich herum war plötzlich wie in Watte gepackt. Ich hörte nichts, sah nichts, fühlte nichts. Plötzlich war ich einfach nur noch körperlich anwesend. Ich verwandelte mich binnen weniger Minuten vom absolut wutentbrannten Tyrann, in einen Menschen, der nur noch zwecklos existierte und keinen näheren Sinn mehr sah, während er schweigend in den Armen seiner Freundin lag. Was würde das wohl mit mir anstellen? Bisher hatte ich alles abgeschüttelt und war immer wieder aufgestanden. Aber würde ich das wieder hinbekommen? War ich diesmal überhaupt in der Lage es zu schaffen – sowohl körperlich, als auch psychisch? Momentan sah es wirklich nicht so aus.

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Leona
Flick schien überrascht zu sein, dass ich hier blieb. Ich musterte ihn einen Augenblick lang und hoffte einfach, dass er mich nicht von sich stoßen würde. Ich war seine Freundin, ich liebte ihn und wollte für ihn da sein. Auch wenn ich absolut keine Ahnung hatte, wie ich für ihn da sein konnte wenn seine Existenz gerade am seidenen Faden hing.
Schließlich bat er mich zu gehen. Ich atmete tief durch und nickte schließlich. "Okay", flüsterte ich und küsste geistesabwesend seine Stirn, bevor ich aufstand. Ich musste einfach für ihn da sein, ich wollte ihn aber auch nicht bedrängen. Also ging ich aus dem Zimmer, wo Tiago stand und wartete. Ich versuchte zu lächeln, bekam es aber absolut nicht auf die Reihe. Also ließ ich es auch bleiben und zuckte im nächsten Moment erst zusammen, als ich den Krach aus dem Zimmer hörte. Ich wollte direkt zurück gehen, doch Tiago hielt mich auf. "Nicht... er braucht das", sagte er angespannt und ich wollte ihn offiziell als verrückt erklären, doch vermutlich hatte er recht. Also blieb ich vor der Zimmertür stehen und versuchte mir keine Gedanken darum zu machen, dass mein Leben sich zu sehr aufregte, dass seine Wunde vielleicht wieder aufreißen könnte oder er sich sonst wie weh tat. Es war schrecklich zu hören, wie er vermutlich die gesamte Krankenhauseinrichtung kurz und klein schlug. Irgendwann wurde es mir dann zu viel und ich drückte die Türklinke nach unten. Es erwartete mich ein totales Chaos im Raum und ein komplett aufgelöster Flick. Es brach mir das Herz, den Mann den ich liebte so zu sehen.
Ohne zu zögern und ohne Angst vor seinem hohen Gewaltpotential ging ich auf ihn zu. "Es reicht", sagte ich erst sanft und dann lauter, als er nur minimal reagierte. Kommentarlos schlang ich meine Arme um seinen Oberkörper, versuchte ihn durch den Körperkontakt zu beruhigen. "Scht", sagte ich leise und drückte so fest wie ich konnte. Das hatte mich immer während einer Panikattacke beruhigt, weshalb ich hoffte, es würde ihm auch helfen. Zur Not würde er mich eben wegstoßen. Damit konnte ich leben.

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Fleetwood "Flick" McLauren
Wie sollte ich denn nun dieses Kartell leiten? Wie sollte mich irgendwer noch ernst nehmen? Meine rechte Hand war mir abgeschlagen worden. Wie sollte ich ab jetzt alles regeln? Ich konnte weder schreiben, noch schießen. Nichts von dem, was bisher möglich gewesen war, würde mehr so funktionieren wie zuvor. Auto fahren? Mich anziehen! Gott, wie sollte ich Knöpfe schließen oder öffnen. War ich jetzt wieder in einem Alter angelangt, in dem jemand mit kam, der mir auf der Toilette die Hose öffnete, weil ich es selbst nicht konnte? Das Alter, in dem ich neu lernen musste zu schreiben? Mir die Schuhe zu binden? Ich atmete tief durch und hielt die Augen geschlossen, spürte nur ihre Hand auf meiner Schultern. Wieso war Leona noch hier? Sie hätte draußen warten sollen, als Tiago gekommen war. Ich wollte nicht, dass sie all das hier mitbekam. Sie sollte nicht sehen wie... wie mich das hier zerstörte. "Leona, lass mich allein...", sagte ich scharf und versuchte wirklich mich noch zusammen zu reißen. Ich öffnete die Augen wieder und das erste Mal fiel mein Blick herunter auf die Decke, unter der mein Arm auf einem Kissen lag. Ich schluckte hart und war plötzlich wie gefangen von diesem Anblick, obwohl man unter der Decke nicht mal eine Silhouette erkennen konnte. "Bitte.", fügte ich sanfter hinzu und versuchte mich wirklich zusammenzunehmen. Das schaffte ich auch noch bis Leona mich allein ließ und mir die Zeit gab, die ich brauchte. Erst als sie draußen war, zerlegte ich das Zimmer. Ich schob die Decke auf Seite, sah den dicken Verband, unter dem man nur sah, dass mein Arm kurz oberhalb des ursprünglichen Handgelenkes aufhörte. Es war seltsam. Noch nie hatte ich so viel Wut wegen etwas verspürt, für das niemand hier etwas konnte. Der Mann, der hierfür verantwortlich war, war tot, also musste jetzt die Einrichtung des Zimmers dran glauben. Auch mit einer Hand konnte ich ein heftiges Chaos verursachen, bis ich irgendwo wieder zusammensackte und die Wut verflog und etwas Anderem - viel Schlimmerem - Platz ließ. Frust, Trauer, Verzweiflung. Alles zusammen.

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Leona
Ich setzte mich -nachdem ich Tiago geholt hatte-, zurück zu Flick ans Bett und legte meine Hand auf seine Schulter. Er brauchte mich, vor allem jetzt. Allerdings wusste ich einfach nicht, wie stark er war und wie stark ich für uns beide sein konnte. Ich war mir sicher, dass er sich durch seine Fähigkeiten mit einer Waffe und der Führung des Kartells definierte, weshalb ich mir relativ sicher war, dass er gleich komplett ausrasten würde. Ich wollte für ihn da sein, allerdings wusste ich absolut nicht wie ich das tun sollte.
Tiago sprach nicht lange um den heißen Brei herum und erklärte ihm möglichst sanft, dass er seine Hand verloren hatte. Flick wurde ruhig, was mir noch mehr Angst machte als wenn er komplett ausgerastet wäre. Kurz darauf bat er Tiago nach draußen, der das direkt verstand. Okay, sollte ich auch gehen? Ich würde nicht gehen, außer er würde mich darum bitten. Aber auf der anderen Seite wollte ich ihn auch nicht alleine lassen.
"Liebling..." flüsterte ich als die Tür hinter Tiago ins Schloss gefallen war. Allerdings wusste ich auch nicht, was ich hätte sagen können, dass ich den Schmerz aus seinem Gesicht hätte wischen können. Ich hatte noch nie eine Hand verloren, wie sollte ich nachempfinden können, was in ihm vorging?

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Fleetwood "Flick" McLauren
Klar war ich froh wieder wach zu sein und dann direkt Leonas Gesicht zu erblicken, aber ich wollte wissen, was mit mir los war und ich wagte es nicht nachzusehen. Ich wollte es eigentlich nicht wissen. Ich wollte, dass Tiago zurück kam und mir erklärte, dass er meine Hand wieder an meinen Arm genäht hatte. Dass mein Arm wieder vollständig war und ich kein Krüppel mit halbleerem Hemdärmel. Wenn er mir sagen würde, dass meine Hand verloren war, würde das das Ende für meine Karriere bedeuten und ich liebte diesen Job über alles. Ich lebte für das hier. Es durfte nicht vorbei sein, nicht so. Sie hätten mich dort töten können, aber mich zu verkrüppeln, bis ich unfähig zurück blieb und zusah wie mein Bruder das Kartell den Bach herunter trieb? Das könnte ich nicht ertragen. Nein, Tiago musste gute Neuigkeiten haben. Ich konnte Leonas Zuneigung und Sorge gerade nicht genießen. Ich musste informiert werden! Ich war ziemlich angespannt, als sie mir sagte, dass ich Tiago eine Pause gönnen sollte. Ich wollte ihr gerade klar machen, dass ich wissen wollte, ob meine abgehackte Hand verdammt noch mal wieder angenäht werden konnte und sie gefälligst Tiago holen sollte, als sie auch schon von selbst aufstand und ich das Glück hatte sie in meinem gestressten Zustand nicht angeschnauzt zu haben. Das hätte ich später bereut. Gerade aber war mir erstmal mein eigener Körper wichtig. Eine Hand verlor man nicht mal eben so. Wie zur Hölle sollte ich mit einer Hand klar kommen? Wie sollte ich schreiben? Scheißen? Mir die verdammten Schnürsenkel binden?! Ich atmete ziemlich flach, als Tiago den Raum betrat und ich nur ihn ansah. Ich bekam kaum mit, was um mich herum passierte, denn als ich Tiagos angespanntes Gesicht sah, wurde mir ganz flau im Magen. Dieses Gesicht sagte nichts Gutes aus. "Flick... Hör mal, Junge... Es tut mir wirklich leid, aber wir konnten nichts mehr tun. Du hattest bereits zu viel Blut verloren, als du eingeliefert worden bist und die Hand... hatte im Dreck gelegen. Sie war komplett infiziert. Du wärst an einer Blutvergiftung gestorben hätten wir versucht sie wieder anzubringen. Wir haben versucht so viel vom Arm zu erhalten wie möglich. Es wird gut verheilen und wenn du dich ausruhst und gut anstellst, kannst du bald hier raus und wieder an den Schreibtisch." Oh wow... er versuchte es wirklich vorsichtig, aber sollte mich das aufheitern? Wie sollte ich mit links die Dokumente unterzeichnen? Ich biss die Kiefer aufeinander und starrte weiter Tiago an. Ich warf keinen einzigen Blick nach unten auf meine nicht mehr vorhandene Hand. Ich schaute nur ihn an, ehe ich kurz die Augen schloss und tief durchatmete. Keiner der hier Anwesenden konnte etwas dafür. Ich sollte sie nicht anschreien und ausrasten. Niemand hier war dafür verantwortlich. "Lass mich kurz allein.", sagte ich nur bestimmt und lehnte mich zurück, versuchte zu wirken als wäre ich ganz ruhig und müsste nur etwas nachdenken. "Natürlich.", flüsterte Tiago beinahe tonlos. Er wusste, was in diesem Zimmer los sein würde, sobald er weg war.

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Leona
Ich war unsagbar froh, als Flick aufwachte. Er wirkte etwas benebelt, was ich einfach auf die Ereignisse der letzten Nacht und vor allem auf die Narkose legte. Ich hatte Angst davor, wie er auf den Verlust seiner Hand reagieren würde. Ich wusste, dass er ein starker Mann mit einer starken Persönlichkeit war. Aber was war ein Mann mit nur einer Hand? Ich fürchtete mich davor aber gleichzeitig war ich auch extrem positiv eingestellt, schließlich war er am Leben.
Als seine Augen mich entdeckten, schluckte ich hart. Es war offensichtlich, dass er mich nicht mehr hier haben wollte. Doch da musste er durch. Ich würde nicht zulassen, dass er mich wegschickte. Ich war seine Freundin, ich liebte ihn und wollte einfach für immer bei ihm sein. Da würden wir das hier zusammen durchmachen, oder gar nicht. So sah ich das. Doch er schien das anders zu sehen, denn er bat direkt nach Tiago und verlangte, dass ich draußen blieb.
"Du bist lebend zurück, zwar unter einer anderen Decke aber du atmest", flüsterte ich und gab ihm einen vorsichtigen Kuss auf die Wange. Danach schüttelte ich den Kopf. "Gönn Tigao bitte eine kurze Pause. Und du kannst so oft verlangen dass ich Zuhause bleibe wie du willst. Ich werde immer an deiner Seite stehen", flüsterte ich und gab ihm noch einen Kuss auf die Wange. Doch ich konnte mir gut vorstellen, dass er wissen wollte wie es ihm gesundheitlich ging. Also stand ich doch auf um Tiago zu holen, der sich ganz in der Nähe aufhielt. Er schien sich nicht zu trauen sich weiter als zwanzig Meter von Flicks Zimmer zu entfernen.

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Hae-Sung "Rian" Kang
Nein. Die Antwort auf meine Frage ob es etwas geändert hätte lautete nein. Es hätte nichts daran geändert, wie die Situation für uns Beide geendet hatte, und egal wie sehr ich es mir wünschte, wusste ich das es einfach nur Wunschdenken war. Es hätte nichts geändert wenn ich mit ihm darüber gesprochen hätte, denn es hätte auch nichts an der Tatsache geändert dass er in Amerika, während ich weiterhin an der TAFE gewesen war. Es hätte nichts geändert, und das wusste er genauso gut wie ich es tat. Wir wussten Beide, das es einfach nur Wunschdenken war wenn wir uns sagten dass die Situation anders geendet hätte, hätte ich ihm nur etwas gesagt. Es war doch lächerlich zu denken dass das aussprechen dieser Gefühle etwas geändert hätte. Ebenso wenig wie es nun etwas an der Situation änderte, dass ich hier war und meine Gefühle ihm gegenüber aussprach. Es spielte keine wirkliche Rolle ob ich ihm gegenüber immer noch die selben Gefühle hatte wie früher, selbst wenn ich mich unsterblich in diesen Mann verliebt hätte würde es keinerlei Rolle spielen, weil ich mit Clyde zusammen war, und nicht einfach mit ihm Schluss machen konnte um mit Rodrigo eine Beziehung zu führen. Er war mein Lehrer - der Lehrer den ich nicht hatte ausstehen können, und mit dem ich tagtäglich - als er an dieser Schule gewesen war - meine zickige Seite hatte ausleben können, weil ich wusste dass er es nicht ernst nahm. Weil es notwendig gewesen war, um mich abends zu ihm schleichen zu können, um für ein paar Stunden die Probleme der Welt und dieser Schule zu vergessen. Ich seufzte erschöpft, rieb mir über die Stirn und schloss die Augen. Es war eine beschissene Idee gewesen hier her zu kommen, vor allem aber war es noch nicht einmal eine wirkliche Idee gewesen - ich war einfach hier her gekommen. Wieder einmal. Ich hatte mit ihm Schluss gemacht. Da hatte er Recht. Ich sollte nicht ihm gegenüber, sondern meinem Freund diese Gefühle aufbringen. Wieder hatte er Recht. "Denkst du das weiß ich nicht? Ich weiß, das ich das alles für Clyde fühlen sollte, aber das tue ich nicht! Und ich bin eine verdammt beschissene Freundin, weil ich es nicht tue und er weiß das irgendetwas nicht stimmt, und ich einfach weglaufe wenn mir das Gespräch zu ernst wird", es frustrierte mich. Es frustrierte mich so sehr dass ich vor jeglichem Konflikt weglief, weil ich nie wirklich wusste wie ich damit umgehen sollte. Gott ich wusste ja noch nicht einmal was ich Clyde als Begründung sagen sollte, wenn ich jemals mit ihm Schluss machen sollte. Dass ich ihn nicht liebte? Das ich Gefühle für einen anderen Mann hatte? Ich hatte Gefühle für ihn, sonst wäre ich doch niemals mit ihm zusammen gekommen, seit ich Rodrigo gesehen hatte hatten sich diese Gefühle aber verändert. Und weder Rodrigo noch Clyde konnten etwas dafür. Bitte was? Ungläubig sah ich ihn an, als er meinte dass er wirklich so von mir gedacht hatte. Dass er keine Freundschaft mit mir wollte, weil er entweder alles oder nichts haben wollte. Dachte er denn wirklich das es mir anders ging? Das ich mit ihm befreundet sein wollte, wenn alles woran ich gerade denken konnte die Tatsache war das es so einfach wäre ihn zu küssen? Und selbst wenn er damit Recht hatte das es nur ein gebrochenes Bein gewesen war, und ich sehr wahrscheinlich für nichts ins Krankenhaus gekommen war, würde ich es wieder tun. Vor allem da ich wirklich nicht gewusst hatte was denn nun eigentlich mit ihm los gewesen war. Ich seufzte leise, lehnte mich an den Fensterrahmen und rieb mir ein weiteres Mal über die Stirn. Für einen Moment sah ich ihn an. Es wäre so verdammt einfach ihn zu küssen, so verdammt einfach mich an ihn zu schmiegen und seinen Körper wieder an meinem zu spüren. Ich konnte aber nicht. Ich konnte es Clyde nicht antun, vor allem aber wollte ich es Rodrigo und mir nicht antun. Ich konnte nicht. Dennoch bewegte ich mich auf ihn zu, auf meiner Unterlippe kauend und den Blick die gesamte Zeit über auf ihn gerichtet. Ich wusste das es Falsch war. Das ich nicht hier sein sollte, sondern mit meinem Freund darüber sprechen sollte warum es für mich ein so großes Problem war das die Welt dachte dass wir verlobt waren. Vor dem Sofa blieb ich stehen, wusste um ehrlich zu sein keine Antwort auf seine Frage. "Ich wollte dich sehen", und spüren. Und küssen. Ich schluckte, ließ mich vor dem Sofa auf den Boden sinken und atmete tief ein. Er roch immer noch so gut wie früher, vielleicht sogar noch besser. "Ich will ihn nicht heiraten. Und ich bin nicht Schwanger", sagte ich leise während mein Blick immer noch auf seinem Gesicht lag. Ich sollte gehen - das sollte ich wirklich. Im Moment aber konnte ich mich nicht bewegen, viel zu sehr genoss ich es in dieser Wohnung zu sein, und ihm irgendwie doch nahe sein zu können.

wir sprechen zu viel,
und fühlen zu wenig
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Rodrigo da Moura Brandão
Hätte sich etwas geändert? Hätte sich etwas geändert, wenn wir darüber geredet hätten? „Ich weiss es nicht, ob es irgendwas geändert hätte. Aber vielleicht hätte es tatsächlich irgendwas an der Situation geändert“, erwiderte ich auf ihre Frage und sah sie an. Ich seufzte leise und schloss kurz die Augen. Nun war die Wahrheit war. Sie wusste, dass ich immer noch Gefühle für sie hatte. Nun wusste sie, dass ich noch Zeit brauchte, um über sie hinweg zu kommen. Es war alles nicht so einfach, wenn die Frau, die man so sehr mochte, dich einfach nicht in Ruhe lassen wollte. Wie sollte man denn über jemanden hinweg kommen, wenn diese Frau die ganze Zeit deine Nähe aufsuchte, obwohl sie höchstens auf eine Freundschaft aus war? Sie hatte einen Freund. Vielleicht war er inzwschen sogar ihr Verlobter. Ich wollte nicht danach fragen, denn ich hatte Angst vor der Antwort. Ich hatte Angst davor, dass sie in ein paar Wochen, Monaten oder wie auch immer heiraten würde. Ich wollte sie gar nicht in einem weissen Kleid sehen, ich nicht derjenige war, der am Altar vorne wartete. Okay, dieser Gedanke war echt schräg. Ich sollte gar nicht so denken. Denn unsere gemeinsame Zeit war schon lange vorbei. Sie war schon vor über einem Jahr zu Ende gegangen. Hae-Sung drehte sich um und ich konnte sehen, wie sie sich ihre Haare raufte. Vielleicht brauchte sie auch einfach gerade ein bisschen Abstand zwischen uns. Ich hatte immer noch das gleiche Verlangen, wie damals als wir noch etwas miteinander gehabt hatten. Was es auch immer gewesen war. Diese Zeit war vorbei. Ich seufzte leise und sah sie an, während ich darauf wartete, dass sie irgendwas sagen würde. Ich seufzte leise und fuhr mir durch das Haar. Mit so einer Antwort hatte ich nicht gerechnet. „Du hast mit mir Schluss gemacht. Das heisst, dass du das alles für Clyde fühlen sollst und nicht mehr für mich“, meinte ich und sah sie an. Ich seufzte leise und fuhr mir durch das Haar. „Ja, das habe ich gedacht. Ich bin davon ausgegangen, dass du nur eine Freundschaft haben willst, aber damit kann ich mich nicht zufrieden geben. Entweder alles oder nichts“, meinte ich und sah sie an. „Es war nur ein gebrochenes Bein. Also bist du für nichts ins Krankenhaus gekommen“, ich wusste, dass es hart klang, aber es war doch so. Sie hatte danach doch selbst gesehen, dass es nur gebrochenes Bein gewesen war. Ich seufzte leise auf und vergrub die Hände in meinem Kopf. Ich musste mich zwingen, dass ich auf dem Sofa sitzen blieb. Ich wollte zu ihr gehen. Ich wollte sie berühren. Ich wollte sie küssen. Ich wollte ihren Körper an meinem spüren. Ich wollte wieder diese Gespräche führen, welche wir früher geführt hatten. Ich liess mich nach hinten fallen, wodurch ich ganz auf dem Sofa lag. Ich legte die Hände auf mein Gesicht und versuchte die aufkeimenden Erinnerungen zu vergessen. Ich sollte nicht mehr daran denken, vor allem nicht wenn diese Frau in meiner Wohnung stand. „Wieso bist du überhaupt hierher gekommen, wenn du sonst schon genug verwirrt bist?“, fragte ich sie und während ich einfach liegen blieb und die Augen geschlossen hielt. Ich wollte keine Dummheit begehen.

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Hae-Sung "Rian" Kang
Dieser Mann brachte alles durcheinander. Meine Gedanken, meine Gefühle, vor allem aber mein eigentlich so durchgeplantes Leben, in dem ich so unglaublich viel erreichen wollte. Mit jedem Tag fiel es mir schwerer wirklich sagen zu können, ob meine Entscheidungen wirklich die Richtigen gewesen waren. Ich mochte ihn - immer noch, obwohl ich ihn beinahe ein ganzes Jahr lang nicht gesehen hatte, obwohl ich kein Wort mehr von ihm gehört hatte und mittlerweile einen neuen Freund hatte. Und ich wollte dass alles so wurde wie früher, dafür war es aber nun schon viel zu spät. Und ich wusste nicht wieso. Ich konnte nicht sagen weshalb er mir nicht versucht hatte auszureden Schluss zu machen, und mir Mut gemacht hatte dass es doch nur ein paar Monate dauern würde. Ich wusste es nicht, und vielleicht war dieser Wunsch egoistisch ihm gegenüber, aber dennoch tat ich es. Ich wünschte mir dass er nicht einfach aufgelegt hätte, sondern mit mir gesprochen hätte. Wieso hatte ich ihm nichts dazu gesagt - wieso hatte ich einfach Schluss gemacht, statt mit ihm darüber zu reden. Wieso hatte ich geschwiegen und im Stillen entschieden, dass das Beste für uns wäre einfach Schluss zu machen. "Hätte es denn etwas geändert? Hätte es irgendetwas daran geändert dass du in Amerika warst, und ich hier saß?" Nein. Nein das hätte es nicht, aber es hätte die Möglichkeit gegeben dass ich verstand das es nicht etwa die Beste Lösung für uns war. Es war nicht das Beste gewesen, was ich hätte tun können, und das wusste ich jetzt auch. Ich hätte mit ihm sprechen sollen, anstatt einfach mit ihm Schluss zu machen. Ich wusste es! Und ich wusste auch, dass es nicht nur für mich schwer gewesen war. Ich wollte ihm hier nicht unterstellen dass es ihn völlig kalt gelassen hatte, aber ich verstand es einfach nicht. Ich verstand einfach nicht weshalb er es hingenommen hatte, wenn es doch auch für ihn schwer gewesen war. Wenn er Gefühle für mich gehabt hatte. Er hasste mich nicht? Er hasste mich nicht. Das sagte er. Mein Herz zog sich schmerzhaft zusammen, denn auch wenn ich nun wusste dass er mich nicht hasste, änderte es rein gar nichts. Er hasste mich nicht, und ich sollte ihn nicht in Ruhe lassen weil er keinerlei Gefühle mehr für mich hatte, viel mehr aber .. weil er nicht über uns hinweg war. Weil er immer noch an uns dachte, und sich die Zeiten zurück wünschte, die wir gehabt hatten. Wie ich in diesem Moment. Wie ich, seit ich wieder hier angekommen und ihn gesehen hatte. Es änderte nichts. Ich hatte einen Freund, und die Welt hörte bereits die Hochzeitsglocken - selbst Rodrigo dachte dass ich einfach so jemanden heiraten würde, mit dem ich nicht länger als ein halbes Jahr zusammen war. Schweigend drehte ich ihm den Rücken zu, raufte mir die Haare und schloss die Augen. Wieso konnte das leben nicht ein einziges Mal einfach sein? Weshalb musste es immer irgendetwas geben, das einen aufhielt etwas zu tun was man wirklich wollte? In diesem Moment wollte ich ihn. Ich wollte ihn küssen, ihn berühren und einfach nur vergessen was das letzte Jahr über passiert war - aber ich konnte nicht. Ich konnte nicht einfach so auf ihn zugehen und ihn küssen, weil ich einen Freund hatte. Ich hätte nicht hier her kommen sollen, ich hätte mit Clyde darüber sprechen müssen was mit mir los war, weshalb ich mich seit wir hier angekommen waren immer mehr distanzierte und so komisch verhielt. "Ich bin ein dummer, hormongesteuerter Teenager. Ich sollte glücklich mit Clyde sein, sollte mich darüber freuen das ich endlich Erfolg habe, stattdessen verbringe ich meine Zeit aber damit mir Gedanken über dich zu machen. Seit ich dich am Flughafen gesehen habe, habe ich keine Ahnung mehr was ich überhaupt fühle, oder fühlen soll", murrte ich über meine eigene Dummheit. "Denkst du ernsthaft ich habe dich besucht weil ich nichts mehr für dich fühle? Denkst du ich würde meine Zeit ständig damit verbringen über dich nachzudenken, wenn wir für mich beendet wäre? Ich habe mir fast in die Hosen gemacht als Mirabell mir geschrieben hat dass du ins Krankenhaus gebracht wurdest, weil sie mir nicht sagen konnte was mit dir war", Kopfschüttelnd blieb ich an Ort und Stelle stehen, weil ich mich nicht traute den Abstand zwischen ihm und mir auch nur um einen Millimeter zu verringern; weil ich keine Ahnung hatte was ich tun würde, wenn ich ihm näher kommen würde. Ich sollte noch nicht einmal hier sein, und jetzt war ich doch hier und erinnerte mich an jeden Kuss, und jede Berührung. Und ich war glücklich mit diesen Erinnerungen.

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Rodrigo da Moura Brandão
Ich verstand echt nicht, was sie hier zu suchen hatte. Ihr Verlobter war zuhause, auch wenn ich keinen Ring an ihren Finger entdecken konnte. Vielleicht hatte sie ihn aber auch gerade einfach nur abgezogen, weil sie mir kein schlechtes Gewissen machen wollte. Weil sie Rücksicht auf mich nehmen wollte. Aber das hatte sie auch nicht gemacht, als sie damals mit mir Schluss gemacht hatte. Ich seufzte leise und hob dann überrascht eine Augenbraue. Ich hatte mit jeder Frage gerechnet, aber nicht mit dieser. Ich überlegte mir eine passende Antwort. Was hätte ich denn schon sagen sollen? Sie war ein Sturkopf und wenn sie sich einmal für etwas entschieden hatte, dann konnte man sie davon nicht abbringen. Bevor ich jedoch eine passende Antwort geben konnte, drängte sie sich auch schon an mir vorbei in meine Wohnung hinein. Das war keine gute Idee. Es wäre besser, wenn sie draussen wäre und ich in meiner Wohnung. Es wäre besser für uns beide, damit wir keine Dummheiten begehen würden. So viele Erinnerungen waren in diesem Ort hier verankert. Hier hatten wir den Teil unserer Beziehung gelebt, den wir gehabt hatten. Sie hatte das alles einfach weggeworfen, als hätte es nichts bedeutet. Ich schloss langsam die Türe und humpelte zu meiner Couch hinüber. Ich legte das Bein ebenfalls auf das Sofa und sah sie dann wieder an, als sie weiter redete, während ich immer noch keine Antwort auf ihre erste Frage gegeben hatte. "Wieso hast du mir denn nichts darüber gesagt?", erwiderte ich. "Willst du mir etwa unterstellen, dass es nur für dich schwierig gewesen war und für mich nicht? Aber anstatt dass du mit mir darüber reden würdest, machst du lieber gleich Schluss", erwiderte ich und presste kurz die Lippen aufeinander. Wollte sie wirklich sagen, dass nur sie hier die Leidende gewesen war? Wollte sie etwa sagen, dass mir das Ganze total egal gewesen war? Ich seufzte leise und sah sie an. "Hassen?", erwiderte ich und sah sie ungläubig an. Das glaubte sie wohl doch kaum nicht. "Ich hasse dich doch nicht", widersprach ihr und sah sie an. Sie hatte es wirklich total falsch verstanden. "Du sollst mich nicht in Ruhe lassen, weil ich dich hasse. Sondern du solltest mich in Ruhe lassen...", ich brach ab und sah sie an, während ich mir durch das Haar fuhr. "Du sollst mich in Ruhe lassen, damit ich über dich hinwegkommen kann. Wenn du die ganze Zeit in meiner Nähe bist und mich besuchst, obwohl du einen Freund hast, kann ich das nicht schaffen", versuchte ich es zu erklären. Damit war es raus. Sie wusste nun, dass ich immer noch Gefühle für sie hatte. Nun wusste sie, dass das ganze für mich noch nicht abgeschlossen war. Nun wusste sie, dass ich immer noch Gefühle für sie hatte. Sie konnte sich nun selbst denken, dass ich eifersüchtig auf ihren Freund war. Weil er all das haben konnte, was ich begehrte hatte und immer noch begehrte. Er hatte sie mir dazu nicht einmal wegnehmen müssen, sondern sie war freiwillig zu ihm gegangen. Weil ich es sehr wahrscheinlich verbockt hatte. Dabei hatte ich es mir noch nicht einmal selber ausgesucht. Ich war gezwungen worden, nach Amerika zu gehen. Ich seufzte leise und schloss die Augen. Ich hatte nun alles gesagt. Ich öffnete meine Augen wieder und sah ihr in die Augen. "Verstehst du mich nun? Du hast wohl das ganze ein bisschen falsch interpretiert", fügte ich noch hinzu, bevor ich wieder schwieg.

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Hae-Sung "Rian" Kang
Ich schluckte schwer. Es war eine wirklich dumme Idee von mir hier her zu kommen, wenn ich doch genau wusste dass er mich nicht sehen wollte. Er wollte nichts mehr mit mir zutun haben, weil wir keine Beziehung mehr haben sollten. Er war nicht mehr mein Lehrer. Er war nicht mehr mein Freund. Er sollte kein Teil meines Lebens sein, die Leute hier dachten doch alle dass ich ihn abgrundtief hasste, obwohl ich die Person gewesen war die ihn am meisten vermisst hatte. Ich hatte einen Fehler gemacht, weil ich mit ihm Schluss gemacht hatte, und ich musste damit leben, aber das konnte ich nicht wenn ich nicht wusste warum er mich nicht aufgehalten hatte. Wenn er wirklich Gefühle für mich gehabt hätte, so wie er gesagt hatte, dann hätte er mich nicht einfach gehen lassen. Dann hätte er nicht einfach aufgelegt, sondern versucht mich davon abzuhalten mit ihm Schluss zu machen. Aber das war wohl nicht sein Stil. Ich war doch ohnehin nur eine dumme Neunzehnjährige, die nicht wusste was sie denn nun eigentlich wollte. Weil ich mein Leben leben wollte, und mir eine Karriere aufbauen wollte, weil ich Spaß wollte. Warf er mir diese Dinge wirklich vor? Hasste er mich deshalb? Weil er dachte dass ich mit ihm Schluss gemacht hatte, weil ich keine Gefühle mehr für ihn gehabt hatte, oder weil er mich nur davon abhielt meine Ziele zu erreichen? Angespannt knetete ich meine Hände, während ich darauf wartete dass er mir die Tür öffnete, als er mir jedoch dann wirklich gegenüber stand stockte mir der Atem. Ich hätte mir überlegen sollen was ich ihn fragen wollte. Oder weshalb ich denn nun eigentlich hier her gekommen war. Er sah nicht unbedingt sonderlich erfreut darüber dass ich hier war, böse war er aber scheinbar nicht .. zumindest nicht so sehr, wie ich gedacht hatte. Warum war ich hier? Was wollte ich von ihm? Warum war ich wohl hier? Weil ich den Weihnachtsmann sehen wollte ganz bestimmt nicht. Kurz sank mein Blick zu Boden, und ich war bereits dabei mir Gedanken darüber zu machen einfach wieder zu gehen und ihn letzten Endes doch endlich in Ruhe zu lassen, sammelte aber schließlich doch meinen Mut. "Warum hast du mich einfach mit dir Schluss machen lassen? Wenn du ernsthaft Gefühle für mich hattest, wieso hast du einfach aufgelegt?" fragte ich ihn. Ich hatte seinen kurzen Blick bemerkt, den Blick der scheinbar ebenso nach einem Ring suchte wie die Fotografen oder Reporter die nur darauf warteten dass Clyde und ich die Gerüchte bestätigten, obwohl die Situation völlig aus dem Kontext gerissen worden war. Er glaubte es. Er glaubte, genauso wie der Rest der Welt, das ich so glücklich mit Clyde war, dass ich ihn nach nur wenigen Monaten Beziehung schon heiraten wollte. Mit neunzehn, fast zwanzig Jahren und einer Karriere die ohne ihn wahrscheinlich nur halb so steil gewesen wäre. Ich sah ihn für einen Moment an, schob mich an ihm vorbei in seine Wohnung ohne darauf zu warten von ihn darum gebeten zu werden. Ich wollte es wissen, denn auch wenn ich die Wahrheit möglicherweise nicht hören wollte, musste ich es einfach wissen um ihn vergessen zu können, wie er es bei mir scheinbar gekonnt hatte. Kurz stockte ich, erinnerte mich an die unzähligen Stunden die wir hier verbracht hatten, schöne Stunden die ich nur zu gerne wiederholt hätte. Jetzt sofort. Später. Irgendwann. Gott, ich hatte einen Freund! "Denkst du allen Ernstes das es mir leicht fiel? Ich war hier, ich und nicht du! Ich habe verdammt nochmal täglich hier hocken können, und so tun müssen als wärst du mir scheiß egal, weil die Leute hier denken dass ich dich nicht ausstehen kann. Du hast dich wenigstens nicht täglich damit beschäftigen müssen jedem etwas vorzuspielen! Ich habe nicht Schluss gemacht weil ich keine Gefühle mehr für dich hatte, Gott ich habe Schluss gemacht weil ich keine Ahnung habe wie ich damit umgehen soll!" Oh. Das klang anders, als ich es sagen hatte wollen. Kopfschüttelnd lachte ich auf und fuhr mir durch die Haare. "Sag es mir. Wieso hasst du mich so sehr, dass ich dich in Ruhe lassen soll? Was habe ich getan, außer mit dir Schluss zu machen?" Er hatte mir doch gesagt dass ich Spaß und Erfolg haben sollte, und trotzdem hasste er mich. Er hatte mich nicht aufgehalten verdammt, er hatte mich doch einfach nur in eine Richtung geschubst, in der ich ihn nie mehr wieder sehen sollte.

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Rodrigo da Moura Brandão
Langsam hatte ich wirklich das Gefühl, dass Hae-Sung mich verarschen wollte. Sie besuchte mich die ganze Zeit und wollte einfach nicht locker lassen und dann kam so etwas. Sie wollte tatsächlich heiraten. Aber gut, dann sollte sie das doch tun. Irgendwann würde ich mich schon irgendwie wieder einkriegen. Sie würde in dieser Zeit eine fantastische Karriere haben, heiraten und ein paar kleine Kinder kriegen. Das war doch das Leben, dass sie sich gewünscht hatte. Sie hatte diese Karriere gewollt uund sie hatte einen Freund gewollt, mit dem sie sich an der Öffentlichkeit blicken lassen konnte. All das hatte sie nun und genau das liess mich unruhig schlafen. Irgendwann gab ich es auf und starrte einfach nur noch Löcher an die Decke. Mein Bein war weiterhin hochgelagert und ich wusste nicht, was ich noch tun sollte. Vielleicht sollte ich später noch einmal ins Fitness gehen. Es war momentan die einzige Beschäftigung, die mich ein bisschen ablenkte. Ansonsten hängte ich nur immer mit meinen Gedanken Hae-Sung nach. Ich seufzte leise und hörte ein Klopfen. Wer war es denn nun? Wieder dieses Mädchen, dass mir Schokoladenmuffins von eine anscheinend unbekannten Person vorbeibringen wollte? Ich seufzte leise und schnappte mir die Krücken. Ich ging an die Tür und öffnete diese. Meine Augen weiteten sich überrascht, als ich sie vor der Türe sah. Verdammt, was tut sie denn jetzt hier? Es regnete nur so von Schlagzeilen über ihre Heirat, also was hatte sie hier zu suchen? Ich schwieg und sah sie fragend an. Ich wusste nicht, ob es eine gute Idee wäre, wenn sie hineinkommen würde. Ich wollte keine Dummheiten anstellen. Auch wenn ich ein gebrochenes Bein hatte, konnte ich immer noch sehr viel Dummheiten anstellen. "Was willst du hier?", unterbrach ich dann die Stille. Immerhin war sie hierher gekommen und sie war diejenige gewesen, die an meine Tür geklopft hatte. Ich wusste nicht, was sie hier noch zu suchen. Ohne dass ich es wollte, glitt mein Blick zu ihrem Finger. Ich erkannte keinen Ring. Vielleicht hatte sie ihn aber auch nur schnell weg gelegt. Vielleicht wollte sie ihn in der Öffentlichkeit nicht tragen, weil die Medien sonst schon genug über sie diskutierten. Das hatten sie jedoch ganz alleine zu tragen. Sie hatten diese Entscheidung gefällt und mit diesem Drang musste sie nun leben. Sie hatte ein Leben an der Öffentlichkeit gewollt. Ich blieb dort stehen, wo ich war, während ich darauf wartete, dass sie irgendwas sagte. Gott, diese Frau machte mir das Leben wirklich schwer. Aber eigentlich hatte ich es mir auch selber zuzuschreiben. Ich seufzte leise und fuhr mir durch das Haar, während ich ein bisschen an der Tür abstützte. Ansonsten müsste ich die ganze Zeit mein Zeit belasten und auf die Dauer war das nicht angenehm. Ich fragte mich wirklich, was sie hier zu suchen hatte. Sollte sie nicht schon längst dabei sein, ihre riesige Hochzeit zu planen? [Sorry, schlecht.]

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Hae-Sung "Rian" Kang
Ich war es leid. In diesem Moment war ich dieses Leben - schon jetzt - leid. Die Tatsache dass ich nichts tun konnte, ohne von irgendwelchen Fotografen verfolgt zu werden, damit sie Bilder an irgendjemanden verkaufen konnten um ihnen den nötigen Stoff für einen kurzen Artikel zu liefern, der doch nur aus Gerüchten und Einbildungen bestand. Nichts, rein gar nichts, war an diesen Gerüchten wahr. Ich hatte nicht vor mein Leben schon jetzt mit jemandem ernsthaft zu teilen; ich wusste doch noch nicht einmal ob ich den Rest meines Lebens überhaupt mit Clyde verbringen wollte, um ehrlich zu sein war das mit ihm und mir aber wohl doch einfach nur etwas für den Moment. Gott, er hatte etwas Besseres verdient als jemanden wie mich, der ihn belog wenn es darum ging wohin ich ging - nicht etwa zu Mirabell, sondern zu einem anderen Mann - und danach noch nicht einmal ein schlechtes Gewissen hatte, wann auch immer ich neben ihm im Bett lag, oder mit ihm duschte. Was für ein Mensch war ich bitte? Sollte das nicht bereits genügend über mich aussagen? Vielleicht hatte Blake mich nicht zu dem hier gemacht, schließlich war er schon lange aus meinem Leben verschwunden, und trotzdem benahm ich mich noch so als könnte mir die Welt gehören. Als hätte ich ein Recht darauf andere Menschen zu verletzen, nur um selbst ein schönes Leben führen zu können, oder einfach nur amüsiert zu werden. Nicht alleine zu sein. Dass die Welt sich wirklich die Mühe machte mir tagtäglich zu folgen, und überhaupt interesse an meinem Spiel zeigte, überraschte mich um ehrlich zu sein nicht wirklich. Sie wussten nicht, was in mir vorging. Sie hatten keine Ahnung. Sie sahen einfach nur das, was ich ihnen zeigte: die nette, hübsche Schauspielerin, die gerade dabei war die Welt zu erobern, und dabei ein paar Herzen brach. Leise seufzte ich, bog um die Ecke und versteckte mich im Türrahmen eines Hauses. Diese Fotografen waren schlimmer als die Pest, und um ehrlich zu sein glaubte ich wirklich nicht dass es durch diese Gerüchte besser werden würde. Nicht, wenn wahrscheinlich jeder ein Bild vom schönen Ring sehen wollte, oder der Erste sein wollte der das Babybäuchlein zu sehen bekam. Konnten mich diese Idioten nicht in Ruhe lassen?! Irritiert zog ich mein Handy heraus. Clyde. Hatte er nicht kapiert dass ich nicht mit ihm sprechen wollte? Er sollte mich einfach in Ruhe lassen, alle hier sollten mich in Ruhe lassen. Ich ignorierte den Anruf, sowie die nächsten Drei - und scheinbar hatte er begriffen dass ich nicht mit ihm reden wollte, denn nach einer Weile verblieb mein Handy stumm. Schweigend ließ ich mich auf die Rückbank des Taxis sinken, bat ihn einfach loszufahren während ich mir ein Ziel überlegte. Womöglich wäre es gut zu Mirabell zu fahren, ihr alles zu erklären und mit ihr zu sprechen, vielleicht hätte sie eine Idee was ich denn nun tun sollte.Ob es aber eine wirklich gute Idee war zur TAFE zu fahren, wenn ich mich eigentlich von Rodrigo fernhalten wollte, wusste ich dann doch wieder nicht. Es spielte aber keine wirkliche Rolle, denn nach nur einer halben Stunde war ich an der TAFE, und nun stand ich wieder hier vor seiner Tür, die Hand erhoben und dennoch fehlte mir der Mut zu klopfen. Weil ich wusste dass er mich nicht sehen wollte; erst Recht nicht mit diesen Gerüchten die durch die Welt kursierten. Unsicher kaute ich auf meiner Lippe, spürte ein weiteres Mal in meiner Hosentasche das Handy vibrieren. Ich wollte mit ihm reden, wollte wissen wieso er mich einfach hatte Schluss machen lassen, wieso er mich dafür so sehr hasste, wenn er doch scheinbar keinerlei Probleme gehabt hatte mich gehen zu lassen. Kurz ließ ich die Hand wieder sinken, legte den Kopf in den Nacken und atmete tief ein. Ich hasste mich hierfür. Schnell hob ich die Hand, und klopfte bevor mich der Mut wieder verließ. Wahrscheinlich würde er mir die Tür vor der Nase zuwerfen. Ich schluckte etwas, richtete den Blick dem Boden zu und trat bereits einen Schritt zurück, unsicher ob ich nicht doch lieber gehen sollte, bevor er mir die Tür öffnete. Irgendwann musste ich aber erfahren warum er einfach zugelassen hatte das ich Schluss machte. Warum er mich so sehr hasste, dass er mir noch nicht einmal mehr begegnen konnte ohne genervt davon zu sein. Hatte er überhaupt eine Ahnung wie schwer es mir fiel nicht einfach die Hand auszustrecken, oder ihn zu küssen? Nein. Nein das hatte er natürlich nicht, vielleicht interessierte es ihn aber auch einfach nicht. Sehr wahrscheinlich sogar.

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Rodrigo da Moura Brandão
Ich hatte mit allem gerechnet. Ich hätte mit jeder Schlagzeile über Hae-Sung gerechnet ausser mit dieser. Heiraten? Schwanger? Das konnte doch nicht ihr Ernst sein oder? Langsam kam es mir wirklich so vor, als würde sie mir mein Leben ruinieren wollen. Als würde sie mich wirklich in den Ruin treiben. Vielleicht wäre es wirklich das beste, wenn ich mir eine neue Wohnung suchen würde. Zu viele Erinnerungen waren mit dieser Wohnung verbunden. Hier hatten wir unsere gemeinsame Zeit verbracht. Wir hatten hier gelacht, geredet - über unsere Zukunft und Vergangenheit, hatten zusammen miteinander in meinem Bett geschlafen. Wir hatten uns alles über den anderen erzählt. Sie hatte mir erzählt, dass ihre Mutter tot war und sie in diesem Moment nicht einmal bei ihr hatte sein können. Ich hatte ihr von meiner Zeit im Slum erzählt. Etwas, was ich sonst niemanden erzählt hatte. Es war das erste Mal gewesen, dass ich mich jemanden anvertraut hatte. Es war das erste Mal seit langem, dass ich mich gegenüber von jemanden geöffnet hatte und ich Gefühle zugelassen hatte. Nun schien es so, als würde ich dafür ziemlich bestraft werden. Sie hatte mich die ganze Zeit aufgesucht. Sie hatte einfach nicht locker gelassen und nun las ich dafür diese Schlagzeilen? Natürlich konnte es sein, dass dies nicht stimmte. Aber früher oder später wäre diese Schlagzeile doch sowieso aufgetaucht oder nicht? Immerhin hätte man eine Heirat früher oder später doch sowieso von den beiden erwartet. Sie waren beide das Newcomer Pärchen. Sie waren das Pärchen, um das momentan am meisten Wind gemacht wurde. Wenn es weiter mit den beiden so gut ging, würden sie doch wirklich heiraten. Vielleicht stimmte die Schlagzeile sogar und sie würden sehr bald heiraten und kleine Babys bekommen. Ich fuhr mir durch das Haar und kämpfte mich auf die Beine. Am liebsten hätte ich irgendwas zusammen geschlagen, aber das konnte ich wohl gerade nicht machen. Ich holte mir etwas aus dem Kühlschrank, wobei mein Blick auf die Cupcakes fiel. Vielleicht wäre es das beste, wenn ich sie fortwerfen würde. Das war auch so ein Stück, dass mich nur immer wieder an sie erinnern würde. Andererseits brachte ich es nicht über das Herz. Ich seufzte leise und bereitete mir ein kleines Frühstück vor, obwohl ich nicht wirklich Hunger hatte. Ohne dass ich viel von dem Essen spürte, ass ich es auf. Lustlos ging ich wieder in mein Schlafzimmer und legte mich wieder auf das Bett, wobei ich mein Bein ein bisschen hochlegte. Dies und das andere sollte ich tun. Jedoch hatte ich nicht immer Lust darauf, das zu tun, was andere sagten. Ich wollte das tun, was ich wollte. Ich wollte das tun, wonach ich gerade Lust hatte und was mir meine Gefühle sagten. Das könnte ich jedoch wohl vergessen. Irgendwann überkam mich die Müdigkeit jedoch wieder und ich fiel in einen leichten Schlaf. Ich fand jedoch nicht wirklich Ruhe. Die ganze Zeit schwirrten die Bilder in meinem Kopf herum, die ich gesehen hatte. Sie waren wie in mein Hirn gebrannt, dabei wollte ich sie eigentlich nur noch vergessen. Ich war voller Eifersucht, denn ich hatte ihr genau das nicht geben können. Ich hatte ihr kein Leben an der Öffentlichkeit geben können, weil sie meine Schülerin gewesen war. Eigentlich war ich ja selbst schuld, dass ich mich überhaupt darauf eingelassen hatte. Aber schon damals hatte ich viel zu viele Gefühle für sie gehabt und dafür hatte sich mein Verstand verabschiedet.

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Hae-Sung "Rian" Kang
"Ich bringe diese Vollidioten um!" fuhr ich Clyde wütend an, warf einen weiteren Blick auf die dümmste Schlagzeile aller Zeiten und verdrehte knurrend die Augen. Natürlich! Natürlich hatten diese Vollidioten wieder einmal alles in den falschen Hals bekommen, sich eine romantische Geschichte zu einem völlig unromantischen, normalen Moment ausgedacht und es einfach veröffentlicht. Weil sie verdammt nochmal nichts besseres zutun hatten als zwei frisch verliebte Schauspieler zu verfolgen, und ihnen das Leben schwer zu machen. Ich hasste es. Ich hasste diese Schlagzeile, ich hasste diese Reporter, vor allem aber hatte ich diese Situation in der ich nun deshalb steckte. Wieder einmal wurden Gerüchte über mich verbreitet, die noch nicht einmal ansatzweise der Wahrheit entsprachen, und was tat die Welt? Sie glaubte diesem Schwachsinn! Selbst Clyde war davon amüsiert, grinste mich breit an als wäre nichts weiter dabei in den Medien als frisch verlobt oder gar schwanger abgestempelt zu werden. Oh nein, er war ja auch nicht wie ich bereits mehrmals in den Medien aufgefallen - für weniger ehrliche Aussagen. Zerknirscht ließ ich mich aufs Sofa sinken, strich mir die Haare aus dem Gesicht und legte den Kopf in den Nacken. "Ich schwöre dir, wenn mich heute irgendjemand fotografier bringe ich ihn persönlich in die Hölle", murmelte ich. Clyde jedoch ließ sich sichtlich amüsiert und lachend aufs Sofa sinken und zog mich an sich. Warum nahm er diese verdammten Gerüchte bitte nicht ernst? Hatte er überhaupt eine Ahnung was das für uns bedeuten könnte?! "Oh ja toll! Lach ruhig, ist ja auch wirklich unglaublich witzig! Gott, die verheiraten mich nicht nur, die zwingen mir auch noch ein Kind auf!" Als wäre ein Heiratsantrag nicht schon genug Neuigkeit, sie mussten auch gleich mit einer Schwangerschaft ankommen. War ich fett? Sah ich aus als wäre ich schwanger? War es das? "Beruhig dich doch, was ist so schlimm wenn uns die Medie als verlobt betiteln? Ich sehe wirklich kein Problem darin", oh nein er nicht, ich aber! War das sein Ernst? Dachte er allen Ernstes dass es so einfach war? Verdammt nochmal, er hatte ja auch wirklich keinen Grund dafür daraus eine große Nummter zu machen! Ich aber schon! Weil ich Gefühle für einen anderen Mann hatte, und ehrlich nicht wusste wie ich mit dieser Situation hier umgehen sollte. "Das Problem liegt darin dass die Medien wieder einmal etwas erfinden und Geld damit verdienen", murrte ich ihm genervt entgegen und schob ihn von mir. Irritert befreite ich mich aus seinem Griff, stand auf und sah zum Fenster hinaus. "Das ist nicht das Problem. Was ist mit dir los? Seit wir wieder in Australien gelandet sind ziehst du dich zurück", irritert zog ich die Augenbrauen zusammen, kniff mir in den Nasenrücken und atmete laut aus. "Ich habe kein Problem", log ich ihn an. Und er wusste, dass ich los. Er wusste das ich log, und er wusste dass ich ein Problem hatte seit wir wieder in Australien waren. "Ich brauche Luft", wieder einmal nahm ich die Beine in die Hand und lief weg. Weil ich mich gerade nicht mit Clyde darüber unterhalten wollte - oder konnte - weshalb es ein Problem war, dass wir plötzlich als Verlobt abgestempelt wurden, vor allem aber weil ich nicht mit ihm darüber sprechen wollte - und konnte - was für ein Problem ich hatte seit wir wieder in Australien gelandet waren. Schnell schlüpfte ich in meine Schuhe, hörte Clyde hinter mir noch sagen dass das doch nicht mein Ernst sein konnte, als ich aber auch schon die Tür hinter mir zuzog, meinen Blick dem Boden zuwandte und mit der Hand vor dem Gesicht an den Fotografen vorbei lief. Ich hasste es. Gerade in diesem Moment hasste ich meine Entscheidung dieses Lebens so sehr, dass ich wirklich bereute mit Mühe gegeben zu haben.

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Rodrigo da Moura Brandão
Ich hätte gedacht, sie hätte es endlich verstanden. Nachdem ich mehrere Tage nichts mehr von ihr gehört hatte, hatte ich wirklich damit gerechnet, dass sie nichts mehr mit mir zu tun haben wollte. Doch anscheinend war dies nicht der Fall. Ansonsten hatte sie wohl mir keine Muffins gebracht. Sie waren zwar über Umwege gekommen, aber vermutlich war das besser so. Zu viele Erinnerungen waren an diesen Ort gebunden und ich hätte nur eine Dummheit begangen. Ich seufzte leise und fuhr mir durch das Haar. Ich konnte jedoch nicht alle auf einmal essen. Weil ich auf meinen Körper achtete. Die restlichen Schokoladenmuffins stellte ich in den Kühlschrank, während ich den Kaffee austrank. Es war inzwischen zwar schon ein bisschen später, aber das war mir egal. Ich zog mich um und ging trotz meinem gebrochenen Bein in den Fitnessraum. Ich war alleine. Zum Glück. Andere Personen hätten mich nur davon abhalten wollen. Aber ich konnte ja ein bisschen meine Arme, Schultern und meine Brust trainieren, ohne dass ich mein Bein brauchte oder belastete. Ich würde mich nicht von einem gebrochenen Bein einschränken lassen. Da könnten noch so viele Personen etwas sagen, es würde mich nicht interessieren. Nach ungefähr anderthalb Stunden verliess ich den Trainingsraum wieder und war einigermassen zufrieden. Es war zwar ein richtiges Training gewesen, aber wenigstens hatte ich ein bisschen trainiert. Mein Bein schmerzte war ein bisschen, aber das konnte auch daran liegen, dass ich die Medikamente nicht nahm. Ich duschte, als ich wieder in meinem Zimmer war und machte es mir danach im Bett bequem. Ich war müde. Es dauerte nicht lange und dann war ich auch schon eingeschlafen. Das war ein positiver Nebeneffekt, wenn man trainieren ging. Man hatte wirklich etwas gemacht. Am nächsten Morgen wachte ich mit einigermassen guter Laune auf. Ich wusste jedoch nicht, dass diese bald vorbei sein würde. Ansonsten wäre ich wohl noch ein bisschen im Bett liegen geblieben. Ich zog lediglich eine Trainerhose an und ging in mein Wohnzimmer. Ich nahm den Laptop und klappte ihn auf, während ich ein bisschen die neusten Neuigkeiten durchsah. Auf einmal stachen mir mehrere Worte in die Augen. Clyde und Hae-Sung. Heiratsantrag. Ist sie schwanger? Mein Herz zog sich schmerzhaft zusammen. Sie heirateten? Es war noch ein Bild abgebildet, auf dem dieser Clyde vor Hae-Sung auf den Knien war. Ich wusste, dass man den Medien nicht alles glauben sollte. Aber vielleicht hatte er sich ja wirklich geschwängert und daher musste nun die Heirat her. Ich klappte meinen Laptop zu. Wieso tat sie mir das an? Dann suchte sie mich die ganze Zeit auf und verhinderte damit, dass ich endlich von ihr los kommen konnte und dann kam diese Neuigkeit? Sie wollte mich wohl verarschen. Ich machte das alles nicht mehr mit. Vermutlich trug sie nun schon einen fetten Klunker an ihrem Finger und sie freute sich, dass ihr Leben wirklich diesem Richtung annahm, die sie sich gewünscht hatte. Sollte sie noch einmal hierher kommen, würde ich ihr die Türe nicht mehr öffnen. Sie hatte mein Herz gebrochen. Zweimal sogar. Ich würde nicht zulassen, dass sie das noch ein drittes Mal tun würde. Wut war in mir und dennoch wusste ich, dass ich immer noch viel zu viel für diese Frau übrig hatte. Liebte ich sie? Ich wusste es nicht. Das kann man nicht herausfinden, wenn noch Wut und Eifersucht im Spiel war. Ich biss die Zähne zusammen. Ich musste aus diesem Raum. Ich konnte nicht in einem Raum sein, der mich die ganze Zeit an sie erinnerte. Vielleicht sollte ich einfach von hier ausziehen. Hier wurde ich doch sowieso nur die ganze Zeit an sie erinnert.

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Hae-Sung "Rian" Kang
Mein Leben hatte eine völlig andere Richtung eingenommen, als ich zuerst erwartet hatte. Nicht nur die Tatsache dass mein Traum der Schauspielerei mittlerweile wirklich in Erfüllung gegangen war, und ich das Leben lebte das ich mir selbst ausgesucht und hart erarbeitet hatte, auch die Tatsache dass ich mittlerweile Gefühle für jemanden entwickelt hatte, für den ich nichts empfinden sollte; und die Beziehung zu Clyde. Mein Leben lief .. gut, wirklich unglaublich gut, und trotzdem gab es noch Situationen in denne ich mir einfach nur wünschte mit jemandem sprechen zu können, darüber wie ich mich in diesem Moment fühlte, und darüber was sich in meinem Kopf abspielte. Es war verdammt nochmal nicht einfach als neunzehn - fast zwanzig - Jährige sich auf etwas festzulegen, geschweige denn wirklich sagen zu können was in meinem Kopf eigentlich vor sich ging; um ehrlich zu sein hatte ich selbst jetzt keine Ahnung, obwohl ich Clyde gegenüber in einem schönen Restaurant saß und eigentlich keinerlei Hunger verspürte. Eine knappe Stunde saßen wir nun schon hier, nur wenige Meter von den anderen Gästen entfernt und ohne darüber nachdenken zu müssen was wir sagten oder taten. Es war .. angenehm, und so unglaublich schön einfach nur in die Öffentlichkeit gehen zu können, ohne seine Gefühle verstecken zu müssen, weil sie nicht in Ordnung waren. Etwas, was ich mit Rodrigo ständig hatte tun müssen. Wir hatten uns in seiner Wohnung verstecken müssen, und dort hatten wir noch nicht einmal wirklich sicher sein können ob man uns nicht irgendwann einmal entdecken würde. Mittlerweile aber spielte es keinerlei Rolle mehr. Ich hatte Schluss gemacht, und Rodrigo hatte nichts dagegen unternommen, hatte nicht etwa versucht mir irgendwie klar zu machen dass es nur eine Phase war; er hatte es einfach hingenommen, und mittlerweile hasste er mich. Und nun musste ich mit diesem Fehler leben lernen, und einfach vergessen dass ich für diesen Mann Gefühle gehabt hatte - oder immer noch hatte. Beinahe die gesamte Zeit die wir hier verbracht hatten, sprach Clyde darüber dass er dafür sorgen würde dass ich meinen Geburtstag feierte, wie man diesen Tag nun einmal feiern sollte. Zwar war es immer noch einige Wochen hin bis ich Geburtstag hatte, und ich hatte auch wirklich nie sonderlich viel Sinn darin gesehen meinen Geburtstag zu feiern, wenn Clyde aber unbedingt wollte, würde ich es ihm wohl nicht verbieten. Die angenehme Abendluft umhüllte mich, während wir schließlich auch schon zurück zum Auto liefen, auf der anderen Seite der Straße waren bereits Fotografen zu sehen, die sich scheinbar nicht ganz hier her trauten - ein Glück. Irgendwann aber blieb Clyde stehen, den Blick die ganze Zeit auf meinen Schuh gerichtet, ehe er sich einfach auf den Boden sinken ließ. Ich legte die Stirn in Falten, etwas panisch davor was möglicherweise passieren könnte, diese Panik ließ ich mir aber nicht anmerken. "Was zur Hölle tust du da bitte?" fragte ich ihn lachend und ging ebenfalls in die Knie, während ich seine Hand von meinem Schuh zog und diesen kurz ansah. "Du hast da irgendwas kleben", sagte er. Ich zuckte die Schultern, beugte mich etwas vor und legte meine Lippen kurz auf seine. "Ich zieh die Schuhe doch sowieso gleich aus. Los, sonst kommen die Fotografen", breit grinsend zog ich Clyde wieder mit mir hoch und verschwand binnen der nächsten Minuten in unserem Auto. Wir konnten wohl nicht damit rechnen dass diese Situation so total aus dem Kontext gerissen werden würde, und Gerüchte aufflammen würden die nicht mehr ganz so schnell beseitigt werden könnten.

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Rodrigo da Moura Brandão
Die Tagen zogen relativ langsam an mir vorbei. Ich versuchte die Zeit irgendwie tot zu schlagen, aber mit meiner Lieblingsbeschäftigung - dem Sport - konnte ich es nun nicht mehr tun. Ich konnte mit diesen behinderten Krücken nicht einmal gut am Strand entlang laufen. Es war einfach alles sehr mühsam. Ich durfte ja noch nicht einmal unterrichten, weil sie mir gesagt hatten, ich solle in Ruhe gesund werden. Ehrlich gesagt hatte ich wirklich viel zu viel Ruhe. Ich hätte nur zu gerne wieder unterrichtet. Das hatte ich jetzt schon viel zu lange nicht mehr getan. Von Hae-Sung hatte ich seit ihrem letzten Krankenhausbesuch nichts mehr gehört. Vielleicht hatte sie endlich bemerkt, dass ich schlussendlich nur eine Zeitverschwendung für sie war. Sie hatte einen Freund. Sie hatte eine Karriere am Laufen, die gerade ziemlich steil aufwärts ging. Also wieso sollte sie sich nicht darauf konzentrieren? Sie hatte sicher einen sehr vollen Terminkalender und wenn sie mal eine ruhige Minute hatte, dann sollte sie diese mit ihrem Freund oder alleine verbringen. Auf jeden Fall nicht mit mir, nicht mit ihrem Exfreund. Sie selbst hatte mich damals abserviert und dennoch kam sie nun immer wieder auf mich zu. Sie hatte diese Entscheidung gefällt, nicht ich. Ich hatte da überhaupt nichts mitzureden gehabt. Ich seufzte leise und schob die Gedanken weg. Ich war nicht mal viel im Internet, weil ich sie dann wahrscheinlich zu oft auf den Bilder sehen würde. Es war ja schön, dass ihre Karriere nun endlich so verlief, wie sie es sich gewünscht hatte. Nur musste ich nicht die ganze Zeit diese Bilder sehen, auf denen sie meistens mit ihrem Freund abgelichtet war. Ich musste nicht sehen, wie glücklich sie mit ihm war. Vermutlich war sie das nie wirklich mit mir gewesen. Sie hatte es vielleicht nur nicht sagen wollen, um mich zu verletzen. Ich wusste es nicht. Sie hatte mich dennoch verletzt. Sie hatte sich entschieden, dass ihre Karriere wichtiger war wie ich. Sie hatte entschieden, dass ihre Gefühle nicht so eine grosse Rollen spielen sollten. Sie hatte einfach ihre Entscheidung gefällt und damit musste ich leben. Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen, als es an der Tür klopfte. Ich schnappte meine Krücken und humpelte an die Türe. Ich wusste ehrlich gesagt nicht, wer denn jetzt klopfen sollte. Ich hatte niemand, der sich um mich sorgte. Ich öffnete die Tür und sah das Mädchen vor mir, dass Hae-Sung vor den anderen beschützt hatte. Ich runzelte die Stirn und sah sie fragend an. "Kann ich dir helfen?", fragte ich sie, aber dann streckte sie mir auch schon eine Schachtel mit Schokoladenmuffins entgegen und einen Kaffee. "Das ist für Sie", meinte das Mädchen und ich sah sie noch mehr verwundert an. "Von wem denn? Von dir?", fragte ich nach, aber sie schüttelte lediglich den Kopf. "Ich spielte nur den Boten, mehr nicht", mit diesen Worten drehte sie sich um und lief davon. Ich sah ihr hinterher, aber ich glaubte kaum, dass ich von ihr noch eine Antwort bekommen würde. Ich seufzte leise und schloss die Tür wieder. Mit den Muffins und dem Kaffee liess ich mich auf das Sofa sinken, als ich endlich dort angekommen war. Eigentlich könnte es nur Hae-Sung gewesen sein. Sie hatte dieses Mädchen gekannt, immerhin hatte sie dieses Mädchen beschützen wollen. Ich schüttelte den Kopf. Sie hätte es auch persönlich vorbei bringen können, aber vermutlich wäre das nicht so eine gute Idee gewesen. Wir hatten viel zu viel Erinnerungen in dieser Wohnung, vor allem sehr schöne. In meinem Bett, vor dem Sofa, in der Küche, einfach überall. Hier hatten wir die meiste Zeit von unserer kleinen und kurzen Beziehung verbracht, die danach auch schon gescheitert war. Ich schüttelte den Kopf und öffnete die Schachtel. Ich nahm einen Muffin heraus und nahm einen Bissen. Alle könnte ich jedoch nicht essen. Jetzt wo ich keinen Sport mehr machte, musste ich schon mehr darauf achten, was ich ass. Ansonsten würden meine Muskeln sehr schnell verschwinden und dafür würde sich das Fett zeigen. Das wäre definitiv nicht mein Ziel.

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Hae-Sung "Rian" Kang
Das Leben war nicht fair, und das wusste wohl jeder. Gut, die Menschen die so ziemlich alles bekamen ohne auch nur einen Finger dafür zu krümmen wussten wohl nicht, wie es eigentlich ablief, Leute wie Rodrigo und ich aber wussten dass das Leben einem nichts schuldig war. Nichts - absolut gar nichts. Keine faire Behandlung, keine möglichen Chancen für die Zukunft, man musste sich alles selbst erarbeiten. Es war hart, sobald man aber auch nur etwas Geld hatte oder irgendwie bekannter wurde, bekam man so ziemlich alles hinterher geworfen. Weil alles und jeder zur Elite dazugehören wollte, und sich dafür wohl auch irgendwie verkaufen würde. Ich wusste wie es ablief, und auch wenn ich liebendgerne vergessen würde wie ich mich vor einigen Monaten noch benommen hatte, wusste wohl so ziemlich jeder was für einen Wandel ich durchgenommen hatte. Die Welt vergaß nichts, vor allem aber die Medien hielten einem seine Fehler immer wieder vor. Das war einer der Gründe weshalb ich mir so unglaublich viel Mühe gab, um nicht etwa irgendwie negativ aufzufallen; auch wenn es bereits einige Momente in meinem Leben gab, in denen ich irgendwie doch ins falsche Licht gerückt war. Den ganzen Tag über war ich von einem Interview zum nächsten gelaufen, hatte mich in einem Studio über dies und in einem anderen über jenes unterhalten, und irgendwie waren wir doch jedes Mal dazu gekommen wie Clyde und meine Beziehung denn nun eigentlich aussah. Erschöpft ließ ich mich in den Autositz sinken und schloss die Augen für einen Moment. Zwar war es gerade einmal siebzehn Uhr, aber trotzdem war ich geschaffen. Dieses ewige hin und herhetzen machte einen fertig. In meiner Jackentasche vibrierte mein Handy. Kurz ließ ich es einfach in meiner Tasche, seufzte dann aber und nahm den Anruf entgegen. "Hey Prinzessin, hast du schon gegessen?" begrüßte Clyde mich. Scheinbar hatte er wieder bemerkt dass ich weniger aß als vor einigen Tagen noch, und auch wenn ich es wirklich nicht tat weil ich meinem Körper etwas schlechtes tun wollte, hatte ich einfach nie wirklich großen Hunger. "Ich schätze, du willst mich gerade zum Essen einladen?" schmunzelnd strich ich mir die Haare zurück, hielt mir die Hand vors Gesicht um mich vor den Fotografen zu schützen. Das Auto setzte sich in Bewegung, und wir fuhren los. "Das heißt wohl du hast noch nichts gegessen. Treffen wir uns am Restaurant?" Ich konnte die Sorge schon in seiner Stimme hören. "Wir treffen uns am Restaurant. Ich will nur noch kurz zu Mirabell und ihr ihren Pullover bringen", eine dicke, fette Lüge. Ich hatte keinen Pullover von ihr, trotzdem wollte ich kurz zur TAFE auch wenn ich wusste dass es eine dumme Idee war. "Okay, wir treffen uns in einer Stunde dort. Und dann reden wir über deinen Geburtstag - keine Party kommt gar nicht erst in Frage!", antwortete Clyde und ich konnte sein Lächeln in seiner Stimme hören. Ich legte auf und lächelte etwas. Ich bat den Fahrer zur TAFE zu fahren, blieb aber noch an einem Café stehen um ein paar Schokolademuffins und einen Kaffee zu holen. Um ehrlich zu sein wusste ich nicht wirklich ob es eine gute Idee wäre Rodrigo jetzt zu besuchen, ich wusste zwar dass er bereits wieder zurück in seiner Wohnung war, jedoch wollte er mich nicht sehen. Kurz überlegte ich, legte aber einen anderen Weg ein und klopfte kurz darauf an der Tür des Mädchens, dessen Namen ich selbst heute nicht wusste. Die Dunkelhaarige öffnete mir die Tür, ehe sie mich fast schon geschockt ansah. "Hey, du musst mir helfen", fiel ich mit der Tür ins Haus und lächelte sie unschuldig an. Das Mädchen nickte etwas, wollte mich schon an sich vorbei ins Zimmer lassen, ich schüttelte aber nur den Kopf und reichte ihr die Schokoladenmuffins und den Kaffee. "Bring das hier zu Brandão, wenn er dich fragt von wem du es hast weißt du meinen Namen nicht okay?" Sie sah mich zuerst etwas irritiert an, nickte dann aber erneut. "Wieso zu ihm?" fragte sie nach. Ich zuckte die Schultern. "Er hat mir geholfen, und da er im Krankenhaus war dachte ich, könnte er ein paar Muffins gebrauchen", erklärte ich. Kurz sah ich sie noch an, verabschiedete mich dann aber auch sogleich von ihr und machte mich auf den Weg zu Clyde ins Restaurant.

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Rodrigo da Moura Brandão
Jede Sekunde in diesem Krankenhaus verging wie eine Ewigkeit. Ich wollte einfach nur noch hier raus. Auch gegen meinen Protest wollten sie mich keinen Tag früher gehen lassen. Verdammt, wieso konnte ich nicht einfach zurück in meine Wohnung? Aber es ging nicht und so versuchte ich diese Stunden abzusitzen. Besuch bekam ich keinen mehr. Wahrscheinlich war es auch besser so. Ich wusste nicht, was Hae-Sung hier zu suchen hatte, wenn sie doch einen Freund hatte, der zuhause wartete. Sie hatte mich für ihn abserviert. Sie hatte mich im Stich gelassen und stattdessen lieber ihr Leben gelebt. Ich hatte ihr einfach schlichtweg zu wenig bedeutet, als dass sie das noch weiter ziehen würde. Schlussendlich kam der Tag, an dem ich endlich entlassen werden konnte. Ich musste noch alles gerecht ausfüllen und danach konnte ich endlich gehen. Ich bekam so ein Paar hässliches Krücken, aber damit musste ich wohl die nächsten paar Wochen damit leben. Ich seufzte leise und humpelte aus dem Krankenhaus. Ich rief mir ein Taxi und zum Glück kam auch schon eines. Ich stieg ein und meinte, dass er zur Schule fahren sollte. Ich stieg aus, als das Taxi bei der TAFE ankam. Ich stieg aus und humpelte in meine Wohnung. Ich hatte nichts mehr von Hae-Sung gehrt. Ich hatte auch davon nichts mehr in den Medien gehört. Vielleicht wäre es auch besser, wenn es so bleiben würde. Ich seufzte leise und kam in meiner Wohnung an. Ich würde mir jetzt zuerst einmal etwas zu essen kochen. Ich musste dieses schreckliche Essen aus dem Krankenhaus so schnell wie möglich vergessen. Mein Telefon war stumm. Es hatte nicht mehr geklingelt, seitdem Hae-Sung mit mir Schluss gemacht hatte. Ich hatte ja sonst niemanden, also von wem sollte ich schon Besuch empfangen? Nur zu gerne hätte ich sie angerufen und hätte mit ihr geredet. Noch lieber hätte ich sie berührt und sie geküsst. Aber all das konnte und durfte ich nun nicht mehr. Das durfte nun nur noch ihr Freund. Ihr richtiger, fester Freund, mit dem sie auch eine richtige und öffentliche Beziehung führen konnte. Etwas, was sie mit mir nicht hatte können. Das war der Grund gewesen, wieso sie uns fallen gelassen hatte. Vielleicht hatte es gar nie ein Uns gegeben. Ich konzentrierte mich auf das Kochen und irgendwie brachte ich es auch hin. Es war zwar relativ komisch, wenn man die ganze Zeit nur ein Bein belasten konnte, aber da musste ich wohl durch. Ich schaffte es, den Teller zu meinem Tisch zu tragen und liess mich darauf sinken. Ich fing an zu essen und sah auf die Uhr. Ich würde die nächsten paar Wochen nicht unterrichten können. Das hiess wohl, dass auch wieder eine Stellvertretung her musste. Ich wusste nicht, wie lange ich nicht unterrichten könnte. Wenigstens war ich jetzt nicht mehr in diesem langweiligen Krankenhaus. Doch auch hier würde niemanden mich besuchen kommen. Ich war alleine. Einsam und verlassen.

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Fleetwood "Flick" McLauren
Ich würde Tiago umbringen, wenn er das nicht wieder hinbekommen würde. Klar, er konnte nichts dafür, aber verdammt noch mal, an dieser einen Hand hing einiges Mein Körper zwar nun nicht mehr, aber das war meine starke Hand gewesen. Ich konnte nur mit rechts schreiben, zielen und schießen. Wie sollte ich ein Drogenimperium und Missionen wie solche eben leiten, wenn ich selbst nicht schießen konnte? Wie sollte man mich ernst nehmen? Wer würde schon auf einen einhändigen Mann hören, der zu blöd war einer Majete auszuweichen, die direkt auf ihn zusauste? Gott ich war total fertig und aufgewühlt und das selbst in der Narkose. Ich war froh das alles nicht mehr mitbekommen zu müssen. Ich wollte gar nicht sehen wie verzweifelt Tiago gerade versuchen musste mich wieder zusammenzupuzzlen. Meine Hand war im Dreck gelandet. Sie war nicht gekühlt worden, als wir hergefahren waren - weil wir im Auto kein verdammtes Eis gehabt hatten - und sie war schon ganz weiß gewesen, als wir in den Op gerollt waren. Ich hatte nicht allzu viele Hoffnungen, aber auch nur daran zu denken ein Krüppel zu sein, wenn ich aufwachte, bereitete mir ernsthafte Angst. Ich fürchtete nicht viel, aber den Verlust meiner Macht, meines Einflusses und meines Lebens sehr wohl. Mein Job war mir wichtig. Ich machte das für die Leute und nicht für mich, aber ich musste auch durchgreifen. Würde mein Bruder übernehmen, würde er den Drogenhandel zwar gut auf die Reihe bekommen, aber mehr auch nicht. Er würde nur auf sich und das Geschäft achten. Das konnte ich nicht zulassen. Diese Hand musste zurück an meinen Arm gebracht werden!
Das erste, was ich spürte, war die kratzige Decke, die mir bis unters Kinn gezogen wurde. Beide meiner Arme lagen darunter. Ich fühlte mich gerädert und so als wäre ich einen ganzen Marathon gelaufen. Ich war einfach nur fertig und wollte schlafen, doch zuerst musste ich wissen, was los war. Ich spürte meine Hand. Mein Kopf sagte mir, dass sie noch da war. Ich konnte jeden einzelnen Finger spüren. Vorsichtig bewegte ich die Finger meiner linken Hand. Jeden einzeln. Ich traute mich nicht hinunterzusehen. Ich spürte wie ich die Decke mit dem Finger berührte und wusste, dass ich sie bewegte. Ich atmete tief durch, hielt die Augen geschlossen und versuchte es mit der anderen Hand. Nichts. Es bewegte sich rein gar nichts. Ich spürte nichts als die bloße Anwesenheit meiner Hand. Es fühlte sich wirklich so an, als wäre dort noch etwas, aber... ich konnte nichts kontrollieren. Ich betete, dass Tiago sie wieder an Ort und Stelle gesetzt hatte und es einfach eine Weile dauern würde, bis es wieder klappen würde. Ich befürchtete aber, dass es nicht so war. "Tiago..", krächzte ich ohne die Augen zu schließen. Ich wollte mit meinem Arzt reden und wissen, was los war. Ich wollte nicht hinunter sehen, wollte nicht sehen, dass dort ein erheblicher Teil meines Körpers ganz plötzlich einfach fehlte. Ich wollte das einfach nicht wahr haben! Ich schluckte hart und öffnete die Augen einen Spalt weit. Ich schaute vorsichtig zur Seite, entdeckte Leona und presste die Lippen aufeinander. Wieso war sie hier? Wer hatte sie hier reingelassen?! Sie sollte schlafend in meinem Bett liegen! Scheiße, wie viel Uhr war es? "Hab mein Versprechen wohl gebrochen, was?" Wieso fühlte sich meine Stimme nach der Narkose bloß immer so an, als hätte ich tagelang nicht gesprochen? "Bitte hol Tiago... und bleib draußen. Vorerst. Bitte." Ich bat nie um etwas, aber ich wollte sie wirklich nicht hier haben, wenn ich Tiago zur Sau machte, weil er keine Chance gehabt hatte meine Hand zu retten. Noch aber hatte ich nicht nachgesehen und das konnte ich dank der Decke, die über mir lag auch nicht.

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Leona
Als ich auf die Krankenstation kam, war ich positiv davon überrascht, wie gut sie ausgestattet war. Ich spürte direkt Vertrauen in die Einrichtung und auch in die behandelten Ärzte. Ich hoffte nur, dass mich dieses Gefühl nicht täuschen würde. Schließlich waren das hier sicherlich keine normalen Ärzte, sondern eher so welche die akut auf Schussverletzungen und ähnliches geschult waren. Ich hoffte nur, dass die Flick auch wieder zusammen setzen konnten. Wenn nicht... ich würde das nicht überleben. Er war alles was ich im Leben gewollt hatte ohne es wirklich zu wissen.
Auf Station musste ich noch warten, bestimmt eine Stunde, wenn nicht mehr. Erst dann kam Tiago zu mir, der mehr als gerädert aussah. Er schien überrascht zu sein, mich zu sehen.
"Du solltest gar nicht hier sein", meinte er kopfschüttelnd und rieb sich die müden Augen. In diesem Moment sah er einfach unfassbar alt aus und ich bekam leichte Panik, schließlich wusste ich noch immer nicht was vorgefallen war.
"Was ist passiert?" piepste ich und Tiago setzte sich neben mich. Ich hatte das Bedürfnis seine Hand zu nehmen, weshalb ich das auch einfach tat. Sollte nicht er mich trösten, schließlich war ich Flicks Freundin? Nein, es war egoistisch zu denken, dass Flick Tiago weniger bedeutete als mir. "Es war... heftig. Aber er ist stabil", murmelte er und lehnte sich erschöpft gegen die Wand hinter uns. "Seine Hand konnten wir nicht mehr retten. Er liegt sediert auf unserer Intensivstation. Du solltest bei ihm sein, wenn er aufwacht... Obwohl... lieber doch nicht. Er wird nicht damit klar kommen, dass wir seine Hand nicht haben retten können", flüsterte er träge und sah zu mir rüber. Ich schluckte. Das Flick am Leben war, war das Erste was ich aus seinen Worten filterte. Das Zweite war, dass er seine Hand nicht mehr einsetzen konnte. Das war wesentlich besser als sein Tod.
"Ich möchte gerne bei ihm sein", flüsterte ich und stand auf. Tiago sah mich müde, zermürbt und unfassbar väterlich an, bevor er nickte und mir den Weg beschrieb. Mechanisch lief ich ihn entlang, bis ich Flick hinter einer schweren Tür mit Glasfenster entdeckte. Ich ging leise hinein, setzte mich zu ihm und sah ihn einfach nur an. Er war noch immer nicht bei Bewusstsein, aber allein ihn Atmen zu sehen ließ mir ein Stein vom Herzen fallen. Über die Ausmaße seiner Verletzungen war ich mir in diesem Moment noch nicht bewusst, doch es spielte für mich auch keine Rolle. Denn er lebte.

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Fleetwood "Flick" McLauren
"Ich will keine verdammte Narkose, Tiago! Sag mir gefälligst, ob du das wieder hinkriegst! Kannst du meine Scheißhand wieder annähen?!", brüllte ich ihn unter Schmerz und Totalschock an, während ich auf einer Trage durch die Wohnung nach hinten in den Krankenabteil rollte. "Ich weiß nicht, ich muss sehen wie die Hand aussieht! Gott, jetzt beruhige dich erstmal! Ich muss dir doch die Medikamente und die Narkose geben, ohne arbeite ich nicht. Nicht diesmal!", erwiderte Tiago ebenso panisch. Bisher hatte er solche Wunden nie versorgen müssen. Sowas passierte selten - um genau zu sagen bisher vielleicht zwei Mal - und dann waren die Patienten gestorben, bevor sie hier angekommen waren. Auch ich stand unter ordentlichem Blutverlust, aber mein Puls war dennoch auf 180. Wie zur Hölle sollte ich ein Drogenimperium mit nur einer Hand leiten? Wie sollte ich schießen? Wie Messer werfen? Oder gar schreiben?! "Dann spitz mir deine verdammten Medikamente, du musst das wieder hinbekommen, Tiago!", brüllte ich zurück und fuhr beinahe aus der Haut und bäumte mich auf der Trage auf, sodass Marquéz mich zurück auf die Trage drückte. "Flick, bleib gefälligst liegen! Reiß dich zusammen, Junge!", brüllte er nun genauso laut zurück, sodass ich zu ihm hochsah und das Adrenalin und die Wut ein wenig wichen. Plötzlich bekam ich einfach nur Panik. Scheiße, meine abgetrennte Hand lag neben mir auf der Trage! "Gott, ich muss kotzen. Bin gleich wieder da.", murrte Aires, verschwand aus meinem Sichtfeld und schon hörte ich Würgegeräusche. Ich hatte mich noch nie so hilflos gefühlt wie gerade in diesem Moment. "Du musst draußen warten, Marquéz. Wir können nicht riskieren, dass die Hand eine Infektion fängt.", wies Tiago Marquéz an und auch er verschwand aus meinem Sichtfeld, sodass ich nun mit Tiago allein war, der sich aber im Nebenraum waschen und umziehen ging, während mir einer der anderen Hilfsärzte die Narkosespritze setzte. Mir war mittlerweile einfach nur noch kalt und kotzübel. Ich wusste nicht, was ich tun würde, wenn sie mich nicht wieder vollständig zusammengesetzt bekommen würden...

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Leona
Ich schlief wirklich unfassbar schlecht. Wenn ich überhaupt schlief. Es war eher so, dass ich halb wach da lag und an Flick dachte. Ich konnte mich einfach nicht beruhigen, weinte sogar ein bisschen und machte mir Sorgen ohne Ende. Darauf vertrauen dass er gesund zu mir zurück kam, konnte ich nicht. Es ging einfach nicht, dazu hatte ich die Brutalität in seinem Beruf schon zu intensiv erlebt. Ich vertraute Flick, allerdings bedeutete das nicht, dass ich mir keine Sorgen machte. Und ich hatte generell ein total schlechtes Bauchgefühl. Es war einfach falsch ein Treffen zu sprengen. Hatte er sich das überhaupt genau überlegt? So was machte man bestimmt nicht alle Tage. Ich stellte es mir total mysteriös und gefährlich vor. Lauter Glatzköpfige Männer mit scharfen Waffen. Nein, daran sollte ich wirklich nicht denken, wenn mein Liebling sich gerade in die Höhle des Löwen begab.
Es war gegen halb fünf Morgens, als die Tür zu Flicks Appartement sich öffnete. Ich drehte mich stöhnend auf die Seite, freute mich schon auf meinen Flick der endlich zu mir gekommen war.
"Schatz?" fragte ich leise und richtete mich auf. Aber es war keineswegs Flick der in der Tür stand, sondern es war Aries. Augenblicklich fühlte ich mich komplett nackt, weshalb ich die Decke enger über meinen Körper zog. Ich war zwar angezogen, aber ich fühlte mich in seiner Nähe einfach unwohl. "Wo ist Flick?" fragte ich leise. Ich wusste, dass etwas passiert sein musste und es ließ mir das Herz fast stehenbleiben. Flick hätte Aries niemals von sich aus zu mir geschickt. "Was ist passiert?!" fragte ich jetzt lauter, als dieser Idiot noch immer nichts sagte. Er schien etwas mit sich zu ringen. Wieso war er dann überhaupt hier? So ein Idiot! Ich richtete mich auf, war jetzt schon den Tränen nahe. "M wird gerade von Tiago und weiteren Ärzten versorgt", er erzeugte eine Kaugummiblase, "Es sieht... heftig aus. Marquéz sagt ich soll dich holen. Hopp", sagte er plump und ich schluckte schwer. Ohne eine Sekunde zu zögern stand ich auf, schlüpfte in meine Jogginghose und eilte ihm hinterher. Wieso sagte er mir denn nicht, was passiert war?!

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Hae-Sung "Rian" Kang
Ich wusste nicht was ich tun sollte. Rodrigo und ich waren Geschichte, Vergangenheit und wahrscheinlich schon längst vergessen. Er und ich, wir gehörten der Vergangenheit an. Clyde und ich jedoch waren die Gegenwart, eine wirkliche Zukunft jedoch sah ich auch hier nicht. Ich .. wusste nicht, was ich tun sollte. Weil ich Gefühle für meinen Ex hatte, obwohl ich mit ihm Schluss gemacht hatte. Ich hatte Gefühle für diesen Mann, so stark dass sie mich immer wieder dazu brachten in seine Nähe zu gehen, obwohl er mir bereits gesagt hatte dass ich es nur Schlimmer machen würde, wenn ich ihn wirklich wieder besuchen würde. Ich hatte Gefühle für diesen Brasilianer, obwohl ich mit Clyde zusammen war, mit ihm schlief und eine Beziehung führte die der Öffentlichkeit scheinbar so unglaublich viel Spaß machte, dass ich fast schon über die Verbissenheit mancher Reporter lachen musste. Laut atmete ich aus, und sah die Tür vor mir an. Den gesamten Weg über zur Wohnung hatte ich darüber nachgedacht ob es nicht die beste Lösung wäre mit Clyde Schluss zu machen, ob ich ihm hier nicht einfach völlig falsche Hoffnungen machte indem ich mit ihm zusammen war, obwohl ich Gefühle für einen anderen Mann hatte. Und nun stand ich doch vor unserer Tür, die Hand bereits auf dem kühlen Metal der Türklinke, unsicher ob ich nicht lieber zu Mirabell gehen sollte. Trotzdem ging ich hinein. Trotz der Gedanken und Schuldgefühle, trotz der Sorgen und des Wissens dass das zwischen Clyde und mir niemals auch nur ansatzweise an das kommen würde, was ich mit Rodrigo gehabt hatte. Oder gedacht hatte zu haben. "Hey", sagte ich leise und schlüpfte aus meinen Schuhen, hing meine Jacke über einen der Stühle und ließ mich neben Clyde aufs Sofa sinken. "Hey", antwortete er ebenfalls, strich mir eine Haarsträhne hinters Ohr und küsste mich. Leise seufzte ich, lehnte mich an ihn und schloss erschöpft die Augen. "Alles in Ordnung? Hast du schon gegessen?" Knapp nickte ich und atmete tief ein. Er roch anders, nicht nach Sommerregen und wilden Herbstnächten, nicht nach Anstrengung und Liebe. Nicht so wie Rodrigo. "Ich habe mit Mirabell gegessen", log ich. Ich hatte keinen Hunger, konnte vor lauter Gedanken einfach nicht auch noch Gedanken an irgendetwas zu Essen verschwenden. Vorsichtig legte Clyde seine Arme um mich, zog mich eng an sich und vergrub seine Nase an meinen Haaren. Ich mochte es, wenn er das tat. Ich mochte das Gefühl das er mir gab, weil ich wusste dass er sich aufrichtige Sorgen machen würde, wenn ich länger weg war als nötig. Weil er auf mich aufpasste, und dafür sorgte das es mir gut ging. Weil er mir tagtäglich zeigte wie wichtig ich ihm binnen der letzten Monate geworden war. Und ich spielte ihm etwas vor. Ich war so egoistisch, dass ich diesem Mann der so viel Besseres verdient hatte, etwas vorspielte. "Ich bin müde, kommst du mit?" fragend hob ich den Blick und sah Clyde an. "Ich komme nach", antwortete er mir und gab mir einen Kuss auf die Stirn. Ich nickte, strich ihm kurz über die Wange und ging dann auch schon ins Bett. Schlafen war die einzige Möglichkeit meinen Gedanken zu entkommen. Die nächsten Tage verbrachte ich damit, den Terminen nachzugehen, mich mit Clyde in der Öffentlichkeit blicken zu lassen, darüber nachzudenken was ich denn nun eigentlich tun sollte, und wahrscheinlich viel zu wenig zu essen. Ich fühlte mich gestresst, schlecht und fast schon so, als hätte ich mein ganzes Leben versaut. Rodrigo hatte ich im Krankenhaus nicht mehr besucht; weil er mich nicht sehen wollte, vor allem aber weil ich nicht wusste, was ich tun würde wenn ich ihn zu diesem Zeitpunkt sehen würde. Ich .. wollte ihn berühren und ihm Nahe sein, so sehr das ich bereits mehrmals seine Handynummer angestarrt hatte, darüber nachdenkend ob ich ihn anrufen sollte oder nicht. Unsicher biss ich mir auf die Unterlippe, strich meine Haare über die Schulter und sah zu Clyde, der seinen Anzug noch einmal zurecht zupfte. Ich hatte keine Beziehung verdient. Gott, was für ein Mensch war ich bitte? Es war doch einfach nicht fair! [Nöö XD]

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Rodrigo da Moura Brandão
Sie sollte zuhause sein. Sie sollte bei ihrem Freund sein. Sie sollte mit ihm vor dem Fernseher sitzen und sich einen gemütlichen Abend machen, wenn sie schon einmal ein bisschen Zeit für sich selbst hatte. Sie sollte nicht hierher kommen, nur weil ich mir ein Bein gebrochen hatte. Es sollte sie gar nicht mehr interessieren. Sie hatte mit mir Schluss gemacht und das bedeutete auch, dass sie für mich nicht genug Gefühle gehabt hatte. Ich war es ihr einfach nicht wert gewesen zu warten. Sie war es leid gewesen, den anderen etwas vorzuspielen. Das hiess dann wohl, dass sie einfach zu wenige Gefühle für mich hatte - wenn sie überhaupt schon einmal Gefühle für mich gehabt hatte. Denn dies stellte ich gerade ziemlich in Frage. Sie hatte vielleicht freundschaftliche Gefühle für mich aber keine Gefühle, die darüber hinaus gingen. Vielleicht hatte sie diese gar nie gehabt. Vielleicht hatte ihr der Sex einfach ganz gut gefallen, bis sie gemerkt hatte, dass sie doch nicht mehr als Freundschaft für mich übrig hatte. Danach hatte sie alles auf dem schnellsten Weg abgebrochen. Ich hatte von ihr gar keine Erklärung hören wollen. Denn das hätte sowieso nichts geändert. Sie erhob sich und steckte ihre Hände in ihre Jackentasche. Ich seufzte leise und musste mich zusammenreissen, dass ich nicht die Augen verdrehte. "Danke", erwiderte ich lediglich. Ich hätte sie am liebsten aufgehalten, aber das wäre sowieso keine gute Idee. Sie führte nun ihr eigenes Leben. Ausserdem wäre ich sowieso nicht aus dem Bett gekommen mit dem gebrochenen Bein. Sie ging und ich liess mich nach hinten sinken. Ich schloss die Augen und ein tiefer Seufzer entwich mir. Gott, diese Frau machte mich einfach total durcheinander. Ich wusste gar nicht, was sie damit erreichen wollte, wenn sie die ganze Zeit immer wieder auftauchte. Wieso hatte sie mit mir Schluss gemacht, wenn sie danach sowieso immer wieder in meine Nähe kam? Sie war am Strand zu mir gekommen und heute zu mir ins Krankenhaus. Wahrscheinlich hatte es ihre Kollegin von der Schule ihr das erzählt. Morgen wüsste es sowieso schon die ganze Schule. Sie schloss die Tür und ich war alleine. Ich versuchte noch ein bisschen zu schlafen, aber es ging nicht. So schaltete ich den Fernseher ein und später kam dann irgendwann das Essen. Es war nicht ganz schlimm, wie man sich Krankenhausessen vorstellte, aber es gab ganz sicher besseres. Ich wollte einfach nur wieder nach Hause in meine Wohnung. In meine Wohnung, in der ich mir mein eigenes Essen kochen konnte und ich meine Ruhe haben konnte. Ich seufzte leise und nahm Gabel für Gabel von dem Essen in den Mund. Ich würde schauen, dass ich morgen schon nach Hause gehen könnte. Ich würde es ganz sicher nicht länger als einen Tag hier aushalten. [Mähh, schlecht ._.]

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Fleetwood "Flick" McLauren
Wie oft war ich schon auf solche halsbecherischen Missionen mitgegangen? Wie oft hatte ich in Lebensgefahr gesteckt? Viel zu oft, um es auch nur zählen zu können. Und dennoch erfuhr ich erst heute Nacht, dass ich bisher mit all meinen Verletzungen noch Glück gehabt hatte. Ich war dem Tod schon oft nah gewesen und hatte schreckliche Schmerzen erlitten, doch das, was mir heute zustieß war eine völlig neue Ebene von Schmerz und Schock. Wir hatten gegen Mitternacht das Treffen gesprengt, waren mit einem großen SUV einfach durch die dünne Mauer gefahren und standen mitten im Geschehen. Es waren allerdings doch mehr Leute dort als erwartet. Klar, das hier war ein großes Treffen zwischen zwei Kartellen, die zusammen größer waren als mein Imperium, aber niemand hätte mit fast drei Dutzend Leuten gerechnet, immerhin sollte von diesem geheimen Treffen ja niemand wissen. Wir waren in der Unterzahl, doch auch das bereitete mir nur wenig Sorgen. Wir waren oft in der Unterzahl. Dennoch siegten wir eigentlich immer. Es ging hier nur um zwei Menschen. Nur einer der Anführer musste sterben und dann wären wir dieses Problem hier los und es müsste kein Krieg mehr ausbrechen. Zumindest nicht zwischen diesen zweien und meinem Kartell. Wir strömten aus, verteilten uns, begannen zu kämpfen, während die anderen ihren Boss verteidigten. Es ging alles verdammt schnell. Ich war zu fixiert auf diese eine Person, die heute ihr Leben lassen musste, dass ich auf meine Umgebung hätte achten können. Ich huschte zwischen all den Leuten durch, zielte ab und zu mit meiner Glock 17 auf den ein oder anderen Kopf und empfand den Abstand irgendann als klein genug, um die Hand auszustrecken und zu zielen. Ich musste nur Carter umlegen. Nur dieser eine Mann müsste heute sterben. Er würde gehen und das alles hier müsste nicht weiter passieren. Carter war viel zu abgelenkt, schien viel zu verwirrt und überfordert, weil er vermutlich selbst nicht kämpfen konnte, als dass er mich bemerkte. Ich hatte freie Schusslinie und drückte ab. Ich traf immer mein Ziel. Allerdings war ich dabei viel zu fokussiert, als dass ich auf mein Rechts und Links achten könnte. Ich hielt den Arm gerade nach vorn gestreckt, als einer von Carters Männern seitlich auf mich zugerannt kam und die Majete in seiner Hand direkt vor mir senkrecht nach unten führte. Zuerst zuckte ich zurück, spürte den Schock und wollte sofort kämpfen, doch dann bemerkte ich, dass ich die Pistole in meiner Hand nicht mehr spürte. Ich schaute zu Boden, sah sie dort liegen, aber es lag nicht nur sie im Dreck, sondern auch ein ganz erheblicher Teil von mir. Atemlos starrte ich herunter auf meine Hand und wagte es dann erst meinen Arm anzusehen. Das alles passierte innerhalb von Sekunden, doch hätte Aires den Feind neben mir nicht erschossen, hätte ich vermutlich nicht nur meine Hand, sondern auch mein Leben gelassen. Heißes Blut strömte meinen nun nur noch halben Unterarm herunter und mir wurde kotzübel. Nein... Nein, er hatte nicht wirklich meine verdammte Hand abgeschlagen! Aires war sofort bei mir, schnappte erschrocken nach Luft und sah so aus, als würde er sofort loskotzen müssen, doch er fing sich, sah mir ins Gesicht und bemerkte wohl, dass ich nicht mehr lange stehen bleiben konnte, sodass er mich zeitig noch auffing, bevor ich auf dem Boden landete. Ich hielt immer noch die Luft an, als er sich das Tshirt vom Körper zerrte und scheinbar alles richtig machte. Er wickelte es um meinen Armstumpf, zurrte die Enden fest zu und rief dann schnell nach Marquéz, der seinem Gegner den Kopf mit einem Maschinengewehr wegblies, ehe er rübersah und urplötzlich genauso bleich war wie wir beide. Er ließ alles stehen und liegen, rannte zu uns herüber und fing an Befehle herumzuschreien, die ich kaum wahrnahm, da mir nur ein unaufhörliches Piepen im Ohr lag. Das hier war ein Scherz. Das passierte nicht wirklich, oder? Aires hob mich hoch, während Marquéz sich meine Hand vom Boden schnappte und dann die anderen zurückpriff. Carter war tot. Unsere Arbeit hier war getan, also könnten wir uns zurückziehen. Außerdem glaubte ich, dass ich jetzt lieber so schnell wie möglich zu Tiago kommen sollte, damit er meinen Arm und die Hand irgendwie retten konnte...

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Leona
[Ja springen wäre gut :)]
Ich seufzte leise und sah Flick hinterher. Ich vermisste ihn jetzt schon und hoffte inständig, dass seine Worte wahr werden würde. Ich könnte es nicht ertragen, wenn ihm doch etwas zustoßen würde. Die Wahrscheinlichkeit, dass etwas passierte schätzte ich auf über siebzig Prozent ein. Also relativ viel. Ich hoffte nur, dass die Männer wussten was sie taten. Wenn Flick etwas zustoßen würde... ich würde im Dreieck springen, ich könnte es einfach nicht ertragen wenn er nicht als mein Fleetwood zurück kommen würde.
Nachdem ich noch etwas umher gewandert war, brachte mich jemand in Flicks Wohnung. Sie war schön, aber unpersönlich eingerichtet. Das machte mir jedoch nichts, es hätte mich gewundert wenn hier Familienfotos oder Fotos einer Verflossenen hängen würden.
Ich kam trotz einer heißen Badewanne, Flicks Duft im Kopfkissen und seinem Oberteil an meinem Körper nicht zur Ruhe. Ich vermisste meinen Mann, machte mir Sorgen und wollte nur bei ihm sein, ihm überreden nicht zu gehen. Gut, vermutlich war er schon unterwegs, weshalb ich ihn sowieso nicht mehr aufhalten konnte.
Ich kuschelte mich unter die Decke und kuschelte mich an Flicks Kissen. Ich kam nicht zur Ruhe, wartete auf meinen Liebsten und hoffte, dass er wirklich heil zu mir zurück kommen würde.

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Hae-Sung "Rian" Kang
Wollte er mich eigentlich verarschen? Wollte er mir wirklich sagen dass es ihn völlig kalt ließ? Das es ihn nicht im Geringsten interessierte? Wahrscheinlich lag es einfach an mir. Es war beinahe ein Jahr her seit ich mit ihm Schluss gemacht hatte, und unsere Beziehung hatte noch nicht einmal sonderlich lange angedauert - lediglich ein paar Wochen, in denen ich mich so unglaublich gut gefühlt hatte dass ich nicht wusste ob ich seine Wohnung jemals hätte verlassen sollen. Ich hatte mich wohl gefühlt, hatte mich nicht verstecken oder verstellen müssen, hatte tun und lassen können was ich wollte, natürlich konnte ich bei Clyde auch der Mensch sein der ich war, und trotzdem erwartete irgendwie mehr von mir. Weil er und ich auch in der Öffentlichkeit funktionieren sollten, weil wir in der Öffentlichkeit stehen sollten, um als das nächste Traumpaar abgestempelt zu werden. Weil es Ruhm mit sich bringen würde, ich wollte meine Beziehung aber nicht so sehr in die Öffentlichkeit schieben. Meine Gefühle gehörten mir, mir ganz alleine - ich wollte sie nicht etwa mit der gesamten Welt teilen, um dann doch möglicherweise gesagt zu bekommen dass ich doch alles einfach nur vorspielte, weil ich Clyde nicht etwa anhimmelte und ansah als wäre er mein persönlicher Gott. Weil ich nicht etwa auf den ersten Blick in ihn verliebt gewesen war, er sich aber schon damals verliebt hatte - sagte er. Ob er sich denn nun in Hae-Sung verliebt hatte, oder aber Rian, konnte ich selbst heute nicht sagen. Ich schätzte jedoch das er selbst nicht wusste, das Rian Geschichte war. Das ich nicht absolut alles dafür tun würde, um Erfolgreich zu sein. Innerlich seufzte ich, denn das Chaos in mir schien einfach nicht abebben zu wollen, und die Tatsache das Rodrigo scheinbar nichts darauf legte das ich mir Sorgen um ihn machte, verursachte lediglich einen unglaublichen Schmerz in mir. Ich war ihm egal, oder aber er hasste mich. Vielleicht versuchte er mich einfach nur völlig zu vergessen, jegliche Gefühle - auch den Hass - für mich einfach nur zu vergessen, dass er ein normales Leben führen konnte. Und spätestens jetzt, sollte es kein mehr für mich geben. Dieses mehr, das ich ihm nach unserer ersten gemeinsamen Nacht am Strand bestätigt hatte, weil ich nicht etwa einfach nur mit ihm hatte schlafen wollen um etwas Spaß zu haben, sondern weil ich Gefühle für diesen Mann entwickelt hatte. Ich biss mir auf die Lippe und zuckte die Schultern. Ich wollte nicht lügen, die Wahrheit konnte ich ihm aber auch nicht sagen, also war es vorbei. Es war zu spät - also schwieg ich. Selbst wenn ich ihm sagen würde, das ich immer noch Gefühle für ihn hatte, würde er mich verurteilen. Weil ich mit einem anderen Mann schlief. Weil ich mit ihm so ziemlich die letzten Monate über ständig beisammen gewesen war. Weil ich sogar für eine ganze Weile das Hotelzimmer mit ihm geteilt hatte, und nun sogar bei ihm wohnte, weil ich selbst noch keine Wohnung hier hatte, und um ehrlich zu sein wusste ich auch nicht ob ich eine Wohnung wollte. Australien war nicht meine Heimat: London aber schon. Clyde aber war hier. Er hatte eine Wohnung hier, und die Menschen die ich meine Freunde nannte waren ebenfalls in diesem Land. Und trotzdem nannte ich Australien nicht meine Heimat, nicht mein zuhause. Bei Rodrigo hatte ich mich zuhause gefühlt, geborgen und vollkommen sicher. Frustriert über mich selbst rieb ich mir über die Stirn. Es war eine berechtigte Frage, was ich denn nun hier wollte wenn es doch nichts mehr zu besprechen gab. Warum war ich hier - ganz einfach, ich hatte mir Sorgen gemacht. Ich wollte nicht, das er verletzt war oder Schmerzen hatte, das musste er doch verstehen. Gott, es war eine so dumme Idee gewesen hier her zu kommen. Wieder einmal. Leise erhob ich mich, schob meine Hände in meine Jackentaschen und umklammerte das Handy. "Ich .. lasse dich schon in Ruhe. Gute Besserung", für einen kurzen Moment sah ich ihn an, schluckte dann und drehte mich der Tür zu. Es brachte nichts. Er hasste mich, wollte mich nicht mehr in seinem Leben, und ich musste es akzeptieren und mich endlich dem Menschen zuwenden, mit dem ich eine Beziehung führte. Auch wenn es nicht das selbe war. Leise schloss ich hinter mir die Tür und atmete tief ein. Er spielte keine Rolle mehr, was ich sagen oder tun würde. Wahrscheinlich hasste er mich mehr, als damals als ich Mr. Blake das Video geschickt hatte. Und das, obwohl er mich noch nicht einmal erklären lassen hatte, weshalb ich Schluss machte. Und nun war es zu spät.

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Rodrigo da Moura Brandão
Es war so, wie ich gesagt hatte. Sie hatte mit mir Schluss gemacht, weil sie keine Gefühle für mich hatte. Wenn dann waren es nur noch freundschaftliche Gefühle und damit konnte ich nichts anfangen. Ich musste zuerst ein bisschen über meine Gefühle klar werden oder besser gesagt, mich von ihnen verabschieden, bevor ich mich auf irgendeine Freundschaft einlassen konnte. Ich seufzte leise und sah an die Decke. Ich würde nur wieder auf die falschen Gedanken kommen. Zum Beispiel wie ich meine Finger über ihre Wangen gleiten liess. Wie ich sie einfach wieder berühren könnte. Wie ich normal mit ihr hatte über alles reden können. Ich vermisste diese Momente. Es würde aber nie mehr dazu kommen. Sie hatte es beendet - schon fast vor einem Jahr. Ich wusste selbst nicht, wieso ich so Mühe damit hatte, endlich einfach loszulassen. Verdammt, ich war fast dreissig und benahm mich fast wie ein Teenager. Dabei war sie hier der Teenager. Anscheinend hatte sie jedoch sehr viel weniger Probleme damit wie ich. Ich hob eine Augenbraue. Ich hatte damals gar keine Erklärung verlangt. Denn eigentlich hatte ich damit schon gerechnet. Ich hatte sie ja dazu noch sogar gedrängt, ihr Leben zu geniessen. Daher war ich wohl selbst schuld, dass ich mit ihr Schluss gemacht hatte. "Dann ist es wohl spätestens jetzt so weit, dass es kein Mehr für dich gibt", erwiderte ich und versuchte meine Stimme nicht zu hart zu klingen. Dabei versuchte ich doch nur meine Emotionen zu verstecken. Sie sollte es nicht sehen, wie sehr sie mich verletzt hatte. Ich lachte auf. Gut, sie ging davon aus, dass es mich nicht interessiert hatte. Dann sollte sie das wohl denken. Es wäre wohl besser, wie wenn sie wusste, dass sie mir in Wirklichkeit das Herz aus der Brust gerissen hatte. Ich sagte jedoch nichts zu. Es war egal. "Wenn es Aus ist und es nichts mehr zu besprechen gibt, was tust du dann noch hier?", erwiderte ich auf ihre Worte. Sie machte immer noch keinen Sinn. Ich versuchte es. Ich versuchte wirklich aus ihr schlau zu werden, aber ich wusste es nicht. Sie tat immer wieder etwas, was mich verwirrte. Sie tat immer wieder etwas, dass ihrer Aktion widersprach, als sie mit mir Schluss gemacht hatte. Sie hatte mit mir Schluss gemacht und dennoch war sie hier im Krankenhaus. Sie kam hier zu mir ins Krankenhaus, anstatt dass sie bei ihrem Freund zuhause war. Wer schaute denn schon bei seinem Ex vorbei? Immerhin war es schon lange aus. Es war nicht üblich, wenn man man seinen Ex im Krankenhaus besuchte, vor allem wenn es nur ein gebrochenes Bein war. Ich war ja nicht irgendwie lebensgefährdet oder so. Es nervte mich nur jetzt schon, dass ich mehrere Wochen keinen Sport treiben könnte. Ich schloss kurz die Augen. Die Schmerzen machten sich in meinem Bein langsam wieder bemerkbar. Doch es würde schon gehen. Ich hielt lieber einigermassen die Schmerzen aus, anstatt die ganze Zeit mit Schmerzmitteln voll gepumpt zu werden. Ich mochte es nicht, wenn ich zu viele Medikamente nehmen sollte. Ich wollte das einfach nicht. Ich fuhr mir durch das Haar und öffnete dann wieder die Augen. Inzwischen musste es wohl wirklich reichlich spät sein. Wollte sie nicht irgendwann langsam nach Hause gehen? Sie hatte morgen sicher wieder einen vollen Terminplan.

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Hae-Sung "Rian" Kang
Für einen kurzen Moment zuckte mein Mundwinkel. Dachte er wirklich dass es so einfach war? Man machte Schluss, weil man für den anderen nichts mehr empfand? Dachte er wirklich dass das der Fall gewesen war? Das ich Schluss gemacht hatte, weil ich nichts mehr für ihn empfand - das genaue Gegenteil war der Fall. Ich hatte mit ihm Schluss gemacht, weil ich etwas für ihn empfand. Weil ich ihn an meiner Seite haben wollte, und nicht etwa hunderte von Kilometer über dem Ozean. Dachte er wirklich dass es irgendwann einen Zeitpunkt gab, an dem man sagte dass man nichts mehr für den anderen empfand. Das man von einer Sekunde auf die Nächste entschied, das es vorbei war? Es gab keinen Zeitpunkt an dem man feststellte, das man keine Gefühle mehr für den anderen hatte. Diesen Zeitpunkt an dem jeder, der jemals mit jemandem Schluss gemacht hatte, anscheinend verstanden haben wollte dass die Gefühle die man für den anderen gehabt hatte, sich verändert hatten und man einfach keinen Sinn mehr darin sah weiter zu versuchen etwas zu retten, was schon längst verloren war. Diesen Zeitpunkt gab es nicht, und wann auch immer ich versuchte mir das Gegenteil einzureden, funktionierte es nicht. Kein bisschen. Die Wahrheit war, man wollte es einfach nicht mehr versuchen weil man den ewigen Kampf nicht aushielt. Man wollte nicht ständig aufwachen, und wissen dass es doch ohnehin nicht funktionierte, weil man zu verschieden war. Weil man durch Kilometer getrennt wurde. Weil man einfach keine Ahnung hatte, wie die Beziehung jemals funktionieren sollte, wenn man doch schon wegen jeder Kleinigkeit an einander geriet. Es gab so viele Gründe weshalb man versuchte sich einzureden dass sich die Gefühle verändert oder gar ganz verschwunden waren, und doch gab es nur einen einzigen Grund weshalb man Schluss machte: weil man im Endeffekt doch nur Angst hatte. Ich sollte mir keine Gedanken oder Sorgen mehr um ihn machen, weil ich ab dem Zeitpunkt an dem ich mit ihm Schluss gemacht hatte, gesagt hatte dass ich keine Gefühle mehr für ihn hatte. Ich hatte ihm aber nie gesagt dass ich keine Gefühle mehr für ihn hatte. Nie, denn das war nicht die Wahrheit. Die Wahrheit war dass ich selbst heute noch Gefühle für diesen Mann hatte - obwohl ich bereits in einer anderen Beziehung war. In einer, die doch noch weniger Zukunft hatte als Rodrigo und ich gehabt hatten. "Ich habe nicht Schluss mit dir gemacht weil ich keine Gefühle mehr für dich hatte", antwortete ich leise und wandte den Blick der Zimmerdecke zu. War das der Grund weshalb er mich nicht mehr sehen wollte? Weil er dachte dass ich keinerlei Gefühle mehr für ihn hatte, weil sich meine Gefühle innerhalb nur so kurzer Zeit so sehr verändern haben sollten das ich ihn nicht mehr mochte? "Aber das hat dich damals nicht interessiert, weshalb sollte es dich also heute interessieren. Es ist auch egal. Es ist aus, mehr gibt es nicht zu besprechen", und doch wollte ich mich ihm erklären, wollte das er mir zuhörte und nicht etwa urteilte; über meine Gründe, oder gar meine Gefühle. Leise seufzte ich und schloss die Augen für einen weiteren Moment. Ich sollte mir keine Sorgen um ihn machen, ich sollte gar nicht darüber nachdenken was mit ihm war - er wollte nichts mehr mit mir zutun haben, und das musste ich wohl irgendwann akzeptieren. Knapp nickte ich. Er musste diese und die nächste Nacht noch hier bleiben, wahrscheinlich wollten die Ärzte auf Nummer sicher gehen; bei was auch immer denn nun genau, schließlich hatte Rodrigo sich doch einfach nur ein Bein gebrochen. Ich kaute auf meiner Unterlippe, spürte mein Handy in meiner Jackentasche und ignorierte es. Ich sollte nicht hier sein - ich sollte bei Clyde sein, weil er möglicherweise ausgehen wollen würde, weil er vielleicht die Stadt unsicher machen wollte, oder einfach nur etwas Essen gehen wollte. Weil er mein Freund war. Mein Freund, für den ich nicht im geringsten die selben Gefühle hatte wie für den Mann, der mir hier gegenüber saß. Es war nicht fair Clyde gegenüber, und das wusste ich, dennoch war ich mit ihm zusammen.

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Rodrigo da Moura Brandão
Wusste sie überhaupt, wie stark mein Bedürfnis war, die Hand auszustrecken und sie berühren? Ich vermisste es. Ich vermisste es, sie zu berühren. Sie zu küssen. Mit ihr zu diskutieren und die Zeit tot zu schlagen. Ich vermisste es, mit ihr einfach Zeit in meinem Zimmer verbringen. Ich vermisste sie. Ich vermisste sie einfach überall. Ihr ging es jedoch nicht so. Sie dagegen hatte bereits schon wieder einen neuen Freund. Sie vermisste niemanden an meiner Seite, denn sie hatte mich bereits schon ersetzt. Wieso war sie noch hier? Ich würde garantiert nicht einfach auf gute Freunde machen. So einer war ich nicht. Das hatte vielleicht mit Jelena geklappt, aber mit ihr war ich auch schon vorher befreundet gewesen. Das war nicht dasselbe wie mit Hae-Sung gewesen. Es waren nicht so viele Gefühle im Spiel gewesen wie mit ihr. Mit ihr war es einfach etwas total anderes gewesen wie mit Jelena. Man konnte diese beiden Frauen nicht vergleichen, denn sie waren einfach nur total verschieden. "Na ja, normalerweise macht man Schluss, weil man für den anderen nichts mehr empfindet - daher solltest du dir ja auch keine Sorgen um mich machen", erwiderte ich auf ihre Fragen. Sie hatte keinen Grund mehr, um sich Sorgen zu machen. Das hätte sie vielleicht machen können, als wir noch zusammen gewesen waren. Wahrscheinlich hatte sie nach der Trennung nicht einmal einen einzigen Gedanken verschwendet, ob mir etwas zugestossen wäre oder nicht. Ich dagegen sehr wohl. Auf ihre Worte, dass sie ihren Freund nicht anbeten würde, erwiderte ich nichts darauf. Die beiden hatten doch schon garantiert Sex miteinander gehabt. Bei diesem Gedanken musste ich mich zusammenreissen, dass ich nicht total durchdrehte. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie die Hände von einem anderen Mann über ihren Körper wanderten. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie sie ihre Lust mit einem anderen Mann teilte. Aber so war es sehr wohl. Daran konnte ich auch nichts mehr ändern. Sie zog die Beine an und fragte mich, wann ich hier rauskommen würde. Wieso wollte sie das alles wissen? Sie würde mich danach so oder so nicht mehr besuchen kommen und das war wohl auch besser so. Ich brauchte Abstand von ihr. Es hätte auch gereicht, wenn sie mir eine einfache SMS gesendet hatte. Aber nein, sie musste ja unbedingt hierher kommen. Sie hätte sicher besseres zu tun, nur hatte sie sich geschickt aus dieser Sache rausgeredet. "Ich muss noch diese und die nächste Nacht bleiben. Danach kann ich wieder nach Hause", beantwortete ich trotzdem ihre Antwort. Was wollte sie denn jetzt mit diesen Informationen anfangen? Es wäre besser, wenn sie Abstand von mir hielt. Ich musste über sie hinweg kommen und ansonsten würde ich nur noch auf dumme Ideen kommen. Das würde uns beiden nur noch mehr schaden. Verdammt, sie hatte einen Freund. Sie gehörte jetzt zu jemanden anderen. Mein Hirn wollte aber diese Information einfach nicht akzeptieren. Es spielte lieber verrückt nach dieser Frau, an der ich kein Interesse mehr haben sollte.

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Fleetwood "Flick" McLauren
Ich wollte nicht, dass wir so auseinandergingen. Sie sollte nicht sauer sein und ich wollte nicht wütend sein, weil sie hergekommen war. Irgendwann hatte ich sie sowieso herholen wollen, nur war es gerade einfach ein unpassender Moment, weil es zu gefährlich für sie hier war. Sie war nicht in Sicherheit und ich konnte sie nicht beschützen. Es machte mich fertig das zu wissen und dehalb war ich so außer mir. Ich konnte gar nicht wirklich wütend auf sie sein, ich war sauer auf mich selbst. "Nein, zwei bleiben hier. Sollte das heute Abend nicht klappen, wird es zu gefährlich für dich. Ich will, dass du in Sicherheit bist, wenn etwas schlimmeres passieren sollte. Ich lasse dir Eduardo und Tiago hier. Ihn habe ich in letzter Zeit auch schießen lassen, er kann mit Waffen umgehen. Sie werden dich mit ihren Leben beschützen, verstanden? Wenn dir etwas geschieht könnte ich mir das nie verzeihen.", flüsterte ich und presste die Lippen aufeinander, während ich meine Stirn an ihre lehnte und den Moment genoss. Ich wusste nicht, ob ich diese Nacht zurückkehren würde. Natürlich hoffte ich darauf, aber eine Chance bestand immer, besonders wenn es so ein großes, wichtiges Treffen war wie das, welches wir heute Abend sprengen würden. "Ich verspreche dir zu dir zurück zu kommen, unverletzt. Wir werden uns heute Nacht noch wiedersehen und bis dahin bleibst du gut geschützt hier und tust einmal, was ich dir sage, ja?", flüsterte ich und schmunzelte leicht. Ich konnte zu dem Zeitpunkt ja noch nicht wissen, dass ich alles andere als unverletzt zurückkehren würde. "Wir werden vorsichtig sein. Wir haben den ganzen Tag geplant wie wir am sichersten das Treffen unterbrechen. Ich werde das durchziehen und danach zu dir zurück kommen und heute Nacht noch zu dir ins Bett kommen." Ich machte viel zu viele Versprechungen. Ich würde alle davon brechen, aber das wusste ich in diesem Augenblick noch nicht. "Ich muss jetzt los, aber ich werde zurück kommen. Bis in ein paar Stunden.", flüsterte ich direkt vor ihren Lippen, küsste sie ein letztes mal - für mich ganz untypisch - liebevoll und ließ sie dann los, warf ihr noch ein Lächeln zu und drehte mich dann um. Ich hätte nie geglaubt, dass es nach dieser Nacht ganz anders und nie wieder so wie vorher werden würde. Ich würde sie nie wieder so ansehen können wie ich es in dieser Nacht getan hatte. Alles würde sich durch diesen einen Angriff ändern. (Springen? :o sonst hast du ja nix zu schreiben..)

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Leona
Ich hatte ihm tatsächlich meine Liebe gestanden. Ich hatte das erste Mal jemandem gesagt, dass ich ihn liebte und das... fühlte sich einfach fantastisch an. Klar, diese drei magischen Worte waren absolut mit dem falschen Gefühl -nämlich Wut- übermittelt worden, aber es ging nicht anders. Wenn er heute Nacht losziehen würde, dann sollte er es wissen. Er sollte sich nicht leichtfertig in irgendwelche gefährlichen Situationen bringen. Er musste einfach wissen, dass nicht nur das Kartell Zuhause auf ihn wartete, sondern auch jemand der ihn bedingungslos liebte.
Flick rief meinen Namen und im nächsten Augenblick fand ich mich schon in seinen Armen. Seine Lippen pressten sich auf meine. Auch der Kuss war nicht von Liebe gedrängt, sondern von Verlangen, Verwirrung und... ja doch ein kleines bisschen Liebe. Er löste sich und ich sah ihn perplex an. Ich hörte ihm aufmerksam zu und schüttelte langsam den Kopf. "Flick", flüsterte ich und ging einen Schritt auf ihn zu. Sanft legte ich meine Hände an seine Wangen und streichelte darüber. "Du brauchst keinen bei mir lassen, hörst du? Nimm mit, wen du brauchst, ich komme zurecht. Ich bin ein großes Mädchen. Du brauchst vermutlich jeden Mann", flüsterte ich und gab ihm noch einen liebevollen Kuss auf seine sinnlichen Lippen. Dann löste ich mich und sah ihn ernst an. "Komm zu mir zurück, Flick. Sei vorsichtig, du bist alles was ich jemals wollte. Mach keine Dummheiten", bat ich ihn und gab ihm dann direkt noch einen Kuss. Allein der Gedanke daran, dass er sich in eine gefährliche Situation begab ließ mir die Knie weich werden. Also schlang ich meine Arme um ihn und vergrub das Gesicht an seiner Schulter. "Pass bitte auf dich auf!" flüsterte ich und schluchzte.